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Sollte Reichtum begrenzt werden?

Der Kapitalismus ist keine Alternative zum Sozialismus und umgekehrt. Nicht nur weil keines von beiden in seiner reinen Form existiert, sondern weil beide Zwillinge sind, von denen jeder einen anderen Hut trägt.

Hannah Arendt

Moderne Kapitalisten sind freundliche Ausbeuter, moderne Sozialisten unfreundliche Austeiler.

Marcel Mart

Ich fand heute Morgen ein Denkanstoß für Bundestagswahl (siehe). Seit Jahren sehen wir, wie immer noch mehr gelt an die sehr reichen unter uns geht. Die aktuelle Corona-Panik-Zeit hat dies noch deutlicher werden lassen. Während sehr viele Kleinunternehmer vor dem Ruin ihres Lebenswerkes stehen, haben sich die Multimilliardären kurz mal ihr Vermögen verdoppelt. Dass dies ungesund für ein gemeinschaftliches Wirken ist, dürfte auch Grundschülern schon klar sein. Nur was tun. Die einen Sagen, lasst die Unternehmer frei wirken, so dass sie auch etwas unternehmen können. Es wird dann auch für den Rest was zusätzlich abfallen. Das das mit diesem Trickle-Down-Effekt nur sehr begrenzt funktioniert, konnten die Anderen gerade letzter Zeit immer wieder feststellen. Während die Wirtschaftszahlen nach oben wiesen, fielen die Löhne und die Mieten stiegen. Sogar Joe Biden hat nun eine Ansage gemacht, die oberen 1% zu belasten. Hier nun der Eingangs erwähnte Denkanstoß:

Der französischer Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty fordert eine Besteuerung von Milliardären von bis zu 90% und das nicht um den Staat zu finanzieren, sondern um die Demokratie zu retten. Hier ein paar Bundestagswahl-Argumente, warum Umverteilung mehr Freiheit und Demokratie bedeutet:

Von oben gesehen ein Haufen von Scheiße. Von unten lauter Arschlöcher.
Von oben gesehen ein Haufen von Scheiße. Von unten lauter Arschlöcher.
  • Ungleichheit verhindert soziale Mobilität. Das bedeutet, dass in Ländern, die weniger ungleich sind, seltener das Elternhaus darüber entscheidet, welche Möglichkeiten Kinder in ihrem Leben haben. Ungleichheit schränkt also die Freiheit der großen Masse massiv ein.
  • Das Versprechen der Politik von einer besseren Zukunft wird bei steigender Ungleichheit nicht eingehalten. Wenn sich soziale Absicherung und Arbeitsbedingungen verschlechtern, Wenige jedoch immer mehr besitzen, vermittelt das den Eindruck, dass Politik für Eliten gemacht wird.
  • Vermögensungleichheit ist auch das Ergebnis ungleich verteilter Macht. Vermögende und ihre Lobbyverbände haben einen größeren Einfluss auf die Politik und können so ihre Interessen leichter durchsetzen, als es viele ärmere Individuen können.
  • Der Ökonom Joseph Stiglitz schreibt dazu: „Die Parteipolitik ist das Schlachtfeld, auf dem um die Frage gerungen wird, wie der ökonomische Kuchen einer Nation aufgeteilt werden soll. Das oberste Prozent hat diese Schlacht gewonnen. So sollte es in einer Demokratie nicht sein.“
  • Das akkumulierte Geldvermögen bekommt jedoch einen deutlichen Machtgewinn, wenn linke Parteien ihre Investitionsvorhaben vom Zugriff auf die extremen Vermögen ABHÄNGIG machen. Superreiche versetzt das immer wieder in die Lage, die Vielen zu erpressen.
  • Ein Staat, der weiß, dass er die Staatsverschuldung nicht unter einer willkürlichen Grenze halten muss, wird unerpressbar. Mit einem neuen Verständnis über Staatsfinanzen, lässt sich also die Machtdivergenz zwischen Parlament und Großkapital beseitigen. Das reicht jedoch nicht.
  • Wenn wenige Konzerne immer mehr besitzen und kleine Unternehmen aufkaufen, wächst Macht in den Händen Weniger, die schließlich weiter vererbt wird. Das ist nicht nur schlecht für die Demokratie und die Freiheit der Vielen, sondern bremst auch Fortschritt und Innovation.
  • Wenn wir diese Entwicklung hin zu mehr Demokratie und Freiheit umkehren wollen, müssen wir nicht nur Vermögenskonzentration verhindert, sondern auch die Mitbestimmung von Beschäftigten ausbauen. Diese brauchen jedoch mehr als nur den Zugriff auf „ökonomisches Kapital“.
  • Wir müssen eine Entwicklung in Gang setzen, die unsere Gesellschaft sozial u. kulturell zusammenwachsen lässt. Mit einem Bildungssystem, das ausfinanziert auf die Unterschiedlichkeit der Individuen eingeht. Die Freiheit des Individuums, sich in sozialer Absicherung zu entfalten.
  • Was wir Superreichen nehmen, ist die Möglichkeit, über die Leben von vielen Ärmeren Macht auszuüben. Was wir alle dabei gewinnen, ist eine gesündere, gebildetere, tolerantere und handlungsfähigere Gesellschaft, in der auch Verantwortung besser verteilt werden kann.

Auch dieser Denkanstoß ist eine passende Fortsetzung zum vorgestrigen Artikel:
Eine etwas andere Sicht über die Vertreibung aus dem Paradies

***

Ich ging raus und trieb mich mit Jugendlichen in Los Angeles rum, bevor ich „denn sie wissen nicht, was sie tun„, drehte. Die tragen Lederjacken und suchen nach Leuten, die sie ein wenig in die Mangel nehmen können. Weißt du, das sind keine armen Kinder. Viele von denen haben Geld, und wenn sie groß sind, werden sie zu Stützen der Gesellschaft. Junge, die haben mir Angst eingejagt!

James Dean

  1. Juli 4, 2021 um 11:10 am

    Hat dies auf haluise rebloggt.

  2. Tula
    Juli 4, 2021 um 12:10 pm

    Eine Besteuerung, so so und wer bekommt die zusätzliche Steuer?

    Bewusstseinsbildung ist der einzige Weg aber das langweilt wahrscheinlich die meisten, ja und darum wird eben man wieder eventuell eine Steuer eingeführt.

    Rumschustern 😀

    • Martin Bartonitz
      Juli 4, 2021 um 12:37 pm

      Ja, wer bekommt das eingesammelte Geld? Am Ende werden wieder Projekte angeschoben, wo am Ende genau jene das Geld wieder in ihre Hände bekommen …

      • Juli 5, 2021 um 5:00 pm

        @ „am Ende genau jene das Geld wieder in ihre Hände bekommen“

        Und wenn du zu „jenen“ gehörtest?

  3. wolfgang fubel
    Juli 4, 2021 um 12:23 pm

    Es ist schon ziehmlich Abartig, das ein einziger Mensch
    soviel Geld ansammeln kann, die den Staatshaushalt
    eines Staates gleichkommt!
    Das so etwas geduldet und sogar von vielen Idioten
    noch bewundert wird, zeigt den Zustand Unserer Gesellschaft!!
    Reichtum ist keine Schande, aber unermessliche Gier schon!
    P.S.
    Es giebt Leute, die in 250 Jahren nicht das Geld ausgeben könnten
    das Sie besitzen ,wenn Sie solange Leben würden !

  4. Gerd Zimmermann
    Juli 4, 2021 um 1:26 pm

    @ Sollte Reichtum begrenzt werden?

    Wie sollte man geistigen Reichtum begrenzen ?

    Stell dir vor du hast keine Fragen mehr, nur noch Antworten, mit anderen
    Worten du verstehst die Schöpfung, im Jetzt.

    Was soll denn da begrenzt werden ?
    Materieller Reichtum ?

    Habe ich gehabt, ich konnte fast 6000 CHF im Monat ausgeben.
    Na und ?
    Heute bin ich zufriedener.

    Diese buntbedruckten Scheinchen interessieren sich nicht für das
    Unglücklichsein ihrer Besitzer.

    Ich habe ein ganzes Universum und sie kaufen Sterne.

    Sprichst du diese Sprache ?

  5. Martin Bartonitz
    Juli 4, 2021 um 6:53 pm

    „Die Regierung ist hauptsächlich eine kostspielige Organisation, die sich mit Übeltätern abgibt und die Leute besteuert, die sich ordentlich aufführen. Für die anständigen Menschen tut die Regierung ziemlich wenig – abgesehen davon, dass sie sie ärgert.“
    Edgar Watson Howe

  6. Gerd Zimmermann
    Juli 4, 2021 um 10:03 pm

    Das männliche ist in unserer Gesellschaft total überbetont,
    aha, plötzlich spricht Tula meine Sprache……………

  7. henningnaturdesign
    Juli 4, 2021 um 10:08 pm

    Die natürliche physische Lebenordnung
    Im Grossen Kosmos Universum, sowie
    im Kleinen Kosmos der Frequenzen, Quanten und Atome
    sind in einer Ordnung der bedingungslosen Harmonie, einzig mit den physisch, energetischen Wandlungsgesetzen aus Saat und Ernte, sowie auch aus Ursache und Wirkung.
    Die Grundformel allen Leben aus den hermetischen, wirkenden Gesetzen zu einer natürlichen Gesundheit ist:
    Bedingungslose Harmonie in achtsamer Liebe einzig durch Helfen und Schenken zu kooperieren in einen energetischen, spannungsfreien Gleichgewicht.

    Jedes energetische Ungleichgewicht ist ein Phänomen einer Erkrankung.
    Phänomene der Erkrankungen mit Gift zu bekämpfen, ist etwas anderes als die Desresonanz der Gleichgewichte wieder durch bedingungsloser Freude und achtsamer Liebe in ein Gleichgewicht zu bringen.

    Jede Bedingung – =
    – aus einer erdachten Preisfindung zu einer Zahlungsaufforderung,
    – sowie jede Form der Gewalt als eine Bedingung,
    – sowie jede Missachtung am höchsten Wert am Leben und aller Lebewesen,
    – sowie die Betrachtung mit einer toten Sache, Tauschhandel – der eine Bedingung in Sich
    enthält, zu betreiben,
    = sind ein kriminelles Handeln gegen das bedingungslose Leben in Harmonie
    = sind ein energetischer Wandlungsprozess am energetisch, physischen Leben,
    = welches das Leben in seiner Qualität und Freiheit, sowie in seiner Quantität minimiert.
    = Kaufen und Verkaufen sind das deportieren und deplatzieren von Energien aus einen
    harmonisch, agierenden Mit-Feld und Um-Feld dem die Energie entzogen wird und an einem
    anderen Ort die Energie hinzu geführt wird. Hierbei entstehen energetische Spannungen.

    Zwei Beispiele:
    1. China kauft in Deutschland einen Wald auf. Fällt die Bäume und transportiert
    die Holzenergie nach China. Das Biosystem in Deutschland – die harmonisch agierende Wald
    Flora und Fauna, sowie die Wasserzirkulation vom Waldboden, der durch die
    Wasser speichernden fehlenden Bäume jetzt austrocknet, sind für eine sehr lange Zeit
    geschädigt.
    2. Nimm einen kleinen spielenden Kind das Spielzeug weg. Die Wegnahme des Spielzeug
    erzeugt eine energetische Spannung und Deplatzierung der Energie des Spielzeug zum Kind.
    Das Spannungsverhältnis führt zum Ausdruck meist mit heftigen Protest.
    Der Protest ist das Reagieren auf die Spannung um die Spannung abzubauen.
    Die bedingungslose Bitte das Spielzeug zurück zu bekommen, ist das Agieren im Gleichgewicht seiner Energien zu bleiben.

    Niemand hat ein Recht über ein anderes Leben zu herrschen, oder zu urteilen, weder mit einer Bedingung noch mit physischer Gewalt, oder mit psyschicher Gewalt, wie der Angst-mach-Terror der Medien.
    Im energetischen Naturgesetz der bedingungslosen Harmonie gibt es nur ein achtsames Handeln in Liebe – Mit-Einander – Neben-Einander – Für-Einander einzig durch bedingungslos Agieren im Schenken und Helfen.
    Alles andere sind Bedingugnen gegen eine bedingungslose Harmonie, aller Energien im Gleichgewicht.

    Setzt bitte mal das geistig um was auf der Webseite des Deutschen Bundestages zur Rede vom Papst steht
    https://www.bundestag.de/parlament/geschichte/gastredner/benedict/rede-250244
    der dritte Absatz was der heilige Augustinius gesagt hat ist wichtig.

  8. Juli 5, 2021 um 4:56 pm

    Hannah Arendt: „Der Kapitalismus ist keine Alternative zum Sozialismus und umgekehrt. Nicht nur weil keines von beiden in seiner reinen Form existiert, sondern weil beide Zwillinge sind, von denen jeder einen anderen Hut trägt.“

    Kapitalismus und Sozialismus sind keine Zwillinge,
    Hannah, denn hier gibt es keine gleiche Augenhöhe.

    Der Sozialismus ist eine Re-Aktion auf den Kapitalismus, wie
    der Atheismus… ein Reflex auf den Glauben an einen Gott ist.

    Ohne Kapitalismus
    = kein Sozialismus.

    Ohne Theismus
    kein Atheismus.

  9. Juli 5, 2021 um 5:09 pm

    @ „Sollte Reichtum begrenzt werden?“

    Man versucht es doch nach Kräften.
    Zwei Beispiele:

    ◾ Patentrecht
    ◾ Copyright

    Nur sind es nicht einige wenige Bösewichte, die da am Werk sind,
    es ist die allgemeine Zustimmung, die auf Kurzsichtigkeit beruht.

    Wenn wir es anders haben wollen, müssen wir
    auf Weitsicht und Großzügigkeit umschalten.

    Man kann auch sagen: Von Angst auf Liebe.

    • henningnaturdesign
      Juli 5, 2021 um 7:07 pm

      Es ist ein Prozess am Erkennen mit zunehmender Bewegung in Richtung Zentralsonne der Galaxy un ein Zyklus der sich alle 25920 Jahre wiederholt. So lange dauert ein grosses Jahr.
      Interessant dabei ist die Zahl 25920 sie entspricht der Atemzüge an einem Tag, 18 mal 60 Min. mal 24 Std. = 25920. So wie der Tag aus Tag und Nacht = Wach sein und Schlafen besteht, so ist das Grosse Jahr mit 25920 Jahren auch einen Bewusstseins-schlaf und einen Bewusstsein Wachzustand in seinem Zyklus gebunden, durch Energiemangel mit der Entfernung von der Zentralsonne und Energie zufuhr mit der Annäherung zur Zentralsonne.
      Der Mensch schläft etwa 6 Stunden von 24 Stunden am Tag = Ein / Viertel des Tages. Eine Analogie dazu ist der Schlaf – Wach – Zyklts Zum Bewusstsein. Ein / Viertel des grossen Jahres sind 6480 Jahre.
      Der hebräische Kalender schreibt bereits das 6. Jahrtausend. Im proleptischen julianischen Kalender, dem Vorgänger des heutigen christlichen Kalenders, fällt der Beginn der jüdischen Zeitrechnung ins Jahr 3761 vor Christus.
      Der Beginn des Schlafbewusstsein war etwa 3761 Jahre vor Chr.
      Der Beginn im gregorianischen Kalender des Jahres 2021 ist in der jüdischen Zeitrechnung das Jahr AM (AM =Anno Mundi) 5781.
      Nach dem Tolkin Kallender war das Jahr 2012 der Wendepunkt vom Ende und Anfang des Wach – Schlafbewusstsein.
      Auch hat die künstliche Intelligenz – Die Entwickling der Computertechnologie in der letzten Zeit, mit dazu beigetragen das Erwachen zu beschleunigen, um nicht mehr von oben beschi…. zu werden. Due energetischen Änderungen werden phenomenal sichtbar.

      mehr lesen

  10. Juli 6, 2021 um 12:04 am

    Technische Frage: Martin, wer ist der Autor des Artikels?

  11. Juli 6, 2021 um 11:49 pm

    Unbekannter Autor des Artikels: „So sollte es in einer Demokratie nicht sein.“

    WIE bitte, sollte es in einer Demokratie denn sein?

  12. Juli 7, 2021 um 12:12 am

    Unbekannter Autor: „Ungleichheit schränkt also die Freiheit der großen Masse massiv ein.“

    Ungleichheit ist nicht verhinderbar.

    Wir werden ungleich geboren. (Damit ist nicht Geld oder anderes materielles Vermögen gemeint.) Wir kommen hier mit unterschiedlichen Charakteren, mit ungleich ausgeprägtem Energiepotenzial an. Schon der Ehrgeiz ist unterschiedlich verteilt.

    Es heißt, der uns bekannte Beethoven sei als 13tes Kind in die Familie geboren worden. Er brachte das Vermögen, DER Beethoven zu werden, mit. Die anderen 12 nicht.

    Es gibt keine Gerechtigkeit.

    Eine Balance ist möglich,
    aber keine Gerechtigkeit.

    Individuelle Zufriedenheit ist
    möglich, aber keine Gleichheit.

  13. Gerd Zimmermann
    Juli 7, 2021 um 6:48 pm

    @ Ungleichheit ist nicht verhinderbar.

    Dem ist wohl so, sonst wäre alles in Harmonie, was immer das ist, eine Polarität.

    Die Polarität gleicht sich immer aus, zu Null.
    diese Sprache sprechen schon wieder etwa 7,5 Mrd nicht.

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