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Keine gute Kultur, sagt mir meine Intuition: konstante Arbeitslosenzahl, Zocken mit Geld, Hungern durch Fleisch, riskante Großprojekte …

Ich habe seit Monaten ein ungutes Gefühl, was den Zusammenhalt unserer Gemeinschaft betrifft. Derzeit haben wir wohl keine gute Kultur:

Wir warten seit über 20 Jahren darauf, dass die Arbeitslosenzahl zurück geht. Tut sie aber nicht. Nun kann man über vermeintlich faule Menschen reden. Oder meinen, dass jeder dorthin ziehen muss, wo er arbeiten kann, weil es besser für die Gemeinschaft ist, da sie dann entlastet wird, soziale Entwurzelung hin oder her. Wenn´s denn da auch Arbeit gäbe …

Wenn aber die Arbeitslosen nicht weniger werden, weil nicht mehr Erwerbsarbeit generiert werden kann, weil der Bedarf an Waren gedeckt ist und auch immer mehr automatisiert wird, aktuell durch die Cloudisierung der Computerwelt, müsste die Gemeinschaft sich dann nicht eingestehen, dass die konstante Arbeitslosigkeit auf Alle verteilt, oder auch anders ausgedrückt, die vorhandene Arbeit auf Alle verteilt werden sollte? Ist eigentlich ein einfacher Dreisatz, den auch unsere so genannten „bildungsfernen“ Bürger rechnen können. Weil wir das nicht tun, geht die Angst um, selbst erwischt zu werden, selbst arbeitslos zu werden, besonders in der bisher gut gehenden Mittelschicht. Das Rennen im Hamsterkäfig läuft. Ellenbogen raus, nur nicht ich.

Keine gute Kultur, sagt mir meine Intuition: Siehe unsere 3 Millionen depressiven Bundesbürger. Was, wenn es noch schlimmer wird? Bricht unser Gemeinschaft dann auseinander und es geht ins Chaos und Gewalt? Achtung: nicht Hierarchie. Das ist genau das Gegenteil! Da geht es um wohl organisiert sein, um Entscheidungen im Konsens ohne Beherrschung, Ellenbogen eingezogen, so wie wir besser leben sollten. Wenn ein bedingungsloses Grundeinkommen funktioniert, könnte dies zusätzlich helfen.

Dann auch noch die Finanzkrisen, wo die Experten sich einig sind, dass die nächste so sicher kommt wie das Amen in der Kirche. Weil wir alle Zocken wollen. Gut, am meisten die, die so viel Geld in der Kriegskasse haben, dass schon ihr Portogeld ausreicht, um die Krisen zu verursachen. Wenn dann noch die Banken selbst Geld schöpfen, in dem Phantasieprodukte auf den Markt geworfen werden, die keiner mehr versteht, nicht mal die Bank-eignen Berater.

Keine gute Kultur, sagt mir meine Intuition: Sollten wir dann nicht zumindest unser Geld zu den Banken bringen, die nicht zocken und für uns nachhaltige Projekte fördern?

Dann noch die beginnenden Unruhen in den Staaten, wo das Essen immer teurer wird, weil wir so viel Fleisch essen (die Produktion eines Kilos Rindfleisch benötigt die 14 fache Menge an Futter, Wasser sogar noch viel mehr). Und jetzt auch noch vermehrt den angebauten Mais in unseren Tank kippen, um von A nach B zu kommen. Müssen wir uns dann wundern, wenn der Groll dieser Völker uns vor der eigenen Haustür heimsucht in Form von Bomben?

Keine gute Kultur, sagt mir meine Intuition: Wenn wir nur ein wenig mehr auf Fleisch verzichten, würden die Agrarprodukte automatisch weniger nachgefragt und wieder kaufbar werden. Und der Groll der Armen auf die Reichen würde wieder geringer.

Und dann gibt es da die Großprojekte (Nürnberg-München, Hamburg, Stuttgart, jetzt auch noch Fähmarn) wo kaum noch Jemand planerisch den Durchblick hat, weil zu komplex, und nicht auf die Intuition gehört wird, die da schreit: Finger weg, das wird zu teuer und nutzt uns nicht wirklich. Es wird dann nur noch ein fragwürdiges Denkmal für die Promotoren. Und der Bürger kann nur den Kopf schütteln: „Wenn sie mich gefragt hätten, aber es fragt mich ja keiner …“

Keine gute Kultur, sagt mir meine Intuition: Es zeigt sich immer mehr, dass die Schwarmintelligenz die der Experten sticht. Ist es dann nicht an der Zeit, dass wir mehr beteiligt werden? Dann tragen wir die Projekte auch alle gemeinsam und können dahinter stehen.

Ich wünschte mir, dass wir Bürger wieder mehr unsere Verantwortung in die Hand nehmen, uns mehr selbstbestimmt in eine Wir-Gemeinschaft begeben als fremdbestimmt in eine Ellenbogengesellschaft, in der keiner mehr dem anderen hilft, weil er selbst keine Hilfe mehr erwarten darf.

Mehr Freiheit bedeutet auch mehr Verantwortung. Ob wir das aber wirklich wollen? Oder sind wir alle Lemminge, die offenen Auges ins Verderben laufen?

Aber da habe ich eine große Hoffnung. Denn, wenn wir die vorhandene Arbeit verteilen, ist mehr Zeit für unsere gesellschaftliche Verantwortung da. Wir könnten uns wieder mehr Zeit für das Sorgen um den Anderen nehmen. Das ist übrigens auch das matriarchale Prinzip unserer indigenen Völker, das leider immer noch mit dem Herrschen durch die Frau verwechselt wird. Das Sorgen um den Anderen, auch im Feiern im Kiez oder Fedel, schweißt die Gemeinschaft wieder zusammen.

Und wenn wir dann auch noch sinnvoller arbeiten, sollten wir unsere Depressionen wieder loswerden, weil wir dann glücklicher sind!

  1. Januar 14, 2011 um 4:37 pm

    Petition „Ausstieg aus der Massentierhaltung“ auf UN Millenniumkampagne Deutschland
    Der Dioxin-Skandal ist in aller Munde und lenkt die Aufmerksamkeit zum wiederholten Male auf die Bedingungen, unter denen in Deutschland Fleisch produziert wird. In einem gemeinsamen Appell fordern mehr als 300 Professoren den Ausstieg aus einer Massentierhaltung, die den Klimawandel fördert und zur Weltarmut beiträgt.

  2. Januar 16, 2011 um 11:38 am

    Lieber Martin,
    weil heute Sonntag ist, will ich meinen Sarkasmus ein wenig zügeln, denn ich könnte antworten, die Hoffnung stirbt immer am Schluß, so wie wir am Ende des Lebens.
    Wer da glaubt, das diese Regierung die Arbeitslosigkeit abschaffen will, vergißt das dieses System gerade an sie gebunden. Ohne Arbeitslosigkeit gibt es keine Maximierung von Profit (industrielles Reserveheer – Marx)und dies ist der Grundsatz der Gesellschaftsform Kapitalismus, alles andere ist Opportunismus.
    Warum wird denn gerade in den zurückliegenden Tagen, aus historischem Anlaß, 20 Jahre Stürmung der Stasizentrale wieder so viel von dem Unrechtsstaat DDR gesprochen, den man sich erlaubt als „Siegermacht“ mit dem Nazionalsozialismus und seinen Auswirkungen zu vergleichen? Weil man dabei nicht über die eigenen Praktiken sprechen muß. Wo sind denn heute die Experten der Stasi? Beim BND!
    In Anbetracht der Tatsache, das es sich in Stuttgart oder in Gorleben nur um Bürgerrechte handelt, muß man sich mal vorstellen, was passiert, wenn 20.000 Bürger für die Abschaffung der Ausbeutung jeden Montag auf die Straße gehen. Dann ist Schluß mit lustig!
    Deshalb bin ich für eine, nein für hunderte, Parallelgesellschaften, kleiner strukturiert, solidarischer und demokratisch. In meiner Brust schlagen zwei Seelen und sicherlich ist es besser eine friedliche Lösung zu finden.
    Schauen wir doch mal über die Mauer Zivilisation, Kenia, Elfenbeinküste, Togo, Kongo, Tunesien, Tansania (ganz aktuell und wieder mal nicht betrachtet)….. die Liste läßt sich nur in Afrika weiterführen. Wo liegen die Ursachen für diese gewaltätigen Auseinandersetzungen? Wenn wir ehrlich sind, haben wir diese „Unruhen“ mit geschürt, weil wir deren Produkte billig im Discounter kaufen und unser „Abfälle“ (z.B. Geflügelklein) da unten billig verhökern und so die einheimische Wirtschaft nachhaltig stören. Das erinnert mich ein wenig an das ende der DDR! „Einen Ring, um Macht über alles zu haben!“ (Tolkien)
    Es ist kein Computerspiel, es ist real und ob wir das nächste Level erreichen, hängt davon ab, wie viel wir wieder selbst machen. Ich habe in den letzten Tagen wieder eine alte Tür aufgearbeitet, neu zusammengesetzt und wieder eingebaut. Depressionen habe ich nur wenn ich an unsere Zukunft denke.
    Noch etwas Kultur gefällig:
    „Wahrlich, ich lebe in finsteren Zeiten, das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn weist auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende hat die furchtbare Nachricht nur noch nicht empfangen. ….“ bb viele Grüße mike

    • Januar 16, 2011 um 5:49 pm

      Hallo Mike,
      Deinen Ansatz, viele kleine Initiativen anzustoßen und daraus wieder eine Kultur des Miteinander zu fördern, kann ich nur unterstützen. So könnte friedlich ein neues Denke beginnen.
      Manchmal komme ich aber auch ins Grübeln, ob das möglich ist. Gestern war ich mit einkaufen und wir haben uns noch eine türkische Pizza ohne Fleisch gegessen. In dem Lokal gab es einen abgetrennten Raucherbereich. Dort saßen drei Frauen im Alter 30-40 und am Tisch ein kleines Mädchen, etwa 4 Jahre alt. Die Frauen rauchten beinahe Kette im Beisein der Kleinen. Kurz drauf kam noch eine Mutter mit einem ähnlich alten Mädchen, gleiches Bild. In solchen Augenblick verstehe ich dann die Welt nicht. Wie können Eltern so egoistisch sein und ihre noch so jungen Kinder gesundheitlich so gefährden. Vermutlich wird es mit der Ernährung ähnlich schlimm aussehen.
      Dann sage ich mir aber, dass gerade die von Dir angesprochenen Aktivitäten doch vermehrt zu mehr Bewusstsein führen sollte, wie fürsorglich wir doch besser zumindest mit unseren Nächsten umgehen sollten.
      Viele Grüße, Martin

  3. Januar 16, 2011 um 11:43 am

    An alle Leser!
    Kleiner Nachtrag:
    http://www.amnestypolizei.de/, mal einklicken und mitmachen. Danke mike

  4. Januar 17, 2011 um 10:08 am

    Hallo Martin,
    ich gesteh es, ich bin Raucher und das mehr oder weniger gern, also Genußraucher und habe „meine Kinder vergiftet“. Ich glaube, wir sehen die Sache viel zu eng, nicht alles was wissenschaftlich erwiesen schlecht ist, ist auch wirklich schlecht. „Seit der Mensch sich wäscht, ist er krank“ „Back to the roots.“ In unserer Vorgeschichte und auch z.B. im Handwerk hat jeder Mensch sein Experimentierfeld gehabt, dann kam die bürgerliche Gesellschaft und die industrielle Revolution. Es ist die ewige Wiederkehr der Vertreibung aus dem Paradies. Heute fragen wir ist es wissenschaftlich erwiesen, das nicht nur hier und verlassen uns nicht mehr auf unsere Instinkte. Wir haben uns aus dem Prozeß, der uns Menschen geschaffen hat, heraus entwickelt. Das halte ich für gefährlich, weil dieser Prozeß auch umkehrbar ist und schon so funktioniert (Lemminge). Ich will damit nicht alle Erkenntnisse vom Tisch wischen oder ungeschehen machen, nur sollte man den Umstand in dem man sich befindet genauer analysieren. Wir brauchen nicht mehr Bewußtsein, sondern mehr bewußt zu sein. Wissen wir wirklich noch, was wir essen?
    Ich habe gerade einen Beitrag im Radio gehört, der hier gut rein paßt. Nestle kontrolliert über 8000 Marken, vom Mineralwasser bis zur Tiernahrung, eines der größten Firmenkonsortien der Welt. Das sind die Leute an den Machthebeln. „Was kostet die Welt, ach packen sie mir den Rest auch noch mit ein.“ Viele grüße mike

    • Januar 17, 2011 um 6:48 pm

      Hallo Mike,
      ich habe erst heute wieder eine Schlagzeile gesehen, dass schon bei wenig Zigarettenkonsum Genschädigungen eintreten. Für mich ist das schon ein Fall für den sorgsamen Umgang miteinander. Sich selbst mag man ja vergiften dürfen. Nur andere sollte man dann schonen. Und ja, wir müssen auch mehr bewusst sein, was in unseren Lebensmitteln ist, und sogar noch mehr, wie viel Energie und Wasser dafür verwendet wurde. Gilt natürlich auch für alle anderen Produkte. Man man auf die spirituelle Ebene der indigenen Volker geht, wäre diese Betrachtung sogar existentiell. Die Frage ist, wie stark haben wir schon den zweiten Teil der anarchischen Ethik „leben und leben lassen“ verletzt? „leben lassen“ hat damit die Bedeutung, dass ich nur soweit leben darf, wie ich einen Anderen nicht verletze, bewusst oder unbewusst. Aber wenn die Anderen nicht auf mich Rücksicht nehmen, warum soll ich dann Rücksicht nehmen. Alles eine Frage des Vertrauens, das uns aber leider zunehmend ab geht. und wenn wir so weiter machen, kommen wir in die Anomie, in das Gegenteil der wohlorganisierten Anarchie: jeder macht was er will und das Faustrecht regiert.
      Ich sehe aber den Menschen als ein kooperatives Wesen, das nach Sinn und Glück strebt und habe daher immer noch die Hoffnung, dass Alles gut wird.
      Viele Grüße, Martin

  5. Januar 17, 2011 um 8:26 pm

    Hallo Martin,
    ich gelobe Besserung, auch wenn es fraglich ist, ob die Wissenschaftler vollständig Recht haben. Zugegeben es ist nicht gesund, das Rauchen.
    Nun aber zu für mich wichtigeren Sachen. Ich glaube, wir entwickeln uns gerade als Ganzes betrachtet zurück. Bei dieser Unsicherheit unserer heutigen Technik sind wir wieder ganz schnell an dem Punkt elementare Dinge beherrschen zu müssen. Was nützt es uns, wenn wir die tollsten Computer und Nanotechnologien „beherrschen“, wenn wir nicht mal mehr ein Lagerfeuer sicher anbekommen. Ich bezweifele ganz offen, das die erneuerbaren Energien sich wirklich erneuern, es ist Geschäft, more not! Bis ein Windkraftwerk, also so eine neue Windmühle, so viel Energie erzeugt hat, wie sie bei der Herstellung verbraucht hat, ist sie längst Schrott. Der Weg muß eigentlich anders herum gehen. Weniger Energie verbrauchen, weg vom Wechselstrom, der sicherlich mal seine Berechtigung hatte, zu effizienteren Energieformen. Es kommt nicht darauf an was man bekommt, sonder wie viel man verbrauch-(geude)t!
    Wenn ich heute Menschen betrachte und ich hatte als Trainer fast 20 Jahre dazu Gelegenheit. Wie will ein Mensch feinfühlig mit seinem Nächsten umgehen, wenn er keine Feinmotorik ausgebildet hat (Handarbeit im weitesten Sinne). Da bin ich doch schon fast behindert. Aber gerade die Entwicklung der Feinmotorik ist entwicklungsgeschichtlich wie individuell die Basis für die Herausbildung gewisser Geisteshaltungen. Deshalb auch Vielfalt statt Einfalt. Dieses Problem ist nicht bundesdeutsch zu regulieren.
    Ich habe zu meinem Plan einen Ansatz. Ich habe für meine „Sommerakademie“ in Kenia ein Projekt. Nun muß ich noch das Geld auftreiben. Aber mein Plan sagt in drei Jahren. Dieses Jahr ist erst einmal die Vereinsgründung auf der Tagesordnung. Da kommen dann nicht nur 10% oder weniger an, da kann jeder Spender genau sehen, wozu das Geld verwendet wurde, Transparenz. Ich habe im letzen Jahr versucht Netzwerke zu finden, um mich einzubringen. Wenn Du näher hinsiehst, also auch Dein Freund Götz Werner, attac, UNICEF, egal wo ich angeklopft habe, ziro reaction, Selbstzweck. Also muß ich das Netzwerk eben selbst mit aufbauen! Viele patriot. Grüße mike

  6. Januar 17, 2011 um 10:48 pm

    Lieber Mike,
    da hast Du vermutlich einen wunden Punkt in allen unseren Produktbewertungen angesprochen. Um unseren ökologischen Fußabdruck richtig einschätzen zu können, müssen wir für jedes Produkt angeben, wie viel Energie und Wasser dabei drauf gegangen ist. Aber auch wie viel Umweltbelastung, siehe Kernkraftmüll.
    Immerhin ist der Druck in Richtung Lebensmittel so groß geworden, dass die Inhaltsstoffe ein wenig besser offensichtlich werden und wir daher bewusster einkaufen können.
    Hast Du über Dein geplantes Seminar schon irgendwo geschrieben?
    Viele Grüße, Martin

  7. Januar 17, 2011 um 11:30 pm

    Lieber Martin,
    das mit den Lebensmitteln sind nur Nebelbomben, Völker baut wieder Mohrrüben an! Ob Kernkraft, Erdwärme oder Windmühlen, wer bezahlt denn den Profit der Firmen (Subventionen) – wir!
    Raus aus den Schienen und kleine Brötchen in dezentralen Backöfen gebacken!
    Nein mein Projekt hat noch ein wenig Zeit. Grundstock für das Projekt soll mein Buch werden. Mit dem Projekt, das war Fügung. mein Pflegekind will zu Hause noch ein Haus haben und ich soll es bauen, Da muß ich noch meinen Grips ein wenig anstrengen, denn das soll ein „Renner“ werden.
    Viele patr. Grüße mike

  8. Januar 26, 2011 um 10:37 pm

    Die Neuerfindung des Kapitalismus, so lautet ein mutmachender Artikel auf dem Harvard Business Manager Portal. Es geht um Shared Vlue zwischen Frimen und Gesellschaft, dem Wirtschaften auch für die Gesellschaft, für mehr Nachhaltigkeit. Nur, ob das die Shareholder auch so sehen?

  9. Januar 29, 2011 um 5:20 pm

    Hallo Martin,
    den Artikel habe ich mit sehr großem Interesse gelesen, vielen Dank. Um es mit einem Prominenten zu sagen, ich komme aus der Zukunft und erlebe heute die Vergangenheit. Sicherlich war es mit dem Sozialismus eine schlechte Generalprobe, was ja für eine geglückte Prämiere ein gutes Ohmen darstellt. Auch die Zeit war, also der Stand der Produktivkräfte, noch nicht reif für ein neues gesellschaftliches Modell. Ich will nicht sagen, dass dieses System nicht in der Lage ist, sich zu wandeln, aber ich bezweifele es! Grundlage ist die Profitmaximierung und die wird immer auf dem Rücken derer, die sich nicht wehren können (Natur) und den Schwachen, Armen, ausgetragen. Kluge Vordenker hat es immer schon gegeben. Es würde keine Schulen, Kindergärten oder sozialen Wohnungsbau geben, wenn nicht Unternehmer damit angefangen hätten. Es bedürfte nur ein einheitliches Wirtschaftsgesetz. Es ist z. B. nachgewiesen, das frühkindliche Förderung erhebliche soziale Ausgaben später nicht nötig macht (Studie in den USA, ich habe den Namen vergessen). Ich glaube für 1$ werden über 100$ eingespart. Also wo ist das Problem mit den immer leeren Kassen. Wie soll in dieser Welt Vertrauen entstehen, die nach dem Bild von David und Goliat verfahrt, wo Bedrohungen politisch an die Wand gemalt werden, um eigene wirtschaftliche Interessen durchzusetzen (europäisches Sicherheitskonzept). Politik ist doch heute in Europa die Fortsetzung des Kapitalismus mit anderen Mitteln. Das ist die andere Seite der Medaille in der Dialektik der Entwicklung. Neben den führenden Denkern Porter etc. muss an der Basis sich etwas ändern. Viele heute aufgestellten „schönen Theorien“ sind nicht einmal das virtuelle Papier wert, auf das sie getippt werden. Nach dem Ende des kalten Krieges sind die Schaufenster abgebaut worden und ohne ein neues „Feindbild“ ging es nur ganze 10 Jahre. Wirtschaftliche Entwicklungsprojekte sind auf dem Rückzug, das sind Tatsachen, denen wir ins Auge blicken müssen. Jeder Baum ist aus einem Samenkorn entstanden und wir benötigen einen neuen Wald für eine gesündere menschlichere Umwelt. Viele patr. Grüße mike

    • Januar 30, 2011 um 10:22 am

      Hallo Mike,
      die von Dir erwähnte Studie scheint mir ein wichtiger Baustein in der Argumentation für eine gesündere, menschlichere Welt zu sein. Wenn Du sie nicht mehr finden kannst, ich werde sie mal suchen …
      Liebe Grüße, Martin

  10. Januar 31, 2011 um 4:31 pm

    Hallo Martin,
    ich könnte mich manchmal in den Allerwertesten beißen, aber ich kann mir einfach keine Namen merken. Also mich würde das auch sehr interessieren. Die Studie ist nicht neu. Irgendeine berühmte oder dadurch berühmt gewordene Persönlichkeit hat in einer Großstadt in der USA Kinder aus schlechten sozialen Verhältnissen gefördert. Ich glaube es war Anfang der 60er Jahre. Die Auswirkungen ließen sich noch in der übernächsten Generation nachweisen. Daraus ist glaube auch eine Stiftung hervor gegangen. Ist eben schlimm, wenn man es nur beim Arbeiten so nebenbei mithört. Ich habe da eine Bekannte. Die in den USA Sozialgeschichte studiert hat, ich frag sie auch mal.
    Wie gesagt, es hat schon viele gute Initiativen gegeben, die heute mehr am Staat scheitern, als das sie gefördert werden, denn diese Studie ist auch in der Bundesrepublik bekannt. Oder warum hat man nicht mehr von den Bildungsplänen der DDR übernommen? Viele Staaten (Finnland, Schweden, Norwegen Kuba), die in der Pisa-Studie auf vorderen Plätzen sind, haben sich Anregungen in der DDR geholt. Es ist schon ein Armutszeichen der deutschen Wiedervereinigung, das außer dem grünen Pfeil und dem Sandmännchen nichts die DDR wirklich überlebt hat. Viele Menschen im Osten sagen, wir haben nur den Besatzer gewechselt. Das bringt es als U-Ton auf den Punkt. Die letzen Tage hatte ich wieder einen kleinen Einblick in unsere Mißwirtschaft (Messebau), da kommt mir dann immer fast gleich die Galle hoch. Ich komme mir vor wie in einem ganz schlechten Film! Deshalb bin ich davon überzeugt, es wird keine gesamtgesellschaftliche Lösung geben. Wir verdienen da gerade so den Minderstlohn + MwSt. (als Einzelunternehmer, Randbemerkung wegen der europäischen Verhältnismäßigkeit: mein Stundensatz ist der Tageslohn meiner Freundin bei 10 bis 12 Stunden Arbeit in der Ukraine, die Miete ist dieselbe, wie ich sie hier zahle).
    Da hängt das Jobcenter hunderte von Stellenausschreibungen raus, so nach dem Motto, wer hier keine Arbeit findet ist nur zu faul zum Arbeiten. Ich habe es als 50 Jähriger aufgegeben, mich zu bewerben und arbeite weit unter meiner Qualifikation! Da stehen die Bildungsträger in Glanz und Glimmer Schlange, um nach erhaltener Förderung vom Staat (Subventionen), ihre Schüler zum größten Teil in die Arbeits- und Bedeutungslosigkeit zu entlassen. Es wird verschwendet zum Teufel komm raus….Ich erinnere mich da an ein Gedicht über den Untergang von Vineta….
    Diese Tätigkeit ist nur ein Nebenjob, aber er erlaubt mir tiefe Einblicke in diese Gesellschaft und so was wie „Ganz Unten“ als neue Auflage. Ich gehe heute Abend wieder zur Vereinssitzung und möble meine Stimmung auf. Viele patr. Grüße aus dem wilden Osten mike

  11. Februar 1, 2011 um 8:57 pm

    Hallo Martin,
    da es mich hingerafft hat, habe ich heute auch schon gesucht, aber bin noch nicht fündig geworden. Dabei bin ich über einen Artikel gestolpert, der hier gut reinpaßt:
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/2.220/interview-mit-zygmunt-bauman-konsum-macht-einsam-1.1049496
    Wenn es nich für mehr als 60% der Bevölkerung eiskalte Realistät wäre, könnte man den Artikel glatt als den schlechtesten Witz auffassen. Das Problem betrifft aber nicht nur den „Ottonormalverbraucher“. Die Futtermittelindustrie verfährt z.B. mit den Entwicklungsländern ähnlich. Sie bieten ertragssteigernde Sorten an, die wiederum ein mehrfaches an Dünger im Folgejahr benötigen. Auf Grund der besseren Ernten sinken die Preise und die Landwirte sind ruiniert. Noch extremer ist das Problem mit genveränderten Sorten, Monsanto, mehr sage ich dazu nicht. Das sind Praktiken, die haben mit Geschäft im ursprünglichen Sinn schon lange nichts mehr zu tun. Viele Grüße mike

  12. Februar 1, 2011 um 11:05 pm

    Hallo Mike,
    da hat es uns wohl parallel umgehauen.
    Vielen Dank für den sehr interessanten Artikel. Ich habe mich auch schon häufiger gefragt, warum ich mir das eine oder andere kaufe, wo ich doch keinen wirklich dringenden Bedarf hatte. Gut beim Kaufen schon, aber nach ein wenig Zeit zum nachdenken.
    Und dann staune ich immer wieder, warum wir diese Warenvielfalt haben. Mehrfach Invest für die Erfindung. Mehrfache Vertriebswege, Personal und Werbung. Im Prinzip reicht doch eins für einen Zweck. Und es benötigte wieder weniger Arbeit.
    Es wird Zeit, dass wir bedarfsorientiert wirtschaften und nicht dauern Bedürfnisse wecken, die wir eigentlich nicht brauchen. Und das mit Werbemitteln, wo wir leicht alle Hungernden unserer Welt stillen könnten.
    Ist die Menschheit doch eher die dumme Herde, die den Marketingpropheten blind glaubt, als der intelligente Schwarm, der die Verführungsmechanismen bald verstehen lernt.
    Es grübelt mich …

  13. Februar 4, 2011 um 2:05 pm

    Hallo Martin,
    ich hoffe die Genesung ist voran geschritten. Als notgedrunger Konsumverweigerer stehe ich selten in Verführungsgefahr. Dafür bin ich nicht undankbar. Ich erlebe schon aus oben erwähnten Tatsachen, wie viele kluge Köpfe sich allen Quark kaufen müssen. Sicherlich wirkt da tiefenphyschologisch noch der Mangel aus DDR Zeiten nach. Der Verführungsmechanismus funktioniert schon seit Beginn der Menschheit. Sonst wär das bild mit dem Apfel sicherlich nicht fast an den Anfang der Bibel gestellt worden. as soon well

  14. Februar 4, 2011 um 4:39 pm

    Hallo mike,
    Bin wieder auf dem Damm, Danke der Nachfrage.
    Ob das Bild mit der Schlange und der Vertreibung aus dem Paradies die Abkehr vom Leben im Martriarchat symbolsiert? Hier gab es keinen Besitz. Erst der Begriff des persönlichen Besitzes verführt uns zum Neid und dazu, immer zweimal mehr haben zuwollen als der andere. Mit dem Besitz kam die Differenzierung mit dem „ich bin aber besser als Du“, sprich der Begriff der Konkurrenz auf, und damit geht eigentlich angeborene Fähigkeit zur Kooperation den Bach runter.
    Jetzt darf man nur noch hoffen, dass unsere Intelligenz uns befähigt, zu einer wieder menschlichen Kultur zu kommen. Aber ob wir das noch erleben dürfen?
    Liebe Grüße, Martin

  15. März 26, 2011 um 12:01 am

    Martin, Mike,
    jeder Beitrag zählt; so vielleicht auch dieser: Ich beginne, noch einmal nach 25 Jahren ( http://www.transblog.info/ueber-transblog ), den Kern der Problematik herauszuarbeiten. Und da Martin mein erster Kommentar ist (Danke nochmal, Martin), soll sein Blog hier gern Auffangbecken sein zu einer ersten Skizze – die ich auf transblog.info weiter ausbauen werde:
    Kern der Problematik ist doppelgesichtig.
    Gesicht eins: Das richtige Leben lässt sich nicht konstruieren. Dazu ist das Leben zu komplex. Wir müssen uns darauf verlassen, dass wir trotz unseres Kopfes Natur geblieben sind – und also wie jede Pflanze, wie jedes Tier tief in uns drin über das Wissen verfügen, was falsch und richtig ist. In jeder Situation: wenn ich am Sonntag zur Wahl gehe und wenn ich morgen früh den Früstückstisch decke.
    Wir müssen also, jeder für sich, die Rückanbindung an dieses natürliche Wissen der Natur in uns neu hinkriegen. »Re-Ligio« in komplett religionsfreiem Sinn.
    Gesicht zwei: Die, die diesen Sprung bewältigen, müssen nach Wegen Aussc hau halten, wie sie die träge Umgebung, das unerleuchtete Denken und Fühlen der Zeitgenossen, umkrempeln – ohne Gewalt, aber schnell. Auf jahrzehntelange Lernprozesse dürfen wir nicht setzen – die Geschichte der letzten Jahrhunderte zeigt, dass das nicht funktioniert. Nicht »nachhaltig«.
    Wir mögen die Betonköpfe in der Lebensmittelindustrie durch neues Einkaufverhalten zum Umschwenken in Richtung Bio gedrängt haben – der Hydra wachsen trotzdem neue Köpfe, z.B. mit Namen Gentechnik, Biosprit, Monsanto, Artenschwund.
    Wenn diese beiden Grundprobleme umrissen und ihre Lösung deutlich geworden ist, tun wir alles, was wir tun können. Jedes dieser beiden Glieder aber ist für sich allein in gesellschaftlicher Hinsicht wirkungslos.
    Was meint Ihr?

    • März 26, 2011 um 12:24 pm

      Jochen,
      Danke für Deine Gedanken zu der Notwendigkeit, uns wieder zurückzubesinnen auf die in uns schlummernde Möglichkeit, Werte richtig beurteilen zu können.
      Ja, egal mit wem ich spreche, überall wird mir das Gefühl bestätigt, das da draußen ist: wir seien ganz mächtig dabei, uns in die falsche Richtung zu bewegen, bzw. bewegen zu lassen. Die Menschen in den arabischen Staaten merken am stärksten ihre Nichtselbstbestimmtheit. Aber auch in unserem Land merken immer mehr Menschen, dass sie zwar in vielen Dingen frei sind, Ihre Meinung auch äußern können. Aber was nützt es, wenn das System so gebaut ist, dass die Meinung des Bürgers nichts mehr zählt und alles nur gegen ihn läuft.
      In der letzten Zeit haben wir uns alle irgendwie eingerichtet. Denn es hat ja an den eigentlichen Grundbedürfnissen nichts gefehlt. Wir verhalten uns wie der Truthahn, der meint, dass es ihm gut geht, weil die Menschen ihn jeden Tag liebevoll füttern. Die aktuelle Finanzkrise, die zeigt, dass die Bänker fleißig vor sich hin Geld schöpfen und platzende Blasen bauen, und auch das AKW-Thema, das zeigt, wer hier abschöpfen möchte und das Risiko andere tragen lassen will, sollte uns Truthähne aufgeschreckt haben.
      Und daher ist es wichtig, die Diskurse über unsere Gesellschaftsform wieder zu entfachen. Es muss doch auch anders gehen. Und hier hoffe ich doch sehr, dass wir neue Ideen entwickeln und zu einer innovativen Gesellschaft werden, in der wir wieder sinnvoller leben und arbeiten werden.
      Lieben Gruß und viel Erfolg mit deinem neuen Blog!
      Martin

  16. Dorothea Hempel
    März 27, 2011 um 5:29 pm

    Sehr geehrter Dr. Bartonitz,

    Eigentlich wollte ich keinen Spiegel, SD oder FAZ mehr lesen! Denn was politisch, gesellschaftlich und “gesundheitlich” gerade in D. und in der Welt passiert erfüllt mich mit Grausen. Und ich komme mir so hilflos vor, weil ich keinen Sinn mehr sehe, es ändern zu können…

    Den Rest meines kurzen Lebens wollte ich nur noch mit innerer Freude, verteilen von Freude an Familie und Freunde verbringen. Und meinem Enkelkind Geschichten über “Tiger inAfrika” schreiben und bebildern. Ihr somit die Wunder der Natur näher bringen und ihre Fantasie anregen.

    Meinen Teil dazu beitragen “Mutter Erde” zu lieben, achten und zu respektieren.

    Aber auch heute las ich wieder den Spiegel (ich lebe in Marokko und habe wenig Möglichkeiten, mich politisch auszutauschen).
    “faszinationmensch” hält mich seit Stunden in Atem.
    Ich gerate wieder in die Spirale: Ich möchte noch mehr wissen, um mein Selbstbild bestätigt zu bekommen. “Denke ich falsch”? Das musste ich mich seit Kindertagen fragen. Der Kreis derer, die so denken wie Sie oder ich, beziffere ich auf 2% der deutschen Bevölkerung. Was kann “Mann/Frau ausrichten?
    Umso mehr Freude kam auf, nachdem ich “quergelinkt” habe, dass noch Hoffnung besteht, die Welt zu “retten”. Dass es viele engagierte Mensche gibt, die den Glauben noch nicht verloren haben. Das Rad der Entwicklung muss nicht neu erfunden werden sondern nur anders und besser genutzt werden.
    Ich hoffe, die Menschen wachen endlich auf und merken. dass der “Steckdosenstrom” eine tödliche Gefahr ein kann.

    “Reiße die Hoffnung aus dem Herzen und der Mensch wird zum wilden Tier” (Ovid)

    Vielleicht schaffen es die Forscher – der Neurobiologie in den nächsten Jahren – eine Arznei auf dem Markt zu bringen, die die Menschen von ihrer Dummheit erlöst!

    Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag
    Dorothea Hempel

    • März 27, 2011 um 6:31 pm

      Liebe Dorothea,
      ich hoffe, Du nimmst mir die persönlichere Anrede nicht krumm. Ich schreibe seit etwa 6 Jahren rund um das Thema Geschäftsprozessmanagement. Und da im Business nichts ohne Menschen läuft, habe ich mich immer mehr hinein gewühlt, was uns Menschen ausmacht und warum wir so sind wie wir sind. Und dabei kam ich dann so nach und nach darauf zu hinterfragen, warum wir tun was wir tun. Und seit etwa 2 Jahren beobachte ich, wie in den Firmen immer mehr Menschen merken, dass wir doch besser gemeinsam mehr können als gegeneinander. Und dann ist der Schritt auch nicht mehr weit zu denke, dass das doch auch gesellschaftlich funktionieren muss. Und da beginnt man dann weiter hinter die Kulissen zu schauen. Und Du hast recht, es werden immer mehr, die da merken, dass wir das auch anders könnten.
      Ich war 51 Jahre ruhig, bin nie zu einer Demo gegangen. Aber was ich seit der Wende beobachten kann ist, dass auch unser System nicht funktioniert und wir hier etwas verbessern müssen. Und unsere neuen Medien wie dieses Blog, sowie twitter und Facebook geben uns tatsächlich die Chancen, viele schneller von anderen zu erfahren, wie sieh denken und welche Information als Mosaiksteinchen zum Ganzen dazu kommen kann. Wir sind wieder dran, Verantwortung zu übernehmen und mitzugestalten. Ich tue dies als Blogger auf der vituellen Straße, Andere gehen auf die reale Straße. So kann jeder etwas dazu beitragen, dass wir bald wieder sinnvoller mit unseren Familien und Freuden leben und auch arbeiten können.
      Vielen Dank für Deine lieben Worte hier und ich wünsche uns noch sehr viele spannende und konstruktive, erneuernde Tage
      Martin

    • März 28, 2011 um 8:09 pm

      Liebe Dorothea! Das mit der Neurobiologie war hoffentlich satirisch gemeint. Das wäre erneut tödlich: wenn wir in etwas so komplexes wie das Gehirn mit unserem nicht-ganzheitlichen Wissen eingreifen.
      Aber die Lösung liegt gleichwohl in der Neurobiologie. Das wird ein wichtiges Thema sein auf meinem Blog. Vorab nur so viel: Auch das Gehirn hat, wie jede komlexe organische Struktur, ein gewaltiges Potential zur *Selbst*organisation. Das Gegenteil also von chemotherapeutischer Fremdorganisation.
      Ich beobachte diese gesellschaftlichen Auseinandersetzungen nunmehr seit über 30 Jahren (davon 10 Jahre schreibend, in den 80ern). Und zu keinem Zeitpunkt, außer kurz nach Tschernobyl, hatte ich en derart sicheres Gefühl: Die weltweite Transformation ist jetzt genauso wenig mehr aufzuhalten wie die Kernschmelze in Fukushima.
      Genau so musste es auch kommen: Erst wenn sich der Wahnsinn wirklich zum Allerletzten steigert, bekommt der Gegenimpuls genügend Kraft, ihn schlussendlich zu überwinden. Beide Kräfte müssen ganz *reif* sein. So nervenaufreibend das auch ist.

  17. März 28, 2011 um 12:26 am

    @ Dorothea, Martin, ich bin sicherlich in meiner art, ich schreibe es bewußt nicht groß, sicherlich sehr kantig und habe durchaus nicht immer Recht, will ich auch nicht! Was vor uns liegt läßt sich mit brecht wieder geben, „die mühen der ebene“. Es wird die gewöhnliche „Arbeitsteilung nicht ausreichen, wir müssen bloggen und auf die Straße gehen, weil wir die sind, die auch was zu sagen haben. Aber eines weiß ich mit Sicherheit es ist nicht zu spät und es gibt viele die wir bewegen können…
    Mike

  18. März 28, 2011 um 9:29 pm

    Ich hoffe, das bei Deiner Version, lieber Jochen, es nicht so viele Menschen sein müssen, die dafür drauf gehen müssen, in Tschernobyl waren es wagen Schätzungen nach ca. 15.000 die an den Auswirkungen ihr Leben verloren. Demnächst mehr davon…

  19. Dorothea Hempel
    März 29, 2011 um 2:26 am

    Lieber Jochen, lieber Martin,

    natürlich war das mit der Neurobiologie satirisch gemeint. Die Neurobiologe steckt noch in den Kinderschuhen. Und ich hoffe, dass das Bewusstsein nicht bis ins kleinste Detail offen gelegt werden kann. Denn der Schlüssel zu noch mehr Macht liegt leider in der Hand der Wissenschaft. Siehe nur das Beispiel: Schweinegrippe! Wenn der Herr Professor im Fernsehen verkündet, dass es zwingend notwendig ist, die Tabletten zu nehmen, das tut es der Michel auch. Obrigkeitshörigkeit schränkt bei vielen das eigene Denkenvermögen ein. Und das ist sehr bedenklich.

    Die Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft haben mich zum Umdenken gebracht. Denn wer weiß wie er tickt und warum, der kann nicht beeinflusst werden.

    Lieber Martin,
    Arbeitgeber, die eine flache Hierachie befürworten, liegen „goldrichtig“. Der Mensch braucht Respekt und Akzeptanz, um seine volle Leistung einzubringen.
    Die Rahmenbedingungen müssen stimmen und eingehalten werden. Dann profitiert auch die Gesellschaft davon. Ein Mitarbeiter, der mitdenken darf, ist weniger krank und bestimmt nicht depressiv.

    Gruß
    Dorothea

  20. März 29, 2011 um 9:09 pm

    Ich habe gerade einen sehr lesenswerten Artikel auf The Intelligence gefunden:
    Everyone can be a changemaker – Jeder kann etwas verändern
    „Bill Drayton gründete 1980 Ashoka – die erste und größte internationale Non-Profit-Organisation zur Förderung von “Social Entrepreneurs“. Als sozialer Investor sucht und fördert Ashoka in fast 70 Ländern Social Entrepreneurs, die mit innovativen und replizierbaren Konzepten gesellschaftliche Probleme lösen. Beim Social Entrepreneur handelt es sich nicht um eine Berufsbezeichnung, sondern es bedeutet eine Geisteshaltung von Menschen, die die Zukunft verändern möchten. Social Entrepreneurs sieht er als notwenigen Beitrag zum “system-change“. Es brauche Visionäre, Zuhörer und Realisten mit Kreativität, davon ist Drayton überzeugt.“

  21. März 30, 2011 um 12:19 am

    Ändere Dich selbst, so änderst du die Welt, ist glaube von M. Gandi….

    • März 30, 2011 um 8:52 am

      Ja, das wäre der letzte Ausweg, wenn eh nichts zu ändern geht. Wenn ich nicht akzeptieren, wie es ist, drehe ich durch und nehme den Strick.

  22. März 30, 2011 um 10:47 pm

    Gandhis Satz ist nah dran an der Wahrheit. Statt »Ändere Dich selbst« sollte er besser »Erkenne Dein Selbst« lauten. Es ist wenig sinnvoll, etwas ändern zu wollen, das man nicht wirklich kennt.
    Ich sehe in der Erforschung dessen, was wir diffus als »Selbst« beschreiben, den Kern der Problemlösung. Erst wenn wir uns selbst durch und durch kennen, können wir Aussagen darüber machen, was wir in unserem Leben erreichen wollen.
    Interessanterweise behaupten die ganz alten Schulen der Selbsterkenntnis (Veden, Indien), mit Hilfe der Selbsterkenntnis einen unmittelbaren Eindruck zu erzeugen im Bewusstsein der Menschen um uns herum.
    @Martin: Je schneller der Wandel herbeigeführt wird, desto kleiner die Zahl der Opfer.

    • März 31, 2011 um 11:52 am

      Jochen, In der Vergangenheit war es immer so, dass Veränderung erst nur einen entsprechenden Druck eintrat. Ist der schon groß genug. In den arabischen Staaten scheint es so. Aber bei uns. Oder helfen uns die neuen Medien wie Blogs, Wikis und Facebooks, dass wir unsere Bewusstsein schneller schärfen können? Aber die Krise rollt ja weiter und das Problem der Überschuldung wird uns sehr schnell den Druck erzeugen. Den entfesselten Geldtiger bekommt derzeit keiner unter Kontrolle. Siehe auch:

      • März 31, 2011 um 5:21 pm

        Druck ist eine subjektive Empfindung des Menschen. Was Du meinst, ist der Druck, der für die Massen spürbar ist: Der ist noch nicht groß genug, sonst wäre die Revolution im Gang.
        Es gibt aber auch den Druck, den die Empfindsameren spüren, seit langem, seit Jahrzehnten. Sie sind wenige. Also müssen sie nach Wegen suchen, sich trotz ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit durchzusetzen.

        • März 31, 2011 um 6:20 pm

          Na ja, für 3 Millionen an Depression Erkrankte ist der Druck ja schon zu groß geworden. Viele spüren den Druck aber auch, sagen nur nichts, weil sie denken, dass das so sein muss. Aber wenn man auch den ganzen Tag beschallt wird, das wir immer besser werden müssen um immer mehr wachsen zu können und es kaum Stimmen gibt, die auch mal hinterfragen, ob das alles auch so richtig ist, was wir tun, ist das mit dem Bewusstwerden über das, was wir tun, relativ schwer. Aber schau´n wir mal. Wenn man uns das Internet nicht weg nimmt, könnten ja mehr Seelen dazu kommen, innezuhalten und über ein sinnvolleres Leben nachzudenken.

  23. März 31, 2011 um 9:57 pm

    Hallo Ihr Revolutionäre, nehmt mir den kleinen Scherz nicht übel, entschuldigt bitte, dass ich mich einmische in die Diskussion und es könnte auch etwas umfangreicher werden, was ich anzumerken habe. Ich möchte ein wenig zu den Basics beitragen. Also der Zustand der Gesellschaft ist für mich die Summe aller individuell durchgesetzten Interessen, denn wir haben ja nicht alle die selben. Jetzt treffen diese aufeinander, im Zuge der Globalisierung immer häufiger und stärker, weil es nicht mehr um eine Banane, sondern um Ölfelder oder Wasservorkommen geht, die immer knapper werden.
    Um seine Interessen durchzusetzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder ich kauf mir eine Maschinenpistole oder ich beauftragen jemanden (Paten, oder Politiker, etc.). Der Kleverste wählt sich einen Paten, der Zweitkleverste einen Politiker und nennt ihn Demokraten, was sinngemäß Nebelmaschine heißt. Er soll also Wege zur Durchsetzung bestimmter Interessen verschleiern, in dem er ihm ein Mäntelchen des Gemeinwohles überwirft. Noch treffender hat es David Henry Thoureau im Heftchen „Die Pflicht zur Ungehorsamkeit gegenüber den Staat“(1845!), Pflichtlektüre in Fragen Marktwirtschaft oder von mir aus Kapitalismus, beschrieben. Kleines Beispiel aus der Gegenwart gefällig? EnergieEinsparverordnung und davon verstehe ich ein bißchen was. Wie kann ich auf die Idee kommen, eine Wärmequelle, die Ineffektivste noch dazu, Kovektionsheizkörper, häßlich zu überteuerten Preisen, direkt unter ein Fenster zu hängen, also an den ungünstigsten Ort überhaupt? Den Leuten obendrein erklären, das die Scheiben einen U-Wert von 0,9 haben, also immer noch das doppelte an Energie nach außen abführen als ein Stinknormale Wand, ja vielleicht bei der Produktion, aber nicht mehr in drei Jahren, gefüllt mit einem der flüchtigsten Gase überhaupt. Ich glaube der Entwickler war ein Schimmel oder Pilz, weil die sich ja genau in dem Klima am wohlsten fühlen, zum Ärgernis der Menschleins die da wohnen müssen. „Er hat ihnen blau Luft verkauft“ (Medicus). Aber den Menschen per Gesetz vorschreiben mindesten 10 cm Dämmung, das wiederum ein „Ölderivat“ ist, was unsere Umwelt nur noch trister macht. Wissenschaftler vom Frauenhofer Institut kamen zum Schluß das maximal 6 cm vertretbar sind. Heute dämmen wir Häuser mit 12 oder 18 cm, nennen sie Nullenergiehäuser und haben bei ihren Erwerb mehr ausgegeben, wie sie in den nächsten -zig Jahren wieder einsparen, ein cooler Heatch-Fond. Wenn die Sonne eine Konvektionsheizung wäre, würden wir immer noch Mammuts jagen. Ist schon interessant das nicht einmal die automatische Rechtsschreibüberprüfung dieses Wort kennt. Dann gibt es Heizungen die einen 110% Wirkungsgrad haben (Brennwertkessel), wie bitte, habe ich in Physik nicht aufgepaßt und das perpetuus mobile gibt es doch?. Wir kämpfen gerade gegen die Atomkraft und das mit guten Recht. Wißt ihr wie es zu RBMK-Atomkraftwerken gekommen ist? Aber um wie viel sind die Erneuerbaren Energien wirklich besser, zu gegeben sie sind es? Ist es nur „neuer Wein in alten Schläuchen“(habe leider den Autor vergessen, er mag mir verzeihen)?
    Wenn ich ein Geschäft betreibe, nur um mich zu reproduzieren, werde ich unter dem Begriff „Liebhaberei“ durch den Staat zurückgestuft. Ich bin also per moralischem Umgang verpflichtet mehr aus dem Kreislauf zu entnehmen, wie mir zusteht, wenn ich ein Unternehmen betreiben will?
    Also wenn wir heute von Revolution schwätzen, dann wollen wir jemanden in seinem Wirkungskreis einschränken oder eigentlich stürzen, der sich zu verteidigen weiß. Ich bin nicht sicher, was da am 11.09.01 wirklich geschah und wann es ans Tageslicht kommt. Aber da sind kluge Köpfe am Werk gewesen, um Interessen langfristig zu sichern. Viele bürgerliche Freiheiten sind, seid diesem Tag durch eine imaginäre Bedrohung und die ist ja noch besser als ein bis an die Zähne bewaffneter Russe, zurecht gestutzt worden. Bei jeder Demo, bei jedem Fußballspiel, auf jedem Markt werden Videos gedreht, um Material zu sammeln, weil ich könnte ja ein Schläfer sein. Bin ich gern, jede Nacht! Ich bin selbst bei ausgeschalteten Handy auf 1 Meter genau zu orten und Gespräche im Raum sind abhörbar. Da sagen die Datenschützer, das ist doch per Gesetz verboten, dumme Sache ist nur, das ähnliche Verbote schon X-fach aufgeflogen sind und alle Daten ein halbes Jahr, sagt mal gespeichert werden. Warum die magischen 3 Mio.Arbeitslose, eigentlich sind es ja mehr? Marx nennt es industrielle Reservearmee, reden wir nicht selbst bei Beschäftigten schon wieder von human ressource? Wie schnell sind Streikbrecher zur Stelle, wenn Unternehmen das Kaspele-Theater zu brenzlich wird. Das THW war mal so eine organisierte Streikbrecherorganisation!
    Wir können uns hier im Internet über vieles austauschen und ich bin dafür sehr dankbar und aufgeschlossen, aber verändern…. so wie in der Geschichte, durch einen Machtwechsel, läßt sich diese stark vernetzte Gesellschaft nicht. Aber auf Grund der immer deutlicher werdenden Mißverhältnisse sind m. E. kleinere Veränderungen schon machbar, aber mit Revolutionen im herkömmlichen Sinne haben die rein gar nichts zu tun. Ob sie ausreichen werden, damit unsere Kinder noch ein menschenwürdiges Leben führen können, ist schwer zu beantworten und hängt von der Masse tragfähiger sozialer Netzwerke ab, die wir schaffen müssen! Sorry ist wirklich lang geworden. Viele Grüße Mike

  24. März 31, 2011 um 10:14 pm

    Hallo Mike, Danke für Deinen Überblick, muss man ja fast sagen. Ghandi hat auch eine friedliche Revolution erreicht. Heute nennt man das dann vielleicht eine Graswurzelrevolution. Die kann aber auch effektiv sein. Mann stelle sich vor, wir Bürger würden uns nur noch von denen versorgen, die gemeinschaftlich unterwegs sind …
    Ob man uns dann auch einsperren wird, als Konsumverweigerer, wie das Gadaffi mit seinen Ungehorsamen macht und auf den man zu Recht (?) mit dem Finger zeigt?

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  1. Januar 14, 2011 um 8:15 am

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