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Mein Traum: Eine kreativ und freudvoll genutzte Kolbhalle

Kölner Straßenmagazin Draußenseiter

Kölner Straßenmagazin Draußenseiter

Heute möchte ich einen Artikel bringen, hinter dem ein kreativer Mensch steht, der etwas für andere Menschen mitbewegen möchte und auch den Wunsch nach einer besseren Welt hat. Sie sucht noch Mitbeweger für die Gründung eines Vereins und hat dazu eine Facebook-Guppe mit dem Namen Trans-Perma-Kultur-Pilot-Projekt eröffnet (übrigens eine Fundgrube des guten Lebens!).  Zudem schrieb sie im letzten Jahr 2011 für die Septemberausgabe des Kölner Straßenmagazins Draußenseiter einen Artikel, um auf das Vorhaben aufmerksam zu machen, wie folgt:

Mein Traum: Eine kreativ und freudvoll genutzte Kolbhalle

Als ich das erste Mal nach Köln-Ehrenfeld in die Kolbhalle kam, war ich eingeladen, dort einen Raum für Frauen zu betreiben. Dort habe ich viele schöne und erfüllte Stunden verbracht, an die ich gern zurückdenke. Es gab ein Tangotanzcafé und ein Projekt „wohnen und arbeiten“, bei dem Künstler und Kunsthandwerker wohnen, leben und kreativ sein sollten. Nun habe ich einen Traum: Ich möchte den Gemeinschaftssinn fördern und erfüllt und gesund leben, denn ich wünsche mir eine bessere Welt.

Kolbhalle in Köln

an der Kolbhalle in Köln

Zum Kolbgelände gehören alte Fabrikhallen mit einem großen Außengelände. 40 autonome Menschen zogen dorthin, sie bekamen vom Tacoplatz Zirkuswagen geschenkt. Sozialarbeiter halfen, den Verein „Wir selbst e.V.“ zu gründen, eine gemeinnützige Satzung zu schreiben sowie das Konzept „wohnen und arbeiten“. Die Stadt Köln zahlte Material für den Ausbau von Ateliers und Werkstätten und einen Architektenplan für den Gesamtausbau. Es stellte sich aber heraus, dass 40 Leute nicht unter einen Hut zu bringen waren, weil es keine Zusammenarbeit gab, dafür aber Auseinandersetzungen.

Mir vermietete man 2003 einen Atelierraum, wo ich mich fünf Jahre bemühte, einen Ort der Besinnung zu schaffen. Ich hatte Konzepte erstellt für die gemeinnützige Nutzung, aber keiner der Anwesenden war bereit dafür. Es gab laufend Streit. Schließlich blockierte man mir den Zugang zu meinem Raum und meinen Sachen. Ich habe mich dann für zwei Jahre zurückgezogen, in das Fachwerkhaus meiner Mutter im bergischen Land und überlegt, wie ich das Gelände aufbauen könnte, mit einer gemeinnützigen Bestimmung.

in der Kolbhalle

in der Kolbhalle

Es gibt viele Menschen, die sich eine bessere Welt wünschen und sich nicht für das Establishment opfern wollen. Sie sind auf der Suche nach einem besseren Ort. Deshalb schlage ich diesen öffentlichen Raum als Pilotprojekt vor, der allen zugänglich gemacht wird und wo sich Autonomie in Autarkie verwandelt. Mein Traum von einer besseren Welt lässt sich aber auch an anderen Plätzen umsetzen.

Ich möchte einen Ort schaffen, an dem der Mensch mit sich, seiner Umgebung und mit der Natur im Einklang lebt. Dazu kann ich mir begrünte Außen- und Innenwände vorstellen, denn sie schaffen im Sinne des vertikalen Gärtnerns ein optimales Raumklima. Spannend wäre es, auch das Konzept des „windowgardening“ einzuführen: Gärtnern am Fenster ist eine neue Art des Pflanzenanbaus. Küchen- und Heilkräuter, zu Saft gepresst, liefern zum Beispiel als Smoothie-Drinks hochwertige Vitamine und Mineralstoffe. Gärtner könnten sich spezialisieren und einen Lernort schaffen für die Methoden der urbanen Landwirtschaft. Man könnte die Permakultur nachhaltig einbinden, um Lebensräume als System zu gestalten. Wie Pflanzen, die sich ohne Dünger in ihrem Wachstum gegenseitig unterstützen. Es böte sich an, Solaranlagen und Regenwasserzisternen einzubeziehen und eine Dachbegrünung vorzunehmen. Dem nachhaltigen Gärtnern entsprechend, dürfte auch eine gesunde Ernährung nicht zu kurz kommen. Hierzu wäre es schön, aus der ehemaligen Backstube mit noch funktionierenden Industriebacköfen eine vegetarische Tafel zu machen. Dort könnte jeder lernen, wie man gesund und ohne Fleisch aus Massentierhaltung leben kann. Frauen mit multikulturellem Hintergrund würden ihre vegetarischen Rezepte einbringen. Kinder, die schlecht oder unzureichend ernährt werden, fänden dort eine gesunde Ernährung.

Für den perfekten Lebensraum wünsche ich mir, auch pädagogische und künstlerische Angebote einbinden zu können. Eine gute Idee wäre es, wenn das Kunsthandwerk entsorgte Dinge verarbeitet: Entsorgtes Porzellan könnte mit Hilfe von Mosaikzangen in Mosaiksteinchen geschnitten werden, um alte Tische zu belegen und kostbare Kunstwerke zu erschaffen. In einer Nähstube könnte abgelegte Kleidung neu zusammengeschneidert werden. Jeder wäre in dieses Konzept eingebunden: Psychisch Kranke oder arbeitsuchende Jugendliche könnten in der hauseigenen Bastelstube Objekte für Benefizbasare basteln oder Holzmöbel aufwerten, Fahrräder und PCs reparieren.

Ich möchte mit dieser Idee viele unterschiedliche Menschen erreichen und wünsche mir Unterstützung. Besonders Frauen und Kinder sollen einen Raum haben, an dem sie sich einbringen können. Dies alles ist hoch kreativ und verheißt ein freudvolles Miteinander. Es dient dem Menschen ein erfülltes Dasein zu führen, aus der Not eine Tugend zu machen, Gemeinschaftsinn zu fördern und Gesundheit zu erhalten. Mit meinem Engagement möchte ich einen Beitrag liefern für interkulturelle Verständigung und kreativen Austausch im Sinne der fairen Globalisierung.

Eure Heidi

Wer nach dieser Lektüre Interesse hat, Heidi in ihrem Vorhaben zu untersützen und an der Gründung des Vereins mitwirken möchte, der kann über die Facebook-Gruppe Trans-Perma-Kultur-Pilot-Projekt Kontakt aufnehmen.

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