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Mit nur 3% Wirtschaftswachstum haben wir in 25 Jahren doppelt so viel

Seit Jahren erklären uns unsere gewählten Volksvertreter (neue Politikerkaste?), dass wir wirtschaftlich wachsen müssten. Am besten mit einer Rate größer 3%. Warum? Damit wir überhaupt mal die Chance haben, die ersten Schulden unseres überdimensionalen Berges abbauen zu können. Oder zumindest unsere Zinsen an Diejenigen zu zahlen, denen die Deutschland GmbH inzwischen längst gehört.

3% hört sich wenig an. Aber durch den Zinseszinseffekt erreichen wir in 25 Jahren das Doppelte. Von was?

  • Doppelt so viele Flugzeuge, Lastwagen und Autos
  • Doppelt so viele Autobahnen und Straßen
  • Doppelt so viel gelagerter Müll (inkl. Atom) und Gift
  • Doppelt so viel plattgemachte Natur
  • Doppelt so wenig ausgebeutete Ressourcen
  • Doppelt so viel Strecken, die zum Arbeitsplatz zu fahren sind (auch Energieverbrauch)
  • Doppelt so viele Kernkraftwerke (gut, hier gibt´s inzwischen Hoffnung)

Die Liste kann beliebig fortgeführt werden. Gut, es wird sicher nicht von Allem gleich viel doppelt sein. Das Eine mehr, das Andere weniger. Aber eines dürfte sicher sein. Die jetzigen Verlierer dürften auch doppelt so viel weniger haben, wenn sich der Trend der letzten Jahre weiter fortsetzt.

Diese Gedanken sind in dem sehr nachdenklich stimmenden Buch Anarchie!: Idee – Geschichte – Perspektiven von dem leider vor Kurzem zu früh gestorbenen Horst Stowasser nachzulesen.

Interessant für mich zu beobachten ist, dass unsere großen Marktanalysten wie Gartner und Forrester dazu auffordern, die Entscheidungen in den Firmen dort stattfinden zu lassen, wo die eigentliche Arbeit stattfindet. D.h. die Verantwortung sollte in den Firmen nach „unten“ gegeben werden. Die Firmenleitung und die Manager sollten ihr Tun verstehen als ein Unterstützen, damit die  einzelnen Firmeneinheiten reibungslos arbeiten können.

Aber genau das ist auch das Konzept der Anarchisten. Kleine Gruppen organisieren sich und ihre Arbeit selbst ohne einen dirigierenden Boss. Situationsbezogene Vertreter werden wo notwendig zu Treffen mit den Vertretern anderer Gruppen geschickt, um über gemeinsame Regeln zu verhandeln.

Unterm Strich sind diese Gruppen sehr viel agiler. Da alle Entscheidungen im Konsens getroffen werden, wird durch Anhörung jedes Mitglieds dieses respektiert. Es wird damit selbstbestimmt gearbeitet und daher motiviert (in der Praxis nachweisbar war  das in einem spanischen Gebiet vor der Übernahme durch die Faschisten) . Wer so motiviert ist, überlegt gerne, was noch besser gemacht werden kann. Also Innovation am laufenden Band.

Kategorien:Ethik, Gesellschaft Schlagwörter: , , ,
  1. März 24, 2011 um 11:05 pm

    Interessante Sendung in 3Sat: Kapitalismus am staatlichen Tropf.
    Themenwoche „Sein oder Haben“
    Wann immer Banken und multinationale Konzerne in den vergangenen Jahren vor der Pleite standen, pumpte der Staat Milliarden von Steuergeldern in die existenzbedrohten Unternehmen. Das Problem ist jedoch, dass diese Krisen zunehmend ganze Staaten gefährden. Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen die Phänomenologie des modernen Kapitalismus.
    Auch das Thema der 3 Millionen an Depression leidenden Bürger durch unser System der immer höheren Leistungsanforderungen bei immer mehr Unsicherheit kommt zur Sprache.

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