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Mein Beitrag für den Frieden

Mich hat über Facebook Jemand gefragt, ob ich auch der Autor eines Artikels auf der Bewertungsplattform ciao bin. Ich möchte diesen in 2003 geschriebenen Artikel auch hier nochmals bringen:

<<<< Beginn des Textes >>>>

Aus aktuellem Anlass habe ich mich heute nach einer längeren Pause des Berichtens aufgerafft, ein Erlebnis zu schildern, dass mir sehr an die Nieren ging und mir auch Einiges über mich selbst erklären ließ. Ich habe mir lange überlegt, ob ich dies tun soll. Dann habe ich mich entschieden, dies als meinen Beitrag gegen den Krieg zu posten. Denn Krieg bringt den Betroffenen nur Leid, und auch dann, wenn man meint, davon bisher genügend weit entfernt gewesen zu sein.

*** Mein Vater – und was er nicht erzählen wollte ***

Für mich fängt es mit dem Mauerfall an, für meinen Vater viel früher. Mein Vater wurde geboren in Groß Tschernosek bei Leitmeritz an der Elbe (Böhmen), Vater deutschstämmig, Mutter tschechisch. Und da sind wir auch schon beim 2. Weltkrieg. Mein Vater ist, was diese Zeit angeht, sehr verschlossen gewesen. Gerne hat er über die Zeit bis zu einem Alter von 10 Jahre gesprochen. Dann fing der Krieg an und er hatte diese Zeit bis zu seinem „Rübermachen“ 1951 nach Dortmund, meinem Geburtsort, quasi ausradiert.

*** Der Mauerfall als Motivation ***

Als nun die Mauer fiel, interessierte ich mich zunehmend über meine „Wurzeln“, sprich Familienforschung und die Geschichte Europas rückten in meinen Fokus. Nachdem ich einiges an Literatur durchgekämmt hatte, sprach ich dann 1995 meinen Vater an, ob er nicht einmal Lust hätte, mit mir seine Geburtsstätte zu besuchen. Nach anfänglichem Zögern sagte er zu. Ich wusste von seinem Bruder, dass dieser schon einige Male dort war, so dass wir von ihm Tipps zur Reisegestaltung einholen konnten. So fuhr ich mit meinen Eltern sowie einer weiteren Verwandten, die etwas Tschechisch spricht, im Sommer für vier Tage nach Litomerice. Und es wurde eine Reise, die ich so schnell nicht vergessen werde.
Ich möchte hier nicht über alle unsere Besuche von Orten erzählen, die in den Urkunden der Vorfahren aufgeführt sind – sie gehen bis 1750 zurück – sondern nur von zwei Schlüsselerlebnissen berichten, nach denen mein Vater doch eher bereit war, von der damaligen, für ihn sehr schwierigen Zeit als Jugendlicher zu berichten.

*** etwas Familiengeschichte – wichtig als Hintergrund ***

Die Großfamilie meines Vaters hatte sich 1925 in einer alten, einsam stehenden Mühle niedergelassen, nachdem mein Urgroßvater seinen Gutshof „durchgebracht“ hatte. Neben meinem Urgroßvater gehörten dazu mein Großvater mit seinen beiden Brüdern und dessen Familien. Mein Vater hatte sieben Geschwister, er war als Jüngster 1930 geboren. Die beiden Ältesten sind aus dem Krieg nicht zurückgekehrt. 1936 kaufte die Großfamilie ein Haus mit Werkstatt in Groß Tschernosek. Mein Urgroßvater und seine beiden Brüder arbeiteten selbständig als Stellmacher (Wagner/Radmacher).

Und damit habe ich Euch die beiden Orte vorgestellt, von denen ich meine Erlebnissen berichten möchte.

*** Erlebnis Geburtshaus ***

Groß Tschernosek liegt an der Elbe und im „Eingang“ zum Elbsandsteingebirge. Nachdem wir dort den Marktplatz besucht und ich das Kirchenarchiv für drei Stunden nach weiteren Urkunden durchforstet hatte, machten wir uns auf den Weg zu Vaters Geburtshaus. Wie schon erwähnt, lag das Haus einsam, d.h. in den Ausläufern des Sandsteingebirges ca. 10 KM von Groß Tschernosek entfernt. Wir fuhren eine kleine, zwar geteerte aber einspurige Straße hoch ins Gebirge bis zu einem Haus aus Sandstein, bei dem mein Vater feststellte, dass sein Geburtshaus dahinter liegen müsse.
Mein Vater konnte sich dunkel daran erinnern, dass an der einen Seite des Hauses der Weg zur alten Mühle führte. Aber solch ein Weg war nicht da. Auch war hinter dem Haus kein weiteres Haus zu sehen. So schlug mein Vater vor, dass wir unterhalb des Hauses über den Bach und die folgende, ungemähte Wiese hinter das Haus gehen sollten, was wir dann auch taten. Am Bach schlugen wir uns erst mal durch einen wilden Stengelwald. Die Wiese dahinter reichte uns bis zum Bauch. Mein Vater zeigte auf ein kleines Wäldchen, worin er das Haus sicher vermutete. Das Wäldchen hätte damals dort zwar auch gestanden, aber nicht so weit an das schon erwähnte Sandsteinhaus heran. Aber die Wildschweinsuhle, die wir am Rand des Wäldchens fanden, kannte er. So gingen wir etwas weiter in das Wäldchen, bis wir wieder an den Bach kamen. Hier fanden wir dann auch die Überreste einer Sandsteinbrücke, die einmal über den Bach führte. Von hieraus gingen wir dann den Bach wieder hinunter und dort fanden wir dann die wenigen Überreste seines Geburtshauses. An einer Stelle standen noch bis in Brusthöhe die Steine des Hauseingangs. Das Bild meines Vaters wieder vor Augen, schmächtig, gedankenverloren und mit hängenden Schultern zwischen diesen Steinen stehend, in das imaginäre Haus schauend, sich an Vieles zurück erinnernd, dieses Bild rührt mich auch jetzt beim Schreiben wieder an, lässt mein Herz stellvertretend für ihn schwer werden.

Nachdem er mir noch das Eine oder Andere gezeigt hatte, kehrten wir bedrückt wieder zurück zur Straße, wo wir die beiden Frauen am Auto zurückgelassen hatten.

*** Erlebnis alter Freund und Nachkriegswehen ***

Für diesen Tag kehrten wir dann auch zu unserer Unterkunft zurück. Dort machten wir noch einen Abendspaziergang, auf dem mein Vater nun begann, über diese Zeit mehr zu erzählen. Unter anderem davon, dass er einen tschechischen Freund namens Mali (Klein) in Groß Tschernosek hatte, der Friseur war. Damit hatten wir dann neben dem Besuch des Hauses in Groß Tschernosek, in dem die Brüder ihren Betrieb hatten, noch ein weiteres Ziel, nämlich den Freund zu finden.
Das Haus liegt an der Hauptausfallstraße in Richtung Litomerice (Leitmeritz), an der entlang auch die Eisenbahnstrecke von Dresden nach Prag führt. Hinter dieser Eisenbahnstrecke kommt noch ein kleines Feld und anschließend die Elbe, die ab hier schiffbar ist.

Die Häuser dieser Straße sahen alle etwas angegriffen aus, auch wenn mittlerweile neue Fenster eingebaut wurden. Das Haus konnten wir von innen nicht besichtigen. Die z.Z. dort lebenden Personen waren sehr abweisend und konnten sich nicht vorstellen, dass mein Vater dort früher gelebt hatte. Wir hatte aber auch nichtsx Anderes erwartet, so dass wir uns auf den Weg machten, den alten Freund meines Vaters zu finden. Und das ging leichter als gedacht. Denn wir trafen direkt auf ein „altes Männchen“ mit Krückstock, dass wir von einem Film wieder erkannten, den der Bruder meines Vaters im Jahr zuvor dort aufgenommen hatte. Der „Alte“ sprach Deutsch, so dass wir ihn nach dem „Friseur“ fragen konnten. „Ja, er ist noch da. Er wohnt 5 Häuser dort weiter.“ Also hatten wir ihn schon gefunden.

Die Häuser hatten alle einen kleinen, hinter einer Außenmauer liegenden Hof. Nach dem Klopfen der Hoftür öffnete uns ein aufgeschossener, drahtiger Mann um die 65. Er schaute erst sehr fragend, sah meinen Vater und ahnte schnell, wer da vor ihm stand. Nach einem freudigen Hallo lud er uns in sein wirklich kleines Häuschen ein. Die gute Stube war spartanischer eingerichtet, als die Wohnung meiner Eltern, als ich noch fünf Jahre alt war. Hier war die Zeit wirklich stehen geblieben. Herr Mali öffnete einen Wein und er unterhielt sich mit meinem Vater darüber, wie das damals gelaufen war, als die Tschechen die „Deutschen“ des Landes verwiesen. Und auch diese Geschichte lässt mich nachträglich erschauern.

Ähnlich wie die Deutschen die Juden verschickt hatten, erging es den Deutschen 1947 in Tschechien. Erst mussten sie sich an Sammelstellen einfinden, d.h. ihren Besitz verlassen. Mitgenommen werden durfte nur, was getragen werden konnte. Und auch davon wurde ihnen noch Einiges „abgenommen“, als sie in die Viehwaggons gesperrt wurden. Mit diesen Waggons war die Familie meines Vaters vier Tage unterwegs nach Rostock ohne dass sie verlassen werden durften. Im Gegensatz zu den Judenverschickungen hatten die Deutschen zwar auch wieder erst in einem Lager sich aufzuhalten, aber von hier aus konnten sie sich dann doch ein annehmbares Leben wieder aufbauen.

Herr Mali erzählte dann, dass, nachdem die Familie meines Vaters verschickt worden war, er noch einmal in ihr Haus gegangen sei und sich zum Andenken ein Bild mitgenommen hatte. Diese Bild nahm er dann von der Wand und gab es meinem Vater zurück. Das Bild zeigt ein Aquarell des Geburtshauses meines Vaters. Und auch hier kommen mir beim Schreiben Tränen in die Augen.

*** Noch zu erwähnen ***

Erwähnen möchte ich noch, dass bei Litomerice Maria Theresienstadt liegt. Wir sind dort durchgefahren, aber das Lager dort zu besichtigen, dazu hatten wir nicht die Kraft. Mein Vater erzählte mir noch, dass es damals häufiger passierte, dass eine Gruppe aneinander gefesselter Juden zur Arbeit im nahe gelegenen Steinbruch die Hauptstraße entlang „getrieben“ wurde.

*** Ausklang der Reise ***

Wir hatte uns dann noch einen Tag Zeit genommen, uns die Orte, an denen mwinw Ur-Ur-Ur-Ahnen gelebt hatten, zu besichtigen. Und je weiter wir „in der Zeit nach vorne kamen“, desto einsamer und gleichzeitig schöner wurde die Gegend. Weitere Forschungen haben ergeben, dass mein Nachname sich von Barthon umd 1700 nach Bartonitz innerhalb der nächsten 20 Jahre gewandelt hat. Der Name Barthon findet sich im Raum Leipzig sehr häufig, so dass anzunehmen ist, dass nach der Entvölkerung Böhmens im 30-Jährigen Krieg (zur Erinnerung: 1618-1658) meine Vorfahren väterlicherseits von dort durch Locatoren nach Böhmen geholt wurden.

*** Erkenntnisse über mich ***

Obwohl ich sagen kann, dass ich in einem sehr fürsorglichen Elternhaus aufgewachsen bin, so habe ich doch ein Manko, dass ich seit einigen Jahren angehe: Gefühlskälte. Damit meine ich, Gefühle nicht an mich ran zu lassen, „Indianer kennt keinen Schmerz“ und weint auch nicht.

Mein Vater hatte sich wohl einen entsprechenden Mechanismus zugelegt, um das ungewollte Verlassen seiner Heimat zu „verarbeiten“. Und dieser Mechanismus hat scheint es auch gut auf mich abgefärbt. Zu Hause wurde nicht über Gefühle gesprochen und so muss ich mir das noch immer hart „erarbeiten“. Auch als mein Vater auf der Reise begann, von Damals mehr zu erzählen, so tat er dies eher auf einer sachlichen Ebenen und ließ Gefühle kaum anmerken. Dass mein Vater damals aber sehr gelitten haben muss, hat er nur einmal kurz durchblicken lassen: „Wenn mir damals (Anmerkung: er war 17) jemand ein Gewehr in die Hand gedrückt hätte, ich hätte meine Heimat verteidigt“.

*** Schlusswort ***

Ich denke, dass gerade die Menschen in Zentraleuropa noch starke Erinnerungen an den Krieg haben, und sei es durch das Weitererzählen, und damit schon gegen diesen unsinnigen Krieg im Irak (Anmerkung: geschrieben 2003) eingestellt sind. Anders kann ich mir diesen Drang der Amerikaner nicht erklären, so heroisch mit dem Thema umzugehen. In den vereinigten Staaten hat es lange keinen Krieg gegeben, so dass es zu wenig Erinnerung geben mag.

Über Kommentare zur Diskussion gerade über diesen Bericht freue ich mich sehr.

Euer Martin

<<< Ende des Textes >>>

Der Text ist inzwischen über acht Jahre alt, aber er ergreift mich noch immer stark und die Szenen sind sofort wieder vor meinen Augen. Und jetzt sieht es so aus, dass auch unsere Generation, wenn sie nicht aufpasst, den gleichen Scheiß wieder erleben muss.

Kategorien:Ethik, Gesellschaft Schlagwörter: , ,
  1. Dezember 7, 2011 um 12:29 am

    Ein starker Bericht. Danke.

    Ich kenne Erzählungen von Großmutter und Mutter, nach denen mein Großvater nach Hamburg geschickt wurde, um dort bei Fliegerangriffen der Anglo-Amerkaner die Brandbomben von den Dächern zu „fegen“. Er war dann oft wochenlang nicht zu Hause und sie wussten nicht, ob er überhaupt noch lebt…

    Ich erinnere mich an Geschichten, die wir in der Schule lasen und Dokumentarfilme, die uns über die anglo-amerikanischen Luftangriffe auf Dresden und Berlin gezeigt wurden… Dieselbe Kriegstaktik wenden die Anglo-Amerkaner auch heute noch an: Bombardieren von Wohngebieten, um „die Menschen zu demoralisieren“ – nein, kaltblütig umzubringen! So hat kein Russe je gehandelt, vor denen die Deutschen doch solche Angst hatten (und haben?).

    Meine Großmutter erzählte mir von dem Hunger nach dem Krieg und der Angst vor den Russen, die ihr dann, als sie sich in ihren Garten schlich, um etwas Essbares zu finden, Fleisch von einem Schwein schenkten, dass sie „erlegt“ hatten… Die Angst vor den Russen blieb dennoch. Zu tief wurde die den Menschen eingetrichtert… und sie begegnete selbst mir noch, und zwar durch Menschen, die überhaupt keine eigene Begegnung oder Berührung mit irgendwelchen Russen hatten… Aber jeder kannte jemanden, der durch die Russen vergewaltigt wurde… Das ist wie heute: Jeder kennt jemanden, der als Hartz IV-Empfänger einen BMW fährt…

    Nein, ich hatte nie Angst vor den Russen. Ganz im Gegenteil, aber das ist eine ganz andere Geschichte und gehört hier nicht hin.

    Mein Vater erzählte mir, er sei in der Wehrmacht gewesen, in der Ukraine und von dort westwärts rückwärts gegangen, bis er am 9. Mai 1945, kurz vor der Grenze nach Österreich und bereits nach der Kapitulation Deutschlands, wovon er nichts wusste – er wollte nach Wien, wo seine Frau und seine beiden Kinder waren – in russische Kriegsgefangenschaft geriet und dann nach der Gefangenschaft noch bis 1950 in der Sowjetunion blieb. Ausschlag dafür hatte folgendes Erlebnis gegeben: In regelmäßigen Abständen kam eine Ärztin ins Kriegsgefangenenlage, die unterernährte Gefangene aussortierte. Alle dachten, die würden umgebracht werden. Als er selbst zu diesen „Aussortierten“ gehörte, erlebte er jedoch, dass sie in ein Santorium auf der Krim gebracht wurden und dort „aufgepäppelt“ wurden, während die eigene Bevölkerung ringsum noch immer hungerte, denn die Faschisten hatten eine Wüste hinterlassen. „Verbrannte Erde“ hatte Hitler das genannt… Er besuchte dann dort eine Antifa (Antifaschistische)-Schule, „weil er etwas gut machen wollte“ und kehrte aus der Gefangenschaft in die DDR zurück. Er erzählte mir, dass er seine Frau gebeten hatte, zu ihm zu kommen, sie aber nicht wollte und er nicht nach Wien wollte, „weil er da keine Arbeit gefunden hätte“, die ihm in der DDR sicher war. Hier hat er dann meine Mutter kennen gelernt…

    ———–

    Die Amerikaner haben Erinnerungen an mehrere Kriege, wenn auch „nur“ durch die Verluste an Soldaten. Und über die spricht in der Öffentlichkeit kaum jemand, da gebe ich Dir recht. Es spricht in der Öffentlichkeit auch niemand über die psychischen Erkrankungen der jungen Männer, die im Krieg waren. Diese jungen Männer gibt es übrigens auch in Deutschland und niemand berichtet über sie. Die traumatisierten jungen Männer, die mit dem Grauen des Krieges nicht zurecht kommen, werden hinterher einfach vergessen und allein gelassen…

    ————-

    Meiner Erzählung oben ist zu entnehmen, dass ich aus der DDR stamme. Ich bin mit einem Grundgedanken erzogen worden: Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

    Zu uns kamen frühere KZ-Insassen in die Schule und erzählten uns über ihre Erlebnisse dort. Wir lasen in der Schule Bücher wie Simonows „Ein Menschenschicksal“. Dieses Büchlein veranlasste mich, sein „Man wird nicht als Soldat geboren“ zu lesen…
    Wir sollten wissen, um nicht zu vergessen! Um nicht wieder zuzulassen!

    Auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole: Brecht hat mit Blick auf Deutschland formuliert:

    „Karthago führte drei Kriege: nach dem ersten war es noch mächtig, nach dem zweiten noch bewohnbar, nach dem dritten nicht mehr auffindbar.“

  2. Elke
    Dezember 8, 2011 um 5:29 pm

    Liebe Solveigh,

    ein schöner Kommentar. Feindbilder sind ein großes Problem. Es gibt weder „den“ Russen, genauso wenig wie „den“ Deutschen. Krieg ist ein grausames Geschäft, Im Grunde genommen ist jeder Soldat Opfer und Täter zugleich. Soldaten sind Menschen und handeln wie Menschen – allerdings unter besonderen Umständen. Auch in ihren Köpfen werden Feindbilder erzeugt. Viele nehmen sie an und erledigen ihren „Auftrag“, andere aber erkennen das Leid der Menschen, unabhängig von der Volkszugehörigkeit und nehmen sich zurück, helfen wo sie können.
    Mein Opa war auch in russischer Gefangenschaft, im einem Arbeitslager in Sibirien. Als er an Tuberkulose erkrankte schickte man ihn in ein Lazarett.Nachdem er genesen war, geschwächt und gezeichnet von der schweren Erkrankung gab man ihm eine Zugfahrkarte, einen dicken Mantel und ausreichend Proviant für eine Fahrt bis zur Deutschen Grenze. Danach war er Wochen zu Fuß uinterwegs, in eisiger Kälte. Aber er hat es geschafft und wurde über 80 Jahre alt. Es hängt wohl immer von dem jeweiligen Kommandanten ab, wie mit Gefangenen umgegangen wird.

    Liebe Grüße
    Elke

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