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Wer sind die Rebellen in Libyen? Warum wird darüber so wenig berichtet?

Sind unsere Medien nicht mehr frei? Warum beschleicht mich seit Wochen das Gefühl, dass mit Libyen etwas nicht stimmt. Dass wir hier desinformiert werden. Informationen Häppchen-weise erhalten, die sich immer etwas schlimmer anhören, so als wolle man uns auf den endgültigen Krieg mit Bodentruppen vorbereiten? So Häppchen-weise, dass wir nichts bemerken, so wie es einem Frosch geht, der im kalten Wasser sitzt, das langsam erhitzt wird und er erst was merkt, wenn es zu Ende ist.

Sicher ist Gaddafi ein schräger Vogel und hat sicherlich einiges zu verantworten, was nicht koscher ist. Aber da gibt es ja westlich-orientierte Staaten, die so tun als ob, aber auch reichlich Leid verursachen.

Aber schauen wir uns das Völkerrecht an. Dies besagt, dass man von außen in die Belange eines souveränen Staats nicht eingreifen darf, solange in diesem Staat keine systematischen, ethnischen „Säuberungen“ passieren. Das ist in Libyen nicht der Fall. Hier haben bewaffnete Rebellen begonnen, gegen die eigene Staatsmacht vorzugehen. Dass diese das Recht hat, sich zu verteidigen, sollte außer Frage stehen. Nach dem Völkerrecht darf von außen auch keine Partei ergriffen werden, sprich eine Partei z.B. durch Waffenlieferung oder Ausbildung an der Waffe, geholfen werden. Kant hat sich sicher im Grab umgedreht, als allein die Resolution zum  Flugverbot beschlossen wurde. Immerhin hat sich Deutschland zumindest enthalten.

Was ich aber ganz und gar nicht verstehe ist, warum sich vor wenigen Jahren unsere westlichen Staatsmänner ein Wettstreit gaben, wer Gaddafi am stärksten die Hand schütteln konnte. Und von heute auf morgen soll alles ganz anders sein?

Also habe ich  mich mal wieder im Netz auf die Suche gemacht und habe einige Quellen gefunden, die doch etwas mehr Informationen bieten, als die paar wenigen seichten Worte, die uns in den klassischen Fernsehabendnachrichten geboten werden.

Da fragt zum Beispiel der Freitag Libyen – Züchtet sich der Westen neue Dschihadisten heran? In dem Artikel lässt sich wie folgt lesen:

 Dabei gerät außer Blick, um wen es sich bei den Aufständischen eigentlich handelt. Zum einen sind zahlreiche Generäle aus Gaddafis Armee zu den Aufständischen übergelaufen, mindestens fünf ihrer Führer, darunter der ehemalige Geheimdienstchef Gaddafis, gehörten bis vor Kurzem viele Jahre lang dem Regime an. Kann dieses Personal trotz jahrelanger persönlicher Verwicklung in zahlreiche Verbrechen eigentlich der Träger eines demokratischen Aufbruchs sein?

Die Aufständischen haben unterschiedliche Motive, sich gegen das Gaddafi-Regime zu wenden. Andy Stone: „The revolt was started in Benghazi on February 15-17th by the group called the National Conference of the Libyan Opposition. The protests had a clear fundamentalist religious motivation, and were convened to commemorate the 2006 Danish cartoons protests, which had been particularly violent in Benghazi. Diese Aktivisten wandten sich insbesondere gegen die Schließung islamistischer Seminare, das Verbot von entsprechenden Publikationen und die Inhaftierung von Islamisten. Sie werfen Gaddafi in vielfältiger Form die Verletzung islamischer Regeln vor (vom Kopftuch bis hin zur Frage, ob Homosexualität mit dem Tode bestraft werden soll oder ob Juden und Christen Mekka besuchen dürfen). Eigentlich müsste der Westen dabei applaudieren, ist der Kampf gegen den gewaltätigen Islamismus doch eines seiner Hauptanliegen. Schließlich kämpft Gaddafi nicht nur im eigenen Land gegen den Islamismus, sondern unterstützt auch den weltweiten Kampf des Westens.

Bei einem anderen Teil der Aufständischen hat sich der Gebrauch von Waffen längst usualisiert und gehört gleichsam zur Alltagskultur: Vor allem aus dem Osten des Landes rekrutierten sich Dschihadisten, die im Irak ein Fünftel der islamistischen Kämpfer ausmachen (The Economist) und viele kämpfen demnach auch in Afghanistan auf Seiten der Taliban. Dass Gaddafi den internationalen Kampf gegen den Terrorismus unterstützte, war diesen Kämpfern ein zusätzlicher Dorn im Auge. Hinzu kommt die schon seit vielen Jahren sich immer wieder in Unruhen entladende Unzufriedenheit darüber, dass die Stämme in der Kyrenaika (historische Bezeichnung für die ehemalige östliche Provinz) bei der Ausbeutung des Erdöls benachteiligt werden.

Ein weiterer Artikel titelt Heisst das Monster Gaddafi ? Darin ist ein Artikel von Fidel Castro selbst aufgeführt, ins Deutsche übersetzt: REFLEXIONEN DES GENOSSEN FIDEL Die Nato, der Krieg, die Lüge und die Geschäfte. Hierin erzählt er den Verlauf der letzten Jahre  und dichter der Wochen vor Kriegsbeginn. Mal eine interessante Blickweise mit der Hinterfragung, warum plötzlich die Kehrtwende.

Weiter geht es mit einem Artikel Libyen: Nicht Revolution, sondern Konterrevolution. In diesem sehr langen und informativen Artikel wird ebenfalls klargestellt, dass die Rebellen aus einer sehr kritischen Massen bestehen:

Nach heutigen Erkenntnissen ist der libysche Zweig von Al-Kaida die Fortsetzung der Libyschen Islamischen Kampfgruppe, deren Zentrum die Städte Darnah und Benghasi sind. Die ethnische Basis der LIFG bildet allem Anschein nach der Gaddafi-feindliche Stamm der Harabi, dem neben der Mehrheit der Mitglieder des Rebellen-Rats auch die beiden Hauptanführer der Rebellion, Abdul Fattah Junis und Mustafa Abdul Jalil, angehören. Alles deutet demnach darauf hin, dass es in der Praxis Überlappungen zwischen der LIFG, der Elite des Harabi-Stammes und dem von Obama unterstützten Rebellen-Rat gibt. Von Fred Wills, dem inzwischen verstorbenen ehemaligen Außenminister von Gyuana, habe ich vor vielen Jahren gelernt, dass sich hinter der Maske politischer Gruppierungen in Entwicklungsländern (und nicht nur dort) oftmals ethnische und religiöse Rivalitäten verbergen; so ist es auch in Libyen. Die Rebellion gegen Gaddafi ist ein gefährliches Gebräu aus fanatischem Hass gegen Gaddafi, Islamismus, Stammeswesen und Lokalpatriotismus.

Scholl Latour beschreibt in einem Beitrag „Wer sind die Rebellen? “in „Bild“, am 22. März 2011 eine andere Gruppe von Libyern, die sich ebenfalls den Rebellen angeschlossen haben:„Das sind Leute einiger weniger Stämme in Ostlibyen nahe der ägyptischen Grenze, die mit der Regierung in Tripolis unzufrieden waren. Sie haben sehr unterschiedliche Interessen. Eine wichtige Rolle unter den Rebellen nimmt die islamische Senussi-Bruderschaft ein, die einst den gestürzten Konig Idris I gestellt hat.“

Die Senussi-Bruderschaft galt lange Zeit auch im Westen als Terrororganisation, die von Killerauftragsmorden lebt. Und ausgerechnet diese Rebellen werden von dem ehemaligen Innenminister Gaddafis, Junis, geführt, der aus dem an der libysch-ägyptischen Grenze sesshaften Stamm der Obeidat stammt.

Besonders interessant sind die Zahlen zu dem Wasserprojekt, das 2009 vorgestellt worden ist. Die Wasserreservoires haben einen Wert von einigen Billionen Euro und sollten den ganzen Afrikanischen Norden in eine blühende Landschaft verwandeln. In dem Artikel  ist selbst wieder ein Artikel aus den Maghreb Nachrichten vom 20.03.2009 übersetzt wiedergegeben:

Libysche Offiziere präsentierten zum ersten Mal auf dem 5. Weltwasserforum in Istanbul ein Projekt zur Wasserförderung, das auf 33 Milliarden Dollars geschätzt wurde. Das Projekt wurde als die 8. Weltwunder bezeichnet und sieht die Errichtung eines künstlichen Flusses vor, damit die Bevölkerung im Norden Libyens mit trinkbarem Wasser versorgt werden können. Die Projektarbeiten wurden seit 1980 im Auftrage des libyschen Führers, Muammar Gaddafi, eingeführt. 2/3 des Projekts wurde bereits fertig gestellt. Es handelt sich um eine 4 000 Km lang Wasserleitung, die im Grunde liegendes gepumptes Wüstenwasser durch die libysche Sahara in den Norden fliessen lässt. „Die Studien zeigten, dass das Projekt kostensparender als die anderen Alternativen war.“ meldete der für das Grundwassermanagement zuständige Fawzi al Sharief Saeid. Der Wasservorrat reicht nach Berechnungen bis zu 4.860 Jahren, wenn die davon profitierenden Staaten Libyen, Sudan, Tschad und Ägypten ihn wie es vorgesehen verwenden.

Das Wasserprojekt in Libyen

Das Wasserprojekt in Libyen

Bei einem solchen Projekte könnte man schon ins grübeln kommen, was es bedeutet, so unabhängige Staaten in ganz Nordafrika zu bekommen. Diese konnten dann locker eine sehr autarke Afrikanische Union bilden. Damit wäre die Macht über Afrika ade.

Wie sieht es denn mit den Greueltaten aus?

Im Fernsehen der öffentlch, rechtlichen und im Radio hören wir immer nur von den Greuerltaten der Gaddafi-Getreuen. Hier ist ein Bericht, welche Greuerltaten von den Rebellen zu hören ist:
Libyen: Immer mehr Gräueltaten der Rebellen Immer mehr Gräueltaten der Rebellen:

Die grausamen Berichte decken sich mit Angaben von Zeugen aus Städten, in denen die Rebellen-Truppen bisher gewütet haben.Die Häuser werden durchsucht, Regierungstreue verschleppt und an unbekannten Orten misshandelt und getötet. Gestern sollen Rebellen Streumunition auf Wohngebiete Misrata abgeschossen haben. Später behaupteten sie, Gaddafis Truppen seien dafür verantwortlich. Die Munition, von der  Fragmente gefunden wurden, wiesen als Herkunftsland das Nato-Mitglied Spanien aus.

Wie sieht das eigentlich völkerrechtlich aus?

Das ist auch so eine spannende Frage. Ich erinnerte mich, das auch Kant schon sagte, dass Niemand ein Recht hat in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates einzugreifen. Es müsse von innen her genesen, auch wenn es in diesem Konflikt Tote gäbe. Also habe ich nochmals gesucht und bin auf der Seite AG Friedensforschng in dem Artikel Libyen-Krieg und Völkerrecht von Gregor Schirmer, ehemailger Professor für Völkerrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und an der Humboldt-Universität zu Berlin,  geworden

In Libyen herrscht offensichtlich ein Bürgerkrieg. Bewaffnete Aufständische und Regierungstruppen stehen sich gegenüber. Das Interventionsverbot verlangt, dass andere Staaten, auch die UNO, nicht in einen solchen Krieg eingreifen, schon gar nicht mit militärischen Mitteln. Zu diesen Mitteln gehören auch Waffenlieferungen. Die Charta bestimmt, dass das Nichteinmischungsprinzip die Anwendung von Zwangsmaßnahmen nach Kapitel VII nicht berührt. Aber auch der Sicherheitsrat ist bei seinen Entscheidungen an das Völkerrecht gebunden. Anderen Staaten oder Staatengruppen die Erlaubnis zu erteilen, in einem Bürgerkrieg mit militärischen Mitteln Partei zu ergreifen, damit die Aufständischen einen Regimewechsel erzwingen können, gehört nicht zu seinen Befugnissen.

Auch der Artikel Die Militärintervention gegen Gaddafi ist illegitim Von Reinhard Merkel auf F.A.Z.net kommt zu dem Ergebnis, dass hier Völkerrecht gebrochen wird.

Ob man Diktatoren zum Teufel jagen soll, ist die eine Frage – selbstverständlich soll man das, so gut es geht. Man muss sich aber auch dem trostlosen Befund aussetzen: Die Intervention der Alliierten in Libyen steht auf brüchigem normativem Boden.

Der Blogger honigmann weist in seinem Post Deutschland beteiligt sich an geheimen Kriegsplanungen darauf hin , dass die EU schon den Einsatz von Bodentruppen vorbereiten würde.

„Deutschland beteiligt sich an geheimen Kriegsplanungen. So wird in der Europäischen Union der Einsatz von Bodentruppen in Libyen vorbereitet. Die Bundesregierung hat diesem Planungsvorlauf nicht widersprochen. Zudem verweigert sie den Abgeordneten des Bundestages die nötigen Informationen“, so Wolfgang Gehrcke anlässlich der Pläne der EU zum „Operationskonzept für eine Aktion EUFOR Libya“. Konkrete Operationspläne sollen diesem Planungsverfahren folgen. Der außenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE weiter: „Die Begründung, dass es sich um eine humanitäre Intervention handeln würde, trägt nicht. Bislang liegt keine Anfrage der Vereinten Nationen vor. Im Gegenteil: das OCHA betont, dass eine militärische Unterstützung nicht erforderlich ist.

Wenn man also nur will, dann lässt sich im Gegensatz zu unseren Standard-Medien doch einiges mehr rauslesen und erhält die Bestätigung für seine Intuition, dass nach Afghanistan und Irak nun ein Krieg mit einer weiteren Lüge begonnen wird. Die Frage ist, warum Russland, China, Indien und Brasilien hier der USA und Nato nicht die rote Karte gezeigt haben. Aber vielleicht verstehe ich das ja irgendwann auch nochmal …

Nachtrag vom 21.05.2011

Volker Pispers hat lange vor Lybien einen genialen Bühnenauftritt zum 11. September hingelegt, bei dem er die Taten der Regierungen der USA in einer Art und Weise seziert, dass einem die Spucke wegbleibt. Noch ein Mann mit einem Arsch in der Hose:

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Nachtrag vom 24.07.2011:

Hier ist noch ein Beitrag, der den neuen Imperialismus des 21. Jahrhunderts argumentiert und auch auf die Hintergründe zum Angriff auf Libyen eingeht. Zwar etwas martialisch am Anfang und Ende, aber die Informationen sprechen für sich:

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  1. November 28, 2011 um 1:16 pm

    @Kevin,
    vorab, vielen Dank für Deine Differenzierung zum Menschrechtsrat.

    @All,
    hier kommt noch eine wichtige Analyse, veröffentlicht von dem Magazin Nexus, der aufzeigt, wie die KOnzerne, Banken und Medien miteinander arbeiten und so nach und nach unsere kleine Welt zu erobern:

    Libyen: Ein „globaler Schwindel“?

    „Wie gesetzwidrig die NATO handelt, wird durch die Betrachtung ihrer Partnerorganisation Atlantic Council und der Tatsache klar, dass diese Organisation die Interessen von Unternehmen und Kapitalgebern mit der militärischen Macht der NATO verknüpft, um den Regimewechsel in Libyen der Öffentlichkeit zu verkaufen, zu bewerkstelligen und davon zu profitieren.“

  2. November 28, 2011 um 1:50 pm

    Eines scheint sonnenklar:
    Es gibt MENSCHEN, die auf der einen Seite des Systems arbeiten. Was dort betrieben wird, wissen wir nicht erst seit Lybien. Und mit „Betrieben“ meine ich, sie sind getrieben, folgen einem (nicht ihrem!) Trieb.

    Ich habe über fünf Jahre auf jede Nachricht aus der demonstrativen Welt verzichtet; ich meinte, das System erkannt zu haben und entschied, auf der anderen Seite tätig zu werden.
    Überraschend für mich war, dass ich dazu keine Organisation brauchte – ich FÜHLTE mich organisiert, und zwar in einer natürlichen Ordnung. Dort brauchte ich weder das Prinzip Hoffnung, noch das Spekulieren um die weitere Entwicklung.

    Für mich ist es rätselhaft geblieben, warum Menschen mit einem ausgeprägten logischen „Denken“ nicht in der Lage sind, die Entwicklung einer „Logaritmischen Reihe“ VORAUSsehen zu können.

    Hilft mir diesbezüglich jemand auf die Sprünge?

    Wolfgang

  3. November 30, 2011 um 10:26 pm

    Was dürfen wir den Medien noch glauben?

  4. November 30, 2011 um 11:32 pm

    Die Medien, lieber Martin, erfüllen eine wichtige Funktion.
    Einerseits schnitt man durch ein technisiertes Leben, privat und auf der Arbeitsstelle, viele Menschen von dem Lebendigen, der Natur ab. Damit war eine wichtige Energiequelle mehr oder weniger stark versiegt. Nun wurde – eine politische Entscheidung – die Versorgung umgestellt auf eine Energie, die der Körper prodzuzierte: Angst. Adrenalin wurde gesellschaftsfähig – gemacht. Damit schlug man zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Menschen wurden süchtig nach Angst (ich sprach mal von Adrenalin-Junkies), um Energie zu spüren, und sie ließen sich wegen ihrer Angst viel leichter kontrollieren – Angst kann relativ willenlos machen. Und Angst macht inaktiv und erzeugt Desinteresse an der Umwelt.
    Also:
    Nun verkaufe mal den Menschen, sie hätten demokratisch abgestimmt über die Art und Weise ihrer Lebensführung.
    Klar, die Mehrheit will das Ozonloch, vergiftete Flüsse, Lärm, Dreck – und Scheuklappen, damit die Teilnahme an der politischen Verunstaltung erträglich bleibt.

    Nun könnte man beinahe sagen, dass wir in einer Angst-Demokratrie leben, volle Freiheit und Selbstbestimmung über die Angst seiner Wahl, per Zeitung, per Radio, per TV – mittels Drohungen, durch Bedrohungen, durch Beschneidung der Grundrechte, durch Bespitzelung und Willkür der Behörden. Dazu sozialverträgliche Preise für Alkohol, perfekt.

    Ich war heute in einem Kleingartenverein. Bei meinem letzten Besuch fragte mich eine noch nicht ganz alte Frau nach Preisen für ein „Insektenhotel“. Heute konnte ich ihr Bericht erstatten. Sie erzählte mir anschließend von dem englischen Massenmörder, der wohl 80 Menschen umgebracht hat. Ich wusste das nicht, schaute erstaunt, und sie fragte: DAS wissen sie nicht? Für sie eine Sensation.

    Man entwickelte Konzepte, um Ängste abbauen zu können. Der erste Schritt ist: KEINE Nachrichten.
    Aber, wir leben in einer Informationsgesellschaft, Teilnahme Pflicht, sonst kann man ja nicht mitreden.

    Viele Jahre glaubte ich, die Kinder wären unsere Hoffnung.

    Wolfgang

  5. Dezember 28, 2011 um 8:44 pm

    Die Solidarwerkstatt verfasst derzeit eine Anklageschrift gegen die Hauptverantwortlichen des Krieges gegen Libyen. Wir publizieren hier die Kurzfassung eines ersten Entwurfs. Wir werden diese Anklagsschrift beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag einbringen. Wir machen uns keine Illusionen über diese Institution. Wir wollen aber klarmachen: Wenn diese UN-Einrichtung sich und ihre Statuten auch nur ansatzweise ernst nimmt, dann müssten Sarkozy, Cameron, Obama, Rasmussen, Asthon und einige andere auf der Anklagebank Platz nehmen.

    Gefunden in dem Artikel Libyen: NATO-Kriegsverbrecher auf die Anklagebank!

    Die Anklage geht in fünf Punkte detailliert auf krasse Regelverletzungen ein und am Ende muss der geneigte Leser feststellen, dass diese Anklage unbedingt Sinn macht.

  6. Januar 2, 2012 um 11:20 pm

    Hat die USA nun den letzten Schritt zur Militädiktatur vollzogen? Sind die geplanten Kriege (Syrien, Iran, Nordkorea) dann überhaupt moch zu stoppen?

  7. Januar 3, 2012 um 2:42 am

    BRD-GmbH = US-Protektorat.
    Wau!
    Was wollen wir mehr, als endlich klare „Fronten“.
    Auswandern in ein Land, dass die Finanzhaie bereits end-verwüsteten?
    Tipp: Pakistan. Ein Freund berichtete von radikalen Veränderungen – ein Paradies für gebrochene Seelen.

    Wolfgang
    (bleibt hier und beobachtet Käfer)

  8. Februar 1, 2012 um 12:03 am

    Libyen-Krieg: Enthüllungen des früheren französischen Außenministers

    Der Lybische Krieg: Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen durch Sarkozy und das Französische Militär

    Natürlich waren die Kriegsvorbereitungen gegen Lybien vor Februar 2011 offensichtlich, aber ich glaube, es war das erste Mal, dass jemand, der direkt daran beteiligt war, so ehrlich und offen darüber sprach. Die Enthüllungen Roland Dumas gaben nicht nur Hinweise zu allen Vorgängen im Laufe des Politikformulierungsprozesses der NATO, sondern hinterließen auch keine Zweifel, dass alle Unruhen in den arabischen Ländern eine gut und lang geplante Operation waren…

  9. Februar 2, 2012 um 8:54 pm

    Und weiter geht es mit meinen erfüllten Erwartungen. Nichts bessert sich in Libyen mit der Menschlichkeit, nachdem das Land mit unranangereicherter Munition zerbombt wurde. Wenn eine Organisation wie die Hilfsorganisationen „Amnesty International“ und „Ärzte ohne Grenzen“ ihren Rückzug aus der einstigen Rebellenhochburg Misrata verkünden, dann ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Land nun in Gewalt und Choas versinken wird. Ich mag mir gar nicht vorstellen wollen, dass wir Bilder wie im Irak sehen werden, wo nicht ein Tag vergeht ohne das von Greueltaten größerer Dimensionen berichtet wird. Das haben die Menschen auch in Libyen nicht verdient. Siehe die Bericht von von Frank W. Haubold

    Libyen: Folter und Mord – Die Krokodilstränen der Kriegstreiber

    Die Vorwürfe wiegen schwer und gemahnen an finsterste Zeiten: „Anhänger des getöteten libyschen ehemaligen Machthabers Muammar al-Gaddafi werden nach Angaben von Ärzten und Menschenrechtlern in Gefangenenlagern in Libyen in vielen Fällen zu Tode gefoltert. Mehrere Gefangene seien gestorben, nachdem sie in den vergangenen Wochen in von Milizen kontrollierten Lagern gefoltert worden seien, teilte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mit“, schreibt unter anderem die „Zeit“, „vergisst“ dabei allerdings ein „mutmaßlich“ voranzusetzen, denn im Libyen von heute reicht allein die falsche (also schwarze) Hautfarbe, um von den „Revolutionären“ eingekerkert, gefoltert und ermordet zu werden, wie zahlreiche Berichte belegen. Selbst die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen, die vorher vor allem durch das unkritische Verbreiten von Anti-Gaddafi-Propaganda von sich reden gemacht hatte, entdeckt laut „Zeit“ plötzlich die Realität: „Zuvor hatten sich ranghohe UN-Beamte besorgt über sogenannte libysche Revolutionsgarden gezeigt. Diese seien für eine erneute Zunahme der Gewalt verantwortlich und hielten Menschen in geheimen Gefangenenlagern fest. Menschenrechtskommissarin Navi Pillay sprach von 5.000 Menschen in 60 Gefängnissen und Lagern. ‚Wir sind extrem besorgt über die Situation der Gefangenen in den Händen der Revolutionäre‘, sagte Pillay.“

  10. Februar 13, 2012 um 8:30 pm

    Interview mit Christoph R. Hörstel, auch mit einigen Aspekten zum Iran-krieg

    2011 erlebte die Welt mit dem Arabischen Frühling die Rebellion des Volkes. Oder doch nicht? Nahost-Experte Christoph R. Hörstel ist sich sicher, dass in allen Ländern, in welchen das Volk gegen das vorherrschende Regime auf die Straße geht, die USA ihre Finger mit im Spiel hatten. Deutlich wird dies zum Beispiel an den NATO-Luftwaffen-Übungen zum bevorstehenden Krieg in Libyen, welche bereits 14 Tage vor den ersten Aufständen in Libyen stattfanden.

    Auch im aktuellen Konflikt mit Syrien, ist es alles andere als ein Zufall, dass ausgerechnet jetzt die Aufständigen gegen Damaskus ziehen. Nachweislich handelt es sich bei einigen der Rebellionsführer, welche unbedarfte Syrier reihenweise als Kanonenfutter gegen Assads Militär anstürmen lassen, um von der CIA installierte „Aufständige“, welche einige Monate zuvor bereits die Libyer anführten.

    Und wo sich Russland und China bei der UN Resolution gegen Gaddaffi noch ihrer Stimme enthielten, erteilten sie ienem erneuten Vorgehen der NATO ein klares Nein und legten ihr Veto gegen den geplanten Angriff auf Syrien ein. Schätzungsweise 60.000 bis 80.000 Libyer sind durch die NATO Bomben ums Leben gekommen. Mehr als der gestürzte Diktator sich hätte zu Schulden kommen lassen können.

    Nachdem Syrien bald gefallen sein soll, steht der nächste Gegner schon vor der Tür. Der Iran. Dass ein militärischer Konflikt mit diesem Land aber eine ganz andere Dimension darstellt als gegen Afghanistan, Irak oder Liyben, wissen hierzulande die Wenigsten. Ein Krieg gegen Iran könnte ganz schnell zum 3. Weltkrieg eskalieren und wir sehen im Jahre 2012 eben dieser Gefahr erschreckend nah ins Auge.

  11. Kevin
    Februar 20, 2012 um 11:16 am

    Hallo Herr Bartonitz,

    ich würde Sie gern auf eine von Oxord Research International in Zusammenarbeit mit der Universität von Bengasi und dem Fachbereich Human Sciences der Universität Oxford durchgeführten Studie zur Stimmungslage in Libyen aufmerksam machen.

    Die Ergebnisse sind bislang nur auf Anfrage zugänglich, aber das ZDF hat einen guten Beitrag dazu erstellt: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/beitrag/video/1569556/Die-Stimme-des-Volkes

    Vielleicht sollten Sie einige von Ihnen vertretene Thesen und Bewertungen im Lichte dieser Ergebnisse noch einmal überdenken.

    Grüße
    kevin

    • Februar 20, 2012 um 11:33 am

      Hallo Kevin,
      ja, der Film macht Hoffnung. Da das ZDF sich aber inzwischen als systemkonformes Propagandawerkzeug durch aufgedeckte Lügenkampagnen ins Licht gerückt hat, bin ich weiterhin skeptisch. Wer hat die Aktion und den Film finanziert, sprich was soll rauskommen? Wie freiwillig konnten die Menschen antworten? Müssen sie mit Repressalien rechnen, wenn sie schlecht reden?
      Ich würde mich für die Libyer freuen, wenn das viele Leid, dass der Krieg mit sich brachte, etwas Gutes gebracht hat. Allerdings werden wir wieder kaum Nachrichten darüber erhalten, welche fremden Konzerne sich den Ressourcen dieses Landes bemächtigen. Schließlich hat der Krieg gekostet und es stehen mal wieder indirekt Reparationszahlungen an.
      Gruß, Martin

  12. Kevin
    Februar 20, 2012 um 11:50 am

    Unabhängig von dem Vorwurf, das ZDF sei ein systemkonformes Propagandawerkzeug, den ich nicht teile, ist die Untersuchung nicht vom ZDF durchgeführt worden. Solange die Methoden und Ergebnisse nicht vollständig veröffentlicht sind, ist eine Kritik ohnehin substanzlos.

    Das Engagement „fremder“ Konzerne in Libyen betrachte ich grundsätzlich nicht als Problem. Die Annahme, dass die Kriegskosten von Libyen kompensiert werden müssten ist reine Unterstellung.

  13. Februar 20, 2012 um 12:19 pm

    Ich möchte dem Verfasser dieses Themas unterstellen, dass er erkannte, welches seiner Themen er beim Verfassen reflektierte – und den Wert für sich erkannte.

    Hätte ich mich damals von diesem Thema ergreifen lassen, wäre es heute in einer Schublade mit der Aufschrift „Abgearbeitet“. Wer legt sich schon gerne abgenagte Knochen in die Vitrine.

    Wolfgang

  14. Kevin
    Februar 20, 2012 um 4:40 pm

    Sehr richtig. Die Sache hat nur einen Haken: Weil ich nicht allein auf der Welt bin und mein Schicksal zwangsläufig mindestens auch in den Händen meiner Mitbürger liegt, interessiert es mich, was andere für Fakt halten und wie und warum sie ihre Einschätzungen und Entscheidungen danach ausrichten. Dieser Blog ist repräsentativ für eine Minderheit in unserer Gesellschaft — allerdings keine unwesentliche.

    Was Sie als sophistische Logikmäkelei bezeichnen ist ein Streit über Geltungsansprüche von Wahrheitssätzen. Bevor es hier keinen gemeinsamen Nenner gibt, lässt sich eine Disskussion über das für und wider nicht führen, weil der eine die Frucht für einen Apfel hält, während der andere von einer Birne ausgeht.

  15. Februar 20, 2012 um 5:31 pm

    Gut auf den Punkt gebracht. Danke!
    Ich hatte ganz oben schon mal geschrieben, dass ich hier nicht jen Nachrichten wiederkäuen möchte, die uns unser Mainstream serviert sondern jene Nachrichten ergänzen möchte, die uns dort eben nicht präsentiert werden. So bekommen wir ein etwas detaillierteres Bild und können abwägen, ob hier noch weitere Aufklärungsbedarf besteht oder zumindest bzgl. der Nachrichten aus dem Horn der Mächtigen mit einer gesunden Skepsis zu begegnen.
    LG Martin

    • Kevin
      Februar 20, 2012 um 5:34 pm

      Und nach welchen Kriterien wählen Sie die Nachrichten aus?

      • Februar 20, 2012 um 5:41 pm

        Das hatte ich klar und deutlich formuliert: Jene, die wir nicht über unseren Mainstream erfahren. Und das darf dann genauso windig sein, wie die Quellen des Mainstreams. Jeder mag dann seinen Geist nutzen und bewerten.

    • Kevin
      Februar 20, 2012 um 7:43 pm

      Dann müssen Sie ebenfalls damit rechnen, dass Andere — in diesem Fall ich — Ihre „Nachrichten“ gleichfalls als Propaganda abtun. „Windig“ ist bereits eine gute begriffliche Annäherung an das oben gebotene.

      Was unterscheidet Sie also vom Mainstream, wenn Sie es ihm gleichtun? Warum sollte man Ihnen zuhören und nicht dem Mainstream?

      Wenn Sie möchten, dann denke ich mir für Sie auch eine spannende und windige Geschichte aus, wie die mit der NATO Kostennote. Würden Sie die hier dann auch verlinken?

      • Februar 20, 2012 um 8:08 pm

        Nochmals, ich gebe hier alternative Informationen wieder, die mich zum Nachdenken anregen und mich darauf aufmerksam machen, dass die vom Mainstream dargestellten Fakten unvollständig oder sogar gefälscht sein könnten. Was der geneigte Leser damit macht, und mit meinen Interpratationen, liegt in seiner Verantwortung. Es liegt an ihm, seine Entscheidung daraus abzuleiten.
        Genauso, wie ich mich entschieden habe, nicht mehr Alles unreflektiert aus dem Mainstream zu glauben, so mag er anschließend sich dafür entscheiden, dies trotzdem zu tun.

  16. Februar 20, 2012 um 6:31 pm

    Als ich vor knapp sechs Jahren die Nachrichtenkanäle kappte, tat ich dies aus einem einzigen Grund: Ich glaubte zu wissen, wie im System der Hase läuft, und das das, was man uns als Hasen verkauft, ein falscher Hase (Name für einen Hackbraten) ist.
    Was macht man mit falschen Hasen? Ganz lustig, ich wurde Vegetarier, aber im Kern der Frage steckt eine andere Botschaft:
    Wohin wende ich meine Aufmerksamkeit – will ich im Sumpf der Lügen nach einem Körnchen Wahrehit suchen, um irgendwann festzustellen, es gibt DIE Wahrheit gar nicht?
    Folgend: Will ich mich mit Verbrechern beschäftigen, um in den Geschichten ihrer Kindheit nach Täuschung, Lügen und Rechtfertigunsmustern nach wahrscheinlicher Wirklichkeit zu suchen?
    Ich irrte lange genug im Nebel verborgener Absichten herum, und bin heute dankbar, Vögel zu beobachten, die – zumindest in greifbarer Nähe – eine absolute Realität darstellen. Das ist meine Vorstellung von „In der Wirklichkeit leben“: Frei von Skepsis, Sorgen und Täuschung.

    Mögen andere Menschen etwas anderes als Klarheit brauchen – in unserer bunten Welt ist für Jede und Jeden etwas dabei. Und um das Passende zu finden, braucht man nicht mal einen Freien Willen.

    Wolfgang

    PS.
    Ja, Nick, mit dem KriminialFALL triffst Du – wieder mal – ins Schwarze. Danke!

  17. Kevin
    Februar 20, 2012 um 7:34 pm

    federleichtes :

    Wohin wende ich meine Aufmerksamkeit – will ich im Sumpf der Lügen nach einem Körnchen Wahrehit suchen, um irgendwann festzustellen, es gibt DIE Wahrheit gar nicht?
    Folgend: Will ich mich mit Verbrechern beschäftigen, um in den Geschichten ihrer Kindheit nach Täuschung, Lügen und Rechtfertigunsmustern nach wahrscheinlicher Wirklichkeit zu suchen?
    Ich irrte lange genug im Nebel verborgener Absichten herum, und bin heute dankbar, Vögel zu beobachten, die – zumindest in greifbarer Nähe – eine absolute Realität darstellen. Das ist meine Vorstellung von “In der Wirklichkeit leben”: Frei von Skepsis, Sorgen und Täuschung.
    Mögen andere Menschen etwas anderes als Klarheit brauchen – in unserer bunten Welt ist für Jede und Jeden etwas dabei. Und um das Passende zu finden, braucht man nicht mal einen Freien Willen.

    Wenn Sie dies tun, so handeln Sie für sich selbst. Welche Informationen Sie aus Ihrer Umwelt zulassen ist Ihre — und nur Ihre — Entscheidung. Nur: Selbst wenn Sie sich für einen Frieden einsetzen der jenseits Ihres eigenen Handelns und Denkens liegt, so beziehen Sie sich zwangsläufig auf Informationen, die andere Menschen auch wahrnehmen, interpretieren und bewerten. Machen Sie diese Informationen zur Grundlage eines Handelns, dass Einfluss auf das Leben anderer Menschen hat, so müssen Sie auch die Freiheit der Anderen respektieren, Ihr Handeln und letztendlich auch Ihr Denken zu hinterfragen. Die Freiheit eines jeden stößt dort an Grenzen, wo die Freiheit des Anderen beginnt.

    • Februar 20, 2012 um 8:21 pm

      Die „Freiheit“ des Anderen ist mir heilig:

      Mögen andere Menschen etwas anderes als Klarheit brauchen –
      in unserer bunten Welt ist für Jede und Jeden etwas dabei.
      Und um das Passende zu finden, braucht man nicht mal einen Freien Willen.

      Kevin, wo wollen Sie einen „Freien Willen“ finden? Haben Sie mal danach gesucht?

      Wo endet meine Freiheit. Bestimme ich das nicht selber? Wer wollte mir Grenzen setzen auf einem geistigen Spielfeld? Sollen die Leute mich hassen – und einige tun das -, aber meine Spielregeln bleiben für mein Spiel berührt das nicht.
      Kevin, haben Sie mal nach neuen Optionen für das geistige Spiel gesucht?

      Sie sagen:
      „Selbst wenn Sie sich für einen Frieden einsetzen der jenseits Ihres eigenen Handelns und Denkens liegt, so beziehen Sie sich zwangsläufig auf Informationen, die andere Menschen auch wahrnehmen, interpretieren und bewerten.“

      Warum muss ich mich ZWANGSLÄUFIG auf Informationen beziehen, die Anderen auch zugänglich sind? Glauben Sie etwa, alle Informationen seien von Jederfraumann jederzeit zugänglich? Ich glaube etwas anderes.
      Und: Ist es nicht eine Frage des Bewusstseins, wie und mit welchen Informationen Bilder erschaffen werden? Und ebenfalls eine Frage des Bewusstseins, wie man Informationen interpretiert? Es gab und gibt ziemlich „kluge“ Menschen auf diesem Planeten, die einen Blick auf die „Wahrheit“ werfen konnten. Sie formulierten sie so, dass man sie richtig interpretieren muss, um sie verstehen zu können. Es gibt allerdings auch Menschen, die Lügen sehr geschickt als Wahrheit zu formulieren verstanden. Um diese durchschauen zu können, braucht man auch Bewusstsein.

      Nun möchte ich nicht behaupten, ich hätte von irgend etwas eine wirkliche Wahrheit gefunden.
      Als wenn es für ein Menschenleben auf Wahrheit ankommt.
      Mir und uns kommt es darauf an, das Leben so zu leben, dass wir glücklich sind. Glück als das Gefühl, das aus der Liebe entsteht – darüber würde ich nur ungerne mit Ihnen diskutieren -, MUSS einen Platz auf dieser Welt einnehmen dürfen, weil es unzweifelhaft dem Glücklichen dient und dem Unglücklichen nicht schadet.
      Sollte ich bestimmen können, wie ein Leben für andere Menschen vorbildhaft zu führen sei, sagte ich: Seid glücklich, mehr und etwas Besseres könnt ihr nicht leisten.

      Ich hatte hier mal vom Erziehungsansatz der „Nubier“ berichtet. Sie bilden das „Gemüt“ ihrer Kinder aus, und erst dann kommt das Wissen dazu. Ist das nicht gleich der wachstumsfördernden Herrichtung eines Ackerbodens, der der Aussaat voran gehen sollte?

      Was machen wir mit unseren Kindern? Zeigen wir ihnen einfach die Wege zum Glücklichsein, dann wachsen sie – vielleicht – in eine Vernunft hinein, in der das Kriegsgeschrei keinen Anklang findet.

      Ihnen einen guten Abend
      (und Danke für Ihre Aufmerksamkeit)

      Wolfgang

  18. April 10, 2012 um 10:38 pm

    Ich habe gerade einen Artikel gefunden, der ziemlich gut darstellt, wie gut organisiert inzwischen der moderne Imperialismus funktioniert. Einfach nur zum Gruseln:

    Zum Beispiel begannen in Libyen NROs und zivilgesellschaftliche Berater die Unruhen im Februar 2011, während insgeheim Waffen zur Bewaffnung von Kämpfern für den Sturz der Regierung Gaddafis eingeschmuggelt wurden. Internationale Organisationen wie der Internationale Gerichtshof (ICC) wurden zur Vergiftung der öffentlichen Meinung gegen die libysche Regierung unter Nutzung von durch NROs zur Verfügung gestellten Informationen benutzt, während die NATO ihre Vorbereitungen für groß angelegte Luftangriffe begann. Sobald die Bombardierungen begonnen hatten, kam es nur darauf an, den Einsatz von Spezialeinsatzkräften, Waffen und anderen Akteuren nach und nach zum Ausfüllen der Lücken zu steigern, die die gnadenlosen Luftangriffe der NATO hinterlassen hatten. So arbeiteten die Leviathanischen Kräfte und die Systemadministratoren Hand in Hand, der eine, indem er eine Schneise durch das Bestehende schlug, und der andere, indem er neue Netzwerke aufbaute, um die Einsetzung des Langzeit US Bürgers und Direktors des Petroleuminstituts, Abdurrahim el-Kheib, als Premierminister vorzubereiten (Petroleum Institute chairman, Abdurrahim el-Keib, as Pm).

    Quelle: http://akademieintegra.wordpress.com/2012/04/10/des-imperiums-zweischneidiges-schwert-globales-militar-nros/

    • federleichtes
      April 11, 2012 um 12:27 am

      Weißt Du, Martin, ich las heute auch ein paar Artikel über den Ist-Zustand – nur in Deutschland. „Einfach nur zm Gruseln“, das wäre mir als Kommentar zu einfach. Sowohl was auf der „Regierung“s- und „Ver§-Waltung“sebene geschieht, als auch das Verhalten der Bevölkerung, kann ich nicht mehr als zivilisiert beschreiben: Es ist Barbarei.
      Dazu aus Wikipedia:

      … stellt Borkenau die These auf, dass zwischen Zusammenbruch und Entstehung eines jeweils neuen Kulturkreises der Zwischenzustand der Barbarei auftrete.

      Damit werden wir uns begnügen müssen, dass Mensch und System sich an die Wand „wirtschaften“ müssen, um den Weg für etwas Neues zu bereiten.

      Kriege werden von Verbechern geplant, aber Kriege werden von Bürgern geführt. Das Vasallentum ist für mich das eigentliche Drama. Dass aus unserem Bildungs- und Erziehungsystem so viele Charakterschweine erwachsen (werden).
      So ist das: Sie brauchen nicht nur Menschen, die Dreck produzieren, und Menschen, die den Dreck fressen, sie brauchen auch Menschen, die diese Ordnung mit Gewalt beschützen.

      Herzliche Grüße sendet Dir

      Wolfgang

  19. April 15, 2012 um 8:36 pm

    Christoph R. Hörster bringt im Interview zu den aktuellen Kriegsbestrebungen rund um den Iran auch eine kurze Rückschau zu den Machenschaften in Libyen. Gleich am Anfang:

  20. Mai 14, 2012 um 4:27 pm

    Schuldspruch wegen Folter gegen George W. Bush, von Konrad Hausner

    Der ehemalige US-Präsident (2000 – 2008) George W. Bush, Vizepräsident Dick Cheney, Minister für Verteidigung Donald Rumsfeld und einige ranghohe Berater wurden des Verbrechens der Folter sowie mehrerer Verstöße gegen internationales Recht und gegen die Genfer Konvention für schuldig befunden. Zwar führt das Urteil selbst, das vor der „Kuala Lumpur Kommission für Kriegsverbrechen“ gefällt wurde, zu keinen direkten Konsequenzen, doch wurden die Protokolle der fünftägigen Verhandlung dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag ebenso zur weiteren Bearbeitung überlassen wie den Vereinten Nationen und dem Sicherheitsrat.

    Nun sind die Fakten offensichtlich und unser Mainstream schaut mal wieder geflissentlich weg! Und wir dürfen gespannt sein, in welchen Ländern die Folterungen weitergehen. Wo bleibt der internationale Gerichtshof? Aber nutzen würde das nichts, die USA betreffend, da sie sich daran nicht beteiligen. Bezeichnend ist auch noch diese Aussage:

    Der ehemalige UN-Diplomat Denis Halliday erklärte die Situation mit folgenden Worten: „Die Vereinten Nationen sind und waren eine schwache Körperschaft. Sie wurden von den Mitgliedsstaaten für ihre eigenen Interessen korrumpiert. Sie (die Mitgliedsstaaten) respektieren nicht den Auftrag (der Vereinten Nationen), sie respektieren nicht das internationale Recht, sie respektieren nicht die Genfer Konvention. Solange das so weitergeht, werden die Vereinten Nationen weiterhin überflüssig sein, möglicherweise sogar gefährlich, mit Sicherheit aber handelt es sich um eine korrupte Organisation.“

    Deutschland wartet ja auch noch auf seinen Friedensvertrag mit den Ländern dieses Gremiums. Da können wir wohl bis zum Sankt Nimmerleinstag warten, zumal unsere Politiker sich hier auch nicht trauen, weitere Schritte zu gehen …

  21. Mai 15, 2012 um 7:51 pm

    Darüber, wie die NGOs sich den Herrschenden andienen:

    Das Haupaugenmerk wird auf die 53 ermordeten Gaddafi-Loyalisten gelenkt; das ungleich größere Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist jedoch das, welches die NATO ausgeführt hat und immer noch ausführt. Wenn HRW die 53 Leichen in Sirte gefunden hat, warum hat sie nicht die überall in der Stadt herumliegenden Leichen der Zivilisten gesehen? Und die Leichen im ganzen Land? Haben die Leute von HRWnicht die zerstörte Infrastruktur, die zerstörten Wohnhäuser, die zerstörten Schulen, die zerstörten Elektrizitätswerke und zerstörten Bewässerungsanlagen in eben dieser Stadt gesehen, die aussieht, wie Stalingrad? Sind die Leute von HRW, wie der “Krisendirektor” Peter Bouckaert blind? Nein, sie sind nicht blind. Sie wissen bestens Bescheid!!

    Wieso hat HRW die Öffentlichkeit nicht darüber aufgeklärt, dass jeder Tomahawk-Marschflugkörper, der auf Libyen abgefeuert wurde, 300 kg abgreichertes Uran enthält? Warum hört man von dieser ehrenwerten Organisation nichts über die Clusterbomben, Phosphorbomben und die Erstickungsbomben?

    Wo sind die Berichte über die ethnischen Säuberungen, die an Schwarzafrikanern ausgeführt werden? Es gibt massenhaft Informationen über von der NTC-Mörderbande verfolgte und gelynchte Schwarzafrikaner – hier ist einer. Wieso strengt HRW keine Gerichtsverfahren gegen CameronSarkozyObama und andere Herrscher an, die an der Zerstörung des Landes aktiv teilhaben?

    gefunden in: Human Rights Watch — im Dienste der NATO und des kriminellen Kartells — POLITAIA.ORG (Danke an Nick für den Hinweis)

  22. Mai 19, 2012 um 11:59 pm

    Ich habe gerade einen Artikel gefunden, der gut aufzeigt, wie die USA mit ihren Verbündeten ihr Imperium immer weiter ausbauen. Seit dem 2. Weltkrieg werden den eroberten Ländern Verfassungen übergestülpt, die die Länder zu „Porektoraten“ machen und das Ausrauben durch die Privatisierung des Gemeineigentums erleichtern.

    Autor ist Mahdi Darius Nazemroaya, ein Soziologe und Schriftsteller aus Ottawa (Kanada), der sich auf den Nahen Osten und Zentralasien spezialisiert hat. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Centre for Research on Globalization (CRG).

    Die Nachkriegs-Konstitutionen: Privatisierung und Imperiums-Ausbau

    Die USA haben die Verfassungen von besiegten Ländern seit dem Zweiten Weltkrieg neu geschrieben. In den vergangenen zwei Jahrzehnten jedoch hat Washington es geschafft, besiegte Staaten völlig neu zu organisieren, ökonomisch und politisch, indem es sie dezentralisierte und ausländische Vormundschaft über ihre politische Struktur und ihre nationale Ökonomie legalisierte. Vom ehemaligen Jugoslawien bis Afghanistan und Irak ist dieser Prozess mit dem Krieg Hand in Hand gegangen und sowohl mit der unmittelbaren und verlängerten ausländischen militärischen Anwesenheit. In dieser Hinsicht sind die neuen nationalen Verfassungen dieser Länder zentral für den Prozess und die Öffnung dieser Staaten zur Integration in Washingtons Projekt des Imperium-Baus gewesen.

    Unter der neuen Verfassung wurde dem Land ein neuer politischer Rahmen unter den aufmerksamen Blicken der NATO-Soldaten aufgezwungen. Nach der neuen Verfassung wird das Land legal von Nicht-Bosniern geführt und der gegenwärtige Staatschef ist ein Individuum, der das Amt des Hohen Repräsentanten von Bosnien-Herzegowina bekleidet. [3] Dieser Mann ist kein bosnischer Bürger, sondern ein Kolonialgouverneur, ein Beamter aus Brüssel und von der EU ernannt. Er ist gleichzeitig auch der Sondervertreter der EU in Bosnien-Herzegowina seit 2002. [4] Doch der allerhöchste Beamte kommt immer aus Washington. [5] Der Chef der Bosnischen Zentralbank ist auch Ausländer und von Washington, Brüssel und dem IWF handverlesen. [6] Die Bosnische Zentralbank ist im übrigen dem Bankensystem der USA und der EU untergeordnet und kann nicht einmal einen Kredit vergeben oder ihre eigene Währung herausgeben laut neuer Verfassung.

    Die Zahlen deuten auf eine Reihe weiterer Textquellen, die dem Artikel noch mehr Gewicht geben. Spätestens nach dieser Lektüre müsste auch noch der letzte Gläubige der Güte der USA- und Nato-Administrationen nun ins Zweifeln kommen und weitere Recherchen zu einer eigenen Meinung als dieser Herrschenden zu kommen.

  23. Juni 18, 2012 um 11:17 pm

    Es gibt Hoffnung, unsere bisher „unkritische“ Presse betreffend, denn was in Syrien passiert, scheint nun doch etwas genauer analysiert zu werden. Ein Jounalist in der Frankfurter Allgemeinen titelt:

    Neue Erkenntnisse zu Getöteten von Hula
    Abermals Massaker in Syrien
    07.06.2012 · In Syrien sind bei einem abermaligen Massaker nahe Hama mindestens 55 Menschen getötet worden. UN-Beobachter, die den Tatort aufsuchen wollten, wurden beschossen
    .

  24. Juni 21, 2012 um 9:21 pm

    Es kommt immer auf die Perspektive an, oder?

  25. Juni 22, 2012 um 10:23 am

    Passt gerade so schön hinter die obige Grafik:

    .
    Es ist das Jahr 1491. Amerika ist ein Kontinent mit unendlich scheinenden Ressourcen: 30 Millionen Bisons, endlose Wäldern und fischreiche Flüsse. Doch Amerika ist nicht nur wild und urtümlich. Hier leben viele Millionen Menschen in komplexen gesellschaftlichen Systemen, wenn auch voneinander getrennt, gar isoliert. Sie alle leben von domestizierten Pflanzen und Tieren, die dem Rest der Welt unbekannt sind. Europa im selben Jahr sieht ganz anders aus. Die gleiche Anzahl Menschen lebt hier auf einem Zehntel des Landes. Europas Wälder sind abgeholzt, die Flüsse sind leer gefischt und verschmutzt. Die Städte wachsen und mit ihnen der Wettbewerb. Europa gerät an seine Grenzen. Am 12. Oktober 1492 landet Kolumbus an der Küste Amerikas. Ihm folgen Unzählige. Über 90 Prozent der indianischen Bevölkerung stirbt nun an eingeschleppten Mikroben. Die Siedler holzen die Wälder ab, fischen die Gewässer leer und bringen ihre Tiere mit in die Neue Welt. Schweine, Pferde, Kühe, Schafe und Bienen erobern den Kontinent. Die Pflanzen aus Europa gedeihen überall in Amerika. Im 18. Jahrhundert hat der „Kolumbus-Effekt“ seine volle Wirkung entfaltet. Doch der sogenannte „Columbian Exchange“ geht nicht nur in eine Richtung. Zwar schaffen nur wenige Pflanzen den Weg nach Europa, aber Mais und Kartoffeln werden in der Alten Welt die Landwirtschaft revolutionieren und zu einer Bevölkerungsexplosion führen. Als die Europäer Segel setzten, waren ihre Motive ökonomischer, politischer und religiöser Art. Aber das wahre Erbe von Kolumbus ist ein biologisches Vermächtnis.

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