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Un-Eigentlich Arbeiten und Ent-Fremdung

Ich möchte Franz Sternbald die Gelegenheit geben, ein paar Worte zu seinem Buch hier ins Regal zu stellen:

Ausgesetzt zur Existenz

Begegnen sich zwei Menschen zum ersten Male, lautet die erste Frage nicht etwa, „wer sind Sie?“, sondern „was (oder gar ‚in was’) machen Sie so?“. „Was machen die Geschäfte?“, meint die Frage „Wie geht’s Ihnen?“

Es widerspricht aber der Würde des Menschen, ausgerechnet die betriebsame Ameise als erstrebenswerte Existenzform zum Vorbild gesetzt zu bekommen. Dennoch zieht die abendländische Sozial-Ethik diesen Vergleich allzu leichtfertig heran („sieh die Ameise, in ihrem Fleiße…“). Mit einiger Verachtung für diesen Vergleich hat sich einmal Lew Tolstoj geäußert. Er soll an dieser Stelle einmal mit seinen Worten zitiert werden:

Man sagt, dass die Arbeit den Menschen gut macht, ich habe aber immer das Entgegengesetzte beobachtet. Die Arbeit und der Stolz auf sie, macht nicht nur die Ameise, sondern auch den Menschen grausam. Es konnte in der Fabel ja nur die Ameise, ein Wesen, das des Verstandes und des Strebens nach dem Guten entbehrt, die Arbeit für eine Tugend halten, und sich damit brüsten. Die Arbeit ist nicht nur keine Tugend, sondern in unserer falsch organisierten Gesellschaft zumeist ein Mittel, das sittliche Empfinden zu ertöten ….
alle haben keine Zeit, keine Zeit, zur Besinnung zu kommen, in sich zu gehen, über sich und die Welt nachzudenken, und sich zu fragen:
Was tue ich? Wozu?

Lew Tolstoj

Wer einen Teil seiner Lebenszeit der Erziehung von Kindern im Sinne Rousseaus „Emile“ widmete, für seine Handreichungen keinen anderen Lohn als Anerkennung verlangte, wer weder gekauft, noch verkauft hat, sondern allein getauscht und geschenkt, somit keine amtlich anerkannte Erwerbsbiographie nachweisen kann, gilt als tätig ‚faul‘.
Denn Arbeit gilt als disziplinierende Strafe, oder, wie schon in der griechischen Antike der unwürdige Teil der ‚Banausoi‘?! Der alttestamentarischen Überlieferung gemäß ist sie gar ein Fluch! Erst mit den Jüngern des Zimmermannsohnes Jesus gelangen die Werktätigen zu ihrer eigentlichen Würde – nachdem sie durch Jesus ihrem Werk zunächst entfremdet worden waren.

Im Begriff der Entfremdung im Sinne einer Ent-Fremdung hatte von Beginn an zweierlei Bedeutung gelegen. Zum Einen den Abzug aus dem eingeübten Nützlichkeitsschema für den ‚pyramidalen’ Betrieb in der Gesellschaft, und zum Anderen überhaupt erst die Aufhebung der Fremdheit der eigenen Existenz gegenüber. Mit dem Übergang von der Un-Eigentlichkeit zum Eigentlichen Ex-sistieren, läuft der ideengeschichtliche Faden, zwar auf verwundenen Wegen, aber dennoch ununterbrochen von Christus bis zu Kierkegaard, Nietzsche und Heidegger.

Die zeitgeistliche Aushöhlung der urchristlichen Botschaft durch die Hirten über einer Herde von unmündigen Schafen, wurde indes beantwortet durch die Formulierung einer säkular sozialistischen Heilsbotschaft. Die potentiell zerstörerische Energie der metaphysisch entwurzelten, und in auf die physis reduzierte Masse (deren Eigenschaften Schwere und Trägheit sind) galt es nun für die Interessen der illuminierten, im Herrschaftswissen eingeweihten, Adepten zu kanalisieren. In einer Verbindung von Arbeit und Kampf entstand mit der Gründung der internationalen Arbeiterbewegung (1864), eine Entsprechung der ideologischen Verknüpfung von Kapital und Militarismus. Im Marsch der „Internationale“ wurde der Takt vorgegeben, der sich sowohl für die Demonstration auf der Straße, als auch für die Arbeit am Fließband eignet. Eine Parallele dazu stellte in vorindustrieller Zeit der zornige Gesang der Baumwollpflücker dar, die unter dem missbilligenden Blick ihres Herren die Arbeit umso energischer verrichteten.

Im kollektiven Aufbegehren liegt stets auch ein disziplinierendes Element, sich als Klasse zu formieren, die ihre Ehre aus dem Fleiß ableitet. Als Widerstand gegen die ausbeuterischen Verhältnisse angelegt, bestätigte die “Internationale“ nichts desto weniger die Zuweisung des künftigen Platzes innerhalb der nunmehr industriellen ‚Pyramide’. Aus dem Haufen, der, nach der Messung an fabrikgemäßen Effizienzkriterien, undisziplinierter Handwerksgesellen vom Lande wurde die individuell gesichtslose Arbeiterschaft geschmiedet, die Pünktlichkeit und Fleiß als ‚deutsche’ Tugend etabliert hat.

Viel näher jedoch am ‚deutschen Wesen’ rührt aber vielmehr die Verehrung der ‚Meisterschaft’, wie sie im Geiste des Genies (=magus/Magier; Magister) zu seiner ethischen Höhe gelangt. Nie ist bloßer Ertrag und Blendung der Zweck des Meisterwerks, sondern das Streben nach der Idealität, die der Meister seines Werks in Holz oder Stein oder Metall, in Bild oder Ton, oder sei es nur eines Gedankens, anstrebt. In seinem Werk ringt der ‚Meister’ um die Verwirklichung seiner selbst; die schicksalshaft bejahende Tat ist sein ureigenster Ausdruck. Das Meisterwerk ist um nichts geringer als die Übereinkunft im „Einzigen und sein Eigentum“ (vgl. Max Stirner). Daher lautet die Erfordernis für würdige Tätigkeitsformen, den Menschen grundgesichert freizustellen zur Selbstverfügung über die Bestimmung zu seinem eigenen Werk.

Die Bedienung des Weltmarktes ist aber nur mit Allerweltsprodukten möglich, die zu Werkbedingungen hergestellt werden, die unter den Zumutungen des globalen Marktes flexibel gehalten werden müssen. Im rationalisierten, also zerstückelten, und digital planbaren Werkprozess, fragmentiert und verflüchtigt sich zuletzt das schöpferische Element. Im industriellen Mahlwerk gibt es keinen Ort, an dem eigentlich Arbeit verrichtet wird, wenn man diesen Begriff nicht mit dem würdelosen Sklavendienst gleichsetzen möchte, der es zumeist ist. Da die menschliche Würde wesentlich unteilbar an das Individuum geknüpft ist, verbietet es sich in diesem Zusammenhang von einer Leistungs-Ethik zu sprechen, wo nichts anderes als eine Sklavenmoral vorherrscht. Eine vollwertige Ethik weist auf ein Ideal der Vollständigkeit des Menschlichen hin, und es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass es für die Industriegesellschaft überhaupt eine solche Ethik geben kann, allenfalls eine disziplinierende Moral, die es zu überwinden gilt. Die Voraussetzung dafür ist die Würdigung der individuellen Professionalität, das Gestattetsein von Außerordentlichkeit, die sich nicht mit einer sozialistischen Nivellierung und Ertragsmaximierung durch den Massenauswurf vereinbaren lässt.

Ein arbeitsethischer Rückzug auf die Wertigkeiten der ‚Pünktlichkeit’ und der ‚Höflichkeit’ bedeutet den endgültigen Verzicht auf eine kulturstiftende Ethik, und eine Beschränkung auf den geordneten Abgang in die Alternativlosigkeit eines plutokratischen Nihilismus.

Nunmehr werden jedoch wohl die Wenigsten von uns noch die handwerkliche Tätigkeit von eigener Hand kennen, denn inzwischen hat der tertiäre Sektor den Agrar- und Industriesektor längst überwuchert. In der Dienstleistungsgesellschaft werden die Umsätze durch das sinnfreie Rauf- und Runterladen bedeutungsloser Datenpakete, durch das Wischen und Abwinken von App-Icons auf dem Display, durch Spielen und Bespieltwerden erzielt.

Was sich jedoch gegenwärtig als handwerkliche ‚Craft’-Bewegung in Szene setzt, ist eine Aneignung von Konsum-Nischen mit den Distinktionsmerkmalen der ‚Kritik’. Diese holen sich allerdings ihre Rechtfertigung auf eben denselben Markt, der sogar die ironische Distanz sich selbst gegenüber zuläßt, um sie wiederum zum einträglichen Geschäft werden zu lassen. ‚Craft-Beer’ und ‚crafted Coffee’ im Ambiente urtümlich roher Ästhetik, erschließt einen zahlungskräftigen Kundenstamm, der nichts mehr fürchtet, als dem Mainstream zugeordnet zu werden. Er formiert sich dennoch willig unter den Gesetzen des Marktes zu einer berechenbaren Quelle des steigenden Umsatzes. Der Bezug des Schaffenden zu seinem Werk darf zeitgemäß jedoch nicht bis zur ‚Eigentlichkeit’ gesteigert erscheinen, sondern bedarf der ‚uneigentlichen’ Distanz. Am Beispiel der Servierkraft in einem craft-café, zeigt sich das frisch gestärkte Holzfällerhemd ohne Schweißflecke, und damit als evidenter Beleg für unsere These. Wäre die Tätigkeit inniger mit der Subjektivität des Meisters verbunden, stellte sich unabdingbar eine sperrige Unverfügbarkeit gegenüber den Ideologien des Marktes ein.

Die Frucht des ‚Eigentlichen’ am Werk ist der Schöpferstolz, seine Platzierung auf dem Markt ist das wesentlich ‚Uneigentliche’.

Der Silbenvorsatz eines erdigen craft-Begriffes als Trendfloskel des ‚Neuen Sozialen Marktes’ auf der Basis prekärer Ich-AGs, bezeichnet daher zuverlässig eben gerade kein Faktisches sondern nur etwas Signifikantes, Zeichenhaftes mit dem Verweis auf etwas, das nicht Ist (non-est).

Eine stärkere Würdigung der individuellen Leistung widerspräche der protestantischen Ethik des emsig arbeitsteiligen Ameisen-Staates. Nach der sozialistischen Lehre ziemt sich der individuelle Werkstolz nicht, vielmehr lernt der Arbeiter beizeiten seine Würde durch die Arbeitsteilung zugunsten eines höheren Zweckes, als wohin sein Einfluss reicht, abzugeben. So befinden sich das Personal und die Kunden in der zeitgemäßen Craft-Werkstätte in einem solch unausgesprochenen Einvernehmen, wie es die Schauspieler auf der Bühne mit dem Publikum, während der Darbietung eines Stückes, sind. Sie befinden sich miteinander nicht in einer Existenzial-Beziehung, sondern im Dienstverhältnis einer virtuellen Inszenierung.

In der virtuellen Wertstellung durch das Geld erhält der gesamte Arbeitsprozess wiederum erst seine höhere Weihe, wie die Materie durch den Geist. Darin liegt auch die Verehrung des Geldes begründet – und die Unwürdigkeit, dafür zu arbeiten.

*

„ Ausgesetzt zur Existenz “ – warum der Mensch ein Schicksal ist
– vom Ausgang aus der unverschuldeten Absurdität – Verlag BoD – D-Norderstedt

Franz Sternbald (Pseudonym – Web-Seite des Autors)

Kategorien:Erkenntnis Schlagwörter: , , ,
  1. Juni 20, 2021 um 12:02 pm

    Hat dies auf haluise rebloggt.

  2. muktananda13
    Juni 20, 2021 um 5:17 pm

    Arbeit als Existenzbedingung der meisten Menschen in der Gesellschaft zeigt ihre Bleiketten, die als Gold glänzen.

  3. Tula
    Juni 21, 2021 um 1:20 pm

    „Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt.“ (Talmud, Johannes Bours)

  4. Gerd Zimmermann
    Juni 21, 2021 um 4:39 pm

    @ „Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt.“ (Talmud, Johannes Bours)

    Ohne darüber nachzudenken gebe ich in Recht, bedanke aber es gibt weder
    Recht noch Falsch.

    Wo ist links, wo rechts im Universum ?
    Urteile selbst.

  5. muktananda13
    Juni 22, 2021 um 8:13 pm

    Wenn der Mensch zum Arbeiten erschaffen worden wäre, so wäre er mindestens genauso gut wie der Esel.

    Wenn der Mensch zum Konkurrieren erschaffen worden wäre, so wäre er mindestens genauso gut wie der Löwe.

    Wenn der Mensch zum Sich Paaren erschaffen worden wäre, so wäre er mindestens genauso gut wie die Stabheuschrecke.

    Wenn der Mensch zum Fressen erschaffen worden wäre, so wäre er mindestens genauso gut wie ein Schwein.

    Wenn der Mensch dazu bestimmt worden wären, so wäre der hochgelobte Mensch nur ein Tier. Hinter allen Tieren.

    Wenn…

  6. muktananda13
    Juni 22, 2021 um 8:17 pm

    Das Innere des Menschen ist so wertvoll, dass die Mittelschicht der Ratio nicht einschätzen kann.

  7. Gerd Zimmermann
    Juni 23, 2021 um 9:07 am

    Muktan

    betrachte ich mir den Kosmos von aussen, ist alles eine Notwendigkeit.

    Nicht der Mensch ist auf der Reise dass das Bewusstsein auf der Reise
    ist können nur sehr wenige Menschen erkennen.

    Es gibt kein Universum obwohl es ein Universum zu geben scheint.
    Das ist das Geheimnis der Schöpfung, das nenne ich LIEBE.

    Es ist eine Notwendigkeit das sich der Mensch so weit vom Spirit entfernt.
    Die Philosophie, Wissenschaft und Theologie, gerade die Theologie,
    die so viel vom Heiligen Geist brabbelt, haben vergessen das der Heilige
    Geist das Bewusstsein ist, manche nennen den Heiligen Geist zu Unrecht
    einen persönlichen Gott und beten ihn an.
    Sollen sie brav in die Kirche gehen oder sich vom Papst heilig sprechen
    lassen, denn sie wissen nicht was sie tun.
    An den lieben Gott glauben hat nichts mit dem Wissen um die Schöpfung
    zu tun. Glauben kommt von auflesen, aufsammeln. Wissen kann man nicht
    lernen, an keiner Universität der Welt, es findet jeden der bereit für Wissen ist.

    Der arme Hawking hatte Gott abgeschafft, er konnte nicht wissen das es
    ohne Bewusstsein kein Universum geben würde.

  8. Tula
    Juni 26, 2021 um 4:46 pm

    Ein Auszug aus Oshos Geburtstagsdiskurs

    Meine Geliebten, ich liebe euch. Liebe ist meine Botschaft – lasst sie auch eure Botschaft sein. Liebe ist meine Farbe und mein Klima. Für mich ist Liebe die einzige Religion. Alles andere ist nur Schund, alles andere ist nichts als Träume, die sich um sich selber drehen. Liebe ist das Einzige im Leben, was Substanz hat, alles andere ist Illusion. Zieht Liebe in euch heran und Gott wird ganz von selber wachsen. Wenn ihr die Liebe verfehlt, werdet ihr Gott und alles verfehlen … Ich hab nachgedacht, was ich euch heute schenken sollte … Denn heute ist mein Geburtstag, an diesem Tag bin ich in diesem Körper zur Welt gekommen.

    Am heutigen Tag sah ich erstmalig das Grün der Bäume und das Blau der Himmel. Dies war der Tag, da ich zum ersten Mal meine Augen aufschlug und rings um mich her Gott sah. Natürlich gab es damals das Wort „Gott“ noch nicht, aber was ich sah, war Gott. Ich hab überlegt, was ich euch heute schenken sollte. Dann fiel mir ein Ausspruch Buddhas ein: Sabba Danam Dhamma Danana Jnati – die Gabe der Wahrheit übertrifft alle anderen Gaben. Und meine Wahrheit ist Liebe. Das Wort „Wahrheit“ kommt mir ein wenig zu trocken und wüsten-gleich vor.

    Das Wort „Wahrheit“ sagt mir nicht viel – es klingt zu „kopfig“. Es gemahnt mehr an Philosophie, denn an Religion. Es vermittelt einem das Gefühl, etwas ausgeklügelt zu haben, zu einem Schluss gekommen zu sein, als stecke ein Syllogismus dahinter, Argumentation und Logik und Beweisführung. Nein, „Wahrheit“ ist nicht mein Wort – „Liebe“ ist mein Wort. Liebe kommt aus dem Herz. Wahrheit ist Stückwerk, nur euer Kopf ist beteiligt. Wer liebt, ist vollständig beteiligt – euer Körper, euer Geist, eure Seele sind allesamt beteiligt. Die Liebe macht ein Ganzes aus euch – und wohlgemerkt keine Vereinigung, sondern eine Einheit. Denn bei einer Vereinigung bleiben diejenigen, die sich verbinden, getrennt. In einer Einheit lösen sie sich auf, werden sie eins, verschmelzen sie ineinander. Und das ist für mich der Augenblick der Wahrheit, wenn die Liebe euch Einheit beschert hat. Dann seid ihr kein Körper, kein Geist, keine Seele mehr. Sondern einfach nur eins – namenlos, undefiniert, nicht klassifiziert. Nicht mehr vorherbestimmt, definierbar, nicht mehr begreiflich. Ein Mysterium, eine Freude, eine Überraschung, ein Jubelschrei, ein einziges Fest. Erst die Liebe schenkt euch innere Einheit.

    Und sobald die innere Einheit eingetreten ist, geschieht das Zweite von selbst – ihr braucht keinen Finger dafür zu rühren. Dann fühlt ihr euch eins mit allem, was über euch hinausgeht. Dann verschwindet der Tropfen im Meer und das Meer im Tropfen. Denn im selben Moment, im Moment des Orgasmus zwischen dir und dem Ganzen, wirst du zum Buddha. Im selben Moment wird dir die Buddhaschaft zuteil. Oder besser: dir offenbart – da du seit jeher so warst, ohne dir dessen bewusst zu sein. Mein Wort ist Liebe. Also sage ich: Meine Geliebten, ich liebe euch. Und am liebsten würde ich die ganze Welt mit Liebe füllen. Macht das zu eurer Religion – weder das Christentum, noch den Hinduismus, noch den Islam, noch den Dschainismus oder Buddhismus, sondern die Liebe. Einfach Liebe, ohne jedes Attribut. Nicht christliche Liebe – denn wie kann Liebe christlich sein? Das ist so dumm. Wie kann Liebe hinduistisch sein? Das ist lächerlich. Liebe ist einfach nur Liebe. Wer liebt, mag ein Christus sein, wer liebt, mag ein Buddha sein – aber es gibt weder eine buddhistische Liebe noch eine christliche Liebe.

    Wer liebt, löst sich auf, sein Geist löst sich auf. Wer liebt, erfährt eine restlose Entspannung. Das ist es, was ich euch lehre: Ich lehre die Liebe. Und es gibt nichts Höheres als die Liebe.

    Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Osho Times GmbH

  9. Tula
    Juni 26, 2021 um 4:47 pm

    Ein Auszug aus Oshos Geburtstagsdiskurs

    Meine Geliebten, ich liebe euch. Liebe ist meine Botschaft – lasst sie auch eure Botschaft sein. Liebe ist meine Farbe und mein Klima. Für mich ist Liebe die einzige Religion. Alles andere ist nur Schund, alles andere ist nichts als Träume, die sich um sich selber drehen. Liebe ist das Einzige im Leben, was Substanz hat, alles andere ist Illusion. Zieht Liebe in euch heran und Gott wird ganz von selber wachsen. Wenn ihr die Liebe verfehlt, werdet ihr Gott und alles verfehlen … Ich hab nachgedacht, was ich euch heute schenken sollte … Denn heute ist mein Geburtstag, an diesem Tag bin ich in diesem Körper zur Welt gekommen.

    Am heutigen Tag sah ich erstmalig das Grün der Bäume und das Blau der Himmel. Dies war der Tag, da ich zum ersten Mal meine Augen aufschlug und rings um mich her Gott sah. Natürlich gab es damals das Wort „Gott“ noch nicht, aber was ich sah, war Gott. Ich hab überlegt, was ich euch heute schenken sollte. Dann fiel mir ein Ausspruch Buddhas ein: Sabba Danam Dhamma Danana Jnati – die Gabe der Wahrheit übertrifft alle anderen Gaben. Und meine Wahrheit ist Liebe. Das Wort „Wahrheit“ kommt mir ein wenig zu trocken und wüsten-gleich vor.

    Das Wort „Wahrheit“ sagt mir nicht viel – es klingt zu „kopfig“. Es gemahnt mehr an Philosophie, denn an Religion. Es vermittelt einem das Gefühl, etwas ausgeklügelt zu haben, zu einem Schluss gekommen zu sein, als stecke ein Syllogismus dahinter, Argumentation und Logik und Beweisführung. Nein, „Wahrheit“ ist nicht mein Wort – „Liebe“ ist mein Wort. Liebe kommt aus dem Herz. Wahrheit ist Stückwerk, nur euer Kopf ist beteiligt. Wer liebt, ist vollständig beteiligt – euer Körper, euer Geist, eure Seele sind allesamt beteiligt. Die Liebe macht ein Ganzes aus euch – und wohlgemerkt keine Vereinigung, sondern eine Einheit. Denn bei einer Vereinigung bleiben diejenigen, die sich verbinden, getrennt. In einer Einheit lösen sie sich auf, werden sie eins, verschmelzen sie ineinander. Und das ist für mich der Augenblick der Wahrheit, wenn die Liebe euch Einheit beschert hat. Dann seid ihr kein Körper, kein Geist, keine Seele mehr. Sondern einfach nur eins – namenlos, undefiniert, nicht klassifiziert. Nicht mehr vorherbestimmt, definierbar, nicht mehr begreiflich. Ein Mysterium, eine Freude, eine Überraschung, ein Jubelschrei, ein einziges Fest. Erst die Liebe schenkt euch innere Einheit.

    Und sobald die innere Einheit eingetreten ist, geschieht das Zweite von selbst – ihr braucht keinen Finger dafür zu rühren. Dann fühlt ihr euch eins mit allem, was über euch hinausgeht. Dann verschwindet der Tropfen im Meer und das Meer im Tropfen. Denn im selben Moment, im Moment des Orgasmus zwischen dir und dem Ganzen, wirst du zum Buddha. Im selben Moment wird dir die Buddhaschaft zuteil. Oder besser: dir offenbart – da du seit jeher so warst, ohne dir dessen bewusst zu sein. Mein Wort ist Liebe. Also sage ich: Meine Geliebten, ich liebe euch. Und am liebsten würde ich die ganze Welt mit Liebe füllen. Macht das zu eurer Religion – weder das Christentum, noch den Hinduismus, noch den Islam, noch den Dschainismus oder Buddhismus, sondern die Liebe. Einfach Liebe, ohne jedes Attribut. Nicht christliche Liebe – denn wie kann Liebe christlich sein? Das ist so dumm. Wie kann Liebe hinduistisch sein? Das ist lächerlich. Liebe ist einfach nur Liebe. Wer liebt, mag ein Christus sein, wer liebt, mag ein Buddha sein – aber es gibt weder eine buddhistische Liebe noch eine christliche Liebe.

    Wer liebt, löst sich auf, sein Geist löst sich auf. Wer liebt, erfährt eine restlose Entspannung. Das ist es, was ich euch lehre: Ich lehre die Liebe. Und es gibt nichts Höheres als die Liebe.

  10. Gerd Zimmermann
    Juni 27, 2021 um 10:37 am

    @ Meine Geliebten, ich liebe euch.

    Sorry

    das sagte schon Erich Mielke.

    @ Wer liebt, löst sich auf, sein Geist löst sich auf. Wer liebt, erfährt eine restlose Entspannung. Das ist es, was ich euch lehre: Ich lehre die Liebe. Und es gibt nichts Höheres als die Liebe.

    Ich lehre die Liebe.
    Was soll dieser Schwachsinn, entweder man erkennt die Liebe, z.B. in
    der Natur, selten auch im Menschen, denn dafür muss die Frequenzfeinabstimmung
    passen.

    Aber Liebe lehren wollen zu können ist Krabbelgruppe.

  11. Tula
    Juni 27, 2021 um 10:41 am

    Dankbarkeit erweckt dein Bewusstsein

  12. Tula
    Juni 30, 2021 um 11:00 am

    Eckhart Tolle „Man trifft immer nur sich selbst.“

  13. Gerd Zimmermann
    Juni 30, 2021 um 9:09 pm

    Warum hat Tolle nicht den Mut zu sagen,
    es gibt nur ein Bewusstsein.

    Ich sage das schon seit Jahren, aber die Menschen glauben sie
    haben ein Selbst Bewusstsein.

    Sollen sie glauben, an den Papst, Vertreter Gottes auf Erden, oder
    an Einsteins Relativitätstheorie.

    Theorien kann man auch anbeteten, Dr Martin.

  14. Gerd Zimmermann
    Juli 4, 2021 um 8:47 am

    @ Die sind – wie Mosaiksteine – verschieden.
    Das ganze Bild zeigt sich erst im Abstand.

    Nirmalo

    alle Puzzleteile liegen auf den Tisch.
    Würden sich die Wissenschaft, Theologie und Philosophie an einen Tisch
    setzen und gemeinsam puzzeln, entsteht doch das Gesamtbild.

    Ein goldenes Teil fehlt, wie der Abschlussstein auf der grossen Pyramide.

    Die Quantenphysik hat doch das Bewusstsein längst gefunden, nur noch
    nicht erkannt, da sie sich nicht bewusst sind dass sie es mit Bewusstsein zu
    tun haben.

    Die Quantenverschränkung ? gute Idee, nur muss man bedenken das jedes
    Quantum mit jeden anderen Quant verbunden ist, was daran liegt das es
    nur ein Bewusstsein gibt.

    Für mich eine Selbstverständlichkeit.
    Die Getrenntheit ist künstlich gewollt.

    Begegne ich einen Menschen, begegne ich mich eigentlich selbst, nur wissen
    das etwa 7,5 Mrd Menschen nicht.
    Würden sie darum wissen würden sie sich auf Augenhöhe begegnen.
    Dann gäbe es weder Kriege noch Not oder Elend.
    Kriege sind überhaupt nicht notwendig, Russell wollten den Engländern
    sagen wie sie die Raketenangriffe verhindern können, sie haben nicht
    einmal zugehört.

    Ich könnte jedem Bergvolk erklären das die US Army keine Chance gegen sie
    haben würde.

  15. Juli 5, 2021 um 4:29 pm

    @ „Die Getrenntheit ist künstlich gewollt.“

    Vertreibung aus dem Paradies. ―
    Aber nicht durch jemand „anderem“.

    @ „Begegne ich einen Menschen, begegne ich mich eigentlich selbst“

    Ich hörte, daß wir einige Moleküle der Luft, die wir ausatmen, etwa nach einem Jahr wieder einatmen. Also atmen wir bis dahin auch die Atem-Moleküle aller anderen Leute ein.

    Getrenntheit ist Illusion.

    @ Ich könnte jedem Bergvolk erklären…

    Wohl weil sie so stark sind,
    werden Bergvölker gerne mal gevierteilt.

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