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Das Korps der Lehrerschaft


Der folgende Text setzt die neun ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte (siehe), und wie die Sicht der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ausfiel (siehe)und wie Aufstellung des Heers der Arbeit als Zufuhr gehorsamer Arbeiter durchgeführt wurde (siehe).  Der dritte Teil betrachtete mehrere Strategien der Lehre in Bezug auf ihre Effektivität. Dabei lernten wir die Vorteile des mutuellen Unterrichts kennenDer vierte Teil stellt dar, aus welchen Gründen am Ende der mutuelle Unterricht scheiterte und der Simultane den Vorzug bekam. Der fünfte Teil geht der Frage nach, warum die mutuelle Schule sich nicht gegen die Brüder durchsetzen konnte. Der sechste Teil zeigt auf, wie Schule in Frankreich überall angeglichen wurde. In der zweiten Hälfte spricht Anne über ihre emotionale Lage während der Erarbeitung der Studie mit einer Bewertung, die die Administration zu Innovationen steht. Diesen Teil empfinde ich als den deutlich spannenderen. Der siebte Teil betrachtet die über alle Maßen stattfindende Kontrolle. Einer Kontrolle der Lehrer über ihre Schüler, aber auch der Inspekteure über die Lehrer. Sehr gruselig, wie ich finde. Der achte Teil befasst sich mit der Vereinnahmung der Eltern als Zuführer ihrer Kinder in die allgemeine Schule sowie den Zweck der Architektur der Schulen. Der neunte Teil geht auf die Ideologie ein, die Kinder allein auf die Reproduktion neuer Arbeiter und Soldaten des Vaterlandes zu fokussieren, sprich auf das Funktionieren als Familie auszurichten, um den Kreis zu schließen. Der nun folgende Teil geht auf die Komponente der Schulfabrik ein, die die Formierung der neuen Arbeitsdrohnen sicherstellt. Während bei mir in den vorherigen Kapiteln das Mitleid mit den Schülern anklang, tut es das nun auch mit den Lehrern.

Das Korps der Lehrerschaft

Anne Querrien, Autorin des hier vorliegenden,
ins Deutsche übersetzten Texte

Das Korps der Kinder herzustellen, verlangt eine Prägematrize. Die für diese Matrize bezeichnenden Konturen, die dem Korps der Lehrerschaft zu verleihenden charakteristischen Züge, stehen so lange im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der verschiedenen, einander folgenden Reformer, bis das gesamte Staatsgebiet zu Beginn der Dritten Republik schließlich von Pädagogischen Hochschulen bedeckt ist. Die Herstellung der Matrize scheint nun abgeschlossen zu sein.

Bei genauerer Betrachtung finden das Genie von Jean Baptiste de la Salle sowie der Erfolg seiner Einrichtung in seiner Vorreiterrolle im Bereich Lehrerausbildung Erklärung . Die Gemeinschaft der Brüder von den christlichen Schulen, die sich die Erteilung von Grundschulunterricht zur Aufgabe macht, ist die erste Lehrgemeinschaft, die ausdrücklich das Postulat formuliert, daß Lehrkräfte sich Gesetzen zu unterwerfen haben, die sehr viel drakonischer sind als die, denen gewöhnliche Mitglieder der Gesellschaft unterstellt sind. Denn nur und allein derjenige wird die Aufgabe stemmen können, für ihre Unabhängigkeit und Nachlässigkeit bekannte Einwohnerschaften an ein normales Maß an Untertänigkeit und Unterwerfung unter das Gesetz zu gewöhnen, welcher sich selbst ein Mehr, einen Überschuß an untertäniger Ergebenheit und Unterwerfung unter
das Gesetz auferlegt.

Mit einem Korps der Lehrerschaft bzw. einem Lehrkörper wird ein Soziusstabilisator {Der soziologische Begriff Sozius steht für ein Individuum, das die zentralen Vorstellungen von der Gesellschaft und von deren Entstehungsgeschichte mit anderen teilt und sich aufgrund dieser Gemeinsamkeit mit diesen anderen in einem gesellschaftlichen wie auch allgemein menschlichen Wir verbunden fühlt.} herangebildet. Zur Anfangszeit der Schule der Brüder, um den Wechsel vom 17. zum 18. Jahrhundert hin, stellt
sich das Problem des Soziusstabilisators zunächst nur auf der Ebene der die Großstädte bewohnenden randständigen Armen. Erst mit der Wirtschaftskrise der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und mehr noch im Gefolge des Sturms der Revolution wird der Soziusstabilisator zu einer gesamtgesellschaftlichen Frage. Die Schule der Brüder disqualifiziert sich durch ihre Unfähigkeit,
die Soziusfrage zu beantworten, doch lassen sich bei ihr die Hinweise finden, in welche Richtung nach der Lösung zu suchen ist. [164]

Die Gemeinschaft der Brüder von den christlichen Schulen

Die Hauptcharakteristiken der Gemeinschaft der Brüder von den christlichen Schulen finden in dem von Jean Baptiste de la Salle verfaßten und im Jahr 1689 erschienenen Le mémoire sur l’habit, Denkschrift über den Habit, Darstellung. Die Brüder haben alle den gleichen Gemeinschaftshabit zu tragen, der weder ganz kirchlich noch ganz weltlich ist und der jedermann die außerhalb des Bekannten und Gewohnten angesiedelte gesellschaftliche Stellung der Brüder vor Augen führen sowie den Brüdern, falls dies erforderlich sein sollte, die nötige Empfindung ihrer Abhängigkeit von der Hierarchie ihrer Gemeinschaft eingeben soll. Überall ein Fremdling, im Niemandsland zwischen Kirche und Gesellschaft zu Haus und von allen Seiten abgelehnt, kann der Bruder sich allein auf seine Gemeinschaft verlassen, welche die einzige ihm Anerkennung bietende gesellschaftliche Gruppierung ist und ihm den Weg zu seiner Erlösung haarklein vordiktiert. So gerät der Bruder mit der Annahme des Gemeinschaftshabit auf Dauer in das Mahlwerk der Gefühle von Schuld und Verrat, was ihn bis zum äußersten in die Konformität treibt. In der Gemeinschaft der Brüder von den christlichen Schulen wird «mit Regeln, in Abhängigkeit von jedem und allem, völlig eigentumslos und ganz und gar uniform» gelebt (Denkschrift über den Habit). Nicht zuletzt ist auch das Ernährungsregime uniform.

Nach und nach nimmt Jean Baptiste de la Salle diese Elemente in den Wortlaut der Regel der Gemeinschaft der Brüder von den christlichen Schulen auf. Die Brüder haben allezeit gemeinschaftlich zu leben, um unablässig übereinander wachen zu können, auf daß ein jeder seiner Mission vollauf gerecht wird. Das der Regel unterliegende Postulat ist mit Blick auf die Kinder und deren Erziehung von insbesondere abstoßender Art: Zur Verhinderung der Abwanderung von Lehrkräften wird zu dem übelsten aller denkbaren Mittel gegriffen, indem Leute herangezogen werden, die aufgrund der in ihre Körper und Hirne eingebrannten seltsamen Gewohnheiten unfähig sind, eine andere Tätigkeit als die einer Lehrkraft auszuüben.

Mithin stehen die den Brüdern auferlegten Lebensregeln allen normalen gesellschaftlichen Neigungen entgegen; es haben diese Regeln deshalb selbstverständlich sehr viel Nähe zu denen religiöser Gemeinschaften. Die Brüder haben sich aller Welt gegenüber gleich zu verhalten und dürfen niemanden bevorzugen. Sie dürfen nicht mit den Kindern reden, sie dürfen sich nicht nach was auch immer erkundigen, sei es nach den Lebensumständen der Kinder oder nach deren Milieu, sie dürfen keinerlei Interesse für die Kinder zeigen. In der Schule dürfen die Brüder aus keinen anderen Büchern lesen als aus denen ihrer Unterrichtsklasse und sie dürfen sich nicht für das gesellschaftliche Geschehen interessieren. Ohne Erlaubnis ihres Direktors dürfen sie nichts tun. Will ein Bruder auf Reisen gehen, muß er dem Bruder Direktor den Reisegrund nennen, und sich die Reiseroute vorgeben lassen.

Alles Tun der Brüder ist minutiös geregelt. Sie brauchen lediglich dem Weg, den sie mit der Annahme des Gemeinschaftshabit eingeschlagen haben, zu folgen. [165] Daß sie dies tatsächlich tun, erlaubt die räumliche Anlage des Schulgebäudes zu überprüfen; die Denunziation seines Mitbruders gegenüber dem Bruder Direktor ist die einzige dem Bruder aus eigener Initiative zugestandene Wortmeldung. Die Unterwerfung eines jeden Bruders unter den Bruder Direktor ist total.

In der Person ihres Direktors sollen die Brüder allezeit Gott erblicken… . Ihm sollen sie ein demütiges und völliges Vertrauen entgegenbringen und ihm all ihre Schwachheiten, die des Körpers, wie auch die des Geists, entdecken… . Sie sollen zudem sehr viel Sorge tragen, ihm in einfacher Weise und vertraulich von allem ihrem inneren Erleben Kenntnis zu geben… . Sie sollen auf keine der vom Bruder Direktor ausgehenden oder in seinem Namen mitgeteilten Ermahnungen, Vorstellungen und Anweisungen irgendetwas erwidern; und sie sollen das ihnen vom Bruder Direktor oder in seinem Namen Aufgetragene auf der Stelle ausführen, auch wenn ihnen dies mühselig und schwierig sein sollte.

Auszüge aus dem Statut der Gemeinschaft der Brüder von den christlichen Schulen aus dem Jahr 1787

Allertotalste Abhängigkeit von der Hierarchie; Eigentümlichkeit des Verhaltens und konsequente Solidarität; gleichförmige Betriebsweise an geographisch getrennt gelegenen Orten: dies alles sind Charakteristiken eines Korps.

Warum ein Korps der Lehrerschaft

Überdies fundierte die Gemeinschaft der Brüder von den christlichen Schulen ihre Charakterzüge materiell: Die Gemeinschaft soll aus mindestens drei Brüdern bestehen; wären es weniger gewesen, wäre es Jean Baptiste de la Salle unmöglich gewesen, Respekt für seine der menschlichen Natur so sehr gegenläufigen Prinzipien zu erlangen. Der tatsächliche Wirkradius der Gemeinschaft blieb auf ihr eigenes Herrschaftsgebiet beschränkt und dehnte sich nicht auf die Gesamtgesellschaft aus, wie dies der Wirkradius des staatlichen Bildungswesens später tun sollte, welches letztere die Absicht, die Kinder der Armen in Arbeit zu bringen, dem Ziel nachordnete, die gesamte Einwohnerschaft des Staatsgebiets dem Gesetz zu unterwerfen.

Während der vorrevolutionären Zeit kommt die Idee auf, die Kinder des Staats könnten allein durch Staatsbeauftragte erzogen werden. Mit dem Dekret vom 17. März 1808 wird diese Idee Gesetz. Der Aufbau der imperialen Universität verleiht dem «vor der Revolution unverstandenen Prinzip der Zugehörigkeit des öffentlichen Bildungswesens zum Staat» die Weihen (siehe: Guizot, Essai sur l’histoire et l’état actuel de l’instruction publique en France, Aufsatz über die Geschichte und den augenblicklichen Zustand des öffentlichen Bildungswesens in Frankreich, Paris 1816).

Guizots Kommentar zu diesem Dekret kündigt bereits die Pädagogischen Hochschulen an und entwickelt die leitenden
Grundsätze für die Aufstellung des Korps der Lehrerschaft, für dessen Formung Guizots Wirken maßgeblich sein wird: [166]

  • «Es ist Sache des Staats, all denen, welche die Erziehung vom Staat wollen, Erziehung in öffentlichen Einrichtungen anzubieten, sowie die Erziehung in den Einrichtungen, in denen sie Gegenstand privaten Gewinnstrebens ist, zu überwachen» (S. 77).
  • Es sind «alle in den öffentlichen Erziehungseinrichtungen tätigen Menschen in einem großen Korps zu vereinen, welches auf eine Weise zu gestalten ist, daß es in den ihm Angehörenden jene Eintracht gebiert, jenen Wetteifer und jene Energie, die sich aus dem Geist des Korps ergeben, indem die Unannehmlichkeiten vermieden werden, die ein exklusives Privileg sowohl für die Nation als auch für das Korps selbst nach sich ziehen würde» (S. 91).
  • Es ist «jenes Korps der Lehrerschaft keiner gewöhnlichen Verwaltung, sondern einer speziellen Behörde zu unterstellen, welche ihm analog ist; welche mit ihm Beziehungen unterhäIt, die seine Interessen und seine Lage zum Inhalt haben; welche aus diesen Beziehungen eine Kraft und einen Einfluß von einer ganz eigentümlichen Natur schöpft, welche letztlich zweierlei zu sichern weiß: einerseits der Regierung den Einfluß zu sichern, den sie auf die nationale Erziehung ausüben können muß, andererseits dem Korps der Lehrerschaft einen wirksamen Schutz sichern, eine ehrbare Würde und eine kluge Unabhängigkeit» (S. 91).

Als das Dekret in Kraft gesetzt war, sann man zunächst auf die Vereinigung aller tatsächlich lehrtätigen Personen im Korps der Lehrerschaft. Man ließ die Präfekten und Bischöfe eine Bestandszählung aller vorhandenen Erziehungseinrichtungen vornehmen. Und tatsächlich war das Korps der Lehrerschaft vor der Überdeckung des gesamten Staatsgebiets mit Pädagogischen Hochschulen und vor dem Zeitpunkt, als unter der Dritten Republik schließlich alle Schulen mit aus Pädagogischen Hochschulen hervorgegangenen Lehrkräften bestückt waren, ein sehr schlecht gefügtes Gebilde, an dem die Grundsätze Uniformität, Eigentümlichkeit des Verhaltens und interne Solidarität vorbeiliefen. Es gab noch nicht jenes Korps, das Seine Majestät Louis der XVIII. forderte: «Seine Majestät will ein Korps, dessen Lehrdoktrin gegen die kleinen Fieberanfälle der Mode geschützt ist; das auch dann noch marschiert, wenn die Regierung entschlummert ist; dessen Verwaltung und Statuten so sehr zum Nationaleigentum werden, daß niemand sich leichthin entschließen könnte, an sie zu rühren» (Ambroise Rendu, Essai sur l’instruction publique, Aufsatz über den öffentlichen Unterricht, 1819).

Es bietet die kluge Unabhängigkeit des Korps der Lehrerschaft die Garantie, daß dies Korps eine primäre, von den sekundären Formationen bzw. von den politischen Superstrukturen unabhängige Repression auf den Gesellschaftsverband ausüben wird. Während der Periode der Restauration besteht Klarheit über den kurzlebigen Charakter jener Superstrukturen so wie auch über die für eine dauerhafte Machterhaltung unabdingbare Notwendigkeit, die Massen und deren gesellschaftliche Einbindung so weit wie möglich abseits der politischen Bühne zu halten. Die politische Unabhängigkeit des Korps der Lehrerschaft ist die sicherste Garantie für dessen profunde Abhängigkeit: [167] nicht Abhängigkeit in Hinblick auf eine bestimmte Regierung, sondern in Hinblick auf die Regierung als Funktion; nicht ideologische sondern funktionelle Abhängigkeit.

Unabhängigkeit des Korps der Lehrerschaft

Der Einsatz von Großkorps zur Bedienung der Hauptfunktionen des Staats ist einer der charakteristischen Züge der napoleonischen Verwaltung und wird zum Erbe der Restauration. In den Departments stehen die dortigen Ministerien von ihnen eingerichteten Schulen vor, um die Ausbildung der den Großkorps Angehörenden für ihre jeweiligen Aufgaben in den diversen öffentlichen Diensten des Departments sicherzustellen. Doch sind diese Großkorps nicht unabhängig; ihre Aufgabe liegt in der direkt technischen Umsetzung staatlichen Handelns entlang von auf materielle Gegenstände bezogenen Verwaltungsvorschriften, welche extrem präzise gefaßt sind.

Der Unterrichtsgegenstand ist moralisch; auf dem gesamten Staatsgebiet sollen Sitten und Gebräuche eine die Legitimation der neuen Führungsschicht begründen könnende Uniformität haben. Ein solches Vorhaben hat nun aber unendlich viele besondere Situationen einzubeziehen. Überall muß das gleiche Ergebnis erhalten werden, was ein Vorgehen verlangt, welches mit den wechselnden Zielobjekten – mit den individuellen Verhaltensweisen der Staatsuntertanen – ebenfalls wechseln muß. Das Korps der Lehrerschaft muß Regeln finden, welche anders sind als die der staatlichen Großkorps. Hierzu nochmals Guizot:

Lassen sich für die Unterrichtsgegenstände und -methoden, so wie für die Tätigkeiten eines Ingenieurs oder Steuerbeamten, feste und allgemeine Regeln aufstellen? Zweifellos nicht; alles hier ist speziell und individuell; alles muß zum Gegenstand einer Untersuchung und einer gesonderten Beurteilung werden; das Einzelne wie das Gesamte wären ohne vorausgegangene moralische Überlegungen weder richtig zu würdigen noch zu regeln… . Zur angemessenen Führung solcher Angelegenheiten sind Männer auszuwählen, die direkt aus der Berufswelt des öffentlichen Unterrichts kommen, mit den dort herrschenden Gepflogenheiten, mit dem zugehörigen Wissen und auch mit den mit diesem Wissen verknüpften Ideen bestens vertraut sind und die sich dieser Art von Tätigkeiten wenigstens zu einem Teil verschrieben haben.

Sie allein können in diesen doch so sehr weitgreifenden, besonderen wie auch nicht exakt bestimmbaren Einzeldingen, welche mit allen Fragen der Verdientheit um den Beruf einhergehen, gerechte und aufgeklärte Richter sein… . Es geht nicht einfach nur um die sichere Feststellung, ob ein Verwaltungsbeamter die ihm übertragenen Aufgaben gut oder schlecht erfüllt hat; vielmehr gilt es, das Gesamtverhalten eines Mannes, seinen Charakter und seine Gedankengänge zu kennen und zu prüfen, Einfluß auf seine Ansichten zu gewinnen, ihn zu studieren und zu guter Letzt zu lenken, und dies nicht nur als Beamter, sondern auch als Mensch, denn der Mensch ist hier nicht weniger wichtig als der Beamte… .» [168]

Die Überwachung muß sich auf alle erstrecken, die auf Kinder und Jugendliche unmittelbar einwirken, sie darf aber nicht zu grell sein. Sie soll «eher durch eine Art allgemeine und gewohnheitsmäßige Beeinflussung als durch häufiges und entschlossenes Eingreifen ablaufen.» Letzten Endes sind die Lehrkräfte mit Blick auf den «Stand, den jene Behörde ihnen verleiht, zu beraten, zu unterstützen und zu lenken,» auf daß sie diesen Stand für sich «begrüßen».

Gegründet sein muß eine solche {Eigen-}Regierung auf die Einheit von denen oben und denen unten, auf eine Art moralischer
Gleichheit, gewissermaßen auf eine aus ihren Gewohnheiten und Tätigkeiten erwachsene Gemeinschaftlichkeit; ohne dieses besäße diese Regierung keinerlei Kraft, und die Regierten keinerlei Eifer.

Die vier vom Korps der Lehrerschaft zu erfüllenden Bedingungen
sind laut Guizot:

  • Die Unabhängigkeit des Korps in Bezug auf den Staat, dem es in Betreff aller internen Personalbewegungen unterstellt ist: Beförderungen, Umbesetzungen, Ernennungen, Ausschlüsse. In eben diesem Sinne ist das Korps dem Staat untertan und garantiert die Untertänigkeit eines jeden der ihm Angehörenden.
  • Die Untersagung jeglicher nichtindividueller Zusammenschlüsse innerhalb des Korps; es darf keine Untergruppen geben, keine potentiell abweichenden kleinen lokalen Machtformationen.
  • Das Korps rekrutiert seine Neuen selbst und bildet sie selbst aus; zuvor muß es diese an sich ziehen, sie allseitig studieren, mit seinem Geist durchdringen; es muß entscheiden, für welche Aufgaben sie am besten geeignet seien und sie entsprechend ausbilden.
  • Es braucht eine von der Eigenregierung des Korps ausgeübte interne Rechtsprechung, die sich zur Durchsetzung der Pflichterfüllung der dem Korps Angehörenden Gehorsam verschaffen und im Fall von Widersetzlichkeit oder Verstoß Strafen aussprechen kann.

Das Korps der Lehrerschaft ist das Modell für die Gesamtgesellschaft. Im Jahr 1816 nehmen die Gesetze, die man jenem Korps
vorangestellt sehen will, jene anderen Gesetze vorweg, die im Staat triumphieren sollen: Gesetze zur Bewahrung des bestehenden Gesellschaftszustands und des bestehenden Staats. «Es müssen Menschen, denen ein Staat überantwortet wird, Pflichten auferlegt werden; der Mensch bemüht sich wegen seiner Pflichten mehr als wegen seines Nutzens; doch es müssen denen, welchen Pflichten auferlegt werden, auch Rechte zuerkannt sein. Denn die Rechte und die Pflichten gehen auseinander hervor und verstärken sich gegenseitig.» Und in Sachen Eigenregierung des Korps der Lehrerschaft ist den «unter dem Gesetz ihrer Regierung lebenden gebildeten und arbeitsamen Menschen vonseiten ihrer Regierung Wertschätzung entgegenzubringen; sie sind zu ehren und zu ermutigen; in den Augen dieser Menschen muß ihr nutzbringendes Tun Adel gewinnen, und es muß ihnen durch die gereiften Beschlüsse ihrer Regierung und durch die Aufmerksamkeit, welche diese allem schenkt, das diese Menschen angeht, die gerechte Zusicherung gegeben werden, daß ihre Interessen niemals weder leichtfertig behandelt, noch vergessen, noch mißachtet sein sollen» (Guizot, S. 147-152). [169]

Kategorien:Bildung Schlagwörter: ,
  1. henningnaturdesign
    Februar 28, 2021 um 12:01 am

    Es gibt nur ein lebendiges Erden-Prinzip:
    Das ist bedingungslose Liebe in Harmonie
    durch bedingungslos Helfen und Schenken.
    Das bedeutet alle natürlich fliessende Licht-Leben-Energie, ist in Harmonie und in bedingungsloser Liebe.

    Jede duale Disharmonie einer Wortenergie,
    – sei es eine Absicht
    – oder sei es eine Gewalt
    – oder sei es was wir alle derzeit Leben: eine Absicht mit Gewalt,
    – sowie jede Forderung die eine Bedingung mit enthält <
    < die auf ein Recht, oder
    < die auf ein Werkzeug Geld, oder
    < die auf ein Vermögen gerichtet ist,
    – ist eine fehlerhafte Massnahme am göttlichen Erden-Prinzip und gegen das physische Leben,
    – wo Alles Sich Selbst gehört.

    Alle Mit-Schöpfer am Leben achten dieses Prinzip bedingungsloser Liebe.
    WIR sind alle e1n Bewusstsein, physischer bedingungsloser Liebe, natürlich fliessender Licht-Leben-Energien.

    Wer das Prinzip missachtet, der ist ein Mit-Täter am Leben minimierender Prozesse, weil er Bedingungen stellt.
    Mit jeder Manipulation, Forderung zu einer Bedingung entstehen Gewalt, Disharmonie, sowie Krankheitssymptome.
    Weil geistige Kräfte, wie Regeln, Verbote und Strafen, den Fluss physischer Kräfte von Licht-Leben-Energien die Gesunderhaltung beeinflussen oder auch blockieren.
    Ein Energiemangel erzeugt Krankheitssymptome.
    Erkältung ist eine Erkrankung durch den Energiemangel an Wärme.
    Medikamente sind chemische Gifte, die Krankheitssympomte abtöten.
    Heilung ist ein energetischer Prozess wo Licht-Leben-Energie im natürlichen fluss ist.

    Mit Recht alleine kommt bei der Gewalt keiner weiter.
    Die 7 wichtigsten Wortbegriffe die sich als ein Narrativ energetisch
    ändern werden:
    1. aus: Alles ist aus dem Nichts wird Alles ist aus dem Licht und
    Leben-Energie.
    2.aus: Krieg und Frieden wird ein energetisches Paradies wo alles für
    Frei ist.
    3. aus: Der Kampf ICH gegen das DU im Wettbewerb wird ein Wir-Denken in
    Einheit
    4. aus: Wettbewerb wird Kooperation
    5. aus: Demokratie wird Konsens
    6. aus geltendendes Recht Alle Staatsrechte aller Staaten und aller
    Firmenrechte wird wirkendes Recht die natürlich agierende Kraft
    lebendigen Bewusstsein
    7. aus: der Missachtung am höchsten Lebenwert wird die Achtung höchster
    Werte am Leben, bedingungsloser Liebe durch schenken und helfen
    bedingungslos ohne Gewalt.
    Jede Bedingung und jede Gewalt ist ein Prozess der Leben in seiner
    energetischen Bewegung- Freiheit und Qualität und Quantität minimniert.

    Wenn Sie Fragen, oder Anregungen haben schreiben Sie bitte:
    An den Botschafter der physisch, lebendigen Erde
    botschafter.d.phys.leb.erde@protonmail.com

    Mehr Information im Link
    Der neue kalte Krieg
    https://www.academia.edu/45104462/Der_neue_kalte_Krieg_wie_beenden
    Kritiker müssen zum Schweigen gebracht werden.
    https://www.academia.edu/45136806/Kritiker_m%C3%BCssen_zum_Schweigen_gebracht_werden
    Der Botschafter der physisch, lebendigen Erde wünscht allen Lesern eine
    schöne Zeit, alles Gute, Gesundheit und Seegen.
    Henning

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