Startseite > Geschichten > Eine Indizienbeweisführung: es könnte den Weihnachtsmann doch geben

Eine Indizienbeweisführung: es könnte den Weihnachtsmann doch geben

Ich bin mir sicher, für viele christliche Kinder würde eine Herzensangelegenheit zerstört, wenn Ihr Glaube an die Existenz des Weihnachtmanns auf Basis der aktuellen Kenntnisse der physikalischen Gesetze, wie ich sie selbst als Physiker kenne, widerlegt würde. Es gibt aber Hoffnung, denn ein Physiker geht immer davon aus, dass die aufgestellten Gesetze so lange gültig sind, bis sie durch neue Erkenntnisse durch andere ersetzt werden.

Schauen wir uns zunächst die negativen Argumente an:

Wenn Santa Claus in Europa am 24. Dezember alle 91,8 Millionen Haushalte beliefern wollte – in Amerika kommt er erst einen Tag später –, dann hätte er selbst bei einem 24-Stunden-Tag für jede Familie eine knappe tausendstel Sekunde übrig, Anfahrt inbegriffen. Für den Transport von etwa 320 000 Tonnen Geschenken würde er 210 000 Rentiere und entsprechend viele Schlitten benötigen. Mindestens 120 Millionen Kilometer müsste er zurücklegen, das würde die 4000fache Schallgeschwindigkeit erfordern. Beim Anfahren müssten er und die Rentiere das 17 500fache der Erdbeschleunigung aushalten – kurzum, sollte er es jemals versucht haben, er wäre sofort zerstoben und anschließend verglüht.

Nun die Hoffnungsträger:

In Amerika wird aktuell an einer Aufhebung der Gravitation experimentiert. Die Forscher vermuten, dass durch schnell rotierende Scheiben aus supraleitendem Material die Schwerkraft abgeschirmt werden kann. Das würde bedeuten, dass man einen neuartigen, Energie sparenden Antrieb für Raumschiffe hätte und dass, so ein Physiker wörtlich, „der menschliche Körper auch bei höchsten Beschleunigungen nicht an der Rückwand des Raumschiffes zerquetscht würde.“ Als könnte sich auch der Weihnachtsmann diese Technik schon zu Nutze gemacht haben.

Und dann gibt es da noch die Heisenbergsche Unschärferelation. Das ist jetzt für Kinder ein bisschen schwer zu erklären. Ein wenig vereinfacht geht das so: Ein Elektron schwirrt auf seiner Bahn mit einer solchen Geschwindigkeit um den Atomkern, wie sie etwa der Weihnachtsmann bei der Auslieferung der Geschenke bräuchte. Nun gibt es aber keine solche kleine Zeiteinheit, dass man den Standort eines Elektrons zu einem bestimmten Zeitpunkt festmachen könnte – er ist unscharf oder „verschmiert“, wie die Physiker sagen. Mit anderen Worten, das Elektron könnte an mehreren Orten zugleich sein. Und so ist es auch mit dem Weihnachtsmann. Er könnte also in einer Sekunde gleichzeitig viele Auslieferungen schaffen 😉

Quelle: Natürlich gibt es den Weihnachtsmann! in Welt Online von Joachim Nawrocki vom 21.12.2002

Kategorien:Geschichten Schlagwörter:
  1. Dezember 25, 2011 um 9:58 am

    Ich hatte gestern Abend noch über Historisches zum Weihnachstfest und dem Weihnachtmann gelesen. Folgende Fakten:

    1. Die vier Evangelien lassen sich über die Geburt Jesu wenig konkret aus.
    2. Der Termin 25. wurd erst im 5. Jahrhundert auf den Termin der Sonnenwendefeier gelegt, um wie immer der Konkurrenz der heidnischen Feste zu entgehen. Es wurde in Rom der Sonnengott gefeiert. Nun ist die Sonnenwende aber am 21. Die Differenz liegt in dem damals noch verwendeten Julianischen Kalender, der noch ungenau war
    3. Luther hatte das Beschenken durch den heiligen Nikolaus auf das Christkind verschoben. Die Katholiken kamen im 18. Jahrhundert hinterher. Anschließend bildete sich der Weihnachtsmann in Amerika heraus. Der Gipfel war dann der kreierte seitens Coca Cola in den 30ern.
    4. Heute ist das Weihnachtsfest ein kommerzieller Rummel, der wohl nicht mehr viel mit der BeSINNlichkeit der ersten Christen zu tun hatte.

    Gestern schrieb Jemand:

    Während des ganzen Jahres wird den Kindern die Liebe entzogen und Weihnachten werden sie dann mit Geschenken bestraft.

    Hat er Recht?

  2. Dezember 25, 2011 um 7:22 pm

    Ich kann die Frage nur aus meinem persönlichen Erleben beantworten, Martin.
    Als kleiner Junge stand ich am „Heiligen“ Abend vor der Wohnzimmertür und musste ein Gedicht aussagen:
    Lieber guter Weihnachtsmann
    schau mich nicht so böse an
    stecke deine Rute ein
    ich will auch immer artig sein.

    Heilig bedeutet mir Heilsein, untadelig, vollkommen, rein.
    Aber was ist den Menschen heilig?
    Sie machten nicht davor halt, alles zu missbrauchen.
    Heiliger Abend?
    Jesus hängt am Kreuz, immer noch.
    Welcher Erwachsene will denn mit diesem Jesus feiern?
    Welcher Erwachsene kann mit diesem Jesus sein Kind lieben?

    Mein Vater liebte mich nicht, das ganz Jahr über nicht. Als Jugendlicher wusste ich bereits, dass er das Fehlende mit Geschenken „gut“ machen wollte. Er war bestraft, weil er nicht lieben konnte.

    Susanne und ich beschenken uns das ganze Jahr. Unsere Geschenke könnten nicht eingepackt werden, sie gehen nicht kaputt, kommen nicht aus der Mode und verbrauchen keinen Platz.

    Aber, ich sage es mal etwas platt, wenn alle Menschen so miteinander umgehen würden, hätte kein Mensch mehr Arbeit, und schon bald wäre der Planet übersät mit Verhungerten.
    Da ist dann eben doch besser, seine Kinder mit Geschenken zu bestrafen.
    Wolfgang

    Hallo Martin, Susanne hier.

    Das Beschriebene ist ja kein typisches Weihnachtsphänomen, sondern eben ein Symptom unserer auf „Wachstum“ ausgerichteten Lebens- und Wirtschaftsform.

    Jedes Kind, jeder Mensch hat bestimmte Bedürfnisse, die befriedigt werden wollen. Hat ein Mensch Hunger, entsteht das Bedürfnis nach Essen und wird zu einem konkreten Bedarf, zum Beispiel Brot. Nun bedingt unser System, dass zur Befriedigung des Bedürfnisses nicht nur eine Brotsorte verfügbar ist, sondern 50 verschiedene, und dass nicht nur Brot vorhanden ist sondern tausende verschiedener Lebensmittel. Und damit das System gut funktioniert, müssen stets neue Bedürfnisse kreiert und geweckt werden, Aufgabe der Werbung. Aber dieses üppige Angebot an Gütern hat seinen Preis. Wir müssen FESTE arbeiten, um uns all das leisten zu können, was wir ANGEBLICH brauchen.

    Neben materiellen Bedürfnissen haben wir auch die immateriellen, wie zum Beispiel Zuwendung und Anerkennung. Zur Befriedigung dieser Bedürfnisse brauchte ein Kind die Aufmerksamkeit, Zeit, den Körperkontakt, das Gespräch mit einer Bezugsperson. Die Bezugspersonen sind aber die, die so feste arbeiten, damit sie ihren Kindern „etwas bieten können“. Und so fehlen für das Gespräch, den Körperkontakt, die Aufmerksamkeit dem Kind gegenüber oft die Zeit und die Kraft.
    Dann kann folgender Mechanismus greifen:
    Auf der Seite des Kindes werden nun die unbefriedigten Bedürfnisse umgelenkt auf materielle Dinge, zum Beispiel wird es essen, wenn es traurig ist oder fernsehen, wenn es einsam ist.
    Auf Seiten der Eltern wirkt das schlechte Gewissen, denn im Grunde ist ihnen ja klar, was die Kinder WIRKLICH brauchen. Und sie erfüllen die Wünsche der Kinder nach den materiellen Dingen, um ihr Gewissen zu beruhigen und sagen zu können: Was willst du Kind, habe ich nicht alles für dich getan und dir eine Playstation zu Weihnachten geschenkt?

    • Dezember 25, 2011 um 10:51 pm

      Ja Susanne,
      ich habe gestern formuliert, dass ich weder teure Geschenke bräuchte noch einen Hirschbraten, wenn es bedeutet, dass eine lange Woche Stress dahinter steht und dagegen nur eine halbe Stunden Spaß beim Gechenke auspacken und Essen. Und habe damit ein kleine Krise ausgelöst, weil ich nicht die Bemühungen dahinter respektieren würde.
      Es ist so schwer von Traditionen abzulassen und zu erkennen, wem das Ganze eigentlich nützt.
      Und ich musste spontan an eine junge Mutter denken, die eine so hohe Drehzahl im Marketing gefahren ist und nun nach einem Jahr Mutterschaft möglichst wieder in die Tretmühle wollte und dabei das Kind in fremde Hände gibt. Mittlerweile kann ich gut beurteilen, was es hieß, dass meine Mutter sich komplett um uns drei gekümmert hatte …
      Liebe Grüße
      Martin

  3. Dezember 26, 2011 um 1:03 pm

    Der Glaube an den Weihnachtsmann kam mir, wie jedem Kind, zwangsläufig abhanden.
    Ein genialer Plan, das dem Menschen innewohnende „Heilig“ zu betäuben, und ich brauchte viele Jahre zur Aufklärung des Verbrechens.

    Stimmen
    „Nein, Weihnachten interessiert uns nicht mehr, wir machen das nur für die KINDER“.

    Bitte? FÜR die KInder?
    Wenn ich mir Deine Stimme, lieber „Nick“, mal kurz ausleihen darf:
    Wie dämlich ist das denn?

    Der Weihnachtsmann, so lernten wir es, kommt einmal im Jahr mit seinen Geschenken. Das Erscheinen einer Attrappe zu erleben hat aber rein nichts mit dem Glauben an DEN „Weihnachtsmann“ zu tun. Der klingelt nicht am Heiligen Abend, der steht jeden Tag direkt neben jedem Menschen und versucht ihm zu erklären, dass er das Geschenk ist.

    Wollen wir ihn rein lassen?
    Immer mehr Menschen tun das, verbrennen die Lügen und öffnen ihr Herz. Mag das ein Indiz sein für den Erfolg der Beharrlichkleit, mit der sich Liebe in die weltlichen Belange einmischt.

    Wolfgang

  1. Dezember 26, 2011 um 10:50 am

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

<span>%d</span> Bloggern gefällt das: