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Was könnten wir erreichen, wenn sich Jeder hingebungsvoll einbringen würde?

Wir stellten in vielen Diskussionen fest, dass viele Menschen ihrer Lohnarbeit lustlos nachgehen, da sie sich fremdgesteuert fühlen und dabei zunehmend krank werden. Und dass Menschen, die selbstgesteuert sind, eigenmotiviert mit Spaß bei der Sache sind und freiwillig länger arbeiten. Und wir haben anhand eines Autobaus gesehen, wozu das kooperative Arbeiten in einem Netzwerk fähig ist.

Dieser Film geht der Frage nach, warum so viele Mensche nicht das tun, was sie sich eigentlich wünschten, wie ein Mensch sein Gabe finden kann, so dass er hingebungsvoll wirken kann, und wie wichtig dabei die Eigenliebe ist, als auch das bedingungslose Geben:

.

Und jetzt stellen wir uns vor, dass wir uns Alle entschlossen hätten, so liebevoll miteinander zu leben und dem nachzugehen, was unsere Gabe ist. Welche Energie dabei freigesetzt werden könnte! Müsste unsere Mutter Erde dann nicht wieder aufblühen?

  1. Februar 18, 2012 um 1:06 am

    Flo Sinus hatte gerade auf Facebook geantwortet:
    Das ist wirklich mal eine richtig gute Frage. – Was könnten wir erreichen? – Wenn man wirklich davon ausgeht, dass Mensch an sich, also alle Menschen gemeinsam füreinander arbeiten und nicht gegeneinander, dass sie sich nicht durch zueinander in Konkurrenz stehende „Zellen“ definieren, seien es Firmen, Parteien oder verschiedene Institute jeglicher Art, dass die Menschen ihre Energie in Aufbau-Projekte investieren, in Entwicklung und Forschung, statt in mühselige Lebensplanung, immer komplexere Steuererklärungen, dann kann da meiner Ansicht nach eine enorme Energie zum Positiven freigesetzt werden, die durch andere Werte und Maßstäbe, auch was vor allem die Grundversorgung der Menschen angeht, die essenziell für „höhere Tätigkeiten“ notwendig ist, in den Bereich des Möglichen gelangen. – Ohne Dialog und damit einhergehende Konflikte ist ein friedliches Zusammenleben ohnehin nicht möglich, da sich ansonsten Bedürfnisse aufstauen, bis es zur Gewalt kommt, eine freie Gesellschaft geht aber auch mit einer gewissen „Unsteuerbarkeit“ und Machtverlust einiger weniger einher. Es ist daher ja auch, direkt oder indirekt, eine unserer zentralen Fragen dieser Zeit, ob die Gesellschaft überhaupt ihre „Führer“ braucht, oder es wirklich denkbar ist, dass wir gesellschaftsweit einen aktiven Dialog hin zur Wahrheitssuche hinbekommen, um gemeinschaftlich und demokratisch zu agieren. Und dann bleibt noch die Frage offen, wer überwacht das? Und wer überwacht die Überwacher? – Ich denke aber schon, dass man viele Schritte in diese Richtung gehen kann, da die Gemeinschaft im Internet, gerade durch die Distanz mancher Konfliktparteien großartig steuer- und überwachbar ist, obwohl die Menschen sich dort weitestgehend offen und direkt in Dialog/Konflikt begeben können. Was im Moment fehlt, sind einige wirklich gute Grundlagen, Gesetze und Techniken, die gezielt dieses Potenzial der Menschen individuell fördern und für Rechtssicherheit sorgen, ohne die Freiheit der Menschen einzuschränken, sei es Meinungs-, Rede-, Presse- oder sonstige Freiheiten, die für eine rasante Entwicklung unserer Kapazitäten vonnöten sind. Ich kann mir kaum etwas spannenderes vorstellen, als mit anderen Menschen daran zu arbeiten, aber im Moment kann ich mir davon kein Brot kaufen, also mach ich weiter wie bisher und utopisiere ab und zu mal abends im Internet herum, auf der Suche nach ein paar „Fame-Klicks“. Da wäre sicher noch mehr möglich, wenn die Grundidee von genug Menschen getragen und wirklich gemeinsam weiterentwickelt wird. – Ich kann mir ohne weiteres vorstellen, dass man massive Fortschritte machen könnte, wenn es nicht darum geht „sein Gesicht zu wahren“, sondern „möglichst gut“ zu arbeiten. Viele der nahezu perversen Entwicklungen auf unserem Planeten bestehen doch, weil Konzerne auf ihre Bilanzen schauen müssen, da mache ich denen nicht mal einen Vorwurf. Dass diese ohne freiwillige Unterstützung und weitreichende Beteiligung des Privatsektors kaum wandlungsfähig sind, sollte auch einigermaßen klar sein. – Wenn man also von der Vernetzung unserer Potenziale spricht, dann geht es also auch um einen Übergang von einem monopolistischen Gesellschaftsprinzip, in dem alle in Konkurrenz ihr Spezialgebiet verteidigen, bis nur noch einer übrig ist, hin zu einem Schwarmprinzip, in dem wir tatsächlich schnell und effektiv zu wissenschaftlich fundierten Entscheidungen finden können und in die Umsetzung unsere individuellen Fähigkeiten einfließen lassen können. – Ich könnte mir nichts schöneres vorstellen, solange die persönliche Entwicklung dadurch wirklich gefördert wird und die Freiheit erhalten bleibt. – Die Alternative hat George Orwell beschrieben. – Ob die ganze Welt wirklich schon bereit dafür ist wage ich zu bezweifeln, da viele Menschen zu diesen Gesprächsthemen, zu diesen Lebensqualitäten und der Bildung, dem Wissen, der Erfahrung bislang überhaupt keinen Zugang hatten/haben und ihre Erfahrungen ein gänzlich anderes Weltbild hervorbringen müssen, ist dort sicherlich ein gewisses psychologisches Genie vonnöten, damit im gegenseitigen Umgang miteinander nicht unverarbeitetes Konfliktpotenzial oder kulturelle Unterschiede zu neuen Problemen führen, die die Stabilität stören. Wenn ich von Stabilität schreibe, meine ich natürlich Stabilität und nicht den Mangel an Flexibilität. 🙂

  2. Februar 18, 2012 um 11:30 am

    Habe gerade ein wichtiges Interview mit Sarah Wagenknecht und Hainer Geißler in ein Artikel auf Zeit Online gefunden, in dem Herr Geißler sagt:

    „Während jeder normale Mensch für jede Windel und Kaffeemaschine Umsatzsteuer zahlt, beteiligen sich die Devisenhändler und Spekulanten mit keinem Cent an der Finanzierung der Menschheitsaufgaben. Es gibt Geld wie Heu auf dieser Erde, nur haben es die falschen Leute.“

    Auch den Papst hat er bezichtigt, ein falsches Zitat gebracht zu haben wo er wissentlich „Recht“ anstelle von „Gerechtigkeit“ genutzt. Denn Recht wissen wir inzwischen, bekommt in der Regel der Stärkere.

    Was wir brauchen, ist die Erkenntnis, dass wir wieder gerecht Teilen lernen müssen. Nein, eigentlich noch weiter, bedingungsloses Teilen hat eine Macht, die alles ändern würde. Und dann bräuchte es keine Geld mehr. Es gäbe keine Engpässe in den Grundbedürfnissen mehr. Hier noch ein schöner Artikel zum Teilen: Teile was du teilen kannst

    Darin finden wir z.B.:

    Das übliche Argument gegen jede auf Solidarität aufbauende Wirtschaft lautet: Die Idee scheitert am Menschen – dieser sei nun mal egoistisch und materiell eingestellt. Genau hierauf beruht die in den Wirtschaftswissenschaften gelehrte »Tragedy of the Commons«, wonach eine Allmende notwendigerweise übernutzt und damit zerstört würde. Erst im Jahr 2009 erhielt Elinor Ostrom den Nobelpreis für Wirtschaft dafür, dass sie die Tatsache berücksichtigt, dass Menschen miteinander kommunizieren können – und damit auch kooperieren. Zu Hardins Tragödie kommt es darüber hinaus aber nur, wenn eine Privatwirtschaft existiert, die erlaubt, die über den eigenen Bedarf angeeigneten Ressourcen in Geld zu verwandeln und als solches anzuhäufen. Ohne diese Möglichkeit hätte niemand Interesse, sich die Arbeit zu machen, große Herden von Schafen oder Kühen auf die Weiden zu treiben.

    Neueste Erkenntnisse der Biologie zeigen zudem, dass selbst unsere Gene und unser Gehirn gar nicht gedacht werden können ohne Umwelteinflüsse. Individualistische oder kollektivistische Gesellschaften, so Robert Maurice Sapolsky, Professor für Neurologie an der Stanford University, brächten ganz unterschiedliche Menschen hervor. Er warnt: In einer Welt, in der es um Aufstieg gehe, in der wir uns als unterschiedliche Schichten definierten, hätten wir nur wenige ebenbürtige Menschen, mit denen uns auch ebenbürtige Beziehungen verbänden. Dies aber führe zu weniger Altruismus.

    • Februar 18, 2012 um 1:19 pm

      Ist doch mein Reden seit Anno Dutt, zur Zeit der Völkerwanderung 🙂

      Manchmal bin ich wirklich erstaunt, was die Wissenschaftler in letzter Zeit so alles herausfinden, was mir schon vor Jahren auf- und einfiel und wenn ich es jemandem erzählt habe, wurde ich im günstigsten Fall müde belächelt oder als Idealist abgekanzelt… Ja, weltfremd und verrückt war ich auch… 🙂

      Schön, dass nun „offizielle Stellen“ auch auf den Trichter kommen. Es gibt Hoffnung für unsere Menschheit und wundervolle Erde!

  3. Februar 18, 2012 um 1:12 pm

    Zunächst vielen herzlichen Dank für diesen Film, Martin. Genau das habe ich jetzt als Erinnerung gebraucht…

    Was in dem Film immer und immer wieder angesprochen wird ist das TEILEN: mich selbst mit-teilen. Nun wird die tiefere Bedeutung dieses Wortes deutlich: Ich teile mein Selbst mit anderen, ich teile mich mit (anderen)… 🙂

    Die unterschiedlichen Lebensphasen eines Menschen, die dem Leben plötzlich eine ganz andere Richtung geben, haben mich an Marlo Morgans Buch „Der Traumfänger“ erinnert. In diesem Buch erzählt sie, dass es in einem Stamm der in Australien lebenden Ureinwohner Sitte ist, dass sich die Menschen selbst Namen geben, die ihrem Lebenszyklus, Lebensausdruck entspricht. So kann jemand ein paar Jahre lang einer sein, „der gut trommelt“, um dann zu jemandem zu werden, „der immer Wasser findet“ oder ähnliches. Ihre Namen sind also nichts fest stehendes, sondern bewegen sich wie sie selbst durch das Leben und wandeln sich wie ihr Leben sich wandelt…

    Wenn alles, was wir tun, von tiefer Liebe druchdrungen ist, dann schaffen wir eine Welt, die des Menschen würdig ist.

    Noch einmal vielen herzlichen Dank!

    Hermann Hesse hat ähnliches in diesem Gedicht zusammengefasst:

    • Februar 18, 2012 um 2:01 pm

      Marlo Morgans Geschichte hat mich sehr beeindruckt. Hier relativiert sich deutlichst Mangel und Überfluss, und zeigt, was ein Mensch zu leisten vermag, der seinem Gefühl Ausdruck verleihen will.

      Im Teilen mag man entdecken, dass man ein Teil des Ganzen und doch auch das Ganze ist.
      Auch das wird durch die Quantenphysik nur bestätigt.

      Wolfgang

  4. mahnred
    Februar 19, 2012 um 8:49 pm

    *Liebe*

    Liebe – was kostet sie dich ?!?
    Sie kostet dich
    Zuerst einmal dein eigenes „ICH“
    Denn Liebe sucht immerzu
    Nur liebend das „DU“

    Doch auch selbst in dir
    – erzählte sie mir –
    finde sich
    ein „DU“ neben dem uralten „ICH“.

    Ein liebendes „Auf-der DU-Suche“ Sein
    Läd sie zum Verweilen ein
    Sie wächst dabei leise im Teilen
    Ohne nur bei sich selber zu verweilen .

    Also , WAS kostet denn diese Liebe ?

    Wie hoch ist der Preis ?
    Still wird der , der es weiß
    Der es staunend erkennt
    Wie sie ihn selber beim innersten Namen nennt
    Sie kostet dich also nur dein „ICH“
    Und bringt dafür Überreiches heimlich mit sich

    Liebe ist NIE mit Gut oder Geld zu bezahlen
    Wer es versucht , findet sie nicht und übrig bleiben nur Qualen
    Sie ist einfach viel zu teuer
    Da hilft auch keine noch so hohe Vergnügens-Steuer

    Sie wartet doch nur auf den Verzicht
    Auf das über-große „ICH“
    – Mehr wirklich nicht ! –

  5. Heinrich Schmitt
    Februar 19, 2012 um 9:21 pm

    Sehr nachdenkenswert. Vielleicht dazu auch das heute im Nachtstudio des ZDF gefuehrte Gespraech ueber Dilettantismus; hier wird der Schwarmintelligenz auch eine „Schwarmdummheit“ entgegengestellt.
    Auch schon vorab anzusehen ueber ZDF.de

    • Februar 19, 2012 um 11:34 pm

      Hallo Heinrich,
      wie überall wird es wieder eine positive Seite als auch eine negative Seite in der Nutzung auch des Internets geben. Solange wir ein System haben, dass dem Profitstreben über alles andere stellt, wird es immer auch der Versuch der Manipulation zum Zwecke des Profits geben. Daher ist es wichtig, Alles zu hinterfragen: Wem nützt es?
      Und wieder heißt es dann: sehen wir das Glas halb voll oder halb leer 🙂
      Lieben Gruß, Martin

  6. Februar 24, 2012 um 3:47 pm

    Was haben B-bestimmte Menschen erreicht durch eine Art bedingungsloser Hingabe?
    War das nicht für A-bestimmte Menschen die Einladung zu einem bedingungslosen Fressen?

    Es gibt einen Spruch:

    Sei wie eine Öllampe
    Gebe nicht von dem Öl, das sie nährt
    sondern von dem Licht, das sie krönt.

    Räuber sind nicht am Glitzern der Diamanten interessiert.

    Wolfgang

  7. Februar 24, 2012 um 7:50 pm

    Hingeben, gerne, aber wofür?

    Mottenkiste.

    10.10.02
    Wir suchen das zentrale Problem
    Verharmlosung
    Über die schlechten Statistiken der Welt wird viel gesprochen, auch über die Mißstände in der herrschenden Politik. Menschen stehen seit vielen Jahren am Abgrund ihrer Geschichte. Tatsächlich scheinen sie sich mit dem Status eines unausweichlichen Kollapses arrangiert zu haben. Sie sprechen deutlich von dem Ast, auf dem sie sitzen und an dem sie zunehmend heftiger sägen, selbstverständlich nur, damit es ihren Kindern später mal besser geht. Vielleicht sind das auch Leisetreter, die so sprechen. Tatsächlich geht es hier nicht um einen Ast und einen Fall mit sanfter Landung. Hier geht es um eine Lebensleistung von vielen Generationen, von Milliarden von Menschen, von Kultur und Liebe, von Leid und Elend, das plötzlich alles keinen Sinn mehr macht, wenn irgendein Wahnsinniger seinen Haß nicht mehr zügeln kann. Ast absägen? Das Beispiel stinkt zum Himmel, so als beschreibe man mit dem Bild einer laufenden Nase einen Vulkanausbruch.

    Ungerechtigkeit
    Es gibt ein zweites, verharmlostes Problem. Ich könnte es Ungerechtigkeit nennen, so wie das globale System auf der Ebene des einzelnen bruchstückhaft wahrgenommen wird. Chancengleichheit, Brüderlichkeit, Nächstenliebe, Bescheidenheit, wir werden sie niemals erreichen. Sieger und Verlierer wird es immer geben, so wie Junge und Alte und Kranke und Gesunde. Was wirklich in unserer Weltengemeinschaft geschieht, wird gar nicht verdrängt, sondern kann von den Opfern überhaupt nicht wahrgenommen werden. Mit zunehmender Industrialisierung, Technisierung und Automatisierung einerseits und eines geschaffenen vererbbaren Vermögens andererseits in Verbindung mit Bodenschätzen und materiellen Kräften wie Wind und Wasser verfügt die Menschheit über ein gewaltiges Wohlstandspotential: Den Kindern sollte es schon besser gehen.
    Für ein nobles Ziel wurde geschuftet und gerackert. Theoretisch müßte es den jetzt lebenden Menschen auch besser gehen; praktisch sieht das ganz anders aus. Der Lohn der Arbeit vieler Milliarden Menschen verschwindet in dunklen Kanälen, wird abgeschöpft wie der Rahm von der Milch. Einiges davon manifestiert sich in einem gewaltigen Waffenpotential, das global das Leben und die Heimat des Lebens bedroht. Unter diesem Aspekt arbeiten Menschen gegen ihre Kinder und mit dem Fortschritt gegen ein Fortbestehen.
    Es sieht so aus, als würde das System einen echten Wohlstand im Sinne eines Paradieses gar nicht zulassen.

    Gleichgültigkeit
    Da sich niemand für eine globale Gerechtigkeit wirklich interessiert, erscheint dieses dritte Phänomen.
    Die Welt ist bis in den letzten Winkel erforscht, die Kommunikation von einem zum anderen Ende ist laufend perfektioniert worden. Reporter reisen in die entferntesten, abgelegensten Gebiete der Erde, schicken Berichte und Bilder. Satelliten mit ihren Bildern aus dem All leisten permanent einen Beitrag zur Aufklärung. Aber die Bilder erreichen die Menschen nur auf der sachlichen und emotionalen Ebene. Fühlen können sie nicht, was da an Not und Elend geschieht. Dazu kommt, daß Katastrophen-, Horror- und Gewaltfilme die Menschen abstumpfen. Sie ertragen die Schrecken, lassen sich nur auf einer unpersönlichen emotionalen Ebene erregen, weil sie ja nur einen Film sehen. Genauso lernen sie auch echte Schreckensbilder einzustufen, die ein Stück von ihnen entfernt ablaufen: Kriege, Folter, Hunger, Massenelend berührt sie nicht in ihrem Wesenskern: Sie können zwischen Fiktion und Realität nicht unterscheiden.

    Damit haben wir das zentrale Problem noch nicht gefunden. Aber alle drei Probleme müssen aus einer Quelle stammen.

    12.7.03
    Verharmlosung, Abgestumpftheit und Gleichgültigkeit – eine traumatische Wurzel zwischen Macht und Ohnmacht.

    Damit verabschiede ich mich ins Wochenende.

    Wolfgang

    • Februar 24, 2012 um 10:32 pm

      Hallo Wolfgang,

      vor 10 Jahren geschrieben und mir schien es so, dass zumindest die Gleichgültigkeit bei immer mehr Menschen abzu fallen scheint. Denn viele meiner Facbook-Freunde posten Artikel, die über das Elend der Menschen in anderen Ecken unserer Welt berichtet und empören sich dabei.

      heute habe ich aber wieder einen Beweise dafür gesehen, dass doch immer noch sehr viel mehr Menschen zu bewegen sind, wenn es um ihr eigene Brieftasche geht. Es gab nun einen Aufruf auf Facebook, am 1.3. nicht tanken zu gehen. Zeigtausend hatten geliked. Dann war der Post wie von Zauberhand weg und es wurde sich aufgeregt. Mir ging gleich durch den Kopf, warum es keine Aktion gab, die dazu aufrief, einen Tag zu fasten, um damit gegen das Zocken auf Lebensmittel zu protestieren, so dass weniger Kinder pro Minute hungers sterben müssen. Gleichgültigkeit?

      Ich wünsche Euch beiden ein schönes Wochenende in der Natur, wird es doch wieder wärmer 🙂

      Martin

      • Februar 27, 2012 um 12:59 am

        Ne, ich glaube nicht, dass sie gleichgültig sind.

        Der gute Mann, der vom schädlichen Fernsehkonsum sprach, sagte auch, das Lernen ginge am Besten im Miteinander – mit Menschen.
        Empathie, wie entsteht sie? Indemman sich Menschen ZUwendet, ihnen ZUhört und ihre Emotionen verstehen lernt.
        Den GANZEN Menschen annehmen, mit ihm teilen können.

        Aber wer kann das heutzutage noch – von denen, denen man glauben machte, es ginge um IHR Überleben? Die sich vorm Fernseher entspannen, genauer gesagt, ihre Lebensangst und -unfähigkeit verarbeiten oder verdrängen müssen. Kein Fragezeichen.

        Der gute Mann, der sein Vermögen weg gab und in einer kleinen Hütte lebt – er hatte das Glück, und wer weiß, welcher Engel ihn küsste.

        Hingabe, wer weiß denn, was das wirklich bedeutet? Hast Du jemals einen Menschen so geliebt, dass Du Dein Leben für ihn gegeben hättest?
        Wie sind viele „normale“ Beziehungen aufgebaut? Auf Nutzen, Verwalten und Bequemlichkeit. Kennst Du eine Familie, die sich rücksichtslos FÜReinander einsetzen, die Alles geben, damit es Allen möglichst gut geht?
        Ich kenne keine.

        Ich bin bei Fascebook ausgestiegen, nachdem wieder einige meiner Kommentare bei Dir zensiert wurden. Die Macht, die von Facebook ausgeht, ist wie ein laues Frühlingslüftchen, und das – man höre und staune, kommt auch ohne Facebook.

        Ja, es wird wärmer, die Vögel turteln und bauen Nester, meine Rankpflanzen treiben aus; hingebungsvoll. Na ja, Du weißt, ich setze auf das Weiblich-Liebevolle, das naturgemäß von wahrer Hingabe etwas mehr versteht, während das Männlich-Geistige eher hinnahmevoll agiert. Sie nehmen das hin, was geschieht, harte Kerle, die die Schuld der Welt-Misere in der Überbevölkerung finden und in der Kneipe Ausrottungsideen diskutieren. Auch hier waltet keine Gleichgültigkeit, sondern die Feigheit vor dem Spiegel.

        Nun ja, es wird wärmer. Vielleicht auch in den Herzen der Menschen.

        Wolfgang

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