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Wohin mit meinem Ärger? Wohin mit meiner Wut?

Auf keinen Fall unterdrücken!

Wut und Ärger sind ein Produkt unseres Denkens, unserer Sprache, die uns beigebracht wurde, die Art, zu kommunizieren. Und nicht zuletzt auch inwieweit uns die Fähigkeit beigebracht wurde, in Spannungssituationen nach möglichen Strategien/Lösungen zu suchen.

Es ist gefährlich zu glauben, Wut und Ärger unterdrücken zu *müssen*. Wut und Ärger seien etwas *Schlechtes*. Wut und Ärger sind Alarmsignale! Unser Schutzmechanismus ist auf *high sensitive* und meldet uns, dass *irgend etwas* unser Wohlbefinden massiv beeinträchtigt.

Das jetzt hinunterzuspülen, zu unterdrücken, kann eines Tages einen sehr hohen Preis einfordern.

Interessiert, was Gerg Mouratidis zum Umgang mit unserer Wut zu sagen hat? Dann weiter auf dem Blog der Initiative Wirtschaftsdemokratie

  1. März 19, 2013 um 9:30 pm

    Nick hatte zu dem Artikel die folgende, wie immer prickelnde Ergänzung gebracht, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:

    Aggression – Ärger – Wut – Amok = Eskalation des Widerstandes.

    “Aggression” (lat.: aggredere = angreifen, an etwas herangehen)ist leider einseitig negativ belastet – zu Unrecht.
    Etwas “angreifen” bedeutet erst mal nur, dass man etwas “anpackt”, etwas “annimmt”, um es zu untersuchen, zu verändern oder anderen anzubieten bzw. unter die Nase zu halten, vor Augen zu führen – das ist m.E. eher positiv zu werten.
    Denn es geschieht aufgrund von Unstimmigkeiten, Friktionen, die es zu erkunden und mit anderen zu teilen (eben: mitzuteilen) gilt, um Abhilfe, Lösungen zu erörtern.

    Erst, wenn dieses Vorhaben blockiert wird, kommt es zu einer anhaltenden Friktion oder sogar Steigerung, die einen, zu Recht, “ärgert” (“ärger” = Komparativ von “arg” = schlechter sein/machen) und das ist inakzeptabel, was jedem einleuchten sollte.

    Wird auch dieses Unbehagen ob verschlechterter Bedingungen nicht aufgelöst, dann kommt es zwangsläufig (sic!) zur “Wut”.

    Wut (synonym: Entrüstung, Raserei) wäre demnach das folgerichtige Stadium der “Entrüstung” insofern, als diese durch Ablegen von Rüstung (= Schutz der Konvention, Deckung durch Abwehrhaltung, Deckmantel der Bemäntelung u.ä. = Abreißen der Schutzmechanismen gegen unliebsame Wahrheit auch bei anderen) klar stellt, was Sache ist und nun kompromisslos (weil bis dato ignoriert) Aufmerksamkeit, Achtsamkeit einfordert, quasi als letzte Warninstanz, um einer Problematik noch “Herr werden” zu können, sie und damit sich also “beherrschen” (sic!) zu können!

    Wird auch hier dem Fanal keine Aufmerksamkeit zuteil, dann mag es eben im Amok enden, also der Entladung unventilierter Wutenergie in Gewalttaten.

    Die massiv betriebene Diskriminierung des Ärgers und der Wut durch das gesellschaftliche Konventionsdiktat ist also nichts anderes als moralisch sanktionierte Ignoranz gegenüber Misständen.

    Anders:
    Wer sich über einen sich Ärgernden ärgert, anstatt ihm beizustehen im Zuge der Friktionsaufhebung, gesteht lediglich seine Unfähigkeit und/oder Unwillen zur Problemwahrnehmung und -lösung ein und hat damit keinerlei Legitimierung, den sich Ärgernden zu diskriminieren oder gar abzustrafen!

    Die Unsitte, über eine Tafel, beladen mit Unrat, das selbstgehäkelte Spitzendeckchen zu legen und so zu tun als sei alles in schönster Ordnung ist ungefähr so, als würden sich die Passagiere auf der Titanic über die störende Alarmierung des Ausgucks wegen eines Eisberges beim gesellschaftlichen Tee mokieren…

    Das ist dumm im Sinne des Wortes.
    “dumm” = “taub” im Sinne von Nichtwahrnehmen können oder wollen.

  2. März 20, 2013 um 7:07 am

    Liebe Wirtschaftler,
    wohin mit meiner Wut?
    die Frage ist falsch gestellt.
    Woher kommt meine Wut? und
    Du wirst vermutlich bald feststellen,
    dass Deine Wut aus deinem (Arbeits)-Leben kommt.
    Ganz liebe Grüße von Ralph

  3. Gerhard A. Fuerst
    März 21, 2013 um 3:14 pm

    “Mensch Ärgere Dich Nicht”
    Ist doch ein Spiel…
    mit dem Ziel
    sich zu ärgern…
    besonders wenn man verliert.
    “Siehste…,  schon ist’s passiert!”
    Man ärgere sich dann aber
    ganz bestimmt, gut gezielt
    und sehr bewußt,
    und erleichtere sich hiermit
    jeglicher sonst noch angesammelten
    und irgendwo tiefverstauten Frust…
    und man wird sogleich
    allerlei Bürden und alte Lasten los.
    Das erspart dann auch
    erst späteres Ärgernis,
    so als eine Art von Spätzünder…
    für ewige, habituelle Ärgernissünder…
    und noch nachfolgende,
    und damit vollkommen unverbundene
    Meckerei und Maulerei…
    über alten Kram…
    ganz ohne Scham!
    Also ärgere dich gut!
    Das wäre dann wenigstens
    all der Mühe wert…
    und man bleibt dabei
    von weiteren, noch nachhinkenden
    Konsequenzen unversehrt,
    Entlade dich also all deiner Wut!
    “Ah…oh…det is jut!
    Ik fühle mir schon viel besser!”
    “Na siehste!
    Jetzt bist du ein gut geübter
    Ärgernisvergesser!”
    Man ärgere sich aber nun nicht
    über mein abermaliges
    poetische Geplapper…
    gelegentlich auch genannt
    “Gedicht!”

    Gerhard A. Fürst
    21.3.2013

  4. federleichtes
    März 21, 2013 um 3:57 pm

    Manch Chef ist mehr „Arschloch“, als er zu hören bekommt. Von Managern wollen wir hier mal lieber nicht sprechen.

    „Wut und Ärger sind ein Produkt unseres Denkens, unserer Sprache …“

    Ohne Denken geht wohl bei Einigen nix. Und ihr Denken endet, bevor die Einsicht kommt, dass Denken ein Produkt von … ist.
    Wut und Ärger als Produkt unserer Sprach zu beschreiben, setzt das Pferd auf den Sattel. Wortreiches Denken kann scheinbar auch Armutszeugnisse schreiben.

    Ich ärgere mich gerne, so wie ich Feuer mache, um eine Zigarette anzuzünden. Wenn sie raucht, mache ich das Feuer wieder aus.

    Ich ärger mich ungerne, keinesfalls über Dinge, die ich als Schaden für mich empfinde. Aus einer ganz einfachen Logik heraus: Ein Schaden ist genug. Warum sollte zusätzlich noch Ärger meine Lebensfreude vertreiben und destruktiv an mir nagen. Nix da!

    Dein „Geplapper“ ist mir immer willkommen, lieber Gerhard. Ebenso wie der ganze Rest.

    Herzliche Grüße sendet Dir

    Wolfgang

  5. März 21, 2013 um 5:30 pm

    Wut und Ärger entspringen der Angst, sind ein Ergebnis der fortlaufenden Abstraktion und Trennung vom natürlichen Lebensfluss. Auch Sprache trennt ab. Dieser Abtrennung versuchen wir mit unserem Denken entgegenzuwirken, dass allerdings konditioniert wurde durch kollektive und private Traumata, die wieder uns abtrennen von uns selbst.

    Wirtschaft, so wie sie im Moment gedacht wird, ist einzig darauf gerichtet Menschen in Abhängigkeit zu halten oder zu bringen. Ein riesiges Experimentierfeld, wann, wo, wie welches Stellschräubchen gedreht werden muss, um Wirtschaft zu perfektionieren und die Menschen im Hamsterrad laufen zu lassen.
    Es gibt gute Ideen das Leben und die Kommunikation innerhalb dieser Wirtschaft verbessern zu wollen, nur ist das die Behandlung von Symptomen, davon heilt die Krankheit kaum.

    Wirtschaft soll von ihrem Grundgedanken her dem Menschen dienen, nämlich den Bedarf den er hat um an seinem jeweiligen Ort leben zu können, zu decken. Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht umgedreht. – Wut und Ärger sind durchaus angebracht, nur die Energien die daraus entstehen zielgerichtet einsetzen FÜR und nicht GEGEN müssen wir wohl nun mal endlich lernen.

    Liebe Grüße in die Runde
    Martina

  6. März 22, 2013 um 10:53 pm

    Georg Mouratidis hat gerade seinen zweiten Teil gepostet, worin zu lesen:

    „Die junge Mutter sagt zu mir: „Es ist sehr wichtig, Kindern eine Grenze zu setzen. Schon von Klein an muss Strafe für etwas Falsches in sie eingeprägt werden.“ Ich fragte sie, ob sie mir das durch ein Beispiel verdeutlichen kann? …“

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