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Ergebnis einer Multiplikation des Einzelnen mit einer überzahligen Nullität

Hiroshima nach dem Abwurf der Atombombe

Seines Selbstverständnisses beraubt, aus seinem traditionellen Bindungsgeflecht gerissen, steht der Entwurzelte, den an ihn herangetragenen Ansprüchen des Marktes fortan  unbeschränkt zur Verfügung. Er hat seine Lebensführung gegenüber den Ansprüchen abstrakter Behörden zu verantworten. Er delegiert seine Eigenzweckmäßigkeit an die funktionale Zweckmäßigkeit einer ‚pyramidalen’ Struktur, die ihm im Gegenzug die Rechtfertigung seines Daseins liefert. Gegenüber der virtuellen Pflicht zur behördenkonformen Lebensbilanz über seinen selbstvergessenen Dienst für abstrakte Zwecke, würde selbst der Auftritt einer realen Zeugenschar zwecklos, die belegen könnte, welchen konkreten Lebenszwecken er einst gedient habe.

Seine soziale Verantwortung besteht im Ringen um die Relevanz in den sozialen Mediennetzwerken. Die Grade seiner Selbstverantwortlichkeit spiegeln sich auf dem Display wider im Ranking, Rating, Scoring bei den ernsten Spielen, mit denen er sein Dasein zu bestreiten erpresst wird. Die uns aufgenötigte Beschäftigung und Zerstreuung in der medialen Wüste der Unterhaltungsindustrie zur Unterhaltung der Industrie, läßt keinerlei Spielraum zur bewußten Reflexion. Allzu enggerastert ist das Netzgeflecht des Gefängnisses unserer Wahrnehmung. Mit hochpotenzierender Pixeldichte verflüchtigen sich dessen Gitterstäbe auf dem Weg zur Perfektion in die Nichtwahrnehmbarkeit. Dann werden wir utopisch frei sein, wie ein in den virtuellen Abgrund geworfener Kiesel, ausgestattet mit dem illusionären Bewußtsein, er täte seinen Fall als einen Sprung aus freiem Willen.

Indessen kommt die Transformation zur marktkonformen Dienstleistungsgesellschaft in den Randsiedlungen der Metropolen zu ihrem Ziel, nämlich zur Sammlung eines Pools an Human-Ressourcen für den flexiblen Einsatz; wahlweise als billige Diener der Leistungsträger, oder als kritisch verdichtete Masse mit Drohpotential, zur Rechtfertigung umfassender Überwachung und Kontrolle.

Aus dem Sektor der Dienstleistung erwuchs uns ein wirkmächtigeres Umsatzpotential, das die Aufrechterhaltung einer Wohlstands-Illusion fugendichter gewährleistet, als die materielle Überschußproduktivität der Industriegesellschaften es vermochte. Der Blick auf die krisenhafte Erosion der Realwirtschaft wird wahrnehmungspsychologisch überlagert durch die Brille der virtuellen Realitäten (VR; augmented reality). Gleichzeitig schafft die Einbindung des Menschen in die Scheinproduktivität der digitalen ‚Dienstleistungen’ eine effizientere soziale Kontrolle als im Betham’schen Panopticon.

Bislang wurde ‚die Krise’ jeweils als ein  von Außen auf ein laufendes System einwirkendes Störmoment mißverstanden. Es ist nunmehr erwiesen, dass die Krisenhaftigkeit das schöpferisch-zerstörerische Wesen der ökonomischen Vernunft selbst darstellt.

Die Abqualifikation der menschlichen Würde des Einzelnen ist das Ergebnis der forcierten Verschmelzung des Individuums in der Masse (als einer Multiplikation der Eins mit einer überzahligen Nullität), die wiederum dem Entwurzelten eine Art höheren Sinn zu geben imstande ist. Der Dynamik von bewegten Massen liegt stets eine verlockende Verheißung zugrunde, auf Zuwachs an Macht für den ansonsten entmachteten Einzelnen, zu dem Preis, daß er selbstvergessen in der Masse aufgeht. Das berauschende Gefühl, Teil einer Massenveranstaltung zu sein, resultiert aus dem Spannungsbogen zwischen dem selbstunsicheren Ich, auf der einen Seite, und der potenziert überhöhten Stimme und Kraft des Gruppen-Organismus auf der anderen. So schwankend zwischen Minderwertigkeit und Selbstüberschätzung, entspricht dies der bipolaren Grundbefindlichkeit einer Zivilisation, die konsequent den Typus des Narzißten als ihren Exponenten hervorbringt.

Liegt innerhalb der Gesellschaft ein Übergewicht an dieser Art psychischer Konstellation vor, besteht ein erhöhtes Risiko für die Anfälligkeit von Verführungen durch die Lenker der Massendynamik.

Es besteht ein unheimlicher Zusammenhang zwischen Massenproduktion und Massenvernichtung. Dies bezieht sich nicht nur auf den Umsatz von Rohstoffen zu Produkten und deren darauffolgender Vermüllung, sondern auch auf den Umgang mit der Natur im Allgemeinen und, nach historischer Erfahrung, auch auf den Menschen mit sich selbst.

Mit der Erhebung der Masse zur gestaltenden Kraft der Geschichte, hebt die Dimension von Gewalt an, die von der Masse ausgeübt wird, wie auch die, die ihr angetan wird. Die Erhebung der Masse ist gleichzeitig deren Erniedrigung. Der Massenmensch fühlt seine individuelle Erniedrigung aber als Erhabenheit, im Strom der Masse als atomares Teilchen mit fortgerissen.

Es ist kein Zufall, daß das Erscheinen von monumentalen Massenszenarien im Kino mit der Entwicklung und Anwendung von Massenvernichtungswaffen in einem epochalen Zusammenhang steht. Die Gesinnung, die das fabrikmäßige Töten rational begründen kann, und quasi als spröden Verwaltungsakt abstrakt betrachten, sowie die Planung, den Bau und die Anwendung von Nuklearwaffen als einen technischen Fortschritt erklären kann, entstammt dem selben Geist der liberalen Ideologie der ökonomischen Vernunft.

Die Vernichtung ist die letzte Konsequenz derjenigen Verwertungsideologie, in die der Mensch zuletzt sich selbst integriert. In der  fordistisch geprägten Fabrik, der Rationalisierung und Automation, ist der Mensch ein Teil der Maschine, das System der Taktung und Zergliederung in rationalisierbare Teilschritte ist eine Voraussetzung, ohne die die Versorgung der Materialschlachten des 20. Jahrhunderts nicht möglich gewesen wären.

Die Völkermorde der Neuzeit sollten als epileptoide Krisen verstanden werden, eingebettet in den Verlauf einer krisenhaft zugespitzten ‚Krankheitsgeschichte’, die den Prozeß der Menschwerdung zum homo oeconomicus darstellt. Unter dem Begriff der ‚Katastrophe’ ist durchaus wörtlich die jeweils krisenhafte „Wende“ im konfliktiven historischen Geschehen zu verstehen, die zur Transformation des pyramidalen Willens zur Macht auf das nächste Spiele-Level führt. Es handelt sich innerhalb des historischen Krankheitsgeschehens, in dieser Phase, somit gewissermaßen um den Eintritt in die ‚Genesung’ einer neuen Weltordnung. Wie bei der Geburt, tritt sie unter krisenhaften Wehen in die Welt. Der Preis dafür war zu allen Zeiten des Epochenwandels exorbitant, und seit der Neuzeit in zynischer Weise, auf der Ebene der Machteliten derart rational kalkuliert, wie vermutlich nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Daher rührt der Eindruck eines Novums dieser Dimension im 20. Jahrhuntert.

Nachdem der Charakter des ‚Willens zur Macht’ in der Neuzeit der liberalen Wirtschaftsordnung entspricht, muß nicht zuletzt die Verwertung des Menschen in diesem Sinne auch als eine Konsequenz des wirtschaftsliberalen Zeitgeistes der Neuzeit betrachtet werden. Um das ‚dämonische’ Muster der Objektdegradierung des Menschen, innerhalb einer ideologisch begründeten Abwägung von ‚nützlichem’ und ‚unnützem’ Leben offen zu legen, müssen die Tabus der Exklusivität des historischen Einzelereignisses aufgebrochen werden. Die systematische Vernichtung des Menschen, zur Eroberung von Wirtschaftsräumen, bei der Entscheidung zur Selektion von Ungeborenen, medizynisch oder rassisch motiviert, ist in ihrem Schrecken keine monströse Besonderheit, sondern immanente Banalität des ‚pyramidalen’ Systems. Allein den Schrecken beziffern zu wollen, entwertet das Einzelschicksal. Die Quantität der objektiven Zahl kann unmöglich eine adäquate Wertschätzung für die Qualität von subjektiven Leid im historischen Maßstab liefern. Die Verbrechen der Geschichte sind daher regelmäßig gleichnishaft gleich gültig in ihrer dämonischen Abgründigkeit, ganz unabhängig von der Algebra der Opferzahlen – um zum Verständnis der ökonomistischen Dämonie überhaupt zu gelangen. Im Gegenteil bestätigt die Argumentation mit der zahlenmäßigen Gewichtung, eben gerade jenen Geist der ‚rechtschaffenen Rechenhaftigkeit’, der bei der Vernichtung von Leben auch für die entsprechende Effizienz gesorgt hat. Die Zahlen der Opfer der Faschismen, wie des Bolschewismus, der französischen Revolution, Conquista und Inquisition, der Glaubenskriege bis auf unsere Tage, sind jeweils Äquivalente der technologischen Zivilisationsstufe auf der sie sich jeweils ereignet haben. Es handelt sich sämtlich um Phänomene der Neuzeit. Für die merkantile Neuzeit waren bestimmend die Geldwertstellung des menschlichen Handelns, die effiziente Steigerung der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft durch die Maschine, die Erschließung von kolonialen Räumen als Ressource, die religiöse Rechtfertigung der Nutzenethik, der Wettbewerb im Kampf ums Dasein, das Überleben des ‚Fittesten’ (engl.: to fit= dem Mechanismus angepaßt). Der Mensch als human ressource und als Kostenfaktor,

Die Ausrichtung der Weltordnung auf diese Kriterien hin wurde im mechanischen Zeitalter unterstützt durch Folterapparaturen mit Hebel und Seilzügen und dem Takt der Guillotine, im industriellen mit Schnellfeuergewehr und Sprengstoff, im chemischen Zeitalter im Gasnebel oder Atomblitz, im digitalen Zeitalter mit Fernlenkwaffen und Drohnen. Jede dieser Innovationen war jeweils als eine Errungenschaft der Humanität begrüßt worden. Die Ausmerzung von Menschen erfolgte im akribischen Kalkül des operations research mit Zahlen und Begriffen der Industrienorm und der doppelten Buchführung.

Daher kann auch die systematische Vernichtung des Menschen zu den letzten Konsequenzen der zynischen ökonomischen Vernunft gerechnet werden.

***

Franz Sternbald stellte mir diesen Auszug aus „Ausgesetzt zur Existenz“ – warum der Mensch ein Schicksal ist – vom Ausgang aus der unverschuldeten Absurdität – gestern per E-Mail zu Verfügung. Es setzt in meinen Augen den gestrigen Artikel Eine etwas andere Sicht über die Vertreibung aus dem Paradies sehr gut fort.

  1. Juli 3, 2021 um 3:41 pm

    „Es wäre dumm, sich über die Welt zu
    ärgern: Sie kümmert sich nicht darum.“

    ~ Marcus Aurelius

  2. Juli 3, 2021 um 4:43 pm

    Ja, die Lage ist ernst, aber auch bereits hoffnungslos. Immerhin macht es dem Autor Spaß, Worte klingeln zu lassen, auch wenn das vielleicht sein einziges Vergnügen ist.
    Marxistischer Ansatz – scheint hier „in“ zu sein.
    Die Wahrheit ist einfacher: Die Verschwörer haben ihr Netz jetzt so eng gezogen, dass sie völlig ungeniert die Realisierung der Neuen Weltordnung anstreben können. Sie sind nicht mehr zu fassen oder aufzuhalten – schon gar nicht durch Bücher, Gerichtsprozesse oder Wahlen. Der Zug ist einfach abgefahren. Sie geben sich nicht mal mehr Mühe, ihre Agenda zu verdecken. Brauchen sie auch nicht – es gibt niemanden, der ihnen noch gefährlich werden könnte. Natürlich wird das Projekt scheitern, wie der Turmbau zu Babel und die Sowjetunion. Aber dann werden wir schon nicht mehr da sein – zumindest nicht in diesem Körper.

    • Martin Bartonitz
      Juli 4, 2021 um 9:28 am

      Ja, dieser Eindruck verstärkt sich für mich immer mehr, schaue ich mir an, wie verängstigt die große Masse ist, und damit ohnmächtig und unwissend, gar einfordernd mit anschaut, was mit ihr gemacht wird …

      • Juli 5, 2021 um 4:43 pm

        @ „…wie verängstigt die große Masse ist“

        Ist mir bisher komplett entgangen; 😲
        werde ab jetzt noch genauer hinsehen.

    • Franz Sternbald
      Juli 16, 2021 um 10:27 am

      Bin ich denn Jeremias, daß ich in die Wüste solcher Ohren rufen muß, denen selbst Symphonien bloß eitel Geklimper wäre? Ach daß uns Beethovens ‚Egmont’-Overtüre in den Ohren reinigend brauste. Hat man mich verstanden – ich künde Euch nicht nur eine Zukunft, die Jedermann heute schon sehen kann, sondern auch die unerhörte Vergangenheit als einer üblen Nachrede.
      Sie wollen in die Neue Zeit mit leichtem Gepäck (weg mit dem alten Kram), so wie man in Flip Flop über den Stromboli schlappt. Vor diesen schamanistischen Leichtläufern müssen sich ja Kant und Hegel als tumbe Korpsstudenten ausmachen, und Schopenhauer und Nietzsche als ins Grobe sublimierte Krypto-Matriarchen – was soll uns der alte Kram?
      Wir täten aber gut daran, unsere Koffer für die Reise ins Morgen-Land, neben Saatgut, Wasseraufbereiter, Sturmkocher und Hartkeksen, zudem mit ‚Gutem von Gestern’ zu packen. Wenn wir nicht in einer Barbarei enden wollen, bei der noch vor den Versorgungsengpässen, die Moral einbricht, worauf der Mensch wieder des Menschen lupus sein wird, einen wohlsortierten Kanon an Kulturgut mit hinüber zu retten. Aus dem idologischen Scheiterhaufen Euerer Ignoranz ziehe ich den „Emile“ von Rousseau, die Gedichtbände von Novalis und Hölderlin, Nietzsches „Zarathustra“, Dostojewskijs „Schuld und Sühne“, den „Faust“, den „Zauberberg“, die Aphorismen von Lichtenberg und Gracians Handorakel, Canettis „Masse und Macht“, Kierkegaards „Furcht und Zittern“, das Epochenepos von Marcel Proust und die Glossen von Karl Kraus, und weit Tausend Schriften mehr, die uns den Unterschied zwischen Kultur und Zivilisation lehren.
      Habt Ihr schon bedacht, welche neuen Zwingherren Euch aus Euren Reihen heranwachsen werden, nachdem die alten abgeschafft? Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch – beschränkter Dünkel esoterischer Grobschmiede, die mit multiplen Dimensionen schonglieren, ohne selbst eine saubere Koordinatentransformation in zwei Dimensionen auf Papier zu bringen. Da rotiert die Merkaba, geflochten aus der Zwölfstrang-DNA des verhießenen Übermenschen, um dessen Willen die Präzession der Erdachse taumeln, oder Nibiru über dem Horizont die dreitägige Finsternis für das große ‚Abräumen’ aufziehen soll. Ich aber rufe Nietzsches ‚Letzten Menschen’ in den Zeugenstand, der über dem Display seiner Smartgerätschaften blinzelt, und von sich behauptet, er hätte das virtuelle Glück erfunden, und der noch die Götterdämmerung überdauern wird, wie die Ratten und die Fliegen – und es werdet Ihr selbst sein, solange Ihr Eure smarten Gerätschaften nicht abschafft. Wo soll das hinführen – in den digital orchestrierten Terror eines Tarot-Sozialismus für sämtliche Lebensbereiche (e-Kommerz, e-Parlament, e-rotik, e-Seelsorge)? Eine digitalgraphisch illustrierte, klangschalenakustisch untermalte Eugenik-Illusion davon, daß der Mensch sich selbst entkommen könne, indem er sich als sein eigener Avatar simuliert? Nachdem wir Gott getötet haben, fällt der Titel nun uns zu. Einstweilen davon berauscht, daß wir alle Götter sind, wird es über Kurzem nötig sein, unter uns einen herausragenden Götzen zu wählen, der das Geraune im Nebel der Selbstbeweihräucherungsstäbchen moderieren wird. Dies wird dann der Anti-Christus sein, den die totalitäre Liebe zur Errichtung einer Schönen Neuen Weltordung (SNWO) motiviert, wenn nur erst diese NWO überwunden sein wird. Denn immer wieder wird die alles umfassende ‚Liebe’ beschworen. Jede neue Folter und Hinrichtungsart (vom Hanfstrick bis zum Shitstorm) und endzeitliche Vernichtungsphantasie wurde noch mit der Beteuerung geschaffen, daß um der ‚idealen Liebe’ willen das irgend konkret menschlich mögliche Glück des ‚Einzigen und seinem Eigentum’ geopfert werden müsse (bei Orwell gibt es sogar ein Ministerium für Liebe). Sämtliche verhießenen Paradieswege führen uns in immer neu eingerichtete Höllen der Zensur und Inquisition unter wechselnden Direktiven. „Was soll nicht alles meine Sache sein, nur die meinige soll nicht meine Sache sein?“
      Die neo-paganen Sekten bekriegen sich doch schon jetzt erbarmungloser gegenseitig, als die messianischen der Vorzeit. Warum sieht man Euch Weltnetzkrieger nicht auf der Straße im Widerstand gegen die Maskendiktatur, gegen den faktischen Impfzwang. 15000 Follower, aber im realen Leben neben mir nur noch eine Seniorin, unter lauter Larven die einzig fühlende Brust, die sich tapfer weigert, die Gesichtswindel im Laden zu tragen.
      Warum gehst DU nicht mit Megaphon raus, Parole: „Frei zu Denken und zu Atmen ist ein Menschenrecht, und alles Andere ist eine Lüge!“ – Ich kümmer mich drum

  3. Juli 5, 2021 um 2:29 pm

    „Gegenüber der virtuellen Pflicht zur behördenkonformen Lebensbilanz über seinen selbstvergessenen Dienst für abstrakte Zwecke, würde selbst der Auftritt einer realen Zeugenschar zwecklos, die belegen könnte, welchen konkreten Lebenszwecken er einst gedient habe“.

    Dieser Satz zeigt die ganze Hoffnungslosigkeit, welche bereits der heuchlerische Aristokrat Plato und Begründer unserer immer noch in seinem Sinne wirkenden Hochschulen und Bildungssysteme mit seinem Höhlengleichnis vorweggenommen hat.

    Doch, wo steht denn geschrieben, dass wir darüber noch auf tausenden von Seiten Papier als politisch korrekte und massentaugliche Autoren schreiben sollen, damit zumindest wir ein gutes Leben auf Kosten der weiter verdummten Menschenmassen haben können, ohne jedoch am eigentlichen Problem und dessen Ursache etwas zu ändern.

    Das war schon das Schicksal von Sir Karl Popper (Die offene Gesellschaft und Ihre Feinde), dass er ausser einer grossen Diskussion unter Seinesgleichen NICHTS bewirkt hat, weil das eben so gar nicht möglich ist oder jemals ohne Gewalt sein wird. Nur eben, Gewalt erzeugt Gegengewalt und bringt uns unserem Lebenszweck nicht näher.

    Natürlich könnte man auch noch jedem eine Impfung verpassen oder gleich einen Chip installieren, der zur Not auch das bequeme Ausschalten ermöglicht. Etwa einfach einen Herz- oder Gehirninfarkt provozieren und alle können dann schön in der Kirche den Tod betrauern und nochmals schöne Worte darüber schreiben. Wir sind leider nahe an dieser Realität dran!

    Wer zumindest eine Ahnung von Physik hat, dem wird bald klar, dass Menschen eben nicht Menschen sind, wie die Psychologie behauptet, welche diese Menschen immer gekonnter mit Projektionen manipuliert. Wir alle sind und haben ein funktionales Konzept, sozusagen auch noch unsere „mentale“ DNA und dies kann seit 1979 tatsächlich längst sehr präzise modelliert und messbar dargestellt werden. Wir sind also letztlich mehr als nur ein chemisch-physikalischer Prozess, wie das einst der oberste Chef der ETH Zürich meinte, als er von KI sprach. Und für solche nonsequitur bekommt man Applaus (von den Trittbrettfahrern und denen, die sich als Behörden sehen) und einen unverschämten Lohn dazu. Das mag wohl bei allen Käuflichen und nicht Integren das schlechte Gewissen ob der eigenen Lebenslüge beruhigen. Dass dies Ihnen und mir nicht weiterhelfen kann, auch wenn wir gute Analysen darüber schreiben und eben tausende von Seiten nutz- und sinnlos füllen, ist wohl auch Ihnen letztlich klar. Geben Sie mir also einen vernünftigen GRUND, warum Franz Sternbald mit seinem Philosophen-Geschwafel aus MEINER Situation heraushelfen könnte, wenn er doch gar keine messbaren und konkreten Grundlagen hierfür hat? Kann er seine oder gar sogar meine Wahrheit tatsächlich kennen? Nein, natürlich nicht und wie denn auch. Etwa mit seinem geistigen Gummiband, das absolut keinen Meter darstellen kann? Ich spreche auch nicht von Wahrheit durch Übereinkunft (möglichst der Masse; die dann zuweilen auch „Sieg Heil“ ruft), sondern eben von meiner und Ihrer Wahrheit gemessen einzig an der Wirklichkeit des Lebens selbst und das ist NICHT MANIPULIERBAR! Das Problem ist einzig die Darstellung dieser Fakten und das ist bei 1’728 oegp’s (open ended generative principles) für rund 10 Milliarden einmaliger „Möglichkeiten“ nicht ganz einfach – doch es ist in über 40 Jahren ARBEIT zu schaffen und es braucht heute nur noch Excel und einen guten PC, also keine Wunderwaffen der Technik oder Hochleistungsrechner. Wie in der Physik ist ein funktionierendes Modell besser als jede noch so gute Theorie und nur ein Modell führt uns zum Bezug zur Wirklichkeit, die wir auch etwa in „Naturgesetzen“ darstellen. Seit Newton würde dies niemand mehr in der Technik verleugnen, doch in den Geisterwissenschaften ist das nie angekommen. Es würde deren ganzes Lügengebäude zum Einsturz bringen und der Verlust (auch nur für die involvierten Intellektuellen, die nicht einmal selbst einen Nagel in die Wand schlagen können oder selbst ein Möbel zu bauen, uns aber ständig geistige Nägel ins Gehirn rammen und von einer schöneren/wüsteren Welt palavern) wäre unbezahlbar (jedoch auch nur mit wertlosem Geld). Eine funktionale Gerechtigkeit sieht anders aus und ist tatsächlich möglich und realisierbar.

    Etwa wie bei Benzin-Motoren mit nur 40% der üblichen Bauteile einer solchen Maschine bei wesentlich höherer Leistung pro Liter Treibstoff. Wenn so etwas also schon in der Technologie massiv verdrängt und bekämpft wird und man sich beim Geldverteilen in einer Industrie einig ist, dann gibt es eben keinen Fortschritt (immer gemessen am LEBEN möglichst vieler und nicht einiger weniger). Die Konsequenz ist dann die Selbstzerstörung eines Systems, auch wenn es an und für sich gut funktioniert und verbesserungsfähig wäre. Also werden Benzinmotoren nun durch Elektromotoren ersetzt und schaffen angeblich in Europa 25’000 Stellen mehr als verloren gehen werden. Von den bisherigen Investitionen spricht niemand mehr und alle sollen einfach schnell umdenken…

    Andererseits hat aber doch auch die Menschheit mit einer wirklichkeitsbezogenen Technik viel gewonnen, wären da nicht die Perversen, welche jede Erkenntnis zu den Gesetzen der Natur und des Lebens aus versteckten Absichten IMMER wieder torpedieren. Etwa Waffen statt Pflugscharen, um es einfach zu sagen!

    Das solche Behauptungen und Anmassungen an unser System jedoch eine dreiste „Verschwörungstheorie“ sein müssen, werden Sie werter Leser sicherlich sofort erkannt haben, denn wäre das nicht so, so müssten Sie sich ja selbst an der Nase nehmen und fragen, warum bin ich denn nicht bereit, diese Fakten für mich persönlich relevant zu prüfen?

    Ausschliesslich ich selbst kann ja mein Leben nachvollziehen und kennen, also alles, was ich selbst als „wahr“ erachte. Was andere Menschen über mich sagen und denken, das kann ich selbst ja meist gar nicht nachvollziehen. Sehr wohl jedoch, was ich getan oder eben aus Angst nicht getan habe.

    Es ist also an der Zeit sich den echten Lösungen zuzuwenden und einer Wissenschaft mit Zukunft das Wort zu geben und Plattformen dafür zu schaffen, mit Menschen, denen echte und persönlich relevante Beziehungen (aller Art) wichtiger sind, als die Diktatur der Themen und deren meist anonymen Besetzer mit ihren versteckten Absichten.

    Träume von einer „Fruchtbringenden Gesellschaft“ gab es etwa in Deutschland schon um 1620 herum, doch waren die heeren Vorsätze und Ziele eben leider nur philosophischer, sprachlicher Natur – wo doch eben Sprache kein taugliches Mittel ist, um Probleme zu lösen.

    Das haben die „echten“ Macher und Unternehmer der Renaissance, wie Leonardo da Vinci etc., längst gewusst und Leonardo schreibt in seinen (geheimen) Codizes über die Fürze der Intellektuellen in klaren Worten und mit Bezug zur Wirklichkeit des Lebens, welche er selbst sorgsam erforscht hat, selbst unter Todesgefahr. Was blieb sind Werke, welche in vielen Bereichen unsere Gesellschaft (Kunst, Architektur, Technik, Medizin) weitergebracht haben, was man von Philosophen nicht behaupten kann. Darum mit seinen Worten: Studiere die Kunst der Technik und die Technik der Kunst!

  4. Gerd Zimmermann
    Juli 6, 2021 um 12:09 pm

    @ Ist mir bisher komplett entgangen; 😲

    Wie oder was ?
    Das die Sonne nicht untergeht ?

    Und ein Universum nicht aufgeht.

    Nirmalo, Du bist ein hoffnungsloser Fall.

  5. Juli 16, 2021 um 11:47 am

    @ „Warum gehst DU nicht mit Megaphon raus, Parole: „Frei zu Denken und zu Atmen ist ein Menschenrecht“

    Brauchst du ein Megaphon, um
    frei denken und atmen zu können?

    Jeder denkt, wie er denkt
    und atmet, wie er atmet.

    Warum sollte ich wollen,
    daß du anders denkst als du denkst?

    Warum solltest du wollen, daß andere
    Leute anders denken als sie es gerade tun?

    Wenn du genauer hinsiehst, wirst du bemerken, daß du selbst nicht wirklich „frei“ denkst. Schon das Denken selber limitiert. Auch das Denken hat seine Grenzen. Ganz abgesehen von den Konditionierungen und Internalisierungen, derer wir uns gar nicht bewußt sind.

    Das Denken hat seine Grenzen,
    auch das Fühlen und Handeln.

    🌾

    Atmest du frei? Nein. Du wirst geatmet.

    Ein paar bewußt vorgenommene Atemzüge schaffst du, aber du
    würdest den Tag schon nicht überleben, müßtest du selber atmen.

    🌾

    Angenommen, jeder Mensch auf der Erde würde sich
    ab morgen früh genau so verhalten, wie du es möchtest.

    Wärest du morgen glücklicher?

    Niemand ist für meine Zufriedenheit zuständig, außer
    ich selbst. – Die Umstände mögen sein, wie sie wollen.

    🌾

    Dazu fällt mir ein Gebet des Reinhold Niebuhr ein: „Gott, gib mir
    • die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    • den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und
    • die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

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