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Zwischen zunehmender Verrohung und Wunsch nach mehr Menschlichkeit

Ich hatte dieses Blog begonnen, weil ich während des Schreibens rund um das Menscheln in den Prozessen unserer Firmen zunehmend einen Blick auf den Menschen in unserer Gesellschaft werfen musste und ich vermehrt „gesellschaftskritisch“ in meinen Texten geworden bin. Also grenzwertig für einen geschäftlichen Blog. Aber da ich mir eine bessere Welt wünsche und etwas bewegen möchte, schreibe ich also darüber hier.

Nun sitze ich mal wieder im Zug auf dem Heimweg und wie es mir in letzter Zeit häufiger passiert, hatte ich wieder ein interessantes Gespräch mit einem Mitpassagier.

Ins Gespräch gekommen sind wir, da ich meinem Gegenüber freundlich angeboten hatte, dass, wenn wir uns einigen könnten, wir unsere Beine unter dem Tisch jeweils auf einer Seite ausstrecken könnten. Dieses freundlich ausgesprochene Angebot nahm er zum Anlass, über seine Zugerlebnisse (er ist Viel- und Weitfahrer) der anderen, unfreundlicheren Art zu sprechen.

Wir sind beide der Meinung, dass das höchste Gut einem Anderen gegenüber der Respekt vor seinen eigenen Bedürfnissen ist, solange diese nicht verletzend sind. Im respektvollen Umgang miteinander lässt sich ohne Konflikt und mit Sympathie aufeinander zugehen. Christian hatte heute auch schon über 10 Angebote aus „Manifest des Evolutionären Humanismus“ gepostet und darin ist ebenso vom respektvollen Umgang miteinander zu lesen.

Meinen Mitreisenden ist es in letzter Zeit während seiner Reisen häufiger passiert, dass im gerade ältere Jugendliche eher sehr egoistisch, pampig und auch frech entgegen kamen. Sei es, weil sie schon in Züge hineindrängelten obwohl noch ausgestiegen wurde, sei es, weil auf die Frage, ob der Sitz neben ihnen noch frei sei, gar nicht erst reagiert wurde oder sei es, dass auf dem Bahnsteig mitten im Pulk außerhalb der Rauchzone gequalmt wurde und auf Anforderung mit Schlägen drohten. Auch würde in kritischen Situation kein Beistand anderer Mitreisender kommen. Dagegen seien ältere Personen sehr viel freundlicher und um angenehme Begegnungen bemüht.

In Teilen kann ich das bestätigen. Jüngere haben eine extreme Portion Egoismus intus. Der Nächste scheint da nicht so wichtig. Woran liegt das?

Haben die Eltern hier versagt? Weil sie keine Zeit haben? Oder weil sie es in den Firmen auch nicht mehr anders erleben?

Die Schüler gehen doch auch durch unsere Kindergärten und Schulen. Haben Schüler hier auch keine Möglichkeiten mehr zu erfahren, wie viel angenehmer es doch ist, wenn man respektvoll miteinander umgeht?

Vermutlich schon. Bei 35 Kindern in der Klasse bei einem Lehrer, der überfordert ist, und innerlich schon gekündigt hat – für 89% der arbeitenden Menschen in Deutschland trifft das zu wie Andreas Zeuch auf seinem Post geschrieben hat – ist wohl nicht mehr zu erwarten.

Anstelle an Infrastruktur und Militärausgaben sollten wir Bürger schnellstens fordern, dass mehr in die Ausbildung unserer Jugend gesteckt wird. Dann bleibt auch wieder mehr Zeit sich um Werte zu kümmern, die zu einem angenehmeren Miteinander führen.

Aber wo ich gerade von Werten schreibe: Wenn unsere Politiker vorleben, dass es ja nicht so schlimm sei, wenn man Werte verletze, welches Vorbild sollen dann die Jugendlichen haben?

Kategorien:Ethik, Gesellschaft Schlagwörter: , ,
  1. März 12, 2011 um 9:38 pm

    Wollen die Eliten oder besser gesagt, die die sich auf Grund ihres wie auch immer angehäuften Geldes sich für selbige und die einzigen Leistungsträger halten dieses Landes ein Miteinander? Dann würden unsere Kindergärten und Schulen aussehen wie in Schweden, Kuba oder Finnland, dann hätten wir unter 5% Arbeitslosigkeit, dann…, dann…. Es ist doch alles da, wir müssen es ja nicht mal mehr entdecken.

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