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„Wir brauchen wieder eine offene und sachliche Debatte.“

Dr. Franziska Briest hat heute auf Twitter in einem längeren Thread ihre Gedanken zum inzwischen sehr enggewordenen Debattenraum geschrieben. Ich komme mit ihren Worten sehr in Resonanz, daher stelle sie auch einmal hier ins Regal (Quelle):

Grafik nach Prof. Rainer Mausfeld

Ich möchte etwas Nachdenkliches mit euch teilen. Im Dezember war ich Ziel eines Shitstorms, da wurde mein Privatleben durchwühlt, mein Arbeitgeber kontaktiert, mit dem Vorwurf, ich hätte Schnelltests geklaut (die zum Zeitpunkt bereits für Fachpersonal zu kaufen waren), immer wieder mein Arbeitgeber und meine Partei getaggt. Das ist zwar etwas abgeflaut, aber obwohl ich die Identität meiner Kinder seit Jahren konsequent schütze (schon lange vor Covid, wegen Morddrohungen durch Nazis während meiner aktiven politischen Zeit), wurde ich auch schon von der Schule kontaktiert.

Ich habe mit Menschen gesprochen, deren Webseiten angegriffen werden, die Drohungen gegen ihr Leben oder das ihrer Kinder erhalten, Menschen, deren Arbeitgeber Klarnamen auf sozialen Medien nicht mehr lesen möchte, Selbstständige, deren Unternehmen/Praxis angefeindet werden, KollegInnen, die Morddrohungen erhalten. Und das Ganze nicht nur aus der Ecke der Rechten und Covid-Leugner, sondern auch aus der Ecke der Maßnahmenbefürworter und Niedriginzidenzaktivisten.

Politischen Dissens wird es immer geben, da ist die Pandemie keine Ausnahme. Es werden aber mit dem Klimawandel und der alternden Gesellschaft noch viel härtere Brocken in den nächsten Jahrzehnten auf uns zukommen und ich sehe uns als Gesellschaft nicht dafür gewappnet, diesen Dissens auszuhalten und sauber zu diskutieren. …

Dr. Franziska Briests Nachdenkliches aus einem unbedingt lesenswerten Twitter-Thread. Bitte den Tweed unten anklicken, um den ganzen Thread zu erhalten.

Wir brauchen wieder eine offene und sachliche Debatte.

Die letzte Zeile aus besagtem unbedingt lesenswerten Twittere-Thread
Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter:
  1. Oktober 24, 2021 um 2:31 pm

    Hat dies auf haluise rebloggt.

  2. Martin Bartonitz
    Oktober 24, 2021 um 7:28 pm

    Was zeichnet eigentlich moderne Machtergreifungen aus? Vermutlich vor allem, dass sie nicht wie Machtergreifungen aussehen dürfen – und somit nur zwischen den Zeilen erkannt und erst in der Rückschau gänzlich verstanden werden können. Im aktuellen Meinungsklima gilt das mehr denn je. In einer Welt der weichgespülten Vokabeln, wie Anti-Aggression, Diversität, Achtsamkeit & Co., gibt es nur noch Sachzwänge und die Vernunft im Dienst der guten Sache, also unangreifbare Maßstäbe, die alternativlose Entscheidungen «vorschreiben». Die Implikation für die Demokratie könnte gewaltiger nicht sein. Denn im Klartext hieße das, dass in der Demokratie von heute nur noch der Schein der Demokratie erwünscht ist, aber keine echte Diskussion über Alternativen mehr, geschweige denn Protest.

    Im Kern bezeichnet das Reich des Guten eine Gesellschaft der Pharisäer, also von Menschen, die sich selbst im Gnadenstand der Erkenntnis des Guten und Richtigen glauben und daraus das Recht ableiten, massiv in das Leben anderer Leute einzugreifen. Diese neuen Pharisäer sind eine eigene Nomenklatura der Macht geworden, die stets vorgeben, im Sinne eines wolkigen gesellschaftlichen Konsenses zu den großen Fragen der Zeit, wie Migration, Klima, Gender und Minderheitenrechte – und jetzt natürlich Corona – zu agieren.

    Fundstelle: Nach Corona kommt das Reich des Guten
    Wir leben in Zeiten eines globalen Tugendkults. Die Pandemie ist der Brandbeschleuniger für einen Kollektivismus neuen Ausmaßes.

  3. Martin Bartonitz
    Oktober 24, 2021 um 7:49 pm

    Habe gerade unterstützt:

    YouTube will die Aktion #allesaufdentisch offenbar komplett löschen! – Auch „Die Achse des Guten“ ist erneut betroffen.

    Trotz gerichtlicher Verbote werden weiter Videos zensiert. Wir bitten um Ihre Unterstützung.

    Die Initiatoren von „AllesaufdenTisch“, der Nachfolgeaktion von #allesdichtmachen, Volker Bruch („Tatort“, “Berlin Babylon”) und Jeana Paraschiva, sind alarmiert: „Wir versuchen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Das ist Demokratie. Unsere Stimmen auszulöschen, ist das traurige Gegenteil davon.“

    Auch der Anwalt der Künstler hat sich “Bild” zufolge bereits zum Vorgehen Youtubes geäußert. Demnach spricht der Jurist von einer neuen „Dimension des Rechtsbruchs durch Youtube“. „Legitime Stimmen“ würden „eiskalt zum Schweigen gebracht“, so Steinhöfel.

    „Meinungsfreiheit im Netz“ sorgt für die Rechtsverteidigung der Aktion “#allesaufdentisch”, wehrt sich gegen die rechtswidrigen Löschungen von Videos und gegen die drohende Kanallöschung. Und bittet hier um Ihre Unterstützung.

  4. Martin Bartonitz
    Oktober 24, 2021 um 8:04 pm

    … Habermas behauptet, rechtsphilosophisch zu argumentieren. In Wahrheit präsentiert er eine brutale Apologetik der real existierenden Macht. Warum leistet er sich im hohen Alter diesen kompromittierenden Amoklauf? Handelt es sich um das indirekte Eingeständnis, daß es mit dem zwanglosen Zwang des besseren Arguments, den er in der Theorie hochhielt, nichts wird und die Tribalgesellschaft, zu deren Entstehung er beigetragen hat, nur noch durch diktatorisches Regieren zusammengehalten werden kann?
    Das wäre schlimm genug, aber die sympathischere Deutung. Die andere lautet nämlich: Der Text enthält die Essenz seines ganzen Trachtens und Denkens – sie ist das, was bleiben wird.
    So oder so, die Habermas-Republik hält die Zeit für gekommen, sich die letzten Schleier vom Gesicht zu ziehen. Sichtbar wird ein Medusenhaupt. Die Fortsetzung vom „Bleichen Herz der Revolution“ ist fällig.

    Fundstelle: Ich bin die Wahrheit

  5. Martin Bartonitz
    Oktober 24, 2021 um 10:13 pm

    Auch Gunnar Kaiser ist heute auf das Thema Verengung des Debattenraumes = Diskurs eingegangen, in seiner Betrachtung, ob denn der Bürger wirklich alles hinzunehmen habe, was der (weise?) Staat vorordnet:

  6. Oktober 24, 2021 um 11:06 pm

    Frau Dr. Briest in ihrem Twitter Account:
    „Corona Leugner und Nazis werden geblockt“
    Noch Fragen?
    Hör mir auf – lächerliches Gehabe von ihr sonst nichts.

    • Martin Bartonitz
      Oktober 25, 2021 um 8:39 am

      Ja, das hatte ich auch gesehen. Sie hatte sich allerdings recht früh als Kritikerin der Maßnahmen hingestellt und ist vermutlich extrem angegangen worden, so dass sie dieses Statement ergänzt hatte, um ein wenig Ruhe reinzubekommen. Und auch daraus lässt sich ihre Motivation zu diesem Bedenken auch ableiten.

  7. No_NWO
    Oktober 25, 2021 um 9:37 am

    KRITIK: Prof. Mausfeld hat im Rahmen der Vorstellung des vom Rubikon-Magazin im Dezember 2019 herausgegebenen Buches «Die Ökokatastrophe» unmißverständlich Aussagen getätigt, die ein diktatorisches Staatsgebaren befürworten, um einer vorgeblich von COzwei verursachten Klimakatastrophe zu wehren. Prof. Mausfeld ist Ökofaschist.

    Jedes weitere Wort erübrigt sich.

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