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Stromsparen: Ich gönne mir ja sonst nichts

Wenn wir schneller von den Atomkraftwerken weg wollen, sollten wir beginnen, viel mehr Strom zu sparen. Jeder Einzelne wie auch die produzierenden Firmen. Also ist die Frage, worauf ich denn verzichten könnte.

Eine große Ausrede, warum ich denn nicht auf etwas verzichten möchte, hat uns die Werbung in den Mund gelegt und ins Hirn gebrannt: „Ich gönn mir ja sonst nichts.“ Das Schlimme an diesem Satz ist, dass es aber auch auf Alles angewendet werden kann, wo mein Herz dran hängt und ich nicht drauf verzichten mag. Aber warum hängt mein Herz dran? Weil die Werbung mich weich geknetet hat. Aber brauche ich die Sachen wirklich?

Es gibt primäre Stromverbräuche wie die Wasch- und Spülmaschine, der Kühlschrank oder der Herd, wo es schwierig ist, zu sparen. Besser geht es bei der Unterhaltung wie Fernseher und Computer, da könnte man eher mal ausschalten. Licht, OK. Handy: eher mal ausschalten, weil „an“ verbraucht Strom.

Aber viel mehr können wir an den Produkten sparen, die wir kaufen. Denn diese müssen hergestellt werden und dieser Prozess kostet Strom. Und auch Ressourcen. Wir könnten Güter länger verwenden. Nicht so häufig den neusten Schnickschnack kaufen. Gut wäre, wenn auf diesen Produkten ausgezeichnet wäre, wie viel Strom, Wasser, aber auch Arbeitszeit reingeflossen sind. Dann können wir bewusst entscheiden, ob ich das Gut wirklich erwerben möchte und damit einen Teil der Ressourcenverbrauchs verantworten will.

Ich würde schon gerne wissen, wie viel Energie für einen Kleinwagen oder Großwagen verbraucht wird. Wie viel Energie für meine Hose, mein Hemd, meine Schuhe benötigt wurden. Wie viel Energie in ein Stück Fleisch gesteckt wurde.

A propo Schuhe: Es gibt Sammelleidenschaften. Männer sammeln neuerdings Uhren. Frauen gerne Schuhe. Muss ich aber 50 Uhren im Schrank haben oder gar 300 Paar Schuhe. Alle diese Produkte brauchten Energie bei der Erzeugung. Zum Leben brauche ich  nur ein paar wenige Exemplare. Wenn ich zudem bedenke, wie vielen Kindern ich mit jedem nicht gekauften Paar durch eine Spende hätte vor dem Verhungern bewahren können.

Jetzt werden unsere Ökonomen aufschreien: aber wenn nichts mehr verkauft wird, dann die Wirtschaft zu Grunde gehen. Wir brauchen doch Wachstum, sonst können wir unsere Schulden nicht abbauen (haben wir eh nie getan). Aber, ist es nicht an der Zeit umzudenken. Nicht Wachsen sondern gesund schrumpfen. Wir könnten alle weniger Arbeiten und dennoch hätten wir alles, was wir brauchen.

Und da fällt mit als eine mögliche Lösung des Grundeinkommen weider ein. Wer viele Güter produzieren mag, könnte das zusätzlich tun. Viele bringen sich schon zusätzlich sozial ein, das könnte mehr werden.

Mir fallen so viele Dinge ein, die wir dann leisten könnten. Es gäbe ein ganz andere Lebensqualität. Irgendwie sinnvoller, mit dem guten Gefühl, weder unsere Erde noch unsere Mitmenschen zu quälen oder zu schädigen.

Bin ich ein Utopist?

p.s.: Ich arbeite in einer Branche, wo 250 Wettbewerber allein in Deutschland ähnliche Produkte anbieten. Man stelle sich vor, dass 250 mal die gleiche Anzahl Personen das Gleiche erfinden, produzieren, vermarkten, verkaufen, betreiben, und warten. Was wäre wenn es nur ein paar wenige gäbe. Es könnte weniger gearbeitet werden, es bräuchte weniger Arbeitsplätze, die auch wieder Energie benötigen, sowohl bei der Erstellung als auch im Betrieb. Was machen wir da eigentlich?

Was bedürfen wir eigentlich?

Könnte das Leben so aussehen: Stell Dir vor es war Revolution und danach sähe unsere Welt wie folgt aus

Kategorien:Ethik, Gesellschaft Schlagwörter: , , , ,
  1. März 24, 2011 um 10:10 am

    Hallo Herr Bartonitz,

    zufällig bin ich auf ihren Blog gelandet und muss Ihnen sagen, dass mir ihre Einträge gefallen.

    Gruß
    Alex

  2. Martin Belz
    März 27, 2011 um 4:06 am

    Man sollte die Pendlerpauschale umgehend streichen. Damit könnte man die Leute zu Fahrgemeinschaften bzw. zur Umsiedelung in die Städte motivieren.

    • März 27, 2011 um 10:19 am

      Stimmt. ggf. sucht man sich ja auch einen neuen Job, der etwas näher liegt. Ich könnte mir sogar vorstellen, wenn wir ein Grundeinkommen hätten und die Jobs alle ähnlich bezahlt würden, dass das mit dem Fahren auch sehr viel weniger würde-

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