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Wird unsere alte Wirtschaftsreligion nach und nach widerlegt? Ist der Mensch doch kein reiner Nutzenmaximierer?

Auf die Idee zu diesem Artikel bin ich heute morgen gekommen, als ich im Hotel beim Frühstück die Nachricht las, dass der Volkswirt Armin Falk als erster Deutscher den renommierten Yrjö Jahnsson Award der European Economic Association gewonnen hätte. Bei dem Namen klingelte es noch nicht, aber das Forschungsthema hatte mich dann doch sehr interessiert. In seinem Beitrag „Analyse sozialer Präferenzen“ widerspräche Herr Falk dem über hundert Jahre alten Mythos der Ökonomen, dass der Mensch ein einsamer, rational entscheidender Nutzenmaximierer sei.

Einer meiner Autoren, die ich sehr zu schätzen gelernt habe, Prof. Gunther Dueck, hatte vor zwei Jahren auf einem Vortrag auch schon einmal formuliert, dass man fast alle Theorien der Wirtschaftswissenschaftler auf den Müll werfen könne. Wenn man sich anschaut, wie wenig die Ökonomen bisher in der Lage waren, die letzten Krisen vorherzusagen, mag man gerne ohne Einschränkung zustimmen:

Die Theorie des Nutzenmaximierers lieferte unseren Firmen Jahrzehnte das Argument, warum Mitarbeiter aus der Sicht eines X-Menschen (siehe X-Y-Theorie) als faul und träge zu betrachten seien. Der Mensch sei immer darauf aus, mit geringstem Aufwand den größten Nutzen zu ziehen. So würde ein Menschen entweder versuchen, ein möglichst hohes Gehalt für seine gute Arbeit zu erhalten. Oder wenn das nicht geht, was in den meisten Situationen der Fall ist, so wenig wie möglich dafür arbeiten zu müssen. Im Falle schlecht bezahlter Menschen muss demnach die Peitsche zum Antreiben geschwungen werden.

Dass Menschen aber nicht nur kühl rational entscheiden, sondern Gefühle eine wichtige Rolle spielen, die zu irrationalen Entscheidungen führen, sollte inzwischen bekannt sein (siehe z.B. das Buch Feel it!: So viel Intuition verträgt Ihr Unternehmen von Dr. Andreas Zeuch). Und zusammen mit der Chaos-Theorie wird dann noch klarer, dass ähnlich wie bei der Berechnung des Wetters über einen Zeitraum von mehr als 3 Tagen es nicht möglich ist, den Erfolg einer Firma, geschweige denn einer gesamten Ökonomie über einen längeren Zeitraum zu berechnen, sprich vorherzusagen.

Was hat aber nun Herr Falk über den Menschen herausgefunden? Also flugs die Google-Suche angeworfen und nach ein paar weniger erhellenden Beiträgen habe ich den sehr gut aufbereiteten Artikel Wirtschaftsethik – Warum Egoismus im Geschäftsleben schadet von Michael Kröger auf Spiegelonline gefunden:

Die Forschung zeigt also, dass sich Fairness und Vertrauen für das Unternehmen auszahlen kann. Mitarbeiter mit Respekt zu behandeln, ist nicht nur moralisch wünschbar, sondern ökonomisch
sinnvoll.

In seinem Artikel beschreibt Herr Kröger einige wichtige Rollenspiele und die Ergebnisse, die Herr Falk ableiten konnte. So z.B. diese:

Strenge Kontrolle erzeugt Gegenwehr
Noch eindrucksvoller widerlegt der Bonner Gelehrte mit einem einfachen Rollenspiel die Traditionalisten, die unterstellen, dass Engagement sich am besten erzwingen lässt, wenn man den Mitarbeiter nur streng genug kontrolliert. Dabei werden zwei Vergleichsgruppen mit Chefs und Mitarbeitern eingesetzt. In der ersten legt der Chef einen Lohn fest und überlässt es den Mitarbeitern, wie viel sie dafür arbeiten. In der zweiten Gruppe ist die Entlohnung an detaillierte Arbeitsvorgaben und rigide Anwesenheitsbestimmungen geknüpft. Am Ende war das Leistungsniveau höher, wenn die Mitarbeiter nicht eingeschränkt wurden. Danach befragt, gaben die Mitarbeiter an, dass sie die Einschränkung als Misstrauen deuteten und darauf mit Leistungszurückhaltung reagierten.

Ich hatte diese Thematik schon anhand der intrinsichen Motivation auf Basis von Selbstbestimmtheit in dem Artikel beschrieben: Prozessoptimierung: Was machen erfolgreiche Unternehmen besser? Wieso sind ihre Mitarbeiter motivierter?

Ich habe nicht von ungefähr meinen Titel mit dem Wort „Wirtschaftsreligion“ anstelle von „Wirtschaftswissenschaften“ getitelt. Nicht nur  Prof. Dueck geht mit dieser Lehrbranche stark ins Gericht. Man findet im Netz immer mehr Kritiken. Besonders ernstzunehmende sind dann solche, die aus den eigenen Reihen kommen.So formulierte der erimitierte Prof. Hubert Beyerle schon 2007Zu viel Ideologie, zu wenig Wissenschaft.

Besonders kritisiert wird an den Wirtschaftswissenschaftler, dass sie kaum noch unabhängig arbeiten könnten, da die Fördermittel überwiegend aus der Industrie kämen. Da müsse man sich nicht wundern, welche Ergebnisse und Ansichten am Ende rauskämen.In das gleiche Horn stößt auch der ehemalige Bundestagsabgeordnte und Staatssekretär Dietrich Sperling und fordert mit der letzten Finanzkrise nicht nur bessere Regeln für die Märkte, sondern eine bessere Wirtschaftswissenschaft (siehe Die Krise des Finanzsystems ist auch eine nicht eingestandene Krise der Volkswirtschaftslehre).

Besonders interessant sind zudem noch Artikel, die im Rückblick schildern, welchen Eindruck sie von den Vorlesungen von Volks- und Wirtschaftswissenschaftlern erhalten haben, so z.B. schreibt Hinnerk Rümenapf in seinem Artikel Homo oeconomicus: Habgier ist geil! etwas satirisch:

Der Volks­wirtschaft­ler kam als echter Homo oeconomicus und Nutzenmaximierer mit noch weniger „Investment“ aus als der Be­triebs­wirt­schaft­ler. Seine Be­grün­dung, warum er kein Skript heraus­gab, war kurz: er hatte keins. Das hat er in seinen Vor­lesung­en auch glaub­haft ver­mittelt. Zu­nächst malte er zwei Linien an die Tafel (ohne jede Be­schrift­ung) und nannte Sie „Koordinaten­system“ (mit so un­wichti­gen Details wie „Ein­hei­ten“ oder „Be­zeich­nung­en“ be­schäfti­gen sich nur Techniker [igitt!], oder echte Wis­senschaft­ler [pfui!]). An­schließend er­zählte er viel von Verlaufs­kurven, die er gleich mit bunter Kreide an die Tafel malte, alle über­ein­ander. Manch­mal gab es eine (maximal drei­buch­stabige) Ab­kürzung als Be­schrift­ung, mehr nicht. Ein un­be­fang­en­er Be­trachter hätte es für ab­strakte Kunst halten können. Ich gewann den Ein­druck, er würde auch eine Relation zwischen dem Brutto­inlands­produkt von Botswana und der mittleren Schuh­größe der Singalesen her­stellen.

Jedenfalls hatte er sich dann doch entschlossen, es bei einem Diplom zu belassen, bevor er sich mit den Dozenten angelegt hätte. Er stellte sich dann aber auch die Frage, ob wir Menschen solche Nutzenmaximierer seien, wie das die Dozenten den Studenten weißmachen wollten:

Sind wir wirklich alle rein Profit­orientiert? Was würde wohl pas­sier­en, wenn auch „normale“ Arbeit­nehmer sich nach den Grund­regeln der Wirt­schafts – „Wis­sen­schaft“ richten? Sie Investieren Zeit, Arbeits­kraft und oft auch einen Teil ihrer Gesund­heit. Als Return er­halten sie monat­liche Zahlung­en. Es gibt zwei Möglich­keiten den Return on Investment zu maximieren. Zum Einen kann man ver­such­en mehr Geld zu bekommen (den Return ver­größern, Maximal­prinzip). Das er­scheint zwar nicht un­möglich, die Aus­sicht­en sind aber eher be­scheiden.

Die andere Möglichkeit besteht in der Minimierung des Investments (Minimal­prinzip). Wenn also zum Monats­ende immer der­selbe Betrag auf dem Konto landet, muss der wirt­schaft­lich han­delnde Arbeit­nehmer zu­sehen, dass er mög­lichst wenig dafür arbeitet. Im Sinn der Grund­regeln der Wirt­schafts­wissen­schaft darf er gar nicht mehr als un­bedingt nötig da­für arbeiten. Die aus Wirt­schafts­wis­sen­schaft­licher Sicht korrekt handelnden Arbeit­nehmer wer­den leider immer noch als „Drücke­berger“ und „faule Säcke“ be­schimpft. Es wird Zeit mit dieser grandiosen Fehl­ein­schätzung auf­zu­räumen! Nur diese Kollegen haben die Prinzipien un­se­rer Wirt­schaft wirk­lich ver­stan­den, lassen sich nicht ein­schüchtern und leben als rationale Nutzenmaximierer die Leit­sätze der Wirt­schafts­wissen­schaft. Man sollte solche Kollegen achten, ehren und ihrem Beispiel nach­eifern. Es soll­ten sich alle Arbeit­nehmer wirt­schaft­lich orientieren und in diesem Sinn ihren per­sönlichen Return on Investment optimieren!

Komisch – es gibt immer noch Kollegen, die un­bezahlte Über­stunden machen und sich fast bis zum Um­fallen für „ihre“ Firma engagieren. Vielleicht sind doch nicht alle Men­schen Ver­tre­ter des Homo oeconomicus?

Und dass wir definitiv nicht Nutzenmaximierer sind, sollte spätestens dann einleuchten, wenn man sich anschaut, wie viele Tätigkeiten unbezahlt im Ehrenamt erfolgt. Was da wohl die Motivation sein soll?

<a href=“https://flattr.com/thing/173383/Der-Mensch-das-faszinierende-Wesen“><img title=“flattr-badge-large“ src=“https://faszinationmensch.files.wordpress.com/2011/04/flattr-badge-large1.png&#8220; alt=““ width=“93″ height=“20″ /></a>

  1. klausbeyer
    Mai 14, 2011 um 7:52 am

    Hallo Martin, gute Arbeit. Schönes Wochenende, Klaus

  2. Mai 14, 2011 um 12:47 pm

    Das erschreckende ist, dass die Zweifel am Homo Oeconomicus ja nicht neu sind. Verhaltensökonom Dan Ariely weist schon seit Jahren auf diesen Umstand hin, aber die Betriebswirtschaftslehre erweist sich hier als reichlich borniert und ignorant. Und so leben wir weiter munter in einem Wirtschaftssystem, das auf vollkommen falschen Grundannahmen beruht.

  3. Mai 15, 2011 um 11:25 am

    Hallo Martin
    Ich habe Zweifel daran, das eine neuer Grundrahmen ausreicht, da der legale Markt, der ja schon an sich ein Großteil allen Übels darstellt, Verelendung ganzer Regionen usw., manchen nicht ausreicht, gibt es eine ungeheure Anzahl dunkler Märkte, Waffen, Drogen, Menschen, Organe etc. Ich glaube es wird immer Menschen geben, die anfällig für den Mammon sind und denen der Rest einfach Wurst ist. Manchen Dingen muß ein gesetzlicher Riegel mit juristischen Konsequenzen vorgeschoben werden (Waffenhandel, Androhung und Ausübung von bewaffneter Gewalt). Also wer gegen geltendes Recht verstößt, muß juristisch zur Verantwortung gezogen werden, deep water, Fukushima und zwar bis zur Enteignung oder Entziehung der Lizenz. Warum werden solche Umweltverbrechen, nicht wie Völkermord oder Kriegsverbrechen geahndet und wie gesagt nicht nur den Chef, allen die Verantwortung tragen, rein in den Knast zu gleichen Bedingungen, wie der Rest der Bevölkerung, keine Sonderbehandlung. So lange wir nicht den gleichen Maßstab anlegen für Vergehen auf Grund von Privilegien oder diplomatischen Sicherheiten, werden wir den Sumpf nicht trocken legen!
    Auf der anderen Seite ein bißchen Dezentralisierung, also auf kommunaler Ebene Strukturen schaffen, die Lebensqualität bietet, also ein soziales Gefüge schaffen, damit sich auch Menschen um orientieren können. Aber da haben wir schon Ansätze, weil der Mensch in vielerlei Hinsicht, diese Umfeld von sich aus sucht.

  4. Elke_Rossow
    Mai 22, 2011 um 6:26 pm

    Hallo, alle miteinander!

    Vorweg: Insgesamt habe ich nur wenig Ahnung in Wirtschaftsökonomie. Das hält mich aber nicht davon ab, emotional unter den miserablen Arbeitsbedingungen zu „leiden“.
    Ich möchte am vorherigen Kommentar anknüpfen:

    Zitat:

    …ungeheure Anzahl dunkler Märkte, Waffen, Drogen, Menschen, Organe etc. Ich glaube es wird immer Menschen geben, die anfällig für den Mammon sind und denen der Rest einfach Wurst ist.
    Ende.

    Gestern las ich übrigens bezüglich der Waffengeschäfte: Auch im Waffenexport belegt die BRD einen Spitzenplatz. Also, nicht nur ausschließlich „dunkle“ Organisationen bereichern sich am Geschäft mit dem Tod. Ebenso las ich (nicht wirklich) verwundert: Das Volk wird bewusst und systematisch belogen, Wahrheiten verschwiegen, dementiert – um keine „Unruhe“ aufkommen zu lassen (Eurokrise bzgl. Griechenland).

    Demokratie- Wo bist Du?

    @ DR. M. Bartonitz

    Wirtschaftsreligion – die Bezeichnung finde ich spitzenmäßig. Religionen haben eine starke Kraft und wirken sich aus – sogar auf jenen die behaupten nicht religiös zu sein. Sie werden in einem religiös geprägten Land der Doktrin „unterworfen“ ; ob sie wollen oder nicht (Islamismus).

    Lebt man in einer bestimmten Wirtschaftform, ist man auch ihr- „ausgeliefert“ Die Gesetzmäßigkeiten, sei es i. d. Planwirtschaft, Freien Wirtschaft oder Sozialen Marktwirtschaft bestimmen das Leben jeden Bürgers.

    Die Entwicklung, hier in der BRD – macht mir persönlich großen Kummer – da alles auf Export ausgerichtet worden ist, sind wir als Arbeitnehmer gezwungen, flexibler, schneller, leistungsfähiger, mit immer mehr Wissen für möglichst wenig Lohn zu arbeiten.

    Die „billigen“ Preise am Markt- verändern nicht nur Arbeitsbedingungen zum Nachteil der AN, sondern fördern die Wegwerfgesellschaft, Konsummaximierung, schaffen somit ein neues Müllproblem und gleichzeitig eine ungeheure zunehmende Mobilität. Das führt zum Ansteigen des Treibstoffverbrauchs, aufgrund der größeren Warenströme, verbunden mit unvorstellbar langen Transportwegen- durch Zick-Zack- Reisen quer über den Globus. Ein T-Shirt kommt u. U. auf 50600 Kilometer! Mindestens 10.000 sind die Regel.

    Meiner persönlichen Empfindung nach ist unser Wirtschaftssystem krank, und vernachlässigt menschliche Bedürfnisse – wie familiengerechte Arbeitszeiten.

    Die mediale Inszenierung eines Wirtschaftsbooms, zum Segen aller – kommt nicht bei allen an. Vor allem nicht bei denjenigen die es am nötigsten hätten!

    Überlegungen ob ein Wirtschaftssystem (in sich, als solches)funktioniert, oder unter welchen Prämissen, es zu bewerten ist- sehe ich –sorry- als unsinnig an, wenn das System nicht das macht was es sollte- allen Menschen dienen/nützlich sein. Ich meine wirklich ALLEN- nicht einer darf ausgelassen werden. Dazu noch im Einklang mit der Natur – also nachhaltig in jeder Beziehung, wobei ich soweit gehe, dass man ein Projekt – wie z. Beispiel die Atomkraft komplett abschafft. Sie ist unkontrollierbar (insbesondere bei einem GAU) und die Brennstäbe strahlen tausende von Jahren- also stellen eine große Gefahr für lange Zeit dar.

    Des Weiteren würde ich mir wünschen, dass wir uns gänzlich neu orientieren würden-weltweit. Alle gemeinsam. Leider eine kindlich angehauchte Utopie – aber ich denke es ist bitter nötig, wenn wir.

    A. den Planeten
    B. Allen Lebensformen gerecht werden wollen
    C: Eine sichere Zukunft ermöglichen wollen.

    Momentan sehe ich nur das Bestreben Profit zu machen, Machtstrukturen zu erhalten – auch auf Kosten anderer.
    Siehe USA, China usw. Deutschland ist übrigens nicht viel besser – trotz der „Vorbildfunktion“ in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Alles in Allem ein Tropfen auf dem heißen Stein. Außerdem wer für Frieden steht und Waffen in aller Welt verkauft ist unehrlich sich selbst und anderen gegenüber! Das Leben predigen, aber den Tod verkaufen!

    Mit freundlichen Grüßen
    E.R.

    • Mai 22, 2011 um 7:56 pm

      Liebe Elke,
      vielen Dank für Deinen detaillierten und mit Lebensblut geschriebenen Kommentar.
      Ja, wir sind Exportnation und wir Bürger kommen doch langsam auf den Trichter, dass wir im Hamsterrad fleißig drehen und der Lohn dafür an anderer Stelle ankommt. Selbst die, die Arbeit haben, haben häufig nicht mehr genug, um über die Runden zu kommen.
      Auf der anderen Seite bemerke ich, wie die Bürger näher aneinanderrücken. Man ist freundlicher miteinander. Weil gemerkt wird, dass wir einander brauchen, dort wo wir leben.
      Ich werde mir immer sicherer, dass unsere Gesellschaft hin zum genossenschaftlichen Miteinander kommen werden. Wieder im Kleinen produzieren, und wie Du schreibst, nicht mehr die Waren durch die Weltgeschichte karren.
      Und wenn wir dann noch anfangen, Regionalgelder zu verwenden, dann die nächste Finanzkrise kommen. Quatsch, wir sind ja mitten drin.
      Ja, auch das Geheimhalten von Informationen zeigt mi, wie wichtig das Wikileaken ist. Ich will wissen, was getrieben. Denn in meinem Namen soll nicht gemordet werden und auch nicht dafür gesorgt werden, dass mit unseren Waffen sich die Völker gegenseitig plattmachen.
      Wir müssen dringen in unseren Kommunen miteinander sprechen, wie wir uns hier verzahnen können und unsere Leistungen miteinander tauschen können.
      Ich bin mir sicher, dass das geht. Dann machen wir uns unabhängig von den großen Firmen. Sprich wir müssen uns selbstständiger machen und nicht warten, bis uns Angebote gemacht werden. Wir können alle etwas bieten und dürfen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen.
      Lieben Gruß Martin

  5. Mai 22, 2011 um 10:34 pm

    Ich merke wir kommen uns immer näher. Freiheit heißt Verantwortung zu übernehmen, für sich und die Strukturen in denen man wirkt. Die Politiker haben den Braten schon lange gerochen, sind ja nicht auf den kopf gefallen und wetter deshalb gegen Parallelgesellschaften. Ich bin für möglichst viele gesunde und humane Parallelgeselllschaften.
    Elke, das was da heute als nachhaltig propagiert wird, ist nicht das Papier wert auf dem es gedruckt wird – neuer Wein in alten Schläuchen. Was nutzt uns solare Energiegewinnung oder Windkraft, wenn sie nach den alten Mustern der Profitmaximierung und nicht der Umwelterhaltung dient!

  6. Elke
    Mai 23, 2011 um 9:25 pm

    Hallo Martin,

    danke für die nette Antwort.

    Zitat:
    „Auf der anderen Seite bemerke ich, wie die Bürger näher aneinanderrücken. Man ist freundlicher miteinander. Weil gemerkt wird, dass wir einander brauchen, dort wo wir leben.
    Ich werde mir immer sicherer, dass unsere Gesellschaft hin zum genossenschaftlichen Miteinander kommen werden. Wieder im Kleinen produzieren, und wie Du schreibst, nicht mehr die Waren durch die Weltgeschichte karren.“

    Ich wünschte es wäre so (zusammenrücken) . Nur leider kann ich das so jetzt noch nicht feststellen. Eigentlich habe ich den Eindruck, dass sich Klüfte bilden – basierend auf verschiedener Interessen.

    Allerdings sehe ich trotzdem schon einen Trend im Internet. Immer mehr Gleichgesinnte treffen sich zwecks Austauschs auf Seiten ( z. Bsp. Konsumpf, Gert Flegel, Attac usw.) Das sehe ich sehr positiv. Genau wie Blogs die eigens für Arbeitnehmer bestimmter Konzerne geschaltet werden/ wurden, um so auf ihre Arbeitsbedingungen aufmerksam machen zu können. Selbst wenn Gewerkschaften mit Eigeninteressen dahinter stehen. Auch im Buchhandel tauchen immer mehr Werke auf, die Konzerne und ihre Machenschaften kritisieren, wie Wallraff (den finde ich ganz toll) , Breitscheidel, Müller und viele andere. Ebenso Demonstrationen wie in Stuttgart.
    Das ist sicherlich ein sehr guter Anfang und weitet sich hoffentlich aus- bis in die „untersten“ Schichten, die alles nur aus der Ferne betrachten ohne sich aktiv zu engagieren (s. Anfang). Insgesamt sind überdurchschnittlich politisch Interessierte und Gebildete aktiv – was ich persönlich als ein sehr gutes Zeichen betrachte, da sie in aller Regel selbst gar nicht so stark betroffen sind wie diejenigen die am Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Zudem argumentieren sie meist sachlicher und mit einigem Hintergrundwissen.

    Ich denke die Politiker fürchten das. Das schnelle abschalten einiger Atomkraftwerke – entgegen der Betreiberlobby – kommt mir fast wie ein Signal vor, wobei ich kurz auf

    @muzungumik antworten möchte:

    „Elke, das was da heute als nachhaltig propagiert wird, ist nicht das Papier wert auf dem es gedruckt wird – neuer Wein in alten Schläuchen. Was nutzt uns solare Energiegewinnung oder Windkraft, wenn sie nach den alten Mustern der Profitmaximierung und nicht der Umwelterhaltung dient!“

    Jede Menge! Damit gibt es keine Gefahr eines anzunehmenden Super – Gau´s und keine strahlenden Brennstäbe, mitsamt der Entsorgungsproblematik mehr.. Höhere Strompreise kann man mit bewussterem Konsum begegnen. Was die Nachhaltigkeit anbelangt- da sind wir alle gefragt. Unser Konsumverhalten bestimmt doch was produziert wird! Ladenhüter verschwinden vom Markt… Jeder einzelne Bürger kann dazu beitragen das es geschieht! Ich kaufe zum Beispiel bei Lidl gar nicht und bei Aldi nur Toilettenpapier ein (unschlagbares Preis- Leistungsverhältnis). Den Rest nur im privat geführten EZH oder am Wochenmarkt und im Sommer ernte ich aus den eigenen Gemüsegarten.

    @Martin,

    Was den Vertrieb der Waren in/aus aller Welt betrifft- da würde ich gerne ein wenig differenzieren, in Waren die man im Landesinneren produzieren und vermarkten kann und in solche die durchaus importiert werden sollten um Bedürfnisse abzudecken. Wahnwitzig ist aber die Abwanderung von Konzernen die Gewinne erzielen, um noch mehr Profit zu machen- siehe Nokia, oder eben auch das berühmt berüchtigte Beispiel eines T-Shirts- das dann im Endeffekt für wenig Geld verkauft wird – und der unmündige desinteressierte und nur an sich selbst denkende Verbraucher zuckt mit den Schultern- ist mir egal – Hauptsache es kostet nicht viel… so etwas macht mich wütend- das ist so kurzsichtig, ganz viele Dinge bleiben unbeachtet (Umweltschutz, Ausbeutung, Qualität, chemische Belastungen usw.) – die am Ende auf uns alle negative Auswirkungen haben werden.

    Sorry – ich kann nicht kürzer….

    Herzliche Grüße
    Elke

    • Mai 23, 2011 um 11:04 pm

      Hallo Elke,
      sicher könenn wir nicht Alles herstellen, besonders was Früchte angeht, die mehr Sonne brauchen. Auch wird es Teilprodukte geben, wo sich andere Länder spezialisiert haben, die dann importiert werden müssen. Aber wie „Dein“ T-Shirt-Beispiel, zeigt, das muss weniger werden, damit Resourcen gespart werden.
      Auch hier wieder vielen Dank für Deinen wichtigen Beitrag.
      Lieben Gruß, Martin

  7. Elke
    Mai 23, 2011 um 10:38 pm

    Nachtrag:
    Habe eben das eingespielte Video angesehen- einfach klasse der Mann…..

  8. Mai 25, 2011 um 12:31 pm

    @ Elke
    Ich weiß nicht wo Du wohnst. Ich lebe in der Lausitz, das heißt Einzelhandel existiert nur noch in Rudimenten Gemüse, Blumen, Bäcker). Ich habe die Wahl meine Nahrungsmittel und die meisten anderen Dinge des täglichen Bedarfs bei DM, Lidl oder bei Netto zu kaufen. Zu allen anderen muß ich wenigsten bis in die ehem. Kreisstadt fahren. Damit hat der Käufer nur wenig Spielraum durch sein Kaufverhalten den Warenfluß zu steuern. Sicherlich ist da was dran, aber zunehmend erfüllt die gebetsmühlenartige Werbung seinen Zweck, das bestimmte Waren doch gekauft werden. Hinzu kommt das ein zunehmender Teil der Bevölkerung auf Grund fehlender Beschäftigungsmöglichkeit gar keine andere Wahl hat, als die Billigprodukte zu kaufen, weil ja danach ihr Einkommen (Harz IV, Zeitarbeit etc.) ausgelegt worden ist!
    Sicherlich ist Windkraft in erster Instanz besser als Atomkraft. Nur wir gehen davon aus, immer noch mehr verbrauchen zu können. Wo bliebt die Alternative zu immer neuen Hochspannungstrassen (die sie jetzt wieder ins Spiel bringen), die auch unsere Umwelt belasten, wenn nicht gar mit zerstören (ich habe da mal eine Weile gearbeitet). Allein 30% der Energie bleibt auf der Strecke bevor sie ankommt. Deshalb neuer Wein aus alten Schläuchen. Es gibt seit über 30 Jahren Technologien zu Dezentralisierung von Energie und Abwasser, die nicht umgesetzt aber eher verhindert werden! Diese Maßnahmen hätte sofort auch einen Einfluß auf den Energiepreis und zwar deutlich nach unten! Aber wie Du schon selbst feststellst, haben wir zwar die Wahl aber keinen Einfluß auf das was geschieht.

  9. Mai 27, 2011 um 1:03 pm

    Ich habe noch einen aktuellen Nachtrag zur Fragen Kaufverhalten bestimmt was produziert wird. Ich habe ich ja noch nicht gelobt, weil ich ja Skeptiker und Zyniker bin, aber das ist ja schon ganz dicht am Kommunistischen Manifest: http://affenmaerchen.wordpress.com/2011/05/27/die-lehre-ist-eine-hymne-gegen-den-menschen-1/
    und entspricht genau meinen Beobachtungen. Nur wo sollen wir hin mit den Erkenntnissen? So was iwe demokratische Mitspracherecht und Arbeiterbeteiligung, das ist doch keine neue Entdeckung, es hat nur meines Wissens nach nicht funktioniert.

  10. Juni 28, 2011 um 7:23 pm

    Dr. Andreas Zeuch spricht in dieser Keaynote den Homo Oeconomicus ebenfalls als widerlegte Theorie an, an der wir noch mächtig zu knabbern haben:

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