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Marx für Dummies – die Vierte

Dieser Artikel setzt die drei ersten Artikel 1, 2 und 3 fort:

Halle und Warenströme aus der Vogelperspektive

Karl Marx in der typischen
Pose eines Freimaurers
Foto: Wikipedia

Aus der Vogelperspektive auf die Halle geschaut, gehen dort Waren ein und aus. Im Marxschen Sinne Kapitalinvestition sind allein diejenigen Waren, die in die Halle eingehen, um dort (ab)genutzt oder verbraucht zu werden, nämlich Maschinen, Arbeitsmittel, Roh- und Hilfsstoffe plus die unmittelbar händisch warenproduzierenden Arbeitenden. Auch diese repräsentieren bei Marx Warenströme, nämlich die Ströme jener Waren, welche die Arbeitenden der Halle zur Aufrechterhaltung ihrer Arbeitskraft benötigen und von ihren Löhnen kaufen können. In der Person des Arbeitenden gehen quasi Waren in die Halle ein. Politisch-ökonomisch ist alles Warenstrom.

Der aus der Halle ausgehende Warenstrom verzweigt sich je nach Branche sehr verschieden. Konsumgüter gehen an Arbeiter, Angestellte, Unternehmer, Beamte, Freiberufler, Militärangehörige, Rentner, Arbeitslose, Privatiers, Kinder, kurz: an Alle, ob groß oder klein, jung oder alt. Investitionsgüter gehen an Staat und Unternehmen. Allen Warenströmen gemeinsam aber ist der Rückfluß von Geld vom Käufer an den Verkäufer. Mit diesem Rückfluß ist Konkretes zu Abstraktem geworden, Niederes zu Höherem, Materielles zu Geistigem. Aus Waren wurde Geld.

Am Rande bemerkt, ergibt sich der in Geld ausgedrückte gesamtmarkträumlich durchschnittliche Mehrwert einer Arbeitsstunde näherungsweise, wenn der marxseitig definierte betriebliche Profit (= Warenverkaufserlös minus Kapitalaufwand für die Halle) eines gesamtmarkträumlich durchschnittlichen Unternehmens durch die Anzahl der Arbeitsstunden geteilt wird, für welche an die Halle Lohn gezahlt wurde.

Werden nun sämtliche Hallen des gesamten öffentlichen Marktraums gedanklich zu einer gigantischen GESAMTHALLE zusammengefaßt, und werden die den Hallen zugehörigen Betriebsabteilungen gedanklich ebenfalls zu einem gigantischen Komplex zusammengefaßt, entsteht ein Unternehmen, das alle Waren eines Gesamtmarktraums produziert. Mit dem Bild dieses imaginären Unternehmens im Zentrum all dessen, was im Gesamtmarktraum sonst noch an Unternehmen, Einrichtungen, Dingen und Menschen anzutreffen ist, wird Marxens politische Ökonomie kinderleicht verständlich.

Kapital als Warenstrom

Dem so genannten variablen Kapital rechnet Marx jene in die imaginäre Gesamthalle einströmenden Waren zu, die vom Lohn der unmittelbar händisch warenproduzierenden und -transportierenden Arbeitenden gekauft werden – ganz gleich, ob diese Waren innerhalb oder außerhalb der Halle gekauft, konsumiert oder verbraucht werden. Die das so genannte „konstante“ Kapital darstellenden Waren sind diejenigen in die Gesamthalle einströmenden Waren, die in der unmittelbar händischen Warenproduktion und im Warentransport zum Käufer hin als Maschinen, Arbeitsmittel, Roh- und Hilfsstoffe zum Einsatz kommen.

Mehrprodukt als Warenstrom

Dem Mehrprodukt entsprechen ALLE die Gesamthalle verlassenden Waren, die nicht wieder als vom konstanten und variablen Kapital gekaufte Waren in die Gesamthalle ein- bzw. zurückströmen werden.

ALLES, was die Gesamthalle mit dem Ziel verläßt, außerhalb von dieser (ab)genutzt, benutzt, verbraucht und konsumiert zu werden, ist Mehrprodukt. Erst wenn diese Waren nicht nur gekauft und geliefert, sondern auch bezahlt worden sind, wird aus Mehrprodukt Geld bzw. aus einem Warenstrom ein Geldstrom, nämlich der Profit. Profit ist zu Geld verstoffwechseltes Mehrprodukt.

Allgemein besehen, steht das Mehrprodukt all jenem Einkommen zum Kauf gegenüber, das für Tätigkeiten außerhalb der Halle gezahlt wird. Im einzelnen handelt es sich um die Einkommensarten:

Sozialtransfers, Renten, Löhne außerhalb der Halle, Gehälter, Saläre, Honorare, Dienstbezüge, Beihilfen, Aufwandsentschädigungen, Zulagen, Unternehmergewinne, Gewinnbeteiligungen, Dividenden, Lizenzeinnahmen, Kapital- und Vermögenseinkommen.

Dem Mehrprodukt zum Kauf gegenüber stehen zudem die
Ausgabenbudgets für Personal und Sachmittel der folgenden
Einrichtungen:

Gesundheitswesen, Staat (Parlament, Verwaltungen oder
Behörden wie Bildung, Militär, Polizei, Justiz usw.), private
Verwaltungen und Behörden, Handel, Geldwesen (Banken,
Versicherungen usw.), Kunst und Kultur, Medien und
Politik.

Es ließe sich nun lustig über z.B. die Frage debattieren, ob ein Arzt, der nicht nur ein Medikament verschreibt, sondern eine Galle operiert, nicht doch zur Halle zu rechnen ist, weil er eine materielle Veränderung an einem materiellen Ding vornimmt. Falls es sich bei dem Patienten nicht um einen Sklaven handeln sollte, für den am Markt ein Verkaufserlös zu erzielen ist, muß die Antwort Nein lauten, denn ein Mensch ist keine Ware. Falls es sich jedoch um einen in der Halle Beschäftigten handeln sollte, ist er immerhin Träger einer Ware, nämlich seiner Arbeitskraft, welche einen in Zahlenwert und physikalischer Einheit exakt angebbaren Wert besitzt: auf den Jahresdurchschnitt gerechnet kalendertäglich etwa fünf Stunden. Wer dies tun möchte, mag sich nun den letzten, mit „Am Rande bemerkt…“ beginnenden Textkasten noch einmal anschauen und zu grübeln beginnen.

Was aber ist mit einem bildenden Künstler, der an einem materiellen Ding eine materielle Veränderung vornimmt und für sein Produkt am Markt einen Erlös erzielen wird. Gehört er zur Halle? Nein, nicht, da seinem Produkt die immer gleiche Wiederholbarkeit und so zugleich der Warencharakter fehlt.

Fortsetzung folgt

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  1. September 20, 2020 um 11:06 am

    Bildende Künstler fallen gänzlich raus aus diesem System, was auch der Hauptgrund dafür ist, daß die meisten arm sind, arm bleiben und arm sterben.

  2. Gerd Zimmermann
    September 20, 2020 um 11:12 am

    Kapital und Ware muss man trennen.

    Was ist eine Ware ?

    Nehmen wir eine Frucht.
    Sie wächst ohne Kapital unter der Erde, auf der Erde oder am Baum.

    Eine Ware kennt nicht das Kapital von Marx.

    Nur der Mensch erzeugt aus Waren Kapital. Erdöl ist eine Ware.

    Erdöl kennt nicht aus Kapital das aus ihm erzeugt wird.
    Es ist ein Geschenk „Gottes“ aus dem Kapital erzeugt wird.

    Wie lange noch ?

    Corona ist die Bremse „Gottes“ die hier gezogen wird.

  3. September 20, 2020 um 2:36 pm

    Der Mensch, das ist die Welt
    des Menschen, Staat, Sozietät.

    ― Karl Marx

    .
    Ganz so armselig ist er nicht,
    der Mensch; dich inbegriffen.

    • No_NWO
      September 20, 2020 um 5:59 pm

      Eine seltsame Aussage ist das: Mensch = Staat + Sozietät. Ist mir noch nicht als Marx-Zitat begegnet. Möglich auch, daß die allgemeine Wahrnehmung des modernen Menschen angesprochen ist und nicht die von Marx selbst. Denn der kennt den Staat selbstverständlich als späte Erscheinung der Menschheitsgeschichte.

      Die Antike bestand nicht allein aus Sumer, Akkad, Ägypten, Athen, Rom usw. Die Menschen lebten überwiegend in totemischer Verfaßtheit: staatenlos in Clans und Stämmen.

      • September 20, 2020 um 6:45 pm

        „Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät. Dieser Staat, diese Sozietät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewußtsein, weil sie eine verkehrte Welt sind.“

        Karl Marx, 1844, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung

        Kurz danach kommt dieser Opium-Satz:
        Die Religion … ist das Opium des Volks.

        • No_NWO
          September 20, 2020 um 9:17 pm

          Danke für die Ergänzung. Marx war nicht auf allen Feldern überzeugend. In Sachen Religions- und Herrschaftskritik war der Altphilologe Nietzsche mit seinem Jahrtausende überspannenden kulturgeschichtlichen Blick Marx um Längen voraus. Anders als Nietzsche, fehlte Marx das Wissen um den Geist-Materie-Dualismus als Quellgrund von Religion, Ideologie, Kultur und Bewußtsein des Abendlands.

          Marxens große Stärke liegt in der politischen Ökonomie. Ohne diese bliebe das einzig vorstellbare rationale(!) Motiv der Eliten für ihr gegenwärtiges Welthandeln – für Corona-Coup, Agenda2030, Eine-Welt-Diktatur und so auch für einen Menschheitsgenozid – ein ontologisch Böses, quasi ein Deus ex machina, etwas außerhalb von Kultur und Bewußtsein. Und so zugleich etwas außerhalb der Verantwortlichkeit der „ontologisch guten“ Nichteliten! In der großen weiten Welt alles so wie im Kasperletheater: ein böser Räuber Hotzenplotz! Was den Kampf Gut gegen Böse zum Motor der Weltendynamik werden ließe — alles verbliebe im geschlossenen Kreis des Geist-Materie-Dualismus, same procedure as every century. Letzteres zeichnet die Denkweise des Vulgärmarxismus aus, welcher naiv personalisiert: der „böse“ Kapitalist! Nietzsche bezeichnete dies Denken als „Sklavenmoral“. Deren Kerngedanke ist es, Ohnmacht und Schwäche als „moralisch gut“ zu setzen, Macht und Stärke als „böse“.

          Doch gibt es Gründe für die Annahme, daß Marx und Engels intuitiv klar erfaßt haben, daß der Proletarier in jener Sklavenmoral fest verwurzelt ist und deshalb kein „revolutionäres Subjekt“ werden würde. Beweist doch ausgerechnet Marxens politische Ökonomie, daß die Überwindung des Kapitals (verstanden als gesellschaftliche Produktionsweise) am Ende zu einer simplen Frage des materiellen Überlebens für alle Klassen werden wird, für die Menschheit insgesamt! Ist das Kapital doch Ausfluß einer geist-materie-dualistischen kulturellen Grundmatrix, welche auf die Vernichtung von Mensch, Natur und Welt ausgeht. Wofür Marxens politische Ökonomie nicht allein den Nachweis erbringt. Marx führt eben die mit dem Kapital unvermeidliche Vernichtung von Mensch, Natur und Welt gegen das Kapital an. Allein deshalb, so denke ich, stellt sich Marxens politische Ökonomie in den Rahmen dieses Blogs.

  4. Gerd Zimmermann
    September 20, 2020 um 3:12 pm

    Hier wird mit Humor die gesamte Schöpfung erzählt.

    Allerdings sprecht ihr diese Sprache nicht.
    Die Sprache des Humors.

    Ein Babelfisch könnte helfen, allerdings wisst ihr nicht wo man
    so ein Ding kaufen kann.

    Er ist unverkäuflich in euch verborgen.

  5. September 20, 2020 um 3:50 pm

    A – Die FRÜCHTE der Natur gehören der Natur.

    B – Haben sie unser Interesse geweckt, weil wir sie in irgend einer Weise für unsere Zwecke nutzen können, rauben wir sie. RAUB

    Es sei denn, der Respekt (die Reife) ist vorhanden,
    daß wir bereit sind, der Natur zu danken, indem
    wir ihr etwas zurück geben.

    C – Haben wir der Natur eine Frucht geraubt, verzehren wir sie oder nutzen sie anderweitig. NUTZUNG

    D – Haben wir der Natur mehr uns nützliche Früchte entnommen als wir selber brauchen, werden sie zur WARE. Wir beginnen, sie gegen anderes uns Interessierendes einzutauschen. Es beginnt der HANDEL.

    E – An dieser Stelle kommt ein geeignetes TAUSCHMITTEL ins Spiel, das es ermöglicht, nicht nur Früchte, sondern auch angefertigte Waren und Tätigkeiten als solche, bequem tauschen zu können.

    F – Hier erst beginnen die Probleme, indem es findigen Burschen einfällt, mit dem Tauschmittel als solchem (Geld-) GESCHÄFTE zu machen.

    Es zeigt sich, daß Zufriedenheit im Geschäftsleben unbekannt
    ist und in Sachen Bedürftigkeit keine Sättigung eintritt. (Gier)

    G – Mit zunehmendem Einfluß über das Akkumulieren von Tauschmittel wird die Option von MACHT erkannt. Die entsprechenden Charaktere finden sich ein.

    Wenn der Staat es versäumt hat, beim Punkt G
    einzugreifen, jetzt hat er kaum noch Möglichkeit.

    Der Mephisto in uns…
    wird gerne unterschätzt.

    • Martin Bartonitz
      September 20, 2020 um 4:43 pm

      Nu, wer ist schon Der Staat? Ist er nicht genau von jenen Gierigen okkupiert, wenn nicht gar initiiert, um seinen ‚Recht auf Gier‘ durch Juristen zu verteidigen und Polizisten nach Innen und Soldaten nach Außen zu verteidigen? Hmmm

  6. September 20, 2020 um 3:52 pm

    Pardon…

    Wenn der Staat es versäumt hat, beim Punkt F
    einzugreifen, jetzt hat er kaum noch Möglichkeit.

  7. September 20, 2020 um 4:38 pm

    .
    Share
    what you think
    you don`t have enough of.

    ― Neale Donald Walsch

  8. Gerd Zimmermann
    September 20, 2020 um 8:10 pm

    @ Die Religion … ist das Opium des Volks.

    Dann sind sie alle benebelt.
    Die Atheisten ebenso wie die Gläubigen.

  9. September 20, 2020 um 8:48 pm

    Hat dies auf haluise rebloggt.

  10. September 21, 2020 um 1:01 am

    „Unser Wahlspruch muss also sein:
    Reform des Bewusstseins … durch
    Analysirung des mystischen sich
    selbst unklaren Bewusstseins.“

    ― Karl Marx

    .
    Das Bewußtsein…
    ist unanalysierbar.

    Das weiß man spätestens dann,
    wenn man sich daran versucht.

    Ich vermute, daß er die Umformung des konditionierten
    Denkens gemeint hat, der Karl und nicht das Bewußtsein.

    Schon die Intention zur Reform/Umformung
    des Denkens anderer hat etwas Gewalttätiges.

    Sollte er tatsächlich das Bewußtsein gemeint
    haben.., da kann er schrauben, so viel er will.

    Das ist so, wie… wenn kleine Kinder
    auf dem Karussell die Autos steuern.

    • No_NWO
      September 21, 2020 um 8:09 am

      Mit Marx (1818 – 1883) befinden wir uns im „naturwissenschaftlichen“ Jahrhundert. Die Damaligen waren begeisterte Rationalisten und hatten die Aristotelische Logik zum Hauptwerkzeug: Ist eine Aussage logisch wahr oder falsch in dem naturwissenschaftlichen Sinne der Bildung analytischer und synthetischer Aussagen und Begriffe, die sich auf Beobachtbares stützen — auf „Materielles“. Die Begriffe Naturwissenschaft und Materialismus waren von daher quasi identisch. Auf diesem Hintergrund meinte «Bewußtsein» das von einem einzelnen akkumulierte Wissen über die Welt. Daraus der Imperativ, dieses Wissen solle sich auf Fakten stützen, anstatt auf religiöse „Wahrheiten“; es solle „materialistisch“ sein anstatt von „idealistisch“.

      • September 21, 2020 um 2:57 pm

        Danke,
        deine Erläuterung gibt mal eine ungefähre Vorstellung
        von dem, was der Herr Marx wohl unter seinem Begriff
        von „Bewußtsein“ verstanden hatte.
        .

        „Das Bewusstsein kann nie etwas
        Andres sein als das bewusste Sein.“

        ― Karl Marx

        Doch, kann es. Es macht Sinn, hier
        mal etwas zu differenzieren, denn:

        Unterscheiden wir hier nicht,
        stecken wir im Kauderwelsch.

        ◾ Achtsamkeit
        ◾ Aufmerksamkeit
        ◾ Beobachtung
        ◾ Bewußtheit
        ◾ Bewußtsein (Das)
        ◾ Denken (kognitive Nutzung der Intelligenz)
        ◾ Denken (Konglomerat aus Meinungen, Weltbild, Konditionierung)
        ◾ Wachsamkeit
        ◾ Wahrnehmung

        Das sind neun unterschiedliche Begriffe, die
        Unterschiedliches beschreiben oder andeuten.

        Deine Erklärung des Marxschen Begriffs
        von „Bewußtsein“ macht einen 10. Punkt,
        er ist in den anderen neun nicht enthalten.

        • No_NWO
          September 21, 2020 um 4:03 pm

          Ja, Nr. 7 paßt nicht ganz, Nr. 6 gehört hinzu.

          Allgemein gesagt: Das „Bewußtsein“ von jemandem enthält all jenes, von dem „gewußt wird, daß es gewußt wird“. Oder strenger: All jenes, das bekannt ist und für wahr gehalten wird. Ganz gleich, ob es sich um kognitiv selbst erarbeitetes Wissen, oder um für wahr gehaltene Aussagen anderer handelt.

      • September 21, 2020 um 3:22 pm

        Korrektur:

        Der Marxsche Bewußtseins-Begriff
        ist bereits in Punkt sieben enthalten.

      • September 21, 2020 um 5:03 pm

        Die Klammer von Punkt 7 differenzierend erweitert:

        ◾ Denken (Konglomerat aus Meinungen, Weltbild, Konditionierung, Glaubens-Inhalte)

        „jenes, von dem „gewußt wird, daß
        es gewußt wird“ = Glaubens-Inhalte

        „All jenes, das bekannt ist und für wahr
        gehalten wird“ = Glaubens-Inhalte

        „kognitiv selbst erarbeitetes Wissen“ = Meinungen
        .

        Es gibt kein Wissen. Alles sogenannte Wissen in
        dieser Dimension ist Interpretation und Meinung.
        Sollte es Wissen geben, ist es nicht kommunizierbar.

        Was wir verbal und schriftlich kommunizieren,
        sind vorrangig Mutmaßungen, auf die man sich
        unwissentlich, teils gruppenweise geeinigt hat,
        daß es „Wissen“ sei.

        Daß eine Tasse eine Tasse sei ist kein Wissen,
        sondern eine auf Nützlichkeit basierende
        Interpretation, die als solche kommuniziert
        werden kann.
        .

        Das, was du mir vorhin über den „Begriff Bewußtsein“ des Karl Marx erläutert hast, ist einleuchtend, nachvollziehbar, verstehbar und wahrscheinlich sogar sehr nahe an dem, was der Mann tatsächlich gemeint hatte.

        Dennoch kann es für mich nicht mehr sein
        als eine intelligent erschlossene Mutmaßung.

        Würde ich deine Erläuterung für mich als Wissen
        nehmen, befände ich mich im Reich des Glaubens.

        • No_NWO
          September 21, 2020 um 6:01 pm

          Streiten um des Kaisers Bart insofern, als es um das Handeln der Menschen geht. Wie immer die „Realität“ be-, ge- oder erschaffen ist, ist sie in der Materialität real. Nun könnte man sagen, die Materialität sei einem völlig schnuppe, denn die einzige „reale Realität“, die einzige „wirkliche Wirklichkeit“, läge in der Sphäre des Immateriellen und Göttlichen.

          Genau diese Auffassung aber ist der in Frage zu stellende Geist-Materie-Dualismus. Welcher in der Grundkonzeption des Kapitals west. Und eben deshalb nun Mensch, Natur und Welt zu vernichten droht.

  11. Gerd Zimmermann
    September 21, 2020 um 6:35 am

    Das wahre Opium für die Menschheit ist ihre Sinneswahrnehmung.

    Nur wenige können erkennen wie diese funktioniert.

    Das Bewusstsein projiziert sich und manifestiert sich durch diese
    Sinneswahrnehmung ins Äussere.

    Bewusstsein selbst hat keine Sinnesorgane sprich Wahrnehmung.
    Diese muss erst für alle Lebensformen gedacht werden.

    Das kann man nirgendwo lernen.
    Wissen ist nicht lehrbar.

    Wer den Urknall nicht hinterfragt, wird niemals erkennen dass das
    Bewusstsein nur in der Singularität zu finden ist.

    Aber, wen interessiert schon die Schöpfung.

    Unsere Wahrnehmung funktioniert wie gefiltertes Licht
    Eine Fledermaus nimmt durch andere Filter wahr.

    Wofür für einen Nobelpreis forschen, wenn man das auf der Couch
    herausfinden kann.

    .

  12. Gerd Zimmermann
    September 21, 2020 um 6:50 am

    @ Das Bewußtsein…
    ist unanalysierbar.

    Das weiß man spätestens dann,
    wenn man sich daran versucht.

    Lao wusste das. Gott arbeitet mit dir aber nicht für dich.

    @ Das ist so, wie… wenn kleine Kinder
    auf dem Karussell die Autos steuern.

    Gilt das auch für Wissenschaftler ?
    Ich habe das Gefühl dem ist so.

  13. Gerd Zimmermann
    September 21, 2020 um 9:21 am

    http://www.cracker.info/sites/der-dritte-sargon/

    Wer Metaphern lesen kann, wird das hier im Klartext lesen.

  14. Gerd Zimmermann
    September 21, 2020 um 10:58 am

    Vom Hohen Norden wird
    der Dritte Sargon kommen;
    unvermutet wird er hereinbrechen
    über die in Gift lebende Erdenwelt,
    wird mit einem Schlage alles erschüttern
    und seine Macht wird unbezwingbar sein.

    Er wird keinen fragen,
    er wird alles wissen.

    Eine Schar Aufrechter wird um Ihn sein,
    ihnen wird der Dritte Sargon das Licht geben,
    und sie werden der Welt leuchten.

    Wenn der Dritte Sargon gekommen sein wird
    und die Schlachten wird geschlagen haben,
    so werden jene seine Schwerter gewesen sein –
    siegreich gegen vielfache Überzahl.

    Dann wird er, der Rächer, über den Weltkreis
    gedonnert sein mit feurigen Streitwagen,
    Blitze schleudernd gegen die Mächte der Finsternis,
    bis sie restlos vertilgt sind.

    Und die Stunde des Lichtes wird heimkehren
    über die Erdenwelt.

    Einsam sind die Tapferen und die Gerechten.
    Doch mit ihnen ist die Gottheit.

    Sajaha spricht von einem Bergvolk. Sie spricht von den Germanen. Er wird aus deutschen Gebieten kommen.
    Die Prophezeiung wird sich laut Sajaha 2013 – 2057 erfüllen – die Stünde des Lichtes über der Welt.
    2013 kommt die Befreiuung… Durchhalten!

    Das Buch der Sajaha
    Einleitung
    Neuübersetzungen (1991) geistlicher Schriften pflegen stets zunächst Anhänger und Gegner zu gewinnen. Man bedenke nur, wie es diesbezüglich mit wohl jeder Neuübersetzung des Neuen Testaments steht – und diese sind leichter in den Griff zu bekommen, als das Buch der Sajaha.

    Sajaha war Oberpriesterin in Esagila, dem Tempelbezirk von Babylon, zur Zeit Nebukadnezars II. (605-562 vor unserer Zeitrechtung). Sie war darüber hinaus persönliche Ratgeberin und Vertraute des Königs. Nähere Einzelheiten sind jedoch nicht sicher bekannt.

    Sajaha hat uns bedeutende Weissagungen hinterlassen. Sie war eine Seherin, was in der babylonisch-altorientalischen Tradition ebenso verankert ist, wie in der deutsch-germanischen.

    Die bekannte Übersetzung ist keineswegs überholt. Die Sprache der Jahrhundertwende bereitet jedoch heutzutage vielen jüngeren Lesern Schwierigkeiten.

    Überdies wurde in jener Übersetzung in einigen Punkten mehr nach Sinn als nach Wortlaut vorgegangen.

    Einige Stellen sind sehr schwierig zu übersetzen. Dies insbesondere in Saj. 1 und Saj. 9, aber auch in den Bruchstücken Saj. 16 und Saj. 18. Wo die Gefahr einer Sinnentstellung bestand, wurde hier lieber ein unklares und mitunter unschön klingendes Deutsch hingenommen, als womöglich den Sinn zu verändern.

    Dieses Sajaha-Buch ist weitgehend vollständig. Auch die bisher nur in Interlinear-Übersetzung vorhanden gewesenen Bruchstücke Saj. 16-19 sind hier enthalten. Allein der zweite Brief an den König wurde nicht berücksichtigt, da er fast vollständig unleserlich ist; man erkennt kaum mehr als Anrede und Gruß. Ebenfalls nicht in dieses Buch aufgenommen wurden einige vorhandene Briefe von Sajaha-Schülerinnen, die in der allerersten Herausgabe enthalten waren, jedoch eines eigenen Platzes bedürfen.

    SAJAHA 1
    (Brief an den König)

    Mein König, wie dir nun schon bekannt ist, sind überall Schwingungen und Ströme von unterschiedlicher Art und Kraft, aber überall und in allem und jedem, im bloß Erahnbaren sogar.

    Es ist also für alles, und so auch für die Menschen, das Dasein ein ständiges Sein inmitten eines Meeres von kosmischen und magischen Schwingungen und Strömen, ja, es ist gleich einer weiten See, welche wiederum viele verschiedene Meere in sich birgt.

    So geschieht es, daß einjeder und einejede aus solchen Meeren von Schwingungen und Strömen unablässig erhält und auch wieder von sich gibt – ohne aber noch irgendetwas von alledem bestimmen zu können, ja, zumeist es gar nicht bemerkend.

    Es liegt diese Ohnmacht gegenüber den Schwingungen und den Strömen, die doch so allwirksam sind, vor allem daran, daß die hohen Gaben der reingebliebenen, gottnahen Menschen seit dem Untergang des Ur-Reiches fast gänzlich abhanden geraten sind. Und die sich vermischenden Nachfahren verloren das meiste von der alten Kraft.

    Daher ist es gekommen, daß vor allem in jenem Bereich, der nicht Bewußtheit ist, die strömenden Kräfte da wirken und nur in geringem Ausmaße von Weisen ein wenig gelenkt, nie aber wirklich beherrscht und zweckdienlich benutzt werden können.

    Dies liegt daran, daß die feinen Nerven der Ahnen [bei den heutigen Menschen] verkümmert sind, die für das Beherrschen der hohen Kraft notwendig waren, bei den Nachfahren und den Nachkommen von diesen aber nicht mehr vorhanden sind.

    Das einzige Werkzeug, das die Schwingungen und Ströme [noch] auffangen und beherrschbar machen kann, sind die langen Haare der Frauen. Wie ein zartes, aber großes und dichtes Netz können sie die Kräfte halten und lenkbar machen, sofern eine [Frau] das dazu Notwendige versteht, von dem bekannt ist [aus den magischen Lehren].

    Dies bedeutet nun, daß die meisten Menschen die magischen Ströme nicht handhaben können, obwohl sie mitten in ihnen sind; und daher sind sie wie steuerlose Boote auf einem unbekannten Meer.

    Deshalb sollen die wenigen Befähigten ihr Vermögen benutzen, um den vielen Anderen wegweisende Lichter zu halten in dem stillen unsichtbaren Meer. [Die Schwingungen der Naturgewalten gelten als männlich, die magischen hingegen als weiblich.]

    SAJAHA 2
    („Ereschkigal und die Eulen“)

    „Wo, ihr Weisen, hat der Kreis seinen Anfang? Und wo sein Ende?“ – Darüber befragte Ereschkigal einst die Eulen, die in tiefen Höhlen hausen bei Tag und die Welt bloß schauen zur Nacht.

    Die erste Eule sprach: „Wo das Licht aufhört, ist der Anfang des Kreises, und wo die Finsternis aufhört, dort ist sein Ende.“

    Die zweite Eule sprach: „Denn alles hat einst begonnen im Licht, durchwandert das Dunkel und kehrt zum Lichte zurück.“

    Die Ereschkigal aber wollte noch anders es wissen und befragte weiter die Eulen: „Ihr sprecht zu mir vom Laufe der Ewigkeit in Unendlichkeit. Ich aber habe hier einen Kreis gezeichnet mit einem Griffel auf einen Stein. Ihr sprecht von jener Welt – ich aber frage nach dem Sinn in dieser!“

    Die erste Eule sprach: „Alles, was in jener Welt gilt, das gilt auch in dieser; bloß gibt es in jener noch tausendfach mehr.“

    Die zweite Eule sprach: „Dein Kreis, den du uns gezeichnet da zeigst, ist doch nichts anderes als ein kleines Abbild des Großen.“

    Da wurde die Ereschkigal ungeduldig und rief den Eulen zu: „Ihr wollt zu einem mir machen, was voneinander verschieden ist! Sagt mir, wo bei diesem, meinem Kreise, Anfang und Ende sind!“

    Da lachte die erste Eule und die zweite antwortete: „Dort sind Anfang und Ende, wo du das eine, wie das Andere, beim Zeichnen gesetzt hast. Doch nun hast du es vergessen.“

    Und die erste Eule sprach: „Wie du dieses Kleine vergaßest, so auch das Große. Denn wüßtest du um den Beginn allen Seins, so würdest du uns des Kreises wegen nicht fragen. Ich erkläre dir aber, weil du es wissen mußt, noch dies Folgende: Es ist – was immer du beginnst in der Erdenwelt – nicht mit sich allein, es hat sein höheres Gegenstück, sinnhaft in der anderen Welt, von der du, Ereschkigal, wissen mußt.

    Zeichnest du den Kreis hier mit dem Griffel auf den Stein, so hast du eine in sich geschlossene Linie, die, ihrer Art gemäß, anscheinend weder Anfang noch Ende haben kann – und dennoch einst hatte!

    So steht es auch mit dem großen Kreislauf der Ewigkeit in Unendlichkeit: Verbunden für immer ist alles miteinander, von Anfang bis Ende bekannt dem, der schuf.

    Dies gibt, daß nun alles untrennbar ist, vom Anfang bis zum Ende, unlösbar, durch alle Kreisläufe der Ewigkeit. Und so du deines gezeichneten Kreises Anfang und Ende nicht mehr auseinanderzuhalten weißt, so ergeht es auch dem, der alles Sein schuf.

    Im Anfang ist ihm das Ende vertraut und im Ende der Anfang. Eines ist alles – jeder Hauch der Ewigkeit.

    Falls du jetzt noch nicht begreifst, so gehe und erfrage mehr in der anderen Welt.“

    Da stand die Ereschkigal von dem Stein auf, auf dem sie gesessen hatte, und verließ die Eulen.

    Die zweite Eule aber sprach zur ersten: „Ereschkigal hält sich allzuoft in der Unterwelt auf. Darum ist der Kreis für sie so, als stünde sie in ihm und sei durch ihn gefangen. Frei ist ja nur, wer auf seiner Linie entlanggeht.“

    Als Ereschkigal jedoch durch die langen Gänge ihres unterirdischen Palastes schritt, der Worte der Eulen noch eingedenk, da sah sie plötzlich am Ende des längsten Tunnels das ferne Licht des Ausgangs; und sie verstand, daß an der Quelle des Lichts Ende und Anfang sich treffen.

    SAJAHA 3
    Vieles ist gewesen, noch vieles wird sein, und in der Mitte von gewesen und kommend liegt das Jetzt.

    Das Jetzt aber ist stets nur die Zeitspanne eines halben Atemzugs; es gibt kein Maß, es zu messen.

    Die Blicke Marduks jedoch überschauen. Vor ihm fügen sich die Tropfen des Jetzt zum Strom der Ewigkeit in Unendlichkeit. Er überblickt alles.

    Er sieht den Anfang und das Ende. Was dazwischen liegt, fügen auf Erden die Menschen, nicht können sie meinen, es täten die Götter.

    Die Menschen sind die Schatten der Götter. Sie handeln nach eigenem Belieben auf Erden. Ihrer ist das Verdienst am Licht, ihrer ist die Schuld an der Finsternis.

    Die Gottheit reicht das Schuhwerk zum Gehen. Ihre Wege wählen die Menschen sich selbst.

    Mitleidvoll sieht Marduk auf die Irrenden nieder, freudvoll auf die, welche rechten Wegs gehen. Rat gibt er den Suchenden – nicht Zwang.

    Das Jetzt ist der Weg. Und oft gleicht der Weg einem Spinnengewebe. Schwierig ist es, die einzig gerade Bahn stets zu finden.

    SAJAHA 4

    Ist etwas länger, vielleicht macht Martin einen Artikel daraus.

    Das lesen von Metaphern

  15. Gerd Zimmermann
    September 21, 2020 um 11:16 am

    @ Das Bewußtsein…
    ist unanalysierbar.

    Das wird niemand verstehen der empirisch analysiert.

  16. Gerd Zimmermann
    September 21, 2020 um 11:49 am

    Das Zeitverständnis des Mythos ist nicht auf Differenz und Entwicklung, sondern auf Einheit und zyklische Wiederholung ausgerichtet.

    Wiki

    Der Mythos vom Kosmos wurde hier schon ausführlich besprochen.
    Vielleicht hat die Eine oder der Andere dennoch Interesse dieses Thema
    noch einmal aufzugreifen.

  17. Gerd Zimmermann
    September 21, 2020 um 12:09 pm

    Das Thema Corona ist im Inhaltsverzeichnis Mythos ganz unter zu finden.

    In der Einleitung wird der Mystiker beschrieben.

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