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Steht die Menschheit vor einem Bewusstseinssprung?

Ich hatte vor ein paar Wochen gefragt Wie viele Menschen braucht es, um eine neue Idee, einen Wandel herbeizuführen?, woran sich eine intensive Diskussion entspann und heute Nacht der 111. Kommentar folgte. Immer mehr geht es um unser Bewusstsein, auch auf vielen anderen Blogs wird es zum Thema gemacht. Fragen wie “Konstruiert sich jeder Mensch seine eigenen Realität?”, “Ist unser Bewusstsein nur ein Teil eines Gesamtbewusstseins?”, “Tauschen unsere Unterbewusstseine sich mit denen anderer Menschen aus, da alles miteinander verbunden ist?”, “Gibt es doch so etwas wie eine Reinkarnation, da alle Information in den Elektronen gespeichert wird und über das Einstein-Rosen-Podolski-Paradoxon auch noch Teilchen, die einmal zusammen waren, später immer noch voneinander wissen?”

Wolfgang hat diese Nacht folgenden Kommentart zur Ausgangsfrage geschrieben:

Wenn ich verschiedene Wissenschaftler, mit denen ich mich in den letzten Tagen beschäftigte, richtig verstand, geht es der Evolution um die Entwicklung von BEWUSSTSEIN. Einer der Herren war so ehrlich zu gestehen, dass man Mühe habe mit einer Definition, was Bewusstsein genau ist. Gleichwohl erwartet man einen Bewusstseinssprung auf eine andere Ebene, eine, auf der Frieden herrscht.

Bewusstsein bedeutet in der Praxis – auf Grundlage der Quantenmechanik – etwas sehr Einfaches: Es erschafft die reale Welt. Eine Theorie lautet: Jeder Mensch erschafft sich seine (eigene) Welt.

Nun, das kann ich nicht so recht nachvollziehen, weil nicht gerade wenige Menschen eher einer relativ bewusstlosen Masse angehören. Aber wenn Menschen die materielle Realität wegen mangelnder Fähigkeiten gar nicht erschaffen können, gibt es vielleicht ein anderes Bewusstsein, das das kann; die Schöpfungsgeschichte bittet um Aufmerksamkeit.

Was für ein Bewusstsein entwickelt sich? Wir leben in einer Ordnung, die auf mehreren Ebenen die laufende Entwicklung regelt, kontrollierend gestaltet. Wer kennt diese Ordnung? Wer sie kennt, hätte Bewusstsein über das Leben und könnte ohne jedes Problem der Ordnung folgend handeln. Er wäre integer und mit sich und der Welt im Reinen – und in Harmonie.

Was könnte Menschen, die an sich intelligent sind und mit Affinität und Engagement in der Welt stehen, am Verstehen der Ordnung hindern?

Man sagt, der Mensch sei sowohl „Gut“ als auch „Böse“, und er hätte einen Freien Willen zu entscheiden, welchen Weg er geht. Aber wie kommt es, dass Mensch sich mal für das „Richtige“ (Vernünftige) und mal für das „Falsche“ (Destruktive) entscheidet? Kennt er die Ordnung nicht, in der er lebt? Mangelt es ihm an Bewusstsein darüber, mit welchen Mitteln das Leben Entwicklung hin zu seinem Ziel verfolgt? Entscheidet er sich für das „Gute“, ohne zu wissen, was WIRKLICH gut ist?

Um es auf den Punkt zu bringen:
Die ANNAHME, dass es Gutes und Böses gibt, halte ich für falsch.
Dagegen teile ich die Ansicht, dass es das Gute OHNE das Böse gar nicht geben würde.
Ich gehe sogar einen Schritt weiter: Ohne das Gute gäbe es das Böse nicht.
In meinem Weltbild stehen sich lediglich zwei grundsätzliche Andersartigkeiten gegenüber. Und ihr Anders-Sein gestattet grundsätzlich keine objektive Bewertung des Anderen, ohne das genau wüsste, worin die Andersartigkeit besteht.
(Das Erkennen des Anderen kann nur geschehen durch das, was die Quantenphysiker den „Beobachter“ nennen – er ist potenziell in jedem Menschen vorhanden.)

Krieg entsteht nur, wenn zwei Seiten sich (gegenseitig) sowohl selber für Gut, als auch die Anderen als Böse erklären.

DAS könnte zum Beispiel Inhalt eines Neuen Bewusstseins sein:
Andersartigkeit als Neutral zu fühlen und verschiedenartige Ansprüche nicht mehr mit Emotionalität (Hass), sondern mit Vernunft zu begegnen.

Im Sinne der Eingangsfrage würde dies in meinem Sinne bedeuten:
Nächstenliebe leben zu können,
so wie Jesus es erklärte,
auch seine FEINDE zu lieben,
also die zu verstehen,
die NUR anders sind.

Wolfgang

Ja, Jesus. Ich habe seit meiner Kommunion allen Religionen den Rücken gekehrt und damit auch Jesus. Ich habe sogar vertreten, dass es ihn wohl nicht gegeben hätte, da kein Zeitzeuge über ihn geschrieben hat.

Inzwischen scheint mir sein Wirken – losgelöst von unseren Kirchen – immer interessanter unter dem Aspekt unserer aktuell warzunehmenden Bewusstseinsveränderungen hin zu SEIN (Liebe, Teilen, Kooperation) anstellen von HABEN (Konsum, Gier, Konkurrenz). War er seiner Zeit um zweitausend Jahre voraus?

Kategorien:Ethik, Gesellschaft Schlagworte: ,
  1. federleichtes
    Mai 17, 2012 um 1:36 nachmittags | #1

    Martin bohrt an der richtigen Stelle – weiter, weil Ralf die Schule in Heckenbeck vorstellte.

    In meinem letzten Beitrag sprach ich von Missbrauch.
    Für einen Missbrauch braucht es Täter und Opfer.
    Nach meinem Empfinden liegt eine der zentralen Wurzeln des Missbrauchs darin, Schwäche zu bestrafen, das “Andere” unterschiedlich zu sanktionieren.
    Innerhalb eines derart funktionierenden Systems müssen Psychopathen entstehen -
    solche, die zu viel Macht und zu wenig Moral haben, und solche, die wenig Macht haben und einen Charakter (?), der sie relativ wehrlos macht.

    Die erste Regel für eine Gemeinschaft muss daher sein:
    Das Schwache zu beschützen, und zwar vom Starken: Der Starke muss
    vor,
    hinter und
    neben
    dem Schwachen stehen.

    Wenn wir das Charakter nennen, was einen Menschen befähigt, autonom, sozial und gerecht zu handeln, wirkt er wie ein Schutzschild – gegen das Böse. Kommt eine “Versuchung”, sagt der Mensch mit Charakter: NEIN! Sieht er einen Menschen, dessen Schutz nicht intakt ist, sagt er JA und übernimmt diesen Schutz.

    Nur sich selber (vor Missbrauch) schützen, ist ein Pferd mit kurzen Beinen. Bewusstsein würde hier bedeuten, zu verstehen, dass eine Kette nur so stark sein kann, wie ihr schwächstes Glied. Ja, Menschen kennen diesen Satz,. über sie können ihn nicht gestalten, nicht den Anspruch, der darin steckt, umsetzen.

    DAS müssen erst mal Erwachsene lernen, BEVOR man sie an Kinder heran läßt.
    Aber bevor es zu diesem Lenrschriit kommt, müssen erst mal die Psychopathen aus dem Schuldienst entfernt werden, aus den Kindergärten entfernt werden, überall dort entfernt werden, wo Kinder nicht ausreichend beschützt werden können.

    Das Böse ist immer und überall. Aber mit dem Bösen ist es wie mit dem Wasser: Lehre ein Kind schwimmen, und es wird das Wasser nicht fürchten.

    Leider ist es immer noch so, dass Lehrer, die Kinder hassen, “unterrichten” dürfen. Und so erhält sich eine – bittere – Realität: Während ein Kind in die soziale innere und äußere Sicherheit wächst, wird das Lebensvertrauen von zehn Kinder zerstört.

    Das Böse ist nicht im Menschen, es KOMMT in den Menschen. Um eindringen zu können braucht es eine Schwachstelle. Sie entsteht durch fehlendes Bewusstsein, darüber, was Gut und was Böse ist.

    Wolfgang
    geht dann mal.

    • Mai 17, 2012 um 10:02 nachmittags | #2

      Das Böse ist nicht im Menschen, es KOMMT in den Menschen. Um eindringen zu können braucht es eine Schwachstelle. Sie entsteht durch fehlendes Bewusstsein, darüber, was Gut und was Böse ist.

      Hallo Wolfgang,

      bei einem jungen Menschen, der ein solches Bewusstsein erst entwickeln müsste, kann alles Mögliche indoktriniert werden. Daher hatte ja auch Hitler 1937 die Schulpflicht anstelle der Bildungspflicht eingeführt, um diese noch form-baren jungen Menschen allesamt in die Hände zu bekommen. Und drei Mal darf geraten werden, warum ausgerechnet dieses Gesetz nach dem Krieg nicht einkassiert wurde.

      Wie aber sollen diese jungen Menschen kritisch und wiederständig werden, wenn es in der Schule gar nicht vorgesehen ist. Wer also keine Eltern oder sonstige Nahestehende hat, die da anleiten könnten, hat verloren.

      Und wer Eltern hat, die ihre Opferrolle unbewusst an die Kinder weiterreicht, hat genauso verloren.

      Bleibt zu hoffen, dass es den Effekt des 100. Affen gibt, über den ganz schnell dieses andere Bewusstsein sich in Szene setzt.

      LG Martin

      • federleichtes
        Mai 18, 2012 um 2:12 vormittags | #3

        Auf der Menschenebene haben wir doch alle verloren. Was hilft ein Bewusstsein? Einem Einzelnen, ein paar Tausend, ein paar Millionen – aber sie stehen im Elend der Welt und leben nur ein kleines Glück – der Ordnung wegen!

        Ja, es MUSS einen Effekt geben. Wenn Bewusstsein kontrollieren kann, welche Ideen mit Energie versorgt werden.
        Bewusstsein, die Dritte Kraft.

        Der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.
        Wir haben den “Apfel” gegessen – und nun?
        Ist ein Baum daraus gewachsen – Gut und Böse
        erkennen zu KÖNNEN?

        Wolfgang

        Ein Bild, das man nicht alle Tage macht:
        Eine Schwalbenpaarung

  2. Mai 19, 2012 um 10:12 nachmittags | #4

    Bestätigung unserer Überlegungen hier, gefunden auf dem SEIN-Blog im Artikel

    Innen und Außen verbinden – Gesellschaftliches Engagement und Spirituelle Revolution

    Befreiung findet statt, wenn wir erkennen, dass wir nicht von anderen getrennt sind. Wir sind keine isolierten Individuen, mit einem separierten Ich. Im Gegenteil: Wir sind untrennbar mit allen Menschen, Wesen und Phänomen zutiefst verbunden. Der Dalai Lama spricht in diesem Zusammenhang davon, dass er eigentlich der egoistischste Mensch auf der Welt ist. Da er erkannt hat, dass wahres Glück nur möglich ist, wenn andere Menschen ebenfalls glücklich sind, setzt er heute alles daran, allen Lebewesen einen Weg zu wirklichem Glück zu zeigen – denn nur so kann auch er wahrhaftiges Glück erfahren. Der buddhistische Weg des Erwachsens drückt sich deshalb auch in der Entwicklung von grenzenloser Liebe und unbegrenztem Mitgefühl aus. So ist der japanische Priester Kobo Daishi der Ansicht, dass die Tiefe der Erleuchtung eines Menschen daran gemessen werden kann, wie wahrhaftig er anderen Menschen dient.

  3. Mai 19, 2012 um 11:03 nachmittags | #5

    Und wenn wir eine bessere, eine andere Welt wünschen, dann müssen wir selbst uns zu allererst transformieren wollen, so der Autor des Artikels Erwachter Aktivismus: Handeln aus der höchsten Form von Integrität

    Die innere Revolution

    Es kann keine echte Verwandlung der Welt geben, ohne eine Anstrengung zu Selbst-Transformation auf Seiten derer, die am Akt der Transformation beteiligt sind. Wenn wir uns der Transformation der Welt verpflichten, müssen wir offen sein und bereit, in diesem Prozess der Transformation der Welt selbst transformiert zu werden. Daher ist die Herausforderung des Wandels in erster Linie eine Herausforderung der Selbst-Transformation, der inneren Revolution und Evolution.

    Die Fragen, die wir uns fragen müssen, lauten: Bist du bereit, das Leiden aufzugeben und zu Integrität zu wachsen? Bist du bereit, dich selbst zu transformieren, um die Welt zu verändern?

    Ein Leben der Integrität zu leben ist nicht einfach, obwohl ein Leben der Integrität einen konstanten Strom von erhebender Freude enthält. Ein Leben der Mittelmäßigkeit zu leben ist nicht schwierig, obwohl ein Leben der Mittelmäßigkeit einen konstanten Strom von Leiden enthält. Ein Leben der Integrität und Freude erfordert ein hohes Maß an Weisheit, während ein Leben der Mittelmäßigkeit und des Leidens wenig oder gar keine Weisheit benötigt. Aus diesem Grund ist der Weg der Integrität der am Wenigsten begangene, während der Weg der Mittelmäßigkeit am Häufigsten begangen wird.

  4. Mai 20, 2012 um 8:09 nachmittags | #6

    Der Phyisker Thomas Campbell: “Es wird sich nur etwas zum Bessern in dieser Welt ändern, wenn die Masse der Menschen sich an der Basis selbst ändert. Weg vom Sein im egoistischen Verhalten. Nur einfach den Diktator zu stürzen, wird gar nichts ändern.”

  5. federleichtes
    Mai 20, 2012 um 8:40 nachmittags | #7

    Die Masse KANN sich nur ändern, wenn der Weg ins Chaos bis zum Ende gegangen ist und das traumatische Potzenzial sich auflöst: Erlösung vom Übel, das Böse muss weg.

    Ich schreibe hier, weil ich gerade das Thema “Fotografie” auf Platz 1 der Top-Liste fand.

    Mein größter Lebenserfolg, wenn ich das so nennen darf, KAM zu mir. Ich habe ihn in einem gewissen Sinne errungen, weil ich an einen Punkt kam, wo ich nicht mehr helfen konnte, wo mir mein ganzes Wissen und alle Erfahrungen nicht mehr halfen. Also fügte ich mich, gab Anstrengungen und Absichten auf, stellte mich gewissermaßen “nur” zur Verfügung. Das brachte die Lösung. Und mir ein neues Verstehen von Zusammenhängen, wie Menschen funktionieren.

    Die Lösung war ganz einfach.
    Unsere Fotos sind ganz einfach.
    Die komplexe Natur funktioniert ganz einfach.
    Wunder sind ganz einfach, wenn man sie nicht verstehen will.
    Integrität ist Hingabe, wenn man sie richtig versteht,
    das Gegenteil von Selbst-Aufgabe: Selbst-Findung.
    Das Selbst finden.
    Nein, nicht danach suchen.
    Es – ganz einfach – zulassen.
    Einfach “Ja” sagen zu der Absicht, der wir folgen.

    Es ist tatsächlich nur ein winziger Schritt.
    Eine “Trennung” zu überwinden, die real gar nicht besteht.
    Die Initalzündung kann bei JEDEM Menschen und JEDERZEIT erfolgen:
    Vielleicht das “richtige” Bild im “richtigen” Moment sehen.

    Dieses?

    Oder dieses?

    Bleibt dran!!!

    Allen einen guten Abend.

    Wolfgang

    • Mai 20, 2012 um 11:33 nachmittags | #8

      Ich habe auch schon gestaunt, dass heute der Artikel zum Fotografieren mit Abstand führt. Ich hatte zwar einige Male im Facebook einen Hinweis gegeben. Aber so viele Absprünge von dort sind nicht zu verzeichnen.

      Eine interessante Frage, die 14 Mal kam, scheint da aber eher den Zulauf zu erzeugen:

      “Fliegen Eichelhäher?”

      Hausaufgabe einer Klasse?

      • federleichtes
        Mai 21, 2012 um 3:02 vormittags | #9

        Ja, der Zulauf.
        Weißt Du, lieber Martin, mir bedeutet Erfolg nicht das Ausmaß einer erzielten SICHTBAREN Veränderung, sondern ein Gefühl: Mein Bestes zu geben.
        Zwar konnten wir den Eichelhäher noch nicht fliegend fotografieren, aber – wir taten das UNS Mögliche.

        So ist es doch mit Deinem Blog auch: Niemand weiß, was im Hintergrund geschieht, was und wann und wie bei wem wirkt.

        Klar ist: Ein Mensch kann nichts Besseres für sich tun, als sich selber gute Gefühle zu schenken.

        Wolfgang

        Foto: Susanne.

  6. Mai 20, 2012 um 10:32 nachmittags | #11

    Können wir an das Ende des Chaos nur gelangen, wenn uns die Gier möglichst viel Leid antut, so dass wir dann erst zu jener Leidenschaft gelangen, eine liebevolle, achtsame Welt schaffen zu wollen?

    Ich habe als neuen Artikel fortgesetzt: Leiden.schafft.Vorsprung oder darüber, dass Leid uns erst überleben lässt …

  7. federleichtes
    Mai 21, 2012 um 4:03 vormittags | #12

    Glückwunsch ging an Susanne, sie wird sich freuen, lieber Guido. Danke übrigens für Deinen Beitrag “Sheldrake, ein Mann, der mir bei der Formulierung meines Weltbildes SEHR half. Wäre ja nur gut, wenn das Prinzip ein paar mehr Menschen verstehen.

    Das Foto, auch von Susanne, zeigt nur zweifelsfrei Richtiges: Himmel, Eberesche und Distelfink in einer untadeligen Symbiose.

    Wir wünschen Euch einen guten Start in die Woche.

    Susanne und Wolfgang

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