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Wir sollten nicht Parteien wählen sondern gesellschaftliche Anforderungen zur Umsetzung formulieren

Ich habe gerade noch an den letzten User Stories gesessen, da wir morgen wieder SCRUM Planning Meeting haben. Genau dabei wurde mir klar:

Wir brauchen gar keine Parteien!

Warum nicht? Nun, ich erkläre das mal an unserem Prozess der Software-Erstellung.

Als Produktmanager sammeln wir die Wünsche für neuen Funktionen in unserer Software ( -> Gesetzesvorlagen), die von unseren Kunden, Partner und internen Service-Mitarbeiter ( -> allesamt Bürger) geäußert werden. Zusätzlich schaue ich mir an, was unser Wettbewerb macht und was die einschlägigen Berater am Markt behaupten (-> Best Practice aus anderen Ländern).

Alle diese sinnvollen Wünsche bereiten wir in Bezug auf den Business Value auf, sprich wir beantworten die Fragen, was es dem Kunden bzw. der Firma (-> Bürger) nutzt.

Die aufbereiteten Wünsche stellen wir unserem Product Board (= Abgeordnete aus den Abteilungen -> gewählte Volksvertreter) vor. Sie werden hier diskutiert, bewertet und priorisiert.

Entsprechend der Priorität werden die Anforderungen mit der Entwicklung weiter detailliert und von dieser anschließend umgesetzt. Prototypische Umsetzungen werden internen Service-Mitarbeitern und ggf. ausgesuchten  Partnern und Kunden zwecks einer Qualitätskontrolle in Bezug auf das Anforderungsverständnis zum Review präsentiert (-> gewählte Volksvertreter). Hierbei aufgefallene Unstimmigkeiten werden korrigiert. Am Ende steht ein neues Release, was auf den Markt zum Verkauf gebracht wird (-> Gesetzgebung).

Demnach brauchen nur vertrauenswürdige Vertreter!

Da nicht alle Bürger auf allen Gebieten gleichermaßen gut sind, um die jeweiligen Themen zu durchdringen, könnte ich mir vorstellen, dass ich meine Stimme pro Themengebiet innerhalb der Kommune an eine Person meines Vertrauens geben könnte. Aufgaben, die die Kommune betreffen könnten direkt durch diese Vertrauensperson behandelt werden. Für Kommunen-übergreifende Themen könnte mein Vertreter seine Stimme an einen Vertreter für diese Ebene übertragen. Das geht so lange weiter, bis das Land, der Kontinent und die Welt abzustimmen sind.

Umgesetzt werden darf so nur das, was jeweils von unten nach oben gegeben wurde.

Sicherlich nicht ganz zu Ende gedacht. Aber so könnten wir auf die teuren Parteienfinanzierungen verzichten. Wir hörten nicht mehr über das Streben des Machterhalts einer Partei, wie heute mehrfach passiert, sondern hier ginge, wie im Grundgesetz formuliert, tatsächlich alle Macht vom Volke aus. Es wird an Reformen nach und nach umgesetzt, was Priorität hat, weil es den größten Nutzen für die Bürger bringt.

Oder nicht?

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: , , , , ,
  1. Juni 20, 2011 um 6:44 pm

    ja, wir haben alle verlernt, richtig streiten zu können. So zu streiten, dass man den Anderen nicht niedermacht sondern seinen Standpunkt verdeutlicht und welche innere Motivation, und da ist Gefühl drin, dahinter steht.
    Es wird Zeit brauchen, bis eine solche Streitkultur wieder funktioniert. Und ich bin mir auch sicher, dass wir Hierarchien weiter abbauen müssen. Wir sind alle perfekte Menschen und brauchen nicht gegängelt zu werden. Wenn jemand leitet, dann maximal als Jemand, der die Gruppen-internen am Laufen hält, sprich Barrieren wegräumt.
    Am Anfang wird es bei Abstimmungen versierte Moderatoren brauchen. Wenn der Prozess eingeschwungen ist, sollte es auch ohne gehen.

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