Startseite > Bildung, Gesundheit > Lob! Ein Irrtum?

Lob! Ein Irrtum?

Ich hatte vor einiger Zeit den wie ich finde sehr inspirierenden Artikel von Hannelore Vonier hier gepostet: Lob und Tadel – die Selbstvertrauen zerstörende Kraft. Nun hat dieses Thema einer der Autoren des Blogs Initiative WirtschaftsDemokratie ebenfalls aufgegriffen. Georg setzt mit seinem Artikel fort, was er mit einer Serie zum Umgang mit Wut und Ärger begonnen hat. Es geht um Grundideen der Gewaltfreien Kommunikation:

Lob! Ein Irrtum?

In meiner letzten Infoveranstaltung habe ich darüber gesprochen, dass die Gewaltfreie Kommunikation das Loben (als positives beUrteilen oder beWerten) ablehnt. Da war das Erstaunen und die Überraschung groß. “Wie, Lob wird abgelehnt?”, “Und wir erzählen unserern Teilnehmern loben, loben, loben”, und andere Aussagen waren zu hören.

Ich möchte dies zum Anlass nehmen um aufzuzeigen, was Lob anrichten kann und wie es auch anders geht.

Loben

den Anderen (positiv) beurteilen oder bewerten

  • Du bist hübsch.
  • Also, das hast du sehr gut gemacht.
  • Ich bin deiner Meinung.
  • Du bist doch sehr fleißig.
  • Sie können das doch so gut, können Sie nicht mal mit dem Kunden sprechen?
  • Du bist ein gutes Kind.
  • Aus dir wird mal ein guter Fußballspieler.
  • Du hast sooo schönes Haar.
  • Du hast die Intelligenz, die besten Noten zu bekommen.

Im Gegensatz zur allgemeinen Überzeugung, dass Lob immer gut tut, hat es auch oft einen negativen Effekt.

Weiter geht es hier

Kategorien:Bildung, Gesundheit Schlagwörter: , ,
  1. April 14, 2013 um 10:52 pm

    Stimmt!

    Lobt man, weil das Kind „brav“ war, wird es mit der Zeit nur so sein, wenn es beobachtet wird.
    Wird es öfter belohnt, weil es im Haushalt mithilft, wird es das nur tun, wenn es jemand sieht.
    Satisfaktion zeigen benötigt lediglich ein freundliches Lächeln, die Hand auf der Schulter, Zuneigung.

    Ein Kompliment für schöne Haare, macht diese Haaren zum Mittelpunkt. usw.

    Lob hemmt.

    • April 14, 2013 um 11:00 pm

      Ich hatte mich manches Mal gefragt: „Warum werde ich dafür gelobt? Das war doch die normalste Sache der Welt. Oder hat man geglaubt, dass ich unfähig bin …“

  2. yt
    April 15, 2013 um 10:43 am

    Besser als Lob finde ich Dank.

    Lob kommt von oben, Dank von innen.
    Behaupte ich jetzt mal einfach so.

    btw.: Danke für die Gedankenanregung.

    Mit ehrlichen Grüßen,
    yt

    • April 15, 2013 um 12:51 pm

      Das Danken ist ein Konzept, das, so meine Vermutung, erst mit dem Konzept des privaten Eigentums konsequenter Weise folgte.
      Indigene Völker z.B. kennen das Konzept des Dankens gegenüber anderen Clan-Mitglieder nicht, denn hier ist es selbstverständlich, dass das, was da ist, geteilt wird. Gedankt wird maximal Mutter Erde für ihre Geschenke.
      Dank setzt also voraus, dass er Andere etwas in gerechtfertigter Weise in seinem Besitz hat, das er „freiwillig“ abgibt.
      Wer kein Konzept des individuellen Besitzes kennt, wird auch nichts „geben“ können.
      Herzlich Martin

      • yt
        April 15, 2013 um 1:53 pm

        Ich lebe aber hier und jetzt.
        Und hier und jetzt ist eine Leistungsgesellschaft, da bedanke ich mich, wenn jemand etwas selbstloses tut. Hin und wieder auch als Respektsbekundung innerhalb der gesellschaftlich Norm, der Höflichkeit.

        Indigene Völker oder ähnliche, haben auch selten ein Konzept um den Flugverkehr am Himmel zu regeln. Oder wie eine Herzklappe operiert wird, was auch eine Teamleistung ist. Geschweige denn dass sie einen Verhaltenskodex dafür haben, sich mit wildfremden Menschen über Satelliten oder Internet aus zu tauschen.

        So eine Kultur die viele Jahrhunderte der Entwicklung, aus welchen Gründen auch immer, nicht mitgemacht hat, einfach übertragen zu wollen, auf unsere, meine jetzige Lebenslage, ist in meinen Augen kein Konzept. Das finde ich zwar interessant und man kann dann darüber nachdenken welche Gesellschaftlichen Konzepte in anderen Kulturen abweichen, aber als ein Argument kann ich das nicht einfach akzeptieren.

        Auch möchte ich mir nicht anmaßen, inidgene oder sonstige Völker beurteilen zu können, aber es sollte mich schwer wundern, wenn dort kein Neid vorhanden wäre – auch wenn sie selbst evtl. kein Wort dafür kennen. Denn erst mit den Worten, entsteht meines Wissens eine Kultur komplexeren Ausmaßes. Schrift und Kommunikation fördern die Entwicklung.

        Ich gebe gerne, und ich nehme auch gern an.
        Ich kann festhalten und auch los lassen.
        Ich kann danken und bitten – weil meine Bedürfnisse zu komplex sind, als dass sie jemand erraten könnte.

        Mit vernetzten Grüßen,
        yt

  3. April 15, 2013 um 12:51 pm

    Ein Birkenblatt – ein Mensch

    im Frühlung zittert das Blatt im Wind
    auf der Oberseite die Manie, auf der Unterseite die Depression
    im Herbst fällt das Blatt zu Boden
    um im nächsten Frühling wieder am Baum zu zittern
    mit der Unterseite zuerst OBEN

    Ein Birkenblatt – Ein Mensch

  4. yt
    April 15, 2013 um 2:01 pm

    Ist es nicht so das Kinder ihre Eltern als natürliches Vorbild nachahmen wollen?
    Hälst du dort ein Lob auch für verkehrt?

    Mit vielen Grüßen,
    yt

    • April 15, 2013 um 2:12 pm

      Ich wäre jedenfalls sehr vorsichtig inzwischen mit Lob.
      Sicher braucht das Kind ein Feedback, ob es auf dem richtigen Pfad. Ob das aber schon ein Lob ist?
      Aber lies mal den Artikel von Hannelore Vonier, dann wird Dir klar, was beim Loben so richtig schief laufen kann.
      Herzlich Martin

  5. März 2, 2014 um 6:06 pm

    Ich kenne nur eine form der gewaltfreien Kommunikation, gemeinsames Schweigen, weil es die Möglichkeit zuläßt, tiefere Ebenen sprechen zu lassen. „Schweigen ist Gold, reden ist Silber“. Die zweite Variante ist leise reden… 😉 Gruß com. Mike

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: