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Hier und Jetzt im Bilde

Mann mit Sohn

Vater und Kind

Das Besondere sehen geschieht uns intuitiv. Und weil wir nicht weniges unserer Wahrnehmungen als das Besondere empfinden, wurde unsere Intuition vielleicht anders geprägt, einerseits als Routine, andererseits – wegen des routinierten Wahrnehmungsbereichs – auch im einfach Erscheinenden das Wesen des Besonderen erfassen zu können.

Menschliches Leben ist etwas Besonderes. Menschen können faszinierend sein, und wir glauben, dass das alle Menschen sein könnten, wenn man ihnen eine Chance gibt. Die beiden Hauptdarsteller des Titelfotos, Vater und Sohn auf einer Halde, zeigten uns, das Besondere ganz einfach zu leben. Aus der Ferne sehend konnte ich das nur ahnen, durch die Kamera erst die Gestik dieser beiden als innig interpretieren. Grund genug, sie anzusprechen, als sie herunter gestiegen waren und es sich am Teich eingerichtet hatten. Ja, zwei besondere Menschen. Auf mein

Solange es Menschen wie Sie gibt, geht die Welt nicht unter.

sagte Papa:

Seit dieses Kind da ist, glaube ich das auch.

Hier und jetzt im Bilde, die Welt, wie wir sie sehen, anspruchslos, absichtslos, ganz einfach, so einfach wie eine Blume blüht und ein Turmfalke schwebt.

Bilder verursachen Ängste, Bilder können sie auflösen.
Wohl denn.

Susanne und Wolfgang

  1. Kai
    Mai 20, 2013 um 11:38 pm

    Es gibt in der Welt nichts Interessantes für den Menschen als den Menschen.
    – Wilhelm von Humbold –

  2. federleichtes
    Mai 21, 2013 um 2:42 am

    Diese Galerie wird etwas anders, als Ihr das kennt. Ich wollte die Pflanzen- und Tiernamen nicht mehr zu den Bildern schreiben; ich wollte nicht Pflanzen und Tiere in einer nur demonstrativen, art-abbildenden Weise zeigen. Mit der neuen Galerie also der Versuch, mehr Leben zu zeigen, wie es wirklich ist; unsere Wege nachzuzeichnen und die Orte abzubilden, an denen unser Herz hängt. Natürlich werden wir weiterhin Pflanzen und Tiere und eingefangene Stimmungen und besondere Momente zeigen, das Gewöhnliche neben dem Ungewöhnlichen, das Künstliche neben dem Natürlichen.

    Die Geschichte zu dieser Galerie reiche ich im Laufe des Tages nach.

    Fotos: Susanne
    von unserem Ausflug nach Castrop-Rauxel am 19. Mai 2013.

    Herzliche Grüße in die Runde von

    Susanne und Wolfgang

  3. federleichtes
    Mai 22, 2013 um 3:08 am

    Das ist das Bild zu meiner Geschichte.
    Etwas „Undefinierbares“ kam auf mich zu. Dass es eine kinderkarreschiebende Mutter mit ihrer kleine Tochter auf der Schulter war, überraschte mich, erfreute mich, und ich begann ein Gespräch. Beiden Menschenkindern standen Probleme ins Gesicht geschrieben, beide Menschen waren eher ärmlich gekleidet, offensichtlich ein „Niveau“, das gerne als Asozial beschrieben wird. Ich sagte, wie wichtig es sei, mit dem Kind so oft wie möglich in der Natur unterwegs zu sein und erzählte von dem nicht weit entfernt liegenden kleinen Tierpark. „Da gehen wir dann morgen hin“, sagte die Mutter. Susanne kam dazu und kramte aus ihrer Tasche einen „Edelstein“ für das kleine Mädchen, und ich pflückte ihr einen kleinen Stengel von der Knoblauchsrauke ab, was mir nicht leicht fiel, da ich einige hungrige Aurorafalter gesehen hatte. Was soll ich sagen: diese Begegnung mit dem „Einfachen“, mit Menschen, die das System einfach ausgespuckt hatte, weil sie nicht zum Missbrauch taugen, mobiliserte mir wieder genau den Mut, den ich auch bei Sohn und Vater gefühlt hatte. Dieses Unberechenbare in der Entwicklung, Menschen, die nicht mal nicht gefangen werden wollen, sondern nicht gefangen werden können vom Wahn des eiskalten Kalküls.

    Ich war heute unterwegs, schlechtes Wetter, na ja, einige Anblicke werden bescheidenen Ansprüchen wohl gerecht. Mein Foto des Tages: Der Kleiber mit einer Mahlzeit für seine Kinder.
    Am Anfang dieser Galerie mein Specht, am Ende Susannes Specht.

    Hier wird der Kinderkot entsorgt.

    Das ist das Eichhörnchen, dem ich ein paar Mal Walnüsse mitgebracht hatte.

    Vielen Dank für das rege Interesse an unserem neuen Fotothema – auch das berührte mich.

    Herzliche Grüße an Alle.

    Susanne und Wolfgang

  4. federleichtes
    Mai 25, 2013 um 3:24 am

    Zu einem besonderen Tag passen die Bilder des Tages eher nicht – um unsere Arbeit auf dem Blog zusammenfassend zu symbolisieren schon.

    Das Erblühen tritt zurück, das Verwelken in den Vordergrund.

    Licht durchflutet das Werden.

    Und die Bäume wuchsen doch in den Himmel, die Wolken lösen sich auf.

    Fleissig wie die Bienen trugen wir die befruchtenden Infomationen wie Pollen zusammen.

    Ein buntes und dichtes Beieinander, jeder für sich und doch gemeinsam im Bilde.

    Herzblut floss, kraus und wirr ging es manchmal zu, und doch blieb alles in Ordnung.

    Selbst das Künstliche kam nicht zu kurz.

    Warum unser erster Admiral in diesem Jahr sich zum Fotografieren auf einen Grabstein setzte, wird ein Rätsel bleiben, wie einiges von uns und dem Miteinander auch.

    Durch Nähe den Dingen auf den Grund gehen, das Detail suchen, aber sich darin nicht verlieren.

    Sah so aus, als hätte sich das Männliche ordentlich aufgeplustert und in den Vordergrund gedrängt. Hatte Geist gar etwas GUT zu machen?

    Das Weibliche dezent im Hintergrund, was meine Arbeit betrifft übernahm sie in mir die Nebenrolle, als Susanne in meinem Herzen und an meiner Seite die Hauptrolle.

    Ein Tag, um Danke zu sagen, allen Bäckern, die das Rezept entwickelten, denen, die den Teig rührten, und denen, die Holz sammelten und den Ofen heizten. Der Kuchen? Das Leben in einer vekehrten Welt richtig sehen.

    Susanne und Wolfgang

  5. federleichtes
    Juni 3, 2013 um 2:27 pm

    Unsere Freiheit beginnt ein paar Hundert Meter hinter Susannes Wohnung, im Gerther Ölbachtal – das eigentlich Müglbachtal heißen müsste.
    Unsere Freiheit beginnt nicht, wenn wir im Ölbachtal ankommen.

    Erst mal daran vorbei.

    Dann kommt das Normale, Hund, Hunde, Hunde, Radfahrer, die ihre Kilometer abreißen müssen und Leute. die ihre Trampelpfade im Reich der Blumen und Tiere hinterlassen.

    Dann, dann weicht das „Normale“ von uns und wir fangen an mit dem Eintauchen ins Hier und Jetzt.

    Bei diesen Bienenbildern fluchte ich noch, weil’s wegen starkem Wind kaum möglich war, Makroaufnahmen zu machen. An dem kleinen Tümpel beruhigte sich auch mein Anspruchsdenken

    und das Gänseblümchen eroberte mein Herz.

    Das Kleiner und noch Kleinere rückte in die Wahrnehmung

    und der Sinn für die Schönheit breitete sich aus.

    Eerst dann begann unser Tag wirklich. Die Bilder kommen am Abend.

    Gruß in dei Runde.

    Susanne und Wolfgang

  6. federleichtes
    Juni 3, 2013 um 10:33 pm

    Ja, es begann eine der zeitlosen Zeiten, unbeschreiblich – deswegen lasse ich es.

    Vor zwei Tagen sah ich einen Blutbären auf der Straße sitzen, heute fand ich ihn in der Wildnis und er ließ sich brav fotografieren.

    Ein sehr kleiner Schmetterling, der Gitterspanner odeer Kleespanner.

    Wiesenpippau

    Sensationell, eine Dame der Königslibelle. Gefunden zusammen mit dem Blutbären – die beiden brachten mich gehörig durcheinander. Als ich der Königslibelle mit den Augen folgen musste, fiel ich zwei Mal hin, Machtnix.

    Auch das orange Habichtskraut fängt an zu blühen.

    Auch die Hauhechel-Bläulinge brachten mich durcheinander, weil’s so viele waren. Hier sitzt eine Dame auf einer Margerite.

    Wiesenknopf

    Hübsche Fliege, gell.

    Schneider bei der Paarung

    Lichte Momente

    Zwei Bilder von Heute auf dem Weg, Erdnüsse zu beschaffen.
    Der Himmel über Opel.

    Das Bild betitelte ich mit „Kind eines Freundes“. Er stand da mit seinen beiden Kindern und ich ging einfach auf ihn zu.

    Ja, ich fotografiere auch Menschen.

    Allen einen guten Abend.

    Susanne und Wolfgang

  7. federleichtes
    Juni 4, 2013 um 1:43 pm

    Na ja, jetzt kocht hier das Thema System hoch: Geist, der den Menschen bestimmen will.
    Wir suchen und sehen Bilder, die nicht vom Systemgeist dominiert sind.

    In den letzten Tagen fotografierte ich bewusster, sah Bilder, in denen sich dieser Geist wie ein Krebsgeschwür einnistete.

    Schleichend, fast unbemerkt – hier die künstliche Tulpe im Hintergrund.

    Hier der Zaun, an dem sich die Clematis hochrankt.

    Hier schon etwas massiver.

    Aber selbst das Massive nehmen Menschen nicht mehr wahr. Die Idee, den Baum so zuzurichten, nennt sich Pflegeschnitt.

    Da wird’s wieder versteckter, die Lampe hinter den Wildrosen.

    Aber wir wollen diese Bilder, in denen der Systemgeist (noch) schweigen muss.

    Das sieht zwar chaotisch aus, ist aber frei vom Systemgeist.

    Und wer dem Systemgeist entronnen ist, fürchtet sich nicht mehr – und kann das Gesicht einer Prachtlibelle so wahrnehmen, wie es ist: Wunderbar.

    Systemrelevant? Nein Danke!

    Allen einen guten Tag.

    Susanne und Wolfgang

  8. federleichtes
    Juni 5, 2013 um 3:41 am

    Paradiestag für mich, eine Nummer zu groß für meine „Stiefel“.
    Hier und Jetzt – Überall und Immer?

    Herzliche Grüße an Nick!

    Plattbauch (Weibchen), erstmals an unserem Bach gesehen.

    Distelfink

    Stockenten-Kinder

    Prachtlibelle-Frauchen

    Auch ihr Gesichtchen ist hübsch.

    Na ja. Wer den Stacheldraht erfand, wird tot sein – sein Erfindergeist lebt.

    Allen einen Tag mit guten Bildern.

    Susanne und Wolfgang

    Ihr könnt mal raten, was das Besondere an diesem Foto ist (technologisch).

  9. federleichtes
    Juni 5, 2013 um 12:43 pm

    Im Fluß des untraumatisierten Lebens.

    Susanne fragte Sonntag nach dem Pinselkäfer – hier isser.

    Gänsefingerkraut

    Und hier sind die Gänschen dazu.

    Lauch und Akelei

    Noch mal der Kleine Wiesenknopf.

    Und sie trieben meine paradiesichen Gefühle über die Spitze: Die Hauhechel-Bläulinge.

    Auf dieses Dame der Mönschsgrasmücken musste ich eine Weile warten, hinter einem Busch – sie sind sehr scheu.

    Wahrscheinlich ein neuer Schmetterling in unserer Sammlung,

    Ich fahr dann mal.

    Susanne und Wolfgang

  10. federleichtes
    Juni 11, 2013 um 2:27 pm

    Auf dem Friedhof parke ich mein Fahrrad immer vor Helgas Grab, neben der Bank, auf der Wolfgang immer sitzt, wenn er sie besucht. Gestern kam mein Freund, und er erzählte mir eine Geschichte.

    Ein Kumpel von ihm ging zu einem Ehepaar mit Hund, das vor diesem Schild stand. Und sagte:
    „Hunde sind hier verboten. Oder ist das ein Blindenhund? Nein, sie können ja lesen“.
    Und bekam zur Antwort:
    „Ich haue dir gleich in die Fresse“.

    Blumen werden eher nicht angemessen „beerdigt“.

    Friedhof, friedlich im Hier und Jetzt.

    Lebendig, voller Licht. Verheißung.

    Als würden hier auch Feen und Elfen wohnen.

    Wolfgang war weg, ich wollte gerade gehen, dann kamen die Schwanzmeisen-Kinder.

    Ein letzter Blick in das Mysterium von Tod und Licht.

    Allen einen guten Tag.

    Susanne und Wolfgang

    • Juni 11, 2013 um 2:45 pm

      Eure Bilder sind immer wieder eine Wohltat für die aufgerührte Seele, falls man mal wieder unvorsichtigerweise(?) einen Blick in die Welt der Propaganda der Herrscher dieser Welt gewagt hat 🙂 Martin

  11. federleichtes
    Juni 11, 2013 um 3:12 pm

    Nein, nicht unvorsichtigerweise – ich glaube, man sollte sich damit konfrontieren und seinen Blick auf das Unsägliche richten – was um so klarer gelingen mag, je klarer die Bilder sind, die auf dem Grund der „Seele“ gespeichert sind. Ruhe und Frieden, das eerste Gebot eines wahren „Kriegers“.

    Susanne fotografierte gestern einen jungen Spatz. Vielleicht nur für Dich.

    Und gerade einen jungen Zeisig – den krisse am Abend.

    Danke für Deinen Kommentar und herzliche Grüße von

    Susanne und Wolfgang

  12. Silke Bogorinski
    Juni 11, 2013 um 5:04 pm

    Zunächst einmal grüße ich alle, die hier so fleißig wunderbare Bilder einstellen.
    Da ich einige Zeit auf intensive Internet-Betätigung verzichtet habe, muss ich mich erst wieder einarbeiten, zumal der Blog hier sich etwas verändert darstellt.
    Besondere Grüße meinerseits gehen Wolfgang und Susanne, die es mir ermöglicht haben das Fotografieren wieder als Hobby auszuüben.
    Dem liegen mittlerweile eine Unmenge an Bildern zugrunde, und es erfreut mich immer noch sehr in der Natur unterwegs zu sein und das Besondere im Einfachen einzufangen.
    Meine Ausrüstung ist mittlerweile um eine Panasonic Lumix DMC G3 gewachsen, das Geschenk einer lieben Freundin, die mich damit natürlich auch ermunterte mich weiter dem Fotografieren zu widmen, meine mittlerweile liebste Freizeitbeschäftigung.
    Ob und wie ich Bilder hier veröffentliche, das muss ich erst noch üben.
    In diesem Sinne

    liebe Grüße an alle
    Silke

  13. federleichtes
    Juni 11, 2013 um 10:40 pm

    Liebe Silke,

    vor ein paar Tagen wollte ich erinnern an unsere lieben Freunde, von denen wir eine Weile nichts hörten. Und schon bist Du wieder bei uns.
    Ein doppelter Glückstag also – wir fanden den sehnsüchtig erwarteten Dickkopffalter. Dieser hier ist nuuuur für Dich.

    Herzlich willkommen in der Runde.

    Wolfgang

    • Onlyme2012
      Juni 12, 2013 um 1:32 pm

      Lieber Wolfgang,
      lieben Dank für Deine Worte.
      Ich benötigte dringend eine Aus-Zeit, die mir im Übrigen sehr gut getan hat.
      Umso mehr freue ich mich wieder einzusteigen.

      Silke

  14. federleichtes
    Juni 12, 2013 um 2:48 pm

    Meine „Sehnsucht“ nach Silke, Nick Manfred und Anderen kam nicht von ungefähr. Unser, wenn ich das so sagen darf, Blog stellt ja die Faszination des Menschen in den Fokus. Bedeutet, faszinierende Menschen schreiben aus ihrem Erleben heraus, beschreiben das Lebendige, das Authentische, das echt Berührende. Und nicht Science Fiction. Insofern nahm ich Hinweise auf ALTE Videos und Links auf ALTE Texte eher distanziert zur Kenntnis.
    Was IST im JETZT? Was hönnen wir HIER verstehen, besser interpretieren – wie können wir uns in einer sehr bewegten Zeit besser integrieren, OHNE uns vom Chaos verschlingen zu lassen?

    Es kann auf einem faszinierenden Blog ja durchaus bunt zugehen. Niemand wird Freude am Stereotypen, Gleichförmigen haben, und Martin wird natürlich nicht erwarten, dass seine Mitstreiter brav hinter ihm herschwimmen.

    Aber, das ist meine Meinung, in den VORDERGRUND gestellt sollte der Mensch bleiben, thematisch UND beschreibend von Autoren und Kommentatoren das „Nützliche“ befördern.

    Wolfgang.

    • Juni 12, 2013 um 3:33 pm

      Wenn ich das wollte, würde ich neue Impulse nicht wahrnehmen könne, die zu weiteren Erkenntnisgewinnen führten. Ich denken da wieder an das Thema der Antrifragilität, sprich gesunder Stress lässt das System stärker werden. Zu viel Stress kann dann das System aber auch empfindlich stören und schwächen.
      VG Martin

  15. Onlyme
    Juni 12, 2013 um 4:47 pm

    So, schreite jetzt zur Tat und werde versuchen einige Bilder meines Schwarzwald-Abenteuers eizustellen

    Eine Entenmutter mit ihren Küken am Stadtsee von Bad Liebenzell

    Ein Fischreiher im Kurpark von Bad Liebenzell

    Eine Tannenmeise, die sich auf der Tanne vor meinem Balkon ziemlich wohlfühlte

  16. federleichtes
    Juni 17, 2013 um 3:01 am

    Volle Aufmerksamkeit – das verstehe ich unter „Im Hier und Jetzt-Sein“.

    Menschen können der Natur ihre Aufmerksamkeit schenken. Und die Natur revanchiert sich.

    Ein Grünfink, der sich nicht nur Heute im Blumenkasten auf meinem Balkon wohl fühlt. Liegen ja auch Leckerchen drin.

    Den Nachmittag verbrachte ich in unserem kleinen Paradies.

    Bei Susanne hatte ich nun auch das Glück, das Kind der Buntspechte fotografieren zu dürfen.

    Wie sich die Natur revanchiert?
    Sie schenkt uns ihre Ordnung, ohne die, das glaube ich, im Menschen keine volle Aufmerksamkeit entstehen könnte.

    Allen einen guten Start in die Woche.

    Susanne und Wolfgang

  17. federleichtes
    Juni 21, 2013 um 2:19 am

    Vorgestern war es sehr warm in Bochum und ein harter Tag für mich, stundenlang in der prallen Sonne zu stehen. Gestern war ich weniger übermütig und fuhr „nur“ an unsere Teiche, einfach nur schauen, ob in der brütenden Hitze ein „Hier-und-Jetzt“ möglich sei.

    Als ich dieses Bild sah,

    wurde mir etwas bewusst. Das war nicht einfach die Wahrnehmung des Bildes vom Holunder, viel mehr, es war die Geschichte des Holunders, die in mir erweckt wurde. Holunderblütensirup hatte ich gekocht, natürlich auch aus den Beeren zig Flaschen Saft gekocht, natürlich auch Gelee. Ich dachte daran, dass ich als Kind aus den Ästen Pusterohre gebastelt und damit die grünen Beerchen verschossen hatte – und meine Entscheidung, keine Beeren mehr zu pflücken, sie den Vögeln zu lassen.

    Herzliche Grüße an Nick!

    Ob Tiere einen Zeitgebriff haben? Ich glaube, eher nicht, und so existieren sie wohl immer im Hier und Jetzt – wie dieses Männchen den Gebänderten Prachtlibelle. Es klappt seine Flügel nur für einen Wimpernschlag auseinander, für den Fotografen fast ein Hier-und-Jetzt.

    Das ist Mutti Prachtlibelle.

    In der Zeit ist nichts zeitlos – so wie es das Hier-und-Jetzt sagen will. Aber es gibt Wahrnehmungsphasen ohne die geringste Aufmerksamkeit für Dynamik. Dann tritt zum Beispiel die Schönheit, die Ruhe oder die Harmonie ans Ruder meines Lebensschiffes.

    Auf unserer Distelwiese, wo wir eigentlich immer nur Schmetterling, Käfer und Bienen fotografieren, fand ich das Plattbauch-Männchen

    Und ein paar Schritte weiter den Dickkopffalter. Wenn ich ihn erblicke, beginnt eine zeitlose Phase,

    … die ihren Höhepunkt erreicht mit dem Blick durch die Nahlinse.

    Wahrscheinlich können auch Blumen Nähe fühlen – glaube ich.

    Der Kleine Fuchs, er entwischte mir ein paar Mal. „Warum bist du so nervös?“
    Ein paar Minuten später sah ich ihn beim Essen, und dann klappte es.

    Zusammen mit einer Biene eher sehr selten zu sehen.

    Früher wartete ich darauf, dass die Brombeeren reif werden, heute warte ich darauf, dass sie anfangen zu blühnen, damit die Bienen etwas zu essen haben.

    Das letzte Bild des Nachmittags, ein frisch geschlüpftes Libellen-Frauchen.

    Heute war wegen eines schweren Unwetters fotografisch fast ein Ruhetag. Ein Kind der Kohlmeisen kam sofort, als der Sturzregen aufgehört hatte – „alles in Ordnung, wir haben’s überstanden“.

    Allen einen guten Tag.

    Susanne und Wolfgang

  18. federleichtes
    Juni 25, 2013 um 7:09 pm

    Mag ich auch vogelfrei sein, mein Leben ist gefüllt, angereichert mit Piepmätzen. Mein Blick auf den Balkon katapultiert mich sofort ins Hier-und-Jetzt, nur leicht gestört, weil ich für Euch das muntere Treiben fotografieren MUSS.

    Unterwegs

    Na, wessen Kind ist das?

    Meine letzte Rätselfrage blieb antwortlos. War auch schwer. Der Schmetterling saß auf meiner RECHTEN Hand und ich fotografierte mit links.

    Das Leben in der Zeit kann zur Hölle werden – Echte Entspannung gibt’s im Hier und Jetzt.

    Susanne und Wolfgang

    • Juni 25, 2013 um 7:19 pm

      Ja, schön bunt wird es bei Euch betrieben. Und alles geschenkt und ohne große Hintergedanken. Einfach nur schön!
      LG Martin

  19. federleichtes
    Juni 25, 2013 um 7:48 pm

    Ja, schön bunt und alles geschenkt – und wir, zumindest ich werde trotzdem oder gerade deswegen beargwöhnt. So ist das eben in einer Welt der Autoritäten, der Werte und großen Worte.

    Gerade vor ein paar Minuten eingetroffen:
    Das Kind der Grünfinken.

    Schnell, schnell, das Licht ist schon schlecht – es kommen wohl morgen bessere Gelegenheiten.

    Gruß
    Wolfgang

  20. federleichtes
    Juni 28, 2013 um 9:05 pm

    Das war das Kind der Rokehlchen.

    Susannes Fotos von gestern sind hier
    http://federleicht-leben.de/07-galerien/susannes-natur-tagebuch/07-ntb-vogelparadies/index.html
    zu sehen.

    Das waren Bilder von gestern. Kommt gleich noch eine von Heute hinterher.

    Allen ein schönes Wochenende.

    Susanne und Wolfgang

  21. federleichtes
    Juni 29, 2013 um 1:15 am

    Beim Bearbeiten der Fotos von gestern begegnete mir eben dieses Foto.

    Natürlich erinnerten mich Vater und Sohn Buntspecht an unser Eingangsthema-Foto, und dann dachte ich:
    „Tier leben in einem relativen Hier-und-Jetzt, insofern sie nicht von einem (traumatisch) informierten Bewusstsein durch die Zeit getrieben werden. Ihr Fluss durch die Zeit ist durch eine feste, wenn auch in den Arten unterschiedliche Ordnung programmiert.“

    Susanne und Wolfgang

  22. federleichtes
    Juli 10, 2013 um 3:54 am

    Alles ganz einfach. Man sei im Hierundjetzt, nehme eine Kamera, ein Fahrrad, fahre ein paar zig-Kilometer, stelle sich ein paar Stunden in die pralle 27°-Sonne und drücke ein paar Mal auf den Auslöser. Alles klar?

    Das Bild ist von Heute, Sechsfleck-Widderchen, …

    …war wirklich ganz einfach für einen „Zimmermann“, dieses wunderbare Wesen zu erschaffen, noch einfacher, als es zu fotografieren.

    Faszination Mensch, wahrlich.

    Allen einen guten Tag.

    Susanne und Wolfgang.

    • Juli 10, 2013 um 8:41 am

      Eure Fotos mag ich. Sind u.a. gut gegen Kopfschmerzen. Danke.

      Einen schönen Sommertag
      Martina

  23. federleichtes
    Juli 10, 2013 um 1:03 pm

    Die Fotos des letzten Beitrags entstanden mit einer kaputten Kamera, die folgenden auch.
    Die Kamera macht nun einfach, was sie will. Mein Fahrrad ist kaputt, mein türkischer Nachbar zeigte mich an wegen Taubenfütterns, und das Ordnungsamt belästigt mich, weil in meinen Blumenkästen Hanf wächst. Ja, alles ganz einfach – zeitlos glücklich, ich zwinkere mit einem Auge und die Bilder erscheinen hier. Wau, gell.

    Azurjungfern beim einfachen Ablaichen

    Ich meine, klar, so ein Baum hat’s doch echt leicht – bis er vielleicht merkt, dass er in einem Rechtsstaat lebt, dem er einfach glatt am Arsch vorbei geht.

    Karde, eine Distelart, unerwünscht aus dem einfachen Grund, weil sie für Menschen nicht nützlich ist.

    Einfach schön das wogend-glitzernde Einfach-Gras.

    Stockrosen, wunderbar, sagt der einfache Mensch.

    Ich weiß nicht, ob das Staatswesen so einfach zu beschreiben ist: Man bezahlt eine Prostituierte, geliefert wird der Zuhälter mit Schlagring.

    Königslibelle beim Ablaichen, instinktiv tätig, der lauernde Frosch hat’s in dem Gemuse einfach, sie zu fangen.

    Sie schützt sich, indem sie einfach häufiger den Ablaichort wechselt.

    Nachtkerzen-Blick. Die Nachtfalter sind dankbar und bedienen sich einfach.

    Man nehme einfach das Leben zur Kenntnis.

    Sterne überall, einfach mal schauen.

    Wat’n einfaches Leben, gell.

    Der Ausflug war so einfach. Einfach war’s den verletzten Buntspecht zu greifen, einfach war’s, ihn beim Sterben zu begleiten, einfach war’s, sich von einem Freund zu verabschieden. Jedenfalls einfach für einfache Menschen.

    Gruß in die Runde, der Einfachheit halber.

    Susanne und Wolfgang

    • Juli 10, 2013 um 3:02 pm

      Na Wolfgang, is doch man ganz einfach. Einfach schöne Bilder, die einfach mal einfach schönes Leben an den Schreibtisch bringen. Und Eure Bilder zeigen nun mal Leben ist schön, in seiner Viel-Falt.
      Dass Menschen das so gar nicht begreifen wollen und können, liegt nicht am Leben. Wenn es Menschen nicht mehr gibt, das Leben ich sags Dir, das geht trotzdem weiter, das findet Nischen des Überlebens, um sich dann wieder zu voller Schönheit und Harmonie hin zu entwickeln. – Wir haben versucht uns die Natur zu unterwerfen, obwohl wir Teil von ihr sind. Das kann nur schief gehen, wir müssen zurück in den Kreislauf finden und das vor allem auch akzeptieren. –
      „Trotz all ihrem Schein, der Plackerei und den zerbrochenen Tr ̈aumen ist diese
      Welt doch wundersch ̈on.“ (Aus „Desiderata“)

      Gucken wir eben weiter, wie wir Ängste und Verwirrungen helfen können aufzulösen, das ist dein Weg, mein Weg aber es gibt eben auch noch andere Wege, jeder hat seine Berechtigung. – Und wenn Zimmermänner (Sohn) nach langer Wanderung daheeme bei Muttern sitzen und mit leuchtenden Augen erzählen von Erlebnissen und Beobachtungen querbeet, dann is das man einfach nur schön und volles Leben.

      Einen schönen Nachmittag für Euch
      Martina

  24. federleichtes
    Juli 10, 2013 um 5:28 pm

    Du bringst es

    „… aber es gibt eben auch noch andere Wege, jeder hat seine Berechtigung.“

    wie so oft auf den gefühlten Punkt.
    DAS ist die Harmonie, von der Guido spricht, das ist das GEFÜHLTE (und nicht geplapperte) Eins-Sein.

    „Alles ist eins?“ Wie soll man mit diesen Worten in einer SEHR differenzierten und anspruchsvollen Welt umgehen?
    „Lebe im Hier und Jetzt?“ Wie soll man in einer Zeit der Hast und vielfältiger Bedrängnis in das Zeitlose gelangen?

    Wir diskutierten gestern Abend über die Gestaltung von Existenz. Meine Nachbarin sagte – ich hatte von der Einfachheit!! erzählt – „Soll ich Rückschritte machen“. Während unterwegs ein Mann mir erzählte von den schönen Zeiten, als noch Kartoffeln gebuddelt wurden – und ich denke gerne an die Großen Ferien, als wir in die „DDR“ fuhren, und sehe heute noch die Frauen mit ihren bunten Kopftüchern auf den Feldern Garben binden.

    Nein, ich idealisiere nicht die „alten Zeiten“, aber ich antworte auf die Frage, warum Balkonblumen Läsue haben, nicht mehr – diese Einfachheit versteht niemand.

    Wirklich einfach ist das Fühlen. Dagegen SEHR schwer, die Ängste los zu werden Und wer durch seine Ängste ging und nun Fühlen kann, wird niemandem, der diesen Weg nicht ging, sagen, es sei alles ganz einfach: Dem Wahnsinn zu entkommen ist fast unmöglich.

    Herzliche Grüße an Dich von uns.

    Susanne und Wolfgang

    .

  25. federleichtes
    Juli 10, 2013 um 9:22 pm

    War für mich ein fotgrafischer Leckerbissen.

    • maretina
      Juli 10, 2013 um 9:33 pm

      Oh ja, das versteh ich, wirklich ein tolles Schmankerl. – Danke für Eure schönen Fotos.

      • federleichtes
        Juli 10, 2013 um 9:55 pm

        Und was isses?
        Ne olle Grablampe aufm Friedhof, durch die die Sonne schien – ich lag beim Fotografieren auf dem Weg.

        Da war das Bild

        bereits auf der Karte.
        Vielleicht möchte dieses Bild auch mal oder mal öfters verschenkt werden?

        Ich fotografiere jetzt ein paar Tage mit der alten Kamera.

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