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Sind der Ehrgeiz und die Habsucht das Paar Schuhe, das das Glück auf der Welt zertrampelt?

Wikipedia: James Tissots Ölgemälde A Woman of Ambition (1883‒85) zeigt eine junge Frau, deren Interesse, in der Politik mitzureden, im späten 19. Jahrhundert die Gemüter der Männer erregt.

Wikipedia: James Tissots Ölgemälde A Woman of Ambition (1883‒85) zeigt eine junge Frau, deren Interesse, in der Politik mitzureden, im späten 19. Jahrhundert die Gemüter der Männer erregt.

Nachdem wir Leid und Gier (=Habsucht) als durchaus zuträgliche Motivatoren zum Überleben erkannt haben, die aber auch durch Übertreibung zu unzuträglichem  Handeln antreiben können, möchte ich mich nun einem weiteren Antreiber widmen: dem Ehrgeiz. Zuerst schauen wir mal, was unsere Alten so zu sagen hatten:

Ehrgeiz ist die zentrale Ursache allen Unglücks und Unfriedens auf Erden. (Luther)

Weil Ehrgeiz und Habsucht direkt gegen das Wohl des jeweils anderen Menschen gerichtet sind, sind sie die schicksalhafte Ursache allen menschlichen Unglücks. … Wenn Feigheit und schlechte Ordnung sich dem Ehrgeiz beigesellen, so kommt schnell jedes Unheil, Zerfall und jedes andre Übel.(Machiavelli war dem Ehrgeiz also ambivalent eingestellt, und er schrieb unter dem Eindruck der damaligen Besatzung Italiens durch Frankreich)

Der Nichtehrgeizige werde getadelt, weil er nicht einmal die Ehre sucht, die aus dem sittlich Schönen erwächst (Aristoteles)

Es gilt also auch hier das Polaritätsgesetz beim Ehrgeiz, denn das Ergebnis kann zuträglich  oder eben auch nicht für die Gemeinschaft sein.

In alten Zeiten war Ehrgeiz eher negativ belastet. In der letzten Zeit des neolibaleren Kapitalismus scheint mir der Ehrgeiz in dieser Konkurrenzgesellschaft salonfähig geworden zu sein, zumindest unter Jenen, die nach oben in der Hierarchie wollen und sich damit auf Kosten Anderer besser stellen wollen.

Dieser Artikel wurde von BÜRGERSTIMME angefragt, dort publiziert werden zu dürfen, daher geht es nun dort weiter.

 

  1. Mai 29, 2012 um 2:34 pm

    Die Stoßrichtung von Habgier und Ehrgeiz muss nur umgedreht werden, schon passt´s

    Danke! Das war für mich gerade der letzte Anstoß, mich nun endlich der Meditation zuzuwenden.

    LG Martin

  2. Mai 29, 2012 um 4:15 pm

    Nicks Kommentar ist nichts hinzuzufügen.

    So gehe ich auch nur auf einen einzigen Satz in Deinem Artikel ein – und auch nur mit zwei Fragen:

    solcher Art Mordmaschinen aus gesunden Menschen zu machen, nur um uns selbst als Gemeinschaft schützen zu wollen?

    Schützen uns diese Mordmaschinen? Wenn ja wovor?

    • Mai 29, 2012 um 4:36 pm

      Verteidigung vor externen Aggressoren. Bis zum kalten Krieg war es der so genannte Ostblock, der uns überrennen sollte. Heute muss die Achse des Bösen herhalten, deren Mitglieder wer am besten schon im eigenen Land angreifen, damit sie erst gar nicht auf die Idee kommen, bei uns irgendwann Mal einzufallen:

      Wir verteidigen unsere Heimat in Afghanistan.

      Plumper geht es nimmer, und dafür verbiegen wir unsere Mitmenschen …

      • Mai 29, 2012 um 8:10 pm

        Ja, das bei Euch die Mähr verbreitet wurde, wir würden Euch angreifen und „überrennen“ wollen, ist uns auch zu Ohren gekommen.
        Es war trotzdem vollkommener Unsinn, wir konnten einen Krieg erstens gar nicht gebrauchen, zweitens wäre das gegen unser Selbstverständnis gewesen und drittens brauchten die USA ja Gründe, ihre dreckigen Raketen mit Atomsprengköpfen in der BRD aufstellen zu können – gegen den Widerstand der Menschen…

        Glaubst Du, dass die Menschen eines Landes, in dem die Kinder solche Lieder im Kindergarten und unteren Schulklassen lernen gegen irgend jemand Krieg führen können, dass die kriegsbereit und -fähig sind?

        Zu den in der Kinderhymne genannten Grenzen: Es gab bis 1952!! von der Sowjetunion immer wieder Angebote zu einem Friedensvertrag, der ein neutrales, entwaffnetes und geeintes Deutschland vorsah. Das wurde vom Westen immer wieder und konsequent abgelehnt….
        Aber der Osten wollte ja den Westen überrollen… Wie immer: Die Tatsachen werden einfach umgedreht. Wahrheit wird zur Lüge und Lüge zur Wahrheit erhoben…

        Und die so genannteAchse des Bösen ist genau so eine Schimäre!

        Also hat die Armee nichts und niemanden zu verteidigen, außer die Pfründe der Profithaie und für deren Profitmaximierung müssen dann auch Angriffskriege geführt werden.
        Genau darum werden die jungen Menschen seelisch verkrüppelt. Sie wären sonst zu solchen Untaten nämlich gar nicht bereit…

        Wenn ich einen Ehrgeiz entwickele – um auf Dein Thema zurück zu kommen – dann den, alles in meiner Macht stehende zu tun, um den Frieden auf unserer Erde zum dauerhaften und normalen Zustand – ohne Ausnahme – überall auf unserer Erde zu machen.

    • Mai 29, 2012 um 10:43 pm

      Gott, was sind wir blöd!^^
      … und das ist auch gut so! 😀

    • federleichtes
      Mai 30, 2012 um 2:59 am

      Hätte die Schöpfung auf die „Klugheit“ der Menschen bauen müssen – hätte man man dann DIESEN Menschen geschaffen?
      Die Menschen lachen über die Schafe, die bis fünf Minuten vor dem Schlachter auf der Weide stehen und fressen in dem Glauben, sie täten das für sich.

      Blöd?
      Es reichte jedenfalls aus, um zu fressen und auf den „Schlachter“ zu warten. Und, merkwürdigerweise dachte ich gerade ans Angeln.

      Wolfgang

  3. Mai 29, 2012 um 5:00 pm

    Ich sprach von einem Umdenken und finde dies heute bei der Durchsicht meiner Geschäfts-Mails einen Artikel, bestätigt. Es wird gefragt:

    Was haben Spieltrieb, Zukunft und HR gemeinsam?

    und finde darin auch gleich die Empfehlung zur Nutzung von gesundem Ehrgeiz:

    Warum sollten wir aber den Vorteil vernachlässigen, Arbeit effizient und mit Vergnügen und gesundem Ehrgeiz erledigen zu können?

    Was Sie tun können? Wir möchten Ihnen ein paar Ideen mit auf den Weg geben, mit denen Sie Ihre Unternehmenskultur (und ihre vielen Facetten) durch diesen spielerischen Ansatz weiterentwickeln können:

    in Gesundheitsprogrammen für Mitarbeiter (Krankenkassen haben diesen Trend mit ihren Bonusprogrammen schon umgesetzt)
    bei Lern- und Trainingsprogrammen (z.B. durch das Freischalten von neuen Lernmodulen durch eine spezifische Information, die gefunden werden muss)
    zur Erhöhung des Engagements bei täglichen Aufgaben (z.B. durch einen vergebenen Banner in der internen Email-Signatur für eine Anzahl an erfolgreich wiederholten Durchführungen)
    für das Ideen- und Innovationsmanagement mit virtuellen oder echten Trophäen, eintauschbaren Punkten oder ausgedachten Titeln (wer hätte nicht gerne auf seiner Bürotür “Königin vom Ideen-Reich” stehen?!)

    Ein letzter Tipp: Versuchen Sie, Ihre Mitarbeiter nicht gegeneinander auszuspielen, sondern ermutigen Sie gemeinsames Lernen, Vorankommen und gegenseitige Hilfe. Das ist lohnenswerter und nachhaltiger. Viel Spaß dabei!

    Nur: braucht es wirklich Titel und Auszeichnung zur Anerkennung. Sind das nicht nur wieder Demotivatoren und Zerstörer der intrinsischen Motivation, der inneren Freude an seiner eigenen Weiterentwicklung?

    • Mai 30, 2012 um 6:37 pm

      Das zeigt sich auch in Teams von Wissensarbeitern, also nicht im Vertrieb und nicht bei Akkordarbeitern, die laufen die gleichen Tätigkeiten ausüben müssen. Wer einmal belohnt wurde, bei dem lässt die intrinsische Motivation nach. Aber auch bei jenen, die eine Belohnung erwarteten, aber nicht erhielten.

    • Mai 30, 2012 um 8:06 pm

      Wie schön, dass die Wissenschaftler das nach über 5.000 Jahren auch endlich feststellen…^^

  4. Juli 27, 2012 um 7:16 pm

    Hallo Nick, ich habe mir erlaubt, unter Deinem Namen Deinen ersten Kommentar auch an dem Artikel auf Bürgerstimme zu hinterlegen:
    http://www.buergerstimme.com/Design2/2012-07/sind-ehrgeiz-und-habsucht-das-paar-schuhe-welches-glueck-auf-der-welt-zertrampelt/comment-page-1/#comment-44262
    Falls nicht OK, bitte gib mir Bescheid.
    VG Martin

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