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Auf welche Dinge legen Sie in ihrem Arbeitsleben den größten Wert?

Wir sind der Meinung, dass auf lange Sicht gesehen Afrikas Beitrag für die Welt aus dem Bereich der menschlichen Beziehungen stammen wird. Die großen Weltmächte haben vielleicht Wunder darin vollbracht, der Welt ein industrielles und militärisches Antlitz zu verleihen, aber das große Geschenk wird aus Afrika kommen –
Der Welt ein menschlicheres Gesicht zu geben.

Steve Biko 1970
Politischer Aktivist, der wegen seiner Überzeugungen sterben musste.

So beginnt das Buch Ubuntu – So arbeiten Ihre Teams entspannt und effektiv zusammen der Bestseller-Autoren Stephen Lundin und Bob Nelson. Da diese Beiden noch leben, hoffe ich mal, dass mir das Schicksal von Steve Biko auf erspart bleibt, wenn ich mich als ein Unterstützer seiner Idee oute 😉

Das Buch bringt in Romanschreibe eine äußerst zuträgliche Führungskultur rüber. Es geht um nicht mehr, als das Gefühl der Erfüllung beim Arbeiten. Und was aber die Unternehmensführung mehr freuen wird: diese Kultur führt zudem zur Steigerung der Produktivität.

Was ist Ubuntu?

Die afrikanische Lebensphilosophie mit dem süd-afrikanischen Zulu-Wort Ubuntu lässt sich in dem folgenden Satz kurz beschreiben:

mir geht es nur gut, wenn es Allen gut geht, denn ich bin ein Teil von ihnen

Viele afrikanische Menschen sind mit dieser Denkweise aufgewachsen und sie ist für sie wie das Atmen. Etwas detaillierter beschreiben es die Autoren über die Stimme eines der Protagonisten so:

  • Die Tür zu Ubuntu heißt Dankbarkeit und sie steht immer offen.
  • Der Weg zu Ubuntu wird durch unsere Menschlichkeit gewiesen und wir folgen ihr von Mensch zu Mensch.
  • Der Geist von Ubuntu ist durch die Gemeinschaft zu finden.
  • Die Gemeinschaft entsteht, wenn man die gleichen Ziele verfolgt wie andere.
  • Mögt Ihr alle den Erfolg und das Glück finden, das entsteht, wenn man Jeden, dem man begegnet als Mensch wahrnimmt.

Erkenntnis und Wandel

Der Roman zeichnet eingangs das Bild einer typisch hierarchisch organisierten Firmenkultur mit seinen Führungsproblematiken. Wo die Steuerung von oben nach unten diktiert wird und die Manager das Weltbild eines Menschen haben, der von Natur aus faul ist und zum Arbeiten angespornt werden muss (siehe auch die X-Y-Theorie). Sei es durch Belohnungen oder Bestrafungen.

Was in dem Buch leider nicht zur Sprache kommt ist, dass in einer solchen Kultur aufgrund der Konkurrenz um die wenigen Aufstiegschancen ein weiterer Grund ist, warum die Hilfsbereitschaft untereinander auf der Strecke bleibt.

Am konkreten Beispiel eines zudem sehr nüchternen und unpersönlich agierenden Managers werden die Auswirkungen des Wandels in der Arbeitskultur bei Anwendung der Ubuntu-Werte dargestellt. Weil der Manager sich einerseits nicht für das interessiert, was die einzelnen Teammitglieder in ihrem Menschsein ausmacht. Und andererseits davon ausgeht, dass sie sich nicht genügend anstrengen oder nicht gut sind, weil die Ergebnisse und Termintreue zu wünschen lässt. Resultat: er schiebt Überstunden ohne Ende, um das Ergebnis seiner Abteilung zu verbessern. Am Ende trennt sich Frau mit Tochter auf Probe von ihm.

Das Umdenken beginnt, als er schon unter Versetzungswarnung steht an einem Arbeitswochenende unverhofft Hilfe von einem der Mitarbeiter bekommt, der ausgerechnet schon gute Arbeit abgeliefert hat. Auf die Frage, warum er unaufgefordert mitarbeite, weiht ihn der junge, in Afrika aufgewachsene Mann in die Ubuntu-Philosophie ein.

Der Protagonist sieht nun eine Chance, sich selbst zu ändern und so sein Team wieder zu mehr Produktivität zu führen. Und klar, seinen eigenen Arbeitsplatz zu retten.

Teambildung

Er nimmt sich vor, die folgenden Werte für eine Teambildung vorzuleben:

  • Ich muss zugänglich, offen, ehrlich, durchschaubar, hilfsbereit und mitfühlend sein, Demut und Dankbarkeit demonstrieren.
  • Ich muss Vertrauen aufbauen, indem ich meinen Mitarbeitern in erster Linie Respekt erweise und nur in zweiter Linie darauf schaue, was der Betreffende leisten kann.
  • Ich muss in meiner Gruppe ein Gefühl dafür entwickeln, dass wir ein gemeinsames Ziel verfolgen, und darlegen, wie wir voneinander abhängen und andere von uns.
  • Ich muss lockerer werden und über meine Fehler und Schwächen lachen lernen.
  • Wir verbringen die meiste Zeit unseres Lebens am Arbeitsplatz. Ich möchte Möglichkeiten finden, unsere Lebensqualität beim Arbeiten zu verbessern.

Um etwas abzukürzen: Es läuft darauf hin, dass auch die Personalentwicklung der Firma die Ubuntu-Philosophie einführen will. Die verwandte Vorgehensmethode möchte ich hier nicht weiter ausführen. Aber die Frage, die in einer Mitarbeiterversammlung an alle Teilnehmer gestellt wurde und welche Antworten heraus kamen:

Auf welche Dinge legen Sie in ihrem Arbeitsleben den größten Wert?

Und wer hier schon länger mitgelesen hat, wen wundern die Antworten:

Respekt, Vertrauen, Ehrlichkeit, Zufriedenheit, Erfüllung, und klar Geld.

Und auch klar, am Ende des Romans steht ein Team aus hilfsbereiten, gelassenen und freundlichen Mitgliedern, die Ergbenisse stimmen, die Termine werden eingehalten, der Arbeitsplatz als auch die Ehe sind gerettet, und in der Firma sind überall glückliche Gesichter zu finden.

Auch wenn es ein typisch amerikanisch weichgespültes, positive Stimmung verbreitendes Werk ist, so zeigt es doch auf, welche Potenziale noch gehoben werden können. Ich erinnere wieder an die letzte Gallup-Studie, die auch für 2011 wieder aufzeigt, dass nur 14% der Angestellten emotional an ihre Firma gebunden sind und damit hoch motiviert sind.

Auswirkungen auf die Politik?

Und zum Schluss stellen wir uns vor, wir hätten eine Regierungsform, die in gleicher kooperierender Weise ihren Auftrag zum Wohle ihrer gleichzeitigen Arbeitgeber und Kunden macht …

  1. Oktober 28, 2012 um 1:11 pm

    Eine Basis für eine funktionierendes Team ist Vertrauen. Der Unternehmensberater Thomas Weis hat in seinem dritten Artikel über seinen Nutzen geschrieben:

    Was also ist Vertrauen? Das Vertrauen verbindet die Innenwelt mit der Außenwelt. Vertrauen ist zunächst das Vertrauen in sich selbst im Sinne eines Zutrauens. Vertrauen enthält ein Wissen darüber, wie etwas ist oder sein kann. Dazu gehört das Vertrauen in die eigene Stärke, in die eigene Urteilskraft, in das eigene Handeln. Vertrauen bejaht und bestätigt etwas als gegeben. Im Vertrauen wird etwas als existent wahrgenommen. Vertrauen hat mit der Sicht der Dinge zu tun. Es umschließt das, auf was es sich bezieht. Es umschließt und stellt etwas als gegeben hin. Im Vertrauen liegt eine Sicherheit, ein Schutz vor der Angst. Wo Vertrauen ist, haben es Gedanken und Gefühle der Angst schwerer, Fuß zu fassen.

    Vertrauen ist für eine Einzelperson wie für eine Gruppe ein Angstschutz. Zugleich liegt im Vertrauen eine aufbauende Kraft. Es stellt eine Basis dar, einen tragenden Grund für das Handeln. Auf diesem Boden kann etwas wachsen. Vertrauen ist eine emotionale Grundlage und bereitet zugleich den Boden vor. Im Vertrauen wird das, was wachsen und sich entwickeln soll, vorbereitet. Vertrauen ist ein Nährstoffverbesserer. Es sorgt für eine gute Zirkulation, eine gute Energieverwertung. Man kann daher sagen: In der Stärke des Vertrauens wächst die Chance zu effizientem Handeln, sowohl einzeln als auch gemeinsam mit anderen.

    gefunden in: Die Zukunft des Vertrauens

  2. Oktober 29, 2012 um 11:22 pm

    Der Unternehmensberater Lukas Michel überzeugt Firmenlenker von der Wirtschaftlichkeit des kooperativen und selbstbestimmteren Arbeiten in der heutigen, schnelldrehenden Informationsgesellschaft (Ablösung der Industriegesellschaft), die nur mittels Agilität aufgrund volatiler Märkte beherrschbar wird:

    SCRUM, Agilität, Lernen und Zusammenarbeit sind zuoberst auf der Entwicklungsagenda jedes CIOs. Die Energie für die Verankerung der besten Arbeitsmethoden im Bereich der eigenen Verantwortung ist gross. Aber, die Frustration ist ebenso gross da wir wissen, dass die gesamte Organisation mit Vertrauen, Wahlfreiheit, Lernen und Wertschöpfung arbeiten sollte. Wie überzeuge ich meine Kollegen im Führungsteam von den Vorteilen agiler Führung?

    Seine Methode: AgilityINsides

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