Was keiner wagt

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen,
Was keiner sagt, das sagt heraus,
Was keiner denkt, sollt ihr befragen,
Was keiner anfängt, das führt aus.
Wenn keiner ja sagt, sollt ihr´s sagen,
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben,
Wenn alle mittun, steht alleine!
Wo alle loben, habt Bedenken,
Wo alle spotten, spottet nicht,
Wo alle geizen, wagt zu schenken,
Wo alles dunkel ist, macht Licht!
Walter Flex (1887-1917)

Ich finde, es wird Zeit, dass wir endlich Licht in das dunkle Kapitel unseres Zinsgeld-getriebenen Marktes bringen!

Und da kann ich diesen schon inzwischen 3 Jahre alten Artikel Der Kapitalismuns geht unter – Rettet die Marktwirtschaft! von Andreas Bangemann veröffentlicht in der Zeitschrift Humanwirtschaft empfehlen. Das Schlusswort macht Mut:

Brauchen wir dazu nicht eine weltweite Vereinbarung? Die Grundlage eines jeden Wirtschaftsraumes ist der Fleiß, die Schaffens- und Schöpferkraft der Menschen in diesem Raum. Wie bei kaum einem anderen Land auf dieser Welt haben die Menschen in Deutschland bewiesen, dass sie zu großartigen Leistungen aus eigener Kraft fähig sind. Führt Deutschland – gleiches gilt für ganz Europa – eine Währung ein, die leistungslose Einkommen aus Kapital unmöglich machen, statt dessen realwirtschaftliche Schaffenskraft zur vollendeten Entfaltung bringt, dann ist das von einer nicht zu überbietenden Attraktivität weltweit. Vorbildlich für andere Volkswirtschaften, aber auch attraktiv für Geldanleger, die in „wahre Werte“ statt in Spekulationsblasen
investieren wollen. Natürlich wird der „Systemwechsel“ nicht ohne eine turbulente Übergangsphase ablaufen. Aber er wird am Ende erfolgreich ablaufen. Die von Gegnern einer Marktwirtschaft ohne Kapitalismus prognostizierte Kapitalflucht von Menschen und Anlegerkartellen, welche die höchstmögliche, leistungslose Rendite für ihr Kapital in dem Ausland suchen werden, welches noch dem untergehenden Kapitalismus verfangen bleibt, kann mit selbstbewusster Ruhe beobachtet werden. Die mit ihrem Kapital Fliehenden müssen die Währung am Kapitalmarkt tauschen. Solange der langfristige Erfolg der zukünftigen Wirtschaft durch das neue Modell noch nicht das Vertrauen der Anleger gewonnen hat, wird der Tausch für die Fliehenden sehr teuer. Doch schon bald wird die Zahl der Anleger steigen, die den Tausch bewusst machen um in einem Markt mit tatkräftigen und fleißigen Menschen zu investieren. Damit werden die Anleger ihr Kapital zwar nicht mehr von selbst mehren können, aber es für alle Zeiten sicher angelegt haben. Nichts ist wichtiger als die Zukunftssicherung des von der eigenen Leistung Angesparten. Deutlicher als in der jetzigen Zeit kann einem dieser Umstand nicht vor Augen geführt werden. Wir werden in einer vom Kapitalismus befreiten Marktwirtschaft nichts lieber beobachten, als dass unser Kapital von jenen frei gegeben wird, die möglichst leistungslos nichts als ihre Gier nach immer mehr befriedigen wollen und in die Hände jener wandert, die Geld in Menschen und menschliche Leistung investieren.

Die Götterdämmerung der Marktwirtschaft steht vor der Tür. Lassen wir sie herein.

Die Botschaft ist klar: Eine einzelne Volkswirtschaft, besser natürlich, wie im Falle Europas, ein einzelnes Währungsgebiet kann diesen Systemwechsel vornehmen. Was es braucht, ist der politische Wille dazu. Bis vor Kurzem war der Glaube daran angesichts des angeblich so gut funktionierenden Kapitalismus vielleicht noch Utopie. Mit den verheerenden Folgen des zusammenbrechenden Kapitalismus vor Augen und Menschen im Rücken, die jetzt zukunftsfähige Konzepte erwarten, kann die Marktwirtschaft ohne Kapitalismus auf die politische Agenda gesetzt werden. Sie muss es, im Namen aller lebenden und zukünftigen Generationen.

  1. Oktober 7, 2011 um 1:14 pm

    Und hier noch die Interpretation von Konstantin Wecker:

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