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Rituelle Gewalt: Verschwörungstheorie?

Angst im Gesicht eines Kindes
Foto: Netzfund

Der „Bericht“ am Ende des Artikels Zersplitterung nach Therapie – Bedenkliche Auswirkungen der „Rituelle Gewalt Mind-Control“-Theorie ist perfide. Als Verschwörungskennerin würde ich vermuten, daß dies ein erfundener Bericht ist. Meines Wissens arbeiten Psychologen in dieser Zeit und in diesem Land so, daß sie Erinnerung zu verhindern suchen und eher darauf bestehen, daß der Patient vergessen soll und einfach ein schönes Leben konstruiert. Das habe ich nun schon von so einigen Menschen gehört und auch dazu Passendes gelesen.

Perfide ist auch, daß hier etwas Wahres als absolut falsch und sogar lächerlich dargestellt wird. Vor Jahren las ich das Buch einer Therapeutin über ihre Klientin „Eve“, bei der sie so etwa 100 Persönlichkeiten feststellte. Mir kam alles, was ich las, als höchst freundlich, respekt- und verständnisvoll vor, und gar nicht über-griffig, wie in der hier dargestellten „Therapie“. Die Patientin Eve wurde gesund nach einiger Zeit. Sie entschied sich, einige Persönlichkeiten zu behalten, hatte sie aber integriert und war sich ihrer Gegenwart bewußt. Sie konnte dann ein weitgehend normales Leben führen. So geschehen in Amerika vor etlichen Jahrzehnten, und es galt als Durchbruch in diesem Feld.

Eine Freundin von mir hat eine schizophrene Tochter, deren Missbrauch durch den Vater kein Hirngespinst ist. Diese bedauernswerte Frau erhält eine Gruppentherapie im Monat, nachdem sie mehrmals lange eingesperrt war. Mehr kümmert man sich nicht um sie (außer ihrer Mutter, die alles in ihrer Macht stehende tut, um für die Tochter da zu sein, was aber oft ins Unmögliche umschlägt.). In Jahrzehnten hat niemand ihr oder ihrer Mutter erklärt, wie das mit den Stimmen usw. zustande kommt. Ich war erstaunt, wie die Mutter mit der Tochter sprach – völlig ohne zu kapieren, daß die Tochter sie nicht verstehen konnte mit dem, was sie von ihr verlangte und jedes Verständnis dafür, wer denn da gerade schrie. Nachdem ich ihr auch nur erklärt hatte, was Schizophrenie bedeutet, was Menschen dabei so zu erleben scheinen, hat sie Wege gefunden, die Situation anders zu gestalten, für sich selber zumindest. Die Nichthilfestellung der Mediziner empfinde ich als grobe Verfehlung. Ich selber bin ja keine Medizinerin und mein Wissen ist eher durch Selbsthilfe erwachsen, da ich als Kind komplexes Trauma erlitt nach Unfall.

Bevor ich mit meiner Freundin sprach, wollte ich mich daher einfach informieren über Lesematerial für sie und dabei stellte aber fest, daß da nichts Brauchbares im Netz zu finden war, besonders nicht im Deutschen. Ich stellte fest, daß eben die Einstellung gegenüber solchen Patienten sich komplett ins Gegenteil verkehrt hat. Heutzutage gibt man Medikamente und basta. Es wird behauptet, daß Schizophrenie nichts zu tun hat mit Lebenserfahrung und irgendwann einfach so zutage tritt, man weiß nicht so recht warum.

Ein anderer Freund hatte eine ähnliche Erfahrung, allerdings ist er nicht schizophren. Er war traumatisiert durch einen versuchten Mordanschlag auf ihn durch Asylbewerber, denen er zu Seite gestanden hatte als Übersetzer. Er hatte seither schwere Panikattacken. In der Reha wurde er angewiesen, er dürfe über das, was ihm geschehen war, nicht sprechen, da es politisch sei. Ich erwähne dies, weil es aufzeigt, daß das, was politisch nicht erwünscht ist, vielleicht öfters unter den Teppich gekehrt wird, auch zum Schaden des Patienten. In diesem Fall war es so. Er war erleichtert, einfach nur seine Erfahrung mir erzählen zu können und danach ging es ihm Schritt für Schritt besser. So leicht war das.

In 6 Wochen Reha geschah das nicht ein einziges Mal, daß er seine Geschichte erzählen durfte.
Was in diesem „Bericht“ erzählt wird von den Personen in uns, sehe ich meiner Erfahrung nach als komplett wahr an. Wir nehmen es aber nicht wahr, bis wir uns darauf einlassen. Meistens sind wir deshalb nicht schizophren. Wir tragen aber schon Programme in uns, eben die Programme, welche die Gesellschaft uns auferlegt hat, oder manchmal auch nur die Eltern usw. In meinem Fall wollte niemand das absichtlich, aber es geschah im Zuge des traumatischen Erlebnisses, welches die gesamte Familie traumatisierte. Es kann wirklich sehr hilfreich sein, wenn man diese „Anteile“, wie sie sehr viel freundlicher auch genannt werden, erkennt und sich mit ihnen anfreundet, sie integriert. Dann sind sie oft auch aufgelöst. Bei Trauma kann das, wie bei mir, durchaus hilfreich sein und eine gewisse Besserung herbeiführen. Das ist mir auch von anderen Menschen bekannt, die durch die Kenntnisnahme einer – wohl milderen – Zersplitterung ihr Leben in den Griff bekamen. Wir verdrängen allesamt Dinge, die wir nicht verdauen konnten, als sie auf unseren Teller gelegt wurden. Mit freundlicher Hilfe kann man das erkennen und sich befreien von dem Schleier, weil man sieht, dass die Interpretation, das ist was uns am meisten zu schaffen macht, nicht das ist, was in der Tat geschah.
Ich will hier nicht behaupten, daß es für stark und absichtlich traumatisierte und zersplitterte Menschen auch so einfach sein kann.

Ich habe von solchen extremen und absichtlich herbeigeführten Fällen zum ersten Mal vor Jahrzehnten in Amerika gehört, als meist Frauen Erinnerungen erfuhren, mit denen sie zuerst nichts anfangen konnten. In jedem der Fälle, wo ich mir die Geschichten anhörte oder las, erhielt dieser Mensch Hilfe von liebevollen Menschen, die ihnen Sicherheit und Umsorgung boten. Sie hatten auch psychologische Betreuung von Spezialisten auf dem Gebiet der Deprogrammierung. Sie wurden nicht bedrängt, irgendwelche schrecklichen Geschichten zu erzählen. Ihnen wurde geholfen.

Die Geschichten waren allesamt genau die gleichen, nicht im Detail, aber sie beschrieben einen Zustand, Erfahrungen, die sich alle stark glichen. Solche Erfahrungen sind ja auch vor einigen Jahren vor Gericht gekommen in England und auch vor dem Internationalen Gerichtshof und als wahr befunden worden. Die Berichte häufen sich. Es heißt, daß programmierte Menschen so um das 30. Lebensjahr herum Erinnerungen bekommen, das Programm bricht zusammen. Ich las einmal, daß das auch hormonell bedingt sein könne.

Obiger angesprochener „Bericht“ scheint mir zu dem Zweck verfaßt zu sein, etwas zu verdunkeln. Dabei scheint mir die Methode, die hier immer wieder aufgezeigt wird, wirklich und absolut unverzeihlich, über-griffig und zu nichts Gutem zu führen. Wenn diese Frau das wirklich so erlebt hat, dann ist das sehr zu bedauern und sollte wohl strafrechtlich verfolgt werden und ich verurteile diese ganze Sache vollkommen als Missbrauch oder Verteufelung einer Methode, die vielen Menschen geholfen zu haben, scheint in Abwesenheit von Übergriffigkeit.

Es ist aber ja auch denkbar, daß man die Sicht auf die zersplitterte Persönlichkeit ganz anders anwenden kann. Auf ein immer wiederkehrendes NEIN kann man doch als verantwortlicher Mensch nicht immer wieder behaupten DOCH. Das kann man vielleicht Anfangs mal machen, weil ja wirklich der Widerstand oder einfach nur die fehlende Fähigkeit sich zu erinnern überwinden werden muß. Aber so, wie es hier beschrieben wird, scheint es ja geradezu unmenschlich.
Aber daher dann den Eindruck erzeugen zu wollen, als sei gar nichts Gutes an dem Verständnis der Bildung von Anteilen unter Stress, daß es mit Mäßigung, Freundlichkeit und Respekt für Patienten, nicht doch auch Gutes tun könnte – das ist es was ich perfide nenne. Denn es scheint mir dafür da zu sein, alle Berichte solcher Misshandlungen und Programmierungen als künstlich darzustellen und so den Menschen, die wirklich profitieren könnten, die Hilfemöglichkeit zu versauern. Und auch diejenigen Experten, die sich trauen, sanfte und tiefgehende Hilfe dieser Art anzubieten sofort als Scharlatane hinzustellen.

Vielen Dank für diese Veröffentlichung dieses Artikels: Rituellen Missbrauch sichtbar machen …
Das Thema ist so aktuell.

Man stelle sich doch einmal vor, wirklich Schlimmes erlebt zu haben, vielleicht auch Heilung erfahren zu haben, und dann so etwas zu lesen oder zu hören, was wohl dazu führen könnte, die eigene Erfahrung noch einmal genau so in Frage zu stellen, wie die Frau im Bericht, die ja erzählt, wie man ihre Erfahrung einfach vom Tisch fegte, wieder und wieder.

Es ist erschütternd, wie man mit diesem Thema umgeht, egal von welcher Seite es betrachtet wird.

Eure Annadora

Kategorien:Gesundheit Schlagwörter: ,
  1. No_NWO
    März 23, 2021 um 10:22 pm

    Eine mir bekannte Frau berichtete, sie sei als Säugling bereits von ihrer Großmutter stundenweise als Sexobjekt an irgendwelche, ihrer Großmutter bekannten Männer verkauft worden. Jene Frau hatte dies „erinnert“. Was mit der Angabe seitens der Wissenschaft kollidiert, aus irgendwelchen, mir unbekannten hirnphysiologischen Gründen könnten allein solche Lebensereignisse erinnert werden, die etwa nach Vollendung des 4. Lebensjahres stattgefunden haben. Vielleicht gilt das für schwer traumatisierende Ereignisse nicht.

    Jedenfalls ist bei Borderline-Patienten das Phänomen des «Münchhausen by Proxy» nachgewiesen; es wird wild und frei erfunden. Ein Ralf Witte ist vor etwa gut 15 Jahren Opfer dieses Phänomens geworden, konnte seine Unschuld jedoch nachweisen. Es wurde damals in der „Die Zeit“ und im TV ausführlich berichtet.

    Wie bei allem, so wird auch hier beides möglich sein: Wahrheit und Lüge.

  2. März 24, 2021 um 11:49 am

    Ja, so wird behauptet.
    Ich erlitt mit zwei Jahren eine Verbrennung und das Traume wurde durch die äußeren Umstände vervielfacht, oder, wie man es sagt, es wurde komplex – Trauma legt sich über Trauma, und es wird schwierig den kern zu finden. Aber man reagiert dennoch auf Trigger. Als ich so um die 40 war, begann ich mich zu erinnern, und das hat mir wahrscheinlich das Leben gerettet, denn ich war total verzweifelt und auch suizidal. Die Erinnerung kam Stückchen für Stückchen über einige Jahre hinweg. Als die Erinnerung an die programmierung kam, die meine Mutter mir damals unwissentlich zufügte, lebte sie glücklicherweise noch, und ich konnte sie fragen und gab ihr den genauen Wortlaut dessen was sie zu mir gesagt hatte während ich ins Coma fiel. Sie war erstaunt, woher ich das wissen konnte, und wie exakt die Worte waren. Das Resultat war, daß ich viele meine Eigenheiten verstehen konnte und seither ist mein leben sehr viel besser.
    Ich habe eine noch ältere Erinnerung, die nur mit einem kleinen und einmaligen Trauma zusammenhängt, und die ich niemals vergaß. Es war mein erster Geburtstag und ich lief meinen eltern entgegen, eine steile Auffahrt hinunter, ganz stolz, denn während ihres urlaubs hatte ich laufen gelernt. Ich fiel aber hin und schlug mir das Knie auf und zerriß das Taufkleid meines Vaters, das meine Oma mir angezogen hatte zur Feier des Tages.
    Die Behauptung, kleine Kinder hätten keine Erinnerung ist gefährlich. Ich habe das oft beobachtet. In einer Familie, in der sich der 12jährige Sohn plötzlich sehr auffällig verhielt, dachte niemand, daß er wisse, sein Stiefvater sei nicht sein Vater und sein Vater aber ein Diebund verhaßt. Man meinte, als das Kind klein war, habe man natürlich darüber geredet, weil man die Schulden dieses mannes hatte bezahlen müssen und wütend war, aber doch nicht in Gegenwart des Kindes. Nun, Kinder horchen an Türen wenn Eltern streiten. Und dieser Junge hatte angefangen über sich nachzudenken, als in der schule der berühmte Aufsatz über die Familie dran war. Er fing an zu stehlen. Seine Familie glaubte mir nicht, als ich meinte, er sei dabei sich mit seinem leiblichen Vater zu identifizieren.
    Ich habe ihn dann einmal ausgetrickst im Gespräch, indem ich von meiner eigenen Familie sprach und dann unvermutet eine Frage nach seinem Vater stellte und da sagte er dann ganz klar – ich kenne doch meinen Vater nicht, aber er war ein Dieb.
    Und wer natürlich es gut findet wenn man glauben kann kinder erinnern sich nicht, der wird auch für diese drei Beispiele Gründe erfinden um sie unwahr erscheinen zu lassen.
    Tatsache ist, daß wir alle uns gezwungen sehen, Dinge zu vergessen, die wir nicht verkraften können, und bei kleinen Kindern geschieht das oft.
    Ich möchte auch darauf hinweisen, daß die Menschen ganz gezielt mit Handy vor der nase herumlaufen um ja nicht zu beachten, was hier in dieser zeit so alles geschieht. Und sie lehnen ab über unangenehme oder beängstigende dinge zu reden – sie „wollen ihre Ruhe haben“. Eine solche Haltung prävalent in der Gesellschaft begünstigt Verdrängung, und schon gar bei Kindern. Wenn Eltern sich aus Unwissenheit oder Überforderung oder Unlust oder angst nicht mit den Ängsten ihrer Kinder abgeben, dann muß das Kind verdrängen und hat dann eben keine Erinnerung – bis jemand kommt, der zuhört, oder es geschieht etwas, das die Verdrängung aufbricht.
    Die Psychologie trägt rundum viel dazu bei, daß die Gesellschaft krank ist. Menschen als Studiumszweig unter dem Vorwand von Wissenschaft ist vielleicht nicht immer der beste Ansatz. Wir sind nicht nur Hirn und Knochen. Wir sind vor allem Bewußtsein, und dieses Bewußtsein ist nicht innerhalb unserer Haut zu finden. Und es speichert alles ab.
    Ich empfehle folgendes Video – es ist auf Englisch. Eine bekannte Neurologin spricht zum Thema.

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