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Das Gewissen

Oder: Leben Tiere in einer Höheren Ordnung als Menschen?

Bevor ich aus meiner Sicht ein paar Worte spreche zur Frage von Gewissen und Moral, versuche ich durch einen Blick ins Reich der Natur das Grundproblem zu beschreiben.

Tiere hätten kein Bewusstsein über ihr Handeln, sagt man – und, sie unterschieden sich grundsätzlich vom Menschen, weil dieser seinen Geist reflektieren könne. Was entsteht (z.B.) aus dieser „besonderen Fähigkeit? Ich zitiere:

Es ist ein wichtiges Ziel der vergleichenden Psychologie endgültig festzustellen, ob Tiere über die metakognitiven Fähigkeiten des Menschen verfügen. Wenn das so ist, könnten diese auch auf Bewusstsein und Selbst-Gewahrsein gründen. (Dr. J. David Smith,)

Wer wissen möchte, was „metakognitive Fähigkeiten sind, findet einige Erläuterungen hier http://de.wikipedia.org/wiki/Metakognition.

Sammeln wir ein paar Blicke, über die schwerlich diskutierbar ist, auf die „reale“ Verschiedenheit von Tier und Mensch.

Es gab und gibt weltweit kein einziges Tier,

  • das Versuche mit Menschen anstellt;
  • das seinen Lebensraum zerstört;
  • das zur Erhaltung seiner Existenz mehr nimmt, als es braucht;
  • das Waffen zur Massenvernichtung von Lebewesen baut;
  • das grundlos andere Lebewesen tötet;
  • das Schwächere quält und seine Kinder misshandelt;
  • das raubt, betrügt und lügt
  • das aus niederen Motiven Herrschaft anstrebt.

Es wäre leicht, die Liste der Unterschiede zu erweitern.

Einen grundsätzlichen, nicht auf Verhalten begründeten Unterschied zwischen Mensch und Tier sehe ich darin, dass Tiere weder Moral noch Gewissen kennen. Sie brauchen in ihrer Welt, in der die innere mit der äußeren Ordnung vollkommen übereinstimmt, keine künstlichen „Werte“. Sie benötigen auch nicht das, was Menschen Kultur nennen, keine Autos, keine Fürsorge, keine Mode, keine Unterhaltung und keine Bildung. Ihr Handeln nenne ich nicht instinktiv, sondern intuitiv und absolut ethisch im Rahmen des Miteinanders des Ganzen. Diesen Status nenne ich „Volles Bewusstsein“.

Der Mensch in „seiner“ Welt ist davon weit entfernt. Welche Ordnung schuf er sich? Und was entwickelte sich aus seinem Ordnungsstreben, wenn das Wesen seiner Entscheidungen auf Gewissen und Moral beruhte? Jedenfalls kein sanftes Ruhekissen. Das entstünde vielleicht noch durch ein Mindestmaß an Vernunft, aber selbst die findet man eher in östlichen Slums als in westlichen Unwert-Kulturen.

In unserem Freundeskreis würde ich mir niemals erlauben, über das Gewissen zu sprechen. Weil wir alle gewissenlos wurden, gleich den Tieren, mit ihnen lebend, in einer natürlichen Ordnung von Selbstverständlichkeiten:

Frei von Moral, frei von Schuld, das Nötige nehmen und das Mögliche geben, das Leben als Geschenk nutzen; mehr nicht. Und darum maßen wir uns alle nicht an, mehr Verantwortung als das, was Tiere und Pflanzen leisten, tragen zu können.

Ein letztes Wort. Wahrscheinlich gilt gewissenlos als Gegensatz zu Gewissen. Aber ist das wirklich so? Wenn Gewissen das Maß für Vernunft ist, ist das Gewissenlose keine Unvernunft, sondern im Gegenteil, das sehr rationale, gefühllose Grundprinzip des Destruktiven:

Die Vernunft eines Vernichtungswillens.

Mit dem haben es die Menschen direkt und indirekt mit ihrer Angst zu tun, nicht mit ihrem Gewissen.

Euer Wolfgang

Kategorien:Bildung, Ethik, Gesellschaft Schlagwörter: ,
  1. März 17, 2013 um 6:02 pm

    Artikel 1 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte:

    Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

    Sehr erhellend zu Gewissen und Moral ist auch dieser Artikel von Helmut Zenz:
    „Wahrheit“ und „Gewissen“ in der „offenen Gesellschaft“ – Eine Verhältnisbestimmung mit Karl Popper

    Ich hatte mit diesem Artikel das Thema Gewissen das erste Mal hier aufgegriffen:
    Überall auf der Welt haben sich grundlegende Werte ausgebildet – Hoffnung für eine bessere Zukunft?

    Mein Bauch signalisiert mir, dass auch die Konzepte von Moral und Gewissen den Herrschern dienten, um Gehorsam in einer Welt von Unterdrückung zu erreichen, nur auf einer eher unklaren Wirkebene. Was ist Eure Meinung?

    • März 17, 2013 um 6:14 pm

      Schön und gut … aber was ist mit dem “Rest“ des Lebens ? Verstünde sich der Mensch eingebunden in das GANZE, bräuchte es kein Menschenrecht, kein Grundgesetz, sondern einzig das SEIN. Jedes verfasste Gesetz ist ein Zeichen für eine Trennung vom GANZEN … wobei es immer mehr Gesetze bedarf, je weiter der Mensch sich vom GANZEN entfremdet bzw. von selbigem fortschreitet.

      Gruß Guido

  2. Gerd Zimmermann
    März 17, 2013 um 6:30 pm

    Lieber Wolfgang

    leider sind wir wieder bei der 3 der 6 und der 9. Was haben die 3, die 6 und die 9 mit dem Leben, dem Universum und den ganzen Rest zu tun?

    Ganz einfach, alles hatt eine Ursache (Quelle), die 3 spaltet sich der Trinität entsprechend aus dem EINEN in die Dualität. Mensch und Natur sind EINS. Es gibt nicht ein Höheres und ein ein Niederes. Alles ist mit allem verbunden.

    Du besitzt ALLWISSEN in Dir. In Dir. Nicht da Draussen. Bedenke das.

    Lieber Gruss Gerd

  3. März 17, 2013 um 10:56 pm

    Hier kommt eine These zur Entwicklung von Moral aufgrund von zunehmender Gewalt durch Zunahme von Ungleichheit:

    … Die mit der Sesshaftigkeit einhergehende Erfindung des Eigentums und die Notwendigkeit, Erwerbsarbeit zu leisten, bedeutete, dass man jetzt wissen wollte, für wen man schuftete.“ Der zivilisatorische Prozess setzte ein. Und mit ihm ein neues Moralsystem. „Meine These ist, dass die Formulierung erster ‚expliziter Moralsysteme‘ eine Reaktion des Menschen auf die massive Zunahme von Gewalt war, mit der der Mensch am Beginn der zivilisatorischen Epoche konfrontiert war. …

    gefunden in: Aggression ist kein Urtrieb des Menschen, von Anja Wagenblast

    Freud lag falsch: Die Annahme, dass Gewalt zur menschlichen Natur gehört, ist ein Mythos. Nun beweisen Studien die wahren Ursachen für Aggression.

    • März 18, 2013 um 12:11 am

      Freud lag falsch: Die Annahme, dass Gewalt zur menschlichen Natur gehört, ist ein Mythos. Nun beweisen Studien die wahren Ursachen für Aggression.

      Braucht es dafür wirklich Studien, um etwas zu begreifen, was bereits durch Beobachtungen und Zusammenfügen von Einzelbildern offensichtlich wird. Ein Beweis beweist im Grunde das Vorhandensein EINES Moments, nicht aber die Existenz des Films der Realität als GANZES, der aus unzähligen einzigartigen Momenten besteht. Und selbst wenn es den Beweis für den FILM gäbe, dann gäbe es keinen Beweis für die unterschiedlichen Wirkungen, die der Film bei denen hervorruft, die diesen Film wahrnehmen.

      Mal wieder ein Bild, frei von jeglicher Beweislast, sondern einfach nur ein Teil einer langen Geschichte:

      Der Lauf der Dinge im Fluss der Realität

      Sesshaftigkeit nimmt dem Fluss seine Freiheit, um sich als Fluss darstellen zu können. Probleme sind immer vor“programmiert“, wenn etwas angesammelt, gehemmt, gebremst wird, das in Wirklichkeit frei ist … das Aufblühen des Egos brachte auch im Rahmen der Entstehung der Landwirtschaft allerhand fremdartige Blüten in einem Garten hervor, dessen Land zunehmend in unterschiedliche FELDER unterteilt wurde … und noch immer wird.

      Gruß Guido

  4. federleichtes
    März 18, 2013 um 8:02 pm

    Zwangsenteignete Menschen, in einer brutalen Gesellschft, in einem gnadenlosen System gefesselt – die Versuchung ist immer und überall. Fressen oder gefressen werden.

    Das Gewissen, ist das mehr als nur eine Hülse, oder wie ein leerer Topf?
    Unterwegs dachte ich an meine Kinderzeit, wie sie mir immer wieder ein schlechtes Gewissen machten und verlangten, ich solle mich schämen. Natürlich kenenn wir alle Vergewaltigungsopfer. Kollateralschaden ist die Scham, von außen fiegt gerne auch nach Schande dazu. Selber schuld, die Schlampen.
    Gab ’ne Zeit, da interessiert mich die Hitlerzeit. Ich las von den Bürokraten in Menschenmassen-Vernichtungslagern, ordentliche Menschen, die gewissenhaft ihre Arbeit machten und natürlich ihre Vorgärten in Ordnung hielten. Gewissenhaft behandelte man auch die vielen Zwangsarbeiter im Ruhrgebiet: Schuften bis in den Tod.

    Kommen wir zurück auf den leeren Topf. Was geschieht mit ihm. Erinnere mich an die Geschichte, die mir ein Freund auf Fehmarn erzählte. Er war Vorarbeiter einer Putzkolonne. Man rief ihn, weil es in einem der Ferienapartments komisch roch. Kultur pur: Die letzten Mieter hatten in einen Kochtopg geschissen und ihn in den Schrank gestellt. Und unser Gewissenstopf, was ist da drin? Die Vorstellung, wir seien die Guten und die Anderen die Schlechten? Oder umgekehrt? Welche Motive bestimmen unser Handeln, wenn wir zur Arbeit gehen oder eben nicht, wenn wir uns etwas leisten, sparen und Zinsen kassieren?

    Menschen sitzen in der System-Falle: Staatsmächte beschützen mittels Polizei und Militär weltweit eine bestens organisierte, weltweit tätige Kriminalität. Sollte tatsächlich in irgend einem Gewissen der Leitsatz „Unrecht dulden ist wie Unrecht tun“ geschrieben stehen, darf man sich fragen, ob das, was weltweit an Plünderung, Zerstörung und Ausbeutung geschieht, sich nicht als ein Recht etablierte: Das Recht des Stärkeren.

    Wer das beugen will, kommt mit einem Gewissen nicht weit.

    Am Rande. Heute besuchte ich meinen Freund Oli, und erzählte vom neuen Thema und bat, er möge mal was schreiben dazu. Vier Worte kamen: „Ich habe kein Gewissen“. Na gut, dafür hat er, als das Herz verteilt wurde, drei Mal „Hier“ gerufen.

    Gruß
    Wolfgang

  5. Gerd Zimmermann
    März 19, 2013 um 7:23 am

    „Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.“

    René Descartes

  6. federleichtes
    März 19, 2013 um 6:36 pm

    Heissa!
    Musste die Tage immer wieder an Dich denken (Dein Ratgeber: „Wie kommt man auf vier Beinen über die Runden“, fehlt mir noch).

    Deine Frage nach der Moral trifft einen Kern.
    Ich meine, wenn wir uns darauf verständigen, Moral könne man, z.B. aus kulturellen Gründen, nicht genau beschreiben, gäbe es sicher einige Ansätze dazu:
    WAS MORAL AUF KEINEN FALL IST:

    Damit ergreife ich die Scheinheiligkeit beim Schopfe.
    Mir stellten, soweit ich mich erinnere übereinstimmend, fest, welche Eigenschaften ein Politiker haben MUSS. Ich vergleiche das mal mit einem Auto-Totalschaden; die Karre muss auch bestimmte Eigenschaften haben.
    Kommen wir kurz zum Papst. Auch wer in einer Sekte (Definition ist sicher nicht allen bekannt, dabei sehr interessant) arbeitet, braucht zur Erfüllung vorgegebener Aufgaben bestimmte Eigenschaften. Auch wer es vom Jesuiten zum Sektenführer schaffte, HAT besondere Verbildungen genossen und ganz besondere Eigenschaften erworben – scheint mir logisch. Da isser, ich sSage mal:
    Der Wolf im Schafbrokat.
    Der sich über die Menschheit erhebt und mit seinen alten Schuhen den Armen dient. Bravo, Jugendzeitschrift. Es wird immer besser, was ins Licht tritt, und vielleicht erleben wir noch die Ankunft des „Chefs“ persönlich. Mal sehen, was die Dingsdas (ich kann auch höflich sein) dann stammeln.

    Ein herzliches Danke für Deinen Beitrag.

    Wolfgang

  7. federleichtes
    März 21, 2013 um 3:40 pm

    Friedrich Wilhelm Nietzsche:

    „Der Glaube an Autorität ist die Quelle des Gewissens: Es ist also nicht die Stimme Gottes in der Brust des Menschen, sondern die Stimme einiger Menschen im Menschen.“

    Ich kann seine Schlussfolgerung zwar nicht ganz nachvollziehen, weil Gott ja für einige Menschen durchaus DIE Autorität sein kann und IHR Gewissen dann mit SEINER Stimme spricht, aber ich reflektiere seine Annahme des Zusammenhangs von Autorität und Gewissen.

    Autorität. Sie drängt sich von Außen in den Menschen hinein. Es sind autoren, die das Ihre in die Menschen zu schreiben versuchen, gerne mit Gewalt, gerne suggestiv, gern die Uninformiertheit Anderer nutzend.
    Autorität. Sie will auch vom Menschen im Innen erlebt werden. Nicht nur, um sich im Außen mit Überlegenheit positionieren zu können, sondern um die eigenen Begegnungen mit der Welt sicherer gestalten zu können; wer lässt sich schon gerne und immer wieder überfallen.

    Darum geht es also primär: Lebensmeister zu werden. Mit sich und dem Leben gestaltend umgehen können, Lebenskünstler-Sein, mit sich selber zufrieden, den Widrigkeiten und Unwägbarkeiten sicher Paroli bieten können.

    Was braucht es für die Lebenskunst ein Gewissen? Läuft sich’s besser mit Krücke? Bringt ein Korsett Elastizität? Künstlichkeit die Natürlichkeit hervor?

    Geschichtlich betrachtet waren es immer die Gewissenlosen, die Wasser predigten und Wein tranken, die Arbeit predigten und Müssiggang pflegten, die voller Heimtücke und Hinterlist Anderer Wahrhaftigkeit einforderten.

    Möge man daraus lernen – oder es lassen. Den Gewissenlosen auf beiden Seiten des Geschehens ist das unerheblich.

    Gruß
    Wolfgang

    • maretina
      März 21, 2013 um 6:02 pm

      Von Uninformiert bis Uniform ist es ein kurzer Weg.

      Tiere haben kein Gewissen soviel ich weiß. Sie leben, sorgen für den Fortbestand ihrer Art, richten in natürlicher wilder Umgebung keinen irreparablen Schaden an, halten die Welt im Gleichgewicht, ganz ohne Gewissen und Moral. Sie sind im lebendigen Fließen. Für sie ist Gewissheit der Fluss an dem sie gerade im Moment saufen und das Junge das noch schutzbedürftig ist und seiner Art entsprechend lernen muss wie Futtersuche funktioniert…

      Was also, frag ich Euch, bringt uns Gewissen, ausser der Gewissheit uns Zwängen auszuliefern?

      • federleichtes
        März 21, 2013 um 9:26 pm

        Uni-Form ist gut. Wie kann ein Individuum uniformiert werden – wir wissen es. Vaterlandsliebe, wau, das Pferd gackert.

        Hallo Martina, schön, dich wieder zu hören.

        Nein, Tiere haben kein Gewissen.
        Ralf fragt: „Woher weißt du das“.

        Tiere handeln in einer Ordnung – handeln immer richtig, weil sie mit ihrer inneren Ordnung Teil der Ordnung Natur sind. Ihre informative Verbindung zur Ordnung nennen wir überlehrerwisserisch Instinkte und degradieren ihr Leben deswegen minderwertig. Bravo – Jugendzeitschrift.

        Die erste Frage lautet:
        Wenn Tiere alles richtig machen und nur alles richtig machen können, wozu brauchen sie eine Instanz Gewissen?

        Jetzt wird’s etwas spannender. Mit der Frage:
        Warum braucht der Mensch zumindest die Vorstellung von (s)einem Gewissen.
        Tatsächlich gibt es die Instanz ja, die verlangt, gebietet oder fordert, Handlungen in einem Rahmen zu halten. Untrennbar verbunden mit dem Gewissen ist die Schuld. Dem Gewissen folgen bedeutet also ein sehr egozentrisches Schuld-vermeiden-wollen, um, und das ist nicht gerade unwichtig: Nicht bestraft zu werden.
        Denn: Mensch glaubt ja an (s)einen Freien Willen.

        Klartext.
        Mensch ist strukturell konfiguriert
        Mensch ist informativ infiziert.
        Mensch ist über Zeitgeist und Gesellschaft koordiniert.
        Und dieser unter mehrfach fesselnde Bedingungen unterworfene Mensch hat es offensichtlich bitternötig, sich aus dem Dreck seines ihm aufoktroyierten Schicksals (unangemessen) zu erhöhen. Sehr verständlich.

        Aber verständlich ist auch:
        Hätte er kein Gewissen, könnte, er das, was durch ihn geschieht und geschehen muss, nicht persönlich nehmen – und würde zu den Informationen, die ihn aus dem Unbewussten zum Handeln herausfordern, sagen: LmaA.

        Das Lebens-Prinzip sollte man einmal verstanden haben.
        Hier läuft über eine gestaltende Kraft das Leben ab als ein objektiv notwendiger Entwicklungsprozess. Der nur mit Individuen und damit moderatem, subjektivem Handeln zu lösen war. Dem Subjektiven musste also ein mentales Korsett übergezogen werden, um es objektivieren zu können.

        Das muss Kurzfassung sein, leider oder wie auch immer; ist eh ein heißes Thema.

        Ergo:
        Menschen, die ihre persönliche Ordnung entsprechend einer Höheren Ordnung (wie die Tiere innerhalb der höheren Naturordnung) gestalteten, befinden sich ordnungstechnisch auf einer – vom Status her – ähnlichen Ebene wie Tiere. Sie wissen, dass sie keinen Freien Willen haben, sie wissen, dass sie keine Schuld haben können und brauchen entsprechend auch keine Angst vor Strafe haben – also eine (vorhandene) Instanz Gewissen nicht um ein Tätigwerden bemühen.

        Danke für Deine Anregung. Alleine bringe ich es ja zu nix.

        Herzliche Grüße an Euch beide.

        • März 21, 2013 um 10:43 pm

          Wie heißt es so schön:
          Das Unterbewusste hat die Entscheidung auf Grund seiner Formatierungen längst getroffen und unser rationale Geist hat im Sinne einer Maketingabteilung diese nur noch als seine zu verkaufen …
          Euch noch eine erholsame Nacht
          Martin

        • federleichtes
          März 21, 2013 um 11:26 pm

          Heisst es so? Keine Ahnung.

          Die primäre Implikation meiner Annahme – schön aufpassen -, wie Mensch-Sein sein könnte, ist folgende:

          Wir haben ein Bewusstsein. Das IST konfiguriert ähnlich wie bei einer Karre ein Drehzahlbegrenzer. Es ISt auf Gewissen, Schuld und Strafe und natürlich, da Grundbedingung, Freien Willen EINGESTELLT: Also FALSCH (verkehrte Welt?), wil nur unter diesen Prämissen DAS Spiel in gang kommen konnte.

          NUR auf Grund dieser Einstellung lief und läuft das Spiel. Verstehst Du, es ist EINE Einstellung (die dafür sorgt, traumatische Informationen einzuspeisen und sie brav – entsprechend dem Bewusstseins-Muster, abzuarbeiten).
          Nach der Abarbeitung der feindseligen Informationen ist diese Einstellung des Bewusstseins so überflüssig wie ein Kropf. Und zwar vorbehaltlos zack und weg. Natürlich kann man das Zenit nennen. Tatsächlich, wenn stimmt, was ich ANNEHME, geschieht ein Sofort-auf-Gleich-Umschwung all derer, die Mensch-SIND – und damit ENTSTAND (gleichzeitig) eine neue Ordnung für die gesamte Gesellschaft.
          Natürlich werden dann sofort die Fernseher teurer, weil Kinder nicht mehr arbeiten werden. So’n Schiet.

          Also, unser Unbewusstsein trifft überhaupt keine Entscheidungen – es sind die (alten) Informationen, die darüber bestimmen, was, wie und wann entschieden wird.

          Vermutlich wird das, was ich hier im Rahmen des Themas Gewissen schreibe, ohnehin nicht verstanden. Es erklärt eine Ur-Konditionierung, und die sitzt fest, so fest, ja, sooo fest. Ich wollte auch nicht eine Lösung für unsere globalen Probleme präsentieren, sondern erklären, dass Menschen, die in guter Sache unterwegs sind, nicht vor unlösbaren Aufgaben stehen. Im Gegenteil. Ich sage ja nicht weniger, als dass die Lösung der Aufgabe ein Selbstgänger ist und erscheint, wenn die Zeit für die Aufarbeitung der Informationen durch Erledigung abgelaufen ist.

          Das Leben sollte entkrampfter und folgend freudiger verlaufen für die, die wie ich, daran glauben.

          Gruß
          Wolfgang

          • März 22, 2013 um 9:38 am

            Das gefällt mir: „Das Leben sollte entkrampfter und folgend freudiger verlaufen“ 🙂

  8. März 22, 2013 um 8:32 am

    Hier mal ein paar Gedankensplitter:

    Wildheit ist ICHsein im Einssein mit dem GANZEN.
    In der Wildheit ist für das EGO kein Platz.
    Das ICH ist die ehrlichste Form des Seins.
    Das EGO ist das Ausmaß der Lüge, mit der das ICH verleugnet wird.
    Das ICH ist das eigentliche Wesen des Seins, das EGO dagegen zeigt sich als Person.
    Das EGO der Menschheit zeigt sich in der Künstlichkeit, mit dem sie die Natürlichkeit nach ihren Vorstellungen realisiert bzw. verfremdet.
    Das ICH spielt seine Rolle für das GANZE, das EGO dagegen nur für sich selbst.
    Das EGO zeigt den Weg jenseits der Wahrhaftigkeit, jenseits der wirklichen Wahrheit, es ist der Weg der Lüge, den das ICH nur so weit gehen kann, wie Ordnungsmöglichkeiten durch das Umfeld zur Verfügung gestellt werden.
    Das Gewissen wäre demnach die Fähigkeit wahrzunehmen, inwieweit das ICH dem EGO folgt.

    In Harmonie mit dem GANZEN zu leben ist somit nur möglich, wenn das ICH sowohl seine Wildheit auszuleben vermag, als auch die Notwendigkeiten des Umfelds zu respektieren weiß.

    Das ICH ist nicht gleichzusetzen mit dem EGO. Genauso, wie Gefühle nicht mit EMotionen gleichzusetzen sind … und die Wirklichkeit nicht mit der Realität …

    Gruß Guido

    • März 22, 2013 um 10:09 am

      Das EGO ist das Ausmaß der Lüge, mit der das ICH verleugnet wird.

      Ich hatte in der letzten Zeit Gelegenheit, mit einigen Hypersensiblen Menschen zu sprechen. Was ihnen gleich ist: sie hatten besonders im Alter von ca. 4 Jahren große Probleme damit zu sehen, dass die sie umgebenden Menschen sich selbst dauernd belogen.

      Herzlich Martin

      • federleichtes
        März 22, 2013 um 1:20 pm

        Im erwachenden Bewusstsein eines Kindes etabliert sich ein zentrales Muster: Es wird bestraft. Entweder durch eine überzogene Zuwendung, Prügel, oder ein überzogenes Abwenden. Liebesentzug.
        Es kommt aus dem natürlichen Rhythmus und lernt Überfülle (zu viel der Bedeutung!) und Leere, Verlassen- und Alleinssein (bedeutungslos).
        Damit werden im Kind BEREITS ANGELEGTE Muster bedient bzw. aktiviert. Ich erinnere an die traumatische Geburt.

        Die aktivierten Muster sind selbst-fütternd und hungrig, ganz im Sinne des Körpers. Und so lange der hungrig ist, suchen auch die Muster nach Informationen, um sie im Sinne der Brauchbarkeit (für eine Lösung) zu prüfen, das Brauchbare zu nutzen und das Unbrauchbare – ganz im Sinne des Körpers, auszuscheiden.

        Lüge ist die der Name für „Zuträgliche Wahrhaftigkeit“.

        Gruß
        Wolfgang

    • federleichtes
      März 22, 2013 um 12:05 pm

      Irgendiwie scheinen mir Tastaturen und Musikinstrumente artverwandt.

      Lieber Guido,

      das SEHR gute Gefühl unsres Miteinanders entsteht durch das Bewusstsein, dicht beieinander zu Sein, ohne pausenlos plappern zu müssen.

      Was Du splitterhaft empfindest (weil es für Dichicht rund war?), empfinde ich als Volltrefffer und sage in alter Tradition „Bingo“.

      Wenn wir von einer Schöpfungsquelle ausgehen, muss das „Wesen des Ich“ das Wesen der – sozusagen entquollenen – Schöpfung sein. Und ich sehe gerade unsere alte Regentonne vor mir. Kam klares Wasser raus, wenn klares Wasser drin war. Opa deckte sie irgendwann ab, damit kein „Dreck“ rein fallen kann. Wahrscheinlich war mal Dreck drin, und er hat das Wasser dann ganz abgelassen. Nicht, weil das Wasser sagte, es wolle wieder rein sein, aber so stelle ich mir das Entstehen einer notwendigen Schöpfung vor.

      Das Ich ist das Ganze.
      Aber was ist das Ego.
      Wenn DAS Wasser sich reinigen wollte (oder musste), ist das eine sehr klar egozentrische Absicht.
      Insofern ist im Ich auch das Ego präsent durch eine Absicht, für sich (oder in seinem Sinne) tätig zu werden.
      Das Ich und das Ego in Concert, das erleben wir im Menschen – auch.
      Aber das Ego im Menschen ist eben nicht (nur) egozentrisch, sondern auch sozial, im Grunde also wertfrei. Aber ich sehe es als den determinierten Teil des Ichs. Es ist Rolle, also individuell informiert und handelt – weil die Informationen re-aktiv sind – entsprechend, also instruiert folgerichtig.

      Was ich gestern vergaß zu schreiben:
      Die Schöpfungssquelle ist das Ganze, und das daraus Entstandene bleibt auch das Ganze. In das die „Splitter“ eingebettet sind. Bedeutet: Sie funktionieren, ob sie wollen oder nicht, im sinne des Ganzen.

      Nein, das Ich und das Ego sind nicht gleichzusetzen. Aber sie sind durch das Leben HIER miteinander verbunden – und befördern sich gegenseitig. Das Ego erfüllt eine klare Aufgabe. Es bildet eine BEWUSSTE Individualität aus, die sicher – wie die Tiere in der Natur – weiß, was im Rahmen einer Individualität und eines Miteinanders richtig ist.

      So, kleine Verschnaufpause.

      Danke für Deinen wichtigen Hinweis. So sind eben viele Federn nötig, damit ein Vogel fliegen kann. Und manchmal ist nicht der Vogel wichtig, sondern die Botschaft, die er überbringt.

      Herzliche Grüße an Euch.

      Wolfgang

  9. federleichtes
    März 22, 2013 um 11:38 am

    Ich war mit meinem Schreiben in einem relativ hohen Erregungszustand, unf reue mich, Dir damit nicht auf den Schlips getreten zu sein. Danke.

    Du sagst:
    „Das gefällt mir: ‚Das Leben sollte entkrampfter und folgend freudiger verlaufen‘ ”

    Wahrscheinlich gefällt Di das, weil sich damit ein Kreis schließt:
    Entkrampfung bedeutet Entängstigung, ein natürliches Fließen ersetzte ein künstliches Denken, wie aus der Falle heraus zu kommen ist.
    Bedeutet in der Kurzformel: Weniger Angst – mehr Liebe.

    Die Menschen denken (und mussten denken), sie seien verantwortlich. Aber ein verantwortliches Leben kann sicher erst beginnen mit dem Gefühl für Verantwortung. Und das war durch die informative Lage definitiv ausgeschlossen. Aus Angst kann nur Krieg entstehen, und nicht Frieden gelebt werden. Aus Angst kann nur Irrationalität entstehen, und keine Vernunft.

    Niemand ist federleicht mit einem Wahnsinn im Gepäck, der ihn – wie es ihm beliebt – in seinem Inneren und von Außen überfällt.

    Aber jetzt bin ich ganz „heiß“ darauf, Guido zu antworten – auf den hatte ich erhlich gesagt bereits in der Nacht gelauert, rein intuitiv natürlich.

    Dir einen guten Tag.

    Wolfgang

    PS.
    Und möchte daran erinnern dürfen, dass ein „Troll“ mir einen richtigen Wind unter die Flügel pustete. Andere natürlich auch

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