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Darf ein Macht-habender eine Kollektivschuld verhängen?

In der Schule lernen wir, dass ein Lehrer nicht die ganze Klasse bestrafen darf, wenn er den Schuldigen einer unzulässigen Tat nicht finden kann.

Lehrer haben Macht. Denn sie können Schüler ver-urteilen, indem sie schlechte Noten vergeben, wenn im das Verhalten eines Schülers nicht passt.

Allerdings ist dem Übermächtigsein des Lehrers inzwischen ein Riegel vorgeschoben, was die Kollektivbestrafung angeht, und das ist auch gut so.

Mir ist gestern aufgefallen, dass es auf unserer Erde dennoch laufend eine Kollektivhaftung gibt. Denn wer keine Macht über sich stehen hat, der kann sich das Verhängen einer Kollektivhaft erlauben, auch wenn es ethisch nicht vertretbar ist.

So zahlen Afghanistan, der Irak, aber auch Lybien dafür, dass sie „befreit“ wurden.

Auch wir wurden im zweiten Weltkrieg befreit (was auch gut ist) und zahlen dafür noch immer.

Wir zahlten aber auch bis 2010 dafür (jeweils 40% an Israel), dass wir im ersten Weltkrieg besiegt wurden. Befreit werden mussten wir hier wohl nicht, jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, dass wir das so zu lernen hatten.

Ich würde mal meinen, dass der aller größte Teil der Deutschen, aber auch der sonstigen Steuerzahler hier im Land, mit den damaligen Ereignissen gar nichts zu tun hatte. Wie konnte es also angehen, dass die Kollektivhaft sogar auf die Nach- als auch Nachnachkommen ausgedehnt werden konnte?

Mir will scheinen, dass die UN hier ihre Arbeit nicht richtig gemacht hat, oder?

Und da spreche ich noch nicht darüber, wer bis 1914 sonst noch mitgezündelt hat …

Hier noch, was in Wikipedia zur Kollektivhaftung zu lesen ist

Die ethische Frage hinter der Kollektivhaftung ist grundsätzlich die, ob überhaupt eine Person die Verantwortung für das Handeln einer anderen Person übernehmen kann, da ein solcher Denkansatz mit dem Prinzip der Selbstverantwortung allen menschlichen Handelns und den Ideen der Willensfreiheit in Konflikt gerät. Mit der Frage, ob Kollektivhaftung vorliege, wird an einen Gegenstand des Rechts ein philosophisch-ethischer Maßstab angelegt.

Ausgangspunkt der Überprüfung ist, dass eine Person als menschliches Subjekt durch ihr willentliches Tun eine Kausalkette neu in Gang setzt, für die es direkt verantwortlich zeichnet. Ein ethisch problematisierbarer Fall von Kollektivhaftung liegt immer dann vor, wenn eine Person für einen Schaden mithaften soll, den eine andere Person durch ihr Handeln kausal verursacht hat, wobei künstlich ein Haftungskollektiv hergestellt wird.

Vermutlich werde ich mich jetzt in die „rechte Ecke“ stellen müssen und demütig sein, dass ich überhaupt darüber nachgedacht habe, dass hier was Unrechtes passiert sei.

Ich wünschte mir zumindest, dass wir für andere Völker, denen in Zukunft ähnliches passiert, zur Seite stehen würden. Oder?

Ergänzung vom 16.06.2012:

Beim Zähneputzen fiel gerade der Vortrag Viren des Geistes der verstorbenen, genialen Vera Birkenbihl ein, die sich darin mit dem Thema Tabu auseinandersetzte. Wer diesen Vortrag noch nicht gesehen: der ist ein MUSS!

.

Wenn ich herausbekomen möchte, ob ich einem geistigen Virus aufgesessen bin, dann empfiehlt sie, die eigene Meinung anhand der folgenden Checkliste zu überpüfen:

  • Halte ich meinen Glauben oder was ich für Wissen halte, für gut, richtig oder wahr?
  • Ist mein Gedanken tugendhaft (wörtlich nehmen: die Tugend in der Haft, je tugendhafter, desto kleiner das Gefängnis)?
  • Ist das Them, das mich gerade bewegt, ein Tabu?
  • Bin ich intollerant, und kann eine andere Meinung nicht stehen lassen?

 

  1. Silke
    Juni 16, 2012 um 1:03 pm

    Klasse Thema, Martin. Und Vera F. Birkenbihl ist mir auch ein Begriff, die Frau ist, hmh …, war 😦 großartig. Ein herber Verlust.

    Im weitesten Sinne geht es wohl um Anerkennung von Schuld, und man kann sehr wohl in der Verpflichtung stehen, insbesondere wenn es darum geht, das es durch persönliches Eingreifen möglich gewesen wäre eine Verhinderung der Tat zu erreichen.

    Ich muss mal wieder Arno Gruen bemühen, so als weiteren Diskussionsansatz.
    Gerade zu diesem Thema hat er ein paar interessante Sätze geschrieben.

    Zitat aus „Verratene Liebe, falsche Götter“ von Arno Gruen:

    In Analogie zu den Forschungsergebnissen von Nienstedt und Westermann müssen diejenigen mit politischer Verantwortung und Autorität stellvertretend die Schuld und Verantwortung der Eltern und Erzieher übernehmen. Es bedarf eines Bekenntnisses, bevor es zu spät ist, um den Hass zu seinen wahren Ursprüngen zurückzuführen, damit wir ihn eingliedern und integrieren können. Das ist es, was alle unterdrückten Völker von ihren Unterdrückern verlangen.
    Deswegen müssen zum Beispiel beim Rassenhass auch alle Weißen stellvertretend für die wirklich schuldigen Weißen Verantwortung tragen. Aus diesem Grund können die, die symbolischfür Autorität stehen, für alle Eltern – denn wir alle sind durch Assoziation
    schuldig – ein Bekenntnis in diesem Sinn in Wort und Tat ablegen: „Wir, die Elterngeneration, müssen stellvertretend bekennen, dass euch als Kindern etwas angetan wurde, was euren Hass verständlich macht.“ Das wird nicht leicht sein, aber ohne dies wird die nötige Umsteuerung des Hasses nicht möglich werden.

    Viele werden einen solchen Schritt als eine Utopie verwerfen. Jedoch haben Abraham Lincoln, Franklin D. Roosevelt, Sandro Bertini, wie auch in jüngerer Geschichte Willy Brandt in Auschwitz, Václav Havel, Richard von Weizsäcker und am Anfang seiner Laufbahn
    Michail Gorbatschow bewiesen, dass solche Selbstbekenntnisse ganz Völker zu einem verstärkten Selbstbewusstsein bringen können.
    Solch ein verstärktes Selbstbewusstsein braucht aber ein moralisches Klima. Dieses kann von politischen Führern bestimmt werden, und es unterstützt dann auch ihre moralische Haltung.
    Diese Haltung ist die einzige, aber auch die wirkungsvollste Waffe im Kampf gegen das Psychopathische, und sie wirkt auch gegen die Infektion unserer politischen Führer.
    Moral kommt nicht aus abstrakten Begriffen. Sie entwickelt sich aus der Fähigkeit empathisch auf Schmerz und Leid im Anderen zu reagieren. Wenn wir merken, dass es uns schmerzt, wenn unsere Taten Anderen Schmerz und Leiden zufügen, dann fängt wirklich Moral an.
    Ein Gewissen im Sinne von Schuldgefühlen, die uns dazu bringen, Buße zu tun, ist nur ein äußerliches Über-Ich. Es bewirkt nur, sich in den Augen Anderer schuldig zu fühlen, nicht in den Eigenen.
    Wenn aber nur äußere Schranken Einhalt gebieten, dann werden Heuchelei, Falschheit und Betrug jede Ebene einer Gesellschaft durchdringen. Denn die Menschen mit einem äußerlichen Gewissen – und das sind die Gehorsamen – werden die ersten sein, die die Unaufrichtigkeit und Falschheit der politischen Autoritäten erkennen, und sie werden das als Alibi gebrauchen, ihre eigenen Hemmungen abzulegen.
    […]
    Am Ende müssen wir sehen, was wir einander antun. Nur dann werden sich unsere Herzen öffnen. Nicht die politischen Ideologien werden uns aus dieser Sackgasse führen. Es ist vielmehr der Versuch, immer wieder ehrlich mit uns selbst zu sein.

    Das klingt mir alles sehr schlüssig, und ich neige dazu ihm zuzustimmen.

    Silke

  2. Juni 17, 2012 um 12:31 pm

    Danke für Dein weiteren Recherchen dazu, Guido!

    Mein gesunder Menschenverstand fragt sich nun:

    Was hindert uns eigentlich dann daran, dass die BRD gegen diese Ungerechtigkeit vor dem Internationalen Gerichtshof klagt?
    Oder ist die BRD kein wirklicher Staat und hat deshalb gar kein Recht dort zu klagen?
    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die Gesetze des Deutschen Reiches von 1919 (?), sprich Weimarer Republik, noch immer gültig wären, also das Deutsche Reich nicht „untergegangen“ sei.
    Kann dann nur die Vertretung dieses Deutschen Reiches klagen, bzw. kann es aber derzeit nicht, weil es mangels aktiver Institutionen derzeit nicht geht?
    Fragen über Fragen zu unseren Wirklichkeiten, die wir glauben, dass sie Realität sind …

  3. Juni 17, 2012 um 2:54 pm

    Auf meiner Suche nach Informationen zum alternative Verständnis von Viren und Krebs bin ich auf eine anderen Virus gestoßen.

    In unserem Schulunterricht erfahren wir, welche Greuel unsere Vorfahren im 2. Weltkrieg begingen. Was wir aber nicht erfahren ist, das es vielen Deutschen bei unseren Nachbarn vorher genauso wenig gut ging:

    Das Geschehen in Polen nach dem ersten Weltkrieg:

    Bei der Vertreibung sind >3 Millionen Deutsche im Westen nie angekommen. Sie wurden von Polen und Tschechen erschlagen oder auf sonstige Weise getötet. Dieser Massenmord wird heute als „Befreiung der Deutschen“ gefeiert.

    Wußten Sie, …..
    … daß am 5 November 1916 Deutschland zusammen mit Österreich-Ungarn die Gründung eines selbständigen Polen initiierte (nach 120 Jahren unter russischer Herrschaft)? Aus „Dankbarkeit“ besetzte Polen schon ab November 1918 die deutsche Provinz Posen und Westpreußen bis hoch zur Ostseehalbinsel Hela. Dadurch, nicht erst durch die Willfährigkeit der Versailles-Verbrecher, entstand der sog. „Polnische Korridor“.
    Polen etablierte sich durch militärische Eroberung zu einem autoritär geführten Terrorstaat, in dem ethnische Polen nur wenig über 50% ausmachten.

    …. dass Polen 1918 die ersten europäischen KZs gründete (Berezy Kartuska bei Brest, sowie Kalisz-Szczypiorno) und daß es ab 1944 für Deutsche im altpolnischen und im Oder-Neiße-Gebiet 1.256 (!!) polnische Konzentrationslager gab?

    …. dass Polen seit 1918 alle Hebel ansetzte, auch noch die zu 97 Prozent von Deutschen bewohnte Stadt Danzig zu annektieren? Und im Sommer 1939 in Danzig zunehmend provozierte, die Wirtschaft strangulierte und die Deutschen terrorisierte?

    ….. dass Polen mit keinem seiner Nachbarn in Frieden lebte? Es führte seit 1918 Kriege mit Litauen, Ukraine, Sowjetunion, Deutschland, der CSR.
    Noch 1938 annektierte Polen nach Ultimatum das Gebiet Oderberg von der CSR, in dem wenige Polen neben einer Majorität von Deutschen, Tschechen, Slonzaken lebten.

    … dass die Hansestadt Danzig am 15. November 1920 nach dem Beschluß der Siegermächte ohne Volksabstimmung vom Deutschen Reich getrennt worden ist und daß die Bürger Danzigs die deutsche Staatsbürgerschaft verloren haben?

    … dass Polen ab 1920 am laufenden Band schwerste Menschenrechtsverletzungen an den 11 Millionen Menschen der nichtpolnischen Minderheiten (Deutsche, Juden, Ukrainer, Weißrussen, Litauer) im Vielvölkerstaat begangen hat?

    … dass man in Posen 1921 auf Plakaten und Flugblättern lesen konnte: „Wer noch im Juli 1921 da ist vom dem deutschen Gesindel, wird ohne Ausnahme niedergemacht. Jetzt kommt ihr alle dran … alle Ärzte, Pastoren, Rechtsanwälte, Domänenpächter, Ansiedler, Besitzer aller Art, wer Deutscher oder Jude ist.“

    … dass am 10. April 1923 der polnische Ministerpräsident Sikorski feststellte, dass „die deutsche Gefahr“ nicht eher beseitigt sei, als alles deutsche Land in polnische Hände übernommen sei?

    … dass am 9. Oktober 1925 in der GAZETA GDANSKA zu lesen war: „Polen muß darauf bestehen, daß es ohne Königsberg, ohne Ostpreußen nicht existieren kann. Wir müssen jetzt in Locarno fordern, daß ganz Ostpreußen liquidiert wird“

    … dass 1930 die Pilsudski nahe Zeitschrift MOCARSTWOWIEC schrieb: „Wir sind uns bewußt, daß Krieg zwischen Polen und Deutschland nicht vermieden werden kann. Wir müssen uns systematisch und energisch für diesen Krieg vorbereiten. In diesem Krieg werden keine Gefangenen genommen. Es wird kein Platz für humanitäre Gefühle sein. Wir werden die ganze Welt mit unserem Krieg gegen Deutschland überraschen“.

    … dass am 14. Dezember 1931 der englische MANCHESTER GUARDIAN die polnische Nationalitätenpolitik als eine „Hölle“ beschrieben?
    … daß in „Nation“, einer der bedeutendsten Zeitschriften der USA, am 2. April 1938 William Zuckerman (selbst Jude) schrieb: „In den letzten Jahren haben die Juden in Polen beinahe ständige körperliche Angriffe und Pogrome erdulden müssen … Diese Ausbrüche antisemitischer Bestialität findet nicht seinesgleichen in Europa, nicht einmal in Nazideutschland .“

    … dass am 15. Juni 1932 Lord Noel-Boxton berichtet hat … „Aus dem Korridor und aus Posen sind seit der Annexion bereits mehr als 1 Million Deutsche abgewandert, weil sie die Bedingungen dort unerträglich finden.“

    … dass Polen Ausschreitungen gegen Deutschland ab Mai 1939 erneut forcierte. Auf dem Lande wurden deutsche Höfe in großer Zahl von Polen angezündet, die Bauern weggetrieben, Menschen in den Städten verprügelt, in Einzelfällen totgeschlagen. Vielfach flüchteten die Deutschen, ins Reich oder in die Wälder. Polnisches Militär eröffnete das Feuer auf Deutsche, die über die Grenzen flüchteten. Viele Opfer waren zu beklagen.

    … dass (ein Beispiel) am 13-/14. Mai 1939 in Tomaschow (42.000 Einwohner) die Polen alle 3.000 Volksdeutschen aus dem Fabriken, deutschen Geschäften und Handelsbetrieben jagten und ihre Wohnungen demolierten.

    … dass die polnische Wochenzeitung BAROD W WALCE (Volk im Krieg) am 20. Juli 1939 forderte: „Danzig muß polnisch bleiben und Deutschland muß gezwungen werden, den ostpreußischen Raum ohne Bevölkerung an Polen abzugeben“

    … dass die Deutsche Reichsregierung im Sommer 1939 Auffanglager für 70.000 Menschen einrichten mußte, um des Stromes deutscher Flüchtlinge aus Polen Herr zu werden? Die Zahl derer, die zu Verwandten oder Freunden flüchteten, ist unbekannt.

    … dass auf die polnische Teilmobilmachung (März 1939) am 30. 8 1939 die Generalmobilmachung folgte, was damals einer Kriegserklärung gleichkam?

    … dass in der heutigen Zeit die Polen bei der betrügerischen Aufrechnung ihrer Opferzahlen die von ihnen um Haus, Hof und Leben gebrachten vertriebenen Ostdeutschen hinzuzählen? Vielfach wird einfach die Zahl von „6 Millionen“ von bekannter Seite übernommen.

    Eine juristische und moralische Aufarbeitung dieser Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg hat es bis heute nicht gegeben. Es darf nicht verschwiegen werden, was von 1918 bis 1939 in und durch Polen geschehen ist. Der Wille zur Vertreibung hat in Polen lange vor Hitler begonnen. Nach dem Völkerrecht ist Vertreibung verboten. Dieses Verbrechen wurde von Polen begangen. Sie waren die Täter, da führt kein Weg vorbei.

    Im April 1950 stellte Senator William Langer (von Nord Dakota, USA) vor dem US-Senat fest: „Die Massenvertreibung ist eines der größten Verbrechen, an welchem wir direkt Anteil haben…. In der gesamten Geschichte findet sich nirgends ein so scheußliches Verbrechen aufgezeichnet wie in Bericht über die Begebenheiten in Ost- und Mitteleuropa. Schon 15 bis 20 Millionen wurden von den Stätten ihrer Vorfahren entwurzelt, in die Qual einer lebendigen Hölle geworfen oder wie Vieh über die Verwüstungen Osteuropa getrieben. Frauen und Kinder, Alte und Hilflose, Unschuldige und Schuldige wurden Greueltaten ausgesetzt, die noch von niemandem übertroffen wurden.“

    Aus der Zeitschrift Phoenix Nr. 5, 2010 Seite 14. Walter Ochensberger, Haus 82, A-6952 Sibratsgfäll, Österreich. Telefon 00 43 5513 2205 Telefax: 00 43 5513 2348, E-Post: phoenix.com@vol.at

    Ich will hier nichts aufrechnen, nur wäre es für unser durch die Besatzung gewolltes sozialisiertes Schuldbewusstsein wichtig, auch solche geschichtlichen Aspekte zu kennen …

    • federleichtes
      Juni 17, 2012 um 3:18 pm

      Problematik auch gut beschrieben in dem Buch „Polens verschwiegene Schuld – das ungesühnte Unrecht am deutschen Volk“, Gerhard Frey jun. 1990.

      Daneben gibt es allerdings auch von „Deutschen“ begangenes Unrecht, das nicht gesühnt wurde. Und: In diesem Unrechtsprozess befinden wir uns immer noch.

      Die Welt scheint ein Ort, in dem Unrecht zu Recht werden musste, damit geschehen konnte, was geschehen musste.

      Wolfgang
      geht dann mal.

      • Juni 17, 2012 um 3:28 pm

        Gestern las ich irgendwo, das es die Gerechtigkeit in der Natur nicht gäbe und dies nur ein Konzept des Menschen wäre, um besser miteinander überleben zu können.
        Das funktioniert gut mit Menschen, dir wir persönlich kennen und mit denen wir langfristig gemeinsam handeln wollen.
        Sind uns Menschen weniger nahe ist, rühren sie uns weniger, weshalb wir ja auch unreflektiert Waren kaufen, die von Menschen, die mehr Sklaven sind als wir, produziert werden …

        • federleichtes
          Juni 17, 2012 um 3:38 pm

          Wenn es die „Idee“ von Gerechtigkeit und ein Streben danach gibt, könnten wir schlussfolgern, dass Leben entstanden ist mit der Absicht, GERECHTIGKEIT ZU SCHAFFEN.

          Wir könnten auch rückwärts reflektieren und vermuten:
          Irgendwann muss Unrecht GESCHEHEN sein.

          Es ist, nur ein kleines Beispiel, Unrecht, einem Wesen seine Energie und damit seine Existenz zu rauben. Es ist, etwas allgemeiner formuliert, Unrecht, Missbrauch zu betreiben, Energie oder Ideen für Zwecke zu verwenden, für die sie nicht geschaffen wurden.

          Missbrauch und Unrecht sind Lebensthemen. Damit das klar und klarer zu Bewusstsein wird?

          Wolfgang

  4. Juni 19, 2012 um 5:04 pm

    Das Einzige, was mir zum Begriff „Schuld“ einfällt, ist dies hier:

    Wenn Deutschland hungert soll es auch wissen warum

  5. Juni 20, 2012 um 10:06 am

    Ach ja… ein schönes Lied von Georg Kreisler ist da ziemlich passend.

  6. federleichtes
    Juni 20, 2012 um 1:46 pm

    Etwas fällt mir auch ein.

    Darf ein Machthabender kollektiv Schuld verhängen?

    Ich meine, „Gott“ verhängte nicht nur eine Kollektivschuld über die Menschheit, sondern verfluchte sie auch.
    Ob er das durfte?
    Real formulierten seine Genossen daraus die Erbschuld.

    Ich habe hier schon etliche Male über meine Sicht auf das Wesen des Lebens geschrieben, und füge nun einen weitern Blickpunkt hinzu.

    Stellen wir uns vor, es ist ein Unglück geschehen. Alle Räder stehen still. Die (oder der) BetrachterIn fragt sich:
    Wie konnte DAS geschehen?
    Was war die Ursache?
    Wer oder was war der Verursacher?

    Im Grunde ist das EINE Frage.
    Und sie MUSSTE gestellt werden, um die „Räder“ wieder zum Laufen zu bringen.

    Wenn eine Kollektivschuld verhängt wurde, bedeutet das erst mal nicht mehr, als das VIELE (ein Kollektiv) an dem Unglück beteiligt waren.
    Eva und Adam stehen nicht für die Vielen, sondern stellvertretend für eine Verschiedenartigkeit.
    Ihr Miteinander steht dafür, dass das Unglück durch das Zusammenwirken einer Verschiedenartigkeit entstand.
    Beide „Arten“ werden bestraft – was nur bedeutet, sie werden GEMEINSAM auf den Weg geschickt,, sowohl die Ursache als auch die Lösung für das Problem (das das Unglück verursachte) zu finden.

    Nun beginnt ein Prozess. Und er beginnt nach meiner Vorstellung – nicht wie in Guidos Grafik des liegenden Omega als zweiseitiger Input – an einem Punkt Null. Von dort aus gibt es zwei Bewegungen:
    – Das Unglück zu rekapitulieren, also zurück in die Vergangenheit.
    – Eine Lösung zu entwickeln, also voran in die Zukunft.

    Schauen wir auf einen Staatsanwalt, der einen Fall aufklären muss. Seine Aufgabe besteht darin, Informationen zu sammeln, um das Geschehen rekonstruieren zu können.
    Nichts anderes geschieht in unserer Welt.
    Leben beantwortet die Frage:
    Was ist (damals) geschehen?
    Und: Wie konnte es geschehen?
    Und Leben konstruiert NEUE Bedingungen für ein Miteinander, in dem ein Unglück nicht wieder geschehen kann.

    Leider habe ich hier wieder meine liebe Mühe, meinen Ansatz verständlich zu machen.
    Schuld ist jedenfalls ein WORT. Es beschreibt einerseits das Vorhandensein einer Unglücksursache, und wirkt andererseits als Antrieb zur Suche nach der Lösung.

    Und für Guido:
    Dreh mal die beiden Trichter am liegenden Omegazeichen um, verlagere die Ursache des Universums in sein Zentrum (Leben begann nicht außerhalb) und den Output (das reale Problem liegt nicht innerhalb des Universums) zu einem Minuspol (das Böse) und das Ergebnis der Entwicklung (die Lösung liegt nicht innerhalb des Universums) einem Pluspol (die Lösung). Wie fühlst Du Dich dabei?

    Gruß
    Wolfgang

  7. Juni 29, 2012 um 5:08 pm

    Martin Bartonitz :

    Die Bundesrepublik als Konzern eingetragen bei Hoppenstedt, interessant.
    Unser Bundestag hat ja auch wie eine Firma ein UmsatzsteuerID.
    Unser Arbeitsamt ist inzwischen auch eine GmbH mit Kunden.
    hm …

    Interessant ist der Eintrag :

    Branche WZ 2003 : Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung

  8. Juni 30, 2012 um 2:22 am

    Wolfgang, da liegst Du ganz richtig … Leben begann nicht außerhalb. Das gekippte Phi sollte einzig die Realität verdeutlichen, nicht die Wirklichkeit. Zudem beschreibt das Aufblähen des Ballons die Expansion, nicht aber die anstehende Optimierung und damit die Lösungsfindung(en). Zudem passt die Grafik gut zur Bildwerdung von Dualismen. Das gekippte Phi stellt somit den am meisten verbreiteten Konsens bezüglich des expansiven Universums dar.

    Jedes reale Bild entsteht im Aufeinandertreffen von Unordnung und Ordnung, von Aktion und Reaktion. Jedes Objekt kann nur sichtbar werden, un dzwar in seiner individuellen Form, weil das Licht von Außen es anleuchtet, das Objekt aber nur einen Teil des Lichts wieder reflektiert. Die Differenz ist seine energetische Nahrung, um wahrnehmbar zu werden … real eben. Jede Lebensform erscheint real, weil die Unordnung des Umfelds vom Körper aufgenommen wird, und, je nach Ordnungsmöglichkeiten und Unordnungsansammlungskapazität des Körpers, wieder abgegeben wird. Aus der Differenz tritt das Bild der Lebensform hervor … die innere Welt wird somit außen sichtbar. Überträgt man das nun auf Gruppen, auf Bevölkerungen, auf die Menschheit, die Realität als Ganzes, dann wird es interessant.

    Ordnung ist das (energetisch) halbe Leben … die andere (energetische) Hälfte ist das unordentliche Futter. Zwei Hälften, zwei Proportionen … ein Ganzes.

    Gruß Guido

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