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ALPHABET: ein Film über unsere uniformierende Bildung als Grund für unsere Krisen …

Wir dürfen uns auf einen neuen Film im Herbst freuen, der sich unsere AUS-Bildung zur Brust nimmt. Thomas Sattelberger, einer der längst dienenden Personalchefs der großen Konzerne Deutschlands macht sogar Werbung dafür. Es wird die Frage gestellt, wie es kommt, dass 98% der Kinder hochbegabt auf die Welt kommen und von diesem Potential am Ende nur 2% übrig bleiben.

Der Film wird ALPHABET heißen und derzeit so beworben:

Wir leben in einer Zeit der großen Umbrüche, Krisen und Orientierungslosigkeit.
Finanz, Energie, Klima: Eines haben all diese Problemfelder gleich: sie wurden von Menschen gemacht, oft von Menschen, die an den besten Universitäten und Ausbildungsstätten dieser Welt geschult wurden.

Liegt es an der Ausbildung, liegt es an der ihr zugrunde liegenden Haltung?
Liegt es an der Strukturierung unserer Gehirne und damit an der Struktur unseres überholten Denkens?

Damit wir uns für die Lösung der Probleme von morgen ermutigt, eingeladen und inspiriert fühlen, können wir die Maßnahmen von gestern kaum gebrauchen! Nirgends wird das so deutlich wie in unserem Bildungssystem, wo die größten Chancen und Talente durch Verschulung und Uniformierung vernichtet werden.

Anstatt Standardisierung und wirtschaftlicher Nützlichkeit werden Kreativität, Vielfalt und Nachhaltigkeit der Focus neuer Bildungseinrichtungen sein müssen!

Die Bildungslandschaft von morgen muss mit der systematischen Belehrung von gestern aufhören und stattdessen Potentialentfaltung und Bereicherung durch Verschiedenartigkeit in den Mittelpunkt stellen.

Und schließlich: Wer soll damit beginnen, wenn nicht wir!
http://www.alphabet-derfilm.at/

Hier nochmals der meist gelesene Artikel dieses Blogs:
Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter zur Erklärung
Und eine weitere harsche Kritik an unserem Schulsystem von einem langgedienten Lehrer in den USA:
Kritik an unserem Schulsystem: darüber, wie wir unsere Kinder verdummen ….
Und ein Artikel mit einer Sammlung von Schulprojekten, die aufzeigen, wie es gut gehen kann:
So sollte Schule funktionieren: über Erfahrungsräume im Umgang mit Unvorhersehbarem und Übernahme von Verantwortung

  1. Florian Lemke
    April 1, 2013 um 9:36 pm

    „Die Verkürzung des Lebens auf die Ökonomie ist eine der schlimmsten Entwicklungen unserer Zeit“. In diesem Sinne sieht es auch Prof. Dr. Jochen Krautz, der einen hervorragenden Vortrag in der Zeitschrift des Philologenverbandes Niedersachsen veröffentlichte, in dem es um die Manipulationsstrategien der Bildungsreformen geht. http://goo.gl/rJHhT
    Und wer mehr über die Propagandatechniken zur Durchführung der PISA- und Bologna-Chimäre erfahren will, dem sei Krautz‘ ausführliche Arbeit „Bildungsreform und Propaganda“ wärmstens ans Herz gelegt:
    Bildungsreform und Propaganda – Strategien der Durchsetzung eines ökonomistischen Menschenbildes in Bildung und Bildungswesen, von Jochen Krautz
    »Ein Verzicht auf eine Orientierung am Bildungsbegriff führt über mehrere Generationen unweigerlich in den Zerfall der demokratischen Gesellschaft.« (Bank 2005, S. 209)

    Er schreibt unter anderem: „Propaganda verliert ihre Wirkung, wenn man sie kennt“. Und je mehr Menschen darüber aufgeklärt werden umso wahrscheinlicher werden Gegenbewegungen in unsrerem Bildungssystem, welches ja auch einer der wichtigsten Bausteine zur Erhaltung oder Veränderung des Gesamtsystem darstellt.

  2. April 1, 2013 um 10:53 pm

    Im Bildungswesen herrscht insofern in doppelter Hinsicht »Postdemokratie«: Sowohl das Bildungsverständnis selbst wie die Gestaltung des Bildungswesens haben sich immer weiter von einer demokratischen Grundlage entfernt.
    Dies geschah trotz und entgegen zahlreicher, grundlegender und massiver Kritik aus Wissenschaft und Pädagogik, von Lehrern und Hochschullehrern, von Verbänden, Studierenden und Schülern und zunehmend auch aus der Wirtschaft. Zahllose Analysen und Publikationen haben längst deutlich gemacht, dass das Grundmotiv des größten Teils jüngerer Bildungsreformen ein bildungsfremdes ist, nämlich die Übertragung eines ökonomistischen Denkens1 auf Schule und Hochschule, das deren Auftrag im Kern verfehlt. Obwohl also bildungsökonomische Analysen die Wirklichkeit von Bildung, Erziehung und Wissenschaft einseitig verzerren und damit in ihrer Komplexität verfehlen und obwohl sie nach Aussage prominenter Autoren selbst nichts darüber aussagen können, wie festgestellte Bildungsdefizite zu beseitigen sind,3 wurden und werden dennoch allerorten Reformen unter den Prämissen neoliberal inspirierter Bildungsökonomie umgesetzt.

    Prof. Jochen Krautz in seiner Streitschrift Bildungsreform und Propaganda – Strategien der Durchsetzung eines ökonomistischen Menschenbildes in Bildung und Bildungswesen

    Jochen Krautz ist Vorstand der Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V., der sich über 350 renommierte Bildungswissenschaftler angeschlossen haben, um u.a. viele Hintergründe zur PISA-Lobby aufzudecken.

    Danke an Florian für den HInweis!

  3. Nono
    Juli 28, 2013 um 6:21 pm

    Man mag zum Bildungssystem stehen wie man will, aber der Aufhänger für den Film „wie es kommt, dass 98% der Kinder hochbegabt auf die Welt kommen und von diesem Potential am Ende nur 2% übrig bleiben“ ist hahnebüchener Unsinn!
    Hochbegabung ist definiert als die Grenze der IQ-Punkte die nur noch 2,2% der Bevölkerung erreicht. Damit ist Hochbegabung per Definition selten!
    Wenn 98% hochbegabt wären, dann wären diese Leute durschschnittlich (normal) Intelligent, weil sie ja alle gleich gut sind, egal wie der Absolutwert der Intelligenz ist.
    Hochbegabung und auch Begabung ist aber immer überdurchschnittlich, also können gar nicht ALLE sie besitzen.
    Die Definition für Hochbegabung nachzugucken dauert max 30 sec, vll hätte sich der Filmemacher diese Zeit vor dem Projekt auch mal nehmen sollen.

    • Juli 28, 2013 um 6:39 pm

      Sicher hast Du mit Deiner Logik Recht.

      Das, was der Film zur Aussage bringen möchte ist, dass das Bildungsystem die Potentiale unserer Kinder nicht in der Lage ist zu heben, als am Ende die Kinder weit unter ihren Möglichkeiten bleiben.

      Und ich finde es gut, hier anzusetzen und zu schauen, was getan werden, dann mit das Lernen mit BeGEISTerung erfolgt und sich so die Fähigkeiten optimal entwickeln lassen …

      Viele Grüße
      Martin

  4. Nono
    Juli 29, 2013 um 5:02 pm

    Das Thema an sich finde ich nicht schlecht… aber bei so einer Aussage als Aufhänger muss man sich schon fragen, ob dieser Film den Anspruch eines Dokumentarfilmes überhaupt halten kann oder nicht einfach Polemik ist. Sorry aber wenn als Allererstes im Trailer so ein Blödsinn kommt, möchte ich den Rest dann gar nicht mehr sehen.

    Damit hat sich der Filmemacher keinen Gefallen getan… und ich bin darüber gestolpert, weil dieser eine Satz jetzt überall durch Facebook geistert und einfach nachgeplappert wird, damit muss man mal aufräumen.

  5. Juli 29, 2013 um 6:11 pm

    Intelligenz, eine menschliche Definition, mittels eines Tests zu messen, indem etwas Komplexes vereinfacht und verallgemeinert wird, ist ohne Belang für das Wirken im GANZEN und einzig wichtig für die Zurechtfindung des Menschen in einer Umgebung, der er sich mehr und mehr entzieht. Bei Kindern von Hochbegabung zu sprechen kann eher als das natürliche Wirken ohne Abgrenzung vom Leben als Ganzes verstanden werden und nicht als Definition isoliert betrachtet werden. Was wir unter Intelligenz zu verstehen meinen ist im Grunde einzig das Agieren mit der Umwelt, entsprechend der eigenen Möglichkeiten einer Lebensform UND der Notwendigkeit für das GANZE. Etwas derartiges lässt sich micht mittels Punkten auf einer Skala festlegen.

    Der einzige Unsinn liegt in der Isolation des Menschen vom Sinn des Lebens als Ganzes … aber auch das stellt eine Notwendigkeit dar, damit der Mensch seiner Rolle nachkommen kann.

    Gruß

  6. Nono
    Juli 29, 2013 um 6:25 pm

    Ich verstehe nicht wodrauf du hinauswillst….erst schreibst du Intelligenz ist das Konstrukt von Menschen und ist deswegen ohne Belang. Das kann ich nachvollziehen. Muss ja nicht jeder gut finden und ist tatsächlich nichts objektives.
    Aber was meinst du mit dem Satz „Bei Kindern von Hochbegabung zu sprechen kann eher als das natürliche Wirken ohne Abgrenzung vom Leben als Ganzes verstanden werden und nicht als Definition isoliert betrachtet werden“ ?
    Du kannst nicht an der Definition von Intelligenz rummäkeln und es deswegen nicht verwenden wollen und dann selber von Hochbegabung sprechen. Das ist mit der isolierten Definition von Intelligenz eindeutig verknüpft.
    Entweder man lässt sich nicht auf den Begriff Intelligenz ein, dann aber uach nicht auf Hochbegabung oder halt man verwendet Hochbegabung gemäß seiner Definition.
    Wenn du eine „naturverbundenheit“ „generelle Neugierde“ „Unschuld“ „Unvoreingenommenheit“ oder was weiss ich romatisches bei Kindern und ihrer Umwelt beschreiben willst, dann nimm einen anderen Begriff!
    So ist es falsch, man kann feststehende Begriffe nicht einfach umdeuten.
    Vll hab ich dich aber auch nicht richtig verstanden, war nicht so leicht dem folgen. Ich lasse mich gerne belehren
    Gruß

    • Juli 29, 2013 um 6:38 pm

      Hochbegabung als Definition ist etwas anderes, als das Konzept der Hochbegabung. Wir definieren etwas als Hochbegabung, was im Grunde aber das natürliche Wirken ohne Abgrenzung vom Leben als Ganzes darstellt. Mit der Erziehung und der Bildung, die man Kindern zukommen lässt, geht die Hochbegabung, sprich das Offensein für das natürliche Ganze, verloren. Ich rede in diesem Sinn von Hochbegabung um zu zeigen, worauf ich mich beziehe, denn von Natur aus gibt es keine Hochbegabung sondern einzig die Offenheit für das Ganze, die wir Menschen meinen als Hochbegabung zu bezeichnen UND anders zu verwenden.

      Mit Romantik hat das nichts zu tun.

      Gruß

      Gruß

  7. Nono
    Juli 29, 2013 um 9:59 pm

    Nein tut mir leid, ich finde nichts, was darauf hindeutet, dass unter Hochbegabung das „Offensein für das natürliche Ganze“ verstanden wird. Wer ist denn in diesem Zusammenhang „wir“? Denn ich verstehe das darunter ganz sicher nicht!
    Von Natur aus gibt es keine Hochbegabung, das ist richtig. Aber es gibt auch von Natur aus kein „Ganzes“. Denn auch das ist nur eine Worthülse von Menschen gemacht.
    By the way: Wann ist man denn vom Leben abgegrenzt? Also ich lebe, auf mir lebt Vieles, in mir auch 😉 bin ich doch voll drin im Konzept Leben als Ganzes, oder?

  8. September 27, 2013 um 12:03 am

    Im Leben der Menschen stecken wir zweifelsohne mittendrin, aus dem Leben mit dem Leben als Ganzes ziehen wir uns dagegen mehr und mehr zurück. Essen aus Verpackungen, dichte Häuser, geschlossene Fahrzeuge, Hightech-Materialen am Körper, Antibiotika, täglich duschen, Wasser aus dem Getränkemarkt, Sonnenbrillen, Sonnencreme, Klimaanlagen … Fortschritt halt … Fortschritt von der Dynamik des Lebens als Ganzes. Ganz zu schweigen von den ganzen natürlichen Zyklen, denen wir unsere eigene Zyklik aufbrummen: Nachtarbeit, Hormonbehandlungen, Lebensmittel per Containerschiff, das Jahr durcharbeiten, Kaiserschnitte nach Wunschtermin, …

    Noch etwas Interessantes zum Film selbst:

    http://implizit.blogspot.de/2013/09/alphabet-die-kraft-des-selbtsbestimmten.html

    Gruß Guido

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