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Eigenverantwortung oder „Wer lenkt mein Leben?“

Eine zentrale Erkenntnis – neben dem mehr notwendig bewussten Leben -, die in den vielen Diskussionen auf diesem Blog auf der Suche nach einer besseren Welt Struktur erhielt,  scheint mir das Zurückholen von Verantwortung zu sein. Nicht mehr auf „die da oben“, denen wir unsere Stimme gegeben haben und damit unsere Verantwortung abzugeben gemeint haben, zu warten, dass sie das korrigieren, was wir als falsch erkannt haben, sondern einfach beginnen, es selbst anders zu tun.

Ich habe gerade wieder einen Text gefunden, den ich hier wieder einstellen möchte, denn man muss ja das Rad nicht nochmals erfinden:

<<<<<< Beginn der Erkenntnis von Tom Tipu Pono >>>>>>

Eigenverantwortung oder „Wer lenkt mein Leben?“

Mein Weg führt mich gerade zurück in die Eigenverantwortung und ich werde mir immer mehr bewusst, dass mein ganzes Handeln Konsequenzen hat und dass jede unbewusste Handlung tendenziell unnötiges Leid erzeugt.

Sprich, wenn ich als zahlender Konsument unbewusst und unverantwortlich durchs Leben gehe, bestimmen unbewusste und unverantwortliche Konzerne die auf Profit ausgerichtet sind, was gut für mich und diesen Planeten ist..

Wenn ich als mündiger Bürger unbewusst und unverantwortlich durchs Leben gehe, bestimmen unbewusste und unverantwortliche Beamte die nach ihrem eigenen persönlichen Vorteil streben, was gut für mich und diesen Planeten ist..

Wenn ich als erfahrener Elternteil unbewusst und unverantwortlich durchs Leben gehe, bestimmen unbewusste und unverantwortliche Pädagogen die sich an einen einheitlichen Lehrplan halten was wichtig und gut für meine Kinder ist..

Wenn ich nicht selbst die Verantwortung für mein eigenes Wohl, das Wohl aller Menschen in meinem unmittelbaren Umfeld und in weiterer Folge für das Wohl meiner Enkelkinder auf diesem Planeten wahrnehme, so wird das auch sonst niemand für mich tun. Sie wird dann nur ewig weiter geschoben ohne bei jemals anzukommen.

Ein Leben ohne bewusster Eigenverantwortung wäre für mich, wie in einem vollen Bus mit Familie unterwegs zu sein, ohne dass jemand weiß ob und wenn ja, wohin der Bus gelenkt wird..

Da ergreife ich doch lieber selbst das Steuer und fahre uns achtsam und bewusst zu einem sicheren und schönen Zielort!

So sehe ich meine Verantwortung mittlerweile nicht mehr als Bürde denn viel mehr als Chance, mit jeder bewussten Handlung bei meinen Mitmenschen potentiell Glück generieren zu können und dass einzig Unverantwortlichkeit und Unbewusstheit zu einer Gefahr für mich und mein gesamtes Umfeld werden kann.

Als einer der ersten Schritte in die Eigenverantwortung galt für mich, langsam aber bewusst möglichst alles zu hinterfragen was von mir bisher als gegeben hingenommen wurde:

  • Wie fühlt sich das an, was ich derzeit mache?
  • Warum ändere ich nicht was sich schlecht anfühlt?
  • Warum mache ich das so und nicht irgendwie anders?
  • Bin ich irgendwann selbst draufgekommen es so zu tun, oder mache ich es einfach weil ich noch nichts anderes kenne und es mir irgendwann so beigebracht wurde?
  • Was würde ich riskieren, wenn ich es anders mache und was könnte ich gewinnen?
  • Kann ich -wirklich- nichts ändern, oder ist mir vl einfach der Weg noch nicht bewusst?
  • Warum sind andere Menschen scheinbar glücklicher oder trauriger als ich?
  • Verstehe ich wirklich oder glaube ich nur zu wissen?
  • Woher genau kommt meine Meinung?
  • Woran orientiere ich mein Handeln im täglichen Leben?
  • Was wünsche ich mir für meine Mitmenschen und meine Enkel?
  • Welchen Beitrag leiste ich selbst dafür?

Fragen führen nach wie vor zu weiteren Fragen und schenken mir auf diesem Weg viele wichtige Erkenntnisse, die mein eigenes Leben spürbar bereichern. Eben weil sie von mir Selbst kommen.

<<<<<< Beginn der Erkenntnis von Tom Tipu Pono >>>>>>

Dieses Vorgehen hat mich sofort auch an ein Zitat von Buddha erinnert:

Glaube nicht an irgend etwas einfach nur, weil viele darüber sprechen.
Glaube nicht an irgend etwas einfach nur, weil Du es in einem religiösen Buch geschrieben fandest.
Glaube nicht an irgend etwas, nur wegen der Autorität Deiner Lehrer und der Alten.
Glaube nicht an Traditionen, weil sie über viele Generationen überliefert worden sind.
Wenn Du aber beobachtet und analysiert hast, wenn Du zu der Auffassung gelangt bist,
dass etwas vernüftig ist und zum Guten hinführt und dem einzelnen und der Allgemeinheit nützt, dann akzeptiere es und lebe dementsprechend.

Ich weiß, dass es schwer ist, bei jedem Schritt darüber bewusst zu sein, was man tut, denn es kostet viel Energie, und unser Gehirn versucht durch Automatismen Energie zu sparen. Und dabei erwische ich mich selbst immer wieder und habe doch in altem Trott gehandelt. Aber wie bei Allem braucht es Übung. Also übe ich nun weiter, bewusst zu leben.

  1. Dezember 22, 2011 um 8:23 pm

    Genau. Ja.

  2. Peter Stenzinger
    Dezember 22, 2011 um 9:09 pm

    diese Empfehlung halte ich schon für Individuen als nützliche Werkzeuge. Jedoch als Beitrag für gesellschaftliche Mitverantwortung vermisse ich die Vision, Hoffnungsträger hinter ethischen Grundwerten zu vereinen, z.B. eine Grundwertedebatte zu fördern.

  3. Dezember 23, 2011 um 3:07 am

    Gute Idee, Peter.
    Ich werfe hier und gleich mal den ersten Stein ins Wasser:

    A. Freiheit,
    B. Gleichheit,
    C. Brüderlichkeit.

    Ich versuche mal, die Diskussionsbeiträge zusammenzufassen und den Stand der Entwickluing verfügbar zu machen.
    Wäre gut, wenn weitere Vorschläge auch mit Buchstaben versehen werden, und Beiträge zu bestimmten den Themen mit dem entsprechenden Buchstaben gekennzeichnet werden.
    Danke!

    Übrigens, die Tage werden wieder länger – es werde Licht, es wird Licht.

    Martin, kennst Du die Bücher von Don Miguel Ruiz?
    Dicke Empfehlung für Menschen, die SICH auf die Spur kommen und ihr Handeln verändern wollen. (wir haben sie und könnten sie Dir schicken)

    Wolfgang

    • Dezember 23, 2011 um 3:22 am

      Nein, sie sind mir noch nicht untergekommen und ich bin interessiert 🙂

    • Dezember 23, 2011 um 3:27 am

      A.1 freiwillig frei sein durch Konsensentscheidung (Merheitsentscheidung führt automatisch zu Unfreiheit)
      B.1 bedingungsloses Teilen
      B.2 bedingungslose Teilhabe
      C.1 Selbstliebe
      C.2 Liebe

  4. Dezember 23, 2011 um 3:21 am

    Gibt es die neuen Menschen schon unter uns, die die Macht haben, die alte Macht zu verdrängen?

    • Dezember 23, 2011 um 4:02 am

      JA!
      Das Video – Wau, mir lief einer doller Schauer DURCH den Köper.
      Auf die Wesen, von denen der junge Mann spricht, sollten wir nicht warten, sie nicht rufen, UNS nicht vergessen. Manch einer gehört dazu, der gerade jetzt noch nichts davon ahnt. Es gibt viele „Schläfer“.

      Und es gibt Menschen, die nicht so still sind, sondern versuchen, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, um vom Wachsen der Anderen abzulenken. Das Kreuz tragen.

      4 Uhr, dem Glücklichen schägt keine Stunde, Bewusstsein steht außerhalb der Zeit.

      Wolfgang

    • Dezember 23, 2011 um 10:41 am

      Dazu, Martin, und zu Deinem Kommentar, und Wunsch, Wolfgang, passt dieses Video:

      Imagine we are Anonymous.
      Imagine you are Anonymous.

      Imagine we plant trees.
      Imagine we become Seed trees.
      Imagine we sow the world with seeds.

      Imagine we finally find the COURAGE needed.
      to BECOME THE CHANGE WE WISH TO SEE in the World.

      Imagine we are no longer afraid of Fear.
      Imagine we re invent and reverse Reality.

      Imagine the corrupt start to Fear Us.
      Imagine corrupt Banksters start to Fear Us.
      Imagine corrupt Governments start to Fear Us.
      Imagine corrupt Corporations start to Fear Us.

      Imagine we conquer Freedom by beginning to be Free.
      Imagine we conquer Justice by beginning to do Fair.
      Imagine we conquer Truth by beginning to do and be True to ourselves.

      Imagine Information equals Power.
      Imagine we start a Fight Club.
      Imagine the System is built upon lies.

      Imagine we purchase a USB drive.
      Imagine we take it to our workplaces.
      Imagine we pretend we have to work late hours.
      Imagine we accumulate all sort of evidences about illegal deeds.
      Imagine Conscientious insiders worldwide begin to expose all lies.
      Imagine we code an extremely simple interface so that anyone can do it.

      imagine we all synchronize our clocks to act at the same Time, on the Winter solstice, The 21st of December 2012 at eleven minutes past eleven local time.

      On the 5th of November 2012 TYLER will be out of beta testing.

      TYLER is a massively distributed and decentralized Wiki pedia style Pee two Pee cipher-space structure impregnable to censorship

      TYLER will gather an unprecedented number of the best hackers and coders ever to develop its structure from scratch, from the lessons learned from the Freenet, TOR, G N U net, e-Mule, Bit Torrent I2P, Tribler and related projects

      From the 12th of December 2012, to the 21st of December 2012, people all over the world upload the evidence of illegality corruption and fraud They have gathered To TYLER

      Imagine we Leak it all

      Imagine…

      We are Anonymous.
      We do not forgive.
      We do not forget.
      Expect us.

      und:

      In the past many leaders have arisen
      and changed the world for the better
      the control system knows exactly how to deal with these type of leaders
      they know that if the rebel leader is removed then the momentum of the movement is severely damaged
      there is a saying;
      „cut off the head and the body will die“
      without the leader the followers are left disheartened
      and a weakened version of the original idea lives on
      anonymous is different as there are no official leaders
      and everyone is their own leader
      there is no centralised power structure
      there is only the idea
      this is very difficult to stop
      the control system tries to apply the same old method of finding the leaders or arresting individual members
      they do this because they presume anonymous functions in the same way as themselves
      they function within the structure of a pyramid
      someone higher up is always passing on orders to those below
      of course this is not the case with anonymous
      anonymous is comparable to a virus in the way the idea of itself spreads
      every new member becomes a unique point of origin
      and takes on their own interpretation of anonymous
      in this way, anonymous is constantly spreading and evolving
      this is why it is impossible to stop
      recently there have been arrests by the FBI of anonymous members
      let me say this
      trying to stop anonymous by arresting individual members is like
      trying to extinguish a wildfire with a cup of water

      We are anonymous
      we are legion
      expect us…“

  5. Dezember 23, 2011 um 10:33 am

    Schönes Beispiel, wie Menschen etwas TUN:
    Hier holen Schweizer die noch guten Lebensmittel aus den Wegwerfkontainern der Aldis, Lidls und Edekas dieser Welt:
    http://www.videoportal.sf.tv/video?id=b1401cc3-6a0d-4909-909d-5f23d7ef2644

    • Dezember 23, 2011 um 10:47 am

      Darum sind die Mülltonnen in Deutschland eingeschlossen. Angeblich wegen der Ratten… Die lügen ohne rot zu werden! Denn die Ratten scheren sich einen Dreck um irgendwelche Schlösser…

  6. Dezember 23, 2011 um 10:44 am

    Und noch eine schöne Anekdote von Böll zur Senkung der Arbeitsmoral, oder was es heißt seinen Eigenbedarf zu decken und damit die Welt zu schonen:

  7. Dezember 23, 2011 um 10:46 am

    Ja, und dann wurde auf facebook noch diese hübsche kleine subversive Aktion gestartet. Seid Ihr dabei?
    https://plus.google.com/photos/103424489628829206631/albums/posts/5687844873062480866?hl=de

  8. Dezember 23, 2011 um 6:04 pm

    Oh ja, das Glücksprinzip, hatte ich schon wieder vergessen, und passt hier richtig gut rein, ein sehr guter Trailer mit passenden Ausschnitten aus dem Film:

    .
    Und ich hatte vor einigen Wochen Maria Donner kennengelernt, die auf ihrer Web-Site eine ähnlich gute Geschichte eingebaut hat. Hier ist das Hörbcuh Traum der Zehn:
    http://www.ideenfinderin.de/td10/15/traum-der-10/hoeerbuch.html

  9. Dezember 23, 2011 um 6:22 pm

    … und dann haben wir noch den hier als Handlungsanleitung 🙂

  10. monikahes
    Dezember 24, 2011 um 1:56 am

    Ich glaube, man muss seinen Geist schützen vor dem ewigen Geplapper der Welt.
    Wie kann ich meine eigenen Gedanken entwickeln und wahrnehmen, wenn ich ständig höre, sehe, lese, was andere mir servieren. Bei all den Informationen in Zeitungen, Nachrichten, Radio, Fernsehen, Internet, Werbung, dem, was Nachbarn, Kollegen mir über Dritte erzählen, wie soll da meine Wirklichkeit zu mir kommen und ich zu meiner Wirklichkeit?

    Ich brauche die Ruhe, deshalb kein Fernsehen, keine Nachrichten, kein Radio, keine Zeitung. Selbst, wenn ich unter vielen Menschen bin, bin ich meistens ruhig, damit mein Geist und mein Gefühl einander hören können. Indem ich still beobachte lerne ich über mich und über das, was ist.

    Das heißt nicht, dass ich mich verschließe. Die Informationen, die ich brauche kommen zu mir, oft über ungewöhnliche Wege, aber fast immer unmittelbar. Das holt das Leben aus der Anonymität. Da gibt es keine Statistik, keine Quoten, nicht soundsoviel Prozent Tote, Verletzte, Misshandelte, Hungernde. Es gibt DEN Menschen, der mir gegenübersteht und hier kann ich handeln und komme aus der Machtlosigkeit heraus, habe die Verantwortung, für das, was ich tue.

    Moni

    • Dezember 24, 2011 um 3:37 am

      Was Sie über Ihr Leben schreiben, Moni, ist wirklich sehr interessant. Sie haben nicht nur den Durchblick, auch ein entsprechendes Handeln umgesetzt.

      Was mich besonders interessiert, ist Ihre „Machtlosigkeit“. Sie müssten (eigentlich) mächtig sein, weil Sie aus dem Chaos raus sind. Das konnte nicht ohne ein entsprechend starkes!! Bewusstsein geschehen.

      Also, Bewusstsein ohne Macht, Macht mit Handeln.

      Wie kamen Sie zu Ihrem Bewusstsein, eins, das man nicht anjeder Ecke findet?
      Gab es in dieser Entwicklung einen Bruch, ein Erlebnis, das Sie nicht oder nicht ganz verarbeiten konnten? Ein Schock, ein Vertrauensbruch, etwas Ungeheuerliches?

      Wäre sehr nett, wenn Sie mir auf die „Sprünge“ helfen. Wenn ich mich irre, helfen Sie mir, wenn ich mich nicht irre, helfe ich Ihnen.

      Herzliche Grüße an Sie von

      Wolfgang
      (der auch nachts schreibt, weil die verwirrten Geister dann ruhen)

  11. Dezember 26, 2011 um 11:06 am

    Ich glaube, es kann nur eine ECHTE Eigenverantwortung geben für Menschen, die auch über eine SELBST-Bestimmung verfügen. Damit schließen sich hier für mich ein paar der Kreise, die entstanden durch Martins Themenauswahl.

    Selbstbestimmung kann nur entstehen durch ein Bewusstsein, das dem Menschen eine Kontrolle
    – über sich
    – über das Andere
    – und seine Beziehung zum Anderen
    gibt. Um sich und das Andere verstehen zu können, braucht es (auch und besonders) ein Verstehen des Ganzen, Antworten auf die Frage: Was will Leben?

    Menschen, die über sich selbst bestimmen können, müssen vor allem wissen, wer sie sind. Mit diesem Anspruch wird klarer, was Kinder für IHR Leben lernen sollten. Sie müssen in einer „gesunden“ Umgebung aufwachsen und von „gesunden“ Menschen begleitet werden.

    Ich glaube, dass die Menschen authentisch sind, die entdeckten, dass sie glücklich sein wollen

    Und ich glaube, dass dies Menschen lernen können, dass sie nur glücklich werden können, wenn sie keinem Anderen schaden.
    Und das sie nur glücklich bleiben, wenn sie ihr Glück mit den Anderen teilen.

    Wer erfahren hat, dass Besitz sein Glück schmälert, wird nicht danach streben. Wer erfahren hat, dass ihm die ganze Welt gehört, braucht nicht mehr, weil er Alles hat. Er holt sich Sonne, Mond und Sterne einfach in sein Herz hinein, er lauscht dem Gesang der Vögel, und weiß, dass sie ihm damit ihren wertvollsten Besitz schenkten, den, der glücklich macht.

    Selbstbestimmung. Es bedeutet mir, frei zu sein von Misstönen und somit die Stimme des Lebens in Klarheit hören und ihr folgen zu können.

    Wolfgang

    • Dezember 26, 2011 um 1:00 pm

      Das erreicht Mensch nur, wenn er vor allem sich selbst liebt. Und das bedeutet, dass Mensch im wahrsten Sinne des Wortes zu sich selbst kommen muss, was ihm in den letzten 5 – 6 Tausend Jahren durch das Etablieren der patriarchischen und damit hierarchischen Strukturen bis hinunter in die Familie gründlich abgewöhnt wurde, da er ja auf das „Außen“ fokussiert wurde: Der Gott, der Kaiser, der Chef, der Lehrer, die Kindergärner, der Vater, die Mutter, die älteren Geschwister, alles „Götter“ außerhalb meines Selbst, denen ich mich zu beugen und gehorchen hatte(habe), die Verantwortung für mich selbst abzugeben hatte, aber auch, und das ist das schlimmste daran, die Verbindung zu meinem Selbst wurde (und wird) gekappt, Menschen werden von ihrem Selbst getrennt. Bei kleinen Kindern ist diese Verbindung zum Selbst noch vorhanden – sie wehren sich noch gegen zuviel Autorität, die sie zwingen gegen ihr Selbst zu handeln. Das Selbst kannst Du auch Seele nennen. Das ist Wurscht.

      Nur wer mit sich selbst im Reinen und Harmonie ist, wer in der Lage ist, sich selbst zu lieben und mit allen seinen Fehlern anzunehmen, ist in der Lage, ebenso seiner Umwelt gegenüber zu handeln. Nur wer begreift, dass alles im Außen sein Innerstes ist, kommt zu der Einsicht, der Außenwelt keinen Schaden zuzufügen, denn er fügt sich ja selbst Schaden zu.

      Jesus Wort: „Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst“ bedeutet im Grund nichts anderes als das.

      Und tatsächlich sind unsere Handlungen gegenüber unserer Außenwelt ein genaues Spiegelbild der (oft unbewussten) Beziehung zu unserem Selbst = Innenwelt. Eines der hermetischen Gesetze: „Wie innen so außen.“

      Und hierin ist die „Eigenverantwortung“ verankert.

      • Dezember 27, 2011 um 11:59 am

        Ja, Solveigh, diese eine „goldene Regel“ sollte ausreichen, unser ganzes Leben damit zu einem friedlichen Miteinander zu gestalten. Mehr Gesetze bräuchte es nicht, denn alles, was dagegen verstieße, wäre zu verurteilen. Aber wer sollte dagegen verstoßen, wenn er zudem wüsste, dass er sich selbst verletzt, wenn er nicht so handelte?

        • Dezember 27, 2011 um 1:09 pm

          Dr. Martin Bartonitz :

          Ja, Solveigh, diese eine „goldene Regel“ sollte ausreichen, unser ganzes Leben damit zu einem friedlichen Miteinander zu gestalten. Mehr Gesetze bräuchte es nicht, denn alles, was dagegen verstieße, wäre zu verurteilen. Aber wer sollte dagegen verstoßen, wenn er zudem wüsste, dass er sich selbst verletzt, wenn er nicht so handelte?

          Ja, Martin, und genau.

  12. Dezember 26, 2011 um 1:36 pm

    Ja, Solveigh.
    Und wie begegnen wir unserem verletzten „Inneren Kind“, dessen Urvertrauen zu Staub zermahlen wurde?
    Am Ende eines jeden Tage reiche ich meinem Kind die Hand, seit Jahren, immer wieder und wieder.
    Darin sah ich meine Verantwortung, das mir Eigene in Ordnung zu bringen, nicht fehlendes Urvertrauen zu beklagen, sondern es wieder herzustellen, indem ich das Recht auf mich selbst erkannte und gegen alles Andere an Ansprüchen durchsetzte.

    Was ich seit vielen Jahren weiß und begrüße:
    Jeder Mensch muss auf dem Weg zurück zu seiner Selbstbestimmung durch die Wut gehen. Erst wenn sie in Erscheinung tritt, erscheint Licht am Horizont.
    Und der Weg beschreibt das Prinzip, zu dem Martin gestern Nacht „Puh“ sagte:
    Es gibt Menschen, die der Wut des Anderen mit Liebe begegnen – was nötig ist, weil die Wut entstanden ist durch die Zerstörung von Liebe.

    Nur, wer kann aus den Lehren des Hermes Trismegistos seine Lehren ziehen?

    Wolfgang

    • Dezember 26, 2011 um 2:51 pm

      Nur, wer kann aus den Lehren des Hermes Trismegistos seine Lehren ziehen?

      Jeder, der will und den Mut hat, den Weg zu sich selbst zu gehen.

      Übrigens ist Mensch auch später noch wütend – und das ist auch gut so 🙂 Sie gehört zum Leben und will er- und durch-lebt werden, genau wie alle anderen menschlichen Gefühle. Allerdings lasse ich mich nun von meinen Gefühlen nicht mehr (immer bzw. lange) beherrschen. Ich finde nun leichter und schneller den Weg zu mir zurück, weil ich eben gerade nicht mehr losgelöst von meinem Selbst, sondern in Übereinstimmung mit mir lebe. Und das hat gar nischt mit rosaroter „Fühl-mich-immer-wohl-Liebe-Zucker-Watte“ zu tun.

      Es ist kein leichter Weg, und es dauert den Rest des Lebens, diese Reise immer und immer wieder zu machen.

      Übrigens verstehe ich in dem Weg zu sich Selbst nicht als Abkehr von der Welt, sondern ein bewusste(re)s Leben in der Welt, auf die ich eine aufmerksamere Sicht habe.

      Ich denke auch nicht, dass Wut als „Anzeichen“ für den beginnenden Weg zum Selbst genommen werden kann. Unbewusste Wut ist zwar Entäußerung, im wahrsten Sinne des Wortes Aus-Druck der inneren Unzufriedenheit und Losgelöstheit, aber sie führt nicht immer zur Ein-Sicht, sondern leider viel zu oft zu Zerstörung im Äußeren (anderer Menschen oder Dinge) oder zur Selbstzerstörung. Psychologen sind hier meist hilflos, weil sie an Symptomen rumdoktorern und Narkotika verordnen, um der unbewussten Wut gegenüber taub zu machen, aber sie erkennen nicht die eigentliche Ursache und helfen ihren Patienten nicht, diesen Weg zu sich selbst zu gehen…

  13. Dezember 27, 2011 um 2:10 am

    Ich schieb Dir im Geiste einen langen Brief, Solveigh. Sehr wahrscheinlich kam er nicht bei Dir an. Aber ich schrieb ihn, erzählte Dir von den tosenden Elementen, dem Wasser, das mich fast umbrachte, den Stürmen, die mich versuchten umzuwerfen, einer Luft, die undurchdringlich wurde und den Blitzen, die direkt über mir tobten, die ich zu berühren versuchte.

    Wenn Geist in der Schöpfung ist, muss Wut im Geist gewesen sein, eine gewaltige Wut.

    Ich und das Selbst, die Menschen verstehen es nicht.
    Gefühle und Emotionen, die Menschen unterscheiden nicht.
    Die natürliche Wut der Kinder zerschlägt man und entfremdet sie von der Natur, damit sie sie dort nicht wiederentdecken.
    Aus der Ur-Wut entstand ein System aus Furcht und Angst.
    Friedrich Hacker meint, Aggression sei ein natürlicher Bestandteil des Lebenstriebes, wenn nicht sogar der Trieb selber.
    Aggression und Gewalt, Menschen können eher zwischen 37 Sorten Lebenwurst unterscheiden.

    Menschen, faszinierende Wesen, Ich weiß nicht, wie Martin darauf kam.
    Wir beide saßen hier gestern Abend und hielten eine kleine Rückschau auf unsere Wege durch die Wut der Anderen. So verschieden diese Wege waren, wir standen stets wieder auf, überstanden das Unglaubliche, stellten uns erneut den Ungeheuerlichkeiten, wieder und wieder, bis heute.
    Wir beide standen auf, Rücken an Rücken und dabei von Angesicht zu Angesicht.
    Ich weiß keinen besseren Weg, als sein Leben in das Herz eines Anderen Menschen zu legen, und dessen Leben in seinem Herzen aufzunehmen.
    Das könnten wir erleben mit dem Gefühl, faszierende Wesen zu sein, aber wir fühlten es nicht. Wir fühlen uns im Schatten der Schmetterlinge, deren Welt wir betreten durften. Das war die Gnade, die wir erfahren durften: Uns annehmen zu können und angenommen werden von Wesen, an deren Sein wir nicht heran reichen können.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem weiteren Werden.

    Auch dieses Thema ist für mich abgeschlossen.

    Wolfgang

    • Dezember 27, 2011 um 9:09 am

      Wie kam ich darauf, meinen Blog „Der Mensch – das faszinierende Wesen“ zu formulieren?

      Begonnen hatte alles mit einer Frage zu einem beruflichen Thema aus dem Geschäftsprozessmanagement: „Kann man Menschen motivieren?“, damit diese mehr Leistung innerhalb von Prozessen bringen, damit diese kostengünstiger werden und damit mehr Profit möglich ist. Hier ist der Artikel dazu, den ich damals schrieb und der wieder mehr weitere Fragen für mich aufwarf als ich beantwortet hatte:
      Zuerst: Prozessoptimierung: für Prof. Hüther ist es hirntechnischer Unsinn, andere motivieren zu wollen
      Und dann: Lassen sich Geschäftsprozesse besser verbessern, wenn man die Mitarbeiter mehr motiviert?
      Das führte mich zu der Überzeugung, dass wir Menschen mit einer sehr hohen intrinsischen Motivation auf die Welt kommen, und aber im Laufe seiner Erziehung diese zerstört wird. Und da war wieder das warum. Und diese führte mich sehr schnell zu dem Bild des nicht selbstbestimmten Menschen, des Sklaven. Und da war sie die Faszination. Der Mensch als intelligentes Wesen, ausgestattet mit logischem Denken und gleichzeitig Gefühlen und Emotionen (siehe Antonio R. Damasio: Ich fühle also bin ich). Der in der Lage in Liebe zu kooperativem Verhalten wie in Angst und Hass sich in seinem Konkurrenzverhalten über andere Menschen stellt. Hierbei bin ich über das Buch „Die sexuelle Evolution – Partnerwahl und die Entsrehung des Geistes“ von Geoffrey F. Miller gestolpert, der die zweite große Theorie von Darwin besprach, die 100 Jahre verloren gegangen war. Und da Denken etwas mit Worten zu tun hat, las ich auch noch „Als die Wörter tanzen lernten – Ursprung und Gegenwart von Sprache“ von Wolfgang Steinig“, worin auch das Thema der Religion nochmals aus einem weiteren Blickwinkel, der der Sprachbildung betrachtet wurde. Und dann bekam ich das Buch „FeelIt – Wie viel Intuition verträgt ihre Firma“ von Andreas Zeuch zugeschickt, was meine Faszination für das Wesen des Menschen noch weiter entfachte.
      Mir war klar, dass ich auf der Suche nach einer besseren Welt mich damit beschäftigen muss, was den Mensch ausmacht, warum er so tickt und nicht anders. Und dabei half und hilft mir dieser Blog, und wie ich sehe konnte, durch die Möglichkeit der Interaktion auch dem einen oder anderen Menschen, der hier vorbei kam.

  14. ernst gruber
    Mai 27, 2014 um 6:55 am

    mit der eigenverantwortung liegst du genau richtig – mit Betonung auf EIGEN – jeder trägt die Verantwortung für sich Selbst – wenn DU einen Bus lenkst wo deine ganze Familie drinnen sitzt – nimmst du damit deinen Familienmitgliedern ihre Eigene – Verantwortung für ihr Leben.

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