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Green-washing? Corporate Social Responsibility nur Augenwischerei?

Frei nach dem Motto des Grundgesetzartikels „Eigentum verpflichtet“ haben sich in den letzten Jahren zunehmend mehr Firmen durch Spendenaktionen ihre Reputation erhöht. Oder nur zu erhöhen versucht, wie Kritiker meinen, und sich damit von Schuld freikaufen wollen (= Green-washing)?  Anstelle von Weihnachtsgeschenken an Geschäftspartner, die auch leicht als Korruption aufgefasst werden könnte, wird aufwändig nach förderungswürdigen Projekten gesucht und dann orthin gespendet. Mit mehr oder weniger gutem Erfolgt, wie Kunden meinen. Zumindest jene, die sich mit dieser Spende nicht identifizieren können. Also war es bei diesen nichts mit einer Reputationsförderung. Dieses Manko hat nun eine Gruppe von hellen Köpfen – von denen ich gestern zwei kennenlernen durfte – erkannt und eine in meinen Augen wichtige Plattform zur Verfügung gestellt.  Sie kommt allen Beteiligten, den spendenden Unternehmern, den Spendungswürdigen, als auch den Kunden entgegen.

Beispielprojekt

Beispielprojekt

Unter www.socialfunders.org können Projekte mit Förderhintergrund eingerichtet werden, die Spenden in Form von ScoialCoins erhalten können. Die SocialCoins werden nicht von den Firmen als Spende zugewiesen! Sondern die Entscheidung wird von den Firmen an ihre Kunden delegiert. Mit dem Kauf eines Produktes erhält der Kunde eine bestimmte Anzahl SocialCoins. Diese kann der Kunde nun auf der Plattform durch Eingabe der Coins-Nummer einem Projekt seiner Wahl spenden. Die Firma, das Projekt als auch der Kunde können sich über die Entwicklung der Spendenaufkommen informieren.

Damit die Projekte nicht lange auf ihr Geld warten müssen, werden zu jedem Meilenstein, die gesammelten SpendenCoins als bares Geld ausgezahlt, z.B. wenn 100 € zusammengekommen sind.

Da mir gestern auch gleich 100 SocialCoins als kleines Papierstück in der Größe einer Visitenkarte zum Ausprobieren mitgegeben wurde, hatte ich das Spendenverfahren auch gleich selbst erfahren können. Das war intuitiv einfach. Zuerst habe ich meine Nummern-Code eingegeben. Es wurden mir anschließend auch die auf dem Papier genannten 100 SocialCoins bestätigt. Dann habe ich das Projekt ausgesucht, dass ich zu fördern interessant fand und habe alle meine Coins gespendet. Ich hätte die Anzahl auch auf mehrere Projekte verteilen können.

Ich finde, dass das ein tolles Beispiel dafür ist, wie im „Alten“ das neue Bewusstsein entwickelt werden kann. Die Menschen als Kunden als auch als Angestellte eines Unternehmens machen sich wieder vermehrt Gedanken um die Förderung des Gemeinwohls. Auch hier sehen wir, wie sich der Kulturwandel von der Konkurrenz zur unterstützenden Kooperation (siehe auch diese Gruppe) vollzieht.

Ich wünsche diesem Projekt jedenfalls viel Erfolg und werde es laufend beobachten!

p.s.: Wer die SocialCoins schon nutzt, ist der Web-Shop livingresponsible, der selbst eine eigene Geschichte des Kulturwandels ist. Sprich, ich werde weiter berichten …

  1. November 21, 2012 um 1:50 am

    Der FIWUS wird wohl niemals förderungswürdig werden. *grinZ*

  2. November 21, 2012 um 2:13 am

    Egal ob Fußballverein, Behindertenwerkstatt oder Kindergarten im Nachbarort, mit Socialfunders kannst du für deine sozialen und gemeinnützigen Projekte Spenden sammeln und Unterstützer finden. Stell uns dein Projekt noch heute vor. Mit diesem Formular kannst du dich ganz einfach bewerben.
    http://www.socialfunders.de/wp-content/uploads/2012/11/Projektbeschreibung.zip

  3. Martina
    November 21, 2012 um 2:22 pm

    Alles schön und gut. Das überall Förderung im und am Gemeinwesen notwendig ist, keine Frage. Natürlich wäre es für alle Beteiligten weitaus besser, es würde erst gar kein Förderungsbedarf entstehen, weil eben allen soviel am Gemeinwesen, sprich am Mitmenschen, liegt, dass die Profitmaximierung erst gar nicht greift. Denn das was jetzt so nett als Spende daher kommt wurde ja vorher wahrscheinlich von eben diesen Stellen genommen.

    @Alter Knacker; Alles kein Problem 😉 Du brauchst sieben Leute, die an der Gründungsversammlung des Vereins teilnehmen und das mit Unterschrift bestätigen und als Vereinsmitglieder „herhalten.“ Drei davon bilden dann den Vorstand (Vorsitzender; Stellvertreter, Kassenwart.) Satzung schreiben, was unbedingt drin stehen muss, findest du im Netz, mit dem Protokoll und der Satzung, nebst Unterschriftenliste ab zum Notar, dort beglaubigen lassen und dann beim Amtsgericht einreichen, kann dort bißchen dauern (2-6 Wochen.)Und Konto einrichten für den Verein. Biste mit knapp 100 Euronen (alles in allem )dabei, vorausgesetzt ihr bekommt die Satzung ohne Notar hin 😉

    Freundlich
    Martina

  4. November 21, 2012 um 3:18 pm

    @Martina
    >Denn das was jetzt so nett als Spende daher kommt wurde ja vorher wahrscheinlich von
    >eben diesen Stellen genommen.

    Das wird eben nicht mehr der Fall sein, wenn die Projekte dieses „Startspende“ richtig nutzen und sich als SocialBusiness aufstellen.
    Dann können sie planbare Einnahmen verbuchen und werden auf lange Sicht nicht mehr von Spenden und Förderungen abhängig sein.

    Dies ist unser Ziel!

  5. November 21, 2012 um 5:52 pm

    Informiert Euch doch besser bei der http://www.:MUTbuergerpartei.at. Dort findet Ihr Konzepte wie wir die WURZEL ALLEN ÜBELS ausrotten können. Spenden, Beihilfen, Sozialhilfe, und ähnliches sind von gestern. Zukunftsfähig ist:
    Bedingungsloses Grundeinkommen
    Direkte Demokratie
    Demokratisches Geldsystem mit Abschaffung des Zins- und Zinseszins Finanzsystems
    und vieles mehr
    Alles beste

    • November 21, 2012 um 6:52 pm

      Da spricht ja auch nix dagegen.
      Nur leider ist der dogmatische Ansatz nur zukunftfähiges wertzuschätzen nicht zielführend solange man nicht in der Zukunft angekommen ist.

      Wir hingegen werden den Wandel aktiv vorantreiben, indem wir vom bestehenden System starten mit den noch bestehenden Mitteln in Schritten zur neuen Zukunft aufbrechen, die neue Zukunft durch unsere TATEN mitgestalten und manifestieren, bis der Wandel vollzogen ist.

      Und wir laden jeden jederzeit gerne ein, der uns auf diesem Weg begleiten und den Weg mitgestalten will!
      Auch diejenigen, die (noch) über Konzepte diskutieren wollen und sich erst dann bewegen, wenn irgend jemand ihre zukunftsfähigen Konzepte realisiert hat.

  6. November 24, 2012 um 6:39 am

    Vor allem dort, wo der Bürger aus dem öffentlichen Leitungsnetz Wasser von guter Qualität beziehen kann, ist der Kauf von Flaschenwasser eigentlich überflüssig. Mit Aktionen, die einen sozialen Anstrich haben, wird Kindern die Marke Volvic positiv ins Gedächtnis gepflanzt und bereits eine Markenbindung geschaffen. Die Markenbindung beginnt – wie erforscht wurde – im Alter von 12 Jahren. Es ist für die Hersteller daher wichtig, vorher schon im Bewusstsein der Kinder präsent zu sein und bis dahin ein positives Image aufgebaut zu haben. Kinder und Jugendliche werden immer öfter zur Zielgruppe für Werbung und Marketingkampagnen und staatliche Institutionen machen sich zum Erfüllungsgehilfen der Unternehmen (siehe auch die Artikel zu “Media Smart” und zum Projekt “Wirtschaft und Schule” und “Gesunde Ernährung als Deckmantel: Mineralwasserwerbung in der Schule” ). Beim Volvic-Projekt erhalten die zehn Schulen mit den meisten Einsendungen jeweils die Patenschaft für einen neuen Brunnen in Äthiopien sowie ein Leuchtglobus-Set für jede Klasse. Der Fernsehjournalist und Projektpate des Brunnenprojekts, Markus Lanz, überreicht den Schulen, die die ersten drei Plätze belegen, die Brunnen-Patenschaft. Die übrigen sieben Gewinnerschulen erhalten die Patenschaft im Rahmen einer Roadshow (Präsentation) von Volvic und UNICEF. Ein Unternehmen, das Schulen in seine Projekte einbindet, erweitert seine Vertriebskanäle. Schulen werden so zum Schauplatz strategischer Marketingaktionen.

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