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Wenn der Sinn des Lebens glücklichzusein ist, macht dann das Schulfach Glück Sinn?

Spontan hätte ich bei dieser Frage gesagt, ja, unbedingt sofort einführen! Denn was, wenn alle unsere Schüler Methoden lernten, wieder glücklich zu werden? Denn dass in unseren Schulen ja mächtig was schief läuft und die Schüler überwiegend unglücklich mit dieser Form der VERBildung sind, bestätigt mir die hohe Klickrate auf den Artikel Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter zur Erklärung.

Da findet man in einem alten Focus-Glücksartikel so positive Wohlfühlworte:

„Wie viele von euch setzen sich zur Entspannung vor den Fernseher?“, fragt die Lehrerin. Rund die Hälfte der Schüler heben die Hand. „Wie fühlt ihr euch danach?“, fragt sie weiter. „Schwindlig“, kommt als Antwort, „leer“, „unzufrieden“, „müde“, „betäubt“, „frustriert“. Als Nächstes sollen die Jungen zu einer vorgegebenen Melodie den Rhythmus klopfen. Nach einer Weile gelingt das recht gut. Pearson jetzt: „Wie geht es euch, wenn ihr etwas tut, das ihr gut beherrscht?“ „Voller Energie“, beschreiben sich die Jungen, „beglückt“, „alles um einen wird schärfer“, „die Bewegungen fühlen sich fließend an“.

Und ist voller Enthusiasmus, endlich eine Formel gefunden zu haben, wie wir unseren Schülern mit diesem Unterrichtsfach Glück etwas Gutes tun können. Aber wie immer steckt der Teufel im Detail. So entlarvt der emeritierte Professor Dr. Freerk Huisken, Universität Bremen – Politische Ökonomie des Ausbildungssektors, als ein Seelenpflaster dafür, dass die meisten Menschen in Zukunft mit weniger auskommen müssen, dargeboten von den wenigen, die dagegen mehr haben werden.

Wie auf einem Operationstisch seziert er die – ich nenn es mal wieder – Indoktrination der Menschen mit Methoden, damit sie, wie Herr Huisken meint, dem Scheiß unserer neoliberal kapistalistichen Gesellschaftsform noch was Sinngebendes abringen und somit sich gut  und glücklich fühlen können, auch wenn die Welt um einen herum zusammenbricht und sozial immer kälter wird. Seine abschließenden Worte seiner sehr lesenswerten Gegenrede Das hat gerade noch gefehlt: Schulfach ‚Glück‘!  lauten:

Noch einmal im Ernst: Bei dem zitierten Werk handelt es sich nicht um eine Satire, nicht um eine pädagogisch eingefärbte Verspottung des Konfirmandenunterrichts und der „Bunten“. Ihm ist es mit seinen Aussagen fürchterlich ernst. Dabei gehört – das muss zu seiner Ehrenrettung gesagt werden – all das, was hier ohne Schnörkel in großer Klarheit ausgebreitet wird, längst zum Erziehungsanliegen von Familie und Schule, von Öffentlichkeit und Arbeitswelt dazu. Es wirkt wie eine Satire, da hier der moralische Extrakt der gesamten Erziehung zum mündigen Bürger, der sich aus freien Stücken und ausgestattet mit lauter geistigen und praktischen Techniken des Zurechtkommens in einer wenig freudvollen Gesellschaft, gesondert wie ein moralischer Erziehungskodex vorgestellt wird. Den pädagogischen Glückstrainern muss in der Schule und an den Schulabgängern schon ein rechter Mangel aufgefallen sein, dass sie zu derart unsensiblen pädagogischen Keulen meinten greifen zu müssen. Oder anders gesagt: So ein Glückserziehungskonzept sagt viel über das aus, was der Ernst des Lebens der Mehrzahl der Schulabgänger zumutet. Dabei ist es gleichgültig, ob die Vertreter dieses neuen Schulfachs davon eine Ahnung haben oder nicht. Die Ausstattung mit einem Panzer aus sinnstiftendem Selbstbetrug halten sie ganz offenbar für nötig und – für einen Segen für
die Schüler.

Und wieder zeigt sich, dass erst bei einer Betrachtung aus mehreren Blickwinkeln die Wahrheit zu sehen ist. Oder habe ich noch etwas übersehen?

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  1. Dezember 27, 2011 um 4:59 pm

    Ich denke nicht, dass da noch etwas zu übersehen ist: Es ist einfach nur traurig, dass unsere Gesellschaft so wenig Anlass zum Glücklichsein bietet, dass den Kindern mit der durchaus nett gemeinten pädagogischen Keule „beigebracht“ werden muss, wie das geht. Damit sie in ihrem traurigen Alltag noch irgendwie funktionieren können – denn zum Glücklichsein sind wir schließlich nicht auf der Welt. Sondern zum Geldverdienen.

    • Dezember 27, 2011 um 5:48 pm

      Und dann gibt es auch noch die vielen Bücher, in denen uns erklärt wird, wie man sich ein wenig Glück zurückerobern kann, wenn man sich unter den Verlierern wiederfindet. Mit der religiösen Versprechung des Himmels nach dem Tod sieht es auch nicht anders aus …

  2. Dezember 27, 2011 um 5:31 pm

    Glücklichsein muss keinem Menschen (und auch keinem Kind) „beigebracht“ werden. Jeder Mensch kommt glücklich auf die Welt. Wer je in die Augen eines Neugeborenen geschaut hat, weiß das.

    Das Glück wird den Kindern dann in dieser kapitalistischen Gesellschaft sehr schnell abgewöhnt!

    Es müssen nur einfach die gesellschftlichen Rahmen-Bedingungen, die Umwelt zum Glücklich-Sein-Können geschaffen werden.

    Solange die Bedingungen nicht stimmen, wird das Glück auch nicht lange anhalten, es ist aufgesetzt und macht dann krank, weil es darauf hinaus läuft, das Selbst ständig belügen zu müssen. Zum Glück gehört die Einsicht, dass Konsum, materielle Güter eben gerade NICHT notwendig sind, um glücklich zu sein. Es gehört dazu, dass der Mensch die Möglichkeit hat, sich frei nach seinen Talenten und Fähigkeiten zu entfalten, anstatt zu funktionieren, um irgendwie das Überleben zu sichern – das macht unglücklich!

    Ausgangspunkt dieses „Unterrichtsfachs“ ist sicherlich die Erkenntnis, dass glückliche Menschen produktiver sind. Im Sinne dieser kapitalistischen Ausbeutungsordnung bedeutet dies also, dass aus den Menschen noch mehr Profit gequetscht werden kann, wenn ich sie in einen Rausch der Glückseligkeit versetze.

    „Religion ist das Opium des Volkes“, hat Marx mal gesagt und er zielte genau auf diesen Bestandteil der Religion(en) hin. Da die Religionen nun diesen Zustand der „Glückseligkeit“ bei den meisten Menschen nicht mehr hervorrufen, sondern eher das Gegenteil, was ja kein Wunder ist, da die Verbrechen der Kriche ruchbar werden und alle sehen, dass Kirche und Kapital nach den selben Mustern funktionieren, wird nun das Unterrichtsfach „Glück“ bemüht.

    • Dezember 27, 2011 um 5:46 pm

      Ja, Religion. Mir scheint, dass der Kapitalismus auch nichts Anderes als eine Religion ist: Monetarismus der obersten Elite, die das Spiel durchschaut und es dem Rest der Welt so schön verkauft, dass alle Menschen glauben, auch etwas davon zu haben …

  3. Dezember 28, 2011 um 12:35 am

    Die Religion ist einzig Mittel zum Zweck, zum Zweck der Bildwerdung eines Teiles der reaktiven Unordnung. Genau wie die Mathematik mit ihren komplizierten Formeln und Dimensionsgebilden. Beide dienen einzig der weiteren scheinbaren Verwirrung und der weiteren scheinbaren Verkompliziererei der Realität, dabei gilt es einzig Möglichkeiten zu erschaffen, um weitere reaktive Unordnung bildhaft interpretieren zu können. Der Schlüssel zur Wirklichkeit dagegen liegt da, wo er immer gelegen hat … in der Einfachheit der Dinge:

    http://www.gold-dna.de/update6.html#up115

    Gruß Guido

  4. Dezember 28, 2011 um 11:38 am

    Zu Huisken
    In einem hamburger Theater erlebt ich mal live das „Zersägen“ einer Dame. Es war einfach toll, aber im Nachhinein darf man sich wohl fragen, was ein Theater ohne tieferen Sinn soll; er greift mir viel zu kurz – und selbstgefällig.
    Menschen, die ein menschlich legitimes Anliegen mit Füssen treten, nur weil der oder die Verteter des Anliegens noch ein bisschen stottern, disqualifiziert sich und sollten, um es ruhrpöttisch-direkt zu sagen, einfach mal die Fresse halten.

    Ob Menschen glücklich sind, war doch in den bisherigen so genannten zivilisierten Gesellschaften ein Negativ-Thema unter der Überschrift: Willkürliche Reglementierung und Bestrafung nach Schlechtdünken. Kommen wir nicht erst in eine Zeit, in der ein glücklicher Mensch das „Normale“ ist und sein muss?

    Kontraproduktiv steht menschlichem Glück das Kirchendogma im Weg, es muss weg und ersetzt werden durch ein positives Postulat: Der Mensch ist gut. Ausnahmen, wie sie in Kirchenkreisen zu finden sein mögen, böte den Stellvertretern „Gottes“ eine völlig neue Ebene der Sinnfindung.

    Für mich sind die Ideen des Wellington College der richtige Ansatz. Klug wäre, mit einer menschengerechten „Erziehung“ bereits früher zu beginnen. Damit wäre ein erster Schritt getan, dem, was in unserer Welt bislang ausgeschlossen schien, in einer Werteordnung Geltung zu verschaffen: Gerechtigkeit.

    Vielleicht besinnen sich immer mehr Menschen auf einen Wert, den sie selber viel zu wenig kennen lernten.

    Wolfgang

    • Dezember 28, 2011 um 2:12 pm

      Gerechtikgeit! Einer der drei Forderungen der Französichen Revolution. Leider in unserem Kulturkreis des Kapitalismus weiter mit den Füßen getreten.
      Wenn es in der Welt gerecht zuginge, hätten wir keine Verbrecher mehr und könnten wir unsere Wohnungen unabgeschlossenen lassen, wenn wir mal weggehen.
      Wenn unser System in sich gerecht wäre, bräuchten wir kein Rechtssystem, das etwas zu schützen hätte.

  5. Dezember 28, 2011 um 3:03 pm

    Gerade auf Facebook gepostet:

    Brauchen wir eine spirituelle Neuorientierung, in der nicht mehr ein Gott über uns steht sondern wir Alle ein Teil des Göttlichen sind, damit ebenfalls perfekt sind und daher keine Schuld auf uns laden können? In der Alles miteinander in Verbindung steht aufgrund der neuen physikalischen Erkenntnisse, dass es nur Energie gibt? Und daher Jedem klar wird, dass er sich selbst verletzt wenn er Andere verletzt? Es daher Sinn macht zu kooperieren anstatt zu konkurieren, so dass Alle gemeinsam gewinnen und keiner mehr verlieren muss? In dem Konsens das oberste Gebot ist, so dass jeder in seinem Sein respektiert ist? Wo es daher nur die eine einzige goldene Regel für einen gerechten Umgang miteinander braucht und die Welt so wieder für jeden nachvollziebar wird?

  6. Dezember 28, 2011 um 3:20 pm

    Lieber Martin … das bringt es im Wesentlichen auf den Punkt.
    Ent-schleunigung. Ent-schlackung. Ent-behrung. Ent-täuschung. Ent-ledigung. Ent-lassung. Ent-fremdung.

    Reinventing the Sacred …

    Gruß Guido
    http://www.gold-dna.de

  7. Dezember 28, 2011 um 9:53 pm

    Wodurch kommt Glück zustande ? Dadurch, dass energetische Unordnung in Ordnung umgewandelt werden kann, und diese Unordnung den weiteren Bildern der Realität nicht mehr zur Verfügung steht. Somit kann Glücksempfinden als Sinn des Lebens angesehen werden, jedoch sollte bedacht werden, dass des einen Glück, eines anderen Leid sein kann, sprich, Glück empfindet jeder anders. Wildjäger sprechen von Glück, wenn ihnen eine seltene Trophäe vor das Zielfernrohr rennt, um nur ein Beispiel zu nennen, in dem keine Unordnung umgewandelt wird, sondern, ganz im Gegenteil, weitere geschaffen wird. Somit taugt Glück als Sinn des Lebens eher weniger und es kommt doch wieder darauf zurück, als Sinn des Lebens den eigentlichen Akt der Wandlung von Unordnung zur Ordnung hin anzusehen. Und da alles Leben, alle Bewusstseine, von dieser Wandlung profitieren sollen, muss aus der Wandlung aktive Ordnung hervorgehen, d.h. es es muss zur kompletten Beseitigung der Unordnung kommen … etwas, dass nur durch Optimierung erreicht werden kann. Ein bisschen kann man das mit APPLE-Produkten vergleichen und damit erklären, warum diese Produkte derart große Wellen der Resonanz nach sich ziehen. Allerdings gibt es bei derart künstlichen Produkten keine aktive Ordnung auf ganzer Ebene, denn Neid und andere Bilder der Realität zeugen diesbezüglich von weiterer Unordnung.

    Braucht es ein Schulfach GLÜCK ? Ich denke, es braucht einzig vier Schulfächer, von Beginn an … der Rest folgt von ganz allein. Lesen und Schreiben, mathematische Grundlagen … und Bewusste Wahrnehmung. Diese vier Fächer können zu einem einzigen zusammengefasst werden, denn sie bauen allesamt aufeinander auf. Dieses eine Fach hat auch einen passenden Namen … LEBEN. Eine Schule innerhalb des Lebens zu schaffen ist scheinbar sinnlos … und doch dient das moderne Schulwesen ebenfalls einzig der reaktiven Unordnung, so wie die Religionen, so wie die unzähligen Sparten der modernen Wissenschaft. Das aktuelle Schulsystem dient einzig der Bildwerdung der Expansion … und ist daher zwangsläufig ein Auslaufmodell … wie so vieles, kurz vor Auslaufen der Expansion.

    Gruß Guido
    http://www.gold-dna.de

    • Dezember 28, 2011 um 10:15 pm

      Guido, das macht neugierig. Leben zählst Du als eins von vier Fächern. Welches sind die anderen drei, die Du noch siehst? LG Martin

  8. Dezember 28, 2011 um 10:30 pm

    Vielleicht habe ich mich etwas undeutlich ausgedrückt:

    1. Lesen
    2. Schreiben
    3. mathematische Grundlagen
    4. Bewusste Wahrnehmung

    1+2+3+4 = das LEBEN

    Mit anderen Worten: es braucht eigentlich keine Schule in aktueller, weitverbreiteter Form.
    Dazu eine schöne Geschichte … ganz ohne Schullaufbahn:

    http://www.hna.de/nachrichten/politik/politik-lokal/kopf-tages-william-kamkwamba-673862.html

    Gruß Guido

  9. Dezember 29, 2011 um 2:43 pm

    Dabei ist Bewusste Wahrnehmung wichtiger als alles andere, denn daraus geht Neugierde hervor. In welchem Beruf stellt sich keine Routine ein, in welchem Beruf zählt einzig Bewusste Wahrnehmung und Neugierde ? Die Berufe, die uns das aktuelle Schulsystem nach scheinbar erfolgreichem Abschluss ermöglichen, gehören kaum dazu. Beruf sollte Berufung sein, somit braucht es keine Berufe, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Einzig Berufung zählt, um das Leben, welches ein Geschenk ist, mit Sinn zu füllen. Dafür braucht es keine Institutionen:

    Demonstrationen, Revolutionen, Interpretationen

    Gruß Guido

  10. Dezember 30, 2011 um 4:16 am

    Noch ein Gedanke in ruhiger Nacht:

    Warum fragen Erwachsene Kinder immerzu, was sie später mal werden wollen, wenn sie das aktuelle Schulsystem des Schubladendenkens hinter sich gebracht haben ? Warum müssen Kinder erst ETWAS werden ? Können sie nicht einfach SEIN, was sie bereits SIND … nämlich neugierige Wesen, die mit offenen Sinnen die Welt in sich aufnehmen … zumindest solange bis sie den Schubladen begegnen ?!

    Gruß Guido
    http.//www.gold-dna.de

  11. Dezember 30, 2011 um 5:18 am

    Ein „Schulfach Glück“ kann wohl nur Sinn machen – erfolgreich sein – wenn man es nicht durch Schubladendenken mit „Leben“ erfüllte.

    Brauchten wir für die Gestaltung dieses Fachs nicht Menschen, die nicht nur glücklich sind, sondern auch wissen, WIE man glücklich wird – UND bleibt?

    Was ist Bewusstsein?
    Zu wissen, wie man Selbst, die Anderen und das System funktionieren – und das Funktionieren des Systems – eben bewusst – dazu einsetzen, um bestimmte Zustände erreichen zu können.

    Wenn Jesus sagte, der „Weg“ sei schmal, verstehe ich das heute so:
    WIR (beide) gehen den Weg, der Anderen auf keinen Fall schaden kann und uns sicher voran bringt. Voran bringt, noch intensiver Glück zu spüren, und unser Vertrauen immer weniger von den Entwicklungsbildern des Lebens – dem täglichen Wahnsinn – beeinflussen zu lassen.

    Vielleicht ist es einen Versuch wert, die Aussage, die Liebe „Gottes“ sei in jedem Menschen, zu überprüfen. Nur, wie kommen wir an diesen Glück spendenden Fundus heran? Kein Weg für Kinder ist der schulische Religionsunterricht, und ich wüßte einige weitere erfolglose Wege.

    Was bleibt uns, die wir wissen, dass wir nicht in einem Liebe-System, sondern in einem GEIST-System leben?

    Wolfgang

  12. Dezember 30, 2011 um 10:48 pm

    Passend zum Thema und ein Beispiel, das Schule machen sollte:

    http://www.sein.de/archiv/2012/januar-2012/gluecksfaktor-berufung.html

    Nicht Beruf, sondern Berufung … der Vermeidung weiterer reaktiver Unordnung wegen !

    Gruß Guido

    • Dezember 31, 2011 um 12:19 am

      Ja, sehr interessanter Artikel. Es gibt noch eine Gruppe, die sich um eine so genanntes sinnvolles Wirtschaften Gedanken macht. Einer der Mitglieder veröffentlicht seit geraumer Zeit sein Buch Affenmärchen – Arbeit frei von Lack & Leder Häppchen-weise kostenfrei online, das ich auch sehr empfehlen kann. Denn hier geht ees auch um das Miteinanderarbeiten in der Sinnkopplung, d.h. ohne sich zu verbiegen …

  13. Dezember 31, 2011 um 12:39 pm

    Jeder Mensch verfügt über eine Kraft, die ich „Vitales Lebensinteresse“ nennen möchte. Dieses wird ihm bereits frühzeitig versucht zu rauben. Aber es ist nicht zu rauben, nur zu verwirren und in Richtungen zu lenken, die eine künstliche Vitalität erzeugen, eine, die immer wieder neu belebt, gefüttert werden muss, um der Existenz einen gewissen Wert zu suggerieren. Das ist der Kern der Gier.

    Sobald ein Mensch wieder Zugang zu seiner natürlichen Lebens-/Energie-/Glücksquelle fand, verschwindet die Gier automatisch.

    Vielleicht hatte der Heiler Bruno Gröning Recht, wenn er sagt, Gesundheit entstehe durch Glauben und Vertrauen – in die göttliche Ordnung. Dieser Mann heilte, und er wurde vom System zu Tode gehetzt.

    Hinweis auf einen Film, der uns begeisterte:
    http://secret-wiki.de/wiki/Der_gr%C3%BCne_Planet_-_Besuch_aus_dem_All

    Viel Freude.

    Susanne und Wolfgang

  14. Norbert
    Januar 2, 2012 um 8:00 am

    Ach, das liebe Glück…. Wieviel Unverstandenes, Religiöses und Wirklichkeitsfremdes rankt sich um diesen Begriff. Spontan hätte ich bei dieser Frage „Schulfach Glück“ gleich gesagt: „Wieder so eine bürgerliche Verblödungsaktion!“ Der Artikel von Freerk Huisken dazu ist bemerkenswert. Im übrigen schließe ich mich Solveig an, die weiter oben schreibt: „Glücklichsein muss keinem Menschen (und auch keinem Kind) ‚beigebracht‘ werden….“ Mein Kommentar:
    http://sascha313.blog.de/2012/01/01/totale-verwirrung-glueck-12378911/
    Eine glückliches Neues Jahr!
    Norbert

    • Januar 2, 2012 um 12:00 pm

      Hallo Norbert,
      am Rande interessiert mich, OB Du „bürgerliche Verblödungsaktion“ gesagt hast.

      Ich las den Artikel auf Deinem Blog. Was mir fehlt ist Deine Vorstellung von Glück, ob Du glücklich bist und welche Ideen Du hast, um das Glück auf dieser Welt mehren zu können.

      Warum rankt sich „Wirklichkeitsfremdes“ um diesen Begriff? Und muss der, der von „wirklichkeitsfremd“ spricht, nicht wissen, was die Wirklichkeit des Glücks ist?

      Was mich an Huiskens irritierte, scheint anderen die richtige „Kerbe“ zu sein. Und ich vermute, dass es nicht wenige Menschen gibt, die nicht nur das Menschen-Glück nicht wollen, sondern gerade das Gegenteil.
      Als wenn es auf der Welt genug Glück gäbe. Als wenn die, die sich um das Wohl ihrer Mitmenschen sorgen, weltfremd-spinnert sind; wir kennen das Muster.

      Glück ist eine absolute Lebensqualität.
      Glück macht autonom;
      Glück ist eine Macht.

      Die Frage, was das für Menschen sind, die sich gegen einen natürlichen Glücksanspruch wenden, scheint nicht schwer beantwortbar.

      Nein, Glücklichsein braucht man keinem Menschen beibringen – es sind starke Kräfte am Wirken, die ihn vergessen lassen wollen, dass es Glück überhaupt gibt. Wenn das geschafft ist, hat es auch mit der Verknappung ein Ende

      • Norbert
        Januar 3, 2012 um 10:39 am

        Hallo federleichte,
        ich werd aus Deinen Andeutungen nicht so richtig schlau, weiß nicht, was Du sagen willst. Natürlich ist es eine Verblödungsaktion, ein Schulfach Glück einführen zu wollen. Aber das ist nicht der Kern der Sache (und den trifft auch Huisken nicht!). Der Kern der Sache ist, daß „echtes Glück nur dort Bestand hat, wo sich das Volk für immer von Ausbeutung und Unterdrückung befreit“ (Zitat). Und das ist eben hier und heute leider nicht der Fall!
        Gruß Norbert.
        http://sascha313.blog.de/2011/11/21/arbeiter-schmarotzer-12199477/

  15. Mai 2, 2012 um 8:07 am

    BHUTAN – 40,9 Prozent sind schon glücklich

    In einem Königreich im Himalaya gilt nicht das Wirtschaftswachstum als Maß der Dinge, sondern die Zufriedenheit seiner Einwohner.

    Man kann sich Reichtum und Zufriedenheit wie Geschwister vorstellen, die Hand in Hand einen Berg hinaufgehen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem Bruder Reichtum weiter aufsteigt und Schwester Zufriedenheit umdreht und absteigt. Die Bundesrepublik hat diesen Punkt längst erreicht. Die Deutschen werden immer reicher, aber nicht glücklicher. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung nimmt die Lebenszufriedenheit in Deutschland seit Jahren ab. Auch die Zufriedenheit mit dem Einkommen, der Arbeit und der Gesundheit sinkt. In Bhutan sind die Geschwister noch ganz am Anfang des Berges. Noch gehen sie gemeinsam nach oben. Aber es ist das Ziel der Politik, dass das so bleibt, dass sie den Gipfel zusammen erreichen, auch wenn sie dann ein bisschen länger unterwegs sind. Das ist der Unterschied.

    Kann das wirklich funktionieren, sich am Glücksgefühl zu orientieren?

    Vor einem Jahr hat sich eine NEUE ENQUETE-KOMMISSION ist auf der Suche nach dem Glück.

    Um den Fortschritt zu messen, forscht eine Enquete-Kommission des Bundestages nach einer Alternative zum Bruttoinlandsprodukt. Einige Mitglieder stellen dabei gleich das Wachstum insgesamt in Frage.

    Es gilt als fraglich, was Umfragen über das persönliche Empfinden wert sind. Wenn sich Dänen oder US-Amerikaner als besonders glücklich beschreiben, kann dies viele Gründe haben – etwa auch eine Neigung, Optimismus zur Schau zu stellen. Möglich ist es laut Sachverständigenrat allenfalls, zu ermitteln, wie sich das Glück einer Person im Laufe des Lebens verändert.

    Also ein relatives Messen scheint mir hier OK, sprich bin ich jetzt glücklicher oder unglücklicher seit der letzten Umfrage. Aber das kann noch nicht alles sein. Was ist mit dem Glück von Mutter Erde und den anderen darauf befindlichen Lebewesen? Müssten die nicht auch eingeschlossen werden?

  16. federleichtes
    Mai 2, 2012 um 2:12 pm

    Woher wusstest Du, dass es zum Thema „Energie und Transformation“ vorab einiger grundsätzlicher Erklärungen darf?

    Menschen lernten eher theoretisch, sie seien Körper, Geist und Seele – in einer Weise, als hätte man ihne die drei Begriffe auf den Rücken geschrieben; gelegentlich erinnern sie sich daran.
    Sie lernten weder theoretisch noch pragmatisch-intellektuell, dass in allen drei Unter-System drei VERSCHIEDENE Energien wirken. Ich versuchte hier bereits eine Unterscheidung, die, so scheint es, nicht so leicht nachvollziehbar, geschweige denn erfahrbar ist:
    Körper – Lust
    Geist – Freude
    Seele (Wesen) – Glück.
    Ich könnte ein Buch darüber schreiben, und ich hätte es mit einer Veranlassung sicher längst getan.
    Schauen wir mal auf den Körper. HIere walten Bedürfnisse, z.B. sich ernähren zu lassen, weil er, der Körper, funktionieren will. Um sich diese Bedürnisse befriedigen zu lassen, spendiert er auf der Anreiz- oder Motivationsebene Lust.
    Freude bereitet es dem Geist, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen – genauer gesagt, die Ideen zu verstehen, die den Körper konstruierten. Hat der Geist seine Arbeit erledigt und verstanden, kommt er zur Ruhe und läßt das Wesen SEIN, glücklichsein. So mag Glück in einem menschlichen System erst entstehen durch die Abwesenheit von Notwendigkeiten.

    Susanne erzählte am Abend von ihrer Erfahrung vom Beobachten einer Meise, die ihre Jungen fütterte: „Ich war nicht auf dieser Welt“. Zeitlos, versunken, verschmolzen – GLÜCKLICH.
    Geschähe Kommunikation im menschlichen System verbal, sagte das Wesen vielleicht zum Körper: Wir wollen mal glücklich sein – verursacht im Körpersystem Lust (frische Luft, Bewegung, Beschäftigung der rezeptiven Sinne usw.), regt den Geist an, Ideen zu generieren (da ist ein wunderbarer Ort, da ist ein Weg und du hast ein Fahrrad usw.) – und ab geht die Lucie. Von der Lust zum Glück, ganz leicht, wenn man versteht, wie das funktioniert.

    Nun funktioniert das aber nicht, wenn das Wesen eines Menschen wie ein nasser Sack im System rum hängt, weil es von Körper und Geist heftig gepiesackt (gequält) wird.
    Ich greife hier auf die Aussage von Norbert – mit dem ich hier leider nicht recht warm werden konnte -zurück, der sagte:
    „Der Kern der Sache ist, daß “echtes Glück nur dort Bestand hat, wo sich das Volk für immer von Ausbeutung und Unterdrückung befreit” (Zitat). Und das ist eben hier und heute leider nicht der Fall!“ Zitatende.
    Betrachten wir seinen „Kern“ genauer, stellen wir fest:
    Der Mensch ist EIN System, und er lebt in EINEM System.
    Im menschlichen Mensch befinden sich lebensfeindlich Informationen.
    Im Gesellschafts-System agieren lebensfeindliche Informationen (Zeitgeist).
    Ich und das Andere agieren interaktiv – WENN es Anknüpfungspunkte im System Mensch gibt: Er läßt sich in die Destruktivität des Geistes ziehen, wenn seine persönlichen lebensfeindlichen Informationen energetisch, sprich reaktiv sind.
    Die Folgen sind allen bestens bekannt durch ihre Handlungen und ihre Erregungen.

    Erhebungen über das Glück von Menschen zu machen, sind insofern sinnlos, weil die, die sie machen, gar nicht wissen, was Glück ist – sonst würden sie GANZ SICHER keine Erhebungen machen, sondern Grundlagen dafür schaffen, dass Menschen Fähigkeiten für ihr Glücklichsein entwickeln können. Stattdessen gibt es einige namenlose Kommisionen, die daran arbeiten, den Menschen das letzte Glück auch noch zu rauben – was bedeutet: Energie von hoher Qualität in eine niedere zu TRANFORMIEREN. BIs Menschen an einem Punkt sind, voller Lust andere zu quälen – und andere sehnsüchtig darauf warten, endlich wieder gequält zu werden – um glücklich zu sein?

    Es ist sicher nicht einfach, sich selber verstehen zu können. Der einzige Weg dorthin erlaubt eine autonome Instanz: Das Bewusstsein. Es entsteht nicht nur durch Informationen, denken und fühlen. Zu den Wahrnehmungen müssen Handlungen kommen, denn erst die machen Informationen greifbar, handfest, authentisch GLAUBWÜRDIG.

    Wolfgang

    • Mai 2, 2012 um 2:44 pm

      Ja, das mit dem Glück ist so eine Sache. Wer gelernt hat, bei für die Gesellschaft im Ganzen unzuträglichen Dingen Glück zu empfinden, ist schwer davon abzubringen, wird er dann doch unglücklich sein.
      Handlungen. Mit der Hand etwas tun. Die meisten Menschen tun inzwischen mit dem Geist und wären verloren, müssten sie sich komplett selbstversorgen …
      Mike sagte auch schon, dass wir wieder mehr dazu kommen sollten, mit den Händen zu wirken, so würden wir wieder besser an die Natur andocken können, oder so ähnlich.
      Deine Zuordnung von Körper, Geist und Seele gefällt mir.
      Und ja, dass überhaupt gefragt wird, wie es um das Glück bestellt ist, zeigt, dass Unsicherheit darüber besteht, alles für das Glück der Menschen getan zu haben …
      LG Martin

      • federleichtes
        Mai 2, 2012 um 2:56 pm

        Martin, es ist ja schon mal erfrischend, dass überhaupt Bwegung in die Vorstellungen von Menschen kommt, wer sie sind und wie sie sich kontrollieren – im Sinne von meistern – können.
        Wer von uns hätte nicht versucht, einen anderen Menschen glücklich zu machen. Und? Was machten wir, und was kam dabei heraus?
        Ich glaube, man kann keinen einzigen Menschen glücklich machen.

        Das ist ein Distelfink, auch Stieglitz genannt.
        Es ist keine echte Frage, aber – wenn man einen Vogel spüren lassen kann, dass er an einem Glück beteiligt ist, …
        Was geschieht dann?

  17. federleichtes
    Mai 2, 2012 um 2:42 pm

    Natürlich fotografierte auch ich gestern die Rauchschwalben.

    Einige der Leser, da bin ich mir ziemlich sicher, nehmen an, wir seien verrückt mit unserer Natursucht und Endlosfotografierei. Natürlich sind wir verrückt – aus dem Kern des Wahnsinns, der in der Gesellschaft waltet.
    Das konnten wir, weil im Prozess der Wahrnehmung von Geist und Liebe unseren lebensfeindlichen Informationen die Energie entzogen wurde. Mittlerweile ist es so, dass unsere Bewusstseine sich ausdehnten und zum Beispiel eine Rauchschwalbe einbeziehen. Gewisserweise werden wir im Moment der Wahrnehmung auch zu dieser Rauchschwalbe – sie existiert nicht getrennt von uns. Es ist schwer, das genauer zu beschreiben. Wer es einmal erlebte, braucht meine Worte ohnehin nicht.

    Schauen wir mal, was Silke uns weiter berichten wird. Nach meinem Gefühl geht sie den selben Weg.

    Wolfgang

  18. Mai 27, 2012 um 4:02 pm

    Aus ERSTER WELTGLÜCKSBERICHT DER UNO

    Das Glück der Erde

    Laut einer UN-Studie zählt ein Job mehr als das Einkommen für die Zufriedenheit der Menschen. Auch persönlicher Altruismus und gesellschaftliche Egalität machen glücklich.

    … Bei Sättigung droht das Gegenteil
    Es sei nicht primär Reichtum, der Menschen glücklich mache, fassen die Autoren ihre Erkenntnisse zusammen, sondern „politische Freiheit, starke soziale Netzwerke und die Abwesenheit von Korruption“. Wirtschaftswachstum macht Menschen nur dann glücklicher, wenn sie zuvor arm waren. Ab einer gewissen Sättigung droht eher das Gegenteil: Konsumismus macht unglücklich, vor allem in Ländern mit großer sozialer Ungleichheit – weil sich Wohlhabende ständig mit den noch Reicheren vergleichen.“

    Und das wundert auch nicht:

    Welche Faktoren fördern das individuelle Glück? Sehr wichtig, so der Report, sei Erwerbsarbeit. Arbeitslosigkeit führe nicht nur zu Armut, sondern auch zu Ausgrenzung und Statusverlust, mache Menschen krank und depressiv. Ein sicherer Job wird von Befragten weit mehr geschätzt als hohes Einkommen.

    Ich sehe darin bestätigt, dass jeder Mensch etwas Schaffen möchte, sich beteiligen an der Gemeinschaft. Wer nicht Mitwirken darf, fühlt sich ausgegrenzt. Daher bin ich nach wie vor der Meinung, dass im Übergang zu einer Schenkkultur ein wichtiger Baustein das Bedingungslose Grundeinkommen ist. So kann sich jeder auf den Weg machen, sein Mitwirken in der Gemeinschaft zu finden.

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