Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter zur Erklärung
Prolog vom 16.01.2012: Wenn ich nach den Klickraten dieses Artikels der letzten 6 Woche beurteilen sollte, ob das Thema Schule unter den Fingernägeln brennt, dann muss ich deutlich mit ja antworten. Über 75.000 Tausend Aufrufe bedeuten die Hälfte aller Klicks auf diesem Blog Hinzu kommen über 10.000 Facebook Likes. Der Frust, das Leid und die Empörung, die ja notwendig ist, dass sich was ändert, scheint nun Fahrt aufzunehmen. Ich wünsche allen unseren Kindern, aber auch den Eltern und Lehrern, dass wir unser Bildungssystem so umgestalten können, dass ein gesundes geistiges und soziales Wachsen die Regel wird!
Diesen ergreifenden Brief hat Henning Sußebach an seine Tochter geschrieben und auf Zeit Online veröffentlicht. Ich möchte ihn hier ungekürzt wiedergeben, zeigt er doch, woran so Vieles auch in der Ausbildung krankt.
Wer gerne wissen möchte, welche Alternativen unserer Schulen schon Erfolg haben, dem empfehle ich anschließend hier weiterzulesen: So sollte Schule funktionieren: über Erfahrungsräume im Umgang mit Unvorhersehbarem und Übernahme von Verantwortung, und gefolgt von Kritik an unserem Schulsystem: darüber, wie wir unsere Kinder verdummen ….
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Liebe Marie,
erinnerst Du Dich noch an den Tag, an dem wir das letzte Mal im Kino waren? An diesen Tierfilm, den Du so gerne sehen wolltest? Wie hieß der bloß noch? Ich glaube, Tiger, Bären und Vulkane, aber sicher bin ich mir nicht. Denn unser Ausflug liegt schon ein paar Monate zurück. Wir sind alle zusammen mit dem Auto in die Stadt gefahren: Mama, Henri, Du und ich. Es war Sonntag – und wir beide saßen mit Karteikarten auf der Rückbank und haben gelernt. Wie viel ist 172? Wie viel 56? Wie viel 28? Auf dem Weg nach Hause dann noch mal: 27 = 128, 182 = 324, 56 = 15625. Und noch mal. Und zur Sicherheit gleich noch mal.
Wir hätten so viel Sinnvolleres tun können auf unserem Heimweg! Den Bildern der Bären nachhängen und Bonbons lutschen zum Beispiel. In dem Zauber verweilen, den jeder kennt, der aus dem Kinodunkel ins Licht tritt – als laufe man erwachend durch einen Traum. Aber noch nicht mal an einem Sonntag ist es mir gelungen, Dich das Kind sein zu lassen, das Du sein solltest mit zehn Jahren.
Bitte mach mir diesen Mist nicht nach, wenn Du erwachsen bist, Marie!
Du merkst schon: Der Brief, den ich Dir schreibe, ist eine verzwickte Angelegenheit. Du wirst ihn genau lesen müssen, damit Du alles verstehst. Und dass Du verstehst, ist wichtig: Denn es geht um Dein Leben und um das, was wir Erwachsenen daraus machen.
Ich werde Dir von Schülern berichten, die krank werden vom dauernden Üben. Von Bildungsexperten, die Euch vorm Lernen warnen. Und von Eltern, die ihre Kinder trotzdem nicht in Ruhe lassen. Von Zeile zu Zeile werde ich wütender werden – weil ich wütend bin auf mich und auf ein Land, das Euch alle zu Strebern macht.
Deshalb habe ich meinen Brief auch nicht auf Deinen Platz gelegt, dort am Küchentisch, an dem wir morgens Einkaufszettel schreiben und abends Vokabeln lernen: Wie lautet das englische Wort für Gummistiefel, Stiefvater, Drachenfestival, Schiffsausguck, Küstenstadt, Karaoke-Gerät, Schatzkarte, Gartenschuppen, Geschmacksrichtung Hühnchen? Ich schreibe diesen Brief in der Zeitung, weil es noch 275.000 andere Fünftklässler in Deutschland gibt, die ein Gymnasium besuchen wie Du. Die gerade wie Du für die letzten Arbeiten vor den Zeugnissen büffeln. Und die wie Du trotzdem nur mit halbem Ohr diese rätselhaften Wörter hören:»Turbo-Abi«, »Schulzeitverkürzung«, »G8«.
In diesem Brief, Marie, möchte ich Dir und Tausenden anderer Schulkinder etwas verraten. Es gibt da ein paar Geheimnisse, von denen Ihr nichts ahnt, denn jedes Kind nimmt die Welt ja erst einmal als gegeben hin.
Stopp, das war zu kompliziert! Ich meine: Ein Kind hält sein Leben, so wie es ist, für ganz normal. Woher soll es wissen, dass alles auch anders sein könnte? Oder wie die Erwachsenen gelebt haben, als die noch klein waren? Dieses Hinnehmen ist schön, weil Ihr nicht so viel grübeln müsst: »Was wäre, wenn…?« Aber es macht Euch auch da fügsam, wo Auflehnung angebracht wäre.
Du hast jeden Tag sieben Stunden Schule und weißt nicht, dass ich als Kind niemals täglich sieben Stunden hatte, in keinem einzigen Schuljahr. Dass ich nachmittags allenfalls vor dem Abitur so viel gelernt habe wie Du jetzt in der fünften Klasse, und niemals auf dem Weg ins Kino. Und dass ich heute manchmal so tue, als müsste ich noch arbeiten, wenn ich abends nach Hause komme und sehe, wie Du über Grammatik-Arbeitsblättern sitzt: Kreuze die richtigen Aussagen an! Der Genus ist das grammatische Geschlecht eines Nomens / Nomen können im Singular und im Plural auftreten. Dies nennt man den Kasus des Nomens / Der Numerus ist der Fall, in dem ein Nomen steht / Man kann Präpositionen steigern / Der bestimmte Artikel gibt im Nominativ Singular das grammatische Geschlecht eines Nomens an / Der Imperativ gehört zu den finiten Verbformen / Präsens wird benutzt, wenn man über etwas sagen kann: Es war gestern so, ist heute so und wird auch morgen so sein / Das Partizip I gehört zu den infiniten Verbformen / Verben kann man deklinieren. Ich hefte dann Rechnungen ab, schreibe EMails und sortiere Zeugs. Ich will nicht freihaben, solange Du noch arbeitest. Ist das nicht verrückt? Irgendjemand hat die Welt verdreht! Nur wer?
Weißt Du: Das alles ist nicht einfach so passiert. Die freie Zeit ist nicht einfach so verschwunden. Wir Erwachsenen haben Euch ein Jahr Eurer Kindheit gestohlen. Aus Eile und Angst.
Wie soll ich Dir das erklären?
Ich versuche es mal so: Unser Leben ist voller Reichtum und Mangel zugleich. Es gibt so viel Essen, dass wir die Reste wegwerfen. Nichts ist richtig knapp, außer manchmal Klopapier. Doch was uns fehlt, ist Zeit. Jedenfalls glauben wir das.
Wir Erwachsenen schauen selten im Kühlschrank nach, ob noch Käse oder Wurst da ist – aber wir gucken ständig auf die Uhr. Wir klagen dauernd über »Stress« – doch wenn wir nichts zu tun haben, fühlen wir uns nutzlos. Wir sind genervt, wenn der Chef uns auch am Wochenende anruft – aber eifersüchtig, wenn ein anderer Kollege mehr Anrufe bekommt. Unsere Computer sind voller Updates und Reminder, unsere Köpfe können Wichtiges von Drängendem nicht mehr unterscheiden – und den Sonntag nicht vom Montag. Das ist die Hast, die ich meine. Deine Großeltern haben seit 40 Jahren dieselbe Telefonnummer, wir haben unsere seit Deiner Geburt zweimal gewechselt – und noch zwei Handynummern dazugekriegt, damit wir immer erreichbar sind. Ein Brief war früher Tage unterwegs, eine Mail ist heute augenblicklich da. Die ganze Welt ist in einen Wettlauf geraten, den wir Erwachsenen »Globalisierung« nennen: Wer näht die billigsten T-Shirts? Wer baut die schnellsten Autos? Wer erfindet zuerst neue Telefone und Computer, die uns noch rasanter updaten und reminden können?
Irgendwann haben wir Deutschen gemerkt, dass die Kinder in anderen Ländern noch schneller lernen als unsere. Dass sie in China früher damit anfangen und in Amerika früher damit aufhören. Und gleich arbeiten. Da hat uns die Angst gepackt. Wir haben uns nicht gefragt, ob es klug ist, zu lernen wie die Chinesen. Wir haben nur gedacht: Bevor die uns einholen, beeilen wir uns auch.
Und noch etwas kam hinzu. Etwas, das mit Deutschland zu tun hat: das sogenannte Demografieproblem. Es gibt zu wenige Kinder und zu viele Alte.Aber das siehst Du ja, weil zu unseren Familienfesten mehr Onkel und Tanten kommen als Cousins und Cousinen. Ich hatte lange gedacht, dieses Demografieproblem werde Dein Leben als Erwachsene prägen. Jetzt bestimmt es schon Deine Kindheit. Denn wer früher die Schule verlässt, kann länger arbeiten. Und wer länger arbeitet, kann uns, wenn wir alt und müde sind, länger Geld für die Rente geben.
Schon 1993 (als uns die Chinesen noch egal waren und es keine Schulvergleiche gab) passierte es: Da empfahlen die Finanzminister aller deutschen Bundesländer, Euch ein Schuljahr wegzunehmen. Nicht die Kultusminister, die sich um die Schulen kümmern! Sondern die Politiker, die aufs Geld aufpassen, die Zahlen statt Menschen sehen und deshalb wissen: Jeder Gymnasiast kostet 5000 Euro im Jahr. Geld für die Lehrer, den Hausmeister, die Tafeln und Turnmatten. Allein an Dir und Deinen 27 Klassenkameraden konnten sie also 140.000 Euro sparen.
Deshalb wurde Euch ein Jahr aus der Schulzeit gestrichen – aus dem Lernstoff aber strich man nur wenig. Ihr sollt auf dem Gymnasium in acht Jahren begreifen, wofür Eure Eltern noch neun Jahre Zeit hatten. Unseren Mangel an Zeit – wir haben ihn zu Eurem gemacht.
Deshalb hast Du jetzt eine 40-Stunden-Woche voller Unterricht und Hausaufgaben. Deshalb hast Du vor wenigen Monaten das Gitarrespielen aufgegeben. Deshalb telefonierst Du die halbe Klassenliste rauf und runter, bis Du jemanden zum Spielen findest. Alle sind beschäftigt.
So kommt ein kleiner Raub an Freizeit und Freiheit zum anderen, jeder für sich kaum der Rede wert. Aber wenn man alle zusammenrechnet, in jeder Familie zwischen Nordsee und Alpen, kommt eine große Statistik der Überforderung dabei heraus: Ein Viertel aller Gymnasiastinnen klagt regelmäßig über Kopfweh, das hat die Krankenkasse DAK herausgefunden. Kinder sagen ihre Teilnahme an Geburtstagsfeiern ab. Sie treten aus Sportvereinen und Chören aus. In Schleswig-Holstein, unserem Bundesland, sind die Teilnehmerzahlen bei »Jugend forscht« eingebrochen, dabei wollte Deutschland doch möglichst schnell möglichst viele möglichst junge Ingenieure. In Baden-Württemberg hat sich die Zahl der Fünft- und Sechstklässler, die nachmittags in Nachhilfe-Instituten nachsitzen, fast verdreifacht. Sie haben plötzlich das Gefühl, nicht gut genug zu sein – obwohl sie gar nicht schlechter geworden sind! Drei Milliarden Euro investieren nervöse Eltern jedes Jahr in die Nachhilfe, 20 Prozent von ihnen mehr als 200 Euro im Monat. Das sind 2400 Euro im Jahr. Fast so viel, wie die Finanzminister an Euch gespart haben. Das macht den Reichen nichts aus, aber den Armen umso mehr. In Internetforen werden »Pillen fürs Abi« empfohlen: Ampakin – eigentlich für alte Leute mit Alzheimer – für mehr Gehirnleistung. Fluoxetin – eigentlich gegen Depressionen – für mehr Leistungsbereitschaft. Metroprolol – eigentlich gegen Bluthochdruck – für weniger Prüfungsangst. Und an Deinem Gymnasium hat eine »Wirtschaftspsychologin« uns Eltern vor einigen Tagen erklärt, woran wir bei Euch einen Burn-out erkennen. Das bedeutet, dass manche Kinder jetzt schon ausgebrannt sind – wie überarbeitete Erwachsene.
Ich habe einen Professor für Soziologie angerufen. Soziologen erforschen, warum die Gesellschaft so ist, wie sie ist. Warum wir so leben, wie wir leben. Der Professor heißt Hartmut Rosa und ist 45 Jahre alt, hat aber noch nicht vergessen, wie es ist, ein Kind zu sein. Deshalb hat er etwas geschafft, was Professoren selten schaffen: Er hat ein Buch geschrieben, das auch normale Menschen lesen können. Es heißt Beschleunigung und handelt von unserer täglichen Raserei.
Hartmut Rosa sagt, er macht sich Sorgen, weil Eure Kindheit so »vernutzt« ist. Dass alles einen Zweck hat, einen Sinn erfüllen muss. Dass wir Euch sogar dann, wenn wir Euch Gutes tun wollen, bloß wieder auf ein Leben als Erwachsene vorbereiten. »Es ist wichtig, körperlich fit zu sein und musikalisch, gesund zu essen, Freunde zu haben – und sich entspannen zu können!«, sagt er. Hartmut Rosa will, dass wir Erwachsenen Euch endlich in Ruhe lassen. Ein Kind soll im Jetzt leben und nicht dauernd ans Morgen denken. Ein Kind soll ganz bei sich sein dürfen, nicht für andere da sein müssen. Ein Kind soll die Muße haben, mit etwas zusammen zu wachsen. Das kann ein Baum sein, eine Straße, ein Fußballplatz, ein Tier.
Vor allem fordert Hartmut Rosa: Ihr Kinder müsst Euch wieder langweilen dürfen. Denn irgendwann wird aus Langeweile Bewegung, ein Stromern und Streunen, das ziellos ist und doch an tausend Orte führt. Den schönsten Augenblicken der Kindheit geht die Langeweile voraus. Wer Langeweile hat, kommt auf die verrücktesten Ideen. »Die allermeisten Menschen würden im Rückblick doch sagen: Die endlos langen Sonntagnachmittage, an denen eigentlich nichts passierte, waren die Momente, in denen ich meine Seele spürte. In denen ich lernte, mich selber zu ertragen.« So sagt es Hartmut Rosa.
Ganz sicher ist der Rückblick in die eigene Kindheit weichgezeichnet von Gefühlsduselei. Aber ich kann nur von meiner Kindheit erzählen: Ich bin groß geworden in einer Welt, in der es nicht pausenlos piepte und ploppte, niemand twitterte und livetickerte, in der Computer dick und braun waren wie Brotkästen und nur bei pickligen Stubenhockern in verdunkelten Kinderzimmern standen. Wenn ich mit jemandem spielen wollte, habe ich keine Klassenliste abtelefoniert, sondern beim Nachbarn geklingelt und gefragt: »Kommt der Christian raus?«
Als Fünftklässler habe ich endlose Nachmittage in der festen Überzeugung verbracht, der berühmte Fußballspieler Karl-Heinz Rummenigge zu sein – auch wenn ich meinen Lederball nur gegen Garagentore gedroschen habe. Mal allein, mal mit Freunden, mal mit fremden Jungen aus fremden Vierteln, rauen Burschen mit rauer Sprache, Hauptschülern, die der Zufall in meine Straße geführt hatte. Ich habe mich auf aufregende Weise gelangweilt! Jeden Schritt, jeden Schuss kommentierte eine innere Reporterstimme: »Was für eine Körpertäuschung! Mit diesem Volleykracher sichert sich Kalle Rummenigge die Torjägerkanone! Inter Mailand hat hundert Millionen für ihn geboten!« Später war ich Boris Becker, Tennisstar, der im Finale gegen eine bis dahin unbesiegte Brandmauer antrat. Ich ließ vor meinem Aufschlag den Ball auftitschen wie er. Ich leckte meine Lippen wie er. Ich schälte sogar meine Bananen wie er. »6:1, 6:0, 6:1!«, brüllte die innere Stimme jetzt, »anders als der falsche Boris Becker gewinnt der echte zum dritten Mal in Folge Wimbledon! Und jetzt überreicht ihm die Herzogin von Kent auch schon den goldenen Pokal!«
Heute klingt das alles bescheuert, oder? Aber als Kind habe ich mir Baugenehmigungen für Luftschlösser erteilt. Wenn ich an früher denke, schlendere ich als Fußballgott und Tenniskönig durch gleißend helle Nachmittage. Ich habe immer Zeit. Und es ist immer Sommer. Ein größeres Kompliment kann die Erinnerung der Kindheit nicht machen.
Wenn es regnete? Habe ich den Tropfenrennen am Fenster zugesehen oder die Holzvertäfelung neben meinem Bett angestarrt. So lange, bis sich aus der Maserung Berge erhoben und sich die Astlöcher in Vulkankrater verwandelten. Kennst Du das auch?
Ich habe mal gerechnet: Du wirst in den Schulklassen fünf bis zwölf 1200 Stunden mehr Schule haben, als ich es hatte. 1200 Schulstunden! 1200-mal 45 Minuten. Das sind 600 Fußballspiele. Das ist die Zeit, in der ich Karl-Heinz Rummenigge und Boris Becker war. In der ich zum Golfplatz radelte und mit einem flinken Griff durch den Zaun eine Handvoll Bälle klaute, weil ich das für rebellisch hielt. In der ich mir ein Segelboot aus Holz baute, das dann leider auseinanderfiel. Erfahrung entsteht nur beim Gehen von Umwegen, heißt es. Ich hatte Zeit, um Zeit zu verschwenden! Mich zu irren. Fehler zu machen. In eine Sackgasse zu laufen und wieder zurückzugehen.
Mach auch mal Fehler, Marie! Sachen, die wir Eltern für falsch halten. Du bist ja schon vernünftiger als wir: Als ich Dich neulich gefragt habe, ob ich mittwochs mal schwänzen soll, den Kollegen bei der Zeitung sagen, ich würde zu Hause arbeiten, in Wahrheit aber mit Dir schwimmen gehen, hast Du geantwortet: »Ich habe keine Zeit. Ich kann nur an Wochenenden.«
An Deinen Lehrern liegt das kaum. Deine Schule erscheint mir als eine der besseren in einem schlechten System – fast wie das Richtige im Falschen. Du hast zwei Klassenlehrer, nicht nur einen. Die beiden strahlen eine Gelassenheit aus wie Teetrinker in der Espresso-Gesellschaft. Du hast bei ihnen zunächst das Lernen gelernt: Ich beginne meine Hausaufgaben mit etwas Einfachem und Interessantem. Ich lege Pausen bei meinen Hausaufgaben ein. Ihr bekommt Übungsarbeiten mit nach Hause, damit Ihr wisst, was Ihr Euch einprägen müsst (und was nicht…). Ihr bewertet Euch mit Selbstkontrollbögen: Was kann ich schon? Was noch nicht? Auf den Elternabenden fragen Eure Lehrer uns: »Sollen wir weniger Hausaufgaben aufgeben, damit den Kindern mehr Zeit bleibt? Oder mehr, damit sie den Stoff besser verstehen?«
Auf dem anderen Gymnasium in unserer kleinen Stadt hagelt es Fünfen und Sechsen, und Kinder geben halb leere Arbeitsblätter ab.
An deiner Schule haben die Lehrer hier und da die Lehrpläne entrümpelt. Und sie haben das Fach »Science« erfunden: Biologie, Physik und Chemie in einem. Wenn Ihr über Vögel sprecht (Biologie!), lernt Ihr auch, wie an ihren Flügeln Auftrieb entsteht (Physik!). Wenn Ihr über die Lunge und das Atmen sprecht (Biologie!), redet Ihr gleich über Sauerstoff und Stickstoff (Chemie!). Es gibt Lehrer anderer Gymnasien, die bei Euch lernen, wie man Science unterrichtet. Es gibt Verlage, die ihre Schulbücher den Ideen Deiner Lehrer anpassen. Ihr habt in Klasse fünf jeweils sechs Stunden Englisch, Mathe und Deutsch pro Woche, damit Ihr in Klasse sechs nur mehr vier braucht – denn dann kommt ja noch Französisch oder Latein hinzu. Eure Klassenlehrerin hat sich drei statt zwei Stunden Musik erkämpft, in denen sie mit Euch singt und lacht. Deine Lehrer nennen das »Stunden zum Ausatmen«. Auch deshalb also habt Ihr so viel Unterricht.
Warum sollten Lehrer Euch auch von der Schule fernhalten? Uns Eltern aber hat der Soziologe Hartmut Rosa Hausaufgaben aufgegeben: »Es muss Nachmittage geben, an denen nichts im Terminkalender steht. Oder an denen NICHTS! im Terminkalender steht.«
Ich hätte zwar lieber mit den Finanzministern, diesen Sparschweinen, gestritten, als schon wieder in Dein Leben einzugreifen, Marie – aber als Du das Gitarrespielen aufgegeben hast, war das nicht nur Dein Wunsch, sondern auch der von uns Eltern. Damit Du weiter Basketball spielst. Denn da bist Du mal keine Einzelkämpferin.
Jetzt hängt Deine Gitarre an einem Haken neben Deinem Schreibtisch, und ich frage mich: Wirst Du uns später einmal übel nehmen, dass Du nur zuhören kannst, wenn andere Musik machen?
Ist es Zufall, dass Dein Freundeskreis nur noch aus Klassenkameradinnen besteht? Oder liegt es daran, dass Ihr im selben Rhythmus lernt und lebt?
Wie viel Platz wird Dir Dein Alltag für Liebeskummer lassen? Für die Pubertät? Für den Aufstand?
Wird Dir jemals ein Lehrer erzählen, dass das Wort Schule aus dem Griechischen stammt und eigentlich »freie Zeit« bedeutet?
Warum wird das Buch einer verkniffenen chinesisch-amerikanischen Mutter, die über das Drillen ihrer Töchter schreibt, in Deutschland ein Bestseller? Wieso beschäftigen wir uns ernsthaft mit dieser Frau, die ihren Töchtern droht, die Stofftiere zu verbrennen, wenn sie faul sind?
Woher kommt unsere Globalisierungsangst? Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist viel geringer als in Frankreich, Italien, Spanien. Unser Land ist klein, aber unsere Wirtschaft ist die viertgrößte der Welt. Wir verkaufen Autos, Windräder und Medikamente überallhin. Und sind all die Erfinder, Konzernchefs und Gewerkschaftsführer nicht dreizehn Jahre aufs Gymnasium gegangen?
In wie vielen Familien kreisen die Gespräche nur noch um Schule? Hast Du die Vokabeln drauf? Bist Du fit für die Arbeit? Schreibe eine möglichst kleine Zahl auf, indem Du jedes der folgenden römischen Zahlzeichen genau einmal verwendest: M, C, I, X, V.
Nicht dass Du mich falsch verstehst, Marie: Die Schule ist nicht fürs Kinderglück verantwortlich. Dafür sind wir Eltern zuständig. Und Schüler müssen nun mal lernen. Aber sie müssen auch Zeit haben für eigene Entdeckungen.
Wir üben jetzt oft gemeinsam. Manchmal gibt es Krach, manchmal erleben wir innige Momente: dieses wärmende Glück, wenn wir beide wieder etwas begriffen haben, wenn die Erkenntnis durchbricht wie die Sonne nach drei Tagen Regen! Du hast gelernt, wie die Ägypter ihre Pyramiden bauten. Warum ein Londoner Vorort mit Namen Greenwich weltbekannt ist. Dass es am Horizont einen Fluchtpunkt gibt, auf den alle Linien zulaufen. Jede Schulstunde kann ein Geschenk sein. Und alles zusammen fügt sich zu einem Schatz. Kostet es zu viel Kraft, zu viel Zeit, zu viel Leben, ihn zu heben?
Euer Schuldirektor sagt: Nein. Das sei nur die übliche Sorge der Eltern, deren Kinder von der Grundschule aufs Gymnasium wechseln. Das größte Problem der Schulzeitverkürzung sei »mangelnde Akzeptanz«. Also Leute wie ich!
Er sagt das aus einer privilegierten Position heraus, so wie ich diesen Brief aus einer bevorzugten Lebenslage schreibe: Dein Direktor leitet ein Vorstadtgymnasium in einer besseren Gegend. In Eurer Schulkantine servieren »Kochmütter« das Mittagessen. Es gibt aber auch Frauen, die bis abends arbeiten möchten (Du später vielleicht auch!). Alleinerziehende Eltern, die das müssen. Und Väter und Mütter, die keine Lust haben, mit ihren Kindern zu lernen, die gibt es auch.
Was wird aus diesen Schülern?
»Die Übungsphasen, die dazu da sind, Stoff zu vertiefen, sind nach Hause verlagert worden. Kinder, die niemanden haben, der ihnen bei den Hausaufgaben hilft, kommen schlecht weg«, sagt Heinz-Peter Meidinger. Er ist Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes. Das ist ein Zusammenschluss von Lehrern, die an Gymnasien arbeiten.
Ich habe im schleswig-holsteinischen Bildungsministerium nachgefragt: Der Anteil der Schüler, die nach der sechsten Klasse die Gymnasien verlassen müssen, hat sich verdreifacht. In Bayern macht die erste G-8-Generation gerade Abitur – seit der fünften Klasse sind dort 31 Prozent aller Schüler auf der Strecke geblieben. Bei G9 waren es 22 Prozent. Diese Kinder wurden »abgeschult«, so nennt man das in den Statistiken.
Es klingt fast weltfremd, wenn die Kirche gegen dieses eiskalte Wort protestiert und daran erinnert, dass »jeder Mensch mit reichen und vielseitigen Anlagen beschenkt« sei. Bildung müsse auch die »Kräfte der Fantasie, der Liebe, des seelischen Erlebens und des moralischen Wertens« wecken.
Der Pädagoge Andreas Gruschka sagt: »Es kommt nicht mehr Saft aus einer Zitrone, wenn man mehr presst.« Gruschka selber ist zweimal sitzen geblieben und trotzdem Professor geworden. An der Goethe-Universität in Frankfurt am Main erforscht er, wie Lehrer unterrichten und wie Kinder lernen. Er meint: Ihr paukt zwar viel, aber Ihr habt nicht viel davon. Euch fehlt die Zeit, wirklich zu kapieren, was die Lehrer Euch erzählen. Und darüber eine eigene Meinung zu bilden. Er sagt: »Die Kinder heute lernen Organisation und Präsentation.« Referate, Wochenpläne – er hält das alles für eine Vorbereitung auf ein kritikloses Büroleben, in dem der Chef in der Tür steht und sagt: »Frau Müller, stellen Sie mir bis Freitag bitte alles über die indischen Märkte zusammen!«
G8 habe »für 25 bis 30 Prozent der Gymnasiasten mehr gebracht – für die anderen wäre G9 vorteilhafter gewesen«, sagt der Münchner Bildungsforscher Kurt Heller, ein Pädagoge und Psychologe. Das ist besonders interessant, weil niemand in Deutschland so gründlich zu dem Thema geforscht hat wie er: In den neunziger Jahren hat Heller in ein paar baden-württembergischen Gymnasien G8 ausprobiert – mit durchschnittlich 16 Schülern pro Klasse. Am Ende empfahl er: Es sollte G8-Schulen und G9-Schulen geben. Aber dann, sagt Heller heute, habe die Politik überall das Turbo-Abi eingeführt. Der Professor hat sehr frustriert geklungen, als er mir gesagt hat: »Ist leider so gelaufen.«
aussortiert?
Philologen und Psychologen, Pädagogen und Prozente – wie schnell wird der Streit um Eure Schulzeit abstrakt und entfernt sich wieder aus der Wahrnehmung der Kinder. Und weg von tausend kleinen Lebenswirklichkeiten.
Es gibt einen Arzt in Bremen, der heißt Stefan Trapp und hat vor drei Jahren einen Brief an die Bildungssenatorin seiner Stadt geschrieben. Darin steht: »Als niedergelassener Kinder- und Jugendarzt wie auch als betroffener Vater erlebe ich die Folgen der Verkürzung des Gymnasiums auf acht Jahre täglich in Praxis und Familie.« Seine Patienten zeigten Symptome, die sonst bei gestressten Managern auftreten. Kopfschmerzen und Erschöpfungszustände, auch Traurigkeit und Angst. Die Senatorin hat ihm bis heute nicht geantwortet. Aber weil Trapp in seiner Stadt ein bekannter Mann ist und den Bremer Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte leitet, hat eine Zeitung seinen Brief abgedruckt.
Trapp ist noch jung. Er trinkt Cola und isst gerne Kuchen, obwohl das nicht gesund ist. Er ist ein fröhlicher Arzt, solange er nicht von den müden Mädchen und Jungen in seinem Sprechzimmer erzählt. Er sagt: »Früher hatten Kinder Kopfschmerzen, weil sie eine Brille brauchten. Heute, weil sie beim Gedanken an die Schule mittlerweile die Gefahr des Scheiterns mitdenken.« Er behandelt Schüler mit Schlafstörungen und Depressionen. Das sind Krankheiten, die früher bloß Erwachsene bekamen, die richtig Pech hatten. »Die Rolle des Gymnasiasten als Sorgenkind ist neu«, sagt Trapp. Gymnasiasten sind seltener dick, essen meist gesünder und prügeln sich kaum. »Aber die Schulzeit ähnelt immer mehr einer anspruchsvollen Bürotätigkeit – kein Wunder, dass sich auch die Krankheitsbilder ähneln.« Wie sollen Jugendliche mit Anforderungen fertigwerden, an denen Erwachsene scheitern? Zumal sie dauernd beobachtet und benotet werden. Alle sind unzufrieden: Schüler, Eltern und Lehrer. Alle haben Stress. Und in diesem Gezerre sind die Kinder die Schwächsten.
Warum schützen wir die Schwächsten nicht mehr? Auch nicht die Aufmüpfigen, die Sperrigen, die unser Tempo bremsen? Ich sage Dir, Marie: weil wir Erwachsenen die wahren Streber sind! Weil wir zu feige sind, mal richtig wütend, richtig sperrig, richtig uncool zu sein.
Vor einigen Monaten hat der neue Bildungsminister in unserem Bundesland alle Gymnasien abstimmen lassen, ob sie das neunte Schuljahr zurückhaben wollen. Die Lehrer Deiner Schule haben sich entschieden, bei G8 zu bleiben. Einstimmig, sagt der Direktor. Ich kann mir vorstellen, dass viele aus Stolz auf ihre eigenen Ideen so entschieden haben. Manche aus Erschöpfung nach all den Konferenzen. Andere, weil sie finden, dass nicht nach jeder Landtagswahl alles geändert werden sollte, dass zu viele Rollen rückwärts schwindlig machen. Und einige vielleicht auch aus Respekt vor dem Direktor.
Wochenlang habe ich versucht, mit der Schulpsychologin unseres Landkreises zu reden. Aber sie hat mir in kurzen Mails geantwortet, für ein ausführliches Gespräch habe sie keine Zeit – und für ein kurzes Telefonat sei das Thema zu wichtig. Auch das meine ich mit Feigheit, Marie.
In Bremen fragt der Kinderarzt Stefan Trapp die Schüler in seiner Praxis: Warum kommst du zu mir? Was machst du in deiner Freizeit? Was tust du gern? Was würdest du gern tun? Wann fühlst du dich wohl? Wenn die Antwort lautet: Ich war das letzte Mal in den Ferien froh, dann ist das ein Problem. Auch für ihn. Ein Arzt will heilen, nicht nur herumdoktern. Mit Scharlach oder Läusen ist Trapp immer fertiggeworden, aber wie kann er einem mutlosen Kind helfen? »Wenn jemand krank wird durch die Schule, ist eine Therapie, eine ursächliche Therapie, nicht möglich«, sagt Trapp. Das bedeutet: Wer sich einen Arm gebrochen hat, bekommt einen Gips und braucht Geduld. Wer eine Pferdeallergie hat, kann mit dem Reiten aufhören. Aber wen das Lernen krank macht, der kann nicht die Schule abschaffen.
Unsere Gesellschaft ist dringend auf jedes einzelne Kind angewiesen – aber es wird so getan, als ginge es immer nur um die Stärksten und Schlausten. Als könnten wir auf alle anderen Kinder verzichten.
Weißt Du, was passiert ist, als eine Mutter eine Lehrerin Eurer Schule gefragt hat, ob sie nicht zu schnell zu viel von Euch verlangt? Da hat die – eine junge Frau – kühl geantwortet: »Sicher ist dieses Lernen nicht für alle geeignet.« Und Klassenarbeiten seien dazu da, »zu überprüfen, ob die Kinder auf dem Gymnasium Schritt halten können«.
Weißt Du, was das bedeutet, Marie?
Ich werde es Dir erklären: Es bedeutet, Klassenarbeiten sollen nicht nur helfen, herauszufinden, welcher Schüler wo Schwächen hat – um dafür zu sorgen, dass es beim nächsten Mal besser klappt. Nein: Sie sollen auch helfen, die Schwächsten zu finden und auszusortieren. Deine Lehrerin hat nicht gesagt, es gehe ihr darum, alles zu tun, »damit« Kinder Schritt halten können. Sondern zu prüfen, »ob«.
Meine Lehrer hätten so etwas nie gesagt, selbst wenn sie heimlich so dachten. Du wirst das verrückt finden, Marie: Als vor 25 Jahren in der Ukraine ein Atomkraftwerk explodierte, schickten meine Lehrer uns zum Demonstrieren! Als vor 20 Jahren in Kuwait ein Krieg losbrach, ließ mein Mathelehrer uns aus Protest nicht mit Äpfeln und Birnen rechnen, sondern in der Recheneinheit »Leichensäcke«. Das hört sich ziemlich grotesk an, was? Einige meiner Lehrer sprachen im Unterricht voller Pathos, wie ein Pastor in der Sonntagspredigt. Aber es ging ihnen darum, uns mitzureißen. Uns zu gewinnen. Wenn auch nur für ihre eigenen Träume von einer besseren Welt.
Und jetzt? Spricht diese Lehrerin wie die Jurypräsidentin einer gigantischen Castingshow – in der nicht Werbeverträge vergeben werden, sondern Lebenschancen. Und zwar nur an die Passgenauen.
Das macht mich wütend. Sie hat G8 zwar nicht erfunden – aber sie hat sich damit abgefunden. Mindestens das. Andererseits gibt sie nur den Druck weiter, den andere aufgebaut haben. Und zu diesen anderen gehöre – ich. Die Versuchung, mit Dir auf die Jagd nach immer besseren Noten zu gehen, ist so groß. Wie schnell passiert es, dass ich eine gute Klassenarbeit nach den wenigen Fehlern ausspähe, nicht nach den korrekt gelösten Aufgaben. Es gibt Eltern in unserer Stadt, die ihren Kindern das Taschengeld kürzen, wenn die keine Eins heimbringen. Die mit all den fleißigen Chinesenkindern drohen, von denen wir noch gar nicht wissen, ob die ganze Paukerei sie wirklich schlau macht oder bieder.
Wenn Du Geburtstag feierst und Deine Klassenkameradinnen kommen, freue ich mich über all die wohlerzogenen Kinder, die den ganzen Tag keine Mühe machen – aber ich wundere mich auch. Wo sind die Querköpfe, die Nervensägen, die Rotznasen? Wer hat sie aussortiert?
Vor fünf Jahren hat ein Kollege in dieser Zeitung geschrieben, er finde die verkürzte Schulzeit gut, denn es sei noch »Luft im System«. Schon möglich. Aber ist Luft schlecht? Ist sie nicht zum Atmen da? Und lernt, wer atmen darf, nicht sogar mehr? Oder jedenfalls lieber?
Das Gerede von der »Luft im System« ist gefährlich, Marie. Man kann so lange sagen, es sei »Luft im System«, bis keine mehr da ist.
Wir haben Euer Leben den Regeln der Wirtschaft unterworfen: In einem Motor kann Luft schaden, in einem Windkanal ist Druck sinnvoll. Aber wer hat uns eingeredet, dass ein beschleunigtes Leben ein gelingendes Leben ist? Wenn ich sehe, wie Manager auf Flughäfen und in ICE-Abteilen ihre iPhones und BlackBerrys anstarren, auf eingehende Mails so angewiesen wie Junkies auf Rauschgift, und wenn ich höre, wie sie endlos von »Quartalszahlen«, »Jahresabschlüssen« und der Marktforschung faseln, die sie nur noch »Mafo« nennen, wie sie von Hamburg nach München fahren, ohne dabei auch nur einen einzigen eigenen Gedanken zu äußern – dann glaube ich, wir sollten uns kein Beispiel an ihnen nehmen.
Es wäre schön, wenn Ihr später nicht nur Zahlen lesen könntet. Sondern auch die Menschen hinter den Zahlen erkennen würdet. Wenn Bildung hieße: mit Wissen vernünftig umgehen. Der Schriftsteller Erich Kästner, von dem Du Das doppelte Lottchen kennst, hat das viel schöner gesagt: »Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen büffeln.«
Wir haben Eure Lebensläufe begradigt wie die Flüsse. Wo wir noch mäandern konnten, uns treiben ließen, rauscht Ihr geradeaus durch. Es wäre schade, wenn dabei alles an Euch glatt geschliffen würde, wenn von Eurer Persönlichkeit nicht mehr viel übrig bliebe. Das hört sich sehr hässlich an, Marie, aber: Ich habe nicht nur Mitleid mit Euch als Kindern. Ich habe auch ein bisschen Angst vor Euch als Erwachsenen.
Wenn Du Abitur machst, wirst Du 17 sein. Mit 17 lassen wir Euch nicht alleine Auto fahren und keine Mietverträge unterschreiben. Wenn Du Pech hast, musst Du Dich für ein Leben als Lehrerin, als Mathematikerin, als Managerin entscheiden, bevor Du überhaupt weißt, was Du kannst, was Du willst, wer Du bist. Falls Du dann ein eiliges Bachelorstudium durchhastest, wirst Du mit 20 die Universität verlassen. Worauf haben wir uns da nur eingelassen? Wollen wir, dass unsere Enkel von 21-jährigen Lehrern unterrichtet werden, die kaum mehr von der Welt gesehen haben als Legehennen? Wollen wir uns von 22-jährigen Bankern mit Geradeausbiografien betreuen lassen? Uns von 23-jährigen Unternehmensberatern begutachten lassen?
Wenn Dich Deine Lehrer, unsere Nachbarn oder die Eltern Deiner Freundinnen jetzt fragen, warum Dein Vater so aufgebracht ist, dann musst Du wissen: Es liegt nicht an Dir. Wer glaubt, ich schreibe hier gegen schlechte Noten an, der hat nichts begriffen. Deine Zensuren sind gut. Ich bin zornig, weil wir Eure Kinderzimmer zu Büros gemacht haben, Eure Schreibtische zu Werkbänken, Eure Köpfe zu Lagerhallen.
Wenn sie Dir sagen, es ist doch nur das eine Jahr, dann antworte ihnen, es geht um Millionen beschleunigter Leben. Und wenn sie Dich fragen: »Acht oder neun Jahre, ist das nicht einerlei?«, dann sag ihnen: Was wäre los, wenn die Lokführer plötzlich 15 Prozent mehr arbeiten müssten? Dieses Land stünde still, über Wochen. Die Tagesschau würde Abend für Abend mit Streikmeldungen beginnen. Es gäbe Demonstrationen, auf denen wütende Männer rote Fahnen schwenken. Es gäbe aufgeregte Talkrunden im Fernsehen, in denen die Erwachsenen »Ausbeutung« und »Raubtierkapitalismus« brüllten.
Natürlich frage ich mich: Ist eine Sache nicht nur dann schlimm, wenn Du, Marie, sie selber schlimm findest? Habe ich Dich mit diesem Brief zum Faulenzen aufgefordert, Dir Ausreden und Ausflüchte in den Mund gelegt? Habe ich Dich verwirrt? Dir überflüssige Sorgen gemacht? Ich hoffe fast, dass Du diesen Brief inzwischen zur Seite geschoben hast und irgendwo Waveboard fährst, weil Du das Geschreibsel hier dröge findest und sowieso Quatsch ist, was von den Eltern so kommt.
Aber Du sollst ruhig wissen, warum wir auf dem Weg ins Kino 17², 56 und 28gelernt haben.
Du sollst wissen, warum ich Dich manchmal dressiere wie ein Dompteur sein Zirkuspferd – und mir dann wieder auf die Lippen beiße, statt nach der Schule zu fragen.
Du sollst wissen, dass Du mehr bist als die Summe deiner Leistungen.
Du sollst wissen, warum es manche Deiner Freundinnen nicht schaffen werden, warum ihre Stühle irgendwann leer bleiben werden.
Du sollst wissen, dass Depression keine Kinderkrankheit ist.
Du sollst wissen, dass die Schulzeit mehr sein sollte als ein Trainingslager fürs Berufsleben.
Du sollst wissen, dass die Gesellschaft an denen wächst, die sie infrage stellen.
Und Du sollst wissen, dass ich Dir das gestohlene Jahr zurückgeben möchte. An jedem Tag, an jedem Wochenende – und nach dem Abitur. Am besten kein Auslandsstudium. Kein Sommerseminar. Sondern einfach eine Reise ohne Weg und ohne Ziel. Denn wenn Du Deine Seele bis dahin nicht in einem Klassenzimmer gefunden hast, wirst Du sie auch in einem Hörsaal nicht finden. Aber vielleicht tief in einem finnischen Wald, mitten in einem äthiopischen Dorf oder auf der Sitzbank eines amerikanischen Überlandbusses. Irgendwo, irgendwann, wenn Du es nicht erwartest.
Und ich hoffe, dass Du mich dann, wenn es losgehen soll, nicht mitleidig anschaust und sagst: »Das ist doch reine Zeitverschwendung.«
Dein Papa, Henning Sußebach
—–
Liebe Astrid, liebe Wiebke, liebe Maren,
Auch wenn Ihr schon (fast) durch seid, so trifft und traf Euch doch davon auch Vieles. Ich wünsche Euch, dass es Eure Kinder besser haben werden.
Euer Papa
Nachtrag vom 19.12.2011: Ich hatte mich vor ein paar Tagen gefragt Wie viele Menschen braucht es, um eine neue Idee, einen Wandel herbeizuführen? Wie mir das aktuelle Interesse an diesem Thema zeigt, sind es sehr viele Menschen, die merken, dass etwas nicht gut ist an unserem Schulssystem. Wenn genügend Wut vorhanden ist, dann sollte sich bald etwas daran ändern …

Hier noch ein sehr inspirierender Vortrag zum Thema Bildung unserer Kinder und Jugendlichen von Prof. Dueck, dem Chefarchitekten von IBM Deutschland und mehrfachem Buchautor:
Ach, Herr Bartonitz, warum diesen Film von mir? Ich habe GENAU zum Thema ein ganzes Buch verfasst – Supramanie, in dem vor der aufkommende Zeit der Raubtiere gewarnt wird, vor “der befohlenen Sucht, der Beste zu sein”…da kamen damals ziemlich viele zu mir und fragten mich, ob ich depressiv oder altersbitter geworden wäre…das war 2001… ist alles so gekommen, weil es DAMALS keiner geglaubt hat, wenn ich vor Burnouts etc gewarnt hatte.
Jetzt glauben es hier alle! Muss man erst blutige Nasen haben, um Probleme zu sehen? Erst eine Generation wegwerfen?
Uiih ich werde gleich wieder wütend…
Und dann: Ich glaube nicht so richtig, dass es ein Brief an ein Kind ist, mehr ein Essay in der gewählten Briefkunstform. Das Kind kommt ja nicht vor, es wird auch nicht wirklich auf viele Beispiele im Leben der beiden referenziert – was man unbedingt machen würde, wenn man wirklich an einen existierenden Menschen schreibt…und es ist keine Wut da, oder? Nur Belehrendes…
Sie müssen alle wütend werden! Erst dann ändert sich etwas. Nicht immer erkennen, verstehen, einsehen, wissen, bedauern, klagen, weiterempfehlen oder liken! Sturm auf die Bastille!
Vielen Dank für Ihren Hinweis und auch Aufforderung, das “behrzte Handeln” zum Besseren anzugehen. Leider hatte ich Sie damals noch nicht auf meinem Radar, so dass ich das Buch auch noch nicht gelesen hatte. Leider ist es so, dass wir Menschen am besten aus eigener Erfahrung lernen, Daher muss wohl der Kind erst immer erst fast in den Brunnen fallen, um danach das Richtige zu tun.
Was das Wütende angeht, so hat es Roand Düringer sehr gut in diesem Video auf den Punkt gebracht:
Hi Martin,
erschütternder Brief – einerseits. Sonderbar naiv – andererseits. Warum kommt der liebe Papa denn erst jetzt auf die Idee, dass unser Schulsystem Mist ist und auch dort eine Ökonomisierung stattfindet, wie überall sonst in der Gesellschaft auch. Will heißen: Warum ist es mit Marie soweit gekommen? Hätte da nicht früher interveniert werden können?
Was Banales: Schick mir bitte noch die Quelle des Briefes, die sollte m.E. ohnehin hier stehen, sonst kannst Du eines Tages ohne korrekten Quellenverweis dann doch mal Ärger bekommen.
Liebe Grüße
Andreas
Ja, sei doch mal so richtig erwachsen banal vernünftig…
Hallo Papa! Ich habe einen wütenden Kloß im Hals, nachdem ich den Brief gelesen habe. Wieder einmal mehr verstehe ich, warum es mir nicht gelingen will, mich anders als über meine Leistung zu definieren und warum mich das so krank gemacht hat.
Unsere Gesellschaft ist krank und es wird nur schlimmer. Sperrt man Wale in ein Becken und dressiert sie, so schreien Tierschützer auf der ganzen Welt Zeter und Mordio. Aber bei Menschen soll das richtig sein?
Ich denke nicht, dass ich jemals Kinder in diese Welt setzen werde. Das kann ich nicht mit guten Gewissen tun.
Liebe Tochter,
es wird Dir sicherlich nur bedingt helfen zu wissen, dass Du nicht alleine bist.
Unser Leben, das inzwischen auf allen Ebenen nur noch auf Effizienzsteigerung ausgelegt ist, macht uns inzwischen Alle mehr oder weniger krank. Krank vor Angst des Scheiterns und am Ende unserer Gesellschaft aufzuwachen.
Nicht nur die 3 Millionen an Depression Erkrankten sollten uns Sorgen machen. Es gibt inzwischen auch 10 Millionen am Burnout-Syndrom Erkrankte, wie das am 20. Apr. 2011 die Fuldaer Zeitung unter dem Titel, „Burnout nimmt zu“ geschrieben hat:
Ich habe aber die Hoffnung, dass das Leid bald so groß ist, dass das Umdenken auf allen Ebenen beginnen wird.
Wir werden uns von einer Konkurrenz-getriebenen Gesellschaft zurück in eine auf Kooperation angelegte entwickeln. Weg vom Herrschen über Andere, hin zum gemeinschaftlichen Miteinander.
Das Internet hat uns die Basis geschaffen für eine Aufklärung 2.0, so wie es das Papier schon einmal geschafft hat, unser Bewusstsein zu verändern. Einem Bewusstsein für Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit mit einer menschenwürdigen Grundabsicherung ohne Bedingungen, die derzeit viele von uns ebenso krankmachen.
Freuen wir uns auf die sich weiter ausbreitende Finanzkrise, denn sie wird uns dazu bringen, nicht mehr Geld mit Geld zu machen.
Diese Änderungen sollten Dir wie viele Mitbetroffenen helfen. Ich drücke uns die Daumen!
Statt Geistesriesen Normenzwerge.
Statt Lebensfreude Freud erleben.
Statt wilder Wiese Gewächshaus.
Horaz sagt: sapere aude – wage es weise zu sein.
Weisheit kommt von Gewiesensein – aber nicht von außen, sondern von innen.
Aus einer Tulpe mache ich keine Rose.
Was nicht drin steckt, kann ich nicht raus holen.
Und eine Blume kann ich auch nicht mit Gewalt aus dem Boden zerrend zum Wachstum zwingen.
Bildung bedeutet: bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen, auf dass alles nach seiner Weise (= dem Gewiesensein durch sein Wesen, das eh unveränderlich ist)vollendet gedeihen kann.
Was so wächst, dient jedem zu gefallen.
Wenn einer die Wahl hat zwischen Bonsaitomaten und Paradiesäpfeln Paradiesäpfeln, was wird er wohl wählen???
Vielfalt geht vor Einfalt.
Alles andere ist Murks.
PS: Kann da mitreden, bin selber Vater von 3 Töchtern (14,16,19)
Jetzt, wo ich diesen Brief gelesen habe, weiß ich, dass es wahrlich kein Zufall war, lieber Martin, dass ich über Deinen Blog hier gestolpert bin. Hätte ich den Text vor meinem Projekt GOLD-DNA gelesen, wäre es für mich nur ein Text von vielen. Nun aber bekomme ich regelrecht eine Gänsehaut und eine Bestätigung meiner Sicht der Welt. Und wieder einmal mehr nehme ich mir felsenfest vor, dass meine beiden Jungs davon profitieren sollen … und dass ich dem Sirenengesang der Expansion weiterhin gefeit bin …
Vielen Dank und ein schönes Wochenende
Gruß Guido
http://www.gold-dna.de
Lieber Guido,
seitdem ich erkannt habe (es jedenfalls meine), wohin wir uns entwickeln, passiert es mir auch immer wieder, dass ich Gänsehaut bekommen, wenn ich gezielt mit anderen Menschen über die Themen, die mich bewegen und die ich in meinem Blog behandle spreche. Denn überall bemerke ich das Erwachen, das über den Tellerrandblicken und Hinterfragen. Und immer mehr sprechen den Wunsch nach einer anderen Welt aus, in der nicht mehr konkurriert wird und in der wir gemeinsam auf Augenhöhe uns weiter entwickeln.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was passieren wird. Auf der einen Seite sehen wir in den Medien die verzweifelt nach Lösungen suchenden “Führer”. Und dagegen stehen die vielen graswurzelnden Menschen, die schon längst begonnen haben, anders zu leben.
Ich bemerke das bei uns in der Firma sehr stark. Die Hierarchien lösen sich in der Gestalt auf, dass die Manager gemeinsam mit ihren Mitarbeitern planen und Entscheidungen fällen. Dass sie den Mitarbeitern große Freiräume geben, denn sie wissen in den Situationen der von ihnen betreuten Projekten am besten, was zu tun ist und kommen, wenn sie vom Team Hilfe brauchen.
Die Fluktuation ist seit etwa 5 Jahren extrem niedrig. Und nur da, wo es noch Hierarchiedünken gab, sind Mitarbeiter gegangen, weil sie sich nicht richtig einbringen konnten und sich damit fremdgesteuert fühlten.
LG Martin
Auch mich regt dieser Breif auf – aber ein bisschen anders.
Es sind in vielen, wenn nicht in den meisten, Fällen die eigenen Eltern, die danach geifern, dass ihr Kind Bestleistungen bringt, dass ihr Kind die Gymnasialempfehlung bekommt am Ende der Grundschulzeit. Die es als ihr persönliches Versagen empfinden, wenn ihr Kind diese nicht erhält, oder in der Schule versagt,
die deshalb ihre Kinder treiben, anpeitschen.
Es gibt weiterhin Schulformen, an denen die Kinder erst nach 10 Schuljahren zur Fachoberschulreife kommen und dann immer noch das Abitur machen können.
Aber dann schämt man sich vor den anderen ehrgeizigen Eltern – mein Kind schafft das nicht, da mach ich was falsch, da schauen die anderen mitleidig auf mich herab.
Das Kind wird dem eigenen Geltungsverlangen geopfert. Das ist für mich MISSBRAUCH.
DA KRIEGE ICH ECHT BRASS!
Moni
Liebe Moni,
ja, zurückblickend muss ich eingestehen, dass ich auch so getickt habe und Vieles falsch damit gemacht habe. Inzwischen bin ich ziemlich weg von diesem Konkurrenz- und Stolziergehabe. Und werde immer gelassener. Wir haben nur dieses eine Leben. Und das sollten wir im SEIN (wahrnehmen) und nicht im HABEN (beteuben) nutzen.
LG Martin
Roland Düringer geht in seinem “Wir sind wütend” der Occupy Bewegung auch auf unser Ausbildungssystem ein, das schon unsere Kinder ausbrennen lässt, bevor sie das anschließend im beruflichen Hamsterrad tun:
Wer schreibt denn diesen Brief?
Ein Mann, der als Vater augenscheinlich versagt hat und nun die Schuld für die unglückliche Kindheit seiner Töchter auf die Politik und das “System” abschieben will. Als Sohn von Eltern, die auch dazu bereit waren Freiräume zu lassen und nicht mit der Peitsche hinter einem standen, kann ich sagen, dass ich G8 ohne Probleme gemeistert habe und mehrere Stunden Freizeit am Tag hatte. Kürzlichst bin ich 20 geworden und studiere nun im dritten Semester.
Wenn ich Eltern höre, dass ihre Kinder bis in die Abendstunden vor ihren Hausaufgaben sitzen und daran allein G8, Lehrer und Politik schuld seien, dann finde ich das einfach nur lachhaft. Vielleicht ist ihr Kind einfach nur zu dumm…
Aber heutzutage werden Kinder ja gerne zum Abitur geprügelt, andere Bildungswege scheint es für viele Eltern nicht zu geben.
Nun, wenn das “zu dumm” sein nicht dazu führen würde, ein Mitglied dritter Klasse zu werden und als Lohnsklave im Niedriglohnnsektor bis zur Depression verbraucht zu werden, würden vermutlich die Eltern nicht in Versuchung geraten, ihre Kinder anzutreiben.
Ich bin mir aber sicher, dass Kinder mit entsprechenden Freiräumen sich entsprechend entwickeln können. Und wenn wir wieder Fähigkeiten im Sozialen mit denen der Technik gleichstellen würden, wären vermutlich noch weniger Treibereien nötig.
Martin, ich lasse hier mal einen meiner alten Sprüche los:
“Aus einem Esel machst du kein Rennpferd”.
Die Kinder einer Klasse, von denen ich weiß, kommen schon gestört und verstört, krank in die Schule – und machen durch ihr Verhalten die Lehrer auch krank. Das ist ALLTAG.
In einer gesunden Gesellschaft brauchen Menschen, deren Leistungsvermögen und Bildung schlecht ist, nicht um ihren Wert und Platz fürchten. DAS ist das Problem.
Jugendliche bzw. junge Menschen werden heute doch nicht mehr in den Betrieben zu Willfährigen gemacht, sie kommen dort bereits mit diesem Status an.
KInder haben Freiräume, leider auch solche, in denen sie verwahrlosen können. Und es sind nicht die sozial starken, die den Sprung heraus aus der trüben Brühe schaffen, sondern die Knochenharten, die mit üblen Methoden kräftig dabei halfen, das Asoziale zu fördern.
Schule ist systemkonform.
Das System muss weg,
Fragen zur Schule?
Ich bin wütend wegen des Krieges in Form von Psychoterror, der in den Schulen längst tobt und heftiger wird.
Wolfgang
Das erste Mal, seit ich hier schreibe, drückte ich spontan auf den Rate-Knopf: Bravo!
An meiner Seite steht eine Lehrerin, ihr letzter Bericht vom “Tatort” ist vier Stunden alt. Den Vater/Verfasser des Briefes hatten wir noch etwas schärfer analysiert. Was soll aus dem Kind eines Vaters mit dieser “Art” werden? Sie misshandeln ihre Kinder ohne einen Funken Ahnung, dass sie selbst etwas damit zu tun haben könnten. Widerlich!
Wie anders kann die Schulwelt aussehen, als das Chaos der Welt zu reflektieren? Wie anders können Kinder werden, als das zu adaptieren, was sie sehen, hören, lesen und FÜHLEN? Kinder, die geistig, sozial, ethisch und körperlich verwahrslosen, sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Und die sollen es richten, leisten, was offensichtlich nur sehr wenige Erwachsene können?
Aber warum sollte man nicht auch diese Hoffnung, dass Kinder die Hoffnung der Welt seien, zerstören. Das System macht keine halben Sachen.
Ich lese gerade ein Buch von Erich Fromm, der die gesellschaftlichen Verhältnisse im Amerika der sechziger Jahre beschreibt. Seine Warnungen, seine Ideen und Konzepte? NICHTS von dem wurde auch nur im Ansatz verwirklicht.
Humanisten sind OUT. Und was sich heute auf diesem Acker herum treibt, stammelt überwiegend nur wirres Zeugs. Das System bedankt sich herzlich!
Psychiater sind IN. Leider kann man denen, die an den Kurbeln drehen, nicht helfen – ihre Inteligenz schwebt frei im Raum, ohne Bindung an Vernunft und Gefühl.
Ich sagte am Abend, man solle besser die Schulen schließen, sinnvoller für die Kinder, und viele Lehrer brauchen nicht mehr fürchten, krank zu werden an ihrer Ohnmacht, nicht mehr helfen zu können.
Vielen Dank, Christian!
Wolfgang
über anekdotische Evidenz hast du aber anscheinend nichts gelernt in den 12 Jahren Schule und einem Jahr Uni
Wikipedia: anekdotische Evidenz
dein kommentar beweist ja schon, wie sehr du opfer des systems bist mein lieber christian…
LIES den Brief noch einmal durch, dann wirst du (hoffentlich) merken, dass dein Kommentar absolut sinnfrei war.
ein grosses lob an alle eltern und lehrerInnen, die sand in dieses getriebe bringen und kindern menschliche wärme und wertschätzung entgegenbringen, ihnen sinn vermitteln und auch bereit sind, ihr eigenes gstrampel in frage zu stellen!!!
Eines der häufigsten Worte im Text ist “Arbeit”.
Es ist kein Irrtum, es ist eher ein Freud-scher Versprecher.
Denn die Gymnasien lassen ihre Schüler schon seit langem arbeiten.
Der Satz der es mir vor Augen geführt hat was des Pudels Kern ist war dieser:
“Bist Du fit für die Arbeit?”
Er sagt so vieles aus, alles was man wissen muss um hier die Dinge zu verstehen…
Am Rande notiert:
Die Frage wie die Pyramiden in Ägypten gebaut wurden wird von manchem Geschichts- und auch Sachbuch sehr klar mit Bildern und Text beantwortet. Allerdings ist genau diese Klarheit eine große Täuschung. Denn es gibt keine Bilder die den Bau der Pyramiden darstellen, nicht in ihrem inneren und nicht in ihrem äußeren. Man kann durch Belege nach vollziehen wie die Steine geschlagen wurden und wie Löcher gebohrt wurden – aber man hat nichts eindeutiges in der Hand um zu zeigen wie denn nun diese riesigen, monumentalen Stein-Haufen aufgeschichtet wurden. Die Theorien hierzu übersteigen zwei Hände seit langem und jedes Jahrzehnt kommen noch ein paar Theorien dazu. Ein Historiker mag ein mal in einem Buch einen Versuch gemacht haben zu erklären wie es gewesen sein könnte. Alle haben von ihm abgeschrieben, es illustirert und weiter getragen. Bis hinein in die Schulbücher unserer Kinder. Nur den Beweis dafür den hat seither niemand angetreten. Und so setzen wir unseren Kindern Märchenbücher vor uns sagen ihnen es sind Sachbücher. Warum? Weil wir selbst schon vor Büchern vom selben Schlag gesessen sind und das dort gezeigte ebenso kritiklos übernommen haben. Wir fordern von unseren Kindern heute Kritikfähigkeit, Hinterfragen und Nachdenken – dabei waren wir nicht besser, eher schlimmer, wenn man an unsere im Text behauptete Freiheit denkt.
Die selbe Farce mit “Sach”-Information gibt es auch bei anderen Dingen, z.B. dem Mythos dass Wikinger an ihren Helmen Hörner hatten. Helme wurden zu Hauf gefunden, Hörner auch – doch die Hörner waren Bier-Becher und die Helme wiesen bei keinem einzigen Exemplar auch nur den Ansatz einer Halterung für Zier-Hörner solcher Art auf, denn als Zier-Rat müsste man sie ab tun – mit hohlem Horn lässt sich wohl kaum ein Schwert ernsthaft bremsen. Hin sehen, hinterfragen – oder den Medien samt den Märchen von “Wiki und den starken Männern” glauben.
Schulen müssen spannende Orte sein:
Ergänzend zu meinen Ausführungen zur Entwicklung von Bewusstsein möchte ich hier berichten, wie es in zumindest einer Schule läuft:
Zunehmend mehr SchülerInnen verweigern sich zunehmend dem Unterricht.
Sind uns “Erwachsenen” die Kinder von der Courage (oder vom intuitiven Bewusstsein?) her ein Stück voraus?
Wolfgang
Zum Thema “eigene Meinung” noch eine Empfehlung Buddhas:
Danke an Solveigh, die mir diesen Schatz über Facebook verfügbar gemacht hat.
Ich habe vor 10 Jahren an einem humanistischen Gymnasium in München Abitur gemacht und in unserem Jahrgang gab es keinen Druck und fast keine Streber: Streben war uncool. Unsere Eltern haben es nicht von uns gefordert und es hat auch die meisten bis zum Abitur nicht interessiert, wie der Abschluss sein soll. Nur diejenigen, die wussten, dass sie Medizin studieren möchten, haben ein paar Extrastunden eingelegt um den NC zu schaffen.
…am besten konnten wir uns damals bei Nebenjobs nach der Schule ausprobieren. Danach weiß man vielleicht, was man nicht will oder wo man gerade hin will. Haben die Schüler zu so etwas noch Zeit? Wenn man merkt wie schwer Geldverdienen ist (wir waren alle nicht darauf angewiesen) überlegt man sich genauer wohin man will und wofür es sich lohnt zu lernen.
10 Jahre später: Aus jedem meines Jahrgangs ist heute etwas geworden, vor allem aus denen, die ihren ganz eigenen Kopf hatten und teilweise mit einem Abitur über 3,0 die Schule verlassen haben. Sie haben Führungspositionen in mittelständischen Unternehmen, arbeiten an einer Promotion oder sind selbstständig. Jeder, der Motivation, Inspiration und Teamgeist besitzt, kann es bei uns zu etwas bringen. Man muss aber auch daran glauben und darf sich vor allem nicht an der breiten Masse orientieren. Das lenkt nur vom Wesentlichen ab.
Da ich selbst in einer Beratung gearbeitet habe und viel BCG und Mc Kinsey Leute kennen, weiß ich, wieviel heiße Luft in diesen Systemen (Investmentbanking, Unternehmensberatung, Marketing…) steckt und wie wenig Substanz die angebotenen Leistungen haben. Jeder Unternehmer mit gesundem Menschenverstand weiß das auch.
Aber sicher kein ehemaliger Kommilitone eines Mc Kinsey Managers, der diesem -ermächtigst durch seinen Vorstandsposten – zu einem lukrativen Beratungsprojekt verhelfen kann. Damit will ich sagen: wenn es weniger um Vetternwirtschaft und die eigene Bereicherung geht, sondern mehr um reale Werte, kann der Umschwung geschafft werden.
Dazu braucht es Mut, vor allem von denen, die das System längst durschauen und sich nicht trauen dagegen zu rebellieren.
Mein Sohn, 14, 9. Klasse G8, Baden-Württemberg, ist ein guter Schüler. Er muss dafür kaum etwas tun, jedenfalls nicht mehr als ich im gleichen Alter. Was ist ist ein guter Schüler? Für ihn selbst sind das mühelose 2er und 3er in den Fächern, die ihm Spaß machen und interessieren. Mühelose 3er und 4er, auch mal ein Ausrutscher nach unten in den “doofen” Fächern mit den “langweiligen” Lehrern. Mit Blick nach vorne, kalkulierend, auf den Durchschnitt im Abi. “Die neunte ist die letzte Klasse, in der ich faul sein kann. Zehnte ist härter, danach Abi, dafür muss ich dann richtig lernen.”
Lehre machen, vielleicht Meister, danach noch studieren – geht alles, mit Abi, ohne Abi, weiß er, will er aber nicht. Schule ist seine Sache, und für ihn ist sie: NEBENsache. So war das immer schon. Wichtiger, viel wichtiger: Fußball, Facebook, Musik, DJ werden, Technik AG in der Schule, irgendwelche Serien im Fernsehen.
Bei uns funktioniert das: G8 und ein Leben als Kind und Teenie, mit Zeit für all das, was wichtiger ist als Schule. WIRKLICH wichtiger – für meinen Sohn jedenfalls. Was mir wichtig ist für mein Kind kriege ich auch noch unter. Aber NICHT, indem ich es fit mache für die Schule. Sondern für sein Leben. Das merkt er nicht mal – und ich auch nicht immer. Aber für uns funktioniert das.
Für viele andere nicht. Das sehe ich. Woran das liegt ist sicher von Fall zu Fall verschieden. Mein Eindruck ist:
***Viel an den Ängsten der Eltern vor der Zukunft.
***Viel daran, sich immer mit anderen vergleichen zu müssen, der Beste sein, mehr haben zu wollen, auch auf Kosten der anderen – “Ich zuerst und mir das meiste”.
***An Modephänomenen: “Ich bin nur wer, wenn ich keine Zeit habe/mir bald ein Burnout droht.” (–> Gilt sowohl für Vollzeit berufstätige Väter als aus für Hausfrauenmütter und alle dazwischen.). Und, und, und.
Wir bewahren Ruhe, machen unser eigenes Ding, und ich versuche, meinem Sohn ein gutes Vorbild zu sein. Jammern über G8 und Angst haben vor der Zukunft führt ja zu nichts: G8 ist Realität und die Zukunft kommt. So oder so: Wir machen das Beste draus nach dem Motto “Wahr ist, was funktioniert” (Bernhard Pörksen).
und nochmal http://de.wikipedia.org/wiki/Anekdotische_Evidenz
.
Das bestehende Schulssystem mag für einige Kinder gut funktionieren. Für immer weniger tut es das aber nicht.
jaja, war ja klar.
sagen wies ist, und kritisieren.. aber erst wenn man selber kinder hat und es viel zu spät ist etwas zu ändern? und dann bestimmt die letzten jahre immer cdu /fdp /spd gewählt….
“Sind uns „Erwachsenen“ die Kinder von der Courage (oder vom intuitiven Bewusstsein?) her ein Stück voraus? -Wolfgang”
ein stück? haha…
es liegt an jedem einzelnen sein kind “richtig” bzw. “gut” zu erziehen. wer aber als elternteil selber nicht richtig erzogen wurde, und/oder total verblödet ist, hat wenig chancen sein kind eine gute kindheit zu geben. (gibt aber immernoch die möglichekit dass das kind sich selber “erzieht”).
und nochwas wichtiges: wenn in der schule heutzutage auch mal sachen durchgenommen die wenigstens ein BISCHEN interresant oder nützlich sind dann würden auch wesentlich mehr schüler lernen. und wenn das ein BISCHEN mit spaß verbunden wäre hätte man so eine hohe erfolgsquote… aber nein, muss man ja nich man kann ja auch einfach irgendein scheiß lernen der sich jede klasse wiederholt .. das ganze schulsystem ist total beschissen aber das können ja die schüler nicht beurteilen, die sind ja dumm. lasst das lieber die politiker entscheiden die haben ja so viele wichtige dinge gelernt. (und bestimmt auch im kopf behalten *haha*)
Die Schule, lieber Marco, IST sehr nützlich – für das System.
Wenn ich schrieb, “ein Stück” voraus, äußerte ich ein Gefühl – ohne jeden qualitativen oder quantitativen Wert. Und ich fragte, weil ich nicht grundlos unhöflich bin.
Kinder/Jugendliche sind, ja müssen “erwachsenen” Menschen voraus sein, weil sie erst am Anfang des Abstumpfungsprozesses stehen. Und deswegen ist es nicht abwegig, sie als Hoffnungsträger in einen Gestaltungsprozess einzubeziehen.
Die Stimmen der Erwachsenen” klingen in meinen Ohren, die sich über jede Verantwortung stellen, wenn sie Kinder/Jugendliche beschimpfen.
Andererseits frage ich:
“Kinder an die Macht”? Wo sind die Kinder, die danach verlangen? Macht selber “Lobby”, wenn man euch freiwillig keine gibt.
Du schreibst:
“… das ganze schulsystem ist total beschissen aber das können ja die schüler nicht beurteilen, die sind ja dumm.”
Ich weiß, was Du sagen willst, ABER:
Warum sagst Du es nicht?
“Die Schüler können sehr wohl (wer denn sonst!!!) beurteilen, was ihnen gut tut – Schüler sind nicht dumm.”
Sieht man ja an Dir, Du bringst Dich ein in eine Runde Gleichgesinnter, denen klar ist, dass ihnen die Weisheit nicht mit der Muttermilch verabreicht wurde.
Echte Solidarität entsteht erst ohne JEDE Bewertung – jung, alt, studiert, Hartzvier spielen hier keine Rolle.
Und ein Wort, wie ich Freundschaft lebe:
Nicht blind geben, was man von mir verlangt, und stumm geben, ohne gefragt werden zu müssen.
Dran bleiben!, ist das Gebot der Stunde.
Ich grüße Dich herzlich.
Wolfgang
Uff. Langer Text. Aber absolut lesenswert. Musste spontan an dieses Video denken:
Oh ja, diese animierte Besprechung der Verbildungsthematik bringt Klarheit darüber, warum unsere Bildung so ist, wie sie ist. Und macht klar, dass hier dringend umgebaut werden muss.
Ich hatte inzwischen auch schon über Innovatoren von Schule geschrieben:
So sollte Schule funktionieren: über Erfahrungsräume im Umgang mit Unvorhersehbarem und Übernahme von Verantwortung
und
Darüber, warum sich unsere Hierarchien auflösen werden – auf dem Weg in die Potentialkultur
Das Leben hat sich nicht durch Konkurrenz, sondern durch Zusammenarbeit die Welt erschlossen.
Ja, und es gibt gute Methoden, sich kooperativ zu organisieren, z.B. hier beschrieben Ist das Schwarmintelligenz? Kollektives Denken verbindet anstatt zu konfrontieren – und findet am Ende eine Lösung im Konsens
Das nenne ich sich die Evolution schön zu reden. Natürlich hat gemeinschaftliches Leben beim Überleben geholfen, doch würden wir, wenn es den Konkurrenztrieb nicht gäbe, immer noch auf den Bäumen sitzen. Werkzeuge wurden erfunden, um sich die Arbeit zu erleichtern und die Überlebenschancen für die Sippe zu erhöhen, nicht, weil man Altruismus praktizieren wollte. Ging einer Sippe das Feuer aus, war das eine Katastrophe, denn man konnte kaum zum Nachbarn gehen und etwas borgen, jedenfalls nicht, wenn man am Leben hing.
Durch alle Epochen waren Ressourcen knapp und der Kampf ums Überleben gnadenlos. In unserer heutigen Überflussgesellschaft hat sich der Kampf um Fleisch und Holz auf den Kampf um monetäre Quellen verlegt. Dass Solidarisierung von Arbeitnehmern Not tut, ist eine ganz andere Geschichte, dass sie meistenteils nicht funktiniert liegt daran, dass das Konkurrieren um die fettesten Brocken eben in unseren Genen verwurzelt ist..
Liebe Susanne,
es gibt beide Anlagen in unseren Genen: Konkurrenz und Kooperation. Ich habe in der Facebook-Gruppe Kooperation statt Konkurrenz wie folgt geschrieben:
Hallo Susanne, ich für mich stelle fest, das die Evolution sehr gut funktioniert. Sie trieb die Menschen (das ganze Kollektiv, die Menschheit) zu einem Punkt, wo die Frage nach dem Überleben wieder auf dem Tisch liegt. Können wir sie weiterhin verdrängen, wenn wir uns eine Restwürde bewahren wollen?
Es geht längst nicht mehr um Solidarität.
Es geht vielleicht bereits darum, ob wir uns eine Art Gnade verdienten, dass ein anderes Bewusstsein den Daumen, der jetzt (noch) nach oben zeigt, auch oben bleibt.
Wie würdest Du über das Leben entscheiden, wenn es niemand mehr GENÜGEND achtet, wenn nicht WIRKLICH gegen die Kräfte der Zerstörung Gegenwehr entsteht?
Experiment Mensch gescheitert?
Ich glaube nicht an ein “Gericht” nach dem Leben. Es ist mir wichtig – und ich tue es – , die Fragen JETZT zu stellen und zu Lebzeiten ehrlich darauf zu antworten:
Habe ich alles getan, was mir möglich war?
Gibt es eine einzige Rechtfertigung für meine Feigheit?
Ein Wort zu den Genen.
Gene sind NEUTRAL. Der Mensch entscheidet – sagen wir besser er kann entscheiden – nicht nur mit seinen Erfahrungen, sondern AUCH mit seinem Bewusstsein darüber, wie er handelt.
Wenn ich die Aussagen der Wissenschaftler richtig verstehe, nutzen Menschen (durchschnittlich) nur etwa 30% der Informationen. Aber: Je mehr Bewusstsein, je mehr Zugriff auf die Informationen.
Die Menschheit befindet sich in einem Bewusstwerdungsprozess. Eines der Hauptthemen dieses Prozesses ist VERANTWORTUNG, nicht etwa Geld.
Wir sind aufgerufen zu zeigen, dass wir begriffen haben, sie IN DIE HAND nehmen zu müssen.
WIR – nicht irgendwer und nicht irgendwann.
Viele und JETZT.
Mag der Konkurrenztrieb in den Genen begründet liegen, jeder Mensch kann entscheiden, WIE er ihn gestaltet.
Der Wettbewerb um die zerstörerischte Bombe ist entschieden – wir haben alle verloren. Der innere Kampf um die Wahrnehmung von Verantwortung ist offen.
Danke für Deinen Beitrag, und einen schönen Tag für Dich.
Wolfgang
Hallo.
Nunja. Ich bin begeistert von dem Brief. Endlich fängt die Bewegung im Volk an.
Ich bin, so wie jeder Mensch hier, ein vollintegriertes Mitglied dieser Gesellschaft. Meine Meinung über “das System” ist gar nicht schlecht. Aber es ist genau dieser Punkt den ich bemängele und der so schwer zu definieren ist.
Ich habe den Link zum Brief direkt weiter geleitet an einige Personen. Eine Rückmeldung habe ich bekommen. Nur eine. Ich sollte den Brief zusammenfassen und den Kerngedanken wiedergeben. Warum hat man keine Zeit das selber zu tun?
Ich kann diesen Fehler, den ich nur fühle, nur mit Fragen umschreiben:
Warum muss man sich fragen “wer man wirklich/eigentlich ist?
Warum wacht man mit Kopfschmerzen auf?
Warum dreht man sich nicht jeden Morgen nochmal im Bett um, bzw warum macht es nicht Spaß aufzustehen, nach draußen zu rennen und die Sonne zu sehen?
Warum verpflichte ich mich für einen Tagesablauf: 6Uhr Aufstehen, 8Uhr Schule, 15Uhr Arbeit, 19Uhr Lernen, 23Uhr Hinlegen?
Warum möchte ich etwas studieren, was mir so viel Schwierigkeiten bereitet?
Warum erwartet man soviel von mir?
Was stelle ich mir vor unter “geregeltem Leben”?
Warum “will ich” immer (werden)?
Warum wollen die anderen immer was von mir?
Ist wissen alles?
LIEBE ich das Leben überhaupt?
Lieber René,
wenn wir uns fragen, warum Du etwas tust, so wirst Du am Ende aller Fragen immer nur auf eine zurück kommen: glücklich sein.
Wenn wir uns dann anschauen, was Glück ist, dann braucht es dazu sehr wenig. Es geht nicht darum etwas selbst zu haben. Der Reiz des Konsumierens ist wieder schnell verflogen und es folgt Leere.
Wenn wir dagegen mit Freuden unterwegs sind, und ihnen etwas Gutes tun, oder aber auch Menschen, denen es weniger gut geht, dann sehen wir Glück in ihren Gesichetern und fühlen uns dabei selbst sehr glücklich. Daher können wir auch bei allen wirklich Weisen nachlesen: “Geben macht seliger als Nehmen.”
Im Rückschluss heißt dies, dass man auch in sehr glücklich sein kann, wenn man arm ist. Und wenn Du in die Gesichter von Menschen der dritten Welt schaust, dann wirst Du viel glücklichere Gesichter erkennen, als auf den Gesichtern der Menschen auf der Straße einer deutschen Großstadt.
Wir sollten beginnen, den Wert eines Menschen nicht an seine HABEN sondern an seinem SEIN zu messen. Nicht das BIP sollte das Maß aller Dinge sein sindern der Gradmesser “Glück”. Und davon können die meisten Kinder nicht mehr wirklich berichten. Sie fühlen sich inzwischen im gleichen Hamsterrad, wie ihre Eltern. D.h. auch die Eltern müssen aufwachen und erkennen, dass HABEN nicht wirklich glücklich macht und sie die wichtige Zeit ihrer Kinder beim Arbeiten für das System verpassen.
DU BISST PERFEKT, WIE DU BIST!
Ich wünsche Dir noch ganz viel Glück in Deinem Leben. Du hast nur eins, also lebe …
Lieber René,
was Du schreibst hat mich sehr berührt. Wenn das Aufstehen keine Freude mehr macht, wenn es egal ist, ob es regnet oder die Sonne scheint, weil man ja sowieso den ganzen Tag irgendwo eingepfercht ist, das kenne ich auch, das kann ich so gut nachempfinden. Wenn Dich das, was Du jetzt tust, so unglücklich macht, frage Dich “Für wen tue ich das wirklich? Wessen Erwartungen will ich erfüllen?” Vielleicht nehmen die Menschen, die so viel von Dir erwarten, in Kauf dass Du unglücklich bist. Aber Du solltest das nicht tun.
Du hörst Dich noch sehr jung an, und solange Du noch fühlen kannst, dass Dir dieser Zustand Kopfschmerzen bereitet und Dir die Liebe zum Leben zerstört, ist es früh genug, etwas zu ändern. Dazu gehört wohl mehr Mut, als sich durchzubeißen und einfach so weiter zu machen. Aber die Option glücklich zu werden, lohnt sicher, allen Mut zusammenzunehmen.
Und so wie Du Deinen Tagesablauf schilderst, scheinst Du ein sehr fleißiger und pflichtbewußter Mensch zu sein, und es wird sicher eine Tätigkeit für Dich geben, die Dich ernährt und die Dir Zeit lässt, die Sonne und das Leben zu genießen.
Vielleicht bietet der Jahreswechsel die Gelegenheit, dass das Blatt sich für Dich wendet.
Im neuen Jahr ein neues Hoffen,
die Erde wird noch immer grün…
Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut und schicke Dir meine guten Gedanken,
Moni
Ich grüße Dich, Renè.
Deine Wort berührten auch mich.
Du stellst nicht nur Fragen, sondern sehr gute Fragen, solche, die aus Deinem Inneren kommen.
Um einen Menschen, bei dem diese Quelle sprudelt, mache ich mir keine Sorgen.
Nun “sehe” ich Deine Situation so:
Einerseits stehen da Deine Gedanken, auf der anderen Seite Deine Gefühle. Wenn ich Dich richtig verstehe, stimmen Denken und Fühlen nicht überein – wobei Dein Fühlen klar ist (sehr wertvoll, viele können das nicht – mehr), nur Dein “Definieren”, das Einschätzen dessen, in das Du eingebettet bist, gelingt nicht so recht. Wie kommt man zu einer richtigen Analyse?
Ich möchte dir keinen Rat geben, wohl einen kleinen Bericht über unseren Weg.
Wir, Susanne und ich, sind seit ein paar Jahren in der Natur unterwegs, mit unseren Herzen und mit der Kamera. In dieser Ordnung werden Gefühle bestätigt und verstärkt, und der Geist klärt sich inmitten einer Ruhe, in der es keine Zweifel, keine Unordnung und keine Lügen gibt. Mit unseren Fotos möchten wir Kindern den Weg in diese Welt bereiten, aber im Grunde ist es ein Weg für jederfraumann. Durch diesen Weg entsteht die Klarheit, mittels derer ein Mensch in seinen Wesenskern blicken kann – um dort die Antwort zu finden, was zu tun gut und richtig ist.
Also, der erste Schritt lautet Besinnung, der zweite folgt als wachsendes Selbst-Bewusstsein, über das, was Du bist und was das Leben DIR entsprechend anzubieten hat.
Schau Dir mal die Bilder von Natur und Tieren auf unserer Homepage an. Würde mich sehr freuen,. wenn sie dich anregen (Gefühl) und inspirieren (Geist) können.
Dein Beitrag ist mir einer der wertvollsten, die ich hier las.
Herzlichen Dank! für Deine Offenheit.
Wolfgang
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Im Kapitalismus ist der Mensch eben kein Mensch sondern ein Objekt das zur Schöpfung des Mehrwertes verwendet wird. Der Mensch wird auf den Status eines “Instrumentum Vocale”, eines sprechenden Werkzeuges reduziert welches am Arbeitsmarkt gegen Geld (Lohn) erhältlich ist.
hier in den Worten des Philosophen Adorno:
Warum sollte diese dem Industriellen Kapitalismus innewohnende Logik ausgerechnet vor den Kindern halt machen ? Vor allem sie gilt es heranzuziehen das sie sich dem Zeittakt der Maschine und des Systems anpassen, denn ohne die Verdinglichung der Menschen könnte der Kapitalismus nicht existieren.
Sehr schön, deutlich auf den Punkt gebracht.
Aber ist das die ganze Sicht?
Maschinen, Geld, Mehrwert sind leblose Begriffe.
DAHINTER stehen “Menschen”, und aus deren Sicht formuliert sich eine ganz andere Absicht:
Menschen zu entmenschlichen.
Wenn sie das schaffen (was ich für ausgeschlossen halte), brauchen sie Geld und Industrie nicht mehr – sie “ernährten” sich von den zerstörten Menschen, saugten deren Lebendigkeit ein – DAS war ihr Ziel.
Ich weise nicht erst seit heute darauf hin, dass der Kapitalismus nur Mittel zum Zweck ist. Es geht nicht um geldlichen Reichtum, sondern darum, Lebensenergie zu rauben.
Menschen besitzen nicht nur das Recht, sich gegen den Raub wehren.
Danke für den Adorno.
Wolfgang
Über die Auswirkungen einer Zweckentfremdung des menschlichen Gehirns:
Ich bin Jahrgang 1960. Dies war d3er geburtenstärkste Jahrgang in der Geschichte der Bundesrepublik. In unseren Grundschulklassen saßen bis zu 45 Schulkinder, im Gymnasium immer noch 35. Wir hatten jeden Samstag Schule, vier Stunden lang, in der Grundschule wie im Gymnasium. In der Realschule hatten sie am Samstag sogar 5 Stunden. Wenn die Samstage frei sind, müssen die Stunden natürlich woanders untergebracht werden. Nachmittagsunterricht ist die logische Folge.
In der 9. Klasse bekamen wir Chemieunterricht, auf den ich mich seit Jahren freute, besser gesagt, wir sollten ihn bekommen. Wegen des Lehrermangels hatten wir in besagtem Schuljahr insgesamt ein rundes Dutzend Chemiestunden gehabt, davon der größte Teil bei einer Referendarin. Benotet werden konnte Chemie in dem Jahr nicht. Das Pensum wurde jedoch bei Beginn der 10. Klasse als bekannt vorausgesetzt.
Unser Einschulungsjahrgang 1966 war die letzte Ostereinschulung. Die nächste Einschulung erfolgte im September 1967. Viele Kinder wären schon über sieben Jahre alt gewesen. Also wurden sie auf Antrag der Eltern 1966 vorzeitig in die Schule aufgenommen. Auch ich gehörte zu den Kindern, die mit fünf Jahren in die Schule kamen. Niemand fragte danach, ob uns das Stillsitzen, Schreiben usw. nicht vielleicht doch schwer fiel, waren wir in unserer körperlichen und sozialen Entwicklung doch eigentlich noch Vorschulkinder.
Ein weiterer Nebeneffekt der Schuljahresumstellung war, dass ab Eintritt in die gymnasiale Oberstufe nur noch der Herbstschuljahresbeginn galt. Die Einführungsphase der Oberstufe währte von Ostern bis zu den Sommerferien, roundabout 10 Wochen, in denen das Pensum bewältigt werden musste, was die ab Herbst 1967 Eingeschulten in einem Schulhalbjahr, spätere Jahrgänge in einem ganzen Schuljahr zu bewältigen hatten. Wir hatten zwölf Schuljahre, danach hat kein Hahn gekräht, und wir hatten uns im Wettbewerb der ZVS mit den westdeutschen Absolventen der dreizehnjährigen Schule zu stellen, die uns dann noch als “Notabiturienten” verspotteten.
Die Leidenschaft heutiger Eltern, ihre armen Kinderchen zu bejammern, nervt. Da gibt es nur noch Schuhe mit Klettverschlüssen zu kaufen, weil Eltern keine Schnürschuhe mehr nachfragen, um ihren Sprösslingen das Schleifebinden zu ersparen. Sie jammern über Überlastung in der SChule, schicken ihre Kinder aber jeden Tag, den Gott werden lässt, zum Ballett, Klavierunterricht, Bodenturnen, Flötenstunde, Reiten, Tennis und und und. Sie kämpfen, damit keine Benotungen mehr stattfinden und sorgen so dafür, dass gerade begabte Kinder den Spaß und jeglichen Ehrgeiz an der SChule verlieren, weil Faulheit nicht mehr sanktioniert wird. Basketballkörbe werden tiefer gehängt, damit auch ja jeder Ball ein Treffer und das liebe Kind nicht frustriert wird.
Vielleicht wäre es an der Zeit, dass die Eltern endlich erwachsen werden und ihren Kindern vermitteln, dass der Ernst des Lebens s heißt, weil er nun mal so ist und Erfolg nicht auf spielerische Weise zu haben sein wird.
Liebe Susanne,
hm, Dich scheint der Mut, dass Lernen auch mit Spaß gehen kann, verloren gegangen zu sein. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Schulen, die anders lernen lassen. Hier lernen Kindern in ihrem Tempo, an Themen, die sie gerade interessieren, und das mit einer Begeisterung, die dazu führt, dass die Ergebnisse viel besser sind. Denn wer mit Spaß etwas tut, der kommt in Fluss.
Was ist der “Ernst des Lebens”? Wer nichts besitzt, muss sich und seine Leistungsfähigkeit in unserer Gesellschaft an einen Arbeitgeber verkaufen und als Lohnsklave sein Soll erfüllen. Aber muss das so weiter gehen? Warum suchen wir uns z.B. nicht andere Menschen und bilden eine Genossenschaft, in der wir gemeinsam für unseren Lebensunterhalt wirken? Glück heißt nicht HABEN (=Konsum) sondern SEIN (=LEBEN), und dazu braucht es nun wirklich nicht viel.
Ich wünsche Dir den Mut, das Leben nicht zu ernst zu nehmen
Martin
Lieber Martin,
also, eigentlich ganz im Gegenteil. Ich habe durchaus Spaß am Lernen; ich liebe es, neue Sprachen zu erlernen, mir ihre Etymologien und kulturellen Hintergründe zu erarbeiten… Das macht mir Spaß. Und ich finde auch hichts gegen einen aufgelockerten Unterrichtsstil einzuwenden. AUch wir haben in Französich und Latein Asterix gelesen und mit Begeisterung die Texte erarbeitet. Jedoch sollte jedem Schüler irgendwann klar werden, dass die Erweiterung des Horizontes, die durch Zunahme an Wissen entsteht, an sich schon etwas Berauschendes ist. Nur so ist wissenschaftliches Arbeiten und Fortschritt und Entwicklung möglich. Wie wichtig Forschung und Fortschritt sind, sieht man spätestens ein, wenn der Zahnarzt zum Bohrer greift und nicht mehr der Barbier zum Meißel. Das Gymnasium soll die Schüler darauf vorbereiten, wissenschaftlich tätig sein zu können. Es ist durchaus ein Privileg, das Gymnasium besuchen zu dürfen. Vielen, auch begabten, Schülern bleiben diese Türen verschlossen. Ein bisschen Ehrgeiz und Arbeitsdisziplin schaden niemandem; wenn man sie nicht in der Schule erlernt, wird man es später auf die viel härtere Tour lernen müssen. Niemand muss zum Streber mutieren. Aber die Lehrer sollten sich nicht dafür rechtfertigen müssen, dass sie den Schülern etwas beibringen wollen.
Grotesk finde ich es zum Beispiel, wenn sich die Mutter einer Drittklässlerin darüber beschwert, dass ihre Tochter in die Mathe Fördergruppe eingeteilt wird, das liebe Kind weine, es sei völlig überlastet, am Montag sei Ballett, am Dienstag Turnverein, am Mittwoch Klavierstunde, am Donnerstag… Dass ihre Tochter in der dritten Klasse allerdings immer noch die Finger zu Hilfe nimmt, wenn sie drei mal fünf ausrechnen soll, scheint für sie nebenrangig.
“Man sieht nur mit dem Herzen gut.” – Antoine de Saint-Exupéry in seinem Buch “Der kleine Prinz”
Das sehen mit dem Herzen wurde von unserer Gesellschaft bei den Kindern einfach ausgeschaltet.
In seinem Buch beschreibt er direkt am Anfang in kindgerechter Form die unterschiedlichen Ansichten von Erwachsenen und Kindern: Kinder erfreuen sich an Farben, Formen und Details – eigentlich. Erwachsene brauchen Zahlen um sich etwas vorstellen und es attraktiv oder unattraktiv finden zu können.
Durch die fehlende Zeit und die Umorientierung auf Zahlen und Daten durch die Gesellschaft sind die Kinder heute keine richtigen Kinder mehr.
Sie können und dürfen nicht mehr mit dem Herzen sehen.
Eine Schande, was wir ihnen nehmen.
Vieles was man nicht ersetzen oder nachholen kann.
Zeit, Erfahrungen und vor allem ERINNERUNGEN.
“Ein Erwachsener sollte immer ein bisschen Kind bleiben.”
Wie soll das aber jemand schaffen, der nie die Gelegenheit hatte richtig Kind zu sein.
Ich frage mich auch ob dieser Zustand nicht zu Entwicklungsstörungen führen können.
Immerhin finden eigentlich wichtige Lebensabschnitte nicht mehr angemessen statt.
Folge könnten soziale Inkompetenzen sein. Wenn die Kinder keine Zeit mehr für richtige soziale Kontakte haben, dann lernen sie nicht mehr wie man miteinander umgeht. In der Schule sind die Kinder nicht frei genug und haben auch nicht genug Zeit um gewisse Erfahrungen zu machen.
“Unechte” Freunde ersetzen reale Freundschaften. Alles läuft nur noch virtuell ab. Eines Tages werden die Menschen nicht mehr miteinander reden, weil sie es für Zeitverschwendung halten.
Sie werden sich mit Abkürzungen im Internet austauschen.
Und was ist der Grund allen Übels? Es sind die Zahlen… Die Zahlen, die für uns Erwachsene doch immer viel wichtiger sind als die Farbe des Papiers auf dem sie stehen oder die Form des Schrankes in dem dieses Papier liegt.
Antoine de Saint-Exupéry mahnt die Kinder in seinem Buch zur Geduld mit den Erwachsenen.
Man müsse Verständnis haben und ihnen eben alles so erklären, dass sie es verstehen.
Nun, ich fürchte die Geduld ist den Kindern ausgegangen.
Sie haben sich den Erwachsenen einfach angepasst.
Man sollte sich bewusst machen, dass der Debatte, deren Kern ich für absolut richtig halte, leider doch eine ganze Menge Sozialromantik mitschwingt. Meine Freundin ist Gymnasiallehrerin an einer Schule, bei der von 6 Parallelklassen eine eine Sportlerklasse ist (in der die Kinder 4 mal die Woche Training haben), und eine eine Musikklasse (mit Extra-Unterricht).
Die Überforderung der Kinder – so es sie denn gibt, denn das kann ich leider nicht persönlich beurteilen – ist sicherlich nicht monokausal. Auch die Eltern haben hier ihren Anteil.
Und was G8 angeht: Die Kultusminister haben es verbockt. Wer 1 Jahr Unterricht streicht, muss auch 1 Jahr Lehrinhalte streichen. Das ist eine mathematische Gleichung, die man schon weit vor dem Abitur auflösen können sollte.
Es wäre so einfach: Die Kultusminister erkundigen sich in den bildungspolitisch erfolgreichen Ländern Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern nach deren Lehrplänen. Aber man muß das Rad zweimal, dreimal erfinden. Denn nichts ist ehrenrühriger, als vom Osten zu lernen. Dort hat bestimmt auch nach über 20 Jahren noch Margot Honecker das Ruder in der Hand
Mit dem geistigen Gehalt ihrer Äußerung sollten sie sich um einen Listenplatz bewerben – aber nicht mehr in Deutschland.
Wahrscheinlich kennen sie die “DDR” nicht. Nun stellen sie sich die einfache Frage:
WARUM sind die ostdeutschen Länder erfolgreich.
Etwa, weil sie sich ihre Ehre bewahrten?
Rühren sie an ihrer Ehre, da machen sie sicher nichts falsch.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Jensen
Da muss Dir aber mächtig was quer gegangen sein
Ja, Martin, mächtig.
Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Deutliche Diskriminierung läßt mich deutliche Worte sprechen.
Jetzt allerdings, wo ich den Text noch mal mit “Abstand” lese, fiel ich einer Fehlinterpretation zum Opfer, bzw. konnte nicht den verdrehten Inhalt der Aussage erkennen.
Mein Unvermögen, wer lesen kann, ist klar im Vorteil, wer sich richtig ausdrücken kann, auch.
Sorry.
Wolfgang
Schule ist ein wichtiger Teil des Systems Kapitalismus, in dem Menschen wie ein Assett für mehr Reichtum zu sorgen haben. Und da dieses System gerade wieder einmal am Anschlag ist (mehr Schulden aufzunehmen, um die Zinsen zu bedienen, geht nicht mehr), steht die Frage nach der Alternative. Ich habe gerade den folgenden Dialog gefunden:
Quelle: Die Diktatur der Mittelklasse
Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy im Gespräch mit Iris Radisch über Kapitalismus, Verführung und das Glück der Askese.
Als Vater von zwei Kindern im G8 Stress (9. Klasse und 7. Klasse) kann ich die Inhalte aus dem Brief nur unterstützen. Es wird jedes Wochenende (während der Schulzeit) damit verbracht mit den Kindern zu lernen. Nicht weil sie es nicht können, sondern weil sie es nicht schaffen und weil alle Lehrer die “Gabe” haben, immer innnerhalb von drei Wochen vor den Ferien die Klassenarbeiten schreiben zu lassen.
Warum wir unseren Kindern das antun wurde bereits ausgiebig besprochen, aber was können wir ändern?
Welcher Politiker ist bereit zu sagen: Nein, wir gehen in Deutschland auf 9 Jahre zurück und das bundesweit.
Welcher Politiker ist bereit zum Wohle der Kinder und Familien nur ein Schulsystem in ganz Deutschland einzuführen?
Welcher Politiker ist bereit den Beruf des Lehrers entsprechend den heutigen Anforderungen anzupassen: Mehr Gehalt, Bessere Ausbildung, mehr Pädagogik, mehr soziale Kompetenz usw.
Vielleicht sollten wir es selber probieren und uns mehr Stress aufbürden als unseren Kindern!?
Warum wir nicht auf 9 Jahre zurück gehen und das bundesweit? Weil es in den Ländern, in denen das 12jährige Abitur seit über 60 Jahren gang und gäbe ist, allenfalls ein mitleidiges Lächeln gibt über die selbstauferlegte Unfähigkeit des Westens, das Erfolgsmodell der neuen Bundesländer zu übernehmen. Dort käme kein Mensch auf die Idee, 13 Jahre zu fordern!
Hochinteressant ►
Stressfrei zum Studium?
Es könnte auch anders gehen, stressfreier – wenn Eltern und Schüler nur wüssten, dass es auch ohne Abi zum Studium geht und die Chancen auf einen interessanten, gut bezahlten Arbeitsplatz vielleicht sogar besser sind.
Dazu haben wir den Artikel Studieren ohne Abitur – Viele Wege führen ans Ziel! Aufgepaßt PlanB! am 16.8.2011 veröffentlicht.
Ich bin als Vater von zwei Kindern und als Bürger ebenfalls sehr erbost über unser Schulsystem. Ich denke nicht, dass es früher viel besser war – aber es könnte so viel besser sein! Unser Problem sind die eitlen, unbelehrbaren Kultusminister und Spezialisten, die bei der Umstellung auf das G8 auch noch zu träge waren, die Chance zu nutzen Lehrpläne neu auszurichten und neue Arbeitsmethoden zu implementieren. Es gibt mittlerweile hinreichend Studien, die weltweite pädagogische Erfolgsmodelle aufzeigen, warum nicht das “Best-Of” für Deutschland nutzen? Wenn ich sehe wie mein Sohn mit uralten Arbeitsbüchern im bayerischen Vorstadt-Gymnasium lernt, kommt mir das Grausen. Im Englisch-Unterricht, werden jede Stunde Arbeitsblätter aufgelegt und zusammenhanglose Vokabeln gepeitscht. Das war bei uns nicht anders, aber wir sind im Jahre 2011, nicht mehr 1983 – die Anforderungen in der Arbeitswelt sind komplett anderer Natur, als dies früher der Fall war. Von der Grundschule war ich recht beeindruckt, bis zur vierten Klasse lernte mein Sohn vernünftig und selbstständig – die Lehrer waren sehr engagiert und man hatte das Gefühl, die Kinder werden weiter gebracht. In der 5. war dann alles anders, jede Woche Tests, wenig Projektarbeit, pauken bis der Arzt kommt. Man kann sich dies alles schön reden und behaupten, dass das Leben kein Wunschkonzert ist. Mag sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, wie ein intelligentes Kind mit weniger gebildeten Eltern das Abi schaffen soll – denn die Nachmittags-lehrarbeit machen die Eltern, das geht gar nicht anders, da die Aufgaben zu 50% eben nicht selbsterklärend sind. Das ist ungerecht. Wir Deutschen schaffen die Bundeswehr ab, aber sind (Entschuldigung) zu blöd unser Bildungssystem zu reformieren. Jeder will es, keiner tut es. Wir sind kein dummes Volk, wie haben uns immer durchgeschlagen – aber jetzt müssen auch mal durchdachte auch länderübergreifend Reformen her, nicht nur um die Kinder zu retten, sondern um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Anmaßend ist ein Brief, der das neu eingeführte G8 in ganz Deutschland bejammert. Ein gutes Viertel Deutschlands hat seit jeher bis zum heutigen Tage 12 Jahre zum Abitur gebraucht – auch ich mit meinen 44 Jahren gehöre dazu. Gelitten habe ich gewiß nicht daran, dass es nur 12 Jahre waren. Also hört auf zu winseln!
Hm, “ein Indianer kennt keinen Schmerz” hatte mir mein Vater eingetrichter, also hatte ich die Zähne zusammengebissen, meine Gefühle in eine Tonne gesperrt und mich wie eine Maschine bis zum Doktorgrad angetrieben. Ja, ich gehöre zu jenen glücklichen, die dabei noch nicht ausgebrannt sind oder in die Depression gefallen sind. Leider sind inzwischen 1/4 der Lohnarbeitenden von dieser “modernen Volkskrankheit” betroffen, und da mag mir das “Hört auf mit dem Winseln” mit nicht mehr gar so einfach über die Lippen zu kommen. Das ist dann einfach ein Zeichen, dass unsere System am Ende ist und die Menschen darin keine Sinnkopplung erfahren. Nur noch merken, dass sie als Assett im Getriebe der Reichen dafür zu sorgen haben, dass sie noch reicher werden und wenn es eng wird, sie selbst dabei nur noch ärmer.
Nein es tut mir Leid. Nach über einem Jahr Recherchen und Erkenntnissen mag ich von einem “Hört auf mit dem Winseln” nichts mehr hören wollen:
a) Menschen haben eine Würde, die auch hier zu berückschtigen ist
b) zeigt sich durch Studien, dass Menschen, die selbstbestimmt in Freiräumen aufwachsen, sich selbst besser lieben können und damit überhaupt erst in der Lage sind, auch andere zu lieben und auf sie einzugehen. So formen sich Teams und können in Kooperation in Summe viel mehr erreichen als die Summer der einsamen Wölfe
zur Klarstellung: Die Art in der das G8 eingeführt wurde, ist zweifelsfrei dilettantisch. Daß es funktioniert, zeigen die neuen Länder seit 20 Jahren und länger. Warum nur wird das in dieser Diskussion völlig ignoriert?
Weil sich bisher keiner getraut hat, sich die Blöße zu geben, ein Weichei zu sein? Ich beobachte seit etwa 3 Monaten, dass Menschen um mich herum beginnen, darüber zu sprechen, was in näheren oder erweiterten Bekanntenkreis an psychischen Erkrankungen vorhandenen sind. Und erst wenn wir miteinander reden und bemerken, dass es andere ähnlich geht, dann werden wir erkennen, wo wir stehen und dass dringend Handlungsbedarf besteht. Wut braucht es wohl als Energie, um in Bewegung zu geraten, siehe das Video weiter oben.
Mir demonstrieren Sie mit Ihrem zweiten Beitrag – endlich eindrucksvoll – was eine System aus einem Menschen machen kann. Sie haben nicht gelitten, sie konnten nicht leiden – entsprechend nicht das Leid anderer Menschen nachempfinden.
Was wollen Sie uns darüber hinaus mitteilen?
Dass man einen “Panzer” braucht, um wie ein Panzer handeln zu können?
DAS wissen wir.
DESWEGEN engaieren wir uns.
Aus Erich Fromm “Das Christusdogma”:
“… wenn die Dinge wirklich seine Diener statt seine Götzen geworden sind, dann wird er vor den wahrhaft menschlichen Konflikten und Problemen stehen; er wird wagemutig, kühn, erfinderisch, fähig zu leiden und sich zu freuen sein müssen, aber seine Kräfte werden im Dienste des Lebens stehen, nicht im Dienste des Todes.”
Zitatende (seine Gedanken von 1955 – 1963)
Machen Sie was draus?
Wolfgang Jensen
(Sie könne mir über die Homepage schreiben, und ich versuche Ihnen zu helfen)
Meine lieben tapferen Leser, Eltern, Kindern und Schülern,
es gibt auch andere Schulen wie zum Beispiel die Montessorischule, dort macht Lernern den meisten Kindern/Schülern noch Spaß. Dort haben die Kinder/Schüler Zeit, auch mal zum Spielen/Begreifen, was nicht heißt, dass die Kinder nichts tun. Das ist das Kind/der Schüler noch Mensch und wird auch so behandelt. Ich wäre sehr gerne auf die Montessorischule geganen, doch vor 36 Jahren kannte hier in Deutschland kaum jemand Montessorischulen. Gott sei Dank hat sich das geändert, ich bin stolz auf meine Kinder. Die wertvollste Zeit ist die Kindheit.
Lieber “Papa”,
mich hat Ihr Brief an Marie zutiefst bewegt… und ich kann Ihre Aussagen zu 100% nachempfinden. Vom ersten Schuljahr an habe ich ich versucht, meinem Sohn nicht das Gefühl mit auf den Weg zu geben, er müsse “der Beste sein/werden”. Ich war immer darum bemüht, ihm den Gang zur Schule “stressfrei” zu vermitteln. Da ich glücklicherweise von daheim aus arbeite, konnte ich mir die Zeit immer gut einteilen. Und wenn ich spürte, dass mein Sohn einen Tag erwischt hatte, an dem er sich wirklich hätte zur Schule quälen müssen, habe ich ihm den Luxus einfach gegönnt, zuhause bleiben zu dürfen. Allerdings haben wir zuvor abgeklärt, ob an dem Tage eine Arbeit anstand oder wir das Fehlen “verschmerzen” konnten. Spätestens jetzt werden viele der Leser hier aufschreien, ich sei “verantwortungslos”… Mein Sohn gehört nicht zu denen, die die Schule “mit links” meistern. Er ist sicher kein “Superhirn”. Aber dadurch, dass ich in sein Schulleben immer eine gewisse “Entspanntheit” gelegt habe, hat er nie wirklich “Druck verspürt”. Lieber habe ich mich an diesen “Austagen” mit ihm nachmittags noch einmal hingesetzt und spielerisch ein paar Dinge abgefragt, als ich zur Schule zu zwingen. Bei uns hat das gut funktioniert. Er ist mittlerweile in der 11. Klasse/G8, macht sich wenig Stress. Er sieht das Gymnasium “entspannter” als seine Klassenkameraden. Vor einer Arbeit paukt er einen Tag richtig – sonst macht er nur das Nötigste. Er hat einen Durchschnitt von ca. 2,3 – das reicht uns. Ich war immer sehr bemüht, ihm zu vermitteln, dass es im Leben darauf ankommt, glücklich zu sein. Am Ende seines Weges sagen zu können “mein Leben war gut, so wie ich es gelebt habe”. Nicht wie so viele Menschen sagen oder denken zu müssen “hätte ich doch nur…!” Sicher, um zufrieden leben zu können, benötigt man auch eine Portion “Kleingeld” – aber lieber mit weniger Verdienst einem Beruf nachgehen, der einen ausfüllt und der Berufung nachkommt, als ein Leben lang mit Widerwillen aufzustehen und zur Arbeit zu gehen, dafür aber mehr Geld zu verdienen. Kein Mensch wird ohne Geld glücklich und zufrieden. Wenn man nichts zu essen oder kein Dach über dem Kopf hat, wird kein Mensch wirklich glücklich sein können. Aber zufrieden sein zu können, dass/wenn man genug zu essen und ein Dach über dem Kopf hat – darin liegt die Kunst. Ich habe beides erfahren. Ich habe eine Ausbildung genossen, nur um einen “gut dotierten Beruf ausüben zu können”.. Meine Eltern damit zu beruhigen… Ich bin gute 20 Jahre mit Widerwillen zur Arbeit gegangen und empfinde diese Jahre heute als verschenkte Zeit. Im Jahr 2008 habe ich mich spontan entschieden, meinem erlernten Beruf den Rücken zu kehren. Ich habe meinen Anstellung an den Nagel gehängt, denn mir war eines klar: “Entweder ich mache so weiter bis ich zusammenbreche, in ein “Burnout” falle oder in Depressionen versinke, oder ich mache endlich – mit 46 Jahren – dass, was ich immer wollte und wofür ich jeden Morgen gern aufstehe. Alle hielten mich für verrückt. Ich mit mit meinem nun künstlerischen Beruf nicht “reich” geworden. Ich komme gerade gut über die Runden. Aber das “Weniger” hat mein Leben bereichert und ich hätte diesen Schritt schon viel früher gehen sollen. Wenn ich morgens nicht aufstehen mag – drehe ich mich einfach wieder um und lausche dem Vogelzwitschern vor dem Fenster. Wenn ich Aufträge habe, mache ich sie gern – und bin mit vollem Herzen bei der Arbeit. Wenn nichts zu tun ist, gräme ich ich mich nicht, sondern nutze den Tag ganz nach dem Motto “Carpe diem”. Ich bin für meinen Sohn da, wann immer er mich braucht. Ich habe meine Bedürfnisse zurück geschraubt und mir wird in jeder Minute, die ich einfach mit einer Tasse Tee genieße klar, wie unwichtig und überflüssig doch eigentlich die Anhäufung der ganzen Dinge war, die in meiner Wohnung stehen – die zwar schön aussehen, aber auf die ich ebenso verzichten könnte. Ich verbringe meine Zeit damit, zu lesen – am liebsten Bücher wie “Du musst nicht kämpfen, um zu siegen”. Das Leben ist so reich und wertvoll geworden, seitdem ich mich von diesem grauenhaften Kampf um immer mehr Verdienst und Anerkennung gelöst habe. Ich war früher immer sehr fleissig. Hatte meistens noch 1 oder 2 Nebenjobs. Ich fühle mich heute jünger, lebendiger, als all die letzten Jahre, in denen ich viel mehr verdiente wie jetzt. Bin nicht mehr ausgelaugt, habe keinen Konkurrenzdruck mehr. Ich bin entspannt. Wenn ich Freunde und Bekannte jammern höre, sie hätten keine Zeit, wenn ich sie hetzen sehe… Sie tun mir leid. Viele von ihnen können mit sich überhaupt nichts mehr anfangen, wenn sie ein paar Tage frei haben. Dann kommt die große Leere… Viele sind wahrhaft “arbeitswütig”. Immer mehr und mehr muss es sein… Der beste Freund meines Sohnes wurde von seinen Eltern immer sehr gedrängt. Wenn er eine Drei mit nach Hause brachte, gab es Strafen oder auch mal eine Ohrfeige. Wie grausam! Er ist ein netter und intelligenter Junge und hat letztes Jahr seinen Hauptschulabschluss gemacht. Jetzt will er die Mittlere Reife nachholen. Er stresst sich furchtbar. Er hatte immer unglaublich viel Druck und traute sich oft nicht heim, wenn er keine zwei geschrieben hatte… Mein Sohn dagegen sieht die Schule völlig entspannt. Er weiß, was er wert ist – auch ohne perfekten Schulabschluss und dennoch hat er sich gesagt, er will einfach “versuchen, das Abi zu machen”. Und es läuft gut… Weil… entspannt. Sicher verlangt das G8 schon einiges. Oft 3 oder 4 Klausuren in einer Woche. Powerpoint-Präsentationen, an denen sich selbst manche Erwachsene schwer tun würden… Aber ich habe ihm auch hier wieder einen “Bonbon” in Aussicht gestellt: Ich habe ihm gesagt, wenn er das G8 wirklich schafft, dann kann er danach erstmal ausruhen. Das Jahr, was er dadurch “einspart”, soll er sehen, wie “1 Jahr Urlaub”. Als Belohnung dafür, dass er in einem Jahr weniger das leisten musste, wozu andere ein Jahr mehr Zeit hatten/haben. Und in diesem Jahr nach dem Abi kann er sich seinem Hobby, dem Tanzen voll und ganz widmen, einfach nur schlafen, sich Gedanken machen, was er wirklich möchte, Dinge ausprobieren… Ich werde ihn auch das einen Jahr “durchfüttern” können und nicht verlangen, dass er sofort studieren oder arbeiten muss. Denn gäbe es heute nicht das G8, würde er ja auch noch kein Geld verdienen. So hat er einen Anreiz, jetzt noch mal richtig durchzustarten und danach dann – soweit er überhaupt will -, ein Jahr als Belohnung zu pausieren… Dann hatte das G8 für ihn wenigstens einen Sinn! Und jetzt…. “beschimpft mich ruhig”
Liebe Grüße.. Lana
Beschimpfen? Nein Lena, bravo. Wir haben nur das eine Leben. Wer dabei nie GEWESEN ist, weil er nur dauernd Hamsterrad läuft, um beim Konsumwahn (HABEN) mitzuhalten, der wird das SEIN nie wirklich erlebt haben.
Und ja, ich schaue inzwischen auch auf so viele Sachen in meiner Wohnung und frage mich, ob ich das wirklich brauche? 10.000 Dinge soll ein Mensch (in unserer Gesellschaft) inzwischen in seinem Leben in seinem Haushalt zusammensammeln. Wofür?
Ich meine, die Kindheit KANN (und sollte) die wertvollste Zeit für Kinder sein. Tatsächlich ist es die gefährlichste Zeit in einem Menschenleben. Erlebnisse In den ersten 3 – 5 Jahren werden ins Unbewusste verdrängt, was dann folgt, baut darauf auf. Was passiert einem Kind in den nächsten Jahren in Familie, Schule und sozialem Umfeld? Wir brauchen für eine Analyse nur auf das schauen, was am Beginn des Erwachsenenlebens in die Welt der Selbständigkeit tritt. Eingeschüchterte, hoffnungslose und aggressive Kinder sind ja nicht gerade wie die Nadel im Heuhaufen versteckt. Mündige Bürger? Menschen, die wissen was sie wollen und das auch KÖNNEN?
Tatsache ist, und ich weiß die Fakten aus einer Gesamtschule in NRW:
Es werden immer mehr gestörte, im Grunde kranke Kinder eingeschult.
Erfahren sie in der Schule Hilfe, kompetente psychosoziale Begleitung?
Wenn das so wäre, würden die Verhaltensstörungen nicht zu nehmen und sich dazu auch noch verstärken.
Oh, die böse Schule, die bösen Lehrer, die therapeutische Dienste verweigern; wäre ja kein Problem in einer 30er Klasse.
Nun, ist wirklich Schule der Täter?
Warum leiden die Kinder heute einerseits unter Stress und andererseits unter Gleichgültigkeit und Desinteresse (um nicht Faulheit zu sagen), den ich (vor vielen Jahren) nie kennen lernte? Warum sind Kinder heute anders situiert als vor fünfzig Jahren?
Stellen wir drei Fragen:
Lernten Kinder ihr Konsumverhalten in der Schule?
Lernten sie Fernsehen und Computerspiele im Unterricht?
Machten Lehrer die suggestiv wirkenden Werbekampagnen?
Erich Fromm forderte bereits vor über 40 Jahren eine Kontrolle der Werbung.
Wo ist sie? Haben da wieder die Lehrer den Schwarzen Peter?
Gibt es gar Eltern, die ihrer Erziehungsverpflichtung nicht mit gutem Beispiel voran gehen können?
Mögen sich doch bitte mal ein paar Eltern melden, in deren Haushalt kein Fernseher steht, oder nur einer! Informierten sich alle Eltern darüber, wie gefährlich das Fernsehen wirklich ist? Wissen alle Eltern, wie gefährlich die Handystrahlung ist?
Natürlich wissen es in einer Informationsgesellschaft alle (oder doch nicht?). Aber wie gerne schaut man zum Nachbarn, zum Chef, zum Minister, um dessen Fehler zu verteufeln, anstatt mal hinter der eigenen Haustüre zu kehren und notwendige Entscheidungen zu treffen und konsequent umzusetzen.
Schuld?
Papperlapapp!
Die Schuldfrage zu stellen brachte noch niemals einen Zug auf das richtige Gleis. Wer an der Entwicklung von Kindern wirklich, ja wirklich interessiert ist, wer Kinder liebt, der gräbt doch nicht auf dem Friedhof nach faulen Eiern – er stellt Weichen, und zwar so, dass der Kinder-Zug auch dort ankommt, wo er nach meinem Verständnis hinkommen muss:
“Endstation!” Und mündige Bürgern steigen aus, die nach Selbständigkeit streben und sich nicht jeden Dreck umhängen lassen und sich herum schubsen lassen.
Übrigens, wenn es nach mir ginge, dürften bereits Kinder (ab? … müsste man diskutieren) wählen
Na, wer von euch stellte die Weichen für sein Kind noch nicht? Worauf wartet ihr?
Schöne Bescherung! – schöne Weihnachten?
Wolfgang
In unserer Straße gibt es eine Familien mit 6 Töchtern, die alle ohne Verseher aufwuchsen und die ich alle als sehr selbstwusst wahrgenommen haben. Seit etwa 3 Monaten steht mit Fernseher ausgeschaltet rum, weil ich die Nachrichten nicht mehr schauen mag und schon gar nicht die Werbung.
Ja, Wolfgang, was wäre, wenn wir die Werbung aus unserem Leben sperrten? Das Marketing-Budget auf der Welt beträgt einige Milliarden Dollar pro Jahr, um Waren feil zu bieten, die kein Mensch wirklich braucht. Da bekäme man alle Menschen mit grundernährt.
Da Lana hier ein komplexes Thema mit einem entsprechend langen Text geschrieben hat, der es Wert ist, gesondert diskutiert zu werden, habe ich mir erlaubt, einen eigenen Artikel anzulegen und fordere Interessierte auf, hier weiterzulesen:
Nichtraucher werden vor Rauch(ern) geschützt. Müssten dann nicht auch Nicht-Mobiltelefonierer vor Mobiltelefonie(ern) geschützt werden?
Liebe Grüße, Martin
Ein wirklich sehr guter einseitiger Artikel von Matthias Bohn , AG Schulpolitik des vbio:
G 8 ist gescheitert:
http://www.wiley-vch.de/vch/journals/2008/2008_editorial.pdf
Der Originalartikel ‘Liebe Marie’ war in der ZEIT erschienen:
http://www.zeit.de/2011/22/DOS-G8
Hier ist der Stundenplan aus Neurobiologischer Sicht:
http://ed.iiQii.de/gallery/VictimsOfGroupThink/Stundenplan_kidsweb_de
(Supramanie war für mich das Buch von Gunter Dueck das mir persönlich am wenigsten gefallen hat,
vielleicht ist dadurch die Verbreitung der Gedanken darin etwas zu kurz gekommen ; ich habe alle Bücher von GD gelesen)
Prof. Dueck, dessen Vortrag zu unserer Ausbildung ich direkt in einem Kommentar an diesen Artikel gehängt hatte, hat gestern auf seiner Web-Site Sinnraum nachgelegt:
Und ja, dass wäre sinnvoll. Denn wie könnten Kinder besser lernen, wenn sie dabei sinngekoppelt lernen. Und ja, erfahren und begreifen dürfen und nicht anhand purer Theorien verstehen sollen?
Das Bildungssystem ist sicher fragwürdig, aber das ist keine G8 oder G9 Frage. In der alten DDR haben alle Kinder, die Abi gemacht haben, das in 12 Jahren gemacht und da gab es keine BurnOuts und überforderte Kinder. Das Problem ist, dass man zuviel Mist unterrichtet, Wert auf Auswendiglernen statt Verständinis legt. Ein paar Grundlagen sollte man schon kennen, aber in unserer Wissengesellschaft ist das meiste eh nur ein paar Klicks entfernt. Das was Kinder wirklich brauchen bekommt man locker in 8 Jahren unter.
absolut d’accord. Aber fällt ihnen auf, dass das gar keiner hören oder wissen will, dass einem Viertel Deutschlands ohne burnout, lamento und Weltuntergangsszenarien 12 Jahre zum Abitur reichen? Ne Idee, warum das so ist?
denn, und das als Ergänzung, es war nicht nur in der alten DDR so, es ist dort auch seit der Wiedervereinigung mit Erfolg weitergeführt worden.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Auch auf die Gefahr hin mich in evtl. Widersprüche, die aufgrund mangelnder Zeit alles genauestens zu durchdenken, in der Ausführung meiner Meinung möglicherweise auftauchen, zu verstricken will ich diese hier Kund tun. Ich, männlich 20 Jahre, studiere im 3 Semester Maschinenbau und ich kenne die stumpfsinnigen Vorlesungen, die staubtrockenen Vorträge und das stupide Gelerne nur zu gut. Ich halte G8, Bolognia und Pisa nur für die Symptome einer untergehenden Gesellschaftsform. Wir sehen es auf dieser Welt nur zu gut und an hunderten Beispielen. Wie eine Lawine hat sich der Kapitalismus und Wachstumsglaube, der Liberalismus und die Habgier in den letzten 100 Jahren über diesen Globus ausgebreitet. Und das immer schnellere Produzieren, Erwirtschaften und gerade das immer schnellere Lernen ist doch völlig Sinnfrei. Wozu jedes Jahr 7 % mehr Autos bauen und jedes Jahr immer mehr lernen. Es kann nicht immer schneller gehen. Finanzkrise, Europakrise, Schuldenkrise; all das sind nur Symptome einer untergehenden Zivilisationsform, es ist nur die Frage ob wir, alle Menschen auf diesem Planeten, das schnell genug begreifen um uns in eine neue Gesellschaft zu retten, bevor unsere Kinder reihenweise vor ihrem 18 Geburtstag an Herzinfarkten, Burnout oder Depressionen erkranken oder sterben. Und das ist mein vollster Ernst; ein Freund von mir, der einige Jahre als Sanitäter durch die Gegend düste hatte einmal sogar einen 17 Jährigen der an einem Herzinfarkt gestorben ist.
Unsere Maschinen produzieren mittlerweile so viel, das es locker reichen würde wenn jeder nur noch 20 Stunden oder 30 Stunden in der Woche arbeiten würden. Wäre da nicht der Durst gerade zu lobotomierter Manager, Politiker und Wirtschaftswissenschaftler die uns weltweit immer weiter drängen und peitschen.
Es ist an der Zeit mit alldem aufzuräumen, endlich mal wieder auf die Straße zu gehen und gewaltig auf den Putz zu hauen. Es ist Zeit die Menschen aus ihrer RTL Lethargie zu erwecken und eine Gesellschaft zu schaffen, die den Menschen als Zentrum hat und nicht den Markt. Geld macht nicht glücklich, und ein Zeugniss voller einser meißt auch nicht.
Und vor allem macht ein Jahr weniger Kindheit nicht glücklich.
MfG Marius Wolf
Ps. Ich entschuldige mich schon im vorraus für Rechtschreib- oder Gramatikfehler, denn ich muss nun in eine staubtrockene Vorlesung und habe keine Zeit mehr alles nochmals durchzugehen.
Lieber Marius,
vielen Dank für Deine Analyse des aktuellen Status unserer Gesellschaft und Deinem Erleben von Ausbildung.
Jene, die sich in der Occupy Bewegung schon getroffen haben, sind genau aus den von Dir geschilderten Gründen unterwegs, um unseren untergehenden Tanker vor dem erneuten Crash unseres Wirtschaftsssystem noch in die richtige Richtung zu bekommen.
Ich selbst war am 15. Oktober mit meinen 52 Jahren überhaupt das erste Mal auf einer Demo und hatte meine Gründe in diesem Artikel formuliert:
Beginnt am 15. Oktober eine Bewegung, an der am Ende eine friedlich erneuerte Weltgemeinschaft steht? Es wird Zeit …
* Lernen *ja ,aber nicht kaputt lernen – ändert endlich das Bildungssystem – teuer bezahlte Minister sind dafür da.
mfg.Horst Kutscher
Wäre es nicht besser, wir packen einfach selbst alle Mann/Frau an. Dann würde sich das schneller ändern, als bis die Teuerbezahlten aus den Pötten kommen? Nicht die Stimme abgeben sondern behalten und damit mit Interessierten etwas selbst bewegen?
Dein Kommentar, Martin, berührt genau den Punkt meiner Kritik an dem Brief.
Brauchen wir eine fiktive Marie, die sich ein Schreiber entsprechend seiner VORSTELLUNGEN bastelte? Manche der Zeitgenossen mögen zwar inzwischen eine reale und von einer virtuellen Welt nicht mehr unterscheiden können – aber die reale Welt ist da:
Lebendige Kinder, ECHTE Augen, die uns fragend anschauen, wenn sie den Mut noch haben.
“Ändert das Bildungsystem”, damit ist es nicht geändert. Die Interessen, die das System für ihre Zwecke (der Entmenschlichung*) brauchten, müssen an Macht verlieren, und die SCHEIN-Staatsdiener, die es der ihnen eigenen Verlogenheit den Menschen überstülpten, ebenfalls.
* Erst einen entmenschlichten Menschen kann man bedenkenlos vernichten. Gehört zur psychologischen Kriegsführung.
Die Revolution, davon bin ich fest überzeugt, findet nicht in den KÖPFEN der Menschen statt – gefühllose Gedanken erschufen unsere Welt. DIE Revolution (Evolution) findet statt auf der Ebene, wo sich Emotionen in Gefühle, wo sich Angst in Liebe wandelt.
Die besten Ideen gewinnen nur durch ihre Umsetzung an Substanz (Diskussionen über Erfahrungen) und an der nötigen Energie (Erfolg, Begeisterung).
Zu reden über das, was wir wissen, ist notwendig, nicht notwendiger allerdings als zu WISSEN, worüber wir reden. Dieses Wissen entsteht nur durch Erfahrungen.
Wolfgang
Mir fehlt zu diesem wahren Artikel die Rebellion in der Tat. Warum lernen denn Eltern am Sonntag Nachmittag mit den Kindern auf dem Autorücksitz Quadratzahlen? Sind Sie vollkommen verrückt? Lassen Sie doch mal alle Fünf gerade sein oder treibt sie die Angst vor einer verbauten Karriere der Kinder zu solch dekadenten Verhaltensweisen? Sind es nicht auch die Eltern, die mal loslassen müssten – dann ist es auch nicht schlimm Mathematikerin zu werden
, die ich geworden bin, weil man dort so richtig spinnen und kreativ sein kann, am besten draußen im Wald, wenn die Gedanken frei fließen… das kommt von alleine und gibt Kraft, weil es Spaß macht. Mein Eindruck ist: nicht nur Lamentieren auch mal wirklich Loslassen und selber Rebellieren! Und dann verändert sich auch die Gesellschaft von Innen heraus. Oder glauben Sie im Ernst das macht ein neues konstruiertes Modell für Sie?
P.S.: Ich habe auch Kinder.
Wow …. ich bin sprachlos. Ein Brief, der unser Bildungsystem hüllenlos offenlegt und auch die Eltern nicht verschont. Ganz ehrlich, ich bekam mehrmals Gänsehaut und hab sofort nachgedacht, wie meine Kindheit war und sie mit der meiner Söhne verglichen. Es stimmt tatsächlich, wir Eltern treiben unsere Kinder mehr an als irgendein Lehrer. Selbst auf dem Fußballplatz wollen wir, dass sie die Besten sind.
Froh bin ich darüber, meinen Söhnen beigebracht zu haben, wie man mit Niederlagen richtig umgeht. Und ich bin froh darüber, dass ich mir die Zeit genommen habe, mit ihnen Fußball zu spielen, Angeln zu gehen oder Pilze zu suchen. Denn ist die Zeit einmal weg, kann man nichts mehr nachholen.
Ich hoffe, viele,viele Eltern lesen diesen Brief und denken mal über ihr eigenes Verhalten nach.
Thomas Trabert
Generell bin ich mit allen Thesen dieses Briefes einverstanden, nur einer nicht:
In vielen neuen Bundesländern, in meinem Fall Sachsen, gab es von Anfang an nur 12 Jahre und das war auch gut und genug, alles auf dieses eine Jahr weniger zurückzuführen ist meiner Meinung nach extrem engstirnig. Dieses System hat sich bewährt, wenn man sich den Bildungsvergleich in bezug auf Sachsen anschaut. Es ist nur eine Frage der Stoffverteilung und Vermittlung, da geht sicher, wie im Brief bemängelt, noch so einiges schief. Jedoch habe ich in meiner Schulzeit (die nicht weit zurückliegt) kein Burn-Out, Depressionen o.Ä. beobachten können, vllt. hätten sich die Länder besser darauf vorbereiten sollen, anstatt eine hau-ruck Aktion zu starten… Denn was sehr viele Soziologen, Bildungswissenschaftler und Politiker stark vernachlässigen, ist die Tatsache dass in Deutschland jeglicher Stoff im Gymnasium wesentlich vertiefter gelehrt wird, als in jedem anderen Westlichen Land der Welt, wenn man die Skandinavischen Länder ausnimmt. Ein genereller Fluch und Segen der Deutschen Mentalität ist nunmal sich immer unterlegen fühlen zu müssen, nicht Wertschätzen zu können was man hat und immer nach mehr zu streben – aber sehen wo wir eigentlich stehen kann niemand.
Sicher ist es eine Frage der Stoffmenge. Nur bin ich mir inzwischen sicher, dass aufgrund der zunehmenden Krisenstimmung und der elterlichen Wahrnehmung, dass es nicht reicht, einem Mittelstand anzugehören und damit ein gesichertes Leben nach dem Standardmaß an Konsumfähigkeit zu besitzen, genau das Antreiben der Kinder erfolgt: “Wenn Du nicht einen der besten Abgänge hast, wirst Du in Deinem Leben nur eine arme Socke sein können.”
Die jüngste Tochter meiner Lebensgefährtin drufte sich von einem Jobcenter-Mitarbeiter in der Schule anhören, dass, wer nicht studierte, in unserer Gesellschaft nicht gut anerkannt wäre. Aber da gab es Stoff von einer Reihe von Schülern, was ihm einfiele, z.B. Hebammen so zu diskreditieren. Sie wären ein genauso vollwärtiges und wichtige Mitglied in der Gesellschaft wie jeder Studierte …
Meine Kinder sind erwachsen. Sie durften noch dreizehn Jahre zur Schule gehen. In dieser Zeit ist die Hauptschule zur Restschule verkommen, die Selektion auf Passgenaue wurde vorverlegt und die Schulzeit um ein Jahr verkürzt. Mein Sohn beschäftigt sich mit der Bildungsproblematik von Wissenschaftswegen und meine Tochter hat gerade ihre Zulassungsarbeit zum Thema “Szenisches Lernen” abgegeben. Ich hoffe, Beide arbeiten auch in Zukunft für ein besseres Bildungssystem. Mit der Erziehung unserer Kinder haben meine Frau und ich einen kleinen Beitrag geleistet. Das genügt aber nicht, wir müssen weiter kämpfen, neue Formen suchen und uns vielleicht auch an Altbewährtes erinnern. Der Brief von Henning Susebach – es ist schon ein Zeitchen her, dass mich ein Brief so betroffen hat. Dass ich so lange in einen Spiegel geschaut habe.
Unser Bildungssystem(mich nervt das ich es so nennen muss) ist mittlerweile am Ende. Und zwar nicht weil die Minister unfähig sind(was sie auf jedenfall sind, aber nicht nur die für Bildung zuständigen) sondern auch wegen diesem verdammten Förderalismus, welcher für so manche Probleme verantwortlich ist. Die Bildungsminister und Ministerien sind mittlerweile so dermaßen damit beschäftigt sich in ihrem selbstgeschaffenen Bürokratiekrieg über Wasser zu halten das sie nicht mal mehr die Zeit haben die wirklichen Kernprobleme anzugehen. Jede neue Bildungsreform ist doch nur ein Flickenwerk mit dem versucht wird ein völlig überholtes System zu retten. Und es ist völlig selbstverständlich das da nix richtiges rauskommt. Da versuchen 16 Minister; von denen jeder versucht seinen Kopf durchzusetzen; und letztlich kommt, auf Schwäbisch gesagt: einfach nur Murks raus.
Deshalb wäre es wesendlich sinnvoller, billiger und effektiver die 16 Bildungsministerien aufzulösen und eine gemeinsame Institution zu etablieren. Und diese Institution sollte dann das ganze neu aufarbeiten.
Aber wieso geschieht das nicht? Weil die gesamte Politik nichts weiter ist ein Kasperlestheater ist das beherrscht wird von Intriegen und Machtrangeleien.
Von dieser Warte aus betrachtet muss ich ganz ehrlich sagen, jeder der für irgendein politisches Amt kandidiert ist von vornherein nicht dafür geeignet. Und das ist sogar in der Regionalpolitik so, da werden sinnvolle Entscheidungen nicht getroffen weil Hinz und Kunz vom Stadtrat sich auf den Standpunkt stellen; den kann ich nicht leiden und deshalb mach da nicht mit.
Es ist der reinste KINDERGARTEN!!!!!
Und zwar nicht nur in Deutschland, das ist überall so. Egal ob Nato, Arabische Liga, Weltklimakonferenz oder sonst irgendwas. Und ganz ehrlich, wenn die “Politiker” endlich bald mal mit dem Schmarn aufhören, dann seh ich wirklich Schwarz für diesen Planeten.
Das ist exakt der Grund, warum ich das Parteiensystem als gescheitert ansehe. Es geht hier nur mehr um einen Machterhalt, aber nicht mehr um das Sich-Kümmern um gescheite Lösungen. Ich bin inzwischen der Meinung, dass nur Abstimmungsverfahren unabhängiger Menschen helfen, die Lösungen zu kommen, von den allen etwas haben können. Ich hatte dazu hier geschrieben:
http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/10/05/der-steinige-weg-zur-direkten-demokratie/
Hallo Marius – Auf den Punkt gebracht.
Institution?
Eltern, Kinder und ???
Wer fängt an, ein neues Konzept zu entwickeln?
Warum eine Aufarbeitung / Neugestaltung nicht geschieht?
Der Prozeß der Entmenschlichung scheint noch nicht abgeschlossen.
Politiker sind Schädlinge* für Menschen, Nützlinge für das Prinzip der Entmenschlichung.
Tscha, wann hört das auf?
Wenn sie einsehen könnten, dass sie sich selber schädigen?
Bedingung dafür ist: Sie müssten sich als “Menschen” erkennen.
Oh,oh!
* Übrigens halte ich die sozialen Leistungen für einen “Deckmantel”,
unter dem alles abläuft, um was es dem System wirklich geht, u.a.
Täter und Opfer zu produzieren.
Es ist äußerst wohltuend, dass wir hier nicht in dieses Spiel einsteigen.
Dir einen guten Abend.
Wolfgang
Ich würd sagen, dass wir nicht nur ne direkte Demokratie brauchen, sondern auch ne pragmatisch technokratiesche Demokratie in der derjenige Minister wird der auch Ahnung vom Themengebiet hat. Wir brauchen ein System das nicht von Machtspielchen regiert wird
sondern von der wissenschaftlichen Analyse und Lösung von problemen. Demokratie ohne Politk könnte man es zusammenfassen.
Dann sollten Dir die Konzepte des Zeigeist Movement gefallen. Ich hatte zuerst einige Vorbehalte, da es nach Sekte aussah. Inzwischen hatte ich einige Kontakte und das fühlte sich definitiv nicht nach Sekte an. Es ist ein lockerer Verbund tausender Menschen Weltweit, die seit etwa drei Jahren Ideen entwickeln, wie eine Ressourcen-basierte Wirtschaft aussehen kann. Ich hatte hier angefangen zu schreiben:
http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/05/30/ist-eine-resourcenbasierte-wirtschaft-die-losung-fur-eine-menschlichere-welt/
Ja das Zeitgeist Movement kenne ich, ich hatte mich kurz vor meinem Abitur damit befasst. Leider hat selbiges dann dafür gesorgt das ich kaum noch in der Lage war mich weiter in solche Ideen einzuarbeiten.
Wissen sie, Herr Dr. Bartonitz, diese Beschleunigung unseres Lernens und Lebens hat glaube ich auch Selbstzweck. Die intelligenten, nachwachsenden Menschen werden immer mehr zu Fachidioten. Hierzu ein Beispiel; es ist für mich an meiner Universität kaum noch möglich jemanden für anregende Diskusionen zu finden, weil alle nur noch sturr ihren Stoff reinziehen. Die selektive Bildung wird immer weiter herausgehoben, und die universelle Bildung verkümmert; und das in der Spitze unserer Gesellschaft. Die Spezialisierung der jungen Menschen frisst langsam gesellschaftskritisches Denken. Ich will hier nicht sagen das universitär gebildeten Menschen langsam zu Fachidioten werden, aber es zeichnet sich doch eine, sagen wir mal auffällige Entwicklung ab.
Der Verschwörungstheoretiker würde es so ausdrücken; G8 und Konsorten beschäftigen die intelligenten jungen Menschen so sehr, dass ihre politischen und ethischen Werte und Einstellungen verkümmern. Was zur Folge hat, dass die Konzerne sie noch besser ausbeuten können.
So entsteht Schizophrenie – indem das Natürliche, das Miteinander von Geist und Gefühl gespalten wird. An die Stelle der Gefühle treten nun Emotionen, Angst, Frust, Wut, und die machen das Fundament des Menschseins, den Körper, kaputt – und reduzieren damit das Bewusstsein, das umfassendere Wahrnehmen.
Sollte man verstehen können, oder?
Vielleicht sagt Guido noch mal was zum Thema Dissonanzen.
Wolfgang
Auf den Punkt gebracht. Und wer erkennt, dass HABEN auf Dauer nicht wirklich glücklich macht, der kann sich wissend dem SEIN zuwenden. Und das in Gemeinschaft, also kooperierend mit seinen Nächsten. Mir scheint, dass ein genossenschaftliches miteinander Wirken ein sinnkopplender Weg für mehr Leben als Konsumieren ist.
JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
danke, dass jemand diesen “Zustand” mal in Worte gefaßt hat. Für mich ist das “Kindesmisshandlung”. G8 für hochbegabte und gerne lernende Kinder ja, aber nur, wenn sie das gerne wollen, aber nicht für den Rest. Es gibt Kinder die sind schnell, Kinder die mehr Zeit brauchen und Kinder die mal schnell und mal langsam sind. Wenn wir dieses Land retten wollen, dann müssen wir uns auf unsere Kinder einstellen, jedes Einzelne mitnehmen und jedes Einzelne da abholen, wo es steht. Was wir aber machen, ist, ganze Generationen verheizen, damit einige Wenige Profit machen können. So gerne wie ich Enkelkinder hätte, so sehr hoffe und wünsche ich mir, dass meine beiden Töchter keine Kinder bekommen werden oder die Konsequenzen ziehen und in ein anderes Land gehen. In ein Land, in dem ein Kinderleben etwas wert ist und nicht von “Betonköpfen” erst fremdbestimmt und irgendwann “begraben” wird.
Sind so kleine Hände
Sind so kleine Hände, winzige Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann.
Sind so kleine Füße, mit so kleinen Zehen.
Darf man nie drauftreten, können sie sonst nicht gehn.
Sind so kleine Ohren scharf, und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen, werden davon taub.
Sind so schöne Münder, sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus.
Sind so klare Augen, die noch alles sehn.
Darf man nie verbinden, könn sie nichts verstehn.
Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen, gehn kaputt dabei.
Ist so ein kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht.S
Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht.
Gerade, klare Menschen, wären ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat, haben wir schon zuviel.
Bettina Wegener 1987
und Leute ohne Rückgrat verheizen unsere Kinder….. was mich schon lange traurig und wütend macht. Ich kann nicht verstehen, wie man solch inkompetente Kreaturen auf solche Posten setzen kann.
Danke Heidemarie, für dieses schöne Gedicht.
Es gäbe einen Ausweg über Parallelgesellschaften, die sich selbstversorgen. Es sind auch schon einige unterwegs.
Einige haben schon den Mut, in die Selbstverwaltung zu gehen. Auch ein spannendes Thema …
Aber je mehr Menschen sehen, was mit uns passiert, desto leichter werden wir dem aktuell krankmachenden, weltzerstörerischen Profitmaxieren den Rücken kehren und es anders machen können. Und diese Erkenntnis läuft gerade weltweit. Das nächste Jahr scheint mir ein sehr spannendes zu werden.
Lieben Gruß, Martin
laß uns das ganz anders regeln. jeder bekommt einen Anspruch auf das Abitur und ihm wird freigestellt, wie lange er dazu braucht. Dauert es 60 Jahre, weil derjenige eben weder begabt ist noch gern lernt, dann kann der Staat doch solange Unterstützung geben. Und spätestens nach den 60 Jahren kann auch keiner mehr von Kindesmißhandlung sprechen.
Hallo Heidemarie,
ja, wertvoll, von Dir ein klares Wort zu hören: KINDESMISSHANDLUNG.
Kinder, dazu bestimmt, verheizt und verscharrt zu werden?
Krieg? Ja, KRIEG!
Gerade dachte ich,
Kinder gehen in die Schule,
damit sie und auch die Eltern lernen,
KLUG zu werden.
Wenn ich den Artikel bei Heise richtig interpretiere, können gerade die Eltern dankbar sein, deren Kinder nicht in das Siebungs- und Ausleseverfahren der Mega-Psychopathen geraten. Früher warnte man die Kindr, mich auch, vor Zigeunern. So ändern sich die Zeiten.
Ein sehr schönes Gedicht von Bettina Wegner, ich kannte es nicht. Danke!
Herzliche Grüße an Dich von mir.
Wolfgang
Hallo, ich bins nochmal.
Einige konzeptionelle Gedanken; was wäre wenn wir unser ganzen Bildungssystem über den Haufen werfen. Ich hab mir ein paar Gedanken darüber gemacht.
Wie wäre es wenn wir das Gymnasion einfach abschaffen, und alle Schüler bis zur 9 oder 10 in den selben Klassen wären. Klassen die nicht so starr sind wie heute sondern mit Möglichkeiten in den Fächern die einem liegen Schwerpunkte zu setzen. So in etwa mit A, B und C Kursen. Breit aufgestellte Schulen in denen unsere Kinder auch Dinge lernen könnten wie soziale Arbeit, Technik, oder Wirtschaftswissenschaften. Damit unsere Kinder schon früh lernen was ihnen liegt und was ihnen Spaß macht.
Das würde einige Probleme Lösen, z.B. wissen viele Studenten von normalen Gymnasien überhaupt nicht was sie machen wollen und landen dann in Depressionen und unter Umständen später in einem Job den sie nicht wollen.
Das lässt sich auch an Zahlen belegen, zum Beispiel ist der Alkoholkonsum unter männlichen Studenten enorm und nahezu 60% aller Studentinnen leiden während ihres Studiums mindestens einmal an Depressionen. Aber ich schweife ab.
Nach dieser Gesamtschule könnte für alle zunächst eine Berufsausbildung folgen. Zum einen um zu sehen ob einem das was in der Schule Spaß gemacht hat auch immernoch Spaß macht, zum anderen um für die Gemeinschaft bereits etwas zu erwirtschaften. Während dieser Ausbildung würde sich natürlich eine “Berufsschule” angliedern in denen junge Erwachsene genau wie in einer normalen Schule ein breites Wissen und fachspezifisches Wissen ansammeln könnten. Natürlich müsste das Niveau höher sein als in heutigen Berufsschulen. Und erst nachdem alle Jugendlichen dieses System durchschritten haben können alle als Erwachsene entscheiden ob sie diesen Job ein leben lang machen wollen, ob sie sich umentscheiden wollen oder ob sie sich In diesem Berufsfeld weiter ausbilden lassen wollen. Z.B. vom Zerspaner oder Industriemechaniker zum Ingenieur/oder Meister oder vom It-Systemkaufmann zum Informatiker etc.
Dabei sollte ein Studium aber mehr darstellen als es das heute tut. Nicht nur stupides Fachwissen ansammeln, Scheinen und Klausuren hinterherrennen. Sondern mit einen zusätzlichen universalen Lernen. Nicht um den Menschen dann noch kurse in Literatur oder sonst was aufzudrücken, sondern damit sie die Zusammenhänge sehen und verstehen können die unsere Welt bewegen.
Und fürwahr sehr viele meiner Komilitonen können genau das nicht mehr.
Ein solches Bildungssystem würde wie unsere Regierenden sagen “Mit der Lebenszeit unserer Kinder sorgsam umgehen.” Es würde auch dafür sorgen das alle Menschen mal unten gebuckelt haben, es würde dafür sorgen das Studenten und Absolventen von Universitäten auch die lang vermisste Praxiserfahrung haben aber vor allem würde es dafür sorgen das für viel mehr Menschen der Beruf zur Berufung wird.
Aber das sind nur die Gedanken eines einzelnen, ich würde mich über Kritik und Anregungen freuen.
Lieber Marius,
Deine Ideen gehen in die richtige Richtung. Und es ist genau das, was Prof. Dueck fordert: fragt doch unsere “Kinder”, wie sie lernen wollen!
Ich werde nun die Lehrerverbände anschreiben und auf diesen Artikel mit den Kommetierungen aufmerksam machen. Mal schauen, wo kreativ gearbeitet wird, so dass da was zusammengeführt werden kann.
LG Martin
Schade, nun ist er weg. Hatte einen schönen Text, zumindest aus meiner Sicht
… doch das Systemmonster hat ihn sich einverleibt … somit bleibt einzig folgender Link zum Thema:
http://www.sein.de/archiv/2009/juli-2009/wo-die-kinder-fliegen-lernen.html
Bekomme jeden Text leider nur einmal so hin, wie ich ihn gerne hätte …
Gruß und gute Nacht
Guido
Ja, wichtiger Text und danke für den Hinweis:
Hallo Marius,
ich bin nicht sicher ob unser derzeitiges Bildungssystem überhaupt reformierbar wäre.
Denn hinzu kämen soviele andere, notwendige Reformen, unsere Gesellschaft wäre eine andere. Ich wäre eher dafür, einen Staat komplett in Frage zu stellen und zu lernen neu zu denken, anstatt die alten Regeln zu nehmen und sie etwas zu modifizieren. Das wäre so wie die Arbeitsbedingungen für Sklaven verbessern. Wir wollen keine besseren Arbeitsbedingungen für Sklaven – wir wollen die Sklaverei im Ganzen abschaffen.
Sicherlich hat sich die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens inzwischen rumgesprochen, dank der vielen ehrenamtlich arbeitenden Bürgerinitiativen, denn die öffentlichem Medien kann man ja größtenteils vergessen. Das wäre in meinen Augen genau das Instrument, welches nicht nur eigenständiges Denken der Menschen wieder ermöglichen würde, was ja die Grundvoraussetzung für Demokratie ist, sondern auch in so vielen Bereichen den stetig wachsenden, beängstigenden Verfall von Gemeinschaften umkehren könnte.
Ich bin mir der Zinseszins-Problematik sehr bewußt. Nicht umsonst hat Henry Ford gesagt:
“Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh.” Damit hat er zu 100% Recht und nicht einen Deut übertrieben. Ich wäre nun trotzdem jederzeit dafür, das derzeitige System zu benutzen um die Umschichtung von unten nach oben endlich umzukehren.
Natürlich sammeln sich weiterhin Unmengen an Gelder bei einer relativ kleinen Gruppe von Menschen, welche alle anderen durch unser System verurteilt sind, durch Steuern (versteckt in allen möglichen Waren und Transaktionen) aufzubringen. Falls es sich noch nicht überall rumgesprochen haben sollte, unser Finanzsystem steht relativ kurz vor dem Kollaps:
Zurück zu unserem Bildungsproblem würde ich mir als erstes die Frage stellen: auf was ist das Verlangen nach Bildung aufgebaut? Wir wollen unseren aufwachsenden Kindern notwendige Allgemeinbildung beibringen, weil wir unser Leben als Erwachsene, gebildete Menschen qualitativ besser gestalten können, als ungebildet.
Was ist notwendige Allgemeinbildung? Nun, Bildung ist sicher nicht etwas, was man ohne die Einwilligung der Kinder übertragen sollte. Wird aber heute so praktiziert!
Kein Kind wird gefragt,
1 wann es lernen möchte (jeder hat seine bessere und schlechtere Tageszeit)
2 was es lernen möchte (bezogen auf Neigungen und Talente)
3 auf welchem Weg es am besten lernen kann (jeder Mensch ist anders)
4 von welchem Lehrer es lernen möchte (Antipathie ◄► Sympathie)
5 mit wem und mit wem es nicht zusammen lernen möchte (Mobbing)
6 ob es die notwendigen (finanziellen) Mittel hat, um vernünftig lernen zu können
7 ob es innerlich bereit ist, den Stoff aufzunehmen (kaputtes Elternhaus)
Dies alles spielt in der Zwangsjacke unseres heutigen Bildungssytems keine Rolle.
Vielmehr vermischt der Staat mit seinem Schulzwang geschickt interessante Bildung mit der Abrichtung zur Gehorsamkeit. Das ist sehr verwerflich und gleicht meiner Meinung nach geistlichen Vergewaltigungen inerhalb von mindestens 10 Pflichtschuljahren.
Wie die meisten von uns schmerzhaft berichten können, ist es ein Wunder diese Zeit einigermaßen integer überstanden zu haben, ohne dauerhaften Schaden davonzutragen. Wie Prof.Dr.Gerald Hüther in einem seiner Vorträge (aus dem Video von oben) erklärt, ist diese Vorgehensweise mit Schülern vom Staat nicht unbeabsichtigt, denn zur Gehorsamkeit erzogene Jugendliche werden auch gehorsame Erwachsene, wie man ja schön in allen Bereichen der Gesellschaft beobachten kann. Und was kann einem Staat besseres passieren als sich mit Hilfe von gehorsamen Bürgern in übergeordnete Position zu halten?
Weiterhin würde ich den Sinn unseres Bildungssystem in Frage stellen wollen, denn wir im Westen mit unserer derart gesteigerten Produktivität haben es nun sicher nicht nötig, unsere Resourcen künstlich derart zu verknappen, nur um mehr von UNTEN nach OBEN zu scheffeln. D.h. in einer “echten” Solidargemeinschaft wäre genug für alle da, aber wir haben ja keine “echte” Solidargemeinschaft sondern eine Klassengesellschaft.
Ich habe das Bild eines kleinen Kindes im Kopf, welches im Kindergarten sämtliches, vorhandenes Spielzeug um sich zusammensammelt und alle anderen Kinder stehen im Kreis um das selbstsüchtige Kind herum. Sobald eines der anderen Kinder sich nach vorne beugt um sich ein Spielzeug zu nehmen, fängt das selbstsüchtige Kind an laut zu schreien und kämpft wie um sein Leben dafür, daß niemand “sein” Spielzeug wegnimmt.
Da würde doch selbstverständlich die Kindergarten-Tante eingreifen um dem selbstsüchtigen Kind zu erklären wie die Regeln in dieser kleinen “Gemeinschaft” sind. Und die Regeln erlauben nun mal eine arge UNGERECHTIGKEIT nicht.
Merkwürdigerweise gelten diese Regeln in der Welt der Erwachsenen dann nicht mehr. Dort können die einen im Überfluss schwimmen, währen die anderen verdursten – wie will man das einem Kind noch erklären, außer mit der Staatsform Diktatur?
Siehe auch: “Severin Suzuki Speaks at Rio in 1992“:
[...] I’m only a child, yet I know if all the money spent on war was spent on ending poverty and finding environmental answers, what a wonderful place this Earth would be.
At school, even in kindergarten, you teach us how to behave in the world. You teach us not to fight with others, to work things out, to respect others, to clean up our mess, not to hurt other creatures, to share, not be greedy. Then why do you go out and do the things you tell us not to do? [...]
Wenn die Frage geklärt würde, wieviel Engagement eine gesunde Gesellschaft eigentlich braucht, damit alle in ihr Lebenden sich wohlfühlen, dann können wir uns erst der Bildungsfrage zuwenden. Bildung soll eben nicht vermittelt bzw aufgezwungen werden, damit die Wirtschaft brummt (Stichwort Umschichtung), sonder um den größtmöglichen Wohlfühlfaktor der Menschen zu ermöglichen. Wenn wir eine überschaubare Gemeinschaft wären, dann würden die Mitglieder sich bestimmt schnell einigen können, darüber was sie eigentlich wollen und was nicht, aber in einer Förderation der Bundesländer mit etwa 82 Millionen Menschen (ganz zu schweigen auf Europa-Ebene) scheint es absolut unmöglich zu sein, allgemeinverbindliche Festlegungen zu treffen, die für jedes Mitglied gelten. Es ist nicht natürlich, warum es also erzwingen?
Würden wir es schaffen eine realistische Bestandsaufnahme dessen zu machen was wir haben, uns (erstmalig?) klar zu werden was wir eigentlich wollen und wohin die Reise mittelfristig gehen soll, dann erst kommt das Umsetzen und keinesfalls das derzeitige, vollkommen unangemessene System übernehmen um es etwas freundlicher und erträglicher zu gestalten.
Wenn ich einen Pflaster auf eine Blinddarmentzündung klebe, wird der Patient davon auch nicht gesünder.
Ein anders Thema, welches ich in diesem Zusammenhang gerne ansprechen möchte, sind die stetigen Tragödien, von denen wir regelmäßig in den Zeitungen lesen und im Fernsehen hören können. Ich spreche von menschlichen Schicksalen, bei denen immer sehr, sehr viel Gewalt eine Rolle spielt und in den meisten Fällen Todesopfer fordert.
Was denkt ihr eigentlich, wie gesund bzw krank eine derartige Gesellschaft sein mag, in der sowas andauern passieren kann? Wie können wir uns eigentlich Gedanken über Bildung machen, wenn wir noch nicht mal geistig gesundes Aufwachsen einer Gesellschaft zustande bringen? Was für Prevention betreibt ein Staat, der an allen Ecken und Enden spart um weiterhin von UNTEN nach OBEN umzuschichten?
Bestrafung und Wegsperren ist keine Prevention, ganz nebenbei gesagt.
In den USA waren 1980 noch 25.000 Menschen in den Gefängnissen. Heute sind es 5 Mio. Menschen. Über den Grund dafür, dürft ihr nun gerne spekulieren.
Ein sehr guter Beitrag, Michael.
Was haben wir – was wollen wir, wie erreichen wir es.
Erich Fromm schlägt vor, Gemeinschaften zu gründen, in denen sich spezeille Interessen begegnen – und Menschen, deren Interessen sich veränderten, den Wechsel in entsprechende Gemeinschaften leicht zu machen.
Früher war man auf der Wanderschaft, heute gilt als absolutes Gebot die Sicherheit, die man nur unter dem Druck, den Arbeitsplatz wechseln zu müssen, aufgibt.
wie kommen wir mit Deinem Konzept weiter?
Ich plädiere seit Wochen für die Einrichtung von Arbeitsgruppen.
Dabei ganz wichtig das Hauptthema Grundeinkommen.
Diese Arbeit können wir Martin nicht anlasten, aber unter uns gibt es doch sicher ein paar Interessierte/Fähige, die mehr Zeit haben, oder?
Klar dürfte sein: Solange wir auf der “Spinner-Ebene” gehandelt werden, bewegt sich nix.
Wolfgang
Ja, Michael,
Deine Gedanken über den Staat kann ich nachvollziehen. Hier wird von oben nach unten regiert, von Zentral nach Dezentral. Mein Vortellung ist, dass hier umgekehrt werden muss. Alle Macht den kleinen Zellen. In der Wirtschaft nennt man das agile, selbstverantwortliche Teams. Jede Ebene darüber sollte nur Vertretungsrechte, aber keine Entscheidungsrechte haben. So ginge wirklich alle Macht vom Volke aus. Das ist das, was ich von der Bewegung echte Demokratie jetzt! in Spanien ausgehen sehe.
Und anstelle eines BIP sollte es einen Glücksfaktor geben, an dem wir messen können, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Immerhin:
Messen wir doch bald unser Gemeinwohlbefinden mit einem Glücksindikator und nicht mehr per BIP?
LG Martin
Kommentar von Maren Bartonitz: “…Ich denke nicht, dass ich jemals Kinder in diese Welt setzen werde. Das kann ich nicht mit guten Gewissen tun.” <– wirklich interessant. Ich muss sagen diesen Gedanken hatte ich auch, und gesagt dass ich keine Kinder in die Welt setzen möchte. Geht man davon aus, dass das mehrere denken, und von denen auch einige einhalten würde das das Demographieproblem verstärken und die Abschaffung des einen Schuljahres hätte nur einen kurzfristigen Gewinn gebracht.
Am Brief hat mich vor allem das Ende ziemlich erschüttert. Als der Papa von dem einen Jahr "Seele baumeln" lassen sprach, habe ich mir versucht vorzustellen wie das bei mir aussehen würde (ich bin 20 und studiere) und ich dachte mir, dass das nicht möglich ist, da ich ansonsten im Vergleich zu Gleichaltrigen 1 Jahr verlieren würde und das im Lebenslauf sicher nicht gut kommt. Und auf einmal steht dann da: "Und ich hoffe, dass Du mich dann, wenn es losgehen soll, nicht mitleidig anschaust und sagst: »Das ist doch reine Zeitverschwendung.«" Wie wahr, wie wahr…
Liebe Lisa,
die Seele kann auch über Erfahrungen sammeln in andern Ländern baumeln, und das kann man immer noch genau als solches gut als Reifung darstellen
Es ist so leicht zu sagen: hab Mut!
Aber ich denke, genau das ist es …
LG Martin
Seele baumeln lassen – hört sich sehr romantisch an, vielleicht in einer wilden Einsamkeit die Stille erleben, wenn ein Vogel singt.
Seele baumeln lassen kann dazu führen, die Freiheit, die wirkliche Freiheit zu spüren. Wer also meint, in diesem System eine funktioniere Rolle einnehmen, “Karriere” machen zu müssen, sollte aufpassen: Der Weg aus der Freiheit zurück in die Verknechtung ist nicht leicht.
Auf meiner Reise lernte ich einen Mann kennen, der mir seine Geschichte erzählte. Er war ein paar Jahre mit dem Fahrrad in Indien unterwegs, dann zurück nach Deutschland gekehrt und in eine bürgelriche Existenz geschlüpft, Arbeit bei einer Versicherung, Frau, Kinder. Er war Alkoholiker, erschien mir verwirrt, zerrissen.
Damals fragte ich mich, wie ein Mensch, der die Freiheit sich erfahren hatte, seinen Status hergeben konnte. Er konnte es – und doch nicht.
Ich erfuhr mir meine Freiheit im Alter von 40 Jahren, fühlte mich zwar als Spätzünder, war aber so weit gereift, dass ich mit den entstehenden Konflikten umgehen konnte – allerdings auch nur mit viel “Glück”. Freiheit kann Seligkeit UND Abgrund bedeuten.
Meine Empfehlung lautet, erst mal SEINE “Seele” durch Meditieren erfahren, genau zu hören, und DANN zu entscheiden. Das Paradies ist überall, besonders ausgprägt im Inneren eines Menschen, zu finden.
Wolfgang
Wunderbarer und eindeutiger Brief. Hätte ich doch bloß ein paar Jahre früher diesen Brief von meinen Eltern bekommen….!
Jetzt steh ich da mit meinem Abitur als Stufenbester. Da hat sich nur bisher keiner für interessiert. Den aalglatten Bachelor musste ich dann aber schließlich vorzeitig abbrechen, weil ich eine Depression bekommen habe, dann einen Tinnitus, dann bin ich auf beiden Orhren ertaubt und letzten Endes konnte ich mich 2 Jahre bis jetzt nicht mehr bewegen, weil auch mein Innenohr kaputt gegangen ist: Dauerschwindel. Den Daueraufenthalt im Krankenhaus und dass ich auch fast erblindet bin brauch ich eigentlich nicht mehr zu erwähnen. Bisher konnte mir auch keiner helfen. Soviel also zur gewünschten Berufslaufbahn.
Danke lieber Staat, dass mir das in der Schule zwischen den etlichen Tausend Unterrichtsstunden niemand erklärt hat, zu leben.
Lieber Anders,
ich drücke Dir die Daumen, dass da noch was geht. Wenn Du den Staat anrufst, so müssen wir alle, die wir ihn bilden dafür gerade stehen. Denn alle haben bis jetzt ohne zu hinterfragen in diesem diffusen Spiel mitgemacht. Ganz langsam erst hebt sich der Nebel über dem, was wir uns Alle gegenseitig antun. Aber so wie es jetzt läuft, das wird immer klarer, darf nicht weitergehen.
Ich wünsche Dir viel Kraft aber auch viel Zuspruch für Dein weiteres Leben
Martin
Ihre Geschichte, extrem, und sehr dankenswert, das Sie uns so offen schreiben.
Kurz-Analyse
Ihr Geist ist sehr klar, ihre rezeptiven Sinne geschädigt, betroffen, getroffen, von WAS?
Vermutlich eine SCHOCKierende Wahrnehmung, die ihr “Teilsystem Wahrnehmung” im Kern traf und Verwirrung auslöste. Zunehmende Symptome, da der Schock nicht aufgelöst wurde.
Ich antworte Ihen mit Worten Bruno Grönings:
Alle Krankheiten sind heilbar, aber nicht alle Menschen.
Wenn Sie weiter sprechen möchten, bitte über unsere Homepage.
Wolfgang
DANKE EINMAL, auch wenn es absolut nicht schön zu lesen war was ich mir schon so lange denke. Ein Indiz für mich die letzten Jahre ist das. Als Jugendlicher (bin jetzt 48) verging die Zeit ja meist viel zu langsam. Man konnte nicht erwarten endlich 12 zu sein, dann 16 und ein Moped (ohne Helm
zu fahren, dann die Zeit bis zum Führerschein….., jetzt vergeht für unsere Kinder die Zeit genauso schnell wie für uns, ist aber auch ganz klar, sie sind ja genauso schnell unterwegs wie wir.
und ich bin dieses Lebens oft sehr sehr müde. Bin Selbstständig, 3 Kinder (21,18,16) zahle und hackle wie ein Irrer, keine Zeit für mich -wirklich keine, werde mir ständig untreu da ich das und das wieder nicht machen kann da keine Zeit dafür da ist-, Herzinfarkt mit 44, wieder Vollgas weil es nicht anders geht (Geld…..) ärgere mich über die Goldmann Sachs, JP Morgans……, die durch irre Spekulationen den Unfrieden der Welt am Gewissen haben während die Merkls & Co versuchen sollen aufzuhalten was nicht aufzuhalten ist.
Ja, und unsere Kinder opfern wir diesem System, in dem die Kinder und speziell die Kindheit keinen Platz hat.
Fängt schon damit an dass keiner ein Kinderfahrrad produziert. Habe Wochen gesucht um ein Fahrrad für Kinder zu finden, eines wie ich eines hatte und die Freunde auch. Keine 21 Gänge, dafür eine Rücktrittbremse mit der man ordentlich bremsen konnte und das Rad dann noch ein paar Meter weiterrollen durfte bevor es umgefallen ist ohne dass etwas gebrochen ist.
Wir hatten ein Freizeitgewand bei dem es egal war wenn es einen Fleck bekommen hat oder gerissen ist. Wir, und die Eltern, hatten auch keine Angst wenn wir ohne Helm mit dem Rad unterwegs waren und es ist auch keiner meiner Freunde daran gestorben oder hat sich schlimm verletzt.
Wir waren auch nicht so oft zerstritten und machten uns die Sachen selber aus.
Wir haben auch weniger geraucht und weniger getrunken, beides aber früher probiert, da wir zwar viel Freizeit aber nicht so viel Geld zur Verfügung hatten.
Wir haben auch noch jeden gegrüßt und wurden selber gegrüßt, dafür konnten wie nicht nach der Volksschule alle Zeiten auf Latein aufsagen.
Dafür fanden wir ohne Navigationssytem den Weg von A nach B, denn man konnte damals noch nach dem Weg fragen.
Unsere Häuser hatten keine Rolf Benz Sofas in Weiß, dafür durfte man darauf auch noch turnen und mit Freunden feiern. Mehr als 50% aller Partys unseres Sohnes während dem Gymnasium fanden -Gott sei Dank, denn es waren tolle Jugendliche- bei uns statt da sie sonst fast nirgends feiern durften.
Habe selber meinen Kindern schon aufgeschrieben welche Fehler sie bitte nicht machen sollen. Speziell beim Umgang mit den Banken und den Verlockungen der Wirtschaft sollen sie mal nicht so dumm sein wie ich und meine Generation, denn dafür darf ich jetzt hackeln bis zum Schluß
DANKE für den Brief und alles Gute an dich und deine Kinder
Martin
Fazit:
alle schreiben das was sie denken, aber sind sie auch bereit auf die Straße zu gehen?
Wie viele stehen da, die vorher lauthals anonym im Internet gemeckert haben?
Hier steht viel Wares aber das war es. Es Interessiert doch dann keinen Arsch mehr.
Also Bullshit. Steht auf und ändert etwas.
Unsere Wirtschaft ist am Boden und Ihr diskutiert über so etwas. Haben wir bisher was getan das sich was ändert??
Früher wurde demonstriert und heute haben alle Angst Ihr Ansehen zu verlieren wenn sie Ihre Meinung sagen.
Aber w enn ihr kein Auto mehr bewegen könnt weil Sprit zu teuer ist. Kein Bier mehr im Kühlschrank für Fußball schauen dann werdet ihr erwachen und merken es ist zu spät.
Ich zahle noch Schulden für Dinge die ich nicht begangen Habe???? Bei heutigem Recht verklagt werden ohne Mord???
Spenden an EU Mitglieder und Deutsche Kinder hungern???
Fußballer und viele Sportler verdienen Milliarden und wir haben kein Geld??
Alle gehen trotzdem hin oder sitzen vor der Glotze.
Wir sitzen in einem Glashaus und lassen uns führen wohin die Wollen.
MfG
Oliver
Hallo Oliver,
Ja, so hatte ich auch schon gedacht. Es gibt aber inzwischen auch eine andere Form des Protestes. Und der findet hier im Internet statt. Der hat zwar keine Bilder, die wir im Fernsehen sehen. Aber dieser Protest wie hier in den Blogs wirkt wie ein schwelender Flächenbrand. Durch den leisen Austausch von Gedanken, so wie ich dies gerade zu Deinen Anmerkungen mache, verändert sich das Bewusstsein der Menschen genauso wie es geht, wenn uns die Medien mit ihren Bildern versuchen zu manipulieren.
So müssen wir gar nicht erst auf die Straße gehen, um uns bemerkbar zu machen. Die im Internet aufgeschnappten Gedanken werden in Gesprächen mit Bekannten weitergetragen. Und so ändert sich unsere Verhalten langsam und leise. sO werden wir anfangen, unser Hamsterradlaufen (ob Beruf oder Schule) zu überdenken, wir werden anfangen, anders und kontrolliert zu konsumieren, wir unterschreiben Online-Petitionen und machen uns gegenseitig auf unethisches Verhalten von Lenkern großer Firmen aufmerksam.
Das ist ein Graswurzeleffekt, der am Ende nachhaltiger sein wird, als wenn wir mit Demos unsere Lenker dazu bewegen, von oben etwas zu ändern und nach unten durchzudrücken. Wer hindert uns daran, im Kleinen schon sofort die Weichen zu stellen, z.B. mit den Lehrern und Eltern der Schule zu sprechen und auf die Missstände aufmerksam zu machen und gemeinsam anderes, besseres auf den Weg zu bringen. Nicht wieder die Stimme abgeben sondern die Stimme zu gebrauchen, um miteinander etwas zu bewegen. Es braucht doch eigentlich Niemanden von da oben, wenn wir unten einfach TUN.
Lieben Gruß, Martin
Ganz meine Rede schon seit Jahren.
Leider werde ich im Kreis meiner Bekannten und Arbeitskollegen nur als Träumer belächelt. Was könnte ein Einzelner schon bewegen, wenn die da oben nicht mitmachen.
Meine Überlegungen drehen sich aber weniger um das Thema Schule und Kinder(erziehung), sondern um die Ursache unserer heutigen Missstände. Wie ich das sehe, ist das Thema hier nur eines von vielen Symptomen. Auch wenn man es so sehen kann, dass hier schon in sehr frühem Stadium die Basis gelegt wird für ein System konformes Verhalten.
Ursächlich erscheint mir jedoch zu sein, dass Geld seinen Zweck als Tauschmittel verloren hat und selbst zu einer sehr begehrten Ware geworden ist. So wird es gehortet und vermehrt, wo immer es geht. Gleichzeitig ist es zu dem bestimmenden Machtfaktor geworden. Mit genügend Geld, kann alles ermöglicht oder aber auch verhindert werden.
Hier erscheint mir der Ansatzpunkt für einen Wandel. Geld ablösen durch etwas, dass nicht gemehrt und gehortet werden kann, dass jeder besitzt und gleichwertig einbringen kann. Arbeitszeit
Bin gespannt auf die Reaktion und eventuelle Diskussion.
Lieber Tengri,
ja, die Probleme mit der Ausbildung sind direkt gekoppelt an das System einer leistungslosen Geld- und Eigentumsmehrung durch das Erlauben von Zinsnehmung beim Leihen von Werten, speziell dem Geld. Denn wenn alles Tun nur noch dem Mehren des Geldes per Zins dient, dann leisten 99% mit ihrer Arbeit für das eine 1%, die viel Geld haben (daher das 99% Schild der Occupy Bewegung). Und dann müssen diese 99% ohne zu murren gehorchen und dienen. Und wer das in der Schule gelernt hat, der dient anschließend reflexartig auch im Hamsterrad der Lohnarbeit (siehe auch den Film Thrive in meinem gestrigen Artikel).
Es gibt Konzepte, die auch hier und da schon genutzt wurden, damit Geld wieder zum tpyischen Tauschmittel wird. Ich hatte vor Monaten diesen Artikel geschreiben:
Mit fließendem Geld anstelle unseres statischen geht es auch mit unserer Gemeinschaft wieder richtig gut – von einer Fairconomy
Und wer das Geldsystem noch mehr durchdringen will und wissen will, wer es so eingeführt hat und wem es daher nützt, der findet hier eine geballte Ladung an Informationsquellen:
Alles was wir über die Finanzkrise und das fehlerhafte Geldsystem wissen sollten und können …
Viele Grüße, Martin
p.s.: “Träumer”: es gibt auch den Weltverbesserer und den Gutmenschen (kommt von den Rechten). Aber durch die Krise kommt das Aufhorchen und dann das Aufwachen, und so schauen mich die Menschen, mit denen ich spreche nicht mehr so skeptisch an, wenn ich die Themen in die Runde werfe …
Hallo Martin,
aber diese stillen Wasser und kleine Gedanken sind viele, doch leider quillen sie sie nicht aus.
Bestes Beispiel meine Tochter und Ihre Schule. Stunden fallen aus Lehrermangel, dann kommen Lehrgänge ect.
Das alles gab es zu meiner Zeit nicht. Genau so wie ein Hintern voll mir früher auch nicht gescahdet hat. Das ist noch nicht lange her. Ich habe noch beigebracht bekommen Respekt vor anderen zu haben.
Die da oben werden aber imnmer wieder gewählt und drücken uns kleinen in eine Welt wo wir nicht rauskommen. Ich werde so klein gehalten das ich nur funktionieren kann um zu überleben.
Nichts ändert sich meiner Meinung durch Diskusionen sonder durch Taten.
Mit freundlichen Grüßen Oliver.
hallo. netter brief, netter blog, gleichwohl ich nicht alles gelesen habe…
was hier beschrieben wird, ist seit den 70igern bekannt. dennoch wurde die gesellschaft bisher weiterhin mehr verschult als entschult. die folgen sind auch seit den 70igern bekannt und zeigen sich immer mehr.
der große entschuler ivan illich predigte lange zeit eine revolutionäre gesinnung, wollte die welt verändern, die sich aber nicht ändern ließ und er resignierte. keine kulturrevolution im großen stil. keine großangelegten demos. keine massenhafte empörung. keine wut mehr! lieber mehr ich und du (martin buber). das war illichs letzte lösung und sie klingt am besten.
er hilft dabei, die grenzen des eigenen bewusstseins zu erweitern um vielen selbstverständlichkeiten unserer welt auf den grund zu gehen. wer fragt sich heute noch, wie wir auf den gedanke kamen, menschen müssten (v)erzogen werden? im übrigen ein gedanke, nicht viel älter als 200 jahre. wie konnte es geschehen, dass aus etwas gutem ein wert wurde, der vermessen und gesteigert werden kann? uvm.
wozu das denken über die wurzeln der modernen welt führen kann?
zur bewusstwerdung des eigenen standpunktes durch das hindurchdenken durch die vorhandene welt. bitte: wer von uns beschulten seelen kann sich eine gesellschaft ohne schule noch vorstellen? keine reformen mehr!
es führt zu mehr “nein danke!”. verdummende schule? nein danke! krankmachende gesundheit? nein danke! autos, die die städte formen wie sie sie brauchen? nein danke! usw…
diagnosen (illich) gibt es genug. ansätze einer wirklichen veränderung auch (buber).
fangt an! jeder für sich und damit alle zusammen und nicht alle zusammen aber niemand für sich!
gruss steffen
Da hatten wohl zwei zur gleichen Zeit ähnliche Gedanken
Gefährlich ist das (Würde Yoda jetzt sagen)…
Schon den übrigens sehr guten, recht aktuellen Kinostreifen “IN TIME” gesehen?
http://www.intime-derfilm.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/In_Time_–_Deine_Zeit_läuft_ab
sorry, den verstehe ich gerade nicht. wer bezieht sich auf wen mit den gleichen gedanken zur gleichen zeit?
wo wir bei zeit sind, die unseren jungen mitmenschen geraubt werden würde durch uns (v)erwachsenen: seit wann gibt es uhren? und wonach richten sich uhren?
gruss
Ich hatte ein paar Minuten zuvor eine Antwort an Oliver geschrieben, in der ich auch zum eigenen und sofortigen Tun anregte …
Hat Sir Ken Robinson recht, wenn er sagt, dass unsere Schule die Kreativität tötet?
dazu eine kurze passage vom eben ins spiel gebrachten ivan illich: “Die Schule führt junge Menschen in eine Welt ein, in der alles meßbar ist, auch ihre Phantasie und sogar der Mensch selbst. [...] Menschen, die auf das richtige Maß heruntergeschult worden sind, gehen unkalkulierbaren Erlebnissen aus dem Weg” (entschulung der gesellschaft. beck. 1995. seite 66)
der sir hat also recht. lässt sich kreativität und vor allem phantasie in kompetenzen fassen und vermessen? sollte schwierig werden…
Das ist mit die richtige Fragestellung.
Der Mensch IST bereits eine Leistung. Er kann sich nicht über eine als objektiv beschriebene Leistungsnorm beschreiben lassen – die von SUBJEKTEN formuliert wurde.
Nicht alle Menschen ließen und lassen sich in dieser kalte Erfolgsschema pressen – und schreiben wir hier nicht als Menschen, die das erkannten und eine – in gewisser Weise – Ent-Disziplierung anstreben? Menschen, hier Kinder, sollten die Chance haben, IHRE Form annehmen zu können. Was dabei heraus kommt, Ängste, Wünsche und Entfaltung zu unterdrücken, ist unnatürlich und landet – ganz natürlich – in sehr realen Krankheitsbildern.
Was lieblose Menschen der Natur antun, spiegelt nur auf einer andren Ebene das Unverständnis für das Wesen des Kindes, ja des Menschen.
Wolfgang
Mir würde zum Geld eher folgendes Zitat einfallen.
“Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.”
Wobei Meister Yoda auch recht hat, gefährlich ist das, den Mächtigen ihr Spielzeug wegzunehmen.
Und nein den Film habe ich noch nicht gesehen. Mein Denkansatz ist ja auch Arbeitszeit. Von der kann jeder maximal 24 Stunden einbringen und dafür einen Gegenwert verlangen.
Man könnte z.B. verschiedene Guthaben Konten führen.
- Eines für den Bezug von Bildung dieses könnte durch Ausbildungsaktivitäten gefüllt werden.
- Eines für Dienstleistungen, das wiederum durch eigene Dienstleistung ausgeglichen werden müsste.
- Eines für Gesundheit dass dann wiederum durch eigene Pflegeleistungen ausbalanziert würde.
- Und schließlich eines für Waren und Verbrauchsgüter, welches durch die Teilnahme am Produktionsprozess ausgeglichen werden müsste.
Nur mal so zur Diskussion.
Ach ja. Bei Geburt würden die Konten gefüllt sein und dürfen nur bis zu einem gewissen Wert belastet werden. Ab einem bestimmten Alter sollte mit dem Ausgleich begonnen werden. Damit liese sich dann z.B. die schulische und berufliche Ausbildung realisieren. Womit wir wieder beim Thema angelangt wären.
Beste Grüße
Hm, das erinnert mich ein wenig an meine ersten Gehversuche als Student, meine Budget aufzuteilen: ein Umschlag für Essen, einer für Sprit, einer für Klamotten, einer für Freizeit. Was, wenn er leer ist, die anderen aber noch voll.
Ich denke, die Krux ist, dass unsere Ressoucen durch die Geldmengen unnötig knapp gehalten werden. Dadurch werden Güter unterschiedlich wertvoll, und was wenig da ist begehrenswert.
Da finde ich den Ansatz des Zeitgeist Movements mit der Ressoucenbasierten Wirtschaft nicht schlecht. Das funktioniert komplett ohne Geld.
LG Martin
Stop.
Es geht ab dann nicht mehr um Geld. Das Konto wird mit Arbeitszeit aufgefüllt. Die auch selbst zu erbringen ist. Ich kann dann zum einen nicht mehr “delegieren” und andere für mich arbeiten lassen. Wenn ich eine Leistung für Bildung beziehen möchte muss ich mit einer Gegenleistung in Form von Ausbildung das Konto wieder auffüllen.
Zum Anderen haben diese verschiedenen Konten, die ich hier nur als Beispiel genannt habe, andere mögen sinnvoller sein, denn Sinn, dass sich jeder mit jeden Aspekt der Gesellschaft aktiv auseinandersetzen, bzw einbringen muss.
Beste Grüße
hm, dann ist die Definition von Arbeit interessant. Eigentlich ist doch alles, was wir tun, Arbeit. Darf Arbeit dann unterschiedlich gewertet werden? Ist Müllarbeit mehr wert als die Betreuungsarbeit einer Mutter ihrem Kind gegenüber? Ist die Arbeit eines Denkers mehr wert, als die eines Künstlers auf der Bühne. Ist die Arbeit eines bekannten Fußballers mehr wert als die eines unbekannten?
Ich bin eher für ein bedingungsloses Wirken in der Gemeinschaft. Jeder bringt sich nach seinem Talent ein. Und wenn notwendige Arbeiten anfallen, die bisher keiner Übernehmen will, dann muss die Gemeinschaft klären, wer wann was übernimmt. Ansonsten werden die Güter im “nachhaltigen” Überfluss produziert und gemeinsam verbraucht.
Wir Menschen kommen mit einem starken Gerechtigkeitssinn auf die Welt. Und das führt uns zum bedingungslosen Teilen. Was wir leider seit 5.000 Jahren wohl mehr und mehr verlernt haben.
Ganz ganz gefährliche Kiste die du da beschreibst….
“Eines für Gesundheit dass dann wiederum durch eigene Pflegeleistungen ausbalanziert würde.”
Um gottes Willen, kannst du dir vorstellen, was das für Konsequenzen hätte, wenn man Gesudnheit an irgendjemandems Arbeitsstunden festmachen würde!
Was ist mit denen, die mit Behinderung in die Welt kommen. Was ist mit denen, die plötzlich uns total unvermutet ertauben, erblinden? Wie sollen die “Dienst leisten”?
Gesundheit und Bildung nie und nimmer an irgendwelche Bedingungen knüpfen! (Natürlich auch nicht an Geld.)
Sonst hast du nachher sowas wie im Film.
OK, ich bin in meinem Kopf schon etwas weiter mit den Überlegungen als ich es hier beschrieben habe. Entschuldigung, ich versuche eine Brücke zu bauen.
Meine Überlegungen gehen dahin, dass jeder erst einmal mit gefüllten Konten ausgestattet wird.
Auch heute beteiligen sich Blinde oder anderweitig behinderte (ich muss mich hier vorsichtig ausdrücken um niemanden zu verletzten oder in eine Schublade zu stecken, bitte korrigiert mich wenn ich mich missverständlich ausdrücke) auch im jetzigen System im Rahmen ihrer Möglichkeiten in der Arbeitswelt. Desweiteren will ich mit meinen Beispielen von verschieden Konten nur zum Nachdenken darüber anregen wie das Wirtschafts- Gesellschafts- System verbessert werden kann. Ich finde es eben nachdenkenswert ob man sich zukünftig “nur” am z.B. produktiven Arbeitsplatz in die Gesellschaft einbrint oder eben auch paralell in Verwaltung, Bildung und Gesundheitswesen. Ein Manager der auch in Produktion oder Gesundheitswesen tätig werden muss, will er den Leistungen von dort beziehen, sieht die Welt dann mit ganz anderen Augen. Auch wiederum nur als Beispiel genannt.
Und was ist daran verkehrt, wenn ich Bildung genossen, Wissen angeeignet habe, dies auch in Form von Ausbildung wieder weiterzugeben? Noch einmal das Konto ist gefüllt und muss nach gebrauch wieder aufgefüllt werden.
Natürlich wird es auch für besondere Fälle Ausnahmen geben müssen. Das haben wir doch heute auch schon.
So, jetzt geh ich aber träumen…
Ich erlaube mir an dieser Stelle eine grunsätzliche Betrachtung von “Bildung”.
Bildung für Jederfraumann wird als Fortschritt postuliert.
Blicken wir auf den Höhlenbewohner, der an die Wände kritzelte. Eine heile Welt?
Schauen wir auf die Kräuterweiblein und den Medizinmann, die mit der “Apotheke Gottes” Menschen halfen.
Dann kam das Recht auf Bildung, dass zu einer Pflicht umgestaltet wurde. Damit sollte eine bessere Welt entstehen. Entstanden ist nur eine andere Welt, genauer gesagt, eine missbrauchte Welt. Wer heute deutlich vom Bildungsmissbrauch spricht, ist ganz weit hinten.
Bis Krankenhaus und Psychatrie fester Bestandteil in den Schulen sind?
Nein, es sind bereits zu viele Menschen “aufgewacht”.
Wolfgang
Das gefällt mir. Wir sollten überlegen, nicht nur das Geld sondern auch die Arbeit abzuschaffen und durch ein “Wirken in der Gemeinschaft” zu ersetzen.
Wir sollten überlegen ob und wenn ja, wie wir Arbeit, sprich Wirken in der Gemeinschaft zukünftig “bewerten” wollen.
Ich finde es sollte weniger darauf ankommen was jemand macht, sondern wie er sich einbringt. Wenn jemand das tut was ihm im Rahmen seiner Möglichkeiten gegeben ist, so sollte das auch entsprechend anerkannt werden. Bleibt jemand über ein gewisses Maß hinter seinen Möglichkeiten zurück, könnte man überlegen ob das noch tolleriert werden kann.
Ich denke dass dies zumindest für den weiten Bereich der Produktion von Waren und Verbgrauchsgütern dann nicht mehr Ausschlag gebend sein wird. Das Ablösen von Geld durch ein Arbeitszeitkonto könnte es ermöglichen zu einer ganz anderen Art der Wirtschaft zu kommen. Produkte würden dann vielleicht nicht mehr nach der “Geiz ist Geil” Methode so billig wie möglich hergestellt. Sie könnten wieder qualitativ hochwertig und nachhaltig hergestellt werden. Wenn 7 Milliarden Menschen Zugang zu Bildung und Wissen bekommen, hoch effektiv arbeiten, wieviel muss dann der Einzelne noch arbeiten, Entschuldigung, muss meinen Wortschatz noch umstellen, für die Gemeinschaft wirken, damit für Alle von Allem genug da ist?
Für mich zeigen sich hier ungeahnte Möglichkeiten auf. Ich träume hier gerne weiter. Um es mit Daniel Goeudevert zu sagen, Mit Träumen beginnt die Realität.
Einen angenehmen Traum und frohes Erwachen
Ja, Tengri, Träume und Wünsche sind der richtige Weg, denn sie gehen sehr häufig Erfüllung (siehe die Welt der Horoskope). Das Gute an den Wünschen ist das Gute in ihnen, die eine positive Energie geben. Mutter Theresa formulierte es mal so: “Eine Ladung zu einer Demo gegen den Krieg werde ich nicht annehmen, aber ein für den Frieden schon”.
Wenn es nicht mehr darum geht, zu arbeiten, um einen Profit (siehe Zinsproblematik) zu machen (persönlich gut, für andere wie es jetzt in der Regel passiet eher schlecht), sondern um den Bedarf des täglichen Seins zu decken, dann bräuchte es nur noch 2-4 Stunden am Tag dafür. Der Rest der Zeit kann dafür genutzt werden, sozial zu wirken.
Wenn das Leben sich nicht mehr darum dreht, Profit zu machen, geht es nicht mehr um Haben sondern um Sein. Und wer nicht mehr Haben muss, der braucht auch kein Eigentum. Denn er wird dann freiwillig teilen, weil er in der Gemeinschaft darauf vertrauen kann, dass er mehr wieder zurück erhält.
In einer solchen Gesellschaft können wir sehen (es gibt sie tatsächlich noch auf dieser Erde), dass dann viele Berufe einfach überflüssig werden, so dass noch weniger “gearbeitet” werden muss. Denn es wird so gut wie keine Verbrechen mehr geben, also braucht es keine Polizei, keine Staatsanwälte, keine Richter, kein Rechtsanwälte.
Und alle “Arbeiten” die unangenehm sind, werden automatisiert, oder von abwechselnd erledigt.
Hier nochmals der Hinweis auf Zeitgeist Movement oder die Forscher um die Gemeingüterökonomie (=Commons).
Und ich geh gleich auch Träumen
Martin
netter beitrag martin. ich darf an dieser stelle nochmal auf illich aufmerksam machen. sorry, dass ich hier wieder mit ihm komme, aber er ist derjeniger, der es nach meiner ganz persönlichen sicht am besten durchdachte, was hier die ganze zeit durchschimmert….
illich nennt das von dir beschriebene eine konviviale gesellschaft. grundlegendes prinzip ist hier die “begrenzung”. (später zeigt illich, dass es bei der eigenen selbstbegrenzung beginnt) hauptsächlich bezieht er es auf die produktionsmittel, sprich einen sehr weit gefassten begriff der werkzeuge. betrachtet man sich diesen begriff, wird die rede über das liebe geld nahezu nebensächlich
werkzeuge sollten seiner meinung nach beschränkt werden auf die konvivialen werkzeuge, die der schöpferischen tätigkeit des menschen ausdruck verleihen. alle werkzeuge, die den menschen knechten (der mensch also sich in abhängigkeit des werkzeuges begibt, bsp.: flugzeug, das auch ohne mensch gesteuert werden kann) müssten begrenzt werden, während alle konvivialen werkzeuge, freien zugang für alle aufweisen sollten.
so sollte der weg wieder frei werden zur subsistenzwirtschaft, wie du sie beschrieben hast. so sollte auch der weg frei werden, die expertenherrschaft (du nanntest polizei, rechtsanwälte und co. ich nenne hier noch ärzte, lehrer, bänker, kurz: sämtliche “dienstleistungen”) abzulehnen…
das ist hier natrlich nur die kurzfassung dessen, was illich meint. daher hier der verweis auf: illich, ivan: selbstbegrenzung. eine politische kritik der technik. beck.
gruss steffen
Ideen kommen auf den Tisch des Hause, je mehr, je besser. Was ganz schlecht ist, wissen wir ja bereits. Die Ordnung lacht, das Chaos weint, die Tränen schwinden.
Was ist Ordnung?
Dazu erzähle ich von einer meiner bedeutsamsten Erfahrung, die das LEBEN mich lehrte.
Fast alle Menschen am Rande meines Lebens sind “Rechner”, Profiteure und Kalkulierer. Bevor sie eine Hand rühren, fragen sie sich: Was bringt mir das? Sie machen ein “Geschäft nur, wenn sie Gewinn wittern.
Wie definiert man Gewinn?
Mehr heraus zu bekommen, als man einzahlte. Darum geht’s, seinen Vorteil zu suchen und in kauf zu nehmen, andere zu übervorteilen, eben Gewinner zu sein, selbst wenn man um sich herum Verlierer hat.
Was die Zinsen betrifft: Geld zu seinem Knecht zu machen, selbst wenn andere bei dem Geschäft(-serfolg) verknechtet werden.
Mein Erfolgsrezept lautet ganz anders.
Selbst in der größten Not hatte ich immer so viel, um nicht verhungern oder erfrieren zu müssen. Auf Kreta erlebte ich eine nette Geschichte. Ein Schlachter kam mit stark blutender Schnittverletzung, ich sah ihn, bedeutete ihm zu warten, rannte zu meinem Fahrrad und holte Verbandszeug und eine desinfizierende Salbe. Ruckzuck, er bedankte sich mit einem Schulterklopfen und ging. Ein paar Wochen später, als meine finanziellen Reserven fast aufgebraucht waren und keine Aussicht auf Arbeit bestand, kam seine Frau auf mich zu und drückte mir einen Teller Suppe in die Hand.
Nun, aus meiner IMMER gewährleisteten Versorgung schlussfolgerte ich:
Ich kann alles her geben, es wird schon wieder etwas kommen. Wenn ich etwas geben kann, gebe ich es ohne jede Berechnung, bedeutet, ohne dass es mir auf irgendeine Weise vergolten werden müsste – funktioniert seit 25 Jahren.
Das Prinzip lautet vereinfacht: A gibt B, B gibt C, C gibt A.
Darüber hinaus ist es für mich ausgeschlossen, für eine Leistung, die ich aus Freundschaft erbringe, Geld anzunehmen. So wurde ich nach Außen hin nicht reich, wurde aber durch gute Gefühle im Inneren niemals arm.
Fragt sich, ob man ganz einfache Lebensregeln, die sich während der ganzen Lebensdauer als tauglich, sozusagen als Lebensversicherung erweisen können, nicht bereits Kindern vermitteln kann – und sollte.
Ein Man geht durch die Wüste, Unterwegs trifft er einen Bettler, der ihm eine Krawatte anbietet. Er beschimpft den Bettler und geht weiter, immer durstiger werdend, keine Quelle in Sicht. Da sieht er plötzlich eine Oase, kriecht mit letzter Kraft auf den Eingang zu und wimmert: Durst.
Der Wachtposten sagt: Tut mir leid, Eintritt nur mit Krawatte.
Wolfgang
Gastfreundschaft ist wohl der Begriff, der darauf hindeutet, das das Prinzip von A über B nach C funktionerte. Und auch noch so funktioniert. Jedenfalls habe ich einen jungen Mann kennengelernt, ein Berater für Kommunikation, der mir erzählte, dass das in Berlin in seinem Bekanntenkreis üblich ist, bei Bedarf ein Bett und was zu essen für den Augenblick bedingungslos zu geben. Denn irgendwann braucht man irgendwo mal eine Gelegenheit kann selbst wieder Jemanden ansprechen.
Es ist also noch da, schlummert vermutlich nur, um schnell wieder ans Tageslicht zu kommen …
Leute – Ihr habt einfach alle zuviel Zeit – um Stunden u Tage – über ein Thema zu diskutieren – dass Keiner !!! von Euch ändern kann !!
Trotzdem ganz inter. zu lesen – u vielen Meinungen stimme ich auch zu – nur was hilfts ??
NICHTS !!
Liebe Karin,
und genau “Ich kann ja doch nichts ändern” hat dazu geführt, dass sich nichts ändert. Das ist eine selbsterfüllende Prophezeiung. Und es gibt sie, die neuen Ansätze, und je mehr davon kennen, desto größer wird die notwendige Wut, doch etwas daran zu ändern. Und ich kann Dir mit meinen 52 Jahren sagen, dass ich in den letzten 5 Jahren starke Änderungen im Bereich der Kooperationen wahrgenommen habe. Und es wird nicht mehr lange dauern, dass die Eltern in den Schulen Sturm laufen werden. Ihren Kindern zu liebe, denn sie haben nur diese, und wenn sie sie wirklich lieben, dann tun sie endlich auch was für sie.
Hier sind weitere Beispiele, wo schon was angelaufen ist:
http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/11/17/so-sollte-schule-funktionieren-uber-erfahrungsraume-im-umgang-mit-unvorhersehbarem-und-ubernahme-von-verantwortung/
Ich wünsche Dir wieder mehr Hoffnung, denn anders wäre schlecht
Martin
p.s.: Und das hier macht auch Hoffnung: http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/12/22/eigenverantwortung-oder-wer-lenkt-mein-leben/
“Liebe Karin, ….blablabla”
Sag doch einfach,dass du sie für hirnapontiert blöd hälst!
—> Recht auf Meinungsäußerung
Lieber Anders,
ja, es gibt das Recht auf freie Meinungsäußerung. Es gibt aber auch den Respekt voreinander, der hilft Hände zu reichen und dabei aufeinanderzuzugehen.
Ich wünsche Dir trotz oder gerade wegen Deines Frustes über das, was Dir passiert ist, eine frohe Weihnacht
Martin
Lieber Martin,,
Sie pisst dir doch auf den Kopf, wenn sie so kontraproduktive Äußerungen von sich gibt. Wir diskutieren hier über Gott und die Welt und dann kommt jemand an und sagt, ihr macht alle nur sinnlosenen Blödsin..
Ich wünsch dir auch nen guten Rutsch, Jung.
Hm, Anders, es wird Gründe geben, warum sich Karin so verhält. Wenn wir sie dort abholen können, umso bessern, dann wird sie uns auch ein Stück weiter bringen können. Auch Dir Danke für die Wünsche zum Jahreswechsel. Über die Tage wird es von meiner Seite ein wenig ruhiger werden hier.
Martin
A gibt B, B gibt C, C gibt A – den Gedanken finde ich einfach wunderbar.
Wenn da nicht die (unbewußte) Erwartungshaltung wäre, von gerade religiösen bzw abergläubischen Menschen, die glauben sich durch gute Taten ein gutes Karma erkaufen bzw erarbeiten zu können. Aus Lebenserfahrung bin ich stets hellhörig, wenn mir jemand einen Gefallen anbietet bzw aufzwingen will, denn mit 90%iger Wahrscheinlichkeit wird der Zeitpunkt kommen, wo ich mir etwas in dieser art anhören muß:
» Wieso kannst Du mir den kleinen Gefallen nicht tun, du undankbares Stück. Weißt Du nicht mehr, wie ich Dir geholfen habe? Ich bin bitter entäuscht von dir! «
Hört sich lächerlich an, nicht wahr? Habe ich jedoch unzählige male erlebt.
Früher oder später bin ich immer wieder mit sog. “Freunden” und Bekannten genau deswegen kollidiert. Sobald sie merken, daß ihre Kosten-Nutzen-Rechnung dann doch nicht aufgeht, hört man erheblich weniger von ihnen.
@ Karin
Menschen haben oft das starke Verlangen sich auszudrücken. Das Leben gibt Dir so viele Eindrücke – die müssen irgend wohin. Also geben wir sie einfach weiter.
Du bist unzufrieden aber hast keine Gewalt über die Ursache? Rede darüber, denn sonst sammelt es sich an und Du wirst krank. Das Leben muß fließen – Schweigen blockiert es.
Hallo Michael,
Deine Erfahrungen mit “den Netten mit Hintergedanken” kennt wohl jeder.
Die Kernfrage ist nach meiner Erfahrung: Wieviel bin ICH wirklich bereit zu geben? Das letzte Stück Brot zu teilen?
Vor dieser Frage stehend, und erst dann, kann ein Mensch an die Grenze seiner Nächstenliebe kommen.
Im mir bekannten extremsten Fall verlangt es den Einsatz des Lebens, wenn eine Stimme fragt: Gibst du Alles?
Im Alltag allerdings sehe ich Menschen, die achtlos vorüber hasten, wenn z.B ein Kind bedrängt oder geschlagen wird.
Die Idee vom “Karma” – sorry, halte im Sinne einer Menschwerdung für nicht unerheblich kontraproduktiv (um es anft zu formulieren). Es ist eine sehr wirksame Methode, Menschen mittels Angst eine Leistung abzuverlangen – deren Wirkung sich gerade durch die Methode ad absurdum führt.
Ist übrigens genau die Ebene, mit der uns die Gefolgschaft zu Jesus abverlangt wird: Entweder – oder, Himmel oder Hölle.
(im Hinterkopf hörte ich gerade “Nicks” Stimme)
Wer das glaubt, Mahlzeit.
Egozentrisches Handeln (ich will hier raus) dient weder dem Handelnden noch der Gemeinschaft.
Selbstbestimmt, was bedeutet das? Aus der Einsicht oder der Freiheit einer Wahl zu entscheiden.
Warum reden wir über ein Grundeinkommen?
Genau.
Ich wünsche Dir einen guten Abend.
Wolfgang
PS.
Ich schreibe in der Nacht doch noch einen Beitrag zu Bewusstsein.
Ja Michael, in einem System der Profitmaximierung ist alles Tun darauf ausgerichtet, was es einem bringen wird. Wer unter diese Prämisse gibt, ist im ersten Schritt der Korruption. Wir haben das gerade aktuell auf höchster Staatsebene gesehen. Einen Betrag von 500.000 € wird eine so profitmaxierender Unternehmer nicht einfach einem Top-Politiker zu sehr günstigen Konditionen geben, ohne nicht in naher Zukunft eine Gegenleistung zu erwarten.
Ich denke, dass Menschen, die in der Proftimaximierung erfolgreich snd, nicht anders denken können, sonst hätten sie nicht so viel Eigentum zusammengebracht.
Aber bei Menschen, die wenig besitzen, sieht man das bedingungslose (überstrapazieren wird dabei sicher auch nicht gehen) Geben viel eher, da sie ja auch aufgrund ihres geringen Habens auch häufiger bedingungslos bekommen wurde.
Vielleicht haben diese Menschen auch deshalb weniger, weil sie in ihrem Inneren viel stärker spüren, dass es ungerecht ist, nicht zu teilen.
Tscha, Karin, so DENKEN die Menschen verschieden. Einige, sie hätten keine Zeit mehr, andere, sie hätten nur noch wenig Zeit, und andere denken wieder etwas anderes.
Ob und was wir bewirken, ich mag darüber nicht spekulieren.
Tatsache ist:
In unserer Gesellschaft arbeiteten Hand in Hand zwei Prinzipien hervorragend:
Verwirrung stiften und Angste schüren.
Aus Angst und Verwirrung befreit sich niemand alleine; viele verdrängten Angst und erleben ihre Verwirrung bereits als das Normale. Wenn Sie etwas Besseres wissen, als im Miteinander Aufklärung und Klärung zu betreiben, helfen und sich helfen zu lassen, nur zu: Beiträge, die nicht jeden Inhalts entbehren sind immer herzlich willkommen.
Meine Wirklichkeit ist:
ALLE Schreiber, die sich hier einbringen, haben zumindest mir geholfen und sehr wohl und Gravierendes in mir verändert.
Machen Sie einfach ein paar Tage mit und berichten dann.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang
Sehe, Du hast jetzt auch einen WordPress Account. Herzlich willkommen, und schönes Bild, das Du gewählt hast
@ Wolfgang
» Wieviel bin ich bereit zu geben? «
Hm, ich spreche jetzt mal eine Vermutung von mir aus ► wenn Menschen bis über beide Ohren finanziell ausgesorgt und materiell überbefriedigt sind, weigern sich die meisten immer noch zu teilen, was sie “übrig” haben.
Lange Zeit habe ich mir gefragt, warum unsere Gesellschaft es erlaubt, daß einige ihrer Mitglieder so exorbitant viel Geld akkumulieren. Mein Menschenverstand sagt mir, das ist genauso nicht in Ordnung wie ein Kind im Kindergarten sich das vorhandene Spielzeug exklusiv nur für sich zu reservieren versucht. Die Kindergarten-Tante als regulartorium fehlt uns in der Welt der Erwachsenen. Meines Erachtens laufen viele Menschen als Kinder im Körpern von Erwachsenen rum. Und so kann es passieren, daß unreife, uneinsichtige, rechthaberische Kinder, vorgesetzte von Erwachsenen sein können und egoistische, verwöhnte, gestörte Kinder über das Geschick einer ganzen Gesellschaft bestimmen können – siehe unsere derzeitige Bundesregierung.
Viel Geld zu besitzen bedeutet ja eigentlich gleichzeitig auch viel Macht zu haben. Und wir können sicher alle nachempfinden wie schön es sein mag, sich durch eine besondere Position (z.Bsp. als Vorgesetzter) Achtung zu verschaffen, obwohl man sie nicht wirklich verdient hat. Da müssen andere das ausbaden, was die Eltern der Betroffenen falsch gemacht haben. Damit das alles so schön pervers bleibt wie es ist, dafür sorgt der Staat schon durch die Bedrohung des Entzuges zum Lebensunterhalt. Jetzt darf der geneigte Leser raten, welche Kettenreaktion ein bedingungsloses Grundeinkommen fähig wäre in Gang zu setzen. Ich hoffe mit jeder Zelle meines Körpers, daß ich noch eine zumindest ähnlich drastische Reform miterleben werde.
@ Martin
Ich denke, es hat mit der Fähigkeit der Menschen zu tun, Dinge auszublenden, auch “verdrängen” genannt. Ein Medizinstudent hatte mir mal erzählt, daß es Bestandteil seines Studiums war zu lernen, wie man mit den zum Teil tragischen Schicksalen der Patienten persönlich umgeht, ohne seelischen Schaden davonzutragen. Die Antwort ist die Strategie zu lernen, Tatsachen ausblenden zu können, was offensichtlich funktioniert.
Ein anderer Vergleich wäre das Essen von tierischen Produkten, hauptsächlich Fleisch. Kinder wissen üblicherweise nicht, woher die viele leckere Nahrung herkommt. Fleisch zu essen ist immer noch weltweit üblich, jedoch wenn wir gezwungen wären die Tiere zu töten / zu schlachten, welche wir dann zu uns nehmen wollen, dann gäbe es sicher ein paar mehr Vegetarier oder sogar Veganer. Was ich damit aufzeigen möchte ist, daß viele von uns es einfach nicht schaffen die Verbindung zwischen dem lebenden Tieren und den leckern Mahlzeiten auf den Tellern zu herzustellen. Es ist eine dem Menschen eigene Fähigkeit, dies auch dann ausblenden zu können, wenn sie darüber aufgeklärt werden.
Und jetzt komme ich zur verhängnisvollen menschlichen Gier, welche so viel Elend verursacht. Die größten Nutzhaber unseres Systems müssen gewissenlos sein, soviel Blut an den Händen kleben zu haben, nicht wahr? Oder aber sie haben die Fähigkeit die Wirklichkeit nur effektiv zu verdrängen, denn wenn man in einem Paralleluniversum lebt so wie sie, da leben sie nach dem Motto: “aus den Augen – aus dem Sinn”.
Übrigends würde ich gerne in diesem Zusammenhang die Erkenntnis von dem Gehirnforscher Prof.Dr.Gerald Hüther aufzeigen, auf welche er im o.g. Video ausführlich eingeht. Nach seiner Meinung entwickelt sich ein Mensch dann neurotisch, wenn ihm zwei Dinge während des Aufwachsens versagt werden:
1. Geborgenheit, und
2. geistiger Wachstum
Wenn eines der beiden oder beide Dinge einem aufwachsenden Jugendlichen versagt werden (siehe Schulsystem), werden sie lebenslang den unbewußten Drang verspüren die unter schmerzen entstandenen Lücken mit sog. “Ersatzbefriedigungen” (häufig materieller art) zu füllen. Und damit, so Herr Hüther, läßt sich die Neigung zur Aufrechterhaltung unseres kapitalistischen, marktradikalen Wirtschaftssystem erklären. Ergo: Solange die beiden Faktoren aus 1 und 2 bei einer nennenswerten Anzahl an aufwachsenden Menschen nicht ausreichend umgesetzt werden können, solange werden die Ursachen unserer gesellschaftlichen Probleme von einer Generation zur nächsten übertragen.
Man darf gespannt sein, wie wir uns in den kommenden 10 Jahren weiterentwickeln werden, denn daß uns eine gründliche Reform des Systems ins Haus steht, das sieht doch sicher auch ein Blinder.
Hallo Michael,
ich las erst den ersten Abschnitt Deines Beitrags und schreibe mal gleich los.
Beim Lesen lief mir wieder mal ein Schauer über den Rücken.
Wenn ich das richtig empfinde, gelang es Dir sozusagen im Handstreich, Licht auf eine ganze üble “Geschichte” zu richten.
Während ich beim Frühstück überlegt, wie man das Problem “Deutschland, der Unstaat” klären bzw. aufklären könnte, schreibst Du (im Grunde), warum niemand Interesse daran hat. Wenn mein erstes Gefühl richtig ist:
Nicht Politiker sind korrupt, es ist das ganze Volk, das für die Drogen Geld und Arbeit bereit ist, sogar auf den Status einer völkerrechtlichen Anerkennung zu verzichten.
Da frage ich doch: WAS SOLL DAS THEATER?
WARUM verweigern die “Siegermächte” mehr als 65 Jahre nach dem letzten Weltkrieg IMMER NOCH einen Friedensvertrag?
Ich stelle diese Frage nicht, weil ich Nationalist bin – meine Heimat ist die Welt – , ich stelle sie, weil offensichtlich alles Folgende, wie z.B. Bildungs- und Konsumpolitk, dazu benutzt wird, das Geheimnis des Rätsels nicht mal als Frage stellen zu können.
So viel Aufwand – für WAS?
Den zweiten Teil Deines Beitrages, Michael, las ich auch. Spannend, und ich denke an die großen Volksseuchen, die auch nicht alle Menschen vernichten konnten: BRAVO.
Interessant, dass ich in der Nacht im Thema Bewusstsein über das Problem der Verdrängung schrieb.
Wäre ich ein Kind, fragte ich: WAS ist los auf dieser Welt?
Das Volk der Dichter und Denker sitzt im Hamsterrad und begnügt sich damit, ab und an mal zu kotzen?
Michael: SEHR erfreulich, was Du hier beiträgst.
Herzlichen Dank.
Bin sehr gespannt, wie das hier weiter geht.
Wolfgang
Halle Michael,
ein wunderbarer Brief, der mich betroffen, mitfühlend und auch mitleidend zurücklässt. Es ist eine menschliche Botschaft und hoffentlich hören/lesen sie sehr, sehr viele Menschen!
Liebe Grüße
moni
Mittlerweile haben schon 50.000 den Post angeklickt. Sicher haben nicht alle gelesen, aber die Botschaft zumindest mitgenommen. Und dass schon so viele da war, macht Hoffnung
Liebe Grüße, Martin
Der Seneca hatte es schon drauf:
Als kleines Kind haben wir noch ein natürliches Gefühl dafür, was Gerechtigkeit ist. Bis wir erwachsen sind, hat es uns das Schulsystem ausgetrieben. Denn sonst wären wir als Erwachsene nicht in der Lage, so ungerecht den Wohlstand zu verteilen oder dabei zuzusehen, ohne nicht aufzubegehren oder uns nicht dafür zu schämen …
Susanne sagte eben: “Martin muss sich selber schreiben”.
Hallo Martin, eben auf dem Balkon dachte ich:
Brauchen wir wirklich eine BILDUNGsreform?
Ich glaube etwas ganz anderes.
Kinder werden per Bildung in ein System gepresst – Bildung bedeutet, sie sollen einem Bild entsprechen.
Kind ist aber nicht Kind, es gibt nicht zwei Kinder, die einem fertigen Bild entsprechen.
Es gibt für mich nur eine Konsequenz
Umzustellen auf ein Förderunsprogramm, die natürlichen Anlagen eines Kindes zu stärken.
Und “natürlich” bedeutet hier natürlich nicht “Normal”.
Wer versucht, Kinder normal zu machen, macht sie so krank, wie unsere “normale” Gesellschaft es bereits ist.
Wir sind gerade noch einen Schritt weiter in die Tiefe gegangen.
Susanne sagt, sie hätten sich in der Schule bereits umgestellt und würden den Kindern – soweit möglich – Aufgaben geben, bei deren Lösung es kein “Richtig” oder “Falsch” gibt. Einige Kinder seien aber enttäuscht, dass sie etwas nicht mehr “Richtig” machen können. Egal, wie schüleraktivierend, eigenverantwortlich der Unterricht gestaltet wird, am Ende steht doch wieder eine Note, MUSS die Leistung bewertet werden. Das ist eins der Kernprobleme: Die Einteilung in “richtig” und “falsch” und “gut” und “schlecht”, “sehr gut” und “mangelhaft”. Dieses Leistungsdenken sitzt sehr tief und die Bewertung wird von vielen Kindern eingefordert, weil ihnen früh eingetrichtert wurde, dass sie nur bestehen können, wenn sie zu den Besten gehören. Diejenigen, die nicht mithalten können, resignieren oft oder versuchen, sich auf andere Weise “hervorzutun”.
Wie sähe eine Schule OHNE Noten aus? Brauchen die Kinder die Noten als Druckmittel wirklich? Oder braucht nicht viel mehr unser (Gesellschafts)System die Noten, um die Menschen nach seinen Kriterien zu sortieren und auszusortieren.
Ein ziemlich dicker Brocken, gell – ein gesellschaftliches Problem. Kinder lernen bereits früh, nicht nur, dass sie twas falsch machen, sondern auch, dass sie falsch SIND.
(vor einigen Wochen beobachtete ich, wie eine Mutter zu ihrem etwas 5-jährigen Kind sagte: Du bist böse. Das Kind wehrte sich, etwas kläglich, und sagte: Ich bin nicht böse. Die Mutter zögerte keine Sekunde und sagte: DOCH, du BIST böse.)
Kinder werden “falsch” gemacht, ein tiefer Stachel, gegen den sie Zeit ihres Lebens (meistens vergeblich) ankämpfen. Denn sie sehen sich gezwungen, nun etwas richtig machen zu müssen – um, klar, nicht mehr ganz so falsch zu SEIN.
Ich sagte es bereits einige Male:
Das Kernproblem ist das Postulat, der Mensch sei schlecht. Was dann folgt, geht in nicht gerade wenigen Fällen böse aus.
Kinder wollen weder geschoben noch gezogen werden. Sie kommen als Gäste, die nach dem Weg fragen, in unsere Welt. Was sie wirklich brauchen ist eine Begleitung, die sich dadurch zu beweisen hat, dass die Würde des Menschen bereits beim Kind beginnt, und – ernst gemeint ist.
Bei dieser Begleitung wird sich manch Erwachsener fragen, wann seine Würde abhanden kam. So haben dann beide etwas davon.
So, da haben wir mal wieder eine Kleinigkeit, über die es vielleicht zu diskutieren lohnt.
(ab “Schritt in die Tiefe” eine Gemeinschaftproduktion)
Liebe Grüße an dich, Martin, von
Susanne und Wolfgang
Hallo Susanne und Wolfgang,
Das ist ein schönes Bild!
Das, was wir in unseren Schulen machen, ist uns Menschen zu normieren / zu standardisieren. Was nicht durchs Raster des Mittelmaßes passt, verliert. In meinem Beruf habe ich mit der Entwicklung von Software für das Optimieren von Geschäftsprozessen zu tun. D.h. die Aufgabenketten zu vereinfachen, so dass sie kostengünstiger ablaufen. Auch hierbei geht es um Standardisierung.
Und hier zeigt sich das Gleiche: was zu stark normiert ist, wird zu inflexibel und die Innovation, sprich das Auffinden und Gehen von anderen, noch besseren Wegen wird behindert.
Wenn wir also unsere Kinder in so engen Leitplanken verbilden, nehmen wir uns als Gesellschaft die Möglichkeit, das Potential der “neuen” Menschen zu nutzen. Wenn die Theorie der morphischen Felder Recht hat, so kommen die neuen Kinder schon mit dem Wissen der alten Welt auf die Erde und können von her aus beginnen, nach Verbesserungen zu schauen. Wenn wir sie den ließen …
Lieben Gruß, Martin
Neben der Frage, wer von der Schulpflicht profitiert (Seneca sprach schon von Indoktrination durch den Staat), stellt sich für Deutschland die Frage, warum wir nicht auf Bildungspflicht wechseln, wie in den meisten anderen Staaten?
Auf meiner Suche nach Antworten habe ich eine aktuelle Petition gefunden, die wohl leider zu wenig Unterstützer gefunden hatte:
Text der Petition
Begründung
Bei den Piraten läuft eine interessante Diskussion.
Schulpflicht versus Bildungspflicht:
Ich halte die Betrachtung, was in einem Kindergehirn geschieht, für völlig irrelevant. Und mir beschreibt es das wahre Drama auf unserer Welt: Dass wir die Wissenschaft brauchen, die, vielleicht noch mit Erkenntnissen aus Experimenten an Ratten, uns erzählt, was uns die Augen unserer Kinder viel deutlicher erzählen.
Ein Wort von Bertrand Russell:
Wir stehen vor der paradoxen Tatsache, dass die Erziehung
zu einem der wesentlichen Hindernisse für Intelligenz
und Freiheit des Denkens geworden sind.
Ich möchte das ergänzen um die Ebene der Gefühle:
Wenn Menschen für die Entwicklung der Gefühlswelt ihrer Kinder nicht die Verantwortung übernehmen können, übernehmen Andere die Entwicklung derer Emotionen. Es besteht nur ein kleiner Unterschied, wie der zwischen Frieden und Krieg.
Wolfgang
Richtig.was ich lese ist richtig.niemand steht auf.verhindert.obszönes Verbrechen findet statt.lautloses gleichmachen.führungsfreundliches staatenpersonal.aufzuhalten?wohl kaum!erst kommt das fressen dann die (Vernunft)Moral…
Gruß
Freitag stand ich mit einem ausländischen Mitbürger an der Kasse, jeder von uns zwei Pakete Milch in der Hand. Vor uns eine Familie, die mit ihrem Einkauf das ganze Band belegte. Mit verkniffenen Geischtern rafften sie ihr “Fressen” zusammen – wir beide standen da lächelnd – ich sagte, das sei Wohlstand.
Ich glaube, es ist nicht so einfach, einfach aufzustehen. Die meisten Bürger glaubten einfach an die Jahrzehnte dauernden Verheißungen, weil sie keine Alternative entwickeln konnten. Und sie konnten keine eigene “Moral” entwickeln in einem durch und durch unmoralischen System. Was sollte, in den Fängen eines UNGEHEURlichen Geistes anderes dabei heraus kommen, als sich mit Ersatzbefriedigungen zu begnügen.
Es gibt keine Schuld.
Die, die die kleine Chance, dem System zu entkommen, nutzen konnten, sollten dankbar sein und den Anderen mit ihrer gelebten “Moral” die Chance geben, sich neu orientieren zu können.
Nach “Strohhalmen” wird niemand greifen, um sich aus dem Sumpf zu ziehen – da braucht es schon etwas Handfesteres. Und nichts anderes ist die Voraussetzung für einen Bewusstseinssprung.
Wolfgang
In einem wirklich guten Artikel dieses Monats gefunden:
Quelle: Das hat gerade noch gefehlt: Schulfach ‘Glück’!, eine GEGENREDE von emeritierter Prof. Freerk Huisken
Sehr schöner Brief, der mich tief berührt hat.
Als Mutter von drei Kindern, die alle unterschiedliche Probleme mit unserem Schulsystem haben, spricht er mir voll aus der Seele. Meine älteste Tochter wäre beinahe an diesem System zerbrochen, hätte sich beinahe selbst aufgegeben. Ein Schulwechsel bescherte ihr dann Lehrer, die ihr etwas zutrauten und sie fand zu einem völlig neuen Selbstbewusstsein. Bedingt durch diese Problematik habe ich mich sehr intensiv mit unserem Schulsystem beschäftigt, viel darüber gelesen und viel dazu angeschaut.Es ist ein System der Be- und Verurteilung und wird der natürlichen Kreativität der Kinder in keiner Weise gerecht. Ich bin der festen Überzeugung, dass Kinder gerne lernen, dass es sich dabei um genetisches Programm handelt, sozusagen. In der Grundschule funktioniert das noch recht gut, aber an den weiterführenden Schulen wird den Kindern das regelrecht abtrainiert.
Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst, nichts anderes, und so einfach. Und wir sollten nicht nach Hüllen streben, die man sich überstreift, nicht im Schein leben, sondern ganz im Sein. Ein Weg zu mehr Glück, meine feste Überzeugung
Hallo Silke,
ja, Rollenspiele. Und da sehe ich seit Jahren, dass die Menschen lockerer werden und authentisch sein wollen. Das Verbiegen wird immer mehr vermieden.
Ich hatte dazu im letzten Jahr mal geschrieben:
Verzaubert Lena die Welt, weil sie dem neuen Typ Mensch entspricht, den Carl R. Rogers als neuen revolutionären Keim in unserer Gesellschaft schon 1980 prognostizierte?
Und es hat was mit Selbstbestimmheit zu tun. Und auch dazu hatte ich was Interessantes gefunden:
Leben Menschen länger, wenn sie selbstbestimmter sind?
LG Martin
Gerade in dem Artikel “Geh den Dingen auf den Grund” auf http://wwwwissenrockt.de gefunden:
Was hier nicht bedacht wird: Wer ist der Blöde? Denn wer hat denn die Entscheidungsgewalt im Lande …
Ich habe den Eindruck, dass es zwischen den Entscheidern und einer großen Masse an noch Unbewussten die Zahl der “Entblödeten” stark ansteigt
Hallo zusammen,
meine Gedanken gehen in eine Richtung die sicher auch der näheren Betrachtung wert ist. Es gibt Menschen die schaffen von ihrer kognitiven Leitsungsfähigkeit einen Hauptschulabschluss, mache schaffen die mittlere Reife und manche das Abitur. Einige schaffen den Hauptschulabschluss nicht und sind auch liebenswert. Nur ist es der Politik zu verdanken, dass alle zumindest den Hauptschulabschluss bekommen sollen und damit diesen so entwertet haben, dass er abgeschafft wird. Nun dürfen alle den Realschul-plus Abschluss bekommen. Bis dieser Abschluss auch bedeutet nicht mehr Ausbildungsfähig zu sein. Na dann bekommen alle das Abitur.
Sicher sollten wir unsere Kinder fragen, wie, wo und was sie lernen sollen. Aber entscheiden müssen wir Erwachsenen. Das ist unsere Verantwortung. Das bei den verantwortlichen Entscheidungen diese Gedanken der Kinder mit einfließen und natürlich auch unsere Erfahrungen und unsere Gefühle aus der früheren Zeit sollte selbstverständlich sein. Wenn wir von unseren Kinder Stärke, Mut und Zivilcourage fordern, sollten, müssen wir dieses Vorleben. Kinder lernen zu mind. 80 % aus nachmachen und abschauen von Erwachsenen. Wir Erwachsenen leben in einer Gesellschaft, in der es in der Arbeitswelt nur sehr wenig auf Fachwissen ankommt (zumindest in den Berufen zu denen man ein Studium braucht). Gefordert werden Anpassung, sich die allgemeine Haltung und Vorgehensweise aneignen und möglichst nicht besser sein als der Vorgesetzte oder Auftraggeber.
Und wie sollen diese Erwachsenen dann bei ihren Kindern, verantwortlich entscheiden, wie sie deren Lebenssteuerung gestalten. Sie machen es einfach nicht, sie lassen ihre Kinder alleine. Vielleicht gehen sie mit den Kindern mal ins Kino, vielleicht zum Angeln. Aber lenken, erklären, Richtung geben, die Leitplanken für ein sicheres Lebensfahren darstellen scheint zu viel verlangt. Diese Kinder sollen dann selber wissen was für sie gut ist. Wie und woher sollen sie das wissen? Wen haben sie zum Vorbild, von denen sie sagen können, so oder so ähnlich will ich sein.
Ich arbeite seit Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe und bemerke immer mehr nichterziehende Eltern. Oder Eltern die nach dem Moto erziehen, das hat mir doch auch nicht geschadet. (Schau doch mal, was tolles aus mir geworden ist) Wenn diese mal hinschauen, hinfühlen würden, was und wie sie damals wirklich gefühlt haben, welche Ängste sie gehabt hatten, würden sie heute noch über ihre Kindheit weinen. Und nach diesem Weinen und erkennen könnten sie entscheiden, was ihren Kindern wirklich guttut. Wobei sie die gedankliche Leistung vollbringen müssten, dass ihre Kinder nicht sie sind und jedes Kind einmalig ist und eine besondere Begegnung erfahren muss.
Und noch eins, wenn wie verschiedendlich gefordert, die Kinder noch früher wählen dürften, frage ich mich wen? Wer aus der Politik ist glaubwürdig genug gewählt zu werden damit der die Interessen der Gesellschaft vertreten kann. Etwa Frau Merkel, die seit sie an der Spitze steht, es geschafft hat, dass alle Kinder immer früher von fremden Befüttert werden, obwohl bindungspsychologisch das der größte Quatsch ist der je verbrochen worden ist. Fachlich können die Politiker das was von ihnen gefordert wird. Viel Reden und nichts sagen. Das erscheint mir aber auch das einzige Kriterium das in der Politik zählt. Na vielleicht noch Intrigien spinnen. Und, verschieben wir nicht damit die Verantwortung wieder auf die Kinder. Auch das ist Mißbrauch. Kinder sollten Kinder sein dürfen, und dazu gehört so eine große Veratwortung nicht.
Die Verantwortung der Veränderung liegt bei uns. Obwohl ich ehrlich gesagt nicht weiß wie ich es anfangen soll außer bei mir selber. Und ich bemühe mich trotz aller Anfeindungen und allem Anecken. Aber ich kann in den Spiegel sehen. Aber das tun andere auch ohne zu kot….
Udo Saß
Lieber Udo,
Vielen Dank für Dein ausführliches Feedback!
Ja, die Veränderung können nur wir selbst beginnen. Indem wir selbst so sind, wie wir uns die bessere Welt vorstellen.
Warten “auf da Oben” wird zu lange dauern. Leben wir es vor, dann wird es auch oben irgendwann soweit sein.
Wir müssen wieder mehr miteinander sprechen anstatt uns aus dem Weg zu gehen oder durch Medien ablenken zu lassen.
Fragen stellen, warum etwas so ist wie es ist. Sich bewusst werden, was man tut, und nicht einfach per Autpilot durch das Leben fliegen.
Und hinter den Kindern stehen und ihnen helfen, ihre Talente zu finden. Ihnen Mut machen, sie auch dann lieben, wenn sie einen schlechten Tag haben. Dann gerade dann brauchen se unsere Liebe am dringendsten.
Gute Nacht, Martin
Hallo Udo,
vielen Dank, auf den Punkt gebracht.
Was bleibt den Menschen, deren Geist klar und deren Liebe ungebrochen blieb?
Stehen wir da nicht alleine, beschimpft, bestenfalls belächelt, ohne die geringste Chance, weder bei Eltern noch Kindern etwas ändern zu können? Umzingelt von Politik im Wahn, Schule fatal, Eltern im Konsumpf, Medien mit Magie und Werbung im Rausch – was bleibt uns?
Ich glaube, es kann nur das Erkennen der Ordnung sein, die das Chaos will und die Ordnungskräfte herausfordert. Was uns bleibt, ist die Neue Ordnung zu schaffen, die Irrlichter auf ihren Platz zu weisen und das Bewusstsein, das wir kennen, zu leben. Mag auf diesem Wege die nötige Solidarität entstehen.
Herzlichen Dank für wahre Worte.
Wolfgang
Susanne hatte mal wieder eine der ihr so eigenen Ideen:
Wir hörten ein Lied von Reinhard Mey:
Ich denke, ich muß so zwölf Jahre alt gewesen sein,
Und wieder einmal war es Zeugnistag.
Nur diesmal, dacht‘ ich, bricht das Schulhaus samt Dachgestühl ein,
Als meines weiß und häßlich vor mir lag.
Dabei war‘n meine Hoffnungen keineswegs hoch geschraubt,
Ich war ein fauler Hund und obendrein
Höchst eigenwillig, doch trotzdem hätte ich nie geglaubt,
So ein totaler Versager zu sein.
So, jetzt ist es passiert, dacht‘ ich mir, jetzt ist alles aus,
Nicht einmal eine 4 in Religion.
Oh Mann, mit diesem Zeugnis kommst du besser nicht nach Haus,
Sondern allenfalls zur Fremdenlegion.
Ich zeigt‘ es meinen Eltern nicht und unterschrieb für sie,
Schön bunt, sah nicht schlecht aus, ohne zu prahl‘n!
Ich war vielleicht ‘ne Niete in Deutsch und Biologie,
Dafür konnt‘ ich schon immer ganz gut mal‘n!
Der Zauber kam natürlich schon am nächsten Morgen raus,
Die Fälschung war wohl doch nicht so geschickt.
Der Rektor kam, holte mich schnaubend aus der Klasse raus,
So stand ich da, allein, stumm und geknickt.
Dann ließ er meine Eltern kommen, lehnte sich zurück,
Voll Selbstgerechtigkeit genoß er schon
Die Maulschellen für den Betrüger, das mißrat‘ne Stück,
Diesen Urkundenfälscher, ihren Sohn.
Mein Vater nahm das Zeugnis in die Hand und sah mich an
Und sagte ruhig: „Was mich anbetrifft,
So gibt es nicht die kleinste Spur eines Zweifels daran,
Das ist tatsächlich meine Unterschrift.“
Auch meine Mutter sagte, ja, das sei ihr Namenszug.
Gekritzelt zwar, doch müsse man versteh‘n,
Daß sie vorher zwei große, schwere Einkaufstaschen trug.
Dann sagte sie: „Komm, Junge, laß uns geh‘n.“
Ich hab‘ noch manches langes Jahr auf Schulbänken verlor‘n
Und lernte widerspruchslos vor mich hin
Namen, Tabellen, Theorien von hinten und von vorn,
Daß ich dabei nicht ganz verblödet bin!
Nur eine Lektion hat sich in den Jahr‘n herausgesiebt,
Die eine nur aus dem Haufen Ballast:
Wie gut es tut, zu wissen, daß dir jemand Zuflucht gibt,
Ganz gleich, was du auch ausgefressen hast!
Ich weiß nicht, ob es Rechtens war, daß meine Eltern mich
Da rausholten, und wo bleibt die Moral?
Die Schlauen diskutier‘n, die Besserwisser streiten sich,
Ich weiß es nicht, es ist mir auch egal.
Ich weiß nur eins, ich wünsche allen Kindern auf der Welt,
Und nicht zuletzt natürlich dir, mein Kind,
Wenn‘s brenzlig wird, wenn‘s schiefgeht, wenn die Welt zusammenfällt,
Eltern, die aus diesem Holze sind.
Textende
In meinem ersten Realschuljahr schrieb ich meine erste Jahresarbeit – über die Entwicklung einer Birne, genauer gesagt einer Kochbirne. Die Äste des mächtigen Baumes wuchsen auf unseren Balkon. Im Abstand von ein paar Tagen pflückte ich ein Birnchen, zerschnitt es mit der Rasierklinge und beobachtete unter dem Mikroskop – ein Weihnachtsgeschenk – den Reifungsprozess.
Ich bekam für diese Arbeit eine glatte SECHS – Begründung des Lehrers: Das sei eine wissenschatliche Arbeit, die ich nur abgeschrieben haben könne.
Es blieb bei der Sechs, mein Vater musste Geld verdienen, damit es mir mal besser gehen solle.
Nun ja.
Wolfgang
Du scheinst Tragik angezogen zu haben?
Och, das war doch noch keine der echten “Nummern”.
Zitat:
Während der Grundausbildung in meiner Militärzeit beurteilte ich die Schleifer als gemeingefährlich. Ging fast drauf dabei, als wir im Winter auf einer durchweichten Wiese Fliegerangriffe übten. Nach einer harten Landung in einer teichähnlichen Pfütze entzog sich mein Bewußtsein, meldete sich erst über meine Ohren wieder zurück durch die Worte des Lazarettarztes, der murmelte: “Der müßte eigentlich tot sein”.
Irgendwie suchte ich bereits von Kindesbeinen an (saß mit sechs Jahren in einer 20 Meter hohen Eiche) den Tod. Heute suche ich im Grunde nichts Anderes, man nennt es nur
anders.
Danke für Dein Fragezeichen.
Wolfgang
Zm Dritten
Im Großen Johannes-Evangelium, das Jakob Lorber empfangen hat, fand ich folgenden Text:
5.4 Verstandes- und Gemütsbildung bei den Nubiern
(Ein Nubier:) -Bei uns besteht eine wahre Zucht darin, daß wir zuerst das Gemüt unserer Kinder soviel als möglich nach unserer Art und Weise veredeln; und ist das Gemüt einmal in der Ordnung, so bekommt dann auch der Verstand diejenige Bildung, die wir selbst besitzen. Aber die Weißen fangen an, ihre Kinder, sobald sie nur zu lallen anfangen, beim Verstande zu bilden, und meinen, wenn das Kind nur einmal einen vollkommen ausgebildeten Verstand habe, so werde dann schon dieser für das Gemüt Sorge tragen! O Herr, wie dumm die vielen Weißen in dieser Hinsicht doch sind, daß sie das nicht einsehen, daß ein vorausgebildeter Verstand stets ein Mörder des Gemütes ist! Denn der pure Verstand macht das Kind einbilderisch und hochmütig; wo aber Einbildung, Eigendünkel und Hochmut einmal das Gemüt in den Besitz genommen haben, da soll dann nur jemand versuchen, dasselbe umzugestalten, und er wird sich ehest überzeugen, daß sich ein alter, krummgewachsener Baum nimmer gerade machen läßt.” (Gr.Ev.Joh. IV 209,1-2)
(die Nubier sind ein afrikanisches Volk, das zwischen 2.500 v.Chr. bis etwa 400 n.Chr. im heutigen Sudan und Teilen Ägyptens lebte).
Gemüt? Ich übersetze es mit Herzensbildung.
Und damit gut.
Wolfgang
Das hier
http://de.sevenload.com/videos/4dYDCu7-Reinhard-Mey-Zeugnistag
trifft es auf den Punkt …
Bitte, denkt an die Seelen Eurer Kinder!
Zitat von Martin Bartonitz: “Im Menschen sind beide Veranlagungen zum Überleben angelegt: Konkurrenz und Kooperation. Während die Konkurrenz für die Fortpflanzung wichtig ist und sich dabei das Imponieren zur Darstellung von Fitness für die Partnerwahl bemerkbar macht, dient die Kooperation dem Überleben der Gruppe, indem Lösungen zur Minimierung von Gefahren gemeinsam erarbeitet werden.
Leider hat sich in vielen Völkern seit vielen Jahren ein Ungleichgewicht zugunsten eines konkurrierenden Handelns durchgesetzt, das sich in Machtmissbrauch in hierarchischen Strukturen manifestiert hat. Gekoppelt mit einem System des Eigentumzugewinns hat uns diese Gesellschaftsform inzwischen an die Grenzen der Belastung von Mensch, Fauna und Flora gebracht. Daher sollten wir uns wieder auf unsere zweite Stärke der Kooperation besinnen. Sie wird uns wieder zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen, zu einem sinngekoppelten Beschäftigen, das nicht das HABEN sondern das SEIN in den Vordergrund stellt. Es sieht das Glück im Miteinander und nicht im Konsum. Es wird die Ressourcen unserer Erde gemeinschaftlich und nachhaltig zum Wohle Aller nutzen.”
Solange ein Individuum (Staat) stark bzw. jung ist, sucht er sein Glück in Konkurrenz und im Konsum. In dem Moment, wo er schwach bzw. alt wird, neigt er sich zu immer mehr Miteinander und Kooperation.
Das „Lied“ hat sich nicht „in vielen Völkern seit vielen Jahren … durchgesetzt“ als „…ein Ungleichgewicht zugunsten eines konkurrierenden Handelns“, sondern es ist ungefähr so alt wie die Menschheit selbst.
Sieh mehr dazu in z. B. Erster Opiumkrieg (1839–1842) http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Opiumkrieg, Zweiter Opiumkrieg (1856–1860) http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Opiumkrieg und noch ca. 1.300.000 Artikeln.
Gefunden in der Buchrezension von Freerk Huisken zu “Sabine Czerny, Was wir unseren Kindern in der Schule antun … und wie wir das
ändern können” :
JAAAA! Geht doch!
Verfassungsrichter für radikalen Umbau des deutschen Bildungswesens
Als wäre es ein Beweis, wenn sich nur genügend Menschen es sich wünschten …
Jetzt müssen sich nur noch die bisherigen Kritiker zusammensetzen und aus den schon bekannten Alternativen ein richtig gutes Schulsystem bauen bei gleichzeitiger Unterstützung aller Lehrer, Kinder und Eltern! Wie wäre es mit einem Experiment, wie es die Isländer mit ihrer neuen Verfassung machen? Öffentlich auf Facebook?
Interessante Bilder von Bildern, die vor dem Fernseher sitzen und passende Kommentierungen dazu:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/bildergalerie-aufmerksam-verbloedet-1.422907
Besser Kinder hier von inspirieren lassen:
http://federleicht-leben.de/06-kinder/affirmationen-fuer-kinder/11-affirmationen-kinder/1105-kinder-affi/index.html
Äußerst interessante Seite zum Thema:
Warum speziell Elternprotest / Global Parents Protest?
Die emotional engste zwischenmenschliche Beziehung ist meist die Eltern-Kindbeziehung, unabhängig der Intelligenz, der Zugehörigkeit der gesellschaftlichen Schichtung, Hautfarbe, Religion, etc. Wir gehen deshalb davon aus, dass sich Eltern und Großeltern um die Zukunft der Kinder am meisten sorgen. Der Schnittpunkt der meisten Menschen ist die Gefühlsebene.
Würde es gelingen, Eltern schulpflichtiger Kinder für die Notwendigkeit ganzheitlicher Bildungssysteme zu sensibilisieren, würde sich dies – davon sind wir 100% überzeugt – positiv auf die globale gesellschaftliche Entwicklung auswirken
Im Kommunismus halten die Regierenden die gesamte Wirtschaft in den Händen. In unserem (Turbo-)Kapitalismus steuert die Wirtschaft die Politik. Unterschied? Nein! Also stellt euch nicht so an! Je mehr Biedermänner, desto höher die Einheitsrente!
Wir sind Kultur. Über geistige Ernährung, Ein Essay von Gert Heidenreich
Dieses kurze Video von Robert Betz macht klar, warum immer mehr Schüler mit unserem Bildungssystem auf dem Kriegsfuß stehen (u.a. auch deswegen):
Bei dieser Gelegenheit möchte ich in dem Zusammenhang gerne euch den folgenden Beitrag ans Herz legen:
Ich habe gestern auf Facebook einen Hinweis auf einen Beitrag von Thomas Huebel erhalten, in dem er seine Ansicht über einen guten Lehrer darlegt:
http://soundcloud.com/thomashuebl/thomas-huebl-was-ist-ein-guter
Zuammengefasst:
Ich denke auch, dass ein Schüler dann am besten lernt, wenn er sich einerseits frei fühlt, sprich sinngekoppelt und auf der anderen Seite eine positive Beziehung zu seinem Lehrer aufgebaut hat. Allerdings gehe ich nicht davon aus, dass ein Lehrer in den Lehrinhalten immer die Nase vorn haben sollte, da das mit der Zeit des Internets kaum mehr einhaltbar ist. Er sollte aber in Sachen der Beziehungsfähigkeit sehr kompetent sein.
In Afrika gibt es das Sprichwort: “Um einen Menschen zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.” Ich verstehe immer besser, was damit gemeint ist. Wer viel Übung in der Pflege von Beziehungen ist, wird beziehungskompetent. Ebenso ist das Wissen über die Köpfe aller im Dorf verteilt. Das Wissen, was wir inzwischen in der Welt haben, ist inzwischen so viel, dass es in Summe nicht mehr vermittelbar ist. Daher macht es in meinen Augen immer weniger Sinn, so viel Stoff in die Köpfe unserer Kinder “ballern” zu wollen. Wichtiger wäre es, einen Menschen zuerst moralisch/ethisch zu festigen, sprich beziehungsfähig zu machen. Anschließend gemäß seiner Neugierde und Talente sich durch einen Lehrer sich selbst bilden zu lassen. Dabei sollte das gemeinsame Lernen in Gruppen einen wichtigen Teil einnehmen.
Ja, Martin.
Stellt sich die kleine Frage, wie wir Deinem Ideal näher kommen in einem System, das weder die notwedigen Voraussetzungen bei den Lehrern schaffen kann, als auch eine durch Medien und sozialem Umfeld teils schwerstens geschädigte Kinder in die Begegnungsstätte Schule schickt?
Susanne schafft es ja immer wieder, meine Lebensfreude zu toppen. Gestern sagte sie, eher beiläufig: “Meine Kinder lieben mich”.
Eine sechste Klasse, verschiedene Nationalitäten, verschiedenste Charaktere und sehr unterschiedlich Begabungen und Schwächen.
Es geht also. Aber wie geht es?
Mir scheint eine Grundbedingung, JEDEM Kind mit einer Anerkennung zu begegnen, gleich was es im Sinne einer allgemeinen Leistungsordnung derzeit zu leisten vermag. Es ist die Einstellung, dass Leben an sich der wertvollste Besitz ist, über den Menschen verfügen dürfen.
Ist es nicht so, das die Alte Schule out ist, die alten Lehrer out sind, weil es ein neues Menschenbild gibt?
Dir einen guten Tag.
Wolfgang
PS.
Die neueste Schulreform:
Am letzten Ferientag ist nicht mehr, wie bisher, ab der dritten Stunde frei – es geht bis zur sechsten. Es geht doch voran – im Sinne der Polarisierung!
„Ein gutes Zeugnis ist ein Beleg für eine geglückte Trivialisierung.“
Heinz von Foerster (1998) Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners
mein lieblingszitat (.-)))
Das installierte Bildungssystem ist Organ eines Herrschaftssystems.
Seine Aufgabe besteht vornehmlich darin, zu selektieren:
Wer kann herrschen und wer lässt sich beherrschen.
Insofern büffeln die Schüler eben nicht unsinnig – sie lassen sich erfolgreich selektieren.
In den Kultusministerien und Schulbehörden sitzt eine große Mehrzahl von Geistmenschen, weil nur diese Entscheidungen im Sinne eines Herrschafts-Systems treffen KÖNNEN.
Und zwar solche Menschen, den das Wohl der Kinder TOTAL am Ar… vorbei geht.
Sie betreiben eiskalt Siebung und Auslese im Sinne eines – in unserem Sinne – unmenschlichen Herrscher-Geistes.
Nun, das mag niemand verstehen, und ich bin zunehmend genervt, weil ich nicht in der Lage bin, eine sehr einfache Realität zu beschreiben. Ich bin ein schlechter Lehrer!
Wenn wir etwas ändern wollen, gibt es eine optimale Szene, die ich als Postulat formuliere:
Alle Bildungs-Dirigenten sind aus dem System zu entfernen.
Alle Bildungsrichtlinien sind zu schreddern.
Sehr viele Lehrer sind für ihre – eigentliche – Aufgabe, Kinder bei der Ausformung ihres Wesens zu begleiten völlig ungeeignet. Sie sind umgehend aus dem Schuldienst zu entfernen.
Gleichzeitig gehen die Kinder nicht mehr in die Schulen – Generalstreik.
Wisst ihr, wie ein Nussknacker funktioniert – natürlich.
Der eine Druck kommt von Oben, der andere Druck von Unten.
So einfach ist das.
Ich stellte mir heute ein Armutszeugnis aus. Welch ein persönlicher Erfolg.
Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit.
Wolfgang
@Wolfgang
Fantastisch!
Die exakten Worte hätten aus meinem Mund kommen können.
Wie wahr…., wie wahr….
Interessant,daß Menschen mit Neugier geboren werden und sich in den ersten Lebensjahren bis zum Schuleintritt einfach so ca 2/3 des Wissens erwerben,daß sie sich im Laufe des gesamten Lebens erwerben. Wieso kommen 6-jährige neugierig zur Schule und verlieren ganz schnell die Lust am Lernen? Brauchts Lehrpläne oder vielmehr eine wißbegierige Umwelt für uns Menschenwesen? Zum Glück gibts viele Initiativen von Eltern und (ehemaligen)Pädagogen – Menschen,schließt Euch zusammen! Im Ernstfall- immer für die Kinder entscheiden – auch durch zivilen Ungehorsam (wies die Freilerner tun). Es gibt schon genügend erfolgreiche Beispiele – so auch Andre´und Bertrand Stern (Vater Arno Stern). Eltern,sucht Euch Verbündete auf Eurem Weg mit den Kindern! Die Zeit ist überreif.
Ganz toll geschrieben…ich werde meine Kinder nicht auf´s Gym prügeln,mein Großer hat als Hauptschüler(ok 1,4 Schnitt weil von 25 Klassenkameraden 23 Ausländer waren,die kaum Deutsch verstanden)als einzigster Bewerber(viele von Gym oder Real) eine Lehrstelle in einem angesehenen Unternehmen hier in der Region bekommen,das macht mich Stolz,da brauch ich kein Gym für..unser 2. kommt im Sommer auf eine Sekundarschule(sehr zerissen hier in den Medien),beim Elternsprechtag meinte die Klassenlehrerin”Endlich mal Eltern mit realistischer Sichtweise”
Es tut gut zu hören, dass es schon praktizierende Freidenker gibt. Ja, es liegt an uns, wie wir andere Menschen bewerten. Jeder Mensch hat seine Talente und da ist es egal, welchen Bildungsweg er druchlaufen hat. Am Ende zählt, dass es ihm gut geht, dass er sich selbst lieben kann und damit auch erst andere Menschen. Und welchen Beitrag er für das “Wohl der Gemeinschaft” hinzusteuert. Und genau hier fängt das Umdenken an. Denn unsere höchstausgebildeten, sprich Höchstverdiener scheinen eher bescheidener Beiträge für das Wohl der Gemeinschaft beisteuern zu können oder zu wollen …
Leider sind heute Hauptschüler ja nix mehr wert…hier in der Tageszeitung gibt es im Sommer eine Sonderbeilage “Folgende …suchen noch Lehrstellen”,da sind mindestens 90% nur Gym oder Realschüler am suchen..Wer will schon das ganze hochgestochene Volk,wo der Azubi dem Ausbilder mit dem Vater(Anwalt,großer Boss..)droht
ich bin auch nur Hauptschüler und trotzdem Beamter geworden
“nur” ist der Punkt. Ja, es wird immer offensichtlicher, dass wir zu viel Wert auf das Beherrschen irgendwelchen abstrusen technischen Wissens legen und dabei die wichtigen Werte für den Zusammenhalt der Gemeinschaft kaum mehr erfahren können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade Hauptschüler und Realschüler später eine bessere Bodenhaftung im Menschlichsein haben. Es wird Zeit, dass wir Ausbildung ganz anders gestalten. Viel freier und in Vielfalt.
Ich hatte gestern noch von den Freilernern erfahren. Das ist auch interessant:
Der Unterschied zwischen freiem und schulischem Lernen, von Dagmar Neubronner
Sehr symphatisch, Herr Kuen. Vielen Dank.
Wenn eine Lehrerin sagt:
“Endlich mal Eltern mit realistischer Sichtweise“
spricht das deutlich eines der Probleme an: Es gibt viel zu wenig kuehne Eltern, die sich einem – im Menschensinne – Ungeist in den Werg stellen und das Notwendige für ihre Kinder zu tun bereit und in der Lage sind.
Wenn Ihr gelebtes Beispiel, lieber Herr Kuen, Schule macht, …
Ihnen einen guten Tag – und bleiben Sie bitte dran.
Wolfgang
Zum Beitrag von Michael Molli:
Er erfreute mich besonders, weil er zum Ausdruck bringt, dass wir hier GEMEINSAM tätig sind. Wenn ich spreche, sind an den Aussagen ALLE beteiligt, jeder auf seine Weise. Ich spreche von Unten nach Oben, nicht umgekehrt.
Da meine Aussagen im Beitrag 186 – relativ – deutlich waren, fragte ich Martin, wie und OB es hier weiter gehen soll. Von ihm kam Grünes Licht. Nun denn!
Margittas Beitrag (vielen Dank) geht einerseits auf den starren Bildungsansatz ein, andererseits weist sie hin auf den “Zivilen Ungehorsam” und Alternative Lernformen.
Ich zitiere im Folgenden aus
“Ein Offener Brief an das Ministerium für Schule und Weiterbildung und die Landtagsabgeordneten von NRW”
http://www.homeschooling.de/bildungsgesetz-f%C3%BCr-nrw
“Unsere Kinder gehören uns nicht, weder den Eltern, noch der Gesellschaft im Ganzen. Eben so wenig gehören sie natürlich der Staatsmacht, …” Zitatende
Da haben wir eines der zentralen Problem von Staat und Bürger im Miteinander.
Auf der einen Seite Menschen, die ihre Kinder lieben – auf der anderen Seite eine Herrschaft, die die Kinder besitzen will.
Und damit wird auch SEHR deutlich, wie die Bildungsinhalte entstehen. Zum Zweck des Beherrschens. Das Wohl des Kindes ist dem Machtanspruch des Herrschenden untergeordnet – Lerninhalte dienen vorrangig der Verknechtung und nicht der Freiheit eines Kindes/Jugendlichen/jungen Menschen.
Deutschland ist, was seine BildungsPOLITIK betrifft, ein Novum. Es gibt einen:
Artikel 26(3) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: „Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll“ – Zitatende
Politik verstößt gegen Menschenrechte – nichts Neues. Neu war mir:
In quasi allen europäischen Verfassungen und Schulgesetzen wird der Bildungsfreiheit für Familien Rechnung getragen (vgl. Schulgesetzsynopse unter Gesetze). Überall werden auch ganz private Alternativen zur Schule zugelassen. Zitatende
Nun fragte ich mich: Dichter und Denker? Was ist los in Deutschland? Meine Frage wurde sogleich beantwortet:
“Im Reichsschulpflichtgesetz von 1938 heißt es in §12: „Kinder und Jugendliche, welche die Pflicht zum Besuch der Volks- oder Berufsschule nicht erfüllen, werden der Schule zwangsweise zugeführt. Hierbei kann die Hilfe der Polizei in Anspruch genommen werden.“
Zitatende
DAS ist los in Deutschland: Hier herrscht ein – offensichtlich BODENSTÄNDIGER – Geist, der sowohl menschenverachtend als auch herrschaftsfreundlich ist.
Und, das ist für mich ein logischer Schritt in der Analyse:
Hier kommen Menschen an die Macht, die diesem Geist entsprechen, die Politik machen im Sinne dieses Geistes.
(Politik ist Geist, weil Geist Ideen gebiert, und Ideen bestimmen die Politik.)
Alter Geist wurzelt in Deutschland, und er ist – immer noch – so mächtig, dass es möglich ist, hinter einer Demokratie eine Diktatur wirken zu lassen.
Wir, Susanne und ich, beobachten seit Ende Juli letzten Jahres hautnah ein Problem: Politiker und politisch orientierte Behördenmitarbeiter reagieren auf unser Anschreiben NICHT. (Ausnahme Frau Hannelore Kraft auf unsere Anfrage nach der Agenda 2012 – ich kann diese Ausnahme erklären: Man schob die Verantwortung zur Umsetzung auf die Bürger – so einfach geht das). Personifizierte Deutscher Geist sind das demokratische Prinzip einfach aus. Und beweist, dass der Wille vieler Millionen Bürger schwächer ist, als dieser Geist.
Dieser Geist widersteht – bisher – jeder der Vernunft Und er widersteht auch der Liebe, die sich ihm entgegen stellt. Dieser Geist ist rücksichtslos, und Menschen, die ihm folgen, verhalten sich auch rücksichtslos. Wir beobachten das im Kleinen wie im Großen.
Ich beschreibe den Kern des Systems-Problems mal aus meiner Sicht.
Geist ist so mächtig, wie er in der Lage ist, Energie zur Umsetzung seiner Ideen zu generieren.
Liebe ist in ihrem Wesen schwach, weil sie antriebslos ist, also nicht über eigene Ideen verfügt. (Liebe sitzt mit dem Hund auf dem Sofa und streichelt ihn, bis das letzte Haar ausgefallen ist – während draußen der Geist die Gesellschaften für seine kriegerischen Zwecke missbraucht.)
Das Problem löst sich nur auf, wenn Liebe AUS SICH HERAUS Ideen hervor bringt. NICHT, um Geist zu bekämpfen, sondern um sich – per Idee, zu manifestieren, in jedem Menschen, in vielen Menschen.
Damit erst mal gut.
Allen einen guten Tag – und versucht, den Hund in Ruhe zu lassen.
Wolfgang
Hallo Federleichte,
erst einmal: richtig gute Zusammenfassung unserer rechtlichen und geistigen Situation zum Thema Schule.
Das wäre doch mal wieder ein guter Anfang für einen neuen Artikel, an dem wir das Thema Bildungspflicht statt Schulpflicht abarbeiten können?!
Gruß Martin
Ich halte “Pflicht” für keinen guten Ansatz. Wir leben – oder sollten vorzugsweise – in einem RECHTsstaat leben. Grundsätzlich – so sehe ich das – haben Menschen, die leben, das Recht zu leben, sonst würden sie ja nicht leben.
Warum in das “Leben als Prozeß” KÜNSTLICH eine Bildungsidee hinein interpretieren?
Du benennst einige Male die Kulturen indigener Völker. Komme denen mal mit Deinen Ideen, und sie denken bestenfalls, Du kommst von einem anderen Stern.
Ich erinnere an die Worte von Margitta:
“… daß Menschen mit Neugier geboren werden und sich in den ersten Lebensjahren bis zum Schuleintritt einfach so ca 2/3 des Wissens erwerben, das sie sich im Laufe des gesamten Lebens erwerben.” Zitatende
Wofür brauchen Erwachsene das andere Drittel? Um Panzer, Bomben und Kampfflugzeuge konstruieren zu können? Um Angriffspläne auszudenken? Um sich Schaden zufügen zu können? Um sich andere Menschen unterwerfen, ausbeuten und quälen zu können?
Ein Thema, in dem GRUNDfragen des Leben diskutiert werden, warum nicht. Meine erste Idee zu Deiner Idee war allerdings:
Während wir hier Halt im Chaos suchen, sucht Geist auf der anderen Seite nach Optionen für die Vergrößerung des Chaos.
Also, ein neues Thema, ich bin dabei.
Wolfgang Federleichtes
Du hast recht. Im dem Augeblick, als ich den Kommentar abschickte, blitzte es kurz durch den Kopf, dass “Pflicht” eher durch “Recht” ersetzt werden könnte …
Wie machen wir mit dem Thema weiter?
Welchen Titel und was von Deinem Kommentar sollte in dem neuen Artikel stehen?
Es gibt hier noch einen interessanten Ansatz, der gleich mitverarbeitet werden könnte:
http://www.global-parents-protest.org/
Ja, unsere im Hitler-Reich festgelegte Schulpflicht gehört geändert in eine Bildungspflicht. Und dann könnte auch in Deutschland ein Freilernen gelingen. Hier eine passende Rezension von Detlef Schönenberg zu dem Buch von Die Freilerner – Unser Leben ohne Schule von Dagmar Neubronner:
Ich benutze für meine Antwort auf Deine Frage mal die Kommentarfunktion zu diesem Beitrag – auch hier schreibst Du von Schulpflicht und BildungsPFLICHT.
Ich möchte allgemein beginnen.
In was für einer Welt leben wir?
In einer Bildungswelt – einer Welt, die uns vielfältigste Bilder präsentiert, vielfältige Optionen bietet, vielfältigste Fragen stellt, auf die Menschen – ganz AUTOMATISCH – nach Antworten suchen.
Die Welt und das, was wir “unser Leben” nennen ist ein Symbiose, ein fest miteinander verbundenes – Bildungssystem.
Die Welt IST die Schule. Das Lernen geschieht gesteuert von der Psyche
(Ronald D. Laing bespricht das Thema in “Das Selbst und die Anderen”)
Menschen sind in diese gewaltige Bildungssystem gezwungen, und ich glaube, sie lernen – natürlich – gerne, geradezu triebhaft.
Aber was meinen Menschen auf dem Sterbebett mit ihren letzten Worten: War das Alles?
Es ist – bezeichnenderweise – eine Frage, die sich interpretieren ließe mit:
Habe ich genug gelernt?
Woher kommen die “Autonomen”?
Wie entstand das System der Anarchie?
Zeigt uns die Schule des Lebens hier nicht eine besondere “Klasse”? Ein besonderes Unterrichtsfach? Eine besondere Möglichkeit das Ich und das Andere zu reflektieren und die “richtigen” Schlüsse für ein selbst-bestimmtes Leben zu ziehen?
Was bedeuten die Worte:
“Lebe nicht auf Kosten Anderer, und lasse nicht Andere auf deine Kosten leben.”?
Es bedeutet, autonom zu sein, indem man darüber entscheiden kann, wem man sich zuwendet und von wem man sich abwendet. Es macht, das glaube ich, Liebe erst möglich.
Ich erlaube mir abschließend einen kurzen Ausflug in meine Welt:
Der Mensch wurde in eine fremde Welt hinein geboren. Der Mensch ist sich selber fremd, weil bereits in seiner Wiege die Fragen lagen, nach deren Antworten er zu suchen gezwungen ist. Während sich sein inneres Leid zunehmend steigert, wächst gleichzeitig das Chaos im Außen und verschärft die Fragen:
Wie mache ich es richtig?
Wo lasse ich meine Schuld?
Wie trage ich meine Verantwortung?
Wie entkomme ich dem Wahnsinn?
Wie rette ich mich?
Ich will doch nur leben.
Mensch bekam sein Leben nicht bedingungslos geschenkt. In seiner Wiege lag das Chaos. Es kann sich, dank zunehmender Ordnung, immer weiter befreien. Neue Wege werden sichtbar, und – es wird an einer Neuen Wiege gearbeitet, die freie Menschen in eine Welt voller Ordnung entläßt.
In meinem nächsten, gleich folgenden Beitrag, veröffentliche ich erstmals ein Gedicht, das ich 1989 schrieb.
Wolfgang
Die Krone der Schöpfung
Zig oder hunderte von Malen schrieb der Mensch sein Schicksal.
Immer wieder kehrt er zurück zur Erde
und beginnt von neuem sein Tun
im nicht endenwollenden Kreislauf von Leben und Tod.
Trotz seiner jahrtausendelangen Arbeit
ließ seine Schaffenskraft nicht nach,
noch immer müht er sich Tag um Tag,
Jahr um Jahr, unablässig.
Ohne eine einzige Sekunde zu vergessen,
folgt er dem Wechsel von Tag und Nacht,
füllt die langen Tage im Sommer genauso beharrlich
wie die dunklen Wintertage mit seinem Wollen aus.
Ob an fröhlichen Frühlingstagen
oder im melancholischen Herbst,
der Mensch kann sich keine Ruhe gönnen,
denn in ihm ist ein schaffender Geist ohne Pause tätig.
Welch ein mächtiger Auftrag muß zu erfüllen sein.
Stets muß der Mensch sich um seinen nächsten Schritt bemühen,
weil er ihn nicht kennt,
weil er sich nicht kennt,
weil er den Anderen nicht kennt.
Suchen muß er mit jedem Schritt ins Ungewisse,
nicht nur seinen Weg,
auch sein Ziel;
dabei geschehen viele Dinge,
die er nicht wollte, und
aus vielen guten Absichten wuchsen
fatale Folgen.
Warum dies alles, und gerade so?
Mit diesen Fragen wacht er auf,
ohne Antwort schläft er ein.
Alles verändert sich unberechenbar,
auf nichts kann er sich verlassen;
was er glaubte als gut zu kennen,
schadet ihm später.
Liebe erscheint ihm für kurze Momente,
er findet nur vergängliches Glück und
sein Herz ist gefüllt mit Mißtrauen, Zweifel und Angst,
Ungewißheit ist sein ständiger Begleiter,
und allein sein Schmerz bleibt ihm treu.
Der kleine Mensch trägt die große Last,
für das Böse verantwortlich zu sein;
seine Gedanken verstricken sich in einen
gewaltigen Schuldkomplex.
Er muß es glauben,
weil er im Glauben erzogen wurde,
er muß sich geißeln lassen
und martert sich selber,
er verflucht sich und wird verflucht.
Er sucht seine Freiheit unter
der Allmacht seines Gottes vergeblich,
trägt seine Verantwortung
ohne zu wissen, woher er kam
und wohin er geht.
Gerecht soll er handeln,
nachsichtig und brüderlich leben;
viel wird von ihm verlangt,
ohne daß er je etwas verlangen konnte.
Dies alles leistete der Mensch,
erduldete sein Elend,
ohne den Sinn des Ganzen zu kennen;
er darf nie alles wissen.
Im Spiegel erblickt die “Krone der Schöpfung”
einen blinden, tauben, zerzausten Paradiesvogel,
der ahnungslos und verzweifelt
durch die Zeit flattert und
ziellos ein Zweiglein sucht zum Ausruhen.
Von Tod zu Tod bettelt er vergeblich
um Gnade, Barmherzigkeit und Erlösung.
Deswegen trägt er die Krone.
Ohne eine einzige Sekunde zu vergessen,
folgt er dem Wechsel von Tag und Nacht,
füllt die langen Tage im Sommer genauso beharrlich
wie die dunklen Wintertage mit seinem Wollen aus.
Ob an fröhlichen Frühlingstagen
oder im melancholischen Herbst,
der Mensch kann sich keine Ruhe gönnen,
denn in ihm ist ein schaffender Geist ohne Pause tätig.
Welch ein mächtiger Auftrag muß zu erfüllen sein.
Stets muß der Mensch sich um seinen nächsten Schritt bemühen,
weil er ihn nicht kennt,
weil er sich nicht kennt,
weil er den Anderen nicht kennt.
Suchen muß er mit jedem Schritt ins Ungewisse,
nicht nur seinen Weg,
auch sein Ziel;
dabei geschehen viele Dinge,
die er nicht wollte, und
aus vielen guten Absichten wuchsen
fatale Folgen.
Warum dies alles, und gerade so?
Mit diesen Fragen wacht er auf,
ohne Antwort schläft er ein.
Alles verändert sich unberechenbar,
auf nichts kann er sich verlassen;
was er glaubte als gut zu kennen,
schadet ihm später.
Liebe erscheint ihm für kurze Momente,
er findet nur vergängliches Glück und
sein Herz ist gefüllt mit Mißtrauen, Zweifel und Angst,
Ungewißheit ist sein ständiger Begleiter,
und allein sein Schmerz bleibt ihm treu.
Der kleine Mensch trägt die große Last,
für das Böse verantwortlich zu sein;
seine Gedanken verstricken sich in einen
gewaltigen Schuldkomplex.
Er muß es glauben,
weil er im Glauben erzogen wurde,
er muß sich geißeln lassen
und martert sich selber,
er verflucht sich und wird verflucht.
Er sucht seine Freiheit unter
der Allmacht seines Gottes vergeblich,
trägt seine Verantwortung
ohne zu wissen woher er kam
und wohin er geht.
Gerecht soll er handeln,
nachsichtig und brüderlich leben;
viel wird von ihm verlangt,
ohne daß er je etwas verlangen konnte.
Dies alles leistete der Mensch,
erduldete sein Elend,
ohne den Sinn des Ganzen zu kennen;
er darf nie alles wissen.
Im Spiegel erblickt die “Krone der Schöpfung”
einen blinden, tauben, zerzausten Paradiesvogel,
der ahnungslos und verzweifelt
durch die Zeit flattert und
ziellos ein Zweiglein sucht zum Ausruhen.
Von Tod zu Tod bettelt er vergeblich
um Gnade, Barmherzigkeit und Erlösung.
Deswegen trägt er die Krone.
Oh, es ist mir eine Ehre, dass Du dieses intensive Gedicht hier bei mir veröffentlichst! Martin
Des Einen Ehre, des Anderen Freude. Danke!
Sicher wirst, Du, Martin, verstanden haben, dass die “Krone”, die ich dem Menschen aufsetzte für eine Lebensleistung, die nur er erbringen konnte und kann auf Grund einer Eigenschaft, die der Natur fehlt, ihn nicht über die Natur erhebt. Vielleicht, wenn er sich seiner “Krone” bewusster wäre, braucht er sich nicht mehr über die Natur erheben und mit Füssen treten, was ihm dient. Könnte auch sein, dass er dann nicht mehr mit versteckten Feindseligkeiten operieren muss.
Wolfgang
Übrigens_
Sigmund Freud liefert in seinem Buch “Das Unbehagen in der Kultur” einige sehr interessant Gedanken über das Wesen unseres Gesellschaftsystems.
http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Unbehagen_in_der_Kultur
Interessanter Artikel, zu dem mir einige Fragen und Kommentare einfallen:
1.) Warum geht inzwischen überhaupt jedes 2. Kind zum Gymnasium und muss damit den Stress von G8 absolvieren???? (Vielleicht wäre Marie einfach besser auf eine gut funktionierende Realschule gewechselt?!!!) Dann hätten auch Vater und Mutter weniger (Lern-)Stress und nicht so ein schlechtes Gewissen…!
2.) Wie lange wollen wir uns noch 4 verschiedene Schulformen (Haupt-, Real-, Gesamtschule + Gymnasium) in zum Teil einer Stadt leisten, wenn es doch in Wahrheit schon längst die Einheitsschule (nämlich das Gymnasium) gibt? Daneben würde eine Mittel- (oder eben Sekundar-)schule doch vollkommen reichen. Auch hätten wir dann endlich eine gute Mischung von bildungs-, sozial- und finanzschwächeren sowie besser gestellten Familien, in denen unsere Kinder Verständnis und soziales Miteinander lernen, andere Kulturen und Strukturen erfahren und Integration endlich mal wirklich in allen Schulen gelebt wird.
3.) Wann gibt es endlich wieder verpflichtende Schulempfehlungen von Grundschulen, die strebsame Eltern nicht einfach – auf Kosten ihrer Kinder! – unterlaufen können!?
4.) Wann begreifen unsere Politiker endlich, dass das Schulsystem (auch in Deutschland) nur funktionieren kann, wenn dies einheitlich geregelt ist und nicht jedes Bundesland sein eigenes “Süppchen kochen” kann???
5.) Die im Film vorgestellte Schule kommt dem Konzept einer Waldorfschule sehr nahe.
Diese alternative Schulform (oder z.B. auch die Laborschule Bielefeld) gibt es schon ziemlich lange, nur traut sich die Politik nicht (das ist jetzt meine persöliche Meinung!), diese Schulkonzepte auf Regelschulen zu übertragen, Denn dafür müsste ordentlich Geld in die Hand genommen werden, die der Staat (und das sind wir alle!) nicht mehr hat!
Gruß, Ippitz
Ich bin inzwischen der Meinung, dass es keine Schulunterscheidungen geben sollte. Jeder Mensch hat unterschiedliche Talente, und unterschiedliche Geschwindigkeiten des Lernens. Was es braucht, sind unterschiedliche Räume des Lernes, die jedes Kind je nach seinem Stand des Wissens und Wissenswollens wahrnimmt. Lehrer sollten dabei im Sinne von Paten moderieren und anleiten, aber nicht vorkauen. So wird jeder junge Mensch einen ganz anderen Weg in seine Reifung finden. Keiner wird behindert, Niemand muss sich beugen. Hierbei verliert keiner mehr seine unbändige Lust, etwas neues erfahren zu wollen. So kann Spaß am Leben gelingen.
Ja, das würde eine mehr “Lehrmittel” sowohl sachlicher auch menschlicher Art benötigen und mehr Geld. Aber am Ende stehen gefestigtere, psychisch gesunde Menschen. Und es würde unserer Gemeinschaft nur gut tun. Wir haben inzwischen 9 Millione, die entweder an Depressionen leiden oder am Burn-Out. Dies sollte gefestigten Menschen weniger passieren, da sie schnell Situtationen entfliehen würden, die sie knebeln.
Susanne und ich diskutierten heute über ein Modell “Offene Schule. Machbar ist das alles, sogar ohne großen Kostenaufwand – vom Nutzen mal ganz zu schweigen.
Das “Problem” ist politischer Natur. Das Modell ist nicht umsetzbar, weil die Investitionen sich erst in Jahren – sozusagen amortisieren. Kranke Kinder (und Erwachsene) dagegen schaffen sofort den Umsatz und das NÖTIGE Wachstum für die Aufrechterhaltung des Systems. Das Prinzip endet zwar am Galgen, aber die Hoffnung der Politker endet sicher erst dort. Wenn Alle krank sind und niemand mehr die Medikamente produzieren kann, werden sie es – vielleicht – begreifen.
Es sei denn, es treten unberechenbare Effekte auf.
Stell Dir mal bitte vor, das Wirtschaftswachstum würde sich drehen in einen (gesund-)Schrumpfungsprozeß. Dann wäre schnell Schluß mit dem Schuldenmachen.
Wolfgang
“Ich war nie in der Schule”, veröffentlicht in der Frankfurter Rundschau.
Martin, ich hatte einen Beitrag zum neuen Thema “Karl-Heinz Schubäus” geschrieben – dann war der Bildschirm weiß, das Thema weg.
Der Ausschnitt aus einem Interview mit ihm
http://www.schubaeusmodell.de/fileadmin/files/Dokumente/Regelwerk.pdf
paßt auch hier hinein:
Schubäus: Wenn es das nur wäre! Auch unser Bildungs-
und Ausbildungswesen muss den Anforderungen künftiger
Gesellschafts- und Wirtschaftsordnunge n neustrukturiert
werden.
Bildungs- und Ausbildungsmuster, die dem Wandel der
Neuzeit bisher nicht annähernd gefolgt, und somit den An-
forderungen neuer Denkmuster nicht gewachsen sind.
So denken Kinder überall auf der Erde in natürlichen, le-
bensnahen und unverbildeten Denkmustern: Ganzheitlich
und rational. Was bei den Urvölkern aus lebenserhaltenden
Gründen nie aufhört, endet in der Zivilisation mit Beginn
der Schulpflicht.
Ab diesem Zeitpunkt wird neugieriger Wissensdurst und
Interesse an Zusammenhängen, durch nicht endendes Pau-
ken standardisierter Leitsätze unterdrückt.
So geht zeitgemäßes Lernen an der Wirklichkeit des Lebens
vorbei, denn was wir als Leben wahrnehmen, ist von Men-
schen erzeugte Enge innerhalb künstlich erzeugter Grenzen.
Wer kümmert sich in diesen Zusammenhängen schon um
die alles durchdringenden Lehren Descartes und den daraus
entstehenden Verwirrungen, Unsicherheiten und Konflik-
ten in unserer Gesellschaft.
Das Erwachsenwerden erfolgt nicht etwa auf den Grundla-
gen lebenserhaltender Prozesse, sondern auf Basen, die sich
Menschen nach ihrem Gusto geschaffen haben und weil sie
sich aus diesen Mustern scheinbaren Nutzen erhoffen. Sie
setzen dabei auf Ordnungsprinzipien, die auf Dingen und
Teilen (Descartes Irrlehren) und nicht auf dynamischen Zu-
sammenhängen, Ursachen und Wirkprinzipien beruhen.
Solange über lebenserhaltende menschliche Aktivitäten hi-
naus Bildungsmuster existieren, werden sie auf menschliche
Interessen zugeschnitten. Und so wie sich der Mensch die
Natur unterordnet, wird auch Bildung ein wesentlicher
Bestandteil im menschlichen „Drama“ bleiben.
Je höher das konventionelle Bildungsniveau, desto weiter
entfernt es sich von der Realität naturnaher Zusammenhän-
ge. So läuft zwar Karrieremachen für den Einzelnen nach
etablierten Mustern und verbrieften Regeln ab, Karrieren
entziehen den Unternehmen jedoch wertvolle Ressourcen.
Seine Ideen, so scheint mir, passen auch in das gesamtgesellschaftliche Konzept.
Wolfgang
Ich musste den Beitrag nochmals rausnehmen, da noch eine Freigabe fehlte. Kommt heute Nachmittag
Ja, Herr Schubäus war seiner Zeit ebenfalls weit voraus. Er ist inzwischen über 80 und ihn schmerzt viel mehr als andere zu sehen, dass viel schief läuft, obwohl es doch nachweislich anders geht. Er hat seine Projekte in diesem Sinne geleitet und damit die Menschen miteinander vernetzt, so dass das Arbeiten wieder Spaß machte.
Der Artikel ‘Ich war nie in der Schule’ zeigt sehr schön, was hinter dem Begriff BERUF-UNG steht … schließlich ziehen es Vögel auch vor zu fliegen, anstatt zu ‘Fuß’ zu gehen. Ich könnte jetzt wieder anfangen das Schulsystem mit der reaktiven Unordnung in Verbindung zu bringen, um aufzuzeigen, warum jedes Kind im Grunde als energetisches Genie auf die Welt kommt … nur, um vom System nach und nach dieser Genialität beraubt zu werden … aber wie Martin eingangs erwähnt, brennt dieses Thema ohnehin schon vielen unter den Nägeln. Egal, wie groß ein Feuer, es startet immer mit einem Funken.
Gruß Guido
http://www.gold-dna.de
Hallo Guido,
gerade fiel mir die “Erziehungsgrundlage der Nubier wieder ein. Sie bilden vor jeder weiteren Ausbildung das “Gemüt” ihrer Kinder aus.
Könnte aus dem Gemüt,
einer Herzlichkeit und Verbundenheit mit dem Wesen des Lebens,
der Funke entspringen, der ein wärmendes, statt eines verbrennenden Feuers entzündet?
BeRUFung.
Es macht wohl einen Unterschied, ob ich dem Ruf meines Herzens oder dem des Geistes folge.
Ich wünsche Euch einen guten Tag.
Wolfgang
Die Rettung kommt per Post, publiziert auf Zeit Online
Darüber, warum Schulverweigerer ihren Abschluss ausgerechnet an einer Fernschule schaffen
Die Schule der Tiere
Es gab einmal eine Zeit, da hatten die Tiere eine Schule. Der Unterricht bestand aus Rennen, Klettern, Fliegen und Schwimmen, und alle Tiere wurden in allen Fächern unterrichtet.
Die Ente war gut im Schwimmen, besser sogar als der Lehrer. Im Fliegen war sie durchschnittlich, aber im Rennen war sie ein besonders hoffnungsloser Fall. Da sie in diesem Fach so schlechte Noten hatte, musste sie nachsitzen und den Schwimmunterricht ausfallen lassen, um das Rennen zu üben. Das tat sie so lange, bis sie auch im Schwimmen nur noch durchschnittlich war. Durchschnittliche Noten waren aber akzeptabel, darum machte sich niemand Gedanken darum, außer: die Ente.
Der Adler wurde als Problemschüler angesehen und unnachgiebig und streng gemaßregelt, da er, obwohl er in der Kletterklasse alle anderen darin schlug, darauf bestand, seine eigene Methode anzuwenden.
Das Kaninchen war anfänglich im Laufen an der Spitze der Klasse, aber es bekam einen Nervenzusammenbruch und musste von der Schule abgehen wegen des vielen Nachhilfeunterrichts im Schwimmen.
Das Eichhörnchen war Klassenbester im Klettern, aber sein Fluglehrer ließ ihn seine Flugstunden am Boden beginnen, anstatt vom Baumwipfel herunter. Es bekam Muskelkater durch Überanstrengung bei den Startübungen und immer mehr „Dreien“ im Klettern und „Fünfen“ im Rennen.
Die mit Sinn für’s Praktische begabten Präriehunde gaben ihre Jungen zum Dachs in die Lehre, als die Schulbehörde es ablehnte, Buddeln in den Unterricht
aufzunehmen.
Am Ende des Jahres hielt ein anormaler Aal, der gut schwimmen und etwas rennen, klettern und fliegen konnte, als Schulbester die Schlussansprache.
(Entnommen dem Buch: „Legasthenie muss kein Schicksal sein“
von E.-M. Soremba; Lehrerin ; Herder Verlag 1995)
Und die Moral von der Geschicht’:
Politiker taugen selbst zu Tieren nicht.
In der Schule sehr gut – für’s Leben untauglich?
Wolfgang
(Häßliches Entlein)
http://eltern.t-online.de/kinder-im-stress-terminstress-schon-bei-den-kleinsten/id_43140926/index
heute auf t-online.de gefunden….
Danke für den Hinweis auf diesen wichtigen Artikel.
LG Martin
Wow, echt mitreißend!
Nur leider geht er nur sehr oberflächlich auf das Schulsystem ein. Wer etwas mehr Hintergründe dazu erfahren möchte, dem empfehle ich meinen Artikel “Unser Schulsystem“:
Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte von Aufstieg und Niedergang. Phasen großer Prosperität wechselten sich ab mit katastrophalen Rückschlägen. Bestsellerautor Jeremy Rifkin entwirft in diesem mitreißenden Buch ein grundlegend neues Menschenbild. Empathie war seit jeher prägend für das Schicksal der Zivilisation und sie wird für unsere Zukunft sogar entscheidend sein. Neue Erkenntnisse von Biologen und Hirnforschern zeigen: Kooperation siegt über Konkurrenz. Das Internet und die Kommunikationstechnologie haben Wirtschaft und Gesellschaft von Grund auf verändert:
Ein toller und wichtiger Brief, in dem ich (Student des Gymnasiallehramtes kurz vor Ende des Studiums) Vieles, was ich aus meinem Leben kenne und was mich selbst tagtäglich “betroffen” und wütend macht, wiederfinde. Ich bin oft regelrecht angeekelt von der Leistungsfixiertheit, dem Leistungszwang unserer Gesellschaft.
Ich ertappe mich immer häufiger dabei, wie ich darüber nachdenke, ob ich genug tue, ob ich wirklich alles gebe, ob ich der zukünftigen Arbeitswelt standhalten kann, und schaudere darüber, dass Idealismus, ein Humboldtsches Bildungsideal, ein folgenloses “Austesten”, und so vieles mehr, was den Menschen zum Mensch kommen lässt, kaum (oder vielleicht schon nicht) mehr möglich ist bzw. nicht mehr gewürdigt wird.
Der für mich schönste und wertvollste Satz zur “Bildung” stammt von Hans Blumenberg, der behauptete, “Bildung sei kein Arsenal, sondern ein Horizont”.
Die Volksinitiative Schule in Freiheit will folgende Grundsätze im Berliner Schulwesen etablieren:
Pädagogische Freiheit -Die Schulen sollen die Inhalte und Qualitätsmaßstäbe ihrer Arbeit selbständig gestalten können
Der “Staat” erfüllt seine Pflicht durch FREMD-interessengeführte Volkszertreter. Die “Fremden” sind, wofür sie nicht angesehen werden: Die Konzerne, die Banken und sonstigen Wirtschaftsmächte.
Wie es sein soll, stolperte ich über eine Vera F. Birkenbihl.
Und landete auf ihrer Homepage.
Und fand einen sehr spannenden, schonungslos offenen Bericht über unser Schul-Unwesen.
http://birkenbihl.de/
Die Überschrift lautet:
Wie und warum das allgemeine Bildungswesen unsere Kinder verkrüppelt
von John Taylor Gatto
Der Bericht endet mit:
Zunächst jedoch müssen wir aufwachen, damit wir sehen, was unsere Schulen wirklich sind: Laboratorien mit Experimenten, die sich dem jungen Geist widmen, Pauk-Center der Gewohnheiten und Haltungen, die die Konzerngesellschaft verlangt. Gezwungene Schulbildung dient den Kindern nur zufällig; ihre wahre Absicht ist, sie in Diener zu verwandeln.
Erlauben Sie Ihren Eigenen nicht, ihre Kindheit zu verlängern, nicht mal für einen Tag lang. Wenn David Farragut mit unter zehn Jahren das Kommando eines eroberten britischen Kriegsschiffes übernehmen konnte, wenn Thomas Edison im Alter von zwölf ein Flugblatt veröffentlichen konnte, wenn Ben Franklin im selben Alter sich selber zum Drucker ausbildete (dann schickte er sich selber durch ein Studium, was einen Yale-Studenten heutzutage rot anlaufen lassen würde), dann gibt es nichts zu sagen, was Ihre eigenen Kinder tun könnten. Nach einem langen Leben, und dreißig Jahren in den öffentlichen Schulgräben, kam ich zu dem Schluß, dass Genie so alltäglich ist, wie Schmutz. Wir unterdrücken unser Genie nur, weil wir noch nicht herausgefunden haben, wie man eine Bevölkerung gebildeter Männer und Frauen handhabt. Die Lösung, denke ich, ist einfach und glorreich. Lassen Sie sie sich selbst führen. Zitatende
Es ist so einfach.
Das Kapital übt Doppelkontrolle aus -
in die Politik
in die Wirtschaft
Beide Kontrollen sollten Geld kosten – weit gefehlt, sie bringen Geld ein.
Und sie KÖNNEN NUR DESWEGEN EXISTIEREN; WEIL:
Die Politiker lassen einen BESTIMMTEN Schulunterricht planen;
ihn umsetzen von Menschen, die aus dem System hervor gingen;
rauben Kindern ihre natürlich Bildung, machen sie zu Arbeitern, die sich klaglos und dankbar mit den Schlachtabfällen speisen, die sie oder gleichartig gemachte Arbeiter herstellten – von einer Wirtschaft, die genau darauf ausgerichtet ist.
Grandios.
Aus dieser Mühle gekommen, stellen sich die “Produkte” nicht mehr die Frage nach dem Unterschied zwischen Vegetarier und Vegetierer. Es sei denn, sie hatten Glück.
Wolfgang
(zornig)
Danke, für das tolle Zitat und den Link auf Frau Birkenbihls Web-Site. Da gitb es reichlich zu lernen
Ja, Frau Birkenbihl ist Hammer – klug, eine Systembeschreibung so zu formulieren, dass niemand sie daran hindert.
Wir sprachen heute mit einem fast Zwölfjährigen. Er sagte: “Die Schule ist verschwendete Zeit”.
Ich antwortete ihm, es gäbe keine verschwendete Zeit.
Man muss die Zeit verstehen, auch die Schulzeit. Sie kann hilfreich sein zu lernen, wie man Menschen manipuliert, und kann lernen, sich dem zu entziehen, und – kann NEBENHER etwas anderes lernen, das, was die Schule versucht zu verhindern:
Ein selbständiger, fühlender Mensch zu werden, der sich selbst und die Anderen achtet und wertschätzt.
Mögen das viele Menschen verstehen und unsere Kinder dabei unterstützen. Es wird ihr Schaden nicht sein, weil sie sehr schnell merken werden, wie viel SIE von Kindern lernen können.
Euch einen guten Abend.
Wolfgang
Andreas Körber auf Facebook:
“Ich wollte:
Ich wollte Milch und bekam die Flasche,
ich wollte Eltern und bekam Spielzeug,
ich wollte lernen und bekam Zeugnisse,
ich wollte Liebe und bekam Moral,
Ich wollte einen Beruf und bekam einen Job,
ich wollte einen Sinn und bekam eine Karriere,
ich wollte Glück und bekam Geld,
ich wollte Wahrheit und bekam Lügen,
ich wollte Hoffnung und bekam Angst,
Ich wollte Leben …. und wurde gelebt,
doch ich bin zum Glück aufgewacht!”
Ein Leben, das aufwachte und nun versucht, den Alten Traum zu bekämpfen, verläuft sicher nicht glücklicher.
Es gilt, neue Ideen mit Leben zu erfüllen.
Andreas Körber:
“Niemand ist so reich,
daß er keine Hilfe braucht,
und keiner so arm,
daß er nicht helfen kann.”
Allen einen guten Tag.
Wolfgang
Ich stimme Ihnen tausendprozentig zu, lieber Henning.
Ich möchte hier gerne ergänzend auf eine andere Seite des Schulunterrichtes hinweisen.
Über das politisch formulierte Wesen der Schule scheint wohl weitgehend Klarheit zu bestehen. Klar ist wohl auch, dass hier Lehrer nicht über einen Kamm zu scheren sind; ich weiß von einigen, die bereits aus der Reihe tanzen.
Klar sollte auch aber sein, dass zu den Forderungen an eine Systemänderung eine Forderung an Eltern und Kinder zu richten ist:
Zumindest was die Ernährung betrifft, sollten die Kinder wissen, dass sie ihrem Körper und ihrer Psyche – und somit ihrem Leistungsvermögen – mit einer mangelhaften Ernährung einen schlechten Dienst erweisen. Kindern, die nicht fit sind, hilft ein anderes Schulsystem wenig.
Daher plädiere ich für ein ganzheitlichers “Denken” mit der richtigen Gewichtung:
Wenn Eltern ihre Kinder “gesund” in die Schule schicken, ist der halbe Weg zur Veränderung bereits gegangen. Und für das Treffen einer Vernunfts-Entscheidung gibt es auch keine Ausreden: Eine gesunde Ernährung ist zweitwichtigste Fürsorgepflicht.
Wolfgang
Hallo,
ich sehe es an meinem Beispiel,
ich bin momentan noch Mittelschicht, da es mir gut und schlecht geht.
Doch Finanziel wird man immer mehr beschnitten und die Kosten für Energie ect. steigen. mein Lohn bleibt gleich. Wie soll ich auferstehen und mich um etwas kümmern, da ich Nebenjobs ausführen muß um Familie zu ernähren??
Kinder haben weniger Teit mit mir als Vater, die Erziehung leidet und so weiter. Der Staat macht es geschickt um die Menschen klein zu halten. Doch auch hier ist irgendwann das Maß voll und der Staat wird ausgenutzt, denn dann lebe ich vom Amt und muß mich täglich mit meinem Gefühl, als Schmarotzer besser leben zu können, als wie ich gearbeitet habe, rum schlagen.
Ich kann nur sagen Deutschland wach auf eh es zu spät ist. Zusammen sind wir stark, den wir sind das Volk und wir bestimmen.
Leute die Ihre Meinung sagen und ehrlich sind, stehen außerhalb vom Kreis und können auch nur mit Menschen kommunizieren die ebenfalls dort stehen und nicht die aus der Masse.
Thema Ernährung gebe ich vollkommen recht. Vor noch Zehn jahren wurde man nicht mit Mc Donalds gemäßtet, sonder es war mal eine Belohnung. Heute ist es Alltag dem Kind Geld für ein Mittags Döner zu geben, da muttern keine Lust oder Zeit hat. Keine Lust ist mit Plattformen wie Facebook gemeint, die die Menschheit durchleuchten und gläsernd machen,
ist ebenfalls ein Thema für sich.
So genug für heute.
Mit freundlichen Grüßen
Die Geschichte von der fleißigen Ameise
(Autor unbekannt)
Jeden Morgen kam die fleißige Ameise fröhlich zum Dienst. Sie liebte ihre Arbeit. An ihrem
Arbeitsplatz verbrachte sie immerhin die meiste Zeit des Tages. Mitunter hatte sie schwierige
Probleme zu lösen und zeitweise wurde ihr viel zusätzliche Arbeit aufgebürdet.
Sie arbeitete dennoch unermüdlich und fleißig, dabei immer ein Liedchen summend.
Der Vorsteher, ein dicker fetter Käfer, stellte fest, dass es niemanden gab, der die Ameise
beaufsichtigt. Ein unhaltbarer Zustand, der nicht geduldet werden darf. So konnte es auf gar keinen
Fall weitergehen!
Er schuf einen Sachgebietsleiter-Posten und stellte dafür einen Mistkäfer ein.
Bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit, entwickelte der Mistkäfer Verfahren, wie die internen
Arbeitsabläufe standardisiert werden können. Hierzu erstellte er mehrere Berichte. Bald benötigte der
Mistkäfer einen Geschäftsstellenleiter, die diese Berichte bearbeiten soll. Man stellte hierzu eine
Spinne ein, die ihrerseits ein entsprechendes Archiv einrichtete und Telefonanrufe für den Mistkäfer
entgegen nahm.
Und in der ganzen Zeit, arbeitete die Ameise froh und munter weiter, denn ihre Arbeit gefiel ihr und
von Zeit zu Zeit summte sie ein Liedchen.
Der Vorsteher war begeistert von der Arbeit des Mistkäfers; forderte noch grafische Darstellungen,
Präsentationen und Zukunftsanalysen an. Für diese zusätzlichen Aufgaben wurde es erforderlich, eine
Fliege einzustellen. Als Helfer für den Sachgebietsleiter. Er erhielt von der Dienststelle einen
besonders modernen Laptop, um schöne bunte Präsentationen vorbereiten zu können.
Die fleißige Ameise allerdings, summte nur noch selten ein Liedchen. Sie stöhnte unter der Last des
stetig zunehmenden Schreibkrams. Was sie nun alles zusätzlich auszufüllen hatte, führte dazu, dass
sie immer weniger ihren eigentlichen Aufgaben nachgehen konnte.
Natürlich informierte sie ihren Vorgesetzten, allerdings ohne sich dabei über die überproportional
zugenommen zusätzlicher Arbeiten zu beschweren.
Daraufhin veranlasste der Vorsteher unverzüglich für das Sachbebiet, in der die Ameise arbeitet,
einen Administrator einzustellen. Diese verantwortungsvolle Aufgabe wurde der Heuschrecke
übertragen. Die verlangte, dass man ihr einen speziellen Bürosessel zur Verfügung stellt und
zusätzlich einen Dienstwagen mit eingebautem Laptop und einem Zugang zum Intranet.
Selbstverständlich benötigt sie auch einen persönlichen Assistenten. Eine Kröte. Diese hatte bereits in
einer anderen Abteilung für die Heuschrecke gearbeitet.
Die Ameise summte nicht mehr. Sie wurde immer unruhiger und nervöser.
Während einer Dienstbesprechung der Vorgesetzten wurde festgelegt, eine externe Arbeitsgruppe zu
bilden und Daten für eine Studie über das arbeitende Personal zusammen zu tragen. Später soll dem
Vorsteher dieser Bericht vorgelegt werden. Die ausgesuchten Spezialisten waren auch sofort bereit,
gegen ein beträchtliches zusätzliches Entgelt, unverzüglich tätig zu werden.
Fast zeitgleich, stellte der Vorsteher fest, dass das Sachgebiet, in der die fleißige Ameise beschäftigt
ist, nicht mehr die Controllingzahlen wie früher erreichte. Auch die Arbeitsmoral hatte sich erkennbar
verschlechtert.
Er suchte Hilfe bei der Eule. Eine Expertin in Sachen Betriebswirtschaft, Arbeitsabläufen und
Organisationsstrukturen. Sie analysierte und diagnostizierte. Zusätzlich führte sie lange Gespräche mit
den Mitarbeitern.
Für ihre Bemühungen wurde ein Honorar von 30.000,00 EURO vereinbart.
Innerhalb von drei Monaten sammelte die Eule alle relevanten Daten und Fakten der Abteilung. Im
Anschluss daran, legte sie den Abschlussbericht vor. Die Kernaussage:
„Sie haben zu viel Personal, es sollten umgehend Stellen abgebaut werden“
Der Vorsteher las den Bericht aufmerksam. Umgehend setzte er die Empfehlung um.
Die Ameise wurde entlassen – die immer so fleißig arbeitete und ihre Arbeit liebte.
Und die Moral von der Geschicht’ :
Es sollte dir nicht im Traum einfallen, eine fleißig arbeitende und fröhliche Ameise zu sein. Es ist viel
besser eine Heuschrecke oder ein Mistkäfer zu sein. Wenn auch unnütz und unfähig. Denn diese
Spezies brauchen keinen Aufseher.
Wenn du nicht anders kannst, als fleißig und arbeitsam zu sein, dann zeige bloß niemanden, dass dir
deine Arbeit Freude bereitet und du dabei noch fröhlich bist.
Erfinde von Zeit zu Zeit unlösbare Schwierigkeiten und Probleme bei der Arbeit, jammere herum und
beschwer dich, wo du nur kannst. Keiner soll je auf den Gedanken kommen dich zu beneiden, nur weil
du Spaß an der Arbeit hast.
Viel liebe Grüße,
PS: …und bloß nicht summen—-
Das hier ist eine vielversprechende Bürgerinitiative
http://www.Hoffnungsmarsch.de /www.FestivalMensch.de
für (globale) menschlichere ganzheitliche Bildungssysteme
für das ABC der Menschenkunde als Lehrfach in Schulen
für ganzheitliche Dialoge/Kooperationen mit Verantwortlichen der Bildungssyteme, Medien, Politik, Ökonomie, Ökologie, Religionen, Unternehmen, etc.
für demokratisch ganzheitliche Korrektive
für eine lebenswerte Zukunft unserer Kinder
+ Kindeskinder in Harmonie mit der Umwelt
“Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.” (Vaclav Havel)
Lieber Herr Sußebach,
als Mutter eines 11 jährigen Sohnes, der die 6. Klasse eines bayrischen Gymnasiums besucht, danke ich Ihnen für diese Worte: Sie schreiben mir so aus dem Herzen!
Mit freundlichen Grüßen,
A. Tauber
Büffeln für Afghanistan.
Es ließ mir keine Ruhe, und ich schaute mal bei
http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/kinder/index,page=1304614.html
nach der Bedeutung von:
Das kennt wohl jeder: Vor einer Klassenarbeit muss man richtig schwer schuften. “Büffeln” sagt man zu der harten Lernarbeit auch. Das Wort ist übrigens ganz schön alt – schon vor rund 300 Jahren sprachen Studenten so.
Verständlich, dass der Ausdruck über Jahrhunderte hinweg nie aus der Mode kam: “Büffeln” trifft genau das Lebensgefühl, das man hat, wenn man schwitzend über seinen Büchern sitzt. Man fühlt sich eingespannt wie ein Ochse vor dem Pflug. Manche sagen ja auch “Ochserei”.
Damit wären wir schon zurück bei Afghansistan.
Manch einer geht hin als gebildeter Bulle, und kommt als dämlicher Ochse wieder.
Man lernt eben nie aus, gell.
Wolfgang
Es gibt Schulen, die in Deutschland funktionieren und auch noch bilden, ohne das Kind nach einem Schema F bewerten zu müssen! Die Individuellen Fähigkeiten fördern und Menschen zu Menschen erzeiehn und nicht zu Wirtschaftssklaven!
Danke für das wichtige Video, Sven. LG Martin
Sehr schön^^
Dazu kommt in dem Bild, dass der Büffel/Ochse den Pflug etwa ja nicht etwa zieht, um sein eigenes Futter daraus zu beziehen (sic!), sondern dies allein für den Besitzer macht.
Ausserdem bekommt er einen schönen Ring (Zirkellogik des Gesetzgebers^^) durch die Nase, damit man ihn auch bequem an der selben herumführen kann.
Und das Joch (Yuga), das ihm auferlegt wird ist das Kali-Yuga
Zu allem Überfluss werden dann auch noch herrschaftsgefällige Instrumente angeboten, die dem Ochsen versprechen sich wenigstens innerlich befreien zu können (pseudo-spirituelle Fluchträume, ungefähr so verheissungsvoll wie ein “panic room”) – siehe “Yoga” (kommt übrigens auch von “Joch” bzw. umgekehrt) oder etwa dies http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Ochse_und_sein_Hirte die den Herrschenden bequemerweise entlasten und im status quo bestärken, weil der Suchende schön auf sich selbst fokussiert wird und so die Herrschenden aus der Zielrichtung rücken, so wie der Klerus hierzulande das auch gerne macht, indem er für das diesseitige Unheil das jenseitige Heil verspricht – natürlich ohne jede Gewähr….
Der Weiße Mann hat den Bison (den freien, urtümlichen undomestizierten! Büffel) nicht nur getötet, um den Indianern ihre Lebensgrundlage zu entziehen, sondern auch, weil diese Tiere (und die Lebensweise der meisten indianischen Stämme vor der Domestizierung durch den Weißen Mann) ein für die meisten herrschenden Weißen unerträgliches Symbol für Selbstbestimmtes Sein darstellten, das ihren Anspruch symbolisch untergrub und schon allein als mißliebig-beispielgebendes Menetekel vernichtet werden musste.
Der Begriff der Bürger-Domestikation trifft´s im Übrigen genau:
http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/natur/naturwissenschaften/indexoffline,page=1085564.html
besonders der Hinweis auf Hirnschrumpfung erscheint mir ein plausibler Grund für die Domestizierung des Bürgers^^
Da ist es: Domestikation
[lateinisch domesticare, „in das Haus bringen“]
die Umwandlung von Wildtieren und -pflanzen in Haustiere (Haustierwerdung) und Kulturpflanzen durch züchterische Auslese. Dadurch kommt es im Laufe der Generationen zu Veränderungen in Körperbau, Leistung und Verhalten der Wildarten. Typische Merkmale von Haustieren: Abnahme des relativen Hirngewichts, Scheckung des Fells, Wollbildung; Kürzerwerden des Schnauzenteils, frühere Geschlechtsreife, erhöhte Fleisch-, Milch- und Eierproduktion, aber auch erhöhte Anfälligkeit gegen Krankheiten.
Du sagst das so, als würde es stimmen…
Liebe Hannelore,
seitdem ich das gesagt habe, sind wieder ein paar Wochen rum, viel gelesen, insbesondere auch Kommentare zu den Artikeln, und ja, inzwischen stehe ich auch dem Thema Reinkarnation positiv gegenüber. Und da ist es dann umnso wichtiger, sich Schritt für Schritt im solidarischen Gedanken weiter zu verbessern.
Vielen Dank nocn an dieser Stelle für Deine Artikel auf Deinem Blog, die mich Anfang letzten Jahres sehr viel weiter gebracht haben.
Liebe Grüße, Martin
Der Philosoph Michael Schmidt-Salomon, Autor der neuen Streitschrift “Keine Macht den Doofen”, zu unserem Bildungssystem:
Das Verrückte an unserem pädagogischen System, ich nenne es auch Pädagogiotie, das wir den Zwang zur Wissensbullämie haben. Den Kinder wird unglaublich viel totes, fragmentiertes Wissen in kürzester Zeit eingepaukt, damit sie es zum Zeitpunkt der Prüfung wieder frsitgerecht gegen Noten erbrechen. So wird es schnell wieder vergessen. Wir haben eine Bildungespresssucht. Die Kinder lernen nicht fürs Leben, was wir bisher meinten, sondern für Prüfungen. Das, was sie da lernen, hat für ihr Leben gar keine Bedeutung. Solange es dabei bleibt, dass wir die Zusammenhänge nicht darstellen, d.h. der Inhalte zwischen den Fächern und zum eigenen Leben, dann wird Bildung nur als Ware empfunden und besonders dann als unsinnig, wenn man weiß, dass man am Ende Hartz-IV-Bezieher wird.
Wie könnte denn ein interdisziplinärer Lehrstoff aussehen, der die Zusammenhänge zum eigenen Leben aufzeigt? Sagen wir in einer kleinen Klasse von nur 15 Schüler/innen.
15 Individuen, mit unterschiedlichen Begabungen, Interessen, Bedürfnissen und Voraussetzungen?
Ich gehe davon aus, dass wir es nicht mit Klonen zu tun haben…
Ich stelle mir vor, dass es gemischte Lerngruppen geben wird, die sich nach Interessenlagen zusammensetzen.
Zudem bin ich der Meinung, dass nur ein geringes Grundwissen von allen Schülern erlernt werden sollte.
Ansonsten muss der Schwerpunkt beim Lernen in dem Lernen des Lernens liegen, d.h. der Inhalt wäre quasi egal. Daher kann das gelernt werden, was gerade als wichtig in den Lebensabschnitten der Schüler von diesen erachtet wird. Lehrer sollten also moderieren und Impulse geben. Alles weitere ist im Netz zu finden. Die Schüler sind heute in Sekunden mit mehr Informationen ausgestattet als der Lehrer. Was sie weniger schnell heraus haben, sind Methoden. In einem solchen Umfeld bedeutet dies, dass der Lehrer quasi mit den Schülern Neues lernt.
So mache ich es auch. Ich brauche dazu weder einen Lehrer noch sonst jemanden, der mir “Impulse” gibt. Der Impuls entsteht ja in mir. Bei anderen Menschen – egal wie alt – ist das genauso.
Lehrer/innen lernen in der Ausbildung wie man ‘motiviert’ und ‘Impulse’ gibt, um die Aufmerksamkeit der Klasse zu erhalten. Das gleiche machen Entertainer mit ihrem Publikum.
Man muss nur motivieren und Impulse geben, wenn man dem uninteressierten Gegenüber was aufs Auge drücken will.
Eben.
Deshalb schlage ich vor, dass Kinder und Erwachsene (darunter auch Lehrer) jeweils für sich lernen, möglichst weit voneinander entfernt an dem Ort ihrer Wahl und im selbstbestimmten zeitlichen Rhythmus.
Dass Kinder keinerlei Anleitungen brauchen, um etwas völlig neues zu lernen, das sogar außerhalb dessen liegt, was sie bisher gesehen und erlebt haben UND in einer ihnen fremden Sprache, zeigt das Video in folgendem Beitrag: http://rette-sich-wer-kann.com/gesellschaft-im-wandel/kinder-unterrichten-sich-selbststaendig-das-ende-der-klassengesellschaft-video/
Vielen Dank für den Hinweis auf das Video. Ich hatte schon davon gehört. Ja, es sieht so aus, dass da noch viel mehr möglich ist, als wir uns das je vorstellen könnten.
Was, wenn wir Menschen absolutes Vertrauen darin haben könnten, dass wir jedwedes Problem, das sich uns in den Weg stellt, gemeinsam lösen könnten, und dass dabei Niemand auf der Strecke bleiben müsste.
Ich wage zu behaupten, dass wir dann keine Gesetze mehr bräuchten.
Güte!
Welch wundersames Wort. Mag sie das Schweigen befördern.
Vers 8 aus Laotses “Tao te king”:
Höchste Güte ist wie das Wasser.
Des Wassers Güte ist es,
allen Wesen zu nützen ohne Streit.
Es weilt an Orten, die alle Menschen verachten.
Drum steht es nahe dem SINN.
Beim Wohnen zeigt sich die Güte an dem Platze.
Beim Denken zeigt sich die Güte in der Tiefe.
Beim Schenken zeigt sich die Güte in der Liebe.
Beim Reden zeigt sich die Güte in der Wahrheit.
Beim Walten zeigt sich die Güte in der Ordnung.
Beim Wirken zeigt sich die Güte im Können.
Beim Bewegen zeigt sich die Güte in der rechten Zeit.
Wer sich nicht selbst behauptet,
bleibt eben dadurch frei von Tadel.
Fragen wir unsere Kinder, wer sie Güte lehrte.
Fragen wir uns, ob wir Güte lehren können.
Vermögen wir einen Moment inne zu halten in einer Welt der Ereignisse?
2500 Jahre kennt unsere Welt Laotses Worte. Sie verstummten im Tosen des Chaos, als wären sie einer zeitlosen Ordnung entsprungen. Gleich der Güte.
Wolfgang