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Von unserer Aufzucht orientierungsloser Weisungsempfänger

Dr. Ulrich Mohr, Arzt und Philosoph

Dr. Ulrich Mohr, Arzt und Philosoph

Nicht Geld regiert die Welt.
Sondern Jene, die die Phantasie „befeuern“.
Dr. Ulrich Mohr

Wir haben hier das Thema Mind Control schon mehrfach angesprochen. Ulrich Mohr kommt in dem folgenden Interview mit Michael Vogt darauf zu sprechen, wie die Beeinflussung möglichst schon in den ersten sechs Jahren eines Kindes erfolgt, um best angepasste Weisungsempfänger für die Räder der Wirtschaft zu erhalten. Zum Video ist folgender Text eingestellt:

Die Aufzucht des orientierungslosen Weisungsempfängers

Der Mensch im Staat hat noch nie mehr als die Freiheit gehabt, zu konsumieren. Selbst die ältesten Überlieferungen von Rechtstexten kennen durchweg den Sklaven, Bürger, Weisungsempfänger. Die heutige Welt besteht aus tiefmittelalterlichen Glaubensgemeinschaften, die allerdings von den Wenigsten also solche erkannt werden.

Man glaubt an die Nachrichten, an die Inhalte der Zeitung, an den Inhalt der Schulbücher.Man glaubt an die Medizin und vertraut dem Therapeuten.Man glaubt dem Politiker und gibt seine Stimme an der Urne ab.Man glaubt an den Juristen und Richter, daß Recht gegeben werden möge.Man glaubt an die Obrigkeit und Rechtfertigung eines Staates.

Die entscheidende Frage ist, woraus dieses kritiklose Folgen in einer angeblich so aufgeklärten Zeit entsteht?Die Antwort liegt in der Kindheit des Menschen genauer in den ersten sechs bis zehn Lebensjahren. Schon die Jesuiten erkannten vor langer Zeit: Gib mir ein Kind die ersten sechs Lebensjahre und es gehört ein Leben lang der Kirche. Diesem Leitsatz sind sie konsequent gefolgt. Über Jahrhunderte bestimmten sie bis zum heutigen Tage das Bildungssystem in Europa, dem seit Menschengedenken aktiven Zentrum der Welt.

Gebildet zu sein, klingt wertvoll und wichtig. Doch es sind die Inhalte, die über den Wert entscheiden. Wertvoll wäre die Fähigkeit denken zu können, Zusammenhänge zu erkennen, das Leben zu verstehen, die innere und äußere Natur zu verstehen. Das findet wie anfänglich gesagt in der Bildung nicht statt. Das ist gewollt, denn das Bildungssystem verfolgt einen völlig anderen Zweck. Wenige Überlegungen genügen, das zu bestätigen:

  • Gesetze schaffen Mächtige, denn nur diese können sie durchsetzen.
  • Der Mächtige muß sich von der Natur entfremdet haben, sonst wäre er zufrieden Bauer geblieben und hätte von und mit der Natur gelebt.
  • Der Mächtige muß also ein Kopfmensch sein, der Natur nicht mehr versteht, in Einsamkeit, Angst, Unverständnis und damit unersättlicher Kontrollsucht versinkt.
  • Der Kopfmensch strebt folgerichtig den Staat an, um Macht anzuhäufen, damit Kontrolle und Sicherheit für SICH sicherzustellen.
    Und was hat die Mächtigen mächtig gemacht?
    a. Gewalt mit Schutzgeld,
    b. Glaube mit Seelenheil und Himmelszutritt und
    c. Handel. mit Verträgen zum Transport und Verkauf von Dingen, die man für das Leben nicht braucht.Die Umsetzung = die Erzeugung des Weisungsempfängers
    Ziel 1 – Folgsamkeit in der Gruppe Gleichaltriger (Entwicklung von Parallelwelten, sogar mit eigener Sprache, Aufspaltung der Familie), Glauben an die Obrigkeit, kritikloses „vertrauensvolles“ Schlucken des vermittelten Wissens. Um den Lerninhalt ging es im Wesentlichen nie!
    Ziel 2 – Die Versiegelung der Sinne.
    Ziel 3 – Das Gewaltmonopol – Die Unterdrückung der natürlichen Aggressivität

    Der Weg heraus: Zusammenhänge erkennen analog denken Natur erkennen Talente und Fähigkeiten erkennen und fördern die Kraft zur Individualität finden (SEIN-Mineralien) Sinne öffnen durch Naturwahrnehmung und ruhige Momente in der Natur die in das Unterbewußtsein gelegten, negativen Glaubenssätze erkennen und ihnen die bestimmende Macht zu nehmen IST-Klärung & SEIN-Mineralien

  1. September 2, 2015 um 9:19 am

    Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

  2. Gerd Zimmermann
    September 2, 2015 um 9:46 am

    Nein,
    es ist nicht Orientierungslosigkeit

    Es ist die SINNlosigkeit welche uns beflügelt.

    Anstatt dem
    Sinn des Seins zu suchen

    versuchen wir dem Sein einen Sinn zu geben

    Dieser Weg, Dinge mit Formeln in der 16 Potenz zu
    umschreiben….

    Nullpotenz,
    ich erwähnte es schon, ist impliziert
    9 hoch N

    Im Nichtsein liegt das wirkliche SEIN

    SEIN ist aber nicht Nichtsein

    Es ist einfach zu EINFACH

  3. Ernst Duberr
    September 2, 2015 um 10:25 am

    Ein sehr guter Artikel . Die Behauptungen sind wohl wahr .Wir leben in einer Welt der Dressierten .Abweichendes Verhalten ist immer möglich ,jedoch führt es zur Ausgrenzung . Auch das ist gewollt . Dann kann man unter Umständen sehr einsam werden , man wird als Sonderling wahrgenommen .Aber man behält seine Selbstachtung . Selbst auf diesem Blog wir dressiertes Verhalten verlangt . Man kann schreiben wie die Welt sein könnte , das ist sehr gut , aber man muß dann auch Meinungen hinnehmen , die wegen des eigenen , andressierten Verhaltens nicht genehm sind .Hier wird ein Kommentar z.B. als rassistisch bezeichnet , weil er dem dressierten Betreiber nicht gefällt .Weil er wohl glaubt , daß es keine Rassen gibt , was völliger Blödsinn wäre .Immer wenn Äußerungen unterdrückt werden , zeigt der Unterdrücker das Gruppenverhalten der Dressierten . Erst wenn Menschen jede Behauptung aufstellen können , werden wir freiere Menschen sein können .—-Und doch regiert Geld die Welt . Zwar hatte der größte Geldbesitzer der Welt sicherlich viel Phantasie und er braucht noch mehr Phantasie um im Geldbesitz zu bleiben ,aber seine Macht kommt aus dem Geldbesitz , mit dem er die Phantasie der Armen wegdressiert und so unterdrückt . Da irrt der Schreiber ganz bestimmt , wer die Macht des Geldes nicht anerkennt , ist ein Träumer .Die katholische Kirche , das größte Geldhaus der Welt , erzählt seinen Anhängern , daß Geld nicht glücklich mache ,sie predigt Ihnen Enthaltsamkeit und erstickt fast im eigenen Wohlleben . Wie eklig sind diese Dressureinpeitscher anzusehen . Also ist es gefährlich , die Macht des Geldes nicht anzuerkennen ! Mich hat Geld immer glücklich gemacht , weil ich aus totaler Armut komme . Ich liebe das Geld .Es fördert mich und es behütet mich ! AMEN

    • Der kleine Hunger
      September 2, 2015 um 12:44 pm

      Es sind nicht die Begriffshubereien, sondern die Denkweisen die dahinter stecken. Und diese „Weissen“ produzieren Plattitüden am laufenden Band, merken nur nicht das es immer und immer wieder ein und die Selben Platten sind.

      Siehe auch wieder obigen „Bericht“ und da ist auch noch die Rede von Phantasie, die Schreiber sollten sich doch langsam Vorkommen, wie ihre eigenen Ahnen, Wiederholungen, Wiederholungen, Wiederholungen, nicht´s neues, darüber hat man schon vor 100 Jahren gesprochen, ich betone gesprochen.

      • Der kleine Hunger
        September 2, 2015 um 1:41 pm

        Auch für Sie @Ernst Duberr

        So klappt es 😉

        Wenn man jemanden dazu bringen kann sich emotional in einem Weltbild oder Glauben zu engagieren, wird er dieses mit so viel Kraft und Überzeugung verteidigen wie ein religiöser Eiferer.

        Die Form und die Art dieser Untergliederung-Systeme kann man in einem umfangreichen Rahmen überall auf der beobachten.

        Realität wird sehr sorgfältig geformt (u.a. über die Medien aller Art, wissenschaftliche Ausarbeitungen etc.) und eine Weltsicht entwickelt, die die meisten Menschen nicht nur akzeptieren, sondern oft leidenschaftlich aufrecht zu erhalten versuchen.

        Mit anderen Worten, es ist viel einfacher, eine Bevölkerung zu handhaben und zu manipulieren, wenn sie an einen gesellschaftlichen Mythos glaubt, als sie offenkundig zu
        unterdrücken.

        Und das nicht erst seit gestern, sondern konsequent über „Zeiten“ hinweg. Und stetige Wiederholungen sind der Beweis dafür, ohne das es überhaupt eines Beweises bedarf. Stetige Wiederholungen haben nämlich wiederrum nur die Aufgabe, die in der Einleitung beschrieben ist.

        • Der kleine Hunger
          September 2, 2015 um 1:42 pm

          -Welt-

  4. x
    September 2, 2015 um 10:58 am

    Was ist ein Glaube wert, wenn man daran glauben muß, davon überzeugt werden, davon überzeugt sein muß? Es gibt viele Möglichkeiten, sich vorübergehend besser zu fühlen. Geistige Ordnung ist eine.

    Wirksam ist, was umgesetzt, durchgesetzt, erfahren, erlebt und gelebt wird. Die geistige Ebene ist immer beteiligt. Die Auswirkungen sind u.a. Über die Zusammensetzung und das Zusammenspiels der eigenen Körperchemie mess- und feststellbar! Dazu braucht es keinen Chip. Ein lesefähiges Werkzeug genügt. Haben wir? Ja.

    Es gibt sehr Viele, die meinen, dies ist und wäre nie der Fall. Die mit dem Rücken an der Wand stehen können und trotz aller Beweise das Gegenteil behaupten – nicht wegen eines Urteils sondern um ihr Gesicht vor sich selbst nicht zu verlieren.

  5. September 2, 2015 um 11:25 am

    „Erst wenn Menschen jede Behauptung aufstellen können , werden wir freiere Menschen sein können .“

    Die Behauptung allein ist nicht gefährlich, erst wenn daraus Handlungen abgeleitet werden, z.B. indem dunkelhäutige Menschen in Bussen nur hinten sitzen dürfen, wird es fragwürdig.

  6. x
    September 2, 2015 um 12:38 pm

    Was vielen sehr schwer fällt, ist die Deutung von Lippenbekenntnissen. Wir suchen nach Wissen, Bestätigung, Wahrheit. Je nachdem fällt der Scan aus.

    Die Wahrnehmung von Illusion und Realität.
    Der Glaube an ein bestimmtes Selbstbild hilft dabei, nicht zu lügen. Dies ist für eine Tarnung oftmals ausreichend. Möchte man ein wahrheitsgetreueres Bildnis im Anderen sehen, muß man Teil der Wahrnehmungsebene sein. Das eigene Gesicht kann durchaus einer Fratze gleichen. Sieht man dies, kann man daran arbeiten.

  7. chris
    September 2, 2015 um 12:48 pm

    lieber Martin – falls noch nicht gekannt dies als unbedingte empfehlung

    http://www.zeuchsbuchtipps.de/das-ende-der-megamaschine/

    danke für deinen wichtigen blog

    lg christian

  8. Gerd Zimmermann
    September 2, 2015 um 12:55 pm

    Danke

    für die Kommentare, kommen sie meiner Vorstellung vom
    Sein recht nahe.

    Sein hat Sinn
    und
    Sinn hat Sein

  9. x
    September 2, 2015 um 12:57 pm

    Nicht zu wissen, wer man ist und dabei zu bleiben, und dies solange bis man es besser weiß, ist eben extrem schwer.
    Leichter ist es, eine wie auch immer geartete vorgegebene Ordnung zu akzeptieren. Was man an Halt nachfragt und sucht, bekommt man. Ob dies der Wahrheit entspricht, sieht man. Nur Lügen müssen immer wieder durch viel Aufwand bestätigt werden, um zu überleben.

  10. Gerd Zimmermann
    September 2, 2015 um 1:01 pm

    Die Inhaltslosigkeit bleibt uns verborgen,
    dies ist gut so
    da der Inhalt die Form bildet.

  11. Gerd Zimmermann
    September 2, 2015 um 1:12 pm

    Wovon Rede ich eigentlich?

    Von der Kunst der Formenbildung
    welche weder Meister noch Lehrer

    beherrschen

  12. x
    September 2, 2015 um 1:17 pm

    Was denkt ihr, wieviel Platz all das Wissen und Bildung zur Aufrechterhaltung der Kommunikation mit dieser Welt(-anschauung) belegen? Art und Weise der Logik, Beweisführung etc.. Klar, das etwas anderes dafür weichen muß. Das andere, unbekannte könnte uns jedoch in die Lage versetzen, unsere vollen Kapazitäten zu nutzen. Da niemand weiß, was dabei herauskommt und dies nicht kontrollierbar ist, macht das lieber nicht.

  13. Gerd Zimmermann
    September 2, 2015 um 1:46 pm

    Rosenstolz
    Herz

    warum versteht niemand

    das da Laotse singt

    es ist so einfach

  14. Gerd Zimmermann
    September 2, 2015 um 1:53 pm

    ….und selbst im Keller haben die Ratten sich erhängt….

    Guido
    deine Worte in Gottes Gehörgang
    LOSLASSEN
    von alten Denkstrukturen

    erschafft neue Freiräume

  15. Gerd Zimmermann
    September 2, 2015 um 2:59 pm

    Sich mit dem Zeitgeist streiten

    WOZU oder WOFUER

  16. Gerd Zimmermann
    September 2, 2015 um 3:51 pm

    Die Unsterblichkeit lässt sich nur in der Unsterblichkeit finden.

    Es ist so EINFACH

    Restaurant am Ende der Galaxis
    Ja und Nein
    Beides ist wahr
    ebenso wie beides Unwahr ist

    Nichts Unwahres ist Wahr
    Wahres ist aber nicht Unwahres
    weil Unwahres wahr ist.
    Wenn Unwahres Wahr ist
    muss Wahres Unwahres sein.

    Aber Vorsicht
    noch gelten die Gesetze der „Physik“

    Physikalische Gesetze besitzen im elektrischen Universum
    keinerlei Bedeutung.
    Gravitation, kleine Kraft und grosse Kraft
    sind universelle elektrische Kräfte.

    Elektromagnetismus ist universell.
    Lass deine Hände vom Plasma, Mensch.
    Plasma ist umgeformte Energie.

    Gentechnik ist geformt, eine Sackgasse.
    Amazon, so heissen doch die Getreide Verkäufer.
    Oder ?
    Hipp macht alle Babys glücklich.
    In Ausnahmefällen noch die Mutter.
    Nur mal so

  17. Ernst Duberr
    September 2, 2015 um 4:23 pm

    @kleiner Hunger

    Ich stimme Ihnen zu ! Noch schlimmer ist es , wenn man den Versuch unternimmt , dieses Weltbild zu erschüttern . Dann bräche ja eine Welt zusammen . Dann wäre man gezwungen , ein neues Weltbild aufzubauen , dann müßte man DENKEN , woher und schon wieder , mit wem , etwa ganz allein ? Nein , das ist den Menschen zu mühsam ! Dann müßte man ja nachdenken , geistig arbeiten , daß ist Schwerstarbeit ohne jede Anerkennung . Nein ! Lieber nicht ! Wieder neu dressieren lassen . Die ewige Sehnsucht nach dem NASENRING ! Und für die Anderen die INQUISITION , der Hexenprozess .

  18. September 2, 2015 um 6:14 pm

    Bildung als Wissen verkauft. Ich schrieb es anderswo schon, doch es passt auch hier:

    “Wissen, im Sinne von “Ich weiß es“, ist das Wissen um das Weiß einer Leinwand … nicht aber um all der Bilder, die in diesem Weiß offensichtlich verborgen sind.“

    • Der kleine Hunger
      September 2, 2015 um 8:17 pm

      Das ist doch wiederrum reine Polemik, nicht´s sagendes Dahingeschwalle. Das Sie @Guido das Anders „sehen“ ist klar, nur tun Sie nicht´s Anderes als die von Ihnen gemeinten Anderen. Sie sind Einer davon, ob Sie das nun Wahrhaben wollen oder nicht, ist und bleibt irrelevant.

      Ernst Duberr,

      das ist viel zu Kompliziert, weil es dem Grunde nach einfach ist. Dieses ganze Geschwalle ist lediglich der Versuch vom Wesentlichen abzulenken. Schaun Sie sich nur mal um, dann brauchen Sie kein Wissen mehr (ob nun die weiße Wand oder die Bildchen darin)
      Da gibt es nicht´s zu wissen, weil das was zu sehen ist, das ist was keine Relevanz darstellt.
      Es ist alles irrelevant und dazu braucht es keinen Bezugspunkt respektive die Frage zu Was.

      Alles ist inexistent, es hat mit dem Wesent-lichen nicht´s zu tun und nur weil es um Sie herum passiert, heisst das nicht das es existiert.

      Wenn Sie es fühlen können, und das ist jenseits von Sinneswahrnehmungen, dann ist es, alles andere sind lediglich Erscheinungen jenseits dessen was erfühlt werden kann.

      Dazu sollten Sie allerdings materiell/organische Objekte von Diversitäten unterscheiden können ohne allerdings einen Vergleich dahingehend zu unternehmen. Vergleiche bringen nicht das Offensichtliche zu Tage respektive werden Sie das Offensichtliche nicht wahrnehmen und drehen sich dadurch lediglich im Kreis dessen was sich objektiv lediglich darstellt, es sind Produkte und keine Lebendigen.

      • Der kleine Hunger
        September 2, 2015 um 8:28 pm

        Kleines Bsp.

        Es gäbe keine Antifaschisten, gäbe es nicht Faschisten, nur gibt es weder Antifaschisten noch Faschisten, lediglich die Identifizierung derer mit dem Begriff erzeugt die Produkte und diese treten somit in Erscheinung. Das dahinter noch eine andere Zahl von Produkten, wie Mann, Freund, Bruder etc. stehen, ist irrelevant. Der Organismus den sie also sinnhaft wahrnehmen, sprich die Ausformung einer Zelle unter Berücksichtigung diverser Umformungen, nennen Sie dann Mensch. Da ist kein Mensch sondern lediglich ein Organismus und dieser wiederrum setzt sich aus zwei Grundverschiedenen Organismen zusammen, der sog. eizelle (welche lediglich den einen ORganismus repräsentiert und dem sog. Spermium, welches lediglich den anderen Organismus repräsentiert. Das dies als männlich/weiblich bezeichnet wir, ist schon Interpretation als solche.

        Es ist alles reine Interpretation es gibt nicht´s was interpretiert wurde und wird. Es gibt auch keinen Mann/ Frau/ Kind/ Oma/ Opa etc. Das sind alles Bezeichnungen (wenn auch aufgefächert) von „etwas“ was es nicht gibt.

      • September 2, 2015 um 8:44 pm

        Das war aber nun auch ein echter Schwall, oder …

        • Der kleine Hunger
          September 2, 2015 um 9:23 pm

          Ja Herr Bartonitz, zu viel Geschrei um nicht´s 😉

          Kennen Sie „die unendliche Geschichte“? Eine Figur in der Geschichte ist „Das Nichts“.

          Das „Nichts“ arbeitet sich durch Phantasien und vernichtet alles, was es berührt.

          Ich habe mich die Tage darin erinnert, weil ich in einem gewissen Zusammenhang über das sog. „Männer Bashing“ einen Vortrag mit beiwohnte.

          Schreib Ihnen mal kurz was dazu.

          Traurige Charaktere

          Dass trotz Männer-Bashing und einseitiger Gesellschaftstransformation die Situation bei vielen jungen Frauen und Frauen mittleren Alters nicht besser wird, sondern dass im Gegenteil die Zahl derjenigen die es schwer haben, einen positiven gestaltenden Einfluss auf ihr Leben zu nehmen noch zunimmt, zeigt, dass das Feindbild Mann eben ein falsches ist. Es ist schon bezeichnend, dass vor allem Charaktere, die komplett innerlich in Dunkelheit versunken sind und am Abgrund stehen – frei von Lebensfreude und Lebenslust, krampfhaft nach einem Feindbild suchen, das dann oft „Mann“ heißt.

          Schaun Sie sich um

          Da gibt es „Nicht´s“ als ein Jemand, ohne Spass und Lachen weil es im Kopf nichts als ein schwarzes, hilfloses, neurotisch verklebtes Loch gibt.

          Es wird also der Kampf pauschal gegen ein Geschlecht geführt, dieser Kampf führt aber eigenscheinlich nicht zur psychischen Besserung.

          Ich spreche auch hier ausdrücklich nicht von Gleichstellung – beruflich und privat, denn das unterstütze ich ausdrücklich. Ich spreche von diesem diffusem Unwohlsein, dessen Ursache auf das andere Geschlecht projiziert wird. Dieses diffuse Unwohlsein ist übrigens ein Kernmerkmal in Gesellschaften die einer erhöhten Transformationsgeschwindigkeit unterliegen.

          Émile Durkheim hat das beispielsweise ganz spannend auf Basis von Selbsttötungen untersucht (anomischer Selbstmord):

          „Anomische Selbsttötung spiegelt die moralische Verwirrung des Individuums wider, seinen Mangel an gesellschaftlicher Orientierung, oft verbunden mit dramatischem sozialem und ökonomischem Wandel.“

          https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89mile_Durkheim#Der_Selbstmord_.281897.29

  19. September 2, 2015 um 8:48 pm

    Kam mir heute zum Thema Denken vorbei geflogen:

    Der Virus des Denkens

    Das Denken ist wie ein Virus, der den menschlichen Geist befallen hat. Das Problem an der ganzen Sache ist…wir identifizieren uns damit…. Das Denken manipuliert ständig und ohne Unterlass…
    Es ist der große Täuscher….. Wenn wir dem Denken glauben…gehen wir zugrunde und werden ein Leben führen, das wir so nie wollten.
    Das Denken fesselt uns und hindert uns daran, frei zu sein….frei wie der Wind…
    Die einzige Freiheit, die es gibt, liegt jenseits des Denkens… Jeder Gedanke ist Ich und führt uns in die Irre…. Es ist eine Täuschung, der wir aufgesessen sind und die uns davon abhält, so zu sein wie wir wirklich sind.
    Nichts, aber auch gar nichts ist nötig…außer diesem Dämon des Denkens nicht mehr zu glauben und ihn einfach zu ignorieren…. Wenn du wirklich frei sein willst…wirf deine Gedanken in den Müll… Es sind eh nicht deine Gedanken…du hattest nie eigene Gedanken….sie kommen und gehen…nur deine Identifikation macht sie scheinbar zu deinem, noch schlimmer zu dir selbst..
    Wir werden ständig in die Irre geführt, weil wir Dinge glauben, die es gar nicht gibt….
    Das Denken als solches…ist nie persönlich…es sieht nur so aus…es ist die Masse…und auch das stimmt so nicht…es scheint so… Jedoch…jeder einzelne Gedanke aneinandergereiht…ergibt scheinbar ganz viele… Sie erscheinen immer einzeln…werden aber immer mehr und bilden so die ganze Welt… Niemand hat je einen eigenen Gedanken gedacht…niemand…Alles wurde in dich hineingestopft wie in eine Mastgans…bis man irgendwann so voll ist, dass man platzt.
    Gedanken haben nicht mal Wurzeln…sie haben keine Substanz….und doch scheinen sie so mächtig… Sie trennen, sie zerstören und sie sind nicht daran interessiert, dass du glücklich bist..
    Glückseligkeit, Zufriedenheit, Liebe…wirst du im Denken niemals finden….
    Denn der Verstand ist nie zufrieden mit dem was er hat, er will immer mehr…er ist ein unersättliches Tier…das nur eines im Sinn hat, dich vollkommen zu zerstören…
    Dieser Verstand nimmt dir die Luft zum atmen und macht dir Glauben, er wäre du…der Denker.
    Sich vom Verstand zu lösen…ihm keinen Glauben mehr zu schenken, heißt nicht dass wir nicht mehr denken…und zu irgendwelchen stammelnden Idioten werden… Nein, auf gar keinen Fall…
    Wir schenken dem Denken einfach nicht mehr die Beachtung, wie vorher…wir identifizieren uns nicht mehr…wir schauen zu, wie es kommt und geht….
    Eine Intelligenz wird von uns Besitz ergreifen, die schon immer da war, sie war durch den ganzen Gedankenmüll, den wir angesammelt haben einfach total verschüttet…
    Nun strahlt die Intelligenz des Seins wieder völlig unbefleckt…und unschuldig…
    Immer wieder neu ist jeder Augenblick…in der Frische des Seins…
    Wie sagte Osho so schön…. „Der Verstand ist die Hölle und am Eingang stehen die Wünsche.“
    Also raus aus dem Verstand und rein ins Sein…

    • Der kleine Hunger
      September 2, 2015 um 9:29 pm

      Stonebridge´s Copy & paste

      Verstand ist nicht gleich denken. Ohne Verstand würden Sie nicht hier schreiben können Herr Bartonitz. Sie sollten sich allerdings Ihres Verstandes wieder gewahr werden und genau solche Texte halten Sie davon ab.
      Nicht der Verstand hindert Sie daran, sondern Ihr Unverstand, Ihren Verstand einzusetzen.

    • luna
      September 3, 2015 um 1:57 pm

      Ach je, was wird da so ein Drama draus gemacht…

      Erstens hat @Der kleine Hunger Recht, Denken und Verstand sind nicht dasselbe und zweitens sind nicht die Gedanken an sich das Problem, sondern dass nicht erkannt wird, dass sie meist hypothetisch oder retrospektiv und somit irrelevant sind. Wenn man das kapiert hat dann können die Gedanken einen auch nicht mehr manipulieren, dann kommen und gehen sie einfach.

      • Der kleine Hunger
        September 3, 2015 um 7:56 pm

        „“….sondern dass nicht erkannt wird, dass sie meist hypothetisch oder retrospektiv und somit irrelevant sind.Wenn man das kapiert hat dann können die Gedanken einen auch nicht mehr manipulieren, dann kommen und gehen sie einfach.““

        Mehr ist dazu nicht zu sagen. Dafür 😉 😉 😉

        • Der kleine Hunger
          September 3, 2015 um 8:11 pm

          Aber auch hier gilt „nicht´s neues“ 😉

          Hat schon Carlos Castaneda ein wenig ausgeführt (und vor ihm auch anderes 😉 )

          Aber Achtung:

          Ich mache keine Werbung für Castaneda weil auch hier die sog. Esoterikszene auf seine Ausführungen zurückgreift und sie in soweit verfälscht wieder gibt.
          Diese ganze New Age Szene etc. ist lediglich darauf erpicht derartige Verzerrungen zu produzieren.

          Dennoch empfehle ich eines seiner Bücher, weil es sich angenehm liest.

          Klicke, um auf castaneda_eine_andere_wirklichkeit.pdf zuzugreifen

      • September 4, 2015 um 8:34 am

        @ luna

        Wäre schön, wenn’s so einfach wäre. Im Prinzip stimme ich zu, dass Gedanken hypothetische Gebilde sind. Meiner Beobachtung nach sind Gedanken in aller Regel fiktive Begründungen fürs eigene Wollen. Diese erfundenen Begründungen haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun.

        Viele Menschen benutzen solche Begründungen, wenn sie nicht den Mumm haben, ihren Willen und ihre Befindlichkeit direkt zum Ausdruck zu bringen resp. wenn sie anderen ihren eigenen Willen aufdrücken wollen, was oft auch mit dem mangelnden Mumm, einfach sie selbst zu sein, zu tun hat. Ich meine damit nicht Dich, sondern es sind Beobachtungen, die ich über einen langen Zeitraum gemacht habe.

        Anstatt bspw. zu sagen „Ich will Fleisch essen“, sagen viele Menschen: „Fleisch ist gesund“, „Der Mensch war schon immer Fleischesser“, „Kein Fleisch ist Mangelernährung“ etc. Der Vegetarier sagt umgekehrt nicht „Ich will kein Fleisch essen“, sondern: „Fleischessen macht krank“, „Wer Fleisch isst, unterstützt die Massentierhaltung und das ist böse“, „Fleisch ist schuld, dass es noch Menschen gibt, die hungern“ etc.

        Würde der eine nur sagen: „Ich will Fleisch essen“ und der Andere „Ich will kein Fleisch essen“, könnten beide sagen: „okay, das ist halt so“ und er eine isst sein Schnitzel und der Andere sein Karottengemüse.

        Aber leider sind viele Menschen nicht so gepolt, sondern dazu erzogen, dass sie a) moralisch handeln und b) sich ins Dasein von anderen einmischen müssen. Da a) verbietet, sich mit direkter Gewalt ins Leben von anderen einzumischen, braucht es notwendig Gedanken, um die anderen zu manipulieren. So hauen die Fleischesser und die Vegetarier sich dann fiktive Stories um den Kopf.

        Das Gedanken produzierende Gehirn ist willfährig. Es produziert zu jedwedem Wollen die entsprechenden hypothetischen Begründungen, die vordergründig auch noch logisch und einleuchtend klingen.

        Der eigene Willen ist bei den meisten nicht auf sich selbst begrenzt, sondern erstreckt sich auf die Mitmenschen.
        Manche Leute wollen, dass Andere dasselbe wie sie glauben. Manche, dass Andere etwas für sie tun. Und nicht wenige wollen einfach auf Kosten von Anderen leben. Außerdem gibt’s noch die Mütter Teresen, die nur dadurch existieren, indem sie sich für andere aufopfern. Für diese Spielchen braucht’s eben Andere als Mitspieler. Und die kriegt man nur über Gedanken(fallen).

        Die Crux ist, dass es im Lebenswillen selbst verankert ist, sich auszubreiten und fortzupflanzen. Tiere und Pflanzen tun das über Vermehrung in ihre Umwelt hinein. Der Mensch pflanzt sich jedoch nicht nur in dieser Weise fort, sondern eben auch mittels seiner Gedanken und den daraus entstehenden technischen Erfindungen, Konsumprodukten, Glaubenslehren, Gesetzen, Texten, Bildern, usw.

        Religionen bestehen häufig darin, dass eine Priesterschaft versucht, den Lebenswillen der Anderen zu brechen und sie zu Gläubigen zu machen.

        Weil immer ein Wille dahintersteckt, nehmen Gedanken in unserer Umwelt deshalb eben doch Form an. Ein schönes Beispiel sind Windkraftanlagen, die dem hypothetischen Gedanken, dass eine Energiewende notwendig ist, weil CO2 das Klima schädigt, entsprungen sind. Die Windräder sind Realität, auch wenn der Gedanke, der zu den Windrädern führt, bloß hypothetisch ist. Die Esoteriker haben den hypothetischen Gedanken verbreitet, dass jeder mit jedem verbunden ist, dieser hypothetische Gedanke hat mit dem Internet eine konkrete Form angenommen, auch wenn die Esoteriker sich die „Verbindung“ wohl anders vorstellen.

        Das mit dem „Gedanken kommen und gehen“, ohne dass sie noch einen Einfluss haben, funktioniert nur, wenn der Wille erloschen ist. Ich bin mir noch nicht im Klaren darüber, was hier eigentlich tatsächlich passiert.

        Wenn der Wille erloschen ist, kann man wohl alles so nehmen, wie es eben ist. Was auch geschieht, es berührt einen nicht mehr sonderlich. Das ist dann die vielgerühmte „Gelassenheit“, die von vielen eine erwünschte Eigenschaft ist.

        Gleichzeitig frage ich mich aber, ob das Erlöschen des eigenen Willens nicht dazu führt, dass Andere (wie bspw. Esoteriker, die eben dies als Lehre verbreiten) ihren Willen umso mehr in der Welt verbreiten können. Die Frage ist also, will ich mich soweit zurücknehmen, dass ich das Spielfeld vollständig Anderen überlasse. Ob ich, indem ich meinen Willen aufgebe, eben nicht den Machenschaften von Anderen zum Opfer gefallen bin. Wie gesagt, für diese Frage habe ich keine Lösung, sondern denke (!! 🙂 ) noch drüber nach.

        • luna
          September 4, 2015 um 2:45 pm

          @ fingerphilosoph

          „“Wäre schön, wenn’s so einfach wäre.““

          Es ist so einfach. 🙂

          „“Meiner Beobachtung nach sind Gedanken in aller Regel fiktive Begründungen fürs eigene Wollen.““

          Dem kann ich mich nicht anschließen, möglicherweise will ich einfach nicht so viel bzw. ich tue ohnehin, was ich will, ohne dafür eine Begründung zu benötigen. Es kommt höchstens mal vor, dass ich was tun müsste, wozu ich gerade keine Lust habe, dann versuchen sich fadenscheinige Ausreden einzuschleichen, aber das merke ich in der Regel sofort.

          Und Fleisch esse ich, weil es mir schmeckt. Es gibt keinen anderen Grund.

          „“Die Crux ist, dass es im Lebenswillen selbst verankert ist, sich auszubreiten und fortzupflanzen.““

          Also ich weiß nicht. Ich hatte nie den Willen mich fortzupflanzen (also jetzt im klassischen Sinne) und ob man das jetzt auf Gedanken bzw. Erfindungen, Produkte, Kunst, Lehren etc. übertragen kann… Mir erscheint das ein wenig zu abstrakt und zu pauschal.

          „“Weil immer ein Wille dahintersteckt, nehmen Gedanken in unserer Umwelt deshalb eben doch Form an.““

          Ja, ab und zu setzen sich Gedanken mal in Form um. Meiner Erfahrung nach aber eher selten, und das ist vermutlich ganz gut so, ich möchte mir die Welt nicht vorstellen, wenn sämtliche Gedanken von sämtlichen Menschen unentwegt Form annehmen würden…

          „“auch wenn die Esoteriker sich die “Verbindung” wohl anders vorstellen““

          LOL ja, die haben sie sich bestimmt anders vorgestellt, ob da jetzt wirklich ein Zusammenhang zwischen einer missverstandenen Lehre und der Existenz des Internets besteht, lasse ich mal dahingestellt.

          „“Das mit dem “Gedanken kommen und gehen”, ohne dass sie noch einen Einfluss haben, funktioniert nur, wenn der Wille erloschen ist.““

          „“Wenn der Wille erloschen ist, kann man wohl alles so nehmen, wie es eben ist. Was auch geschieht, es berührt einen nicht mehr sonderlich. Das ist dann die vielgerühmte “Gelassenheit”, die von vielen eine erwünschte Eigenschaft ist.““

          Nein, das kann ich so nicht stehen lassen. Der Wille erlischt nicht, er hat nur keine so große Bedeutung mehr, soll heißen, es ist nicht tragisch, wenn er nicht erfüllt wird bzw. wenn man ihn nicht durchsetzen kann.

          Und zu Deinem letzten Absatz: All diese Fragen stellen sich überhaupt nicht mehr. Mir zumindest nicht.

          • September 4, 2015 um 5:49 pm

            An dem Punkt, dass sich all diese Fragen (aus dem letzten Absatz) nicht mehr stellen, war ich auch mal. Damals habe ich noch den Standpunkt vertreten, dass es sowas wie Einheit gibt und das mit den „Gedanken kommen und gehen“ war eingebettet in eine Zen-Schulung.

            Dann ist diese Vorstellung von der dahinterstehenden Einheit zusammengebrochen, und jetzt habe ich keine Vorstellung mehr davon, was die Welt im Innersten zusammenhält. Dadurch habe ich meinen Willen sozusagen neu entdeckt. So im Sinne: wenn ich eigentlich nichts weiß, ist mein Wille das Einzige, woran ich mich halten kann. Denn warum sollte ich mich an den Wille von jemand anders oder von einer Gemeinschaft halten, die in Form von angeblichem Wissen ja nur ihren eigenen Willen durchsetzen wollen?

            Diese Vorstellung einer dahinterstehenden Einheit hat zumindest bei mir zu einem geschlossenen Weltbild geführt, mit der Schlussfolgerung, dass man diese begrenzte Welt mit den anderen teilen muss. Das wiederum war bei mir mit einer erheblichen Rücknahme des eigenen Willens verbunden. Man kann natürlich drüber diskutieren, wieso das jetzt so war, aber es war halt eben so. Vielleicht hast Du ja einen anderen Erfahrungshintergrund.

            Aufgrund meiner Erfahrung gehe ich jetzt davon aus, dass dieses Gerede von der Einheit, in der wir alle kooperieren und kommunizieren sollen, nur dazu dient, dass diejenigen, die dumm genug sind, um darauf hereinzufallen
            (wie ich 🙂 ),
            ihre eigenen Willen zugunsten des Willens von eben solchen raffinierten Schwätzern zurücknehmen.

            Was ist „Wissen“ (ob nun um die angebliche Einheit, Quanteneffekte, Klimawandel, Ressourcenknappheit, angebliche Verschwörer-Eliten, die Vorteile vegetarischer Ernährung oder was auch immer) anderes als Gedanken? Jede Erfindung kommt doch nur zustande, weil sich der Erfinder eine Menge Gedanken macht, und die Gedanken eben nicht „kommen und gehen“, sondern festgehalten werden.
            Nagut, der Benzol-Ring wurde geträumt.

            Was sollen Erfindungen wie Strom, Laser, Schiffe, Raketenantriebe, Fernsehgeräte, Internet denn anderes sein als das Ergebnis von Gedanken? Was sollen Gesetze und Vorschriften denn anderes sein als Gedanken? Wenn jetzt nach der Geschichte mit dem Thalys Zugkontrollen eingeführt werden, was ist das anderes, als dass Politiker über dieses versuchte Attentat nachgedacht haben. Was ist daran abstrakt oder pauschal?

            Insofern verändern Gedanken anderer fortwährend Deine Lebenswelt. Wenn jemand, der die entsprechende Position (also Macht) hat, auf den Gedanken kommt, Dir ein Windrad vors Fenster zu bauen oder von Dir eine EU-Abgabe zu verlangen oder Hartz IV, falls Du das beziehst, um die Hälfte zu kürzen oder Deine Krankenkassenbeiträge danach zu berechnen, ob Du rauchst oder Dich vegetarisch ernährst,dann haben diese Gedanken ganz konkrete Auswirkungen auf Dich. Wenn Zugkontrollen eingeführt werden, bin ich es, der warten und den Koffer aufmachen muss.
            Wenn tausend Leute denken, dass sie jetzt in Berlin lieber mit dem Rad als mit der Strampe fahren, spürst Du die Folgen davon.

            Wie gehst Du damit um, wenn solche Gedanken Anderer Deine Lebensbedingungen verschlechtern? Sagst Du dann: okay, das ist halt jetzt so? Machst Du eins auf „schweigendes Lamm“, weil Du denkst, dass Du sowieso nichts dran ändern kannst?

          • luna
            September 4, 2015 um 11:32 pm

            @ fingerphilosoph

            Ich würde wirklich gerne antworten, aber ich weiß nicht so recht, wo ich ansetzen soll, weil sich unser „Erfahrungshintergrund“ anscheinend stark unterscheidet.

            Deshalb erst mal nur dazu:

            „“Aufgrund meiner Erfahrung gehe ich jetzt davon aus, dass dieses Gerede von der Einheit, in der wir alle kooperieren und kommunizieren sollen, nur dazu dient, dass diejenigen, die dumm genug sind, um darauf hereinzufallen
            (wie ich 🙂 ),
            ihre eigenen Willen zugunsten des Willens von eben solchen raffinierten Schwätzern zurücknehmen.““

            Das mit der Einheit ist ja nicht direkt falsch, aber – und das wiederhole ich gerne nochmal – es stimmt nur auf der absoluten Ebene, auf der relativen Ebene ist es Blödsinn, deshalb funktioniert diese 1:1 Übertragung von „Alles ist Eins“ zu „Wir sind alle gleich/ eine Gemeinschaft/ Brüder und Schwestern etc.“ natürlich überhaupt nicht. Ob diese Idee jetzt einfach nur auf falschem Verständnis beruht, oder ob sie instrumentalisiert wurde, kann ich nicht wirklich beurteilen.

            „“Jede Erfindung kommt doch nur zustande, weil sich der Erfinder eine Menge Gedanken macht, und die Gedanken eben nicht “kommen und gehen”, sondern festgehalten werden.““

            Jetzt reite doch nicht darauf herum 😉 , ich sagte, die Gedanken sind „meist“ irrelevant und deshalb am besten zum Kommen und Gehen angetan, sicherlich ist zwischendrin auch mal was Sinnvolles dabei, das man festhalten kann, aber das sind erstens die Wenigsten und zweitens muss man das erst mal unterscheiden können.

            „“Was ist daran abstrakt oder pauschal?““

            Pauschal fand ich die Annahme, jeder würde sich fortpflanzen wollen und abstrakt die Idee, dass man das durch Gedanken (und was daraus entsteht) tun würde.

            Zum Rest vielleicht morgen noch was, falls ich eine Idee habe, wie ich es so erklären kann, dass es nicht falsch rüberkommt.

          • September 5, 2015 um 8:30 am

            Dass die absolute Ebene mit „Einheit“ identifiziert wird, ist meiner Erfahrung nach bloß ein Gedanke. Dass es eine absolute Ebene gibt, dito. Diese beiden Gedanken sind meiner Erfahrung nichts anderes als die Verbalisierung eines Gefühls. Das Einheitsgefühl selber stelle ich nicht in Frage, aber ich halte es für möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, dass dieses Gefühl mich deshalb prägt, weil ich mit mir selber eins bin, nicht, weil ich mit dem Kosmos eins bin.

            Mein Grunderleben ist, dass ich mich aufgrund dieses Einheitsgefühls mit dem Kosmos durchaus eins fühlen kann. Es gibt Momente/Tage, da erscheint mir die Welt wie eine wunderbar inszenierte Choreografie, in der alles in vollkommener Harmonie aufeinander abgestimmt ist. Und dann gibt es andere Momente/Tage, wo es mir so vorkommt, als wäre die Welt ein Ort, wo es eben grundsätzlich verschiedene Bewegungen gibt, die nicht aufeinanderabgestimmt sind.

            Ich treffe keine Entscheidung mehr, welche Weltsicht oder Welterfahrung nun richtig oder falsch, absolut oder relativ ist, weil ich diese Entscheidung nicht treffen nicht. Ich weiß es schlicht nicht. Das Aha-Erlebnis für mich war, dass dies auch in keiner Weise wichtig ist. Ob es nun eine absolute und relative Ebene gibt oder nicht, ändert nichts an meiner Lebensweise und nichts an meinem Grundgefühl.

            Ich nehme die Welt als Vexierbild, die beides ist. Kennst Du das berühmte Vexierbild, in dem man einmal das Gesicht einer alten Frau und einmal ein junges Mädchen mit Hütchen erkennen kann, aber nie beide zugleich? Wer davon ist absolut und wer relativ: die alte Frau oder das junge Mädchen?

            Die Unterscheidung „absolut“ und „relativ“ ist damit für mich hinfällig geworden. Eigentlich beinhaltet diese Unterscheidung ja bloß eine Wertung, das Eine über das Andere zu setzen.
            Diese Wertung treffe ich nicht mehr.

            Ich halte mich oft in der Natur auf, und was ich beobachte, ist ebenfalls ein Vexierbild. Man kann das Geschehen in der Natur ebenso als Konkurrenz wie als Kooperation beschreiben. Es stimmt beides. Die Wahl, ob ich die Konkurrenz oder die Kooperation sehen will, findet im Blick statt.

            Wenn man nur eine Seite sehen will, also nur die Einheit und die Kooperation resp. nur verschiedene Kräfte und Konkurrenz oder wenn man das Eine als Absolutes und das Andere als Relatives bewertet, dann ist das in meinen Augen schon eine Instrumentalisierung, mit der irgendwas erreicht werden soll.

            Was die Gedanken angeht, hat mir mal jemand gesagt, dass 90% davon ständig dieselben sind, die sich fortwährend im Kreis drehen, und da ist schon was dran 🙂

          • September 5, 2015 um 9:49 am

            PS:
            Es ist pauschal oder sogar eine Unterstellung, wenn ich gesagt habe, dass JEDER sich fortpflanzen will. Okay, da korrigiere ich mich.

            Dawkins hat’s von den „egoistischen Genen“, die sich fortpflanzen wollen, anolog wurde hier im Blog auch schon häufiger von „sich fortpflanzenden Memen“ gesprochen.

            Für mich sind Gene und Meme Abstraktionen, denen seltsamerweise ein eigener Wille zugeordnet wird, die dann den Menschen bloß aus Ausführende erscheinen lassen.

            Stattdessen kann gerade so gut sagen, dass es eben Menschen gibt, die Kinder in die Welt setzen wollen, wie es Menschen gibt, die statt Kinder lieber Bücher, Musik, technische Geräte, ihre Lehren und Weltsichten in die Welt setzen, in der Hoffnung, dass andere dadurch beeinflusst werden, d.h. dass dadurch andere Ideen, die wieder andere Ideen hervorbringen, generiert werden. Stünde die Hoffnung, sich nicht auf diese memhafte Weise zu verbreiten, nicht im Raum, würde es ja genügen, bloß ein privates Tagebuch zu führen.

            Aber das trifft freilich nicht für ALLE Menschen zu, sondern eben nur für einen gewissen Prozentsatz.

          • luna
            September 5, 2015 um 4:16 pm

            @ fingerphilosoph

            „“Das Einheitsgefühl selber stelle ich nicht in Frage, aber ich halte es für möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, dass dieses Gefühl mich deshalb prägt, weil ich mit mir selber eins bin, nicht, weil ich mit dem Kosmos eins bin.““

            Lustig, ich stelle gerade das Einheitsgefühl in Frage, denn wir sind hier in der Dualität, da wird dieses „Einheitsgefühl“ im Allgemeinen nur als eine Art vorübergehender „Erleuchtungszustand“ erfahren.

            „“Ich nehme die Welt als Vexierbild, die beides ist. Kennst Du das berühmte Vexierbild, in dem man einmal das Gesicht einer alten Frau und einmal ein junges Mädchen mit Hütchen erkennen kann, aber nie beide zugleich? Wer davon ist absolut und wer relativ: die alte Frau oder das junge Mädchen?““

            Ich sag’s mal so: In diesem Beispiel würden die alte Frau und das junge Mädchen die Dualität auf der relativen Ebene darstellen und das Vexierbild als Ganzes die absolute Ebene auf der beides als Potential vorhanden ist.

            „“Die Unterscheidung “absolut” und “relativ” ist damit für mich hinfällig geworden. Eigentlich beinhaltet diese Unterscheidung ja bloß eine Wertung, das Eine über das Andere zu setzen.““

            WAS? Das beinhaltet doch keine Wertung, ganz und gar nicht, es ist ja ein und dasselbe, nur aus einer anderen Perspektive betrachtet.

            „“Man kann das Geschehen in der Natur ebenso als Konkurrenz wie als Kooperation beschreiben. Es stimmt beides.““

            Natürlich stimmt beides. Wie gesagt: Dualität.

            „“Wenn man nur eine Seite sehen will, also nur die Einheit und die Kooperation resp. nur verschiedene Kräfte und Konkurrenz oder wenn man das Eine als Absolutes und das Andere als Relatives bewertet, dann ist das in meinen Augen schon eine Instrumentalisierung, mit der irgendwas erreicht werden soll.““

            Die Einheit (absolute Ebene) ist aber nicht nur die eine Seite, sie beinhaltet beide und muss auch als beide Seiten (relative Ebene/Dualität) in Erscheinung treten, denn ohne Kontrast ist nichts sichtbar. Wie gesagt, mit Bewertung hat das nichts zu tun.

            „“Was die Gedanken angeht, hat mir mal jemand gesagt, dass 90% davon ständig dieselben sind, die sich fortwährend im Kreis drehen, und da ist schon was dran““

            Ja, das denke ich auch, dass da was dran ist. Nur kann man von diesem Karussell ja abspringen und zuschauen.

            Zu P.S.
            Ok, danke für die Erklärung, jetzt habe ich verstanden, wie Du das gemeint hast.

          • luna
            September 5, 2015 um 6:32 pm

            P.S.

            „“Wie gehst Du damit um, wenn solche Gedanken Anderer Deine Lebensbedingungen verschlechtern? Sagst Du dann: okay, das ist halt jetzt so? Machst Du eins auf “schweigendes Lamm”, weil Du denkst, dass Du sowieso nichts dran ändern kannst?““

            Dazu wollte ich noch was sagen, eigentlich reicht die „Short Message“ von Ramesh Balsekar:

            „You want a short message? The short message is : Live your life. Witnessing whatever happens, without blaming and condemning anybody. Not yourself, not the others. Okay?“

            Aber um rüberzubringen, wie das genau gemeint ist, muss man vielleicht doch etwas ausholen, da müsste ich jetzt zu viel schreiben, deshalb stelle ich mal wieder ein Video von Werner Ablass rein, in den ersten 35 Min. erkärt er das ausführlich.

            Im Grunde geht es darum, sich bewusst zu sein, dass niemand etwas denkt oder tut, sondern dass die Dinge einfach passieren und zwar so wie sie passieren sollen. Was nicht bedeutet, dass man damit immer einverstanden sein muss, aber die Schuldzuweisungen und Selbstvorwürfe fallen weg.

          • September 6, 2015 um 6:37 am

            „Die alte und die junge Frau stellen die Dualität auf der relativen Ebene, und das Vexierbild als Ganzes die absolute Ebene, auf der beides als Potential vorhanden ist, dar.“

            Die Folge dieser Denkweise ist ein geschlossenes und damit begrenztes Weltbild in der logischen Formel A + Nicht-A = Alles.
            Unendlichkeit ergibt sich nur dadurch, dass Du statt A auch B, C, D und wenn die Buchstaben durch sind, auch Zahlen (-1) + (+1) = 0 (= Alles, oder die „Weiße Leinwand“) sagen kannst.

            Diese so gedachte Unendlichkeit ist aber nur scheinbar und führt tatsächlich zu einer immer größer und umfassender werdenden Fragmentierung dessen, was ist. Aus der Teilung des Ganzen entstehen Zwei. Eines von Zwei wiederum zum Ganzen erhoben und erneut geteilt, gibt wieder Zwei, und dies kannst Du unter jedwedem Aspekt immer so weiter durchziehen.

            Das Vexierbild als Ganzes bleibt also immer dasselbe und auf der Suche nach der Unendlichkeit fängt man dann an, in der alten Frau wiederum weitere mögliche Bilder und in der jungen ebenfalls wiederum (andere) mögliche Bilder zu sehen, und dies nur, um den Anschein von Unendlichkeit zu wahren, während das Vexierbild selber in der Form des ALLES ja umfassend ist und damit seine Grenze hat.
            Sobald man das Wort „Alles“ oder „absolute Einheit“ SAGT oder SICH VORSTELLT, hat man eine Begrenzung im Kopf. Oder anders: das Grenzenlose existiert nur noch in Form eines Möbiusbandes oder dergleichen.

            Die Lösung besteht darin, das Ganze (die Einheit, das Absolute) und die Teile (die Vielfalt, das Relative) ebenfalls in Deiner relativen Ebene als Dualität einander gegenüberzustellen. Es zeigt sich, dass „absolut“ und „relativ/dualistisch“ austauschbar sind, und so kommt man in ein offenes Weltbild, das man dann allerdings mit dem bekannten „ich weiß, dass ich nichts weiß“ bezahlt, denn da es keine Grenzen mehr gibt, gibt es auch kein Wort (weder „Absolutes“ noch „Einheit“) und keine Vorstellung (weder Vexierbild noch weiße Leinwand noch die Zahl 0 oder die liegende Acht als Symbol für Unendlichkeit) dafür.

            „Das Einheitsgefühl wird im Allgemeinen nur als Art vorübergehender „Erleuchtungszustand“ erfahren.“

            Dasselbe kannst Du auch vom Dualitätserleben sagen. Auch dieses ist nur vorübergehend, und dieses Erleben als „nicht-erleuchtet“ zu klassifizieren, ist eben gerade die Bewertung, von der ich gesprochen habe, da „Erleuchtung“ ja was ist, von dem die meisten Menschen glauben, dass es sie über die anderen hebt oder dass sie bewusstseinsmäßig weiter entwickelt sind, wenn sie eine solche erreichen.

            Es gibt die Geschichte von Dschuang Tsi, der nicht weiß, ob er als Dschuang Tsi träumt, er wäre ein Schmetterling, oder ob der Schmettling träumt, er wäre Dschuang Tsi.

            In einer solchen Erfahrung gründet mein prinzipielles Nicht-Wissen.

            „Im Grunde geht es darum, sich bewusst zu sein, dass niemand etwas denkt oder tut, sondern dass die Dinge einfach passieren …“

            Das ist aber gelogen, denn von mir selber weiß ich ja, dass ich denke und Beschlüsse fasse. Und ja, bevor ein Gedanke in meinem Gehirn ankommt, gibt es ein Generator- und ein Aktionspotential, das diesen Gedanken erzeugt, sodass er bereits vorhanden ist, bevor er in meinem Hirn als Gedanke ankommt. Entscheidend ist dann aber, was ich tue, wenn der Gedanke in meinem Gehirn angekommen ist, wenn ich also nochmals über den Gedanken nachdenke.

            Die Freiheit, die ich habe, liegt in dieser Selbstreflexivität. Deshalb fühle ich mich nicht als von irgendwem oder irgendwas gesteuerte Maschine. So weit ist es mit mir noch nicht gekommen, obwohl ich in vielerlei Hinsicht die „Vermaschinisierung“ des Menschen beobachte.

            „… was nicht heißt, dass man mit allem einverstanden ist, aber die Schuldzuweisungen und Selbstvorwürfe fallen weg“.

            Ein Schuldgefühl entsteht meiner Erfahrung nach nur, wenn man nicht zu dem steht und nicht die Verantwortung übernimmt für das, was man tut. Wenn ich zu einem gemachten Fehler stehe und mich damit auseinandersetze, habe ich kein Schuldgefühl. Und Selbstvorwürfe fallen weg, weil alles, was passiert ist, bereits passiert ist. Wenn ich einen Fehler mache, kann ich versuchen, ihn wieder gutzumachen mit den Möglichkeiten, die ich in der Gegenwart habe. Schuldgefühle und Selbstvorwürfe entstehen meiner Ansicht nach aus einer mangelnden Auseinandersetzung mit sich selbst, aber nicht, weil der Mensch ein determiniertes Wesen ist, das auf seine Handlungen gar keinen Einfluss hat.

            Den Menschen als determiniertes Wesen zu definieren, ist meiner Ansicht nach Teil in diesem Prozess zunehmender Vermaschinisierung. Denn worin unterscheidet sich ein determiniertes Wesen von einer Maschine? Etwa Gefühle? Kann man auch programmieren, wenn sie determiniert sind.

          • luna
            September 6, 2015 um 3:03 pm

            @ fingerphilosoph

            „“Die Folge dieser Denkweise ist ein geschlossenes und damit begrenztes Weltbild““

            Ist das so? Ich denke, dass ist eher Deine persönliche Interpretation. Ich empfinde es nicht als begrenzt.

            „“Diese so gedachte Unendlichkeit ist aber nur scheinbar und führt tatsächlich zu einer immer größer und umfassender werdenden Fragmentierung dessen, was ist.““

            Fragmentierung? Wieso? Es teilt sich doch gar nichts.

            „“Sobald man das Wort “Alles” oder “absolute Einheit” SAGT oder SICH VORSTELLT, hat man eine Begrenzung im Kopf.““

            Dann stell’s Dir halt nicht vor.
            Man muss schließlich irgendwelche Worte benutzen, wenn man darüber spricht, auch wenn es eigentlich keine gibt.

            „“Die Lösung besteht darin, das Ganze (die Einheit, das Absolute) und die Teile (die Vielfalt, das Relative) ebenfalls in Deiner relativen Ebene als Dualität einander gegenüberzustellen.““

            Sorry, aber ich kann weder den Gedankengang nachvollziehen, noch, wieso diese „Lösung“ zu einem offenen Weltbild führt.

            „“Es zeigt sich, dass “absolut” und “relativ/dualistisch” austauschbar sind““

            Nein, das sind sie eben nicht, durch diese vermeintliche „Austauschbarkeit“ kommt ja so ein Quatsch, wie z.B. dieses „Wir sind alle eins“ zustande.

            „“Dasselbe kannst Du auch vom Dualitätserleben sagen. Auch dieses ist nur vorübergehend““

            Stimmt, wenn man tot ist, dann ist es vorüber 😉 Naja, eigentlich ja auch, wenn man schläft.

            „“und dieses Erleben als “nicht-erleuchtet” zu klassifizieren, ist eben gerade die Bewertung, von der ich gesprochen habe, da “Erleuchtung” ja was ist, von dem die meisten Menschen glauben, dass es sie über die anderen hebt““

            Mag sein, dass die meisten Menschen das glauben, aus meiner Sicht gibt es keine Erleuchtung.

            „“Das ist aber gelogen, denn von mir selber weiß ich ja, dass ich denke und Beschlüsse fasse.““

            Das ist gelogen?

            LOL ok, ich sehe, Du kannst mit dem Thema nichts anfangen, deshalb werde ich nicht weiter darauf eingehen.

            Wie Schuldgefühle entstehen weiß ich nicht, ich hab‘ ja keine, nie gehabt, es ging mir auch mehr um Schuldzuweisungen.

            „“Den Menschen als determiniertes Wesen zu definieren, ist meiner Ansicht nach Teil in diesem Prozess zunehmender Vermaschinisierung.““

            Abgesehen davon, dass Du hier zwei Dinge vermischst, die m.E. nichts miteinander zu tun haben, kann ich nachvollziehen, dass die Vorstellung von Determiniertheit den meisten Menschen missfällt, da damit die Vorstellung von Kontrollverlust einhergeht. In Wahrheit ist es aber so, dass gerade der Verlust des freien Willens dazu führt, dass man tun kann, was man will. Das ist zwar paradox, aber es ist so.

          • Der kleine Hunger
            September 6, 2015 um 3:29 pm

            „“In Wahrheit ist es aber so, dass gerade der Verlust des freien Willens dazu führt, dass man tun kann, was man will. Das ist zwar paradox, aber es ist so.““

            Ich geh mal davon aus, Du weißt von was Du schreibst 😉

            Deshalb

          • luna
            September 6, 2015 um 3:49 pm

            @ Kleiner Hunger

            Klar weiß ich das 😉

            Hab‘ ja noch nie zu den Leuten gehört, die nur angelesene Theorien nachplappern.

          • Der kleine Hunger
            September 6, 2015 um 4:25 pm

            und macht´s Spaß *lach

          • September 6, 2015 um 4:57 pm

            „Durch diese vermeintliche Austauschbarkeit kommt ja so ein Quatsch wie dieses „Wir sind alle eins“ zustande.

            Einspruch, euer Ehren 🙂
            Der Quatsch kommt nicht nur die Austauschbarkeit von Relativ und Absolut zustande, sondern weil von einem gleichwertigen Gegensatzpaar die eine Hälfte verabsolutiert (Einheit/Absolut) wird und die andere nicht (Vielheit/Relativ). Das Relative muss im Absoluten aufgehoben sein resp. das Absolute muss im Relativen durchscheinen, denn sonst wäre es ja nicht absolut, sondern würde durch das Relative begrenzt, und genau dadurch kommt die Verwechslung zustande.

            Immerhin bin ich einig mit Dir, dass es sich bei „Wir sind alle eins“ um Quatsch handelt 🙂 , wenn ich das auch anders herleite.

            In Wirklichkeit existieren gar keine Gegensatzpaare: es gibt weder absolut noch relativ, weder Einheit noch Vielheit. Das heißt aber gerade nicht, dass man die Wirklichkeit nur mit einer Hälfte des Gegensatzpaares identizifiert, nämlich mit Einheit.
            Wenn man das tut, kommt man meiner Ansicht nach zwangsläufig zum Postulat eines „höheren Selbst“ oder „Erleuchtung“. Das „höhere Selbst“ ist das im Relativen durchscheinende Absolute.
            Das „höhere Selbst“ und die „Erleuchtung“ gehören deshalb meiner Ansicht nach ebenfalls in die Quatsch-Kategorie.

            „In Wahrheit ist es so, dass gerade der Verlust des freien Willens dazu führt, dass man tun kann, was man will.“

            Das ist m.E. eine komplizierte und überflüssige Denkfigur. Wenn man beide Hälften eines Gegensatzpaares als gleichwertig zulässt, kommt man auch dahin, dass man tun kann, was man will, ohne dass deswegen Determiniertheit notwendig ist.

            Wenn das Puddingessen exakt ebensogut ist wie das Nicht-Puddingessen, habe ich die freie Wahl. So begründe ich, dass ich tun kann, was ich will. Wenn ich nicht töten will, wird das zu meiner Entscheidung, und nicht zur Entscheidung, die die Gemeinschaft oder ein Anderer an meiner Stelle für mich trifft. Hier kommt bei mir aber sehr wohl der Begriff „Verantwortung“ ins Spiel. Ich kann und will mich da nicht hinter irgendeiner mir unverständlichen Determiniertheit verstecken.

            Kommt hinzu, dass bei der Gleichwertigkeit der Gegensatzpaare ich eben Ich bin und der Andere der Andere. Der Andere muss mir erzählen, wer er ist, weil er eben Nicht-Ich ist. Was Nicht-Ich ist, kann ich ja nicht aus mir selbst heraus wissen. Das heißt aber nicht, dass ich den Anderen deswegen bekämpfen muss. Ich kann mich auch für den (vielleicht vergeblichen) Versuch entscheiden, etwas vom Anderen über den Diskurs zu erfahren.
            Vielleicht entdecken wir im Austausch ja auch Gemeinsamkeiten, das ist dann offen.
            Aber auf jeden Fall kann ich aus mir selbst heraus keine Aussagen über den Anderen machen, wenn ich diese nicht im Kontakt mit dem Anderen verifiziert habe.

          • September 6, 2015 um 4:59 pm

            Korrektur:
            Der Quatsch kommt nicht durch die Austauschbarkeit …

          • luna
            September 6, 2015 um 6:40 pm

            @ fingerphilosoph

            „“sondern weil von einem gleichwertigen Gegensatzpaar die eine Hälfte verabsolutiert (Einheit/Absolut) wird und die andere nicht (Vielheit/Relativ)““

            Ich verstehe einfach nicht, wie Du zu der Sichtweise kommst, dass absolut und relativ ein Gegensatzpaar darstellen, es ist dasselbe, nur aus sind verschiedenen Perspektiven.

            „“denn sonst wäre es ja nicht absolut, sondern würde durch das Relative begrenzt““

            Das ist es ja auch. Sobald das Absolute auf der relativen Ebene in Erscheinung tritt ist es begrenzt, etwas Unbegrenztes wäre gar nicht wahrnehmbar.

            „“Das “höhere Selbst” und die “Erleuchtung” gehören deshalb meiner Ansicht nach ebenfalls in die Quatsch-Kategorie.““

            Ok, wenigstens sind wir uns hier einig 🙂

            „““In Wahrheit ist es so, dass gerade der Verlust des freien Willens dazu führt, dass man tun kann, was man will.”

            Das ist m.E. eine komplizierte und überflüssige Denkfigur.““

            Das ist keine komplizierte Denkfigur, das ist ganz simples Erleben.

            Aber zu dem Thema möchte ich mich eigentlich nicht weiter äußern, Du willst Deinen freien Willen behalten, das ist ja auch ok, aber eine weitere Diskussion bringt in diesem Fall nichts und es liegt mir fern, Dich von etwas überzeugen zu wollen, was Du vollkommen anders siehst.

            Nur kurz zur Verantwortung: erstens bleibt die auf der relativen Ebene ja bestehen, nur weil es determiniert ist, bedeutet das ja nicht, dass man nicht zur Verantwortung gezogen wird, wenn man Mist gebaut hat und zweitens wird man ja nicht plötzlich kriminell oder assozial, nur weil einem bewusst ist, dass man im Grunde für nichts verantwortlich ist.
            Naja, außer es ist determiniert 😉

          • September 7, 2015 um 7:38 am

            Ich übertrage das, was Du sagst, nochmal aufs Vexierbild:

            Unterschiedliche Perspektiven bewirken, dass man in dem Vexierbild einmal eine alte Frau und einmal ein junges Mädchen sieht. Wenn Du „absolut“ und „relativ“ als unterschiedliche Perspektiven klassifizierst, dann wäre die alte Frau „absolut“ und das junge Mädchen „relativ“.
            Das ist aber willkürlich festgelegt, denn genausogut kann man behaupten, die alte Frau wäre „relativ“ und das junge Mädchen „absolut“.

            Und siehst Du, genau das meine ich: Sobald man „absolut“ und „relativ“ als bloße Perspektiven erkennt, sind sie austauschbar gegeneinander, auch wenn sie nicht zusammen auftreten können.

            Das Vexierbild als Ganzes ist jedoch nicht die Summe der Perspektiven. Das Ganze ist kein sowohl alte Frau wie junges Mädchen, sondern was prinzipiell Anderes. Perspektiven gehören in den Bereich der Interpretation, das Ganze in den Bereich der reinen Sinneserfahrung. „Absolut“ und „relativ“ als Perspektiven gehören damit in den Bereich der Interpretation.

            Ich gehe überdies davon aus, dass meine sinnlichen Wahrnehmungen inklusive meine Gefühle mir nicht das Ganze in Bezug auf den Kosmos vermitteln, sondern nur Ausschnitte davon. Meine sinnlichen Wahrnehmungen inklusive Gefühle plus Interpretation plus Reflexion konstituieren mein Ich-Gefühl.

            Innerhalb dieses Ichs können sich Wahrnehmungen und Gefühle zeitweise vereinheitlichen. Dann bin ich eins mit mir selber. Wenn ich nicht eins mit mir selber bin, versucht mein Hirn, zwischen Wahrnehmungen und Gefühlen zu vermitteln und die Einheit durch Gedanken herzustellen. Gedanken können eine Eigendynamik entwickeln, wenn sie sich gegenseitig katalysieren. Identifiziere ich mich mit den Gedanken, verselbständigt sich dieses Gedankenkarussell und löst sich von den Wahrnehmungen und Gefühlen ab. Identifiziere ich mich nicht mit den Gedanken, bleibe ich für Wahrnehmungen und Gefühle offen.

            In meiner Weltsicht kommt der „Quatsch“ (wie Erleuchtung, höheres Selbst, „wir sind eins“) daher, dass dieses Einheitsgefühl, welches Ausdruck einer Ich-Vereinheitlichung ist, auf den Kosmos projiziert wird.

            Die Erleuchteten mit ihrem höheren Selbst stellen es so dar, als würden ihre sinnlichen Wahrnehmungen plus Gefühle plus Interpretation/Reflexion den ganzen Kosmos, (also auch mich und Dich und den Rest der Welt) umfassen. Sie subsumieren mich, Dich und den Rest der Welt unter ihr ICH und verabsolutieren auf diese Weise ihr ICH.
            Witzigerweise behaupten sie, dass sie ihr ICH losgelassen haben, dabei hat es sich bloß auf universale Größe aufgeblasen, sodass seine Grenzen nicht mehr erkannt werden können.

            In diesem „Ich bin eins mit dem Kosmos“ resp. „wir sind alle eins“ hat meiner Ansicht übrigens jeder Totalitarismus seine Wurzeln.
            Dass dieses „Wir-sind-Eins“-Gerede zur Zeit in erschreckendem Ausmaß zunimmt, deutet darauf hin, dass sich gerade ein neues totalitäres System etabliert.

            Was die Determiniertheit und den Freien Willen angeht, sind das wahrscheinlich auch bloß unterschiedliche Perspektiven auf ein und dasselbe 🙂

            Ich akzeptiere Determiniertheit zumindest dahingehend, dass bspw. eine Minderheit die Entwicklung eines totalitären Systems nicht verhindern kann, wenn die Mehrheit sich unbedingt darin wiederfinden will. Ich nehme schon an, dass wohl jeder Mensch in Zusammenhänge eingebettet ist, die er nicht beliebig verändern kann.

            Der freie Wille besteht auf der Ebene der Interpretation. Es ist ja nicht so, dass die elektrischen Impulse, die im Gehirn ablaufen, identisch sind mit Gedanken. Dieselben Impulse können völlig unterschiedlichen Gedanken oder Wahrnehmungen entsprechen.

            Aus den Wellenmustern, die man im Schlaflabor aufzeichnet, kann man nicht ablesen, was der Schläfer träumt. Was man träumt, kann man bedingt beeinflussen, wenn man das will. Ob und wie man Träume interpretiert, ist dem freien Willen überlassen.
            Interpretationen wirken nicht direkt, aber indirekt mittel- und langfristig auf die elektrischen Impulse zurück und verändern sie.

            Das sind so ein paar meiner Gedanken zu dieser Thematik. In Diskussionen geht es mir übrigens nicht drum, Dich oder Andere zu überzeugen. Ich diskutiere, weil ich mich permanent mit meinen eigenen Überzeugungen auseinandersetze. Meine eigenen Überzeugungen gewinnen in der Diskussion mit Anderen für mich selber deutlichere Kontur. Darin besteht für mich der Wert und der Sinn von Diskussionen.

          • luna
            September 7, 2015 um 3:56 pm

            @ fingerphilosoph

            Ach nein, jetzt hast Du Dir das Wort „Perspektive“ rausgepickt, um Deine Sichtweise zu untermauern, das hab‘ ich fast befürchtet, denn das war nicht das geeignetste Wort, mir will nur einfach kein passenderes einfallen.

            Naja egal, da Du von Deiner Sichtweise ohnehin nicht abzubringen bist, hättest Du das mit jedem anderen Wort vermutlich auch hinbekommen 😉

            „“In meiner Weltsicht kommt der “Quatsch” (wie Erleuchtung, höheres Selbst, “wir sind eins”) daher, dass dieses Einheitsgefühl, welches Ausdruck einer Ich-Vereinheitlichung ist, auf den Kosmos projiziert wird.““

            Ich würde sagen, es ist umgekehrt. Die Einheit des Kosmos wird nach dem Motto „wie oben, so unten“ auf die Individuen projiziert.

            „“Dass dieses “Wir-sind-Eins”-Gerede zur Zeit in erschreckendem Ausmaß zunimmt, deutet darauf hin, dass sich gerade ein neues totalitäres System etabliert.““

            Nix Neues. Es gibt ja die Theorie, dass die ganze New-Age-Bewegung nur dazu dient, die NWO zu installieren, ob da was dran ist, lasse ich mal dahingestellt.

            „“Was die Determiniertheit und den Freien Willen angeht, sind das wahrscheinlich auch bloß unterschiedliche Perspektiven auf ein und dasselbe““

            Nein, wenn das Ego als Illusion durchschaut ist, dann wird erkannt, dass es einfach niemanden gibt, der irgendetwas will. Und wenn es niemanden gibt, der etwas will, dann gibt es auch niemanden, der etwas tut, was bedeutet, die Geschehnisse müssen determiniert sein, weil niemand da ist, der sie beeinflußen kann.

            Mit anderen Worten: Das Ego bildet sich fälschlich ein, etwas bestimmen zu können.

            Ich sehe das so, dass man im Grunde immer nur Impulse bekommt, um das zu tun, was man tun soll, aber gleichzeitig das Gefühl hat, selbst zu entscheiden.

            Zum Abschluß noch ein Zitat:

            „Was nicht geschehen soll, wird niemals geschehen, wie sehr man sich auch darum bemüht. Und was geschehen soll, wird bestimmt geschehen, wie sehr man sich auch anstrengt, es zu verhindern. Das ist gewiss. Weise zu sein bedeutet daher, still zu bleiben.“

            Ramana Maharshi

          • September 7, 2015 um 7:41 pm

            „Das Ego bildet sich fälschlich ein, etwas bestimmen zu können.
            Ich sehe das so, dass man im Grunde immer nur Impulse bekommt, um das zu tun, was man tun soll, aber gleichzeitig das Gefühl hat, selbst zu entscheiden.“

            Ja, das ist auch zunehmend mein Eindruck, dass unser Ego= vergänglicher Geist zu rechtfertigen versucht, was seine Seele oder was immer der Impulsgeber ist, auf den Weg gebracht hat …

          • September 7, 2015 um 5:55 pm

            Dass man das Ego für eine Illusion hält, liegt daran, dass an der falschen Stelle gesucht wird.
            Es wird im Innenraum gesucht, dabei ist es im Außenraum verankert.

            Das Ich wird im Innenraum gesucht, indem man bspw. so vorgeht: Bin ich meine Gedanken? Nein, ich bin nicht meine Gedanken. Bin ich meine Gefühle? Nein, ich bin nicht meine Gefühle. Bin ich mein Wille. Nein, es gibt niemanden, der etwas will usw. Logisch, dass man auf diese Weise kein ICH findet.

            Das Ich ist die Spur, die ich in der Außenwelt hinterlasse. Ich baue ein Haus: Das Haus ist keine Illusion. Es steht da. Ich schreibe ein Buch. Das Buch ist keine Illusion. Ich kann es in der Hand halten und es gibt Leute, die es lesen. Ich fange einen Fisch und brat ihn mir. Deshalb gibt’s einen Fisch weniger im Meer.

            Das Ich ist vergänglich: irgendwann steht das Haus nicht mehr, existiert das Buch nicht mehr, und das mit dem Fisch, naja. Trotzdem habe ICH die Welt unwiderruflich verändert. Wenn ich diese unwiderrufliche Veränderung außerdem auch noch reflektiere, kann ich sagen: Das bin ICH.

            „Die Einheit des Kosmos wird nach dem Motto „wie oben so unten“ auf die Individuen projiziert“

            Woher weißt du, dass der Kosmos Einheit ist?
            Wenn ich nachts hochgucke, sehe ich einen Haufen Sterne in unterschiedlichen Formationen vor schwarzem Hintergrund. Wenn ich ein Teleskop nehme, kann ich Planeten und Saturnringe und so was sehen. Hin und wieder sehe ich Sternschnuppen.
            Wenn ich tagsüber hochgucke, sehe ich eine bläuliche Kuppel. Ist das Einheit?

            Ich weiß nicht, ob der Kosmos Einheit ist. Für mich ist das bloß ein Mem, das schon seit dem Neuplatonismus im abendländischen Erzählgut tradiert wird. Deshalb muss es aber nicht wahr sein.

            Zwischen dem, was nicht geschehen soll und niemals geschehen wird und dem, was geschehen soll und geschehen wird, gibt es den großen, weiten Raum des Unbestimmten, nicht Festgelegten, und das ist die Spielfläche, wo ich MEINE Spur ziehe.

            Ich weiß nicht, ob still sein weise ist. Das ist auch wieder so ein Mem, das halt im esoterischen Erzählgut tradiert wird. Deshalb muss es aber nicht wahr sein. Vielleicht bedeutet „still sein“ ja auch bloß die Weigerung, die Spielfläche, die einem zur Verfügung steht, zu nutzen.

            Wenn Ramana zu anderen sagt, dass still sein weise ist, ist er selber ja schon mal nicht still. Wenn er nicht still ist, ist er dann weise? 🙂
            Oder ist Ramanas Ego still und was geschehen soll, spricht aus ihm? Ist dann nicht das was geschehen soll, nicht doch wieder das Höhere Selbst, das aus ihm spricht? 🙂

            „… die Theorie, dass die ganze New Age-Bewegung nur dazu dient, die NWO zu installieren …“

            Das hört sich so an, als würden irgendwelche raffinierten Verschwörer irgendwas steuern. Das glaube ich nicht. Das würde eine Intelligenz erfordern, die ich den Menschen nicht zutraue 🙂

            Dass sich so was wie ein Paradigmenwechsel in der Größenordnung der Agrarisierung vor 10.000 Jahren abzeichnet, kann ich mir hingegen vorstellen.

            Wenn mir einleuchten würde, was Du sagst, würde ich mich wahrscheinlich schon von meiner Sichtweise abbringen lassen. Nix is fix. Wie gesagt, ich bastele ja permanent an meiner Sichtweise herum. Darum diskutiere ich ja auch. 🙂

            PS: Neulich hast Du gesagt, dass Du schon was willst, und es bloß nicht tragisch nimmst, wenn Du Deinen Willen nicht durchsetzen kannst. Ist das jetzt nicht ein Widerspruch zu dem, was Du heute sagst?

          • September 7, 2015 um 7:50 pm

            „Das würde eine Intelligenz erfordern, die ich den Menschen nicht zutraue “

            Naja, den 99,999% wohl nicht, aber die „blaue“ Linie scheint ja ein gewisses Wissen voraus zu haben und nutzt es wohl auch lange genug, um den Rest zu versklaven.

          • September 7, 2015 um 10:06 pm

            Vielleicht erscheint etwas geplant, weil der Weg, der als Plan erscheint, erst dadurch möglich wird, weil die Masse etwas als normal ansieht, das einem gewohnten Muster entspricht ? Somit wäre da gar kein Plan einer Elite, sondern nur eine Ermöglichung, die sich des Gewohnten bedient. Der “Plan“ füllt ein Vakuum, welches die Masse nicht betritt, weil sie sich stets mit dem Vakuum selbst zufrieden gibt … oder anders ausgedrückt:

            http://www.gold-dna.de/update4.html#up77

            Somit zeigt sich, woraus das Vakuum beschaffen ist …

            Bezüglich Intelligenz. Auch sie ist nichts anderes, als der Ausdruck von Möglichkeiten, die in einem Kontext ausgedrückt werden können. Niemand ist weniger intelligent, nur weil er einen anderen Kontext gewohnt ist, in welchem seine vertrauten Möglichkeiten nicht ausgedrückt werden können. Oder anders: jeder ist genau so intelligent, wie der Kontext des Zusammenlebens es möglich macht. Je unintelligenter eine Gruppe erscheint, desto eher sollte der Kontext hinterfragt werden. Somit wäre Intelligenz einzig ein Symptom für die Beschaffenheit des Kontextes, so wie Gene nur jene Eiweiße synthetisieren können, die das Umfeld, mittels der körperlichen Möglichkeiten, sprich, Ressourcen, notwendig macht. Daher sind auch die “Pläne“ der Eliten einzig Symptom. Bleibt die Frage nach der Notwendigkeit 😉 …

          • luna
            September 7, 2015 um 8:31 pm

            @ fingerphilosoph

            „“Das Ich wird im Innenraum gesucht, indem man bspw. so vorgeht: Bin ich meine Gedanken? Nein, ich bin nicht meine Gedanken. Bin ich meine Gefühle? Nein, ich bin nicht meine Gefühle. Bin ich mein Wille. Nein, es gibt niemanden, der etwas will usw. Logisch, dass man auf diese Weise kein ICH findet.““

            Diese Fragestellungen sind albern, mit sowas gebe ich mich nicht ab.

            Im Übrigen muss das Ich ja nicht gefunden werden, es ist schließlich immer präsent (hier sogar schon innerhalb der Fragestellung „Bin ich…?“)

            Wenn überhaupt, dann sollte man dahinter suchen und z.B. fragen: Wer hat diese oder jene Entscheidung getroffen?

            Du wirst jetzt vermutlich sagen, dass das selbstverständlich Du warst; ich bin zu dem Schluß gekommen, dass es immer Umstände oder Impulse sind, die zu einer Entscheidung führen und dass jede Entscheidung bereits feststeht, bevor das „Ich“ meint, sie zu treffen.

            „“Woher weißt du, dass der Kosmos Einheit ist?
            Wenn ich nachts hochgucke, sehe ich einen Haufen Sterne in unterschiedlichen Formationen vor schwarzem Hintergrund.““

            Kosmos meinte ich jetzt weniger im Sinne von Weltall, sondern mehr im Sinne von der Welt als Gesamtheit.

            „“Wenn Ramana zu anderen sagt, dass still sein weise ist, ist er selber ja schon mal nicht still.““

            Mit „still sein“ ist nicht Schweigen gemeint, sondern Gelassenheit.

            „“Das hört sich so an, als würden irgendwelche raffinierten Verschwörer irgendwas steuern. Das glaube ich nicht. Das würde eine Intelligenz erfordern, die ich den Menschen nicht zutraue““

            Ich hab‘ das lange Zeit geglaubt, inzwischen weiß ich nicht mehr so richtig, was ich davon halten soll, trotzdem denke ich das die „Eliten“ über eine andere Art von Intelligenz verfügen, als der Durchschnittsmensch, ich traue ihnen das theoretisch schon zu.

            „“PS: Neulich hast Du gesagt, dass Du schon was willst, und es bloß nicht tragisch nimmst, wenn Du Deinen Willen nicht durchsetzen kannst. Ist das jetzt nicht ein Widerspruch zu dem, was Du heute sagst?““

            Nein, wieso denn? Wenn man weiß, dass der freie Wille sowieso nur Illusion ist, dann ist es nicht mehr so wichtig ihn durchzusetzen. Das ist doch ganz logisch.

  20. Ernst Duberr
    September 2, 2015 um 11:38 pm

    Nach Lesen der Kommentare kann man wirklich nur fragen : Sind wir noch ganz bei Trost , wenn wir uns einem derartigen BLABLA aussetzen oder es gleichfalls verursachen ?

    • Der kleine Hunger
      September 2, 2015 um 11:45 pm

      nix blablabla…………….

  21. Der kleine Hunger
    September 2, 2015 um 11:49 pm
  22. x
    September 3, 2015 um 7:15 am

    Es gibt ein ganz besonderes Klima, wo alles wächst und gedeiht. Künstlich kann es nicht hergestellt oder reproduziert werden.
    Viele kennen es, doch ist es nicht bekannt. Vielleicht daher, das es rational nicht erklärt werden kann – der Zauber ein Geheimnis birgt. Hat man es erlebt, vergisst der Körper es nicht. Viele Worte können es zerstören bzw. die Wahrnehmung ablenken. Hat man es verloren, will man es wieder finden. Ich denke, darauf gründen alle Religionen. Man könnte es Liebe nennen, doch trifft die Vorstellung davon nicht annähernd zu.

    Sehr intensiv kann man dies bei einem Erstkontakt wahrnehmen. Ich weiß, ich wiederhole mich. Ich versuche trotzdem, die Beobachtung zu schildern, was passiert.
    Alles entspannt sich, die Außenwelt tritt etwas zurück, etwas fällt ab, man öffnet sich bzw. genießt, man kann auf einmal frei atmen, könnte befreit lachen, da möchte man sein – ewig verweilen, Worte/ Themen spielen keine Rolle. Man fragt sich, was passiert. Man nimmt an, ist verwirrt, kann es trotz Unkenntnis ertragen oder nicht, da man vom Verstand her überfordert.

  23. x
    September 3, 2015 um 7:29 am

    Nach dem allumfassenden Wohlgefühl sehnt sich alles in Dir. Man kann dies verdrängen, geistig in die Vergessenheit geraten lassen. Abstumpfung und Aufgabe dessen bietet die Grundlage für eine Zivilisation, die vieler Regelungen und Steuerungen bedarf.

  24. September 3, 2015 um 7:42 am

    „Der Mächtige muss sich von der Natur entfremdet haben, sonst wäre er zufrieden Bauer geblieben …“

    Es ist kein Zufall, dass die sog. Götterreligionen mit dem Monotheismus in ihrem Gefolge parallel zur Agrarisierung und Sesshaftwerdung aufgetreten sind. Es sind die beiden Seiten derselben Medaille. Ebenso ist es kein Zufall, dass mit der Sesshaftwerdung soziale Schichten mit scharfen Kontrasten zwischen den herrschenden Klassen und der Masse der Bauern und landlosen Armen entstanden sind. In der Geschichte der Menschheit gab es nie den „zufriedenen Bauern“. Bauern und Mächtige sind ZEITGLEICH entstanden. Das bedingt sich gegenseitig.

    Das Bauerntum IST bereits die Entfremdung von der Natur, weil Landwirtschaft und Viehzucht darin besteht, Teile von sich selbst organisierenden Ökosystemen auf den Menschen hin auszurichten, dahingehend, dass der Mensch die Rolle einer Zentralgewalt spielt. Diese Zentralgewalt hat ihren Spiegel zuerst in den Götterreligionen, dann im Monotheismus, im Christentum und heutzutage im Staat. Was der Bauer für Tiere und Pflanzen, ist der Staat für die Menschen.

    Wie Tiere und Pflanzen für den Bauern Objekte sind, mit denen er nach Gutdünken und Gewinnstreben verfahren kann, so sind die „Bauern“ (heutzutage die Berufstätigen) für den „Staat“ die Objekte, mit denen nach Gutdünken und Gewinnstreben verfahren wird.

    Wie den Tieren und Pflanzen die Wachstumsbedingungen aufgezwungen wurden, so wurden auch dem eigenen Nachwuchs die Wachstumsbedingungen aufgezwungen.

    So wie Tiere und Pflanzen in eine „nützliche Form“ gebracht wurden, so eben auch der eigene Nachwuchs. Wie sich die Eigenschaften der selektierten und damit in eine nützliche Form gebrachten Pflanzen und Tiere weitertransportieren, so auch die Eigenschaften des in Form gebrachten Nachwuchses.

    Und dieser Prozess geht weiter. Es wird immer noch selektiert und transportiert. Mit der Gentechnik hat der Mensch ja ein Verfahren entdeckt, womit das Wachstum von Pflanze, Tier und Mensch noch viel umfänglicher und intensiver manipuliert und in eine „nützliche Form gebracht“ werden kann.

  25. x
    September 3, 2015 um 7:43 am

    Definitionen sind vielen ja wichtig.
    Das Klima, was ich zu umschreiben suche, gleicht dem eines Fötus im Mutterleib. Das reale Erleben als geprägter Erwachsener ist etwas anderes und überfordert das Verständnis etwas. Als Wiedergeburt würde ich es nicht bezeichnen, da dieser überkanditelte Begriff zwar zutreffend, doch den Eindruck der Normalheit, Gegenwärtigkeit und Selbstverständlichkeit nicht wiedergibt.

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