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Der Gefangene: sich fügen ist lügen

Ich hatte in meinem Artikel Hochsensitivität – das schwierige Leben in einer unehrlichen Welt darüber geschrieben, dass hochsensible/hochsensitive Kinder extreme Probleme damit haben, die Selbstlügen der Menschen um sie herum nicht übersehen zu können. Die folgende Poesie macht deutlich, was es mit diesen Lügen auf sich hat, und dass es einem meist nicht gut ergeht, tut man´s nicht:

Erich Kurt Mühsam (Quelle Wikipedia)

Der Gefangene

Ich hab’s mein Lebtag nicht gelernt,
mich fremdem Zwang zu fügen.
Jetzt haben sie mich einkasernt,
von Heim und Weib und Werk entfernt.
Doch ob sie mich erschlügen:
Sich fügen heißt lügen!

Ich soll? Ich muß? – Doch will ich nicht
nach jener Herrn Vergnügen.
Ich tu nicht, was ein Fronvogt spricht.
Rebellen kennen bessre Pflicht,
als sich ins Joch zu fügen.
Sich fügen heißt lügen!

Der Staat, der mir die Freiheit nahm,
der folgt, mich zu betrügen,
mir in den Kerker ohne Scham.
Ich soll dem Paragraphenkram
mich noch in Fesseln fügen.
Sich fügen heißt lügen!

Stellt doch den Frevler an die Wand!
So kann’s euch wohl genügen.
Denn eher dorre meine Hand,
eh ich in Sklavenunverstand
der Geißel mich sollt fügen.
Sich fügen heißt lügen!

Doch bricht die Kette einst entzwei,
darf ich in vollen Zügen
die Sonne atmen – Tyrannei!
dann ruf ich’s in das Volk: Sei frei!
Verlern es, dich zu fügen!
Sich fügen heißt lügen!

Erich Kurt Mühsam (* 6. April 1878 in Berlin; † 10. Juli 1934 in Oranienburg) schrieb diese Poesie im August 1919 in Festungshaft. Er war ein anarchistischer deutscher Schriftsteller, Publizist und Antimilitarist. Als politischer Aktivist war er maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt, wofür er zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt wurde, aus der er nach fünf Jahren im Rahmen einer Amnestie freikam. In der Weimarer Republik setzte er sich in der Roten Hilfe für die Freilassung politischer Gefangener ein.

In der Nacht des Reichstagsbrandes wurde er von den Nationalsozialisten verhaftet und am 10. Juli 1934 von der SS-Wachmannschaft des KZ Oranienburg ermordet. (siehe Wikipedia)

Ob wir bald wieder so weit sind, dass KZs gefüllt werden? Der Trend der Gesetzgebungen, die sich eben nicht am Wohle des Volkes orientiert, sowie das wenig bis gar  nicht verfassungsrechtliche Vorgehen der Staatsgewalten wie am letzten Wochenende während der Blockupy-Demonstration in Frankfurt sprechen Bände.

  1. Juni 3, 2013 um 10:27 am

    passend dazu:

  2. ralphbuttler
    Juni 3, 2013 um 11:44 am

    Hat dies auf Auf dem Dao-Weg rebloggt.

  3. Juni 3, 2013 um 1:48 pm

    Hallo Martin

    Erich Kurt Mühsam kannte ich noch nicht. Danke für diese tolle Idee.

    Der Gefangene bin ich auch, als würde ich in den Spiegel schauen. Gefangen in einer Welt, die ich nicht will, weil ich weiss (mich so langsam erinnere) das wir Menschen mehr sind als Gefangene.

    Alle Menschen tragen den göttlichen Funken in sich. Ihn zu erkennen führt zu Wissen.

    „Freiheit ist immer die Freiheit der anders denkenden“
    Rosa Luxemburg

    Meinte ganz sicher Kurt Mühsam.

    Ich meine das auch und rufe öffentlich zum Ungehorsam auf. Ungehorsam bedeutet Freiheit.
    Ich will (muss) frei sein.

    Ich brauche den Staat nicht. Der Staat braucht mich. Um mich zu verwalten. Das kotzt mich an. Sorry. Mir war gerade so. Gefangen sein im Staat? Wieso? Auf welcher Grundlage? Ich bin keine Ware die zu versteuern ist.

    Ich bin ich. Ein Freigeist,
    Queen Elizabeth II.

    Ich lasse mich nicht kaufen, nicht von dir und ich gehe keinen Packt mit dem Teufel ein.

    Ich will FREI sein.

    Gruss Gerd

  4. federleichtes
    Juni 3, 2013 um 2:59 pm

    Der Gefangene: sich fügen ist lügen?

    Wie verträgt sich diese Aussage mit dem Eins-Sein?

    Stiftet gar der Rebell zum Mord an sich selbst an?

    Gibt es einen Menschen auf der Welt, der dem Leben zu viel Dank sagte?

    Spielte das Deutsche Volk nicht lange genug fremden Aufmarschplänen in die Karten?

    Wer zum Marschieren geboren ist, bitte sehr.
    Mich begeistern Kampfgesänge nicht. Im Grundwehrdienst rissen sie mir den Arsch auf, die Stimme unvergessen, die sprach: „Der müsste eigentlich tot sein“.

    War noch was?

    Gruß
    Wolfgang

    • Juni 3, 2013 um 3:10 pm

      hm, hast Du daraus ein Marschieren gelesen. Ich hatte nur ein „Nein, ich mach das nicht …“ gesehen, ähnlich wie es ja auch Ghandi machte. Im Wikipedia Artikel über den Autor steht, dass er Antimilitarist/Pazifist gewesen sei …
      VG Martin

  5. Juni 3, 2013 um 3:02 pm

    Kant noch passend dazu:

    Entscheidend ist, dass der Mensch zwar vollständig verantwortlich ist, sich pflichtgemäß zu verhalten, dass aber niemand anders diese Pflicht zu setzen vermag, weil nur das Individuum darüber zu entscheiden vermag, was es selbst als Kraft der eigenen Vernunft als gut erkennt und anerkennt.

    Womit der Staat mit seinem Rechtsrahmen widersinnig erscheint?

    • federleichtes
      Juni 3, 2013 um 3:19 pm

      Der „Staat“ KANN das Mensch-Sein nicht organisieren.
      Der Staat als Idee, Auswurf von Geist-eskrankheit, und Politik folgerichtig Organ der Vollstreckung?

      Wo ist das Eimer.

      Gruß
      Wolfgang

      Marschieren schrieb ich für das „Sich-gegen-wenden“. Die alte Leier, gell: Gleich, auf welche Weise du das Ungeheuer fütterst, bleibt es – jedenfalls für mich – die „edle“ Art des Krieges.
      Der einzige für mich akzeptable Krieger kämpft gegen den Geist des Krieges – in sich.

    • Juni 3, 2013 um 4:47 pm

      Selbst-Verantwortung und Pflicht in staatlichen Zusammenhängen schließen sich für mich aus.
      Auf Deine Frage , Martin, von mir ein deutliches JAAAA.
      Grüße
      Martina

  6. Gerhard A. Fuerst
    Juni 3, 2013 um 3:51 pm

    Polizeiaktion in Frankfurt?
    Ich kenne die genauen Fakten nicht!
    Hierzulande gab es in der Presse leider
    nicht einen einzigen detaillierten Bericht.
    In Frankfurt wurden Demonstranten
    aufgehalten, umzingelt, eingekesselt,
    mit Reizgasen besprüht,
    und dann gnadenlos niedergenüppelt?
    Sind Freiheit und Frieden in Gefahr?
    Sieht sich der Staat so gefährdet?
    Ist die Demokratie so geschwächt?
    Werden garantierte Rechte deshalb verneint,
    brutal verwehrt und verkrüppelt?
    Ist man mit den Mächtigen
    nicht ganz genau einer Meinung…
    läßt man sich nicht klein kriegen…
    läßt man sich nicht belästigen,
    belasten oder belügen…
    und man protestiert…
    wie grundrechtlich garantiert…
    gegen alles
    was einem aufgebürdet wird
    von hohem Regierungspodest…
    dann regnet es Prügel?
    Fühlt man sich geknebelt?
    Fühlt man sich ignoriert?
    Fühlt man sich eingeengt,
    eingehemmt, abgeschoben,
    ausgebeutet und verdrängt?
    Hat man auch rechtmäßige,
    rechtliche Klagen?
    Will man Antworten
    ersuchen und erhalten?
    Die Reaktion der Regierung?
    Es wird hier nur geschlagen!
    Soll man alles schweigsam,
    kommentarlos hinnehmen?
    Ist man so eingeschüchtert?
    Lebt man hier in Angst?
    Ist die Demokratie noch demokratisch?
    Sind wir alle so schockiert
    und total ernüchtert?
    Man macht sich hier,
    auch in weiter Ferne,
    mitsorgende Gedanken.
    Man versucht was geschieht
    oder schon geschehen ist
    zu verstehen.
    Man versucht die Wahrheit
    in aller Klarheit und ohne Kritik,
    in reiner Wirklichkeit
    zu erkunden, zu ergründen
    und ganz genau zu sehen…
    auch ohne gezielte Ladungen
    von Pepperspray
    direkt im Gesicht!

    Gerhard A. Fürst
    Kalamazoo, MI, USA
    3.6.2013

  7. Juni 3, 2013 um 6:34 pm

    Das ist die Mainstream-Sicht:

    Der alternative Text:
    Ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Linken, Kommunisten und Bürgern demonstrierte friedlich gegen die europäische Krisenpolitik und wurde ohne erkennbaren Gründe (brutal) von der Polizei überfallen und stundenlang ohne Versorgung eingekesselt und immer wieder mit Pfefferspray attakiert usw…. Ich kann nur dazu ermuntern, ein Auge für solche Medienmanipulationen zu entwickeln
    Und wie das dann seitens der Polizei brutal weiterging zeigt dieses Video:

    Und als würde der Spieß umgedreht: die Demokratie seien gefährdet, so z.B. Russland:

  8. Juni 4, 2013 um 12:36 am

    Von OCCUPY zu BLOCKUPY … und mal wieder aktuell:

    http://www.gold-dna.de/update5.html#up87

    “ Was heißt das nun übersetzt in die reale Bildersprache ?
    Weitere Demos werden folgen, größer, lauter, deutlicher, aber auch mit weit mehr Nebenwirkungen. Rom, und auch Athen in den Tagen unmittelbar nach dem 15. Oktober, waren nur Kopfschmerzen, eine weitverbreitete, um nicht zu sagen harmlose Nebenwirkung. Mehr Ordnungshüter werden mobilisiert, genau das Gegenteil bewirkend, nämlich die Freisetzung weiterer Unordnung. Ohne Konsonanz keine Heilung . Schwerwiegende Nebenwirkungen werden sich breit machen. Und genau hier kommt das Bewusstsein ins Spiel, denn einzig das Bewusstsein entscheidet darüber, ob eine Krankheit dauerhaften Schaden, oder gar den Tod, mit sich bringt … oder ob es, trotz aller Zufuhr von reaktiver Unordnung und des Verbleibens in einer Umgebung dieser Unordnung, letztendlich doch zur kompletten Genesung, und damit Heilung, kommen kann. Das Abfangen der Unordnung, und die Überführung in dauerhafte Ordnung, wird nicht auf den Straßen und Plätzen dieser Welt realisiert werden, sondern einzig im kollektiven Bewusstsein aller Betroffenen, weltweit. Was sich in den nächsten Wochen und Monaten draußen abspielen wird, zeigt einzig die Schwere der Erkrankung an, deren Stand bei der täglichen Visite mediengerecht um den Globus verbreitet wird … und welch Ironie des Schicksals, dass diejenigen, die die Diagnose stellen, noch immer als Götter in Weiß tituliert werden. Weiß, wie eine Leinwand.
    Der eigentliche Heilungsprozess dagegen findet im Innern statt, einmal mehr aufzeigend, dass der Begriff OCCUPY nicht besser hätte gewählt werden können. Nicht besetzen oder einnehmen, gar belagern, sondern beschäftigen. Sich mit etwas zu beschäftigen bedeutet Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Somit geht das Geschehen im Außen mit jenem im Innern Hand in Hand. Anzeichen einer Erkrankung, die nicht mit Angst einhergehen, ziehen bei weitem nicht so viel Aufmerksamkeit auf sich, und fordern den Betroffenen nicht so sehr dazu auf selbst aktiv zu werden, wie es eine Erkrankung bewirkt, die für alle auch äußerlich deutlich wahrnehmbar ist. “

    Gruß Guido

  9. Juni 4, 2013 um 11:36 am

    Was Uniformen und Dienstmarken bedeuten

    „Ich handle nicht als denkender, verantwortlicher und unabhängiger Mensch und sollte dementsprechend nicht als solcher behandelt werden. Ich bin für mein Handeln nicht persönlich verantwortlich, da ich nicht aus meinen eigenen freien Willen handle oder meinem eigenen Gerechtigkeitsempfinden folge. Ich bin das Werkzeug einer höhergestellten Macht mit dem Recht, dich zu beherrschen und zu kontrollieren. Als solches kann ich Dinge tun, die du nicht tun kannst. Ich habe Rechte, die du nicht hast. Du musst tun, was ich sage, meinen Befehlen gehorchen und mich als über dir stehend akzeptieren. Ich bin kein einfacher Mensch mehr. Ich bin darüber aufgestiegen. Durch meinen bedingungslosen Gehorsam und meine Loyalität zu meinem Meister, dem Staat, habe ich ein Stück Macht von der übermenschlichen Entität namens ‚Autorität‘ erhalten. Als Ergebnis gelten die Regeln der menschlichen Moral für mich nicht mehr und mein Handeln sollte nicht nach den üblichen Normen des menschlichen Verhaltens beurteilt werden.“ –

    Diesem bizarren, mystischen, Kult-Glauben folgt jeder „Gesetzeshüter“ in der ganzen Welt. Dieser „Glaube“ über dem moralischen Recht zu stehen, ist furchtbar gefährlich.Trotz dieser Tatsache zeigen Soldaten und „Gesetzeshüter“ in der Regel ihre „offiziellen“ Uniformen und Dienstmarken mit großem Stolz, und ihre Taten zeigen ihre völlig verzerrte Wirklichkeit, in der sie fortwährend das verraten, was sie letztlich zu Menschen machen würde: ihren freien Willen und die persönliche Verantwortung für ihr Handeln.

    Jede Person, die vorgibt nach den Befehlen einer „Autorität“ zu handeln, beweist damit die völlig lächerliche Lüge akzeptiert zu haben: dass seine Position, sein Ausweis und seine Uniform ihn über seine persönliche Verantwortung bezüglich seiner Wahl zwischen moralischem und unmoralischem Verhalten empor heben würde. Die Idee ist offensichtlich verrückt, wird aber nur selten als das erkannt, weil auch die Opfer der Vollstrecker ihren Anteil an diesem Wahn haben.

    Larken Rose

    • federleichtes
      Juni 4, 2013 um 1:06 pm

      Ein System ist ein geistiges Konstrukt – Geist erschuf Das Wesen von Systematik.
      Und vielleicht wird es immer mehr Menschen klar, dass sie, wenn sie in einem System – systematisch – handeln, weder frei noch verantwortlich sind.

      Schauen wir auf eine Maschine. Sie produziert ein Produkt, sie handelt. Alles, was in diese Maschine gefüttert wird, ist nicht mehr frei und systematisch gestaltbar. Was am Ende raus kommt, ist der Maschine egal.

      Wenn es einen Geist gibt, der das Wesen von Systemen beherrscht, scheint klar, welche Macht dieser Geist hat. Mag er anfangs noch daran geknobelt haben, wie er das Freie in die System-Maschine bekommt, fand er ja – offensichtlich eine Lösung:
      Das „Freie“ rennt nun beGEISTert in seine Maschine. Das funktioniert, seitdem das System Teil des Freien wurde.

      Das ist das eigentliche Problem.

      Und so lassen sich Menschen uniformieren, partizipieren von der Macht des (System-)Geistes und schlagen auf alles ein, was ihnen ihre geliehene (die sie als eigene Macht fühlen!) rauben will.
      In diesem System gibt es nur ein Recht:
      Das der Macht.

      Und wer in einem gesellschaftlichen System, das von dieser Macht beherrscht wird, demonstriert, hat nichts von dieser Macht verstanden. Gute Absichten, die gegen das System gerichtet sind, sind nur gut für das System.

      Aber diese Erkenntnis zu gewinnen, ist für Menschen IM System so gut wie unmöglich. Ich spreche jeden Tag mit Menschen, die klug und gebildet sind, die natürlich gegen diesen oder jenen Auswuchs des Systems aufbegehren, gleichwohl brav weiter marschieren – weil sie mit dem Gefühl der Macht (-Teilhabe) gefüttert werden:
      Ihre Energie-Bilanz stimmt einfach.

      Die Menschen, die sich in Frankfurrt etwas heftigerer Systemgewalt ausgesetzt waren, werden wohl in diesem Leben nicht mehr begreifen, dass sie die Syste-Gewalt durch ihr Handeln erst möglich machten.
      Es ist ein, ich möchte sagen, Ur-Schizophrenie, die hier wirkt – entstanden vielleicht aus einem gespaltenen Wesen, in das manipuzlirender Geist beliebig eindringen kann.
      Mögen da archaische Bilder“ gespeichert sein, die Folgsamkeit belohnen und Widerstand bestrafen. So ist es ja – bis Heute geblieben.

      Gruß
      Wolfgang

      Kleiner Nachsatz
      Man möge sich überlegen, welcher Geist sich das vereinsmässige Zusammenschließen von freien Menschen ausgedacht hat.

      • Juni 4, 2013 um 2:34 pm

        Der Verein (etymologisch: aus vereinen, eins werden und etwas zusammenbringen) bezeichnet eine freiwillige und auf Dauer angelegte Vereinigung von natürlichen und/oder juristischen Personen zur Verfolgung eines bestimmten Zwecks, die in ihrem Bestand vom Wechsel ihrer Mitglieder unabhängig ist.(Wikipedia)

        Waren es früher wohl Versuche der Befreiung von alten Strukturen durch das bilden eines gemeinsamen gebildeten neuen Gegenpols, so müssen wir erkennen, dass die Herrschenden in der Lage waren, sich auch dieses Werkzeugs zu bedienen und es am Ende zu pervertieren, denn weiter auf Wikipedia ist zu lesen:

        Mobilität, Flexibilität und Individualität fanden in der Struktur des Vereins eine neue Grundlage zur Entfaltung gemeinschaftlichen Lebens und zur Durchsetzung gemeinsamer Interessen. Diese Interessen umfassten das gesamte Spektrum des Lebens. Zunächst war der Anspruch vieler Vereine ein genereller, allgemeiner. Zum Beispiel war ein Turnverein zugleich ein Sportverein, ein religiöser Verein gleichzeitig auch ein patriotischer Verein (siehe Friedrich Ludwig Jahn: „frisch, fromm, fröhlich, frei“) und vereinte damit individuelle mit kollektiven Interessen. Damit gewannen Vereine zunehmend gesellschaftlichen Einfluss und Macht.

        Wenn man heute dem Vereinswesen mitunter abschätzig mit dem Begriff der Vereinsmeierei beizukommen sucht, zeigt sich doch derzeit die Kraft vereinsmäßig strukturierter Organisationen in der Rolle der nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) in den gegenwärtigen weltpolitischen Auseinandersetzungen.

        Allerdings mutet „Individualität“ befremdlich an, denn innerhalb des Vereins „herrscht“ dann nur sofort schon wieder eine Gleichmacherei, also ist systematisch nicht wirklich etwas gewonnen worden, außer das man sich freiwillig in ein andere Unfreiheit begibt?

        VG Martin

        • federleichtes
          Juni 4, 2013 um 2:40 pm

          Freie Menschen brauchen sich nicht künstlich zusammenschließen – sie SIND miteinander verbunden.
          Erst der künstliche Gedanke (Angst, Not) zerstört das Gefühl der natürlichen Verbindung.
          Die „Ganzheit“ IST. Sie ist gefühlt real, sie wird gedacht irreal zerstört.

          Aber was rede ich wieder.

          Gruß
          Wolfgang

  10. Juni 4, 2013 um 3:24 pm

    passt doch! Gerd wird vermutlich auch sagen, da wir doch ALLE EINS sind, was müssen wir uns da vereinen? Tun wir das, schließen wir schon Andere wieder aus, und wollen gegenüber diesen einen Vorteil herausholen.

    Allerdings ist das Vereinen schon eine passende Antwort von Beherrschten, um sich für eine gewisse Dauern ein wenig mehr Freiheit von diesen zu beschaffen. Aber am Ende kommt dann doch nur wieder ein Teilen der Einheit heraus …

    VG Martin

  11. Juni 4, 2013 um 3:25 pm

    Tatsächlich haben die allermeisten Menschen durch die herkömmliche Erziehung und den allgemeinen Umgang mit Kindern von kleinauf gelernt, ihr eigenes Inneres, ihr Selbst, zu verraten, um sich den Autoritäten unterzuordnen und deren Vorstellungen gerecht zu werden. Ebenso haben sie gelernt, die widersprüchliche Realität dieser Autoritäten auszublenden – damit sie die auf Lügen aufgebauten Beziehungen nicht durchschauen und so auch nicht mit ihrem eigenen verletzten und zerstörten Inneren in Kontakt treten müssen.

    gefunden in: Warum bleiben die Menschen ignorant?

  12. Juni 4, 2013 um 3:31 pm

    und nochmalsLarken Rose:

    Sobald ein Herrscher nach der Wahl an der Macht ist, spielt es für ihn keine Rolle mehr, was er vor der Wahl den Menschen versprochen hat. Diese Tatsache wurde von jeder „Regierung“ in der Geschichte bewiesen. Sobald die Menschen sich einen Herrscher geschaffen (gewählt) haben, sind die Herrscher per Definition nicht mehr für sie zuständig. Etwas anderes zu erwarten, trotz aller historischen Beispiele, ist absurd. Zu erwarten, dass der Herrscher dem Sklaven dient – zu erwarten, dass der Herrscher seine Macht benutzt zum Wohle derer, die er kontrolliert und nicht zum Wohle derer, die kontrollieren – ist lächerlich. Was es noch verrückter macht ist die Tatsache, dass die Wähler glauben, einen Herrscher zu wählen, wäre der einzige Weg, um die Unvollkommenheit des Menschen und seine Unzuverlässigkeit zu überwinden.

  13. Juni 4, 2013 um 4:44 pm

    Danke Martin

    „passt doch! Gerd wird vermutlich auch sagen, da wir doch ALLE EINS sind, was müssen wir uns da vereinen? Tun wir das, schließen wir schon Andere wieder aus, und wollen gegenüber diesen einen Vorteil herausholen.“

    Ich denke die Erkenntnis unseres GEMEINSAMEN Ursprunges ist der Schlüssel. Das Innen mit dem Aussen verbinden. Wer erkennt das wir auf allen Ebenen als Menschen verkörpertes Bewusstsein sind, interessiert sich nicht ob einer Schwarz, Weiss, Gelb oder Rot ist.

    In diesem Sinne gibt es auch keine feste Regeln oder Gesetze. Wer das Gesetz bricht gehört weggesperrt.

    Na gut ein einziges Gesetz gibt es schon: HARMONIE

    Gruss in die Runde

    Gerd

  14. Juni 7, 2013 um 6:35 pm

    Hallo zusammen

    hat es Euch die Sprache verschlagen oder seid Ihr auf einem anderen Stern? Oder ich?

    Hallo?

    Gruss Gerd

    • Juni 7, 2013 um 6:55 pm

      Bei mir ist das Hamsterrad, was mich zunehmend fester in die Hand bekommt 😉

    • Juni 8, 2013 um 12:54 am

      Leben und Tod; Tod und Leben; so ist das manchmal.
      Der Ausdruck anderer Stern passt da gut.
      Grüße
      Martina

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