Startseite > Bildung > Zusammenführung der Kinder im Kollektiv

Zusammenführung der Kinder im Kollektiv

Der folgende Text setzt die drei ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte (siehe), und wie die Sicht der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ausfiel (siehe), und wie Aufstellung des Heers der Arbeit als Zufuhr gehorsamer Arbeiter durchgeführt wurde (siehe).  Der folgende Teil betrachtet mehrere Strategien der Lehre in Bezug auf ihre Effektivität. Dabei lernen wir die Vorteile des mutuellen Unterrichts kennen:

Anne Querrien, Autorin des hier vorliegenden ins Deutsche übersetzten Textes

Um den Unterricht auf alle Kinder ausdehnen zu können, bedurfte es einer Methode, die es mit nur einer einzigen Lehrkraft ermöglicht, eine vergleichsweise große Zahl von Kindern erfolgreich zu unterrichten. Die traditionellen Erziehungsmethoden basierten auf der individuellen Beziehung von Lehrer und Schüler; und insofern, als diese Methoden die liebevolle Unterwerfung des Schülers unter den Lehrer vorsahen, was im antiken Griechenland sogar homosexuelle Form annahm, stand ein Unterricht lediglich jener Minderheit offen, deren Hauptbeweggrund für das Lernen war, dem Lehrer so nahe wie möglich zu sein. Sobald aber beschlossen ist, die Armen zu unterrichten, steht diese Homosozialität zwangsläufig nicht mehr zur Wahl – es muss die gesellschaftliche Distanz aufrechterhalten werden, damit der Unterricht nicht auf den gefährlichen Abweg führt, die gesellschaftliche Ordnung in Frage zu stellen. Der Lehrer von Kindern der Armen muss seine Handvoll Schülerlein nicht etwa liebhaben, sondern eine kleine Truppe dirigieren, die gezwungen ist, ständig nachzurekrutieren, da der Unterricht zur Aufnahme einer Arbeit führen soll und mit diesem Schlussakt beendet ist.

Eine militärische Disziplin

Wie einen Trupp von Schülern unterrichten, wie ihn führen? Das militärische Modell ist zunächst das einzig verfügbare. In seinem L’école paroissiale ou la manière de bien instruire les enfants dans les petites écoles, (Die Pfarrgemeindeschule oder über die Art und Weise, die Kinder in den Kleinschulen gut zu unterrichten, 1654), beschreibt Démia, Gründer der Schulen der Wohltätigkeit der Stadt Lyon, sehr detailliert, auf welche Weise der Lehrer Gerechtigkeit (Hauptaufgabe des Regierens in seiner Epoche) zu üben hat und wie die schulischen Räumlichkeiten beschaffen sein sollen, in denen einem jeden sein Platz zuzuweisen ist; die Armen werden wegen ihres Drecks und ihrer Parasiten abgesondert und bleiben unter Ihres-gleichen. [54] Es ist bemerkenswert, dass die ersten Fachbegriffe zur näheren Bezeichnung von Unterrichtsräumen denen gleichen, die bis heute hin für Gerichtssäle gebräuchlich sind: «Das Parkett mit den kleinen, wohlangeordneten Schülerbänken» (siehe: Ph. Aries, L’Enfant et la Vie familiale sous l’Ancien Régime, Kind und Familienleben unter dem Ancien régime). Die Schülerschaft ist mittels allgemeiner Aufgabenverteilung organisiert; die bereits disziplinierteren unter den Kindern sind beauftragt, über die Disziplin der anderen zu wachen. Aufstellungsappelle und abteilungsweises Marschieren sollen zur Disziplinierung beitragen, dies insbesondere anlässlich der Teilnahme an kirchlichen Prozessionen.

Nach Hause zurück kehren die Kinder in geordneten Abteilungen unter Führung ihrer «Offiziere». «Einschreiber» sind beauftragt, die umherstreunenden und Waisenkinder in die Schule zu locken. Die «Zwanzigschafter» und «Zehnerschafter» führen die Kinder auf dem Weg zu ihren Wohnvierteln an. In den bei André Olyer auf Kosten des Schulbüros im Jahr 1688 publizierten Règlements pour les écoles de la ville et diocèse de Lyon, Ordnungsregeln für die Schulen der Stadt und der Diözese von Lyon, besteht Démia überdies auf den Wert des Schweigens, gemeinschaftlicher Bewegung und rhytmischer Abläufe. «Der Lehrer duldet keine Wortmeldung eines Schülers, der nicht zuvor die Hand gehoben und Erlaubnis eingeholt hat.» Das ganze Problem ist, die homosexuelle- homosoziale Fundierung von Erziehung zu brechen, um ihr so den Charakter eines unendlichen, von Désir angetriebenen Geschehens nehmen und ihre Inhalte beschränken zu können. Nicht ein Wort, das nicht unbedingt notwendig wäre, darf unter den Schülern oder zwischen diesen und dem Lehrer gewechselt werden. Im Bereich der Klasse wird begonnen, das Kommunikationsmittel Ton/Wort so weit als möglich durch das Befehlsinstrument Geste zu ersetzen.

Doch es bleibt der Unterricht des Lesens und Schreibens weiterhin auf Nachahmung gestützt. Der Maître ruft seine Schüler einen nach dem anderen zum Buchstabieren, Lesen und Lektionen-aufsagen an seinen Schreibtisch. Will er jeden für einige Minuten bei sich haben, darf die ungefähre Zahl der Schülergruppe fünfundzwanzig oder dreißig nicht übersteigen. Die einzigen Neuerungen sind das unter der Führung der am meisten verdienten gleichaltrigen Mitschüler statthabende kollektive Verlassen der Schule sowie die straffe Geordnetheit des Schulraums, in dem einem jeden sein Platz zugewiesen ist – Erziehung durch Organisation der Schülerschaft nach dem Vorbild der Organisation der Gesellschaft.

Jean Baptiste de la Salles Bruch mit dieser in den Schulen der Wohltätigkeit im 17. Jahrhundert allgemein verbreiteten Pädagogik besteht in einer Rückvereinnahmung der für den traditionellen Unterricht charakteristischen Homosexualität im Lehrer-Schüler-Verhältnis bzw. im Verhältnis zwischen dem Lehrer und einer – wie für die Schulen der Wohltätigkeit charakteristisch – nun vielzähligen Schülergruppe. [55] Der Schulmeister wird zu einem Vorbild, dem sich ein jeder Schüler unter den Blicken seiner mit ihm konkurrierenden Sitznachbarn anzugleichen trachtet. Worum es sich hier handelt, ist, aus dem Schulmeister einen großen Mitschüler zu machen; was wiederum verlangt, das Problem der Zusammenführung im Kollektiv auf den Schauplatz der Lehrerausbildung zu verschieben – die Erziehung der Schüler wird sich sodann von selbst und in der gewünschten Weise ergeben.

Nachahmung und Uniformität

Die Regel des Lehrinstituts der Brüder von den christlichen Schulen wendet sich erstrangig dem Verhalten eines jeden der Brüder zu, und zwar ihrem Verhalten untereinander. Erst an zweiter Stelle ist die Arbeitsweise der christlichen Schulen von Interesse. Anstatt den Schülern die Haltungen mönchischer Disziplin so, wie Démia dies tat, direkt aufzuerlegen, fordert Jean Baptiste de la Salle diese Haltungen zuerst von den Brüdern selbst und er ist sich sicher, dass die von der pädagogischen Homosexualität ergriffenen Schüler nachfolgen werden. Selbstverständlich äußert Jean Baptiste de la Salle sich nie allzu direkt über die verborgenen Triebkräfte des von ihm ins Leben gerufenen Instituts. Die Brüder sollen in gemeinschaftlichem Geist leben, alles soll gemeinschaftlich getan werden: die Vornahme der religiösen Verrichtungen, die Einnahme der Mahlzeiten, die Erholungssuche, die Verrichtung ihrer Arbeit und das sich zur Ruhe-begeben. Wenn sie nicht mindestens zu dritt sind, sind die Brüder nicht zur Eröffnung einer Schule berechtigt. Die Räumlichkeiten müssen so beschaffen sein, dass ein jeder Bruder immer von mindestens einem der zwei anderen überwacht werden kann. Individualität ist allein im Verhältnis zu dem in der internen Hierarchie Vorgesetzten am Platze und eben dort ist sie auch eingefordert, da die systematische Denunziation in den Rang einer Regel des Regierens erhoben ist.

Die Brüder haben den Unterricht kostenfrei zu erteilen, jegliches Geschenk ihrer Schüler zurückzuweisen, jeden gleich zu behandeln, allen gegenüber verschwiegen zu sein und an niemandem Interesse zu zeigen. Die Unterdrückung ihrer Zuneigung für die ihnen Unterstellten soll die Unterwerfung unter die ihnen Vorgesetzten um so bedingungsloser werden lassen. In der Schule sollen die Brüder ausschließlich Schulbücher lesen. Die räumlichen Gegebenheiten sollen helfen, sie vor Regelverstößen zu bewahren.

Nichts sollen sie ohne Erlaubnis tun können. Sollten sie sich auf eine Reise begeben wollen, wird ihre Reiseroute aufs genaueste vom Bruder Direktor vorgegeben.

Es sollen die Brüder den Kopf allezeit gerade nach vorn und unmerklich geneigt halten; unter keinen Umständen soll der Kopf nach hinten oder zur Seite gedreht werden, und falls eine Drehung dennoch einmal unumgänglich sein sollte, hat sie mit dem gesamten Körper sowie gewichtig und gesetzt vorgenommen zu werden… .» «Sie sollen immer ein frohes Gesicht aufsetzen und den Blick gesenkt halten, die Stirn glatt, den Mund halb geschlossen und die Arme vor der Brust verschränkt; es sollen die Arme niemals frei hängen, die Hände niemals in den Taschen getragen werden, die Füße sich während des Stehens beinahe berühren und es sollen die Beine niemals übereinandergeschlagen oder auseinandergestellt sein. [56]

Die Direktoren einer jeden Einzelgemeinschaft sollen gegenüber dem Bruder Direktor Rechenschaft über alle ihre Ausgänge ablegen sowie über ihre Einnahmen und Ausgaben; sie haben über das Tun der Brüder ihrer Gemeinschaft Aufzeichnungen und über die Schüler ein Anwesenheitsregister zu führen.

Das «Benehmen der christlichen Schulen» greift auf bereits von Démia angewandte Prinzipien zurück; die Organisation der Schülerausgänge folgt dem militärischen Vorbild; die Lehrkräfte dürfen den Klassenraum erst betreten, nachdem die Kinder unter Aufsicht ihrer verantwortlichen Offiziere versammelt und aufgestellt sind. Auf zahlreichen Seiten wird die Körperhaltung abgehandelt, die von Lehrern und Schülern im allgemeinen und beim Lese und Schreibunterricht im besonderen einzunehmen ist.

Unter «Mittel zur Schaffung und Aufrechterhaltung der Ordnung in den Schulen» sind aufgeführt: der Fleiß der Schüler, deren exakt pünktliches Erscheinen in der Schule – beides ist Gegenstand einer gesonderten, schriftlich zu dokumentierenden Überprüfung; hinzu die Regelungen für die Beurlaubungen, was hier das Nachsitzen meint, für die Auszeichnungen, Bestrafungen sowie für die Ernennung zusätzlicher Offiziere aus dem Kreise jener Kinder, die am ehesten mit der angestrebten Disziplin konform gehen, um die Kindergruppe zum Zwecke ihrer Disziplinierung nötigenfalls auch von innen her verstärkt unter Druck setzen zu können. Insgesamt gesehen, besteht Jean Baptiste de la Salle hartnäckig auf Struktur, Qualität und Uniformität der Schulen und ihrer Einrichtungsgegenstände, das heißt, er weiß um die Bedeutung, die einem neutral gehaltenen Raum für die Disziplinierung zukommt, indem dieser alles Désir zunichte macht und die Anwesenheit einer weit entfernten, nicht-lokalen Obergewalt, die allen denkbaren Aktivitäten den Rahmen vorgibt, sinnfällig macht. Es gibt mindestens zwei Dinge, über die der Schüler keinerlei Macht hat: Zeit und Raum. Was bleibt ihm dann anderes zu wünschen, als Täuschung und Betrug?

Wie bei Démia dient die Regel zur Gewährleistung von Stille, und zwar «einer so völligen Stille, dass nicht das geringste Geräusch zu hören ist, nicht einmal Füßescharren.» Sprechen und Sichaustauschen sind auf ein Minimum reduziert: Die Anzahl der Schläge des «Signals», des eisernen Lineals des Schulmeisters, oder auch nur die Richtung, in die es weist, sollen dem Schüler sagen, was er zu tun hat. Folgt ein Schüler einer Anordnung nicht, deutet der Maître mit dem Signal zuerst auf diesen und sodann auf den Aushang mit der nicht-befolgten Anordnung. Um den Bewegungen des Signals folgen zu können und um keine Strafen auf sich zu ziehen, sind die Schüler gezwungen, die Augen stets auf den Maître gerichtet zu halten. Der Klassenraum ist auf eine Weise beschaffen, die ihnen dies erleichtert. Schule gleicht ein wenig einer kirchlichen Messe, die kein Ende findet; der gesellschaftliche Bezugspunkt für die Konzeption dieses schulischen Raums ist die religiöse Institution ist. [57]

Die simultane Methode

Doch die hauptsächliche Neuerung von Jean Baptiste de la Salle liegt in der Aufteilung der Schüler in Gruppen gleichen Lernniveaus, welche parallel – simultan – vom Maître unterrichtet werden. Anstatt einen Schüler nach dem anderen zu sich zu rufen, bleibt der Maître hoch oben auf seinem Sitz und befiehlt von dort dieser oder jener Abteilung, mit der Lektüre zu beginnen. Er kann einen Schüler mitten im vorgelesenen Satz unterbrechen und einen anderen bitten, fortzufahren; er stellt so sicher, dass alle aufmerksam sind. Wenn der eine etwas nicht weiß, fragt der Maître einen anderen; derjenige Schüler, der auch dann alles weiß, wenn die anderen es nicht wissen, ist der beste. Das Wetteifern um die Zuneigung des fernen Maître ist mal stärker, mal schwächer; immer aber ist dies Wetteifern die Haupttriebfeder des Fortschritts der Kinder. Mit der simultanen Methode des Lesens wird es erforderlich, dass ein jedes Kind ein Buch zu seiner Verfügung hat und alle Bücher identisch sind. Dies zum ersten Male. In die Pfarrgemeindeschulen kamen die Kinder mit irgendwelchen Büchern, die sie aus den Beständen im eigenen Hause ergattern konnten. «Die Schule sollte auf eine Weise beschaffen sein, dass die Bücher, Maître, Lektionen und Korrekturen alle gleich und allen gleich dienlich seien» (Vorschlag von 1680 betreffs der Kleinschulen). Jean Baptiste de la Salle spricht hier im Konjunktiv, da sein Wunsch zur damaligen Zeit unerfüllbar ist. Die von ihm geschaffenen divisions – Abteilungen – sitzen zuallermeist im selben Unterrichtsraum, da die Schulen noch nach dem Prinzip «eine Schule – ein Maître» konzipiert sind. Die Finanzmittel reichen nicht aus, um jeder Abteilung einen Maître beizustellen.

De la Salle selbst hat eine Mehrzahl von Maître ermöglicht, indem er festlegte, dass die Brüder sich immer mindestens zu dreien niederzulassen haben: zwei Lehrkräfte sowie ein Bruder für die Verwaltung der Brüdergemeinschaft. Seine groupes de niveaux ou classes – Niveaugruppen oder Klassen – sind neun an der Zahl, deren jede wiederum in die vier catégories – Kategorien – Anfänger, Mittelmäßige, Fortgeschrittene und Perfekte unterteilt ist. Der Übergang von einer Kategorie in die nächste vollzieht sich allmonatlich unter Hinzuziehung des Katalogs, in dem die Fortschritte eines jeden einzelnen festgehalten sind.

Gemeinschaft der Maître und kollektiver Charakter des Lernens
auf Seiten der Kinder, welches letztere der Uniformität der Bücher,
Räume und Körperhaltungen zu verdanken ist. Die Innovation
ist umfassend, ihr Erfolg ist es auch. Hatte Jean Baptiste de la Salle
seine Regeln im Jahr 1680 erstmals niedergelegt, verfügt im Jahr
1750 bereits jede Großstadt über eine Schule der Brüder.
Die Innovation hat sich vergleichsweise schnell verbreitet.

Was der Institution Grenzen setzt, ist ihr religiöser Charakter wie auch die während der Zeit der Restauration und während der Julimonarchie sich auftuen sollende große Frage für alle an Erziehung als Instrument von Unterwerfung Interessierte: ob sich die Innovation von Jean Baptiste de la Salle überhaupt in die laizisierte Schule würde hinüberretten lassen. [58] Das staatliche Erziehungswesen ist bei einer Gruppe, deren Statut verkündet: «Allezeit erblicken die Brüder Gott in der Person ihres Direktors», nicht in sicheren Händen. Es muss den Brüdern gelingen, in der Person ihres Direktors nichts weiter zu erblicken, als den aktuell die Staatsmacht Innehabenden oder, besser noch, einen Vertreter der Staatsmacht, auf dessen Person es wenig ankommt. Wie bei den Brüdern oder den Maître eine unpersönliche Liebe zum Machthabenden erzeugen, eine Liebe, die keinen Glauben an ein Höchstes Wesen erfordert? Das Führungspersonal des staatlichen Erziehungsministeriums war in der ersten, auf die Gründung des Ministeriums folgenden Zeit noch voller Bewunderung für Jean Baptiste de la Salle: «Guter Priester, der es verstanden hat, den rebellischen Willen des Menschen so sehr zu zähmen und das Individuum unablässig im Interesse des Körpers (wohlgemerkt des Gesellschaftskörpers) zu verstümmeln und es Gefallen an ewigwährender Abhängigkeit finden zu lassen.» Es ist gut, wenn eine Regierung weiß, wie so etwas funktioniert, «über welche Wege und zu welchen Zielen hin jene kraftvollen Rudersleute steuern» (Ambroise Rendu, Essai sur l’instruction publique et particulièrement sur l’instruction primaire, Aufsatz über das öffentliche Unterrichtswesen und insbesondere über den Grundschulunterricht, 1819).

Jene Rudersleute waren tatsächlich so sehr kraftvoll gewesen, dass ihre Widersacher ihnen schließlich doch noch Recht geben mussten, zumindest was die Methode betrifft. Sie wird sich zum Ende der Julimonarchie hin und vor allem zu Beginn des Zweiten Empire durchsetzen, nachdem die fortschrittlichen, die mutuelle Methode vertretenden Lehrkräfte, die zu Beginn der Zweiten Republik in der Schlacht um die Demokratie an vorderster Linie gekämpft hatten, blindwütig unterdrückt worden waren. Diese Unterdrückung sollte sich nach Niederschlagung der Pariser Kommune noch einmal wiederholen und dann endgültig sein.

Über die simultane Methode ist zu sagen, dass sie gegenüber der ihr vorausgegangenen und überall verbreitet gewesenen individuellen Methode jedenfalls etwas Verführerisches an sich hat. In sechs Unterrichtsstunden für 40 Kinder erlaubt die individuelle Methode einem einzelnen Kind viereinhalb Minuten lang zu lesen, eineinhalb Minuten lang zu rechnen und drei Minuten lang im Beisein des Maître zu schreiben! Ein jeder sieht sofort ein, dass so etwas nicht auf Dauer Bestand haben kann, dass eine nach der individuellen Methode geführte Schule lediglich eine Verwahranstalt ist, in der nur diejenigen, die wirklich lesen und schreiben wollen, es schaffen, sich bis zum Maître hin durchzuschlagen. Mit der simultanen Methode hingegen lässt sich sehr viel Zeit gewinnen; und Zeit ist Geld, so weiß es die kapitalistische Ethik. Bei 75 Kindern in fünf divisions – Abteilungen – zu je fünfzehn Kindern liest bei der simultanen Methode ein jedes Kind während 18 Minuten; denn in der Zeit, in der ein Klassenkamerad laut vorliest, muss es leise mitlesen für den Fall, dass es vom Maître aufgefordert werden sollte, den Vorleser abzulösen. Jedes einzelne Kind hat zwölf Minuten, während derer es unter unmittelbarer Aufsicht des Maître schreibt und sechs weitere Minuten fürs Rechnen. [59] Während der Maître anderen Abteilungen zugewandt ist, muss es außerdem unter der Aufsicht des Ersten eines jeweiligen Rang – Rangs – allein für sich schreiben. Man beachte, dass die fünf Abteilungen von Jean Baptiste de la Salle die fünf Grundschulklassen von heute sind.

Die Zukunft der simultanen Methode liegt folglich in der Vervielfachung der Lehrkräfte, was mehr Zeit für jedes einzelne schulische Fach und sogar mehr Schulfächer für die einzelnen Abteilungen erlauben würde. Überdies bietet sich im Vergleich zur traditionellen Methode der Vorteil, die Kinder während der Zeit, in der der Maître sie nicht sicher im Auge behalten kann, mit Schreiben beschäftigt zu halten. Denn während er der einen Abteilung zugewandt ist, die gerade liest, kann er einen prüfenden Blick auf eine gerade mit Schreiben beschäftigte andere Abteilung werfen. «Das Schreiben hat immer ohne Zeitverschwendung zu geschehen» lautet einer der Merksätze, gegen die nicht verstoßen werden darf und die an der Wand des Klassenraums ausgehängt sind. Eine wichtige Neuerung der Schule der Brüder ist es, das Schreiben als Mittel der Disziplinierung zu nutzen, das immer dann zum Einsatz kommt, wenn der Maître sich nicht ungeteilt zuwenden kann und die Schüler nicht vom pädagogischen Beziehungsverhältnis, von der Hassliebe zum Maître, erfasst sind. Zuvor war das Schreiben vom Schreibmeister und das Lesen in der Pfarrgemeindeschule unterrichtet worden; allein von daher war es unmöglich, sich abwechselnd mit dem einen oder dem anderen zu befassen, und entsprechend waren Lesen und Schreiben unablässig vom pädagogischen Beziehungsverhältnis durchdrungen gewesen.

Die mutuelle Methode

Der simultane Unterricht bietet einen ersten und wertvollen Ansatz hin zur Einfachheit. Der Lernstoff wird vom Maître mehreren gleichzeitig vermittelt, und während dies für die einen auf direktem Wege geschieht, sind gleichzeitig andere in der Klasse mit Üben beschäftigt. Zu dem Vorteil des Wetteifers gesellt sich eine glückliche Harmonie, eine Art natürlicher Disziplin, die zu einem organisierten Zusammenhang einer bestimmten Zahl von Individuen führt; die Nachahmung, jene einzigartige Neigung der menschlichen Natur, trägt auf glückliche Art das ihre bei. Damit dieses System wirklich seinem Ziel gerecht wird, müssten allerdings alle Individuen über die gleichen Kräfte verfügen und zur gegebenen Zeit die gleichen Schritte tun können. Anderenfalls würde der Gelehrigste und Fähigste im Mittelpunkt stehen, und es bliebe dann eine Schlange von Nachzüglern; außerstande zu folgen, würden sie nur so tun, als lernten sie, und würden nur schlecht unterrichtet sein, was vielleicht schlimmer wäre als Unwissenheit.

Wenn in diesem System die Ränge, in die die Kinder eingeordnet sind, vervielfacht werden sollen, sind die Lehrkräfte zu vervielfachen, oder es muss der Maître verurteilt sein, sich mit einem Rang nach dem anderen zu beschäftigen… . [60]

Der mutuelle Unterricht entspricht von seinem Charakter her in allem dem simultanen Unterricht, doch übertrifft er diesen an Einfachheit und Energie. Er enthebt vor allem der Schwierigkeit der Einstufungsentscheidungen, indem er von der Starrheit der zu allgemeinen und absoluten Klassifikationen frei ist. Er bietet sich für die Gliederung der Schüler in zahlreiche Abteilungen und Unterabteilungen an, und all dies unter nur einem Maître. Die beim simultanen Unterricht unumgänglich vorzunehmenden Einstufungen der Schüler gibt es nicht mehr, so wie es auch die mit der Aufteilung der Schüler in Abteilungen entstehenden gesonderten Klassen nicht mehr gibt. Jeder Schüler ist immer auf dem ihm tatsächlich entsprechenden richtigen Platz; die Schülergruppen folgen einander, sie halten sich eher an den Händen, als dass sie Abstand zueinander hätten. In jeder Klasse oder Unterabteilung ist der Schüler immer dem Grad zugeordnet, dem er sich aktuell gewachsen zeigt; es ist so, dass der einzigartige Vorteil der individuellen Methode nun für eine Schülerzahl von beträchtlicher Größe in vollem Umfang wiederhergestellt wird und erhalten bleibt. Ein jeder ist so aktiv und aktiver sogar, als wenn er allein wäre. Er korrigiert sich am Beispiel der anderen, er korrigiert seinen Kameraden durch das Beispiel, das er selbst gibt, und ist unablässig von seinem Tun und von dessen Überprüfung in Atem gehalten. Die Haupttriebfeder ist allemal einzigartig, aber anstatt unterschiedlichen Elementen ein uniformes Tätigsein aufzuzwingen, variiert der mutuelle Unterricht seinen Puls und lässt ihn auf so viele unterschiedliche Weisen schlagen, wie es in der Wirklichkeit unterschiedliche Elemente gibt; mithilfe untergeordneter Antriebe umfasst er bei geringerer Anstrengung einen jedoch weiteren Bereich. Die Antriebskräfte sind die Schüler selbst, sie sind stufenweise auf all die Punkte verteilt, zu denen der Unterricht gelangen muss. Indem sie anleiten, geben sie sich Rechenschaft über das von ihnen Gelernte, das heißt, dass sie tatsächlich das üben, was zur Erlangung von sicherem Wissen erforderlich ist. Einer nach dem anderen geben Zuhörer und Vortragender lediglich das weiter, was sie selbst erhalten haben, und leiten andere lediglich in dem an, das sie selbst mit Erfolg versucht haben. Der schwierigste, empfindlichste und am meisten verkannte Part der Rolle des Lehrers, nämlich die kluge Lenkung des geistigen Vermögens seiner Schüler, ergibt sich in gewisser Weise ganz von selbst mit jenen allezeit geordneten und zügigen Übungen, welche die Aufmerksamkeit der Kinder wachhalten; der Wetteifer untereinander und die zu Nachahmung anregende Sympathie füreinander werden gestärkt durch eine wirklichkeitsentsprechendere Klassifikation, welche die Entwicklungsverläufe besser abbildet und die nächst zu erklimmende Stufe klarer hervortreten lässt. Die Gewöhnung an Ordnung und Disziplin wurzelt fester ein, denn zu dem Vorteil der Bildung von Kadern, die allgemeinen Gesetzen unterworfen sind, gesellt sich der weitere Vorteil, diese Gesetze auszuweiten, die Beweglichkeit zu steigern, sowie jener über allen anderen stehende Vorteil, den Schüler kontinuierlich auf dem ihm tatsächlich zukommenden und von ihm selbst als notwendig und verdient empfundenen Rang zu belassen oder ihn auf einen solchen Rang zu befördern oder auf einen solchen Rang absteigen zu lassen.

Im Moniteur vom 13. Januar 1818 erschienener und vom Innenminister gezeichneter Beitrag [61]

Eine technische Erfindung

«Ein Kirchenmann aus Grenoble vergleicht die mutuelle Methode mit dem in unseren Städten das gewöhnliche Schiff ersetzt habenden Segelschiff» (Bulletin der Gesellschaft zur Verbesserung des Grundschulunterrichts, Journal d’éducation, Erziehungsjournal, Band 4, 1817, Seite 22). Einhundert Schulen sind in einem Jahr geschaffen worden und unterrichten 12.000 Schüler, wohingegen es den vom Kaiser im Jahr 1803 wieder eingesetzten Brüder von den christlichen Schulen im Jahr 1816 lediglich gelungen war, 60 Schulen wiederzugründen. Anders als die Methode der Brüder ist die mutuelle Methode überall und unabhängig von der von einem einzelnen Lehrer maximal zu unterrichtenden Schülerzahl einsetzbar. Die Ordnungsregeln der Brüder verlangen von diesen, eine Schule immer zu zweit bzw. zu dritt zu betreiben, was den Unterhalt ihrer kleinen Gemeinschaft zu teuer für die Budgets ländlicher Gemeinden sein lässt. Zudem ist die Höchstzahl der Schüler, die ein Bruder unterrichten kann, begrenzt.

«Vermöge jener mutuellen Methode liest ein zu einer Klasse von etwa einhundert Schülern gehörendes Kind nicht nur so viel, als wenn es vom Maître allein unterrichtet würde, sondern es buchstabiert auch sechzig oder neunzig Wörter zu je vier Silben in weniger als zwei Stunden,» während bei der individuellen Methode 19 von 20 Schülern und bei der Methode der Brüder 60 von 75 Schülern die ganze Zeit über untätig sind. Wobei weiterhin zu sehen ist, dass die mutuelle Methode und die der Brüder die große Neuerung teilen, die Kinder während der Zeit, in der sie nicht lesen, zum Schreiben zu verpflichten. (Vorstehende Zahlenangaben aus der Erarbeitung von Lancaster, die im Jahr 1815 von einem der Gründer der Gesellschaft zur Verbesserung des Grundschulunterrichts, vom Duc de la Rochefoucault Liancourt, ins Französische übersetzt worden ist.)

Die mutuelle Methode erscheint ihren Verfechtern als die pädagogische Methode des industriellen Zeitalters schlechthin:

Die in den kleinen Gruppen sich zeigende Regsamkeit und das Summen dieser vielen leisen Stimmchen ähnelt sehr dem Lärm der Maschinen in den Baumwollspinnereien. Die Einrichtung ist tatsächlich eine Art von Mechanik für die intellektuellen Fähigkeiten und beschleunigt alle Operationen gleichermaßen.

Journal der Gesellschaft zur Verbesserung des Grundschulunterrichts, Band 1, 1816, Seite 13

Es ist dieser mechanische Charakter, der unterdessen von den Gegnern der Methode kritisch nach vorn gestellt wird: Es sollen auf den Menschen nicht die für die Materie reservierten Verwertungsprozeduren angewandt werden. Im Keim erstickt und unverzüglich gestoppt werden soll das, was sich mit dem Beispiel eines Vergleichs der Schule mit einer Baumwollspinnerei sehr klar ankündigt — Bestrebungen, von denen man nicht weiß, wo sie noch hinführen könnten. [62] Tatsächlich weiß man dies unterschwellig sehr genau. Die mutuelle Schule wird die Wiege der ersten Generation revolutionärer Arbeiter werden.

Unter den Führern der Ersten Internationale finden sich sehr viele ehemalige Schüler der mutuellen Schule. Ich frage mich bisweilen, ob es nicht die von sehr vielen Schülern meiner Generation aus jener Schule mitgenommene Gewohnheit des Unterrichtgebens war, die diejenigen Arbeiter geprägt hat, die in Vereinen und öffentlichen Versammlungen zum Sturz des Kaiserreichs beigetragen haben

Aus den dem Lucien Descaves erzählten Erinnerungen des Philémon, Veteran der Pariser Kommune, zitiert aus: Georges Duveau, Les Instituteurs, Die Lehrer, erschienen in der Reihe collection Le temps qui court des Verlags Seuil

Proudhon war in der mutuellen Schule gewesen. Sehr viele Anarchisten der fédération jurassienne ebenso.

Ein Massenunterricht

Die mutuelle Schule bahnte den Weg hin zu einem wirklichen Massenunterricht, und obwohl die Schulbücher von der Gesellschaft zur Verbesserung des Grundschulunterrichts bereitgestellt wurden und deren Inhalt aus Gründen der Kontrolle der großen Masse höchst sorgsam beschränkt worden waren, tat dies dem unter den Kindern ausgelösten Désir-Mechanismus keinerlei Abbruch: Das im mutuellen Unterricht Erlernte war nicht in den Mauern der Schule zu halten. Obschon das Lesen und Schreiben anhand von religiösen und moralischen Texten erlernt wurde, war die disziplinierende Wirkung der Ideologie allenfalls nebensächlich; die Ideologie erschien im Vergleich mit dem eigentlichen, dem körperlichen Wirkmechanismus des kollektiven Sichbewegens befremdlich und wie angestückelt.

Im mutuellen Unterricht lernten die Kinder in achtzehn Monaten, wozu sie in der Schule der Brüder vier bis fünf Jahre benötigten, da die Brüder den «Erwerb schulischer Kenntnisse» im Lesen, Schreiben und Rechnen mit einem ganzen Arsenal moralisierender Mittel umgaben und ihr Hauptanliegen der Religionsunterricht war.

Indem er die Kinder unter- und miteinander verband, erzeugte der mutuelle Unterricht das Phänomen eines Désirs im Kollektiv, einer Art von großem Strom, der seine Richtung ganz und gar von dem Désir zu lernen erhielt. Eine der Grundideen der mutuellen Schule war es tatsächlich, «die Kinder zu Sendboten der Moral und der Wahrheit zu machen,» wohingegen diese Rolle zuvor allein den Alten oblegen hatte. Das war ein wirklicher Bruch mit dem Rhythmus der gesellschaftlichen Entwicklung, das Angebot für einen Neustart. «Die Kinder sollen die Fortsetzung ihrer Eltern sein, nicht deren monotone und sterile Wiederholung» [63] (Journal de la Société pour l’Amélioration de l’Instruction élémentaire, Journal der Gesellschaft zur Verbesserung des Grundschulunterrichts, Band 1, 1816).

Den Schülern des mutuellen Unterrichts gelingt es nur unter Mühen, den Klassenraum wieder zu verlassen. Unterricht ist für sie ein Vergnügen, ein Spiel, das alle Triebkräfte ihres Wesens in Atem hält. Sie bewegen sich alle zusammen und im selben Augenblick; sie sind eine Masse, in der die Regungen Einzelner die allgemeine Regsamkeit überhaupt nicht stören und vielmehr die erfindungsreichen Antriebe darstellen, mittels derer jene Masse sich in gleichförmige und unermüdliche Tätigkeit versetzt»

Eugène Goblet, cours complet d’enseignement mutuel, Vollkurs mutueller Unterricht, zitiert nach: M. Fosseux, Les Ecoles de charité à Paris sous l’Ancien Régime et dans la première partie du XIXe siècle, Die Wohltätigkeitsschulen in Paris unter dem Ancien régime und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Paris 1912.

Die Schüler machen sehr fühlbare Fortschritte und tun dies um so schneller, als diese Art Unterricht sich konstant als Entspannung und in Form von verschiedenerlei Übungen darstellt, welche die Kinder amüsieren und währenddessen unterrichten.

Bericht des Präfekten des Department Eure, 1819


Die mutuelle Schule bleibt dennoch ein Instrument der Unterwerfung; ihre Verfechter, Industrielle und Beamte suchen in ihr nicht mehr, als schneller und kostengünstiger zu den gleichen Ergebnissen wie in den Schulen der Brüder und vormals in den Schulen der Wohltätigkeit zu kommen: die Massen in Arbeit bringen, Unterwerfung unter die Chefs, Disziplinierung unter den Vorzeichen von Zwangsarbeit. Kurz gesagt, waren es die Brüder, welche die Zielsetzungen von Schule festgelegt haben; Variationen sind nur bezüglich der Mittel zur Erreichung dieser Zielsetzungen zulässig, und so werden die Potentiale der mutuellen Schule von ihren Verfechtern absichtlich ignoriert. Sobald sich ihnen diese Potentiale enthüllt haben werden, werden sie die ersten sein, welche die Methode der Brüder überall und mittels Zwang wieder einführen werden, denn allein die Methode der Brüder kann den Zielsetzungen von Schule entsprechen:
Schweigen, Arbeit, Disziplin und Wettbewerb.

Dank ihrer wegweisenden Methode führen die mutuell unterrichtenden Schulen letztlich zu den gleichen Ergebnissen wie die Schulen der Brüder, wenn auch unendlich viel schneller und sparsamer; von Gewicht ist hier die Unterwerfung der Kinder unter Regeln und gesamtheitliches Bewegen, was aus einer Vielheit ein einziges Individuum macht, das ein und demselben Willen gehorcht. Als gelöst zu betrachten ist mithin das Problem, Aktivität und Aufmerksamkeit zu verbinden; Erstes ist der Jugend ein natürliches Bedürfnis, Zweites ist beim Lernen verlangt. Eine auf ein Höchstmaß gesteigerte dauernde Aufmerksamkeit wird durch die Anforderung aufrechterhalten, dass ein jeder Schüler jede Minute den Anordnungen… nachkommen können muss. Mithilfe dieses Systems findet sich ein jeder der Schüler ebenso unterworfen wie die Masse, der er angehört, die individuelle und allgemeine Unterwerfung gewinnen den Charakter der Disziplin, und es wird selbst dem am meisten zu Nachlässigkeit und Faulheit neigenden Schüler körperlich unmöglich, sich dem Lernen und Gehorchen auch nur für eine einzige Minute zu entziehen.

[64] Rede des Präfekten der Stadt Mans anlässlich der Eröffnung der mutuellen Schule im Januar 1818; zitiert nach: A. Rendu, Essai sur l’instruction publique et particulièrement sur l’instruction primaire, Aufsatz über den öffentlichen Unterricht und insbesondere über den Grundschulunterricht.

Gehorchen und befehlen: eine Kollektivdisziplin

Erkennbar bringen die Förderer der mutuellen Methode bei jeder Gelegenheit in Erinnerung, dass diese Methode keine Mühe hat, den Gehorsam gegenüber einem Chef, einem Vater, einer Obrigkeit oder einem Richter zu lehren, und dass sie zur gewohnheitsmäßigen Unterwerfung unter das heilsame Joch des Gesetzes führt (siehe: Bulletin de la Société pour l’Amélioration de l’Instruction élémentaire, Bulletin der Gesellschaft zur Verbesserung des Grundschulunterrichts, Band 8, 1819). Doch ist die in der mutuellen Schule hergestellte Disziplin von völlig anderer Art als in den Schulen der Brüder und erstreckt sich auf alle Belange des um das Ziel des Lernens herum organisierten kleinen Trupps. Die mutuelle Methode führt zu Unterwerfung unter die Kollektivordnung, unter das Gesetz, nicht unter die persönliche Autorität des Maître und eines hinter diesem stehenden Gottes.

Lancaster, Erfinder der mutuellen Methode, befindet sich übrigens noch im Zwiespalt betreffs der Kraft der internen Lerndisziplin und der externen Zwangsmittel bzw. der körperlichen Züchtigungen; in seiner Schule gibt es einen an der Decke aufgehängten Korb, in den der Delinquent gesteckt wird, sowie ein kollektives Joch, unter das die Delinquenten hindurch müssen. Doch faktisch sind dies Korrekturbestrafungen. Der vom Maître einem Kind zur Strafe um den Kopf gelegte Holzrahmen zwingt zum Geradehalten des Kopfes, da er nur bei Drehen des Kopfes schmerzt; hinzu die moralischen Bestrafungen, bei denen der Delinquent dem kollektiven Spott ausgesetzt wird: Eselshaube auf dem Kopf und ein Schild auf dem Rücken, auf welches der Verstoß geschrieben ist, den die anderen Schüler bis zum Verdruss johlend rufen. Das Schild wird übrigens von einem Mitschüler angebracht, vom sogenannten Strafenmonitor.

Der Maître stützt seine Autorität auf das Funktionieren der
Gruppe und die Natur der Institution, anstatt sie, wie in den
traditionellen Schulen, von seiner Person ausgehen zu lassen.

Das gesamte Ordnungssystem hängt an der Leichtigkeit, mit der die Autorität eines Monitors von einem Schüler zum anderen delegiert und transferiert werden kann. (Die Autorität läuft durch den gesamten Klassenverband; alle sind mit ihr ausgestattet und alle üben sie aus, bestes Mittel zur Unterwerfung der Rebellen) — die Schüler, die einen lebendigen Geist und aktiven Charakter haben, verstoßen gewöhnlich am häufigsten gegen die rechte Ordnung und sind am schwierigsten zur Raison zu bringen; sie zu Monitoren zu machen, ist das beste Mittel, sie zu korrigieren. [65] Je weniger der Maître sich bei seinen Schülern zu Wort meldet, um so besser wird ihm gehorcht. Der Maître muss sich aufs Organisieren, Überwachen und Inspizieren beschränken. Es ist das System, das sich Gehorsam verschafft, und nicht der Maître. Befehl ist Befehl, und auch in Abwesenheit des Maître gehorchen die Schüler, weil sie dem System gehorchen.

Auszüge aus der Lancaster-Übersetzung des Duc de la Rochefoucault-Liancourt, 1815

Doch was der Mangel dieses Systems ist, eines Systems zwar der Ordnung, aber eben auch der kollektiven Disziplin und delegierten Autorität, spricht das Journal d’éducation, Erziehungsjournal, der Gesellschaft zur Verbesserung des Grundschulunterrichts selbst aus, auch wenn sie dies nur indirekt im Rahmen ihrer Polemik gegen die Anhänger der Brüder tut:

In dieser Einrichtung bildet sich eine vollkommene Hierarchie aus… . Es gibt hier fest eingerichtete Gesetze und eine Verkettung der Gewalten, die so bewunderungswürdig ist, dass man sie nur in einer aufs beste organisierten Gesellschaft erwarten würde, (und das Wesentliche ist) jener Unterschied, dass einer, der in dem einen Moment befiehlt, im nächsten schon gehorcht.

Journal d’éducation, Erziehungsjournal, Band 2, 1816, S. 113


Lediglich eine Momentaufnahme der Institution würde sie hierarchisch aussehen lassen können. Die Hierarchie ändert sich mit dem Unterrichtsstoff und der Tageszeit. Wenn die Verfechter der mutuellen Schule beschwörend ein ums andere Mal wiederholen «Jedes Ding an seinen Platz, und ein Platz für jedes Ding» und wenn sie fordern, diesen Satz in jedem Unterrichtsraum an der Wand über dem Büro des Maître auszuhängen, dann tun sie dies, weil sie unklar spüren, dass «die strenge und in diesen Einrichtungen als Gesetz waltende Ordnung» lediglich eine von höchst provisorischer Art ist.

Was nun die Dinge an ihrem Platz betrifft, so sind die Tische, Bänke, Lesekreise, die an den Wänden hängenden Lesetafeln und die fest auf den Tischen montierten Schiefertafeln zu nennen; die tatsächlichen Plätze der Schüler aber wechseln beständig, wohingegen in den Schulen der Brüder der Schüler für jeweils immer sechs Monate im Raum fixiert ist, und dies über vier oder fünf Jahre hinweg.

Die im mutuellen Unterricht gegebene Ordnung ist abstrakt und lediglich im schulischen Mobiliar gegenständlich; sie macht aus allen Schülern Gleiche und gesteht einem einzelnen Autorität als Monitor nur provisorisch, für die Dauer einer Übung und nur so lange zu, wie der kollektive Konsens diese Autorität trägt. Eine Art innerer Widerspruch nagt an der mutuellen Methode; im Gegensatz zu dem, was das Journal d’éducation feststellt, ist der Gehorsam der Kinder gegenüber ihren aus dem eigenen Dunstkreis zum Chef erhobenen kleinen Kameraden nicht etwa passiv, sondern von dem Willen getrieben, deren Platz einzunehmen.

Die mutuelle Schule ist tatsächlich eine «Lehre des Befehlens durch Gehorchen». [66] «Als Mittel moralischer Disziplinierung hat die mutuelle Methode in England all ihren Wert bewahrt. Wie der Senior in den Sekundarschulen, repräsentiert in den Grundschulen der Monitor – wenn auch zweifellos mit gewissen Einschränkungen – die Gerichtsbarkeit von Gleichen über Gleichen, die Autorität eines durch gemeinsame Übereinkunft akzeptierten Gesetzes, und es sind die Übungen, denen der vereinbarungsgemäße Chef vorsteht, insgesamt nichts anderes als eine Lehre des Befehlens durch Gehorchen» (E. {sic!} Rendu, De l’instruction primaire à Londres dans ces rapports avec l’Etat social, Vom Grundschulunterricht in London und dessen Beziehungen zum gesellschaftlichen Staat).

Der Weg zur Entschärfung der Institution ist klar, nämlich den Monitor auf Dauer zu ernennen und mithin den Typus des guten Schülers zu erschaffen, oder desjenigen Schülers, der den anderen vom Alter her voraus ist und der seinen kleinen Kameraden beim Lernen hilft. Die gemischte Methode, welche die mutuelle Methode im Rahmen der Methode der Brüder rückvereinnahmt, wird diese Praktik insbesondere zu Ehren bringen: Bevor die Monitore ihre Klasse betreten, besuchen sie einen eigens für sie eingerichteten Sonderkurs. Die abstrakte Maschine des mutuellen Unterrichts ist zerbrochen; der Strom der Schüler, der sich zuvor entsprechend der Zahl der Lernfächer geteilt hatte, wird nun von Altersklassen zerschnitten und von Unterchefs geleitet – die so erzeugte Hierarchie ist starr.

Anfänglich stützt jene Hierarchie sich auf Alter und Verdienst, auf «wirkliche Größen in der Welt der Autorität» (Journal d’éducation, Erziehungsjournal, Band 1), bald schon aber sucht sie ihre Stütze einzig noch im Alter; indem sie so zu einer biologischen Hierarchie wird, muss sie sich nicht mehr auf kollektive Vereinbarung berufen und wird deshalb weniger angreifbar. Nach und nach werden die Altersunterschiede der Kinder einer Klasse deutlich geringer, und Verdientheit wird als Kriterium für die Ernennung zum Monitor schließlich ganz abgeschafft. Bei der gemischten Methode werden die Klassenältesten Monitore. Es rührt sich nichts mehr in der Schlacht um das Wissen, sie wird faktisch nicht mehr geschlagen.

Das militärische Modell

Die noch ganz frische kollektive Erfahrung in den Revolutionsarmeen ist Bezugspunkt für die mutuelle Schule, die übrigens während der sogenannten «Hundert Tage» (kurzzeitige Rückkehr Napoleons aus dem Exil an die Macht) eingeführt wird; mit der mutuellen Schule will Napoleon die Kinder von klein auf an zu guten Soldaten machen.

Es ist auffällig, dass die von kollektivistischem Geist getragenen pädagogischen Innovationen meistens in turbulente Zeiten fallen und praktisch alle mit der Militarisierung oder zumindest Militantisierung der Kinder einhergehen: [67] Makarenko in der UdSSR, das derzeitige China, Déligny im besetzten Frankreich wie dann auch nach der Befreiung.

Wie ihre Begründerin selbst beschwor, dient die mutuelle Methode der Einführung militärischer Disziplin und Pünktlichkeit in der Schule. «Was es in der militärischen Disziplin an Nützlichem und Gutem gibt, wie Ordnung, Gleichförmigkeit und Gewissenhaftigkeit, sind hier die Grundfundamente» (Journal d’éducation, Erziehungsjournal, Band 1, 1816). «Hauptsächlich gesehen werden muss die Fruchtbarkeit jener Arbeitsfeinteilung sowie jene abgestufte Unterordnung der einzelnen untereinander… . Auf solche Weise lässt man die große Vielzahl sich bewegen, auf solche Weise lenkt ein einzelner Mann eine große Armee und macht, dass alle mit Präzision für das gemeinsame Ziel handeln» (Rapport sur l’instruction primaire et spécialement sur l’école établie au collège de Lisieux, rue Saint Jean de Beauvais (première école mutuelle de France) par l’abbé Fraissinous, F. Cuvier et G. Cuvier, le 7 novembre 1815, Bericht über den Grundschulunterricht und insbesondere über die beim Kolleg von Lisieux, rue Saint Jean de Beauvais (erste mutuelle Schule in Frankreich), bestehende Schule, von Abt Fraissinous, F. Cuvier und G. Cuvier, den 7. November 1815).

Es ist übrigens die Armee, die unverzüglich beginnt, allgemein mutuell zu unterrichten. Ein Rundschreiben des Kriegsministers vom Oktober 1818 gibt Befehl, dass von jeder militärischen Abteilung und von allen Wachregimentern ein Offizier und Unteroffizier abzuordnen sei, um an einem Normalkurs in mutuellem Unterricht teilzunehmen und sich zu befähigen, anschließend einen mutuellen Kurs in ihrem Regiment anzubieten.

Das Vorbild der mutuellen Schule ist die Armee im Gefecht, in Aktion. Die Kasernenschule der Brüder aber ist der Grabenkrieg, ist Ruhighalten der Soldaten wie in Friedenszeiten.

Die Resultate jener militärischen Vorbereitungsschule sind im Augenblick der Einberufung hoch geschätzt. Vom Jahr 1828 an wird vom Musterungsausschuss systematisch geprüft, ob die Einberufenen alphabetisiert sind. Im Jahr 1828 können in den nordöstlichen französischen Departments 66 Prozent der Einberufenen lesen und schreiben und in Südwestfrankreich nur 33 Prozent, im landesweiten Durchschnitt sind es 43 Prozent. Dieser Durchschnittswert ist im Jahr 1852 auf 62 Prozent gestiegen, während sich das regionale Ungleichgewicht allerdings noch verschärft hat.

Der Grundschulunterricht ist im Interesse der ins Zivilleben zurückkehrenden Unteroffiziere und Soldaten zu betrachten… . Der Geist von Gewissenhaftigkeit, Pünktlichkeit und Ordnung ist dem vormaligen Soldaten Gewohnheit geworden… . Er weiß einem Vorgesetzten Respekt entgegenzubringen und sich Respekt zu verschaffen, wenn er selbst Vorgesetzter wird.

Discours sur les progrès accomplis dans l’instruction élémentaire de la France, prononcé à la Sorbonne le 27 juillet 1856 par M. Le baron Charles Dupin, Rede über die im Grundschulunterricht Frankreichs erzielten Fortschritte, gehalten an der Sorbonne am 27. Juli 1856 von Herrn Baron Charles Dupin. [68]

Von der Kasernenschule zur Schule der Arbeit

Krieg ist nicht der gesellschaftliche Normalzustand. Es werden der mutuellen Schule ihre militärischen Abläufe vorgehalten, oder kurz gesagt, dass es in ihr überhaupt Abläufe gibt. Die Totenstarre der Schule der Brüder zieht nach und nach in die Werkstätten ein, und es hat diese Werkstattdisziplin der Bezugspunkt für die Schule in Friedenszeiten zu sein. Die Schule hat die Kinder nicht in Bewegung zu versetzen, nicht einmal in Richtung auf das Wissen. Die Beunruhigung über die möglichen Wirkungen der mutuellen Schule greift um sich. Dies auch unter ihren Förderern, die zunächst lediglich warnen:

«Wir kommen zum Ende dieses ersten Teils und rufen dem Maître in Erinnerung, einer Schule für Kinder vorzustehen, von denen die meisten zu mühereichen einfachen Tätigkeiten und Berufen bestimmt sind. Er darf sich daher nicht mit dem Unterrichten des Lesens, Schreibens und Rechnens begnügen; vielmehr hat er die Kinder in auch den kleinsten Dingen an Gewissenhaftigkeit zu gewöhnen und sie häufig an das große Prinzip zu erinnern, das da lautet: Was immer ihr auch tut, macht es gut»

Journal d’éducation, Erziehungsjournal, Band 2, 1816.

Die Beunruhigung ist allzu groß; der Maître soll seine Schweigsamkeit aufgeben und moralische Ermahnungen zu Gehör bringen.

Handbücher, Ratgeber, Journale und Fragebögen der Gesellschaft zur Verbesserung des Grundschulunterrichts rieseln unablässig auf die Lehrkräfte herab; dies zielt von Anfang an auf die Begrenzung der pädagogischen Ambitionen, der zulässige Unterrichtsstoff wird genau festgelegt und es wird der unter der Julimonarchie schließlich eingeführten Inspektion der Weg bereitet. Mit der Vereinheitlichung der Lesebücher und Schriftmodelle wird auf Kontrolle gesetzt.

Nicht ist eine Armee kollektiv in Marsch zu setzen und zum Wissen oder zum Sieg zu führen; was stattdessen Führung benötigt, sind die Stätten zur Produktion gelehriger Arbeiter. Durchweg betonen die in Frankreich für den mutuellen Unterricht verfassten Handbücher die den Kindern aufzuerlegenden Bewegungsabläufe – deren Ordentlichkeit, Gleichförmigkeit, Disziplin – und unterscheiden sich diesbezüglich vom Originaltext {Lancasters}, der auf die kollektive und institutionelle Natur der eingesetzten Autorität, auf deren fortgesetzte Delegation von Schüler zu Schüler wie auch auf die kollektive Natur der Disziplin verweist.

Die Brüder haben die Schule des arbeitenden Untertanen in Dienst gestellt, eine Schule, in der Autorität nicht umläuft und ständig der gleichen Person zugeeignet ist, welche bestimmt, an wen sie ihre Autorität delegiert. Nicht ist den Kindern das Befehlen durch Gehorchen beizubringen, wie es in den revolutionären Armeen war, wo die in der Schlacht dezimierten vordersten Linien einschließlich der ausgefallenen Führungskräfte pausenlos wieder aufgefüllt werden mussten. [69]

Vielmehr sind die Kinder in die Lage zu versetzen, eines Tages vor der Geißel des Elends sicher zu sein, indem ihnen die Liebe zur Arbeit sowie der Geist der Ordnung, Sparsamkeit und Vorausschau eingepflanzt wird.

1823, circulaire royale pour recommander les frères pour la direction des écoles de charité, Königliches Rundschreiben, mit dem die Brüder zur Leitung der Wohltätigkeitsschulen zurückbeordert werden

Eine Art bleiernen Überwurfs umfängt die Schule, eine allgemeine Starre. Die Zusammenführung der Kinder im Kollektiv stößt auf keinerlei Interesse mehr, stattdessen soll ein jeder den für Körper und Geist vorgegebenen Normen des grundschulisch zertifizierten guten Arbeiters angepasst werden, und es sollen für einen jeden die Ergebnisse bezüglich der diesbezüglichen Konformität gemessen werden. Jedes Kind durchläuft die Schulemaschine als Einzelwesen; sollten sich währenddessen Kollektivphänomene ergeben haben, firmieren diese als Täuschung, Lärm und Geschrei, Außergesetzlichkeit. Der freie oder gezwungene Arbeiter trägt Scheuklappen, hält seine Augen immerzu fest auf seinen Herrn und Meister gerichtet und würdigt die Kameraden neben sich keines Blickes. Schule wird die Maschine zum Austreiben des Désirs zu lernen. Eine der wirklich fundamentalen Charakteristiken des Lernens ist Umkehrbarkeit: in kollektiver Tätigkeit Jemanden etwas lehren und von Jemandem etwas lernen. Ein Kollektiv, das sich Ketten, Fesseln und Joche der Individualität auferlegt, lernt nicht. [70=Leerseite; 71]

Fortsetzung: Weswegen haben die Brüder gewonnen?

[Hinweis: Die Quellenangaben kommen mit dem letzten Artikel dieser Serie]

Kategorien:Bildung Schlagwörter: , ,
  1. No_NWO
    Dezember 16, 2020 um 2:41 pm

    Traumatisierung und Konditionierung bilden einen unauflöslichen Zusammenhang. Sie basieren auf einem direkten Zugriff auf den Körper. Zitat Anne Querrien: „Auf zahlreichen Seiten wird die Körperhaltung abgehandelt, die von Lehrern und Schülern im allgemeinen und beim Lese- und Schreibunterricht im besonderen einzunehmen ist.“

  2. Dezember 16, 2020 um 3:09 pm

    Ich finde den Artikel sehr lang und sperrig. Da ich aber ein lösungsorientierter Mensch bin, frage ich mich: Was macht man nun mit solchen Menschen. Die zweite Frage wäre: Kommt man aus dieser Konditionierung als Einzelner je wieder raus?
    Ich könnte dazu nun etwas schreiben, was mich persönlich betrifft, warum ich eben NICHT konditioniert bin. Aufgrund der hier aber eher schlechten Erfahrungen, der Angriffe gewisser Kommentatoren gegen mich, weil ich persönliche Dinge von mir geschrieben habe, die diesen Kommentatoren gar nicht gefallen haben, unterlasse ich das ab sofort.
    Sehr ihr mal schön zu, wie ihr aus der Kiste wieder raus kommt.

    • No_NWO
      Dezember 16, 2020 um 3:44 pm

      Ja, es soll Menschen geben, deren eingeborene Großartigkeit jeglichen Versuch, sie zu konditionieren, jämmerlich scheitern läßt. Wie schön doch!

      • Dezember 17, 2020 um 8:29 am

        So etwas ist ein Prozess, also nix mit „eingeboren“.
        Aber ihr wollt ja nicht lernen. Das ist EUER Problem, nicht meines.
        Pflege du ruhig weiter deinen Kollektivismus à là Rudolf Steiner. Hast du wenigstens was zu tun.
        Die Esoterikfraktion wird auch keinen Millimeter weiter kommen in ihrer Entwicklung weil Kollektivismus ebenfalls zu ihren Merkmalen gehört.
        Dabei ist es so einfach: Die Gruppe ist immer dumm.
        Aber selbst diese einfache Wahrheit ist zu hoch für euch.

      • No_NWO
        Dezember 17, 2020 um 10:31 am

        Dein Agieren hier nun gerade wieder oder auch soeben auf dudeweblog (gezieltes Entnerven von Miss Kopfschüttel) sagt mir mittlerweile, daß du sachinhaltlich geführte Debatten absichtsvoll sabotierst. Das tust du unter der Legende, bloß eine vom Leben gebeutelte, verwirrte arme und chronisch kranke alte Frau zu sein, die der Fähigkeit verlustig gegangen ist, Textinhalte aufzunehmen und zu verstehen. Was dir die mitleidsvolle Nachsicht der Betreiber der von dir sabotierten Blogs sichert. Mal plusterst du dich als rechtslastig auf, mal als linkslastig, mal zeigst du dich dem Links-Rechts-Schema ganz abhold. Aber immer tust du dies ganz elegant so, daß du deinen Fuß in die Tür einer Debatte stellen kannst, um diese zu ruinieren, indem du Mißstimmung, Verärgerung, Verwirrung und vor allem Empörung bei den von dir Attackierten auslöst. Und du tust dies dermaßen systematisch, penetrant und erfolgreich, daß du ganz sicher nicht die harmlose, verwirrte alte Frau bist, die zu sein du den Eindruck zu erwecken versuchst. Du bist ein durchtrieben kluger, sehr intelligenter und geschickter Agent der Neuen Weltordnung. Du spielst ganz weit oben in deiner Liga. Ich verneige mich.

        • Dezember 17, 2020 um 11:23 am

          Ach Gottchen, du Armer. Du kannst auch „rechts“ nicht mehr von „links“ unterscheiden bzw. du spaltest durch dein Geschreibsel weiter die Leute.
          Wie gesagt, fröne weiter deinem Kollektivismus, das hat dich geoutet als Desinformant. Genau so, wie der Fassadenkratzer ein Desinformant ist. Der verbreitet ja auch den Steiner-Kram, ohne darauf einzugehen wie denn nun die „Dreiteilung des Organismus“ nun zu erreichen wäre.
          Wußte ich aber schon länger. Ich kann nämlich im Gegensatz zu dir, Wahrheit von Lüge unterscheiden.
          So was sind bloße Kopfgeburten, dazu gedacht, Menschen im Denken und vom Handeln ABZUHALTEN.
          Ich kann Textinhalte sehr wohl verstehen, diese Unterstellung deinerseits weise ich hiermit zurück.
          Ich erkenne aber auch wenn einer absichtlich Mumpitz schreibt, so wie du mit deinen ellenlangen Ergüssen über Marx (haha, die Verlinkung eines einfachen Videos, wie das Geldsystem funktioniert, hätte statt dessen gereicht), und jetzt über die Indoktrinierung der Menschen durch schulische Erziehung.
          Also wer mag, kann sich das ja gerne antun. Nur, weiter helfen wird es nicht. Und auf anderes wollte ich auch hier nicht hin weisen. Daß du das, also meinen obigen Kommentar, natürlich dazu nutzt, privat beleidigend zu werden, spricht für deinen niederen Charakter und deine unlauteren Absichten. Noch nicht mal Kritik aushalten kannst du.

          • Dezember 17, 2020 um 11:25 am

            Ergänzung: Im übrigen bin ich keine verwirrte alte Frau, sondern ich bin eine chronisch kranke (körperlich kranke) alte Frau. Daß du widerliche Person dies auch noch verdrehst, spricht einmal mehr für deinen dreckigen Charakter. Klar denken kann ich noch und ICH erkenne sehr wohl was du für „Spielchen“ treibst.

          • No_NWO
            Dezember 17, 2020 um 11:40 am

            Ach-ach, es spricht die empörte Unschuld! Und erklärt sich, wie alle empörten Unschülde dies tun, wider die Sachlage als beleidigt. Nein, es ist dein zerstörerisches Tun und Treiben sachlich benannt worden. Und genauso sachlich wurde daraus ein logischer Schluß gezogen.

          • Dezember 17, 2020 um 11:48 am

            Ich bin nicht empört, du als Mensch bist mir egal.
            Nichts was du schreibst, ist sachlich, sondern es ist erlogen. Und Lüge, darüber empöre ich mich.

  3. Dezember 17, 2020 um 12:13 pm

    ich bin aber noch nicht fertig mit dir, „NO_NWO“:

    Oben schreibst du:
    „Mal plusterst du dich als rechtslastig auf, mal als linkslastig, mal zeigst du dich dem Links-Rechts-Schema ganz abhold. Aber immer tust du dies ganz elegant so, daß du deinen Fuß in die Tür einer Debatte stellen kannst, um diese zu ruinieren, indem du Mißstimmung, Verärgerung, Verwirrung und vor allem Empörung bei den von dir Attackierten auslöst.“

    Das ist schon ziemlich raffiniert verdreht von dir, alle Achtung, Merkel könnte das mit ihren Lügen nicht besser als du.

    Merke dir:

    Ich debattiere da mit, wo ich Ahnung von hab.
    Ich bin weder rechts noch links. Offensichtlich verwirrt dich diese Tatsache.
    Für Gefühle anderer, die dann entstehen, bin ich NICHT verantwortlich.
    Du kannst gerne weiter probieren, mir die Schuld dafür zuzuweisen, daß DU dich ärgerst. Wirst du aber keinen Erfolg mit haben. Ich bin gegen sowas immun. Deine Gefühle sind deine Sache.
    Kannst du gerne weiter über mich lügen, mir geht sowas am Allerwertesten vorbei. Ich kenne das aus dem Netz schon länger. Es wird mich mit Sicherheit nicht davon abhalten, dein Treiben weiter zu beobachten und entsprechend zu kommentieren.

    • No_NWO
      Dezember 17, 2020 um 2:30 pm

      Lächerlich! Neulich so unbedacht, hier sogar den „Obersten“ deiner albernen NewAge heidnisch-germanischen Sekte zu erwähnen und zu erklären, nicht sicher zu sein, ob der deine damals gerade mal aktuelle Position billigen würde! Lächerlich doch, dann mir, der absolut KEINER weltanschaulichen Gruppierung überhaupt nur im entferntesten(!) angehört, „Kollektivismus“ zu unterstellen. Wahllose Projektionen, purste Projektionen deines Tuns und Treibens auf ein Gegenüber, das deinen Phantasmen von „Kampf“ nicht nach dem Mund redet.

      Wo ist sie denn, die große Armee der aufständischen Sklaven, der alberne Traum aller geistig Impotenten, aller Linken und Rechten, von der Sozialdemokratie bis hin zu ihrem Spiegelbilde namens AfD, Traum aller Agenten von Imperialismus und Großkapital!? Wo, bitteschön, wo ist sie, wenn nicht in deiner Untertanen-Phantasie!

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: