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Leistung muss sich lohnen! Aber hätte Gott gewollt, dass dabei nur 5% profitieren und der Rest dabei krank oder perspektivlos ist

11 Km gejoggt und zurück mit der einfachen Frage an unsere Religionen:

  • Hätten unsere Götter gewollt, dass dabei nur 5% profitieren und der Rest krank oder perspektivlos ist?
  • Diese 5% überreden uns mit dem Satz „Leistung muss sich lohnen“. Nur, wie dürfen wir Leistung messen?
  • Ist es recht, wenn wir einen Menschen mit einem IQ von über 120 ausgestattet mit einem athletischen Körper mit Menschen vergleichen, die ein oder mehrere Handicaps haben?
  • Müssen wir nicht Leistung nach den Möglichkeiten eines Menschen bewerten?
  • Wenn wir so bewerten, müssten dann nicht Alle gleichermaßen an den Ressourcen dieser Welt beteiligt werden?
  • Dürfte dann Geld für einen Einzelnen arbeiten?

Diese Frage gingen mir beim Joggen durch den Kopf, nachdem ich mir den Vortrag Wohlstand und Balance in weltweiter Perspektive von Prof. Franz Josef Radermacher angehört hatte. Er geht mit der Globalisierung ziemlich ins Gericht. Sehr hörenswert:

  1. Elke
    August 20, 2011 um 1:57 pm

    Hallo Martin

    Berechtigte Frage, die sich wahrscheinlich viele Menschen stellen, Fromme, Zweifler und Atheisten.

    Beantworten kann sie niemand so richtig, außer Gott.(nicht im Plural)

    Übrigens nicht neu und selbst Jesus hatte etwas dazu zu sagen:

    „ Folgt aber nicht ihren Beispiel! Denn sie selber tun nicht, was sie von anderen verlangen. Sie bürden den Menschen unerträgliche Lasten auf, doch sie selbst rühren keinen Finger, um diese Lasten zu tragen“
    oder:
    „Hütet euch vor der Habgier! Wenn jemand auch noch so viel Geld hat, das Leben kann er sich damit nicht kaufen“
    „Verkauft euren Besitz und gebt das Geld den Armen!

    Ich denke, jeder sollte zumindest einmal im Leben die Bibel gelesen haben. Sie kann interpretiert und sogar ins heutige Leben implementiert werden. Die Umwelt/ das Umfeld und das Wissen haben sich verändert. Der Mensch jedoch wird von den selben Verhalten/Ansinnen angetrieben wie eh und je. Wir haben uns nicht verändert, wir meinen das nur.

    Grundsätzlich haben wir laut Bibel einen freien Willen und können handeln wie es uns beliebt, Allerdings machen wir es nicht aufgrund gesellschaftlicher Regeln, Normen, wie Ethik, Moral, und die Reaktionen unserer Mitmenschen (auf unserem Tun hin ) , oder Zwänge denen wir uns ausgesetzt fühlen. Anerzogen, aus Angst vor Restriktionen, aus dem Willen heraus angesehen zu sein. Wir leben ob wir wollen oder nicht, (und ganz egal wo auf diesen Planeten) in hierarchisch aufgebauten Gesellschaften, die uns die Spielregeln vorgeben. Die Bibel jedoch stellt diese durchaus in Frage, sagt nur alleine Gottes Gesetze bringen die Vollkommenheit zu uns.

    Liest du, oder andere in der Bibel, wirst du erkennen, dass dort implizit darauf hingewiesen wird, dass wir uns frei entscheiden können, wir dürfen alles machen, müssen aber die Konsequenzen tragen. Im Prinzip dasselbe Muster, wie hier auf Erden 
    So gesehen könnte Gott (empfunden) ein Patriarch sein, , der uns sagt: Macht was ihr wollt, ich habe versprochen mich da raus zu halten (was er scheinbar auch macht) aber –großes aber ->, ich gebe euch das Verhalten mit auf dem Weg, dass ihr an den Tag legen müsst, wenn ihr zu mir ( und meinem Frieden) kommen wollt.

    So, und da fängt das eigentliche Problem an. Ich nehme mal an, die meisten wissen, was uns vorgegeben ist, die Gebote, das Gesetz der zwischenmenschlichen Liebe, der Barmherzigkeit und Hilfestellung zu geben für Arme, usw.
    Dass die Reichen die Armen unterdrücken, ausbeuten und unterjochen kennt die Bibel, dass gibt es schon seit Menschengedenken und hat sich bis heute weiter fortgesetzt. Vielleicht nicht mehr ganz so brachial wie früher, aber unser tagtägliches Brot. Was nichts anderes bedeutet, wir haben die Inhalte der Bibel (oder andere Schriften, die mehr oder weniger dasselbe aussagen) weder voll verstanden, noch umgesetzt – daher resultieren die Ungleichgewichte in dieser Welt. Es ist der Mensch, der immer zu seinem eigenen Vorteil agiert, rücksichtslos, einige rücksichtsvoller, aber auch diejenigen, die nicht nur sprichwörtlich über Leichen gehen.

    Ich begreife diese Welt als Durchgangsstation, sozusagen der Ort an dem wir uns entwickeln müssen, um an anderer Stelle (wo immer sie auch sein mag) so zu agieren, dass wir keinen Schaden mehr anrichten und harmonisch (im Kollektiv) miteinander leben können. Wäre Gott jemand der ständig reinredet, korrigiert, Zwang ausübt, wäre nichts erreicht, außer dass wir unter ständiger Kontrolle das machen, was von uns erwartet wird. Fällt die Kontrolle weg – ist ein anderes Verhalten da. So gesehen gibt es nur eine fruchtbare Lösung- lernen aus Fehlern (zig mal denselben Fehler machen mit eingeschlossen) , eigene Erfahrungen machen, neue Lösungsansätze finden und zur Einsicht gelangen. Ich glaube genau das passiert hier, und in der Bibel steht auch´, Gott hat eine riesige Geduld mit uns- aber irgendwann kommt der Tag der Abrechnung und es wird sortiert, zwischen denen die es geschafft haben ihr Bewusstsein für das Kollektiv zu entwickeln, und denen die es nicht schaffen können/wollen, sich quasi gegen die göttliche Lehre gestellt haben, sie boykottieren, um dem Eigennutz und Sachwerten nachzujagen (z. B. Geld), Ein kollektives Miteinander- ohne dem geht es nicht, dass machen uns unsere unruhigen Zeiten überdeutlich klar. Wir haben die Wahl zwischen Gut und Böse, Negativ/Positiv Schwarz/Weiss. Hast schon mal jemand versucht irgendetwas auf diesem Planeten zu finden dem kein Gegensatz gegenübersteht? Versucht es mal. Ihr werdet überrascht sein- es gibt immer einen Gegenpol.
    Wenn ich unsere weltlichen Probleme ansehe, wird mir immer deutlicher, dass wir nur Lösungen finden können, wenn alle an einem Strang ziehen und global Änderungen vollziehen – und zwar nicht danach ob es sich wirtschaftlich lohnt oder nicht, sondern ausschließlich danach, wie wir den Planeten lebenswert erhalten können, es im Einklang mit der Natur ist. Denn wir plündern ihn aus, niemand anderes sonst.
    Ich bin mal mit jemanden in Streit geraten, jemanden den ich eigentlich mag- aber er meint Lidl müsse vom Planet verschwinden – ich bin zwar richtunsmäßig seiner Meinung, aber davon überzeugt, es reicht nicht aus einen Discounter „verschwinden“ zu lassen, sondern das Discountsystem mitsamt aller Praktiken die angewandt werden , um einen pervers anmutenden niedrigen Preis am Markt zu erzielen, müssen weichen. Ansonsten nützt es nichts, da andere am Erfolg anknüpfen,da weitermachen wo Lidl aufgehört hat. Ich denke genau solche Vorkommnisse zwischen Menschen lassen viele gute Ansätze scheitern, weil sie sich einfach nicht einigen können, was denn nun richtig ist. Auch der Versuch alles erzwingen zu wollen, oder sich abzuwenden wenn man nicht einer Meinung ist, ist falsch und führt ins Nichts . So wie auch beim Klimagipfel – es kommt keine Einigung zustande – weil jeder etwas anderes will…

    Lieben Gruß
    Elke

  2. August 20, 2011 um 5:54 pm

    Liebe Elke,
    wieder vielen Dank für Deine konstruktive Diskussion. Du sagst, Gott will uns nicht gängeln und hat uns den freien Willen mitgegeben, so dass wir über Versuch und Irrtum zur endgültigen Lösung zu gelangen. Ich erinnere mich, dass einer seiner Gotteskinder, denn solche müssen wir ja wohl alle sein, ähnlich antwortete, als er bedrängt wurde, seine Lösung zu nennen: es war Rudi Dutschke. Er verlangte, dass man sich doch nur anschauen müssen, wie Alles zusammenhängt und dann solle man selbst entscheiden, was getan werden solle.
    Übrigens gehe ich davon aus, dass unser so freie Wille tatsächlich nur sehr geringfügige Freiheitsgrade hat. Du hast ja schon selbst genannt, dass es viele Regeln gibt, an die wir uns halten müssen, wenn wir uns in einer Gesellschaft unbeschadet bewegen wollen. Es gibt interessante Ergebnisse aus der Gehirnforschung, die klar aufweisen, dass unsere Entscheidungen schon in unserem Unterbewusstsein häufig schon vorbereitet wurde. D.h. unser Bewusstsein muss häufig nur noch umsetzen, was das Unterbewussten schon ausgedacht hat. Und das Unterbewusste arbeitet stark gefühlsorientiert, sprich intuitiv.
    Wenn dem so ist, dann sollten wir uns viel mehr Zeit gönnen, Wichtiges zu entscheiden. Und wenn ich mir so anschaue, dass wir immer mehr in immer weniger Zeit entscheiden müssen, dann sagt mir meine Intuition, dass wir das nicht mehr leisten können. Dass genau das uns krank macht.
    Daher bin ich relativ gelassen, wenn man mir entgegenhält, Konsensentscheidungen dauerten viel zu lange und man würde gar nicht voran kommen.
    Lieben Gruß, Martin

  3. Elke
    August 21, 2011 um 12:54 pm

    Lieber Martin,

    ich bin da ganz bei Dir.
    Tatsächlich werden immer mehr Menschen psychisch Krank – es durchzieht alle Schichten.
    ich bin davon überzeugt, dass unsere Welt für viele mittlerweile zu kompliziert geworden ist und der Anspruch der an den einzelnen Menschen gestellt wird, (zu) hoch ist. Nicht für alle, jedoch für all diejenigen, die ihn nicht erfüllen können und gesellschaftlich ins Abseits gedrängt werden, oder schlimmer noch, als „Unqualifizierte“ abgestempelt werden und harte Arbeit für wenig Geld verrichten müssen – wohlgemerkt, Arbeiten die andere nicht machen wollen…..

    Wünsche dir einen schönen Sonntag
    Elke

    PS. Ich halte es für grundverkehrt, Gott für unsere selbstgemachten Probleme in die Verantwortung nehmen zu wollen, oder gar anzuschuldigen er würde nicht eingreifen,….
    So lange es uns gutgeht und unsere Projekte Erfolg haben, würden wir eine Einmischung ablehnen, Geschrei gibt es immer dann, wenn Schäden iirgendwelcher Art auftreten…

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