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Ich könnte kotzen: so korrupt sind unsere gewählten Repräsentanten inzwischen …

Wer mich kennt, der wird sich vermutlich wundern, dass ich „Ich könnte kotzen“ getitelt habe, denn ich war bisher eher leise und beschwichtigend. Aber je mehr ich hinterfrage auf meiner Suche nach einer besseren Welt, desto größer wird mein Hals. Und ich sehe viele Andere um mich herum, die den Kopf ebenfalls über den beruhigenden Tellerrand hervorheben und ins Grübeln kommen. Und sich beginnen zu empören.

Als ich vor einigen Wochen mein Gefühle in dem Artikel beschrieb Keine gute Kultur, sagt mir meine Intuition: konstante Arbeitslosenzahl, Zocken mit Geld, Hungern durch Fleisch, riskante Großprojekte …, wurde mir bewusst, dass ich mein Leben lang zu wenig kritisch in unsere Welt geschaut hatte und froh war, dass es mir doch recht gut geht. Hätte ich, und ich erweitere auf wir, genauer hingeschaut und unsere Kommunalpolitiker immer wieder kritisch hinterfragt, wäre wir nicht angekommen wir gerade sind:

Und gerade habe ich mir die Rede von Harald Schumann, Journalist (Der Tagesspiegel) und Autor („Der globale Countdown“) angehört, der dermaßen Licht ins Dunkel unseres korrupten Politiksystems bringt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Wer es beobachtet hat, wie ein Herr Ackermann unsere Regierungsmitglieder nach Belieben quasi am Nasenring durch die Manege geführt hat, dem stockt der Atem, ob der dargestellten korruptiven Verhältnisse in unserem System. Die Frage ist: wie bekommen wir das wieder hin, dass das System wieder dem Gemeinwohl untergeordnet ist und nicht den Konzernführern, und zwar so, dass wir am Ende nicht wieder von den Extremen geknechtet werden? Aber hört selbst und macht Euch ein eigenes Bild:

Und wer die Rede lieber lesen will: Vortrag Wirtschaftliche Macht und Demokratie, Mainz, 13.3.11

Und war da nicht folgendes Argument: Da das Volk zu leicht zu manipulieren ist, sollte es besser nur seine Stimme an Repräsentanten abgeben, die ihn nach ihrem Gewissen (übrigens nicht seinem) vertreten sollen.
Nun zeigt sich, dass es viel einfacher ist, die wenigen Repräsentaten zu kaufen. Und wenn das so ist, müssen wir reformieren, damit das Volk wieder der Souverän wird.

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  1. November 28, 2011 um 7:03 pm

    „Den Filz aufbrechen“, machen wir uns doch nichts vor, welche Rolle spielen die kleinen Parteien, sie sind das Deckmäntelchen, das Demokratie heißt. Es würde keine Linke im Bundestag geben, sie wären mit ihrem Wahlprogramm längst verboten (siehe KPD), wenn sie Ernst machen würden. Sie sind der Garant, das der Osten überhaupt wählen geht und es damit überhaupt noch gültige Wahlen gibt! Die Deutschen sind Seilschaften-Täter Nummer eins. Es gibt über all eine Absicherung, das das Kapital nicht zu Schaden kommen kann und dies haben die Politiker uns nur möglichst schonend beizubringen, wie gesagt es funktioniert ja (noch)! Die Wölfe im Schafpelz heißen nicht Politiker, sondern zum Beispiel Ackermann oder Aktionär. Politiker sind nur die Überbringer des Willens des Kapitals und das in allen kap. Ländern, nur in verschiedenen Farben!
    Mike

  2. November 28, 2011 um 7:16 pm

    Hallo Mike,
    hätten Aktionäre und Ackermänner ohne die politischen Machenschaften eine Chance?
    Ne, ne, die Politiker ziehen sich den Mantel der Demokratie an und sind Erfüllungsgehilfen einer ganz anderen Macht. Nennen wir sie Schafe, die mit den Wölfen heulen? Was ändert das? Auf ihre Art haben Schafe wenigstens Charakter.

    Was brauchen wir Parteien?
    Um uns spalten zu lassen? Das schaffen einige unter uns auch so.

    Wolfgang

  3. November 28, 2011 um 8:41 pm

    Hallo Wolfgang, das ist wieder so eine Frage, was war eher da. Wenn Du die Geschichte der Pareien betrachtest sind sie entstanden aus Interessenvertretern der Mächtigen (Feudaladel). Das es in der Geschichte des 20. Jhd. dazu mehrfach gekommen ist, das anfänglich positive Strömungen z.B. SPD ihr historischen Wurzeln verraten hat, zeigt doch einmal mehr, von wo der Druck ausgeübt wird. Mein Volk hat keine Partei, sie hat einen König und zwar mich 😉
    Viele Grüße com Mike

    • Kevin
      November 29, 2011 um 12:00 pm

      Erstens: Wenn man die Geschichte der Parteien betrachtet, dann sind sie nicht aus den Interessenvertretungen der Mächtigen entstanden. Für die moderne Parteiendemokratie lässt sich sogar sagen, dass sie zwischen dem Spannungsfeld Arbeit und Kapital entstanden sind, mithin also beide Seiten ihre Interessenvertretungen hatten.

      Zweitens: Wir brauchen also keine Parteien, ja? Was ist denn eine der wichtigsten Aufgaben, die sie erfüllen: Interessenartikulation und -aggregation. Nichts anderes machen Bewegungen wie Occupy auch, nur auf einer niedrigeren Ebene im System. Parteiungen gibt es sogar innerhalb dieser Bewegung.

      Parteien sind Ausdruck von Meinungspluralismus, stellen für den Wähler Optionen und für den Engagierten ein Feld dar, in das er sich aktiv einbringen kann. Das nennt man Demokratie.
      Interessanterweise wurde diese Diskussion schon vor über 200 Jahren von Hamilton und Madison in den Federalist Papers geführt, wobei ersterer in den factions ebenfalls eine Gefahr für die Demokratie erkannte. Das Ergebnis: Madision hatte die besseren Argumente. Er konnte zeigen, dass Parteien in der menschlichen Natur liegen und dass ein Verbot von Parteien eine Demontage von Freiheit und Demokratie bedeuten würde.

      Drittens: Haben Sie sich schon mal mit einem Politiker unterhalten? Waren Sie einmal selbst in der Politik aktiv? Sie tun gerade so, also ob Politiker die widerwärtigsten Menschen sind, die es gibt. Viele versuchen tatsächlich ihr bestes, aber Kompromisse einzugehen, Zwänge zu beachten und Ansprüche zu erfüllen, führt eben zu Ergebnissen mit denen nicht jeder zufrieden ist. Außenstehende Fragen sich dann nicht zu unrecht: Was soll das? Aber das ist eine andere Frage. Kritisieren sie eine Politik, aber einem Politiker zu unterstellen er sei korrupt, nur weil er nicht IHR Interesse vertritt, oder gar bösartige Motive verfolgt, ist einfach daneben.

  4. November 28, 2011 um 9:12 pm

    Mike, wie wär’s, wenn wir beide eine Partei der armen Könige gründen?
    Die LmaA – Lustig mit alternativer Arbeit.

    Einen netten Gruß auch an Dich

    Wolfgang

  5. November 29, 2011 um 7:19 pm

    Hallo Wolfgang, tut mir leid, ich bin nicht parteitauglich und auch nicht kompatibel für Massenzusammenführungen. Ich hab es viele Jahre versucht. Mein Helm hat schon viele Beulen und neuerdings leide ich an chronischen Kopfschmerzen, wenn ich viele Leute so viel Mist erzählen höre. „Sag dem Bettler vor der tür, mein herz hat heut ruhe tag, lass die Zeitung nicht zu mir, mein herz hat heut ruhetag…“ Gerhard Gundermann. Mal ein schöner Kulturtipp ausem Oschtn. Viele Grüße com. Mike 😉

  6. November 29, 2011 um 8:22 pm

    Ja, Mike, war ja nicht so ernst gemeint.
    In einer Partei scheint es um Macht (über andere) zu gehen – nicht mein Ding.

    Hallo Kevin,
    ein Blick in die Geschichte kann hilfreich sein. Lehrt sie doch, dass man Menschen nicht mehr Macht als über sich selber* geben sollte.
    * An dem Konzept arbeite ich schon ziemlich lange.

    Unter Occupy versammeln sich Forderungen, für die man keine Partei braucht – vielleicht nur ein paar Blicke in unsere vergiftete Umwelt, das „menschliche“ Elend und in sein Herz, wenn man denn noch eins hat.

    Für bestimmte Angelegenheiten der Menschheit ist kein Pluralismus erforderlich, sondern Charakter und Zivilcourage. Für Menschen, die das Schlagen von Kindern befürworten, brauchen wir kein Stimmrecht.

    Ob die Bildung von „Partein“ in der Natur des Menschen liegt, stelle ich in Abrede. Menschen sind im Besitz einer sozialen Natur, sie wollen einerseits helfen und suchen andererseits Schutz. Aber gerade diese Natur wurde und wird durch das Wesen der Herrschaft und ihrer Knechte zerstört.

    Politiker sind nach meiner Analyse krank.
    Schick ihnen einen Analytiker, und sie sehen den Teufel kommen.
    Mit mir will keiner sprechen, und ich mit ihnen auch nicht – sie sollen sich untereinander beschimpfen, bedrohen, belügen und täuschen.

    Alle politisch tätigen Menschen zu beschimpfen ist nicht meine Art. Nun möchte ich mal erzählen, was ich draußen auf der Straße höre:
    „Steck‘ sie alle in einen Sack und schlage drauf – du triffst keinen Verkehrten“.

    Dazu sage ich:
    Wer sich in das Lager begibt, wo Täuschung, Herrschsucht und Gemeinheit wuchern, läuft immer Gefahr, in Solidarhaft genommen zu werden.
    So geht es friedlichen Demonstranten übrigens auch.

    Wolfgang

  7. Kevin
    November 29, 2011 um 9:15 pm

    Hallo Herr Jensen,

    das was Sie ansprechen bezeichnet Rousseau als volonté générale. Es bedarf bei ihm für die Gesetze nicht einmal einer Aussprache, weil sie im Interesse aller Menschen liegen und von ihnen erkannt werden können, sofern sie sich nicht auf persönliche Interessen konzentrieren, sondern auf die gesellschaftlichen. Dass man keine Kinder schlägt, ist wohl so ein Gesetz dieser Art.

    Ob man aber beispielsweise einen Bahnhof bauen soll, zu welchem Preis und welche Farbe das Dach bekommt, DAS sind Fragen, die durchaus Gegenstand pluralistischer Auffassungen sind. Und solche Fragen sind weitaus häufiger Gegenstand von Politik, als Fragen des volonté générale.

    Sie stellen in Abrede, dass Parteienbildung nicht in er Natur des Menschen liegt? Sehr interessant, zeigt doch Occupy genau dies. Bei der Bewegung machen einerseits Menschen mit, die endlich Regel für die Finanzmärkte fordern, sowie andererseits Menschen, die das ganze System begraben sehen wollen. Sie eint die Kritik an den bestehenden Verhältnissen — die Ziele liegen aber sehr weit auseinander. Bei den Mitteln sieht es wohl innerhalb der beiden Strömungen nicht anders aus… und schon hat man es mit Parteiungen zu tun.

    Wer friedliche Demonstranten pauschal kriminalisiert, weil sich einige nicht benehmen können, der hat keine Lust Realitäten anzuerkennen. Bei der pauschalen Beurteilung von Politikern gilt dasselbe. So jemandem würde ich auch kein Ohr leihen, denn sein Interesse gilt nur sich selbst.

    • November 29, 2011 um 10:49 pm

      Guten Abend Kevin,

      ich würde Ihre Kommentare auch nicht lesen, wenn ich nicht meinte, Sie würden sich ehrlich um Lösungen bemühen.

      Ja, der Bahnhof. War in der jetzigen Phase der Entwicklung ungemein wichtig zu entscheiden.
      Wenn ich statt Geld in der Tasche Schulden habe, überlege ich doch nicht, welche Farbe mein nächster Porsche haben sollte.
      Nun hoffe ich, dass Sie mir den schuldenfinanzierten Bau eines Bahnhofs nicht als vernünftig, und das Investieren z.B. in Kinderbetreuung und Bildung als unvernünftig verkaufen möchten.

      Mögen andere Menschen Bahnhöfe brauchen, mögen andere denken, nach mir die Sintflut, mögen andere die Zukunft ihrer Kinder verzocken. Aber mögen sie mir nicht weis machen, egozentrisches, verantwortungsloses Handeln sei gesund.

      Pauschale Beurteilung von Politikern
      Ist ein ernstes Thema.
      Wer dort „Oben“ einsteigt, weiß aus Erfahrung sehr genau, was auf der Ebene abläuft. Er traf seine Entscheidung bewusst. Sollte man meinen, aber ich glaube etwas anderes. Das Streben, im Außen Macht auszuüben, kommt aus einem inneren AnTRIEB, von einem (sehr fundamentalen) Bedürfnis gespeist. Dieses echte Bedürfnis ist nicht bewusst, sondern zugekleistert mit abstrusen (christlichen und/oder sozialen) Vorstellungen.
      Die Vorstellungen kleiden sich in Masken, ziehen sich adrett an und treten auf die Bühne –
      fest davon überzeugt, sie wären ein christliches und/oder soziales Paradebeispiel.

      Es wäre gut, wenn Sie das Muster verstehen. Einige Menschen WERDEN in der Politik etwas. Sie erREICHen etwas, sie fühlen sich WERTvoll.
      Politisches Engagement hilft ihnen, ihre innere Ohnmacht zu kompensieren. Ich halte meine Schlussfolgerung für sehr logisch:
      Wer, wenn nicht ein (relativ) Ohnmächtiger, würde nach (im Grunde destruktiver) Macht streben müssen?
      Okay, ichgestehe,ich strebe auch nach Macht. Wenn ich könnte, würde ich per Handzeichen ALLEN Menschen den Status Macht verleihen.
      Macht ist nämlich ein ganz anderer Mangel in unserer Gesellschaft. Hätten alle Menschen Macht (z.B. Klarheit, Mut und Liebe), hätte unser Diskutieren sofort ein Ende, und Anderes auch.

      Wolfgang

  8. November 29, 2011 um 9:51 pm

    Tja, braucht der Mensch Parteien und gibt es auch Gruppierungen bei Occupy.
    Fange ich mal mit Occupy an. Hier kommen Menschen zusammen, ohne das Parteizeichen raushängen zu lassen. Die Idee ist es, seine eigene, derzeitige Meinung SELBST zu vertreten und sich mit offenem Geist die Meinungen der Anderen anzuhören. Das Ziel ist es, aus allen Meinungen die beste NEUE Lösung zu erarbeiten und nicht zu entscheiden, was die bisher beste vorgeschlagen Lösung ist. Wenn ein Thema zu komplex ist, als dass eine Konsensentscheidung getroffen werden, dann konstituiert sich eine Arbeitesgruppe und bringt die Ergebnisse später wieder ein. Da es in großen Gruppen dann immer noch vorkommen kann, dass kein Konsens erzielbar ist, haben die Amerikaner eine Ergänzung der spanischen Asamblea-Regeln vorgenommen: es reicht abschließend, wenn 90% dafür sind.

    Fazit: es braucht in eine solchen Verfahren, in dem sich jeder selbst vertritt, keine Parteien.
    Müssen größere Dinge entschieden werden, werden Delegierte ohne Entscheidungsgewalt gewählt und vertreten das Ergebnis der jeweils unteren Ebene und kommen bei Unstimmigkeit wieder zurück. Dieses Verfahren wird übrigens von einem Volk mit 3 Millionen Menschen in Indonesien noch immer gelebt.

    Womit ich eigentlich auch gleich die Frage erledigt habe, ob es in der Natur der Menschen liegt, dass er seine Stimme an eine Partei abgeben muss. Eben nicht. Man hat uns das Parteiensystem nur aufgezwungen, um uns verdeckt weiter beherrschen zu können. Das Sklaventum per Ketten ist nur durch ein Sklaventum durch Lohnarbeit ersetzt worden. Die phyische Gewalt ist durch einen psychisch-strukturelle Gewalt ersetzt worden, siehe diesen Artikel: Lasst uns über Freiheit reden!
    Und die obersten Politiker sind die Handlanger der Eliten. Und unserer Bundeskanzler mussten ab Helmut Schmidt erst bei den Bilderbergern ihr Go abholen. Das sagt schon ziemlich alles. Da mögen die Politiker in den Kommunen noch so reine Herzen haben, was bei vielen auch zu erkennen ist, aber die Bundespolitik ist, wie das der Vortrag oben zeigt, längst nicht mehr eine fürs Volk.

  9. November 29, 2011 um 10:14 pm

    Ja, Martin!!

    Ich möchte ergänzen:
    Als die Neger mit der Peitsche zu höherer Leistung angetrieben wurden, gab es wenigstens eine gewisse Ehrlichkeit (nicht dass ich nun verdächtigt werde, Sklaventreiber zu verherrlichen). Heutzutage presst man den Menschen Arbeitsleistungen ab, um eine „Demokratie“ zu finanzieren, die REAL der Zerstörung ihrer GESAMTEN Identität dient.

    Und was ich ganz persönlich sagen möchte:
    Es ist wirklich ein dicker Brocken, die Realität mit Worten beschreiben zu müssen – keine Flucht möglich. Bei den großen Ungeheuerlichkeiten sagt man: „Ich kann es nicht fassen“, oder „ich bin fassungslos“.

    Ich möchte Dir für Deine Arbeit, lieber Martin, an dieser Stelle mal herzlich danken.

    Wolfgang

    • November 29, 2011 um 11:51 pm

      Danke für die Blumen 🙂
      Gerd Flegel, der auf seinem „Blog“ viel wertvolle Vorarbeit zum tiefgründigen Nachdenken seit Jahren geleistet hat und sich eigentlich aus Frust, dass bisher so wenig umgedacht wurde, sich zurückziehen wollte, hat gerade einen weiteren, sehr nachdenkenswerten Artikel über den Fortgang der New World Order geschrieben, der das Thema Versklavung noch mehr klar macht:
      http://www.flegel-g.de/2011-11-24-verarscht.html
      LG Martin

  10. November 30, 2011 um 1:51 am

    Hallo Martiin,
    ich war auf der Seite von Gert.
    Er will nur Mutter Leyen auf die Couch bringen. Warum so bescheiden?

    Und die Frage ist, ganz ernsthaft, ob diese „Fälle“ von schwerer Bewusstseinsabspaltung heilbar sind. Na ja, sie machen IHREN Job, hoffentlich so „gut“, dass viele – eine ausreichende Menge – die dahinter steckenden Wurzeln des Spiel verstehen.
    SO (Politiker werden als Segen der Menschheit erkannt werden) sollte man das sehen.

    Wolfgang

  11. November 30, 2011 um 1:59 am

    Martin, ich schreibe Dir gleich noch einen Satz hinterher.
    Ehrlich gesagt war ich anfangs ein bisschen von der Vielfalt Deiner Themen genervt. Heute erkenne ich, wie wichtig sowohl die Vielfalt, als auch das stete und besonnene Denken und Schreiben zu den Themen wichtig ist.
    Ich sehe das Bewusstwerden wie das Wachsen einer Pyramide. Der oberste Stein, die Erkenntnis, hält nur, wenn ihm das Fundament entspricht. Und so wie beim Bau einer Pyramide kann ein umfassendes Verstehen nur langsam/graduell wachsen.

    Wolfgang

  12. November 30, 2011 um 4:56 am

    Hier kommt für Sie, Kevin, eine kleine Episode aus meiner Lebensgeschichte.
    Als ich in Norddeutschland als Reporter arbeitete, begegnete mir bei einer Veranstaltung im Offizierskasino ein Mann, der in der ehemaligen DDR-Armee gedient hatte. Er erzählte mir, er saß während einer (diplomatischen) Krise in einer Raketenstellung, mit dem Finger auf dem Knopf und wartete, wie andere Offiziere auch, auf den Befehl, Atombomben in den Westen zu schicken.
    DAS ist Politik. Damals lief es mir nur eiskalt den Rücken runter.
    Vielleicht verstehen Sie jetzt etwas besser, warum ich hier und überhaupt klare Standpunkte vertrete. Mit dem Wahsninn, ganz gleich, in welchen Gebäuden der Macht er residiert, ist nicht zu spaßen.

    Wolfgang

    • November 30, 2011 um 8:48 am

      „eiskalt den rücken runter“ lief es mir jetzt auch

    • Kevin
      November 30, 2011 um 11:52 am

      Das ist EINE Politik.
      Man kann es aber auch anders ausdrücken: Das ist IHRE Definition von Politik.
      Im übrigen bin ich großer Freund des aus dem Englischen übernommenen mehrdimensionalen Politikbegriffs (polity, policy, politics). Auf diese Weise kann man seine Kritik etwas zielgerichteter formulieren und erleichtert es zugleich den Gesprächspartnern zu antworten, weil die Prämissen klar sind. „Politik“ ist ein sehr, sehr weiter Begriff mit ungezählten Facetten.

      • November 30, 2011 um 12:43 pm

        Hallo Kevin
        ich kann nicht die Stelle finden, an der ich Politik definierte. Helfen Sie mir bitte.
        Politk-Theorie ist ein Feld für Wissenschaftler. Politik hat aber auch eine sehr pragmatische Seite. Die Analyse dieser Seite ist recht einfach unter der Prämisse „Baum und seine Früchte“. Allerdings findet den ECHTEN Wurm nur der, der sich nicht von Äußerlichkeiten blenden läßt, sondern ihn sehr gründlich untersucht.

        Kleiner Tipp:
        Mit kleinen Würmern fängt man auch große Fische.

        Wolfgang

      • Kevin
        November 30, 2011 um 1:59 pm

        Hallo Herr Jensen,

        genau das ist es worauf mein Kommentar abgezielt hat. Sie haben nicht definiert was sie unter Politik verstehen. Ihre Kritik zielte aber auf zwei unterschiedliche Ebenen mit zwei unterschiedlichen Implikationen ab:

        „Wer dort „Oben“ einsteigt, weiß aus Erfahrung sehr genau, was auf der Ebene abläuft. Er traf seine Entscheidung bewusst. Sollte man meinen, aber ich glaube etwas anderes.[…]“

        Unabhängig davon, dass ich diesen Punkt etwas anders sehe, scheinen Sie hier die politics Dimension zu kritisieren. Tatsächlich aber zielt ihr Kommentar auf die polity Dimension ab; also nicht die Art und Weise, wie Politik betrieben wird, sondern auf den Rahmen, in dem Politik betrieben wird. Indem sie aber über Politik und Politiker sprechen, wird dies nicht deutlich und kann zu Missverständnissen führen. (Zumindest war es bei mir im ersten Moment so.)

        „Er erzählte mir, er saß während einer (diplomatischen) Krise in einer Raketenstellung, mit dem Finger auf dem Knopf und wartete, wie andere Offiziere auch, auf den Befehl, Atombomben in den Westen zu schicken.
        DAS ist Politik.[…]“

        Hier sprechen Sie eindeutig von der policy Dimension. Weil Sie aber schrieben „DAS ist Politik“, ging ich davon aus, dass Sie Politik „nur“ mit der inhaltlichen Dimension gleichsetzen. Wenn ich Sie jedoch richtig verstehe, dann kritisieren Sie auch hier erneut die polity Dimension.

        Dass Verhalten des Offiziers, bzw. der DDR Führung ist aus individueller Perspektive übrigens sehr rational gewesen. Es zeigt aber auch, dass es kollektiv nicht rational war. Weder Ost noch West hatten ein Interesse an einer Eskalation. Ebenfalls zeigt sich, wie schwierig es ist zu einer Kooperation zu kommen, selbst wenn man gemeinsame Ziele verfolgt. Um einen Interessenausgleich herstellen zu können, unterhält ein Staat bestimmte Regeln und gibt eine Ordnung vor: die polity. International sieht das allerdings schon wieder ganz anders aus.

        Mein Beispiel mit dem Bahnhof war wohl etwas unüberlegt — ich hatte tatsächlich nicht Stuttgart im Kopf. Das Prinzip bleibt jedoch dasselbe. Stehen sich Interessen gegenüber (einfaches Beispiel: Der eine möchte gern ein blaues Dach, der andere gern ein gelbes Dach), dann wird Kooperation ins Leere laufen. Es ist keine Win-Win Situation. Man kann nicht alle Interessen gleichermaßen befriedigen. Zwischen zwei Menschen ist vielleicht noch eine dritte Lösung denkbar: So könnte der Eine nachgeben, wenn im Gegenzug der Kindergarten das Dach seiner Wunschfarbe erhält. In der Realität sind Ressourcen jedoch begrenzt, die Komplexität reziproker Entscheidungen steigt exponentiell mit der Zahl der beteiligten Akteure und Meinungspluralismus sorgt dafür, dass niemals alle mit der Entscheidung der „Dachfarbe“ einverstanden sein werden.

        Und bei der Dachfarbe geht es eben nur um eine Dachfarbe und nicht um komplexe und interdependente Zusammenhänge.

        Natürlich kann man sich ausschließlich mit der pragmatischen Seite von Politik beschäftigen. Aber, um ihre Methapher zu übernehmen, pflanzt man einen Apfelbaum, so kann man auch nur Äpfel ernten. Möchte man aber lieber Birnen essen, so muss man einen Birnenbaum pflanzen. Diese Beziehung lässt sich auch auf die drei Politikdimensionen übertragen. Deshalb sollten sich nicht nur Wissenschaftler damit beschäftigen.

  13. November 30, 2011 um 11:25 am

    Bezüglich der NWO möchte ich auch gerne noch etwas loswerden, auch wenn manch einer mit dem Kopf schüttelt und sagt: die harte Politik der Realität kann niemals mit der weichen spirituellen Sicht der Wirklichkeit in einem Atemzug genannt werden.

    Dazu möchte ich gerne 2 Links vorgeben:

    http://www.gold-dna.de/update2.html#up39
    http://www.gold-dna.de/update5.html#up86

    Man sagt Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich jedoch. Da ist was dran, denn mit der Zeit ändert sich die Dynamik der Wahrnehmung, so dass sich Vokabeln der realen Bildersprache zwar ähneln, ihre Bedeutung jedoch gänzlich verschieden ist, weil diese Bedeutung sich mit dem Lauf der Zeit an die zunehmende energetische Unordnung anpasst.

    Meiner Meinung nach ist die NWO ein Suppentopf verschiedenster Zutaten. Jedes Jahr wird kräftig gerührt und jedes Mal kommt ein anderer Geschmack dabei herum. Es bleibt immer das Bild der Suppe, auch wenn sich ihr Aussehen, ihre Konsistenz und besagter Geschmack an die Möglichkeiten der Zubereitung anpasst. Und wie jede Suppe hat die NWO nur einen Zweck … den Hunger stillen … in diesem Fall den Hunger nach Ordnung, um der expansiven Unordnung ein Gesicht zu geben, oder halt einen vertrauten Geschmack, der Wiedererkennung wegen, denn darum dreht sich doch die Ordnung.

    Sollte es Planer der NWO geben, mit einem Ziel, dann könnte nie die Entwicklung des Bewusstseins mit einbezogen werden, welches sich in immer mehr Menschen entwickelt, allein schon durch Informationsaustausch und Vernetzung. In Wirklichkeit läuft im Hintergrund etwas ganz anderes ab, als uns die Realität, im Namen der noch bestehenden Expansion weismachen will.

    Gruß

  14. November 30, 2011 um 11:31 am

    Habe noch etwas vergessen, bezüglich der Pyramide, die Wolfgang, mal wieder herrlich, beschrieben hat. Folgendes Bild sei angehangen:

    Gruß

  15. November 30, 2011 um 1:01 pm

    Hallo Guido,
    erinnere mich gerade an die Geschichte vom Suppenkasper und seine Worte: „Nein, diese Suppe esse ich nicht“. Wer weiß, vielleicht wusste er, dass im Hintergrund etwas ganz Anderes abläuft. Suppe kann auch „schmecken“, wenn man sie nur betrachtet. Ich halte es für klüger, ein Chamäleon –in angemessener Weise – zu bewundern.

    NWO? Habe ich noch nie gehört. Was heißt das? NichtWissen Online? NordWestOst?

    Herzliche Grüße an Dich von

    Wolfgang

  16. November 30, 2011 um 3:39 pm

    NWO = New World Order … Neue WeltOrdnung … finstere Mächte im Hintergrund, welche das (Un)Geschick der Welt steuern und regeln … und das seit Menschengedenken … so sagt man, zumindest im Unterbewusstsein des WWW, denn im Bewusstsein des Mainstreams hört man davon nichts/wenig.

    Aber die Dunkle Seite der Macht gibt es ja immer, selbst in der Spaceopera STARWARS.

    Gruß

    • November 30, 2011 um 3:51 pm

      Zumindest die 14 Führer des Bankenkonsortiums der privaten FED in den vereinigten Staaten Amerikas inklusive des Zentrums der Bilderberger-Gruppe lassen sich als die Weltsteuernden ausmachen …

  17. November 30, 2011 um 4:48 pm

    Ja, Martin, aber?
    Was kontrollieren sie? – über die Macht des Geldes hinaus?
    Und wer kontrolliert sie? Ein „Dämon“?
    Gegen was GENAU richtet sich ihre Zerstörungsbesessenheit?

    Nun, Zerstörung ist ein Schöpfungsprinzip – nur so ist Wachstum möglich.

    Was aber geschieht in der nicht-materiellen Welt?
    Werden (einige) Menschen so sehr bedrängt, dass sie ihre Angst überwinden MÜSSEN?
    Welche Antriebe braucht es für die Entwicklung eines Gemeinschaftscharakters?
    Unter welchen Bedingungen schafft auch Egozentrik nicht die existenzielle Minimal-Sicherheit?

    Beim Fotografieren hatte ich es heute mit einem Haubentaucher-Pärchen zu tun. Diese Tiere sind relativ scheu, was sich nur ändert, wenn sie jagen oder brüten. Ich erwischte sie beim Jagen in einem Revier in ufernähe. Für gute Bilder brauchte ich die richtige Position, einige Geduld, und ich muste mich auf ihr (konditioniertes) Verhalten in DIESEM Revier einstellen.
    (Die Ergebnisse kannst Du Dir unter Kinder/Tiere am laufenden Band anschauen.)

    Welche Rolle spielt der Papst bei NordWestOst?

    Wahrscheinlich gibt es eine Verschwörung, aber wahrscheinlicher ist, es gibt zwei, die von einer dritten kontrolliert werden. Nein, ich bin nicht bekifft.

    Wolfgang

    PS.1
    Danke Guido!

    PS. 2
    Danke Kevin – Sie erwischten mich in einem Bildungsloch; ich arbeite dran.

  18. November 30, 2011 um 4:52 pm

    Bezüglich der Eliten und der Einflussnahme möchte ich auf diesen interessanten Text hin verweisen: http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wirtschaft/2011/das-kapitalistische-netzwerk-das-die-welt-regiert.html

    Daraus ein Zitat: Eine geplante Verschwörung zur Beherrschung der Welt sei das Ganze aber wohl eher nicht, meinen die Autoren – solche Strukturen seien natürlich und bilden sich von selbst, sofern dies nicht unterbunden wird – das haben andere Simulationen bereits gezeigt…..

    Gruß
    http://www.gold-dna.de

    • November 30, 2011 um 4:59 pm

      Wenn dem so ist, sollte doch eine Änderung der Systemathik leichter zu erreichen sein. Andernfalls sehe ich das Kriegsszenario weiterrollen … …

  19. federleichtes
    Januar 3, 2012 um 6:11 pm

    Sprechen wir über die Systematik.
    Was, lieber Martin, beobachten wir GANZ genau?
    Eine Gruppe (bitte nicht so eng sehen – die „Mächtigen“ agieren nur stellvertretend) strebt nach immer größerer Herrschaft. Sie wollen Macht, aber welche Macht? Eine NEUE Macht? Eine Macht übernehmen, die bereits existiert?
    Ist es nicht sehr logisch, dass man nur nach etwas streben kann, was man nicht besitzt?

    Streben nach Macht bedeutet im Kehrschluss eine Verminderung von Ohnmacht.
    Ein weiterer Kehrschluss lautet:
    Menschen, die (wirkliche) Macht besitzen, streben nicht danach, jedenfalls nicht über die Macht, Andere zu beherrschen. Sie kommen zu IHRER Macht durch ein Besiegen ihrer Angst.
    Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass uns niemand Angst macht, sondern nur auf unsere Angstknöpfe drückt. Das ist der einzige Weg, um diese Angst spüren und sie besiegen zu können.

    Mache ich es mir zu einfach?

    Wolfgang

  20. März 24, 2012 um 12:13 am

    Zusammengefasst:

    Abgeordneten – Korruption: BRD auf einer Stufe mit Tschad, Sudan und Co.

    http://kammerspartakus.wordpress.com/2012/03/23/abgeordneten-korruption-brd-auf-einer-stufe-mit-tschad-sudan-und-co-2/

    Politiker-Eliten
    http://www.politgauner.de/html/verbrecher.html

    • federleichtes
      März 24, 2012 um 1:25 am

      Ich glaube, wir sollten versuchen, Folgendes zu unterscheiden:
      Politker werden zwar auf demokratische Weise gewählt, aber sie führen das Volk auf diktatorische Weise. Es gibt eine ehrliche Wahl, aber eine verlogene Regierung.

      Im praktischen Leben funktioniert unsere Intelligenz offensichtlich hervorragend:
      Klar, ist, wenn ich ein Fahrrad haben möchte, darf ich keine Scheiße wählen.

      Wolfgang

      (Deine verlinkten Seiten lese ich morgen)

  21. heizer1960
    März 25, 2012 um 10:52 pm

    Verbrecher wohin man schaut , Ackermann und Konsorten …………. von denen gibt es eben zuviele !

  22. August 2, 2012 um 9:44 am

    Martin Bartonitz:

    Innovationen passieren durch Regelbrechung. D.h. es mal anders zu denken. Nicht so weiterzumachen, weil es schon immer so ist. Nicht wegzusehen, sondern zu hinterfragen.

    Lasst uns die Regel durchbrechen, dass die etablierten Parteien die erfolgreichen Direktkandidaten bei Bundestagswahlen stellen!

    http://www.vereinigte-direktkandidaten.de

  23. August 6, 2012 um 8:12 pm

    Hier bekommt auch einer die Krise, und zwar so richtige heftig: „Das globale Dorf steht in Flammen, weil unsere Politiker feige vor dem eigenen Volk sind“:

  24. August 10, 2012 um 12:02 pm

    Unsere Abgeordneten mauern sich in einer Bananenrepublik ein:

    Und hier ist die passende Petition, um das endlich gerade zu rücken:
    https://www.change.org/de/Petitionen/abgeordnetenbestechung-bestrafen-korrupt

  25. Tina
    August 20, 2012 um 11:32 am

    Damit Martin haben sie dich genau dort wo sie dich , uns haben wollen , mit unserer Wut mit unserem Zorn. Der ist vorherzusehen. Darauf rechnen sie, damit kennen sie sich aus,
    Alle „Gesetze“ der letzten Zeit deuten darauf hin. Stellt sich die Frage ob wir es schaffen könnten mit unserer Wut und unserem Zorn anders als berechnet erst zu reagieren und dann zu agieren, phantasievoll, mit Humor, sie ins Leere, vor die Wand laufen zu lassen.

    Wer bezahlt übrigens den ganzen Schlamassel? Ist doch sehr makaber, mit den Steuern, den größten Anteil bringen die Verbrauchssteuern, werden die vergütet, die auf uns schießen sollen….

    • August 20, 2012 um 12:21 pm

      Inzwischen bin ich da auch was ruhiger geworden, Tina, und sehe es ähnlich wie Du. Wir sollten unbedingt die Satire wählen und unsere Regierung als das hinstellen, was sie sich gerade selber machen: lächerlich

      Zu dem Steuerboykottaufruf. Gut gemacht, bis auf den Hinwies auf DIE Griechen. Wer dahinter steckt, ist allein die Geldelite, also bitte kein Bashing gegen Jene, die es nur zuerst getroffen hat.

      Und ja, wir zahlen unsere eigenen Gefängniswärter …

      Meudalismus halt: Der Meudalismus des Dr. Wo – Interview mit Dr. Harald Wozniewski vom Karlsruher Institut für Wirtschaftsforschung:

      Der klassische Feudalismus zeichnete sich dadurch aus, dass die “Rechtsordnung” dem Feudalherren die Macht über ein großes Gebiet einräumte, welches Lebensraum vieler Menschen war, und diese Menschen lebenslang der rechtlichen und faktischen (ritterlichen) Macht des Lehnsherrn unterworfen waren. Waren auf der einen Seite die Untertanen recht- und besitzlos und tagein tagaus mit (Sklaven-) Arbeit beschäftigt – um überleben zu können, natürlich! -, bezogen die Lehnsherren die Früchte der Arbeit der Untertanen. Die Einzelheiten waren zu allen Zeiten und in allen Ländern verschieden. Das System war aber insofern leicht zu überschauen, weil das geographische Gebiet des Lehnsherren zugleich den Kreis seiner Lehnsmänner abgrenzte (im wesentlichen jedenfalls).

      Der moderne Feudalismus unterscheidet sich davon dadurch, dass es keine geographische Abgrenzung mehr gibt. Der/die moderne Feudalherr/in besitzt nicht ein zusammenhängendes Land von beachtlicher Größe, sondern einige hundert Mietshäuser und/oder vor allem ein oder mehrere Unternehmen mit tausenden oder hundertausenden Arbeitnehmern. Das kann über ganz Deutschland und die ganze Welt verstreut sein und mit zahlreichen juristischen Gesellschaftsformen und -konstruktionen vor der Öffentlichkeit versteckt sein.

      Es gibt allerdings auch längst Anzeichen dafür, dass der moderne Feudalismus oder „Meudalismus“, wie ich kurz sage, nicht ökonomisch über uns gekommen ist, sondern auch politisch. Denn der Einfluss unserer modernen Feudalherren auf unsere Politiker und damit auf unsere Rechtsordnung ist enorm groß. Hinter dem sog. Lobbyismus stehen fast immer unsere superreichen Meudalherren.

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