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Die Entzauberung des Zauberers

… Es ist nicht das erste Mal, dass die Bevölkerung Opfer der Geld- und Finanzmärkte wird. Der Pharao hat Josef, den Sohn Jakobs, zum Regierungschef von Ägypten ernannt und der Prophet Moses berichtet von seinen Regierungsgeschäften:

„Das Land Ägypten und Kanaan verschmachteten, weil es an Geld gebrach. Und Josef brachte alles Geld zusammen, das in Ägypten und Kanaan gefunden ward, um Getreide zu kaufen. Da  es nun weiter an Geld gebrach im Lande, kamen alle zu Josef und sprachen: Warum lässt du uns vor dir sterben, darum, dass wir ohne Geld sind? Josef sprach: Schafft euer Vieh  her, so will ich euch für das Vieh Brot geben, weil  ihr ohne Geld seid. Da brachten sie Josef ihr Vieh und er gab ihnen Brot für ihre Pferde, Schafe, Rinder und Esel. Da das Jahr um war, kamen sie zu ihm im zweiten Jahr und sprachen zu ihm: Nicht allein das Geld, sondern auch das Vieh ist dahin. Kaufe uns unser Land für Brot. Also verkauften sie ein jeglicher seinen Acker. Sie sprachen: Du hast uns am Leben erhalten; lass uns nur Gnade finden vor dir, unserm Herrn, so wollen wir gern dem Pharao leibeigen sein. Also machte Josef ihnen ein Gesetz bis auf diesen Tag. Und Josef starb, da er hundertzehn Jahre alt war. Und sie salbten ihn und legten ihn in eine Lade in Ägypten.“

Die bisherige Erfahrung lehrt, dass das neoliberale Modell uns vor einem solchen Schicksal nicht schützt, sondern es  geradezu herbeiführt. Die Wirtschaft braucht  Wachstum, aber keine Menschen. Nach einer Modellrechnung könnte die deutsche Wirtschaft auch bei einer Arbeitslosigkeit von 50% noch wachsen. Das gilt für ein Industrieland. Wenn wir die Überlegung zu Ende führen, sehen wir, dass vielleicht 80% der Menschen für eine wachsende Wirtschaft Ballast ist, der auch abgeworfen werden kann.

Sören Kierkegaard erzählt, wie hinter den Kulissen des Theaters ein Feuer ausbricht und der Clown auf die Bühne tritt, um das Publikum zu warnen. Die Zuschauer halten sich den Bauch vor Lachen und applaudieren der gelungenen Einlage. Der  Clown wird bleich vor Schreck, gestikuliert  entsetzt und erntet weiter tosenden Beifall – bis es zu spät ist und das Feuer den Zuschauerraum ergreift. Die Fachwelt unserer heutigen Ökonomen applaudiert den brillanten Ideen des brillanten Regisseurs und wartet darauf, dass die Wirklichkeit sich an seine Modelle anpasst.

Die meisten Menschen aber spüren, dass die Finanzmärkte ihnen nicht mehr dienen, sondern einen Krieg gegen die Menschheit und alles Leben auf diesem Planeten führen. Nur wenige aber sehen, wer der Brandstifter war, der das Feuer gelegt hat: Der große Milton Friedman aus Chicago, 1912–2006.

Das ist der letzte Abschnitt des ausführlichen Artikels Ein toter Nobelpreisträger führt Krieg gegen uns, geschrieben von Prof. Wolfgang Berger. Er beginnt mit:

Gewinne sind Privatsache, für Verluste und Nebenwirkungen soll der Staat aufkommen. So hat sich im letzten Jahrzehnt die Zahl der Milliardäre weltweit verfünffacht. Das ist kein Zufall und keine naturgesetzliche Notwendigkeit, sondern logische Folge der unser Zeitalter beherrschenden Ideologie. 

Kategorien:Ökonomie, Politik Schlagwörter: , , , ,
  1. Januar 1, 2013 um 4:53 pm

    1. Der Verursacher ist jener Josef in Ägypten. Denn seit dem gab es diese herbeigeführten Krisen immer wieder – mit genau dem Zweck, den auch der Josef verfolgte und bis heute verfolgt: Enteignung der Menschen zum eigenen Vorteil.

    2. Bereits seit der Zeit Josefs sind die Gewinne Privatsache und die Schulden die Sache der jeweiligen Gesellschaften.

    3. Seit dem arbeiten die Menschen in die Taschen dieser Kaste der Josefs.

    4. Solange wir das nicht beenden, ändert sich nichts und Milton Friedman ist nur EINER in der langen Kette der Josefs.

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