Startseite > Bildung, Gesellschaft > Denkst Du noch selbst oder wirst Du schon gedacht?

Denkst Du noch selbst oder wirst Du schon gedacht?

Hier auf diesem Blog findet sich eine deutsche Übersetzung von «l’ensAignement» (1976) der Soziologin Anne Querrien. Jene Publikation beantwortet die Frage nach der Herkunft der allgemein verbreiteten Schwäche der Fähigkeit zu kritischem Denken mit der Staatsschule, indem deren historische Entstehung nachvollzogen wird — Unterricht und Aderlaß, enseignement und ensaignée! Angefangen mit dem Heiligen Jean Baptiste de LaSalle (lasallefrance.fr), ist die moderne Grundschule unter dem Gesichtspunkt entwickelt worden, Kindern die Fähigkeit zu klarem, eigenständigen und logischen kritischen Denken auszutreiben wie einen Teufel.

Werden Kinder für ein Denken bestraft, das sie in offenen Widerspruch zu einer in ihrer Beziehungsumgebung vorfindlichen kognitiven Dissonanz bzw. Hippokrisie bringt, hören Kinder früher oder später auf, überhaupt noch eigenständig zu denken. Sind Hippokrisie und entsprechend auch die Bestrafung extrem, wie z.B. bei manifesten (körperlichen und seelischen) Kindesmißbräuchen, kommt es zu der als «Borderline» bekannten Erkrankung: Irrationalität in Denken und Verhalten sind ein markanter persönlicher Wesenszug geworden.

Kommentar von No_NWO an anderer Stelle, und weist auf eine Artikelserien hin, deren letzter Artikel dieser ist.

Ich habe mich gestern und heute ein wenig auf dem inzwischen stark meinungsbeschränkten Twitter-Portal umgeschaut. Ich empfand das dort inzwischen sehr gruselig. Es sind nur noch wenige kritische Stimmen wahrzunehmen. Viel dreht sich um die Verurteilung eben der Kritiker der Corona-Maßnahmen als asoziale Faschisten. Ich vermute wohl meist aus Angst, weil nur ein Teil der möglichen Fakten bewusst ist? Dass am Ende doch gerade diese Meinungsverengung selbst faschistisch ist, fällt nicht auf. Kritische Stimme kommen eher von Älteren, wohl weil diese nicht mehr so abhängig vom System sind?

Jean Liedloff starb 2011 mit 84 Jahren

Ich hatte die Tage mal wieder das Buch Auf der Suche nach dem verlorenen Glück: Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit von Jean Liedloff in die Hand genommen. Motiviert u.a. weil nun inzwischen das 3. Enkel in den letzten zwei Jahre bei uns angekommen ist, und ich mich erinnerte, dass Jean doch sehr interessante Vergleiche zwischen dem Aufwachsen der Kinder in unserer „zivilisierten“ und den „indigen“ aufwachsenden Kindern der Yequana in Südamerika darbot und es zu lernen gibt. Ich schrieb vor längerer Zeit u.a. diesen Artikel über die Erkenntnisse von Jean: Über die wirkungsvollste Art, Kriminalität vorzubeugen ….

Gerne möchte ich die folgende Passage aus ihrem Buch hier ins Regal stellen, verdeutlicht es doch, wie gedanklich frei diese Kinder aufwachsen im Gegensatz zu unsere „verschulten“ Kindern (hm, warum muss ich gerade an „verstrahlt“ denken?), also wie No_NWO in obigem Zitat dargestellt hat.

Yaquana-Mutter mit getragenem Kind

Allein das wenige aus dem sehr empfehlenswerten Buch Jean macht den Unterschied deutlich. Die Yequana wachsen mit einem Urvertrauen auf, so dass sie auch darauf vertrauen, dass ihre Kinder jeweils das zu lernen bereit sind, was sie gerade für sich erlernen können und wollen. Sprich, sie sind in ihrer Entfaltung im Wesentlichen ihrem eigenen Willen unterworfenen und nicht dem der Eltern. Und wenn ich mir das Ergebnis – siehe obigen Schlusssätze, anschaue, so sind sie, was das Gedeihen als frei denkender Mensch angeht, um vieles Voraus, bzw. scheint unsere Zivilisation doch das zu bestätigen, was No_NWO eingangs darstellte:

Uns wird das freie Denken in der Regel in den Schulen ausgetrieben.

Mir scheint, dass sich nach Kriegsende eine gewisse Befreiung eingestellt hatte. Mit Pisa ist das dann wohl endgültig über den Haufen geworfen worden?

Am Ende denken uns nun unsere neuen Führer vor (oder jene Think Tanks der Eliten hinter ihnen), und wir haben wieder unkritisierend zu folgen …

Kategorien:Bildung, Gesellschaft Schlagwörter: , ,
  1. Du hast noch keine Kommentare.
  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: