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Marx für Dummies – die Elfte und Letzte

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 12345678, 9 und 10:

Karl Marx in der typischen Pose
eines Freimaurers
Bild: Wikipedia

Im Überflug gesehen, wird ein enormer realer Reichtum an Waren und Gütern erzeugt, aber die Masse an abstraktem Reichtum, an Lohn und Profit, ohne welche sich der Warenreichtum nicht erwerben und konsumieren läßt, geht langsam aber fühlbar zurück. (Nachtrag 2020: Letzteres gilt unter der global gegebenen Bedingung einer von Monopolen mittels von deren überhöhten Preisen angetriebenen gesamtmarkträumlichen Preisinflation, welche zugleich dann ein Parasitieren des gesamtmarkträumlichen Profitvolumens zugunsten jener Monopole bewirkt.) Heute läßt sich die gesamtmarkträumliche *Kapitalrendite* effektiv vor allem noch durch Reduzierung von Einkommen und Sachaufwendungen außerhalb der Halle sichern.

Etwa hier scheint die weltweite kapitalistische Produktion nun angelangt zu sein. Nach der Krise von 2008 war der Preisauftrieb über Jahre hinweg überraschend niedrig, es war bereits von sinkenden Preisen und drohender Deflation die Rede, was ein Indikator für sehr verhaltene Investitionen in leistungsfähigere Maschinerie ist und auf lediglich Ersatz- oder Erhaltungsinvestitionen hinweist – mehr lohnt sich nicht, wenn in einer Profitkrise bzw. bei Investitionsnotstand die zahlungsfähige Nachfrage schwächelt.

Hält die rücksichtsvoll als Investitionsnotstand deklarierte Profitkrise länger an, versuchen Unternehmen, ihren mageren Profit durch Preiserhöhungen aufzubessern, was zu Inflation und bei zugleich stagnierenden Einkommen zur Senkung des Lebensstandards führt – als immer letztes Mittel soll eine Erhöhung der Mehrwertrate der niedrigen Profitrate aufhelfen.

Die weitere Entwicklung hängt allerdings von zu vielen Einflüssen ab, um Voraussagen treffen zu können (siehe auch den fulminanten Vortrag des Journalisten Ernst Wolff am 23.10.2018 in Augsburg). Auch wenn aus der empirischen Psychologie zu erfahren ist, rund fünfzehn Prozent aller Führungskräfte seien „psychopathisch“, soll heißen, sie seien unfähig, von Herzen kommend mit anderen zu lachen oder zu weinen, froh oder traurig zu sein, mitzufühlen oder ohne Arg gemeinsame Sache zu machen, so sollten sich die „Guten“ nicht vor den bösen Psychopathen, sondern vielmehr vor sich selbst fürchten.

Das Gute zu wollen, setzt das Denken und geradezu ein Ausmalen seines Gegenteils voraus, eben zum Beispiel teuflische Psychopathen, durchtriebene Verschwörer, bösartige Aliens usw.

Mit Nüchternheit besehen, ist das Böse mitnichten eine Ausgeburt der Hölle, sondern des „Guten“. Die Frage, wer für die zunehmende Gewalt und Zerstörung auf diesem Planeten verantwortlich zeichnet, läßt sich einfach beantworten. Es sind wir selbst, alle, insoweit wir der geist-materie-dualistischen Vorstellung von „höherem“ Geist aufsitzen und es deshalb für moralisch gut und richtig befinden, unseren „niederen“ Leib unter der Maxime von Stückzahl-pro-Zeiteinheit zu erschöpfen und auszulaugen, so es denn nur „höheren“ geistigen Zwecken diene, wie zum Beispiel Erwerb und *Kapital*. Wer aber sich selbst nicht respektiert und nicht gut mit sich umgeht, tut dies auch mit anderen nicht. Sich selbst fremd, werden Menschen auch im anderen immer nur Fremdes sehen. Die letztliche Grundlage für den auf Wert fußenden Warentausch liegt offenbar in dem Glauben, der Mensch sei „Niederes“.

Was das Kapital uns lehren kann, ist unschwer zu erkennen. Menschenwelten sind Materialisierungen kollektiver Vorstellungen, und so sind die modernen Produktionsweisen und die aus ihrem Mechanismus hervorkommenden Gräßlichkeiten von uns allen und ohne unser Wissen selbst gemacht. Menschenwelten liegen seit eh und je in den Händen der Menschen, in den Händen aller und eines jeden einzelnen auf diesem Planeten. Diese Sichtweise mag kühn sein, aber sie ist mitnichten wunderlich wie der Glaube an etwas losgelöstes Höheres, sei dies ein alter Schöpfergott oder der moderne Gott der Vernunft und Wissenschaft, der sich mit dem Kapital als vollends blutgieriger Moloch erweist.

„Der Mensch ist ein Wunder,“ sagte Juan Matus, letzter Träger einer Wissenstradition, die unter ehemals im Südwesten Nordamerikas lebenden Indianern gepflegt wurde und auf eine vieltausendjährige Geschichte der experimentellen Erforschung des Zusammenhangs zwischen unserem Vorstellen und der uns umgebenden Wirklichkeit zurückblickt. Verbreitet wurde dieses Wissen durch die in einer Gesamtauflage von 28 Millionen Exemplaren erschienenen und in 17 Sprachen übersetzten Berichte des Anthropologen Carlos Castaneda sowie durch Veröffentlichungen von Florinda Donner-Grau, Taisha Abelar und anderen.

Carlos Castaneda schrieb in den 1960er und 70er Jahren. Im Jahr 1993 erschien dann das meistverkaufte amerikanische Buch aller Zeiten, «Die Prophezeiungen von Celestine», dessen Autor, James Redfield, eine Botschaft hat, die der von Don Juan Matus in mancherlei Hinsicht ähnlich ist und bis zuletzt weiterentwickelt und aktualisiert wurde.

Unverkennbar führen die ausgetretenen Pfade von Rationalismus, Autoritarismus, Gut-Böse-Schemen, Schöpfergottreligionen, Gewalt, Umsturz und Terror in die Dunkelheit. Die jahrtausendealte Epoche des Geist-Materie-Dualismus endet. Was nun kommt, entscheiden alle Bewohner dieses Planeten gemeinsam, indem sie Eingebungen und Intuitionen suchen, ihr Vorstellen und Träumen kommunizieren, mit dem anderer koordinieren und auf diese Weise sehr gezielt einen neuen gemeinschaftlichen inneren Besitz erschaffen, ein neues Innen, auf das sich ein neues Außen gründet. Der Mensch ist weder Höheres noch Niederes. Er wird, was zu werden er anstrebt. Friedrich Nietzsche aufatmend:

Endlich! Endlich können unsere Schiffe wieder auslaufen. Noch nie lag das Meer so weit und offen vor uns.

Nicht denken, atmen! Und vorstellen, träumen, Zeichen sehen, Eingebungen folgen, sich zusammenfinden und miteinander austauschen.

WIR waren es, das Göttliche in uns, wir erschufen Götter und Teufel. Das ewig Göttliche in uns hieß sie sterben, befreite vom Hohen, vom Höheren und Höchsten das Göttliche in uns. Befreit, das Göttliche, wird es sich finden in UNS.

„Also gut, Peter, davon also handelt dieser Text,“ rief Vanderbilt überrascht aus!

„Exakt, genau davon. Politische Ökonomie ist nur ein Vorwand, ein Aufhänger, wenn du so willst.“

George war still und schwieg lange. Schließlich fragte Peter besorgt: „Ist das okay, George?“

George: „Was?“

Peter: „Das mit dem Text, mein ich.“

George: „Ach so! Ja, ist okay; ich hab nur gerade ein bißchen geträumt.“

_____________________
Verfaßt im Dezember 2018 von der Gruppe «Unbetreut träumen» zu Ehren von Karl Marx und Friedrich Nietzsche

Und wer diesen Text gerne komplett im PDF-Format lesen mag, hier sei er:

Kategorien:Ökonomie Schlagwörter: , ,
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