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Posts Tagged ‘Anarchie’

Planet des Ungehorsams – pure Anarchie

Zeichen der Anarchisten

Zeichen der Anarchisten

Die Herrschenden werden aufhören zu herrschen,
wenn die Kriechenden aufhören zu kriechen.
Friedrich Schiller

Ich habe heute das kleine, aber feine Buch Planet des Ungehorsams von Eric F Russell (Wikipedia: „… mit feinem Spott und Ironie unter die Lupe und zeigen positive und negative menschliche Beweggründe ohne den Leser zu belehren.“) ausgelesen. Es ist eine kleine Schmuzel-Science-Fiction, in der Menschen mit den gegensätzlichen Weltbildern, die wir hier schon zur Genüge diskutiert haben. Der Autor schrieb zur Zeit von George Orwell, einer Zeit vieler dystopischer Romane. Dieser Roman ist ein schöner Farbtupfer im Gegensatz zu den sehr düsteren Welten, die uns sonst in Aussicht gestellt wurden.

Es ist 300 Jahre nach der großen Explosion auf der Erde, nach der viele Menschen sich Kraft neuer Antriebe im Weltall auf über 1.000 Planeten verteilt haben. Auf der Erde ist weiterhin die hierarchische Disziplin von Befehl und Gehorsam gepflegt worden. Eine entsprechende Delegation von 1.600 Mann, Militärs und Verwaltungswasserkopf, wurde vom Heimathafen auf den Weg geschickt, die verstreuten Schäfchen wieder einzusammeln und „an die Kette zu legen“.

Auf dem Planeten gelandet, wunderte man sich, dass kein Mensch Interesse zeigte, das Raumschiff zu besuchen. Also werden zuerst zwei niedere Mannschaftsdienstgrade zu der in Sichtweite liegende Kleinstadt geschickt. Ihr Auftrag war, die Personen zu finden, die das Sagen in der Stadt haben und sie zu einem Geschäftsessen auf dem Raumschiff einzuladen.

Nur, es gab solche Personen nicht. Meiob = Meine Obligation = Wallenstein´s „leck mich …“ war häufiger zu hören, wenn das Gespräch eher schlecht verlief. Alle Menschen wären gleich, es gäbe keine Vorgesetzten. „Wir sind frei. Frei, NEIN zu sagen.“, war eine wichtige Botschaft. Und so stand an vielen Einrichtungen des gesellschaftlichen Lebens I.W.F, nicht zu verwechseln mit Weiterlesen …

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Mit hoher Wahrscheinlichkeit bist auch Du ein Anarchist …

September 20, 2013 18 Kommentare

Nach der Lektüre dieses wieder einmal denkanstößigen Artikels von David Graeber aus dem Englischen übersetzt von Stefan Meretz kommt  ein weiteres AHA …

David Graerber (Foto: Wikipedia)

Sind Sie Anarchist?

Vermutlich haben Sie schon mal irgendwo gehört, was Anarchisten angeblich sind und glauben. Vermutlich ist alles, was Sie gehört haben, Blödsinn. Denn viele denken, Anarchisten seien für Gewalt, Chaos und Zerstörung und gegen jede Form von Ordnung und Organisation, oder sie seien durchgeknallte Nihilisten, die alles in die Luft jagen wollen. Weit gefehlt. Anarchisten glauben schlicht, dass Menschen zu einem guten Umgang miteinander finden können, ohne dass man sie dazu zwingen müsste. Eigentlich eine ganz einfache Idee. Doch die Reichen und Mächtigen halten sie seit jeher für extrem gefährlich.

Vereinfacht ausgedrückt, beruht der Anarchismus auf zwei Grundannahmen. Erstens: Unter gewöhnlichen Umständen sind Menschen so vernünftig und anständig, wie man sie sein lässt, und sie organisieren sich selbst und ihre Gemeinschaften, ohne dass man ihn sagen müsste, wie. Zweitens: Macht korrumpiert. Im Anarchismus geht es vor allem darum, den Mut aufzubringen, mit dem, was uns der Anstand gebietet, wirklich ernst zu machen und es konsequent zu Ende zu denken. Es mag seltsam klingen, aber in vielen entscheidenden Punkten sind Sie wahrscheinlich bereits Anarchist, auch wenn Sie es noch nicht wissen. Beginnen wir mit ein paar Alltagsbeispielen:

Sie stehen in der Schlange vor Weiterlesen …

Beispiele funktionierender Anarchie: ist der Shared Space in der Gemeinde Bohmte eins?

Ich hatte diesen Beitrag zu Anfang dieses Blogs geschrieben und möchte ihn doch nochmals überarbeitet hier präsentieren, geht er doch von einem konkreten Beispiel das Thema Anarchie an. Ich stellte damals die Frage, ob eine paradiesisch-anmutende Anarchie funktionieren könne?

Da werden so viele Fragen aufgeworfen. Geht es wirklich ohne Regierung, ohne Militär, ohne Polizei, ohne Gericht, ohne Anwälte und Gefängnisse? Brauchen wir diese immens großen Organisationen, die wir alle finanzieren müssen wirklich? Was, wenn nicht? Klar ist, wenn wir allein kein Geld mehr für unsere Armeen bräuchten, wäre der Hunger aus der Welt.

Ich habe mir vorgenommen, da man so den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, mal im Kleinen wie mit dem Beispiel der SCRUM-Methodik anzufangen. Ich suche nach Beispielen, wo so etwas schon funktioniert hat bzw. heute schon funktioniert. Bevor ich über Bohmte spreche noch etwas zu uns, dem faszinierenden Wesen Menschen. Mir scheint, dass Anarchie nur funktionieren kann, wenn die Veranlagung dazu in uns Menschen gelegt ist. Was braucht es? Einen guten Menschen wie ihn Platon schon versucht hat, zu definieren? Vermutlich, nur was gut ist, hat auch er nicht wirklich gut klären können.

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Der Gefangene: sich fügen ist lügen

Ich hatte in meinem Artikel Hochsensitivität – das schwierige Leben in einer unehrlichen Welt darüber geschrieben, dass hochsensible/hochsensitive Kinder extreme Probleme damit haben, die Selbstlügen der Menschen um sie herum nicht übersehen zu können. Die folgende Poesie macht deutlich, was es mit diesen Lügen auf sich hat, und dass es einem meist nicht gut ergeht, tut man´s nicht:

Erich Kurt Mühsam (Quelle Wikipedia)

Der Gefangene

Ich hab’s mein Lebtag nicht gelernt,
mich fremdem Zwang zu fügen.
Jetzt haben sie mich einkasernt,
von Heim und Weib und Werk entfernt.
Doch ob sie mich erschlügen:
Sich fügen heißt lügen!

Ich soll? Ich muß? – Doch will ich nicht
nach jener Herrn Vergnügen.
Ich tu nicht, was ein Fronvogt spricht.
Rebellen kennen bessre Pflicht,
als sich ins Joch zu fügen.
Sich fügen heißt lügen!

Der Staat, der mir die Weiterlesen …

Ich bin weil wir sind! Ego versus Gemeinschaft

Gestern sagte mir Jemand, dass wir viel zu kompliziert denken würden und die Welt viel einfacher wäre. Daran musste ich sofort denken, als ich diese kleine Geschichte las:

Ubuntu: ICH bin, weil WIR sind

Ubuntu: ich bin, weil wir sind

Ein Anthropologe bot Kindern eines afrikanischen Stammes ein neues Spiel an. Er stellte einen Korb voller Obst in der Nähe eines Baumesab und sagte ihnen, wer zuerst dort ist, gewinnt die süßen Früchte. Als er ihnen das Startsignal gab, liefen sie alle zusammen und nahmen sich gegenseitig an den Händen, setzte sich dann zusammen hin und genossen ihre Leckereien.

Als er sie fragte, weshalb sie so gelaufen sind, wo doch jeder die Chance hatte, die Früchte für sich selbst zu gewinnen, sagten sie: „Ubuntu, wie kann einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?“

Ubuntu in der Xhosa-Kultur bedeutet:  »Ich bin, weil du bist, und ich kann nur sein, wenn du bist.«.

Ich hatte gestern wieder auf meiner Heimreise von Berlin mit meinem Zugnachbarn über die derzeitige gesellschaftliche Situation gesprochen, und auch hier bemerkten wird: „Wenn einer von uns das Glück hat, gut zu verdienen, dann macht er das doch auf Kosten anderer. Wenn einer gewinnt, muss ein anderer verlieren.“

Ubuntu ist übrigens auch der Name einer Linux-Variante, einer Software, die Weiterlesen …

Wenn alle Menschen gleichermaßen an den Ressourcen der Welt Teil hätten, gäbe es dann noch Schuld?

Wir hatte in den letzten Artikeln immer mal wieder das Wort „Schuld“ angesprochen. Wir kennen Redewendungen wie:

Wer hat Schuld? Wem schulden wir etwas? Der Schuldige muss bestraft werden.

Mit einem Blick mal wieder in Wikipedia habe ich eine Passage zu Schuld und Verantwortung gefunden, die mich anschließend den Titel dieses Artikels forumlieren ließ:

Kaufmann entwickelt und belegt im Verlauf seiner weiteren Ausführungen die Theorie, dass Schuldgefühle in der Kindheit erlernt werden, wenn Eltern und vergleichbare Autoritäten Verbote ohne nachvollziehbare Rechtfertigungen aussprechen und bei deren Nichtbefolgung mit Strafe drohen. Der Inhalt des Schuldgefühls ist dann für Kaufmann hauptsächlich die Angst vor Strafe angesichts der Verletzung eines zufälligen Gebots. Was unter anderem erkläre, wieso manche Menschen wegen unbedeutender Kleinigkeiten in Schuld vergehen, während andere die größten Verbrechen mit ruhigem Gewissen verüben. Kaufmann nennt Schuldgefühle eine „ansteckende Krankheit, die die Befallenen schädigt und die in ihrer Nähe Lebenden gefährdet. Die Befreiung von der Schuld kündigt den Anbruch der Autonomie an.

Dass er mit dem letzten Satz richtig vermuten könnte, zeigt eine Erzählung, die ich Weiterlesen …

Der steinige Weg zur direkten Demokratie

Immer mehr Menschen wird bewusst, dass die repräsentative Demokratie, wie sie gerade bei uns implementiert ist, nicht mehr zeitgemäß ist und aufgrund von Fehlern in diesem System am Ende eine Parteidikatatur steht, in der u.A. die darin Mächtigen ihre Macht zu erhalten streben und sich dabei mit den Mächtigen der Großkonzerne verbünden. Siehe u.a. den Artikel zur Elitetheorie „vom ehernen Gesetz der Oligarchie“. Dass am Ende nicht mehr das Wohl des Volks steht, wie bei uns im Artikel 20 Grundgesetzes niedergelegt, sondern das Reicherwerden der schon Reichen weiter befördert wird, ist nicht mehr zu übersehen.

Daher kommen immer mehr Menschen zusammen, um losgelöst von Organisationen und deren Ideologien nach einem Weg zu mehr direkter Demokratie zu finden. Ziel soll es sein, dass die Menschen sich stärker an den Entscheidungsprozessen beteiligen können und dabei Lösungen gefunden werden, die bisher keiner auf dem Radar hatte.

Die beiden Totschlagargumente zur Mitbestimmung sind:

  1. Die Menschen lassen sich durch die Medien manipulieren und können so nicht objektiv abstimmen
  2. Abstimmverfahren sind zu teuer und Bürgerveranstaltungen verkommen zu Laberrunden
Nun, dass unsere Bürger inzwischen durch unsere großen Medienkonzerne mit Propaganda unserer Weiterlesen …

Anarchie ist eben nicht Chaos und Gewalt: es geht um keine Hierarchie in verantwortungsvoller Selbstorganisation

Kurzeinführung:

und noch ein neuer, der noch etwas mehr Details bringt:

 

 

 

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Ist die Erhebung von Steuern eine Schutzgelderpressung?

Ich hatte schon einmal einen Text von Andreas Popp zitiert, der sich mit der Analyse unserer Demokratie befasste und feststellt, dass wir in einer Tyrannei leben. Nun hat Herr Popp sich dem Thema Steuern gewidmet. Er kommt wie die Anarchisten zu dem Ergebnis, dass es keines Staates bedarf, um miteinander unser Leben zu gestalten. Er sieht den Mittelstand als die Basiskraft unseres Wirkens. Im Gegensatz zu den Anarchisten sieht er aber doch die Notwendigkeit einer Führerschaft in den Kommunen, da er zu viel Dumme in unserem Volk ausmacht. Hier möchte ich ihm klar widersprechen. Es mag den einen oder anderen Dummen geben. In der Summe und besonders wenn es die Belange in der Kommune angeht, so sind die Betroffenen sehr wohl in der Lage, sich über die zu entscheinden Punkte zu informieren und sich einzubringen.

Von der bsiher weniger werdenden Beteiligung an den Diskussionen zur Gestaltung unserer Gesellschaft aufgrund unseres Parteiensystems (-> Politikerverdrossenheit) auf die Dummheit der meisten Mitbürger zu schließen, finde ich abwegig. Dennoch finde ich viele Einsichten und Rückschlüsse von Herrn Popp als nachdenkswert und einer Reflektion wert. Lest selbst:

Was bedeutet eigentlich Staat – Über eine wichtige Vokabel der Tyrannei … (Quelle)

von Andreas Popp

Der Staat untersteht keinen Gesetzen mehr, sondern macht sie selbst. Er stellt sich über die Gerichte und steuert auch die Exekutive, die immer weiter ausgebaut wird, um einen menschenverachtenden Zustand zu sichern. Die „Staatsvertreter“ finanzieren ihr passables Einkommen durch physische Gewalt gegen die Menschen in Form einer Art „Schutzgelderpressung“, die man mit dem Begriff Steuern nur schönreden will. Weiterlesen …

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Ist der Staatsapparat ein Zwangs- und Unterdrückungsapparat?

Auf meiner Suche nach einer besseren Welt habe ich als nächstes danach geforscht, warum so viele in unserem Volk derzeit das Gefühl haben, dass unsere Demokratie nicht so wirklich richtig zu funktionieren scheint. Da sagen machen, dass man wählen mag, wen man will, es passiert doch immer nicht das, was man sich vorgestellt hat. Die Politikverdrossenheit greif um sich, Stuttgart 21 gebiert den Wutbürger, und Fukushima hat nochmals darauf aufmerksam gemacht, dass unsere Regierung im letzten Jahr eine Laufzeitverlängerung auf den Weg gebracht hat, die doch kaum Jemand wollte.

Ich habe einen Artikel gefunden, der mich extrem zum Nachdenken gebracht hat. Schon die Anfänge des Häppchen-weise-Buchs Affenmärchen von Gebhard Borck hat mich zum ersten Mal den Gedanken aufblitzen lassen, dass ich doch unfrei bin, da mich der Zwang zum Einkommmen unfrei macht, quasi Sklaverei über einen anderen Mechanismus. Andreas Popp hat heute den Artikel „Der Staat“ – was ist das eigentlich? auf MMNews veröffentlich und geht der Definition und der Historie von Staat und Demokratie auf den Grund. Und liefert viel starken Tobak, so diesen hier:

Fast alle historischen Rechtswissenschaftler definieren den Staat als menschliche Verbände in einer bestimmten räumlichen Region, in der gewisse Personen alle Macht an sich ziehen, um die Untertanen zu steuern. Daher auch der Begriff Steuern. Der Staat sanktioniert, also steuert, mit diesen willkürlichen Eingriffen in das Vermögen der im Staatsgebiet ansässigen Völker deren Verhaltensweisen.

Der große Wirtschaftswissenschaftler Ludwig von Mises äußerte einmal: „Der Staatsapparat Weiterlesen …

Wir sollten nicht Parteien wählen sondern gesellschaftliche Anforderungen zur Umsetzung formulieren

Ich habe gerade noch an den letzten User Stories gesessen, da wir morgen wieder SCRUM Planning Meeting haben. Genau dabei wurde mir klar:

Wir brauchen gar keine Parteien!

Warum nicht? Nun, ich erkläre das mal an unserem Prozess der Software-Erstellung.

Als Produktmanager sammeln wir die Wünsche für neuen Funktionen in unserer Software ( -> Gesetzesvorlagen), die von unseren Kunden, Partner und internen Service-Mitarbeiter ( -> allesamt Bürger) geäußert werden. Zusätzlich schaue ich mir an, was unser Wettbewerb macht und was die einschlägigen Berater am Markt behaupten (-> Best Practice aus anderen Ländern).

Alle diese sinnvollen Wünsche bereiten wir in Bezug auf den Business Value auf, sprich wir beantworten die Fragen, was es dem Kunden bzw. der Firma (-> Bürger) nutzt.

Die aufbereiteten Wünsche stellen wir unserem Product Board (= Abgeordnete aus den Abteilungen -> gewählte Volksvertreter) vor. Sie werden hier diskutiert, bewertet und priorisiert.

Entsprechend der Priorität werden die Anforderungen mit Weiterlesen …

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Mit nur 3% Wirtschaftswachstum haben wir in 25 Jahren doppelt so viel

März 19, 2011 1 Kommentar

Seit Jahren erklären uns unsere gewählten Volksvertreter (neue Politikerkaste?), dass wir wirtschaftlich wachsen müssten. Am besten mit einer Rate größer 3%. Warum? Damit wir überhaupt mal die Chance haben, die ersten Schulden unseres überdimensionalen Berges abbauen zu können. Oder zumindest unsere Zinsen an Diejenigen zu zahlen, denen die Deutschland GmbH inzwischen längst gehört.

3% hört sich wenig an. Aber durch den Zinseszinseffekt erreichen wir in 25 Jahren das Doppelte. Von was?

  • Doppelt so viele Flugzeuge, Lastwagen und Autos
  • Doppelt so viele Autobahnen und Straßen
  • Doppelt so viel gelagerter Müll (inkl. Atom) und Gift
  • Doppelt so viel plattgemachte Natur
  • Doppelt so wenig ausgebeutete Ressourcen
  • Doppelt so viel Strecken, die zum Arbeitsplatz zu fahren sind (auch Energieverbrauch)
  • Doppelt so viele Kernkraftwerke (gut, hier gibt´s inzwischen Hoffnung)

Die Liste kann beliebig fortgeführt werden. Gut, es wird sicher nicht von Allem gleich viel doppelt sein. Das Eine mehr, das Andere weniger. Aber eines dürfte sicher sein. Die jetzigen Verlierer dürften auch doppelt so viel weniger haben, wenn sich der Trend der letzten Jahre weiter fortsetzt.

Diese Gedanken sind in dem sehr nachdenklich stimmenden Buch Weiterlesen …

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Wie frei bin ich eigentlich als Deutscher?

Februar 25, 2011 2 Kommentare

Aufmerksam geworden durch die aktuellen Revolten in den arabischen Ländern, wo die Bürger mehr Freiheit einfordern, habe ich mich gefragt, wie frei ich denn selbst in Deutschland bin.

Immerhin kann ich im Gegensatz zu Sklaven frei wählen:

  • welche Meinung ich wo äußere (solange es verfassungskonform ist)
  • wo ich wohnen möchte,
  • welche Ausbildung ich machen möchte (OK, Einiges geht nicht, wenn mir das Geld dazu fehlt),
  • wo ich arbeiten möchte (OK, wenn ich ein gutes Zeugnis habe),
  • mit wem ich zusammen leben möchte (inzwischen sogar gleichgeschlechtlich),
  • welcher Religion ich angehören möchte (oder auch keiner),
  • wie ich mich ernähren möchte (auch ungesund, z.B. auch rauchend und saufend),
  • wo ich Urlaub machen möchte,

In der Summe scheint mir, geht es mir diese Freiheiten betreffend vermutlich sehr viel besser als den vielen Protestierenden in den o.g. Ländern.

Aber es gibt auch noch eine Reihe eher zweifelhafter Freiheiten, wie sie uns Hans Herbert von Arnim, Professor für öffentliches Recht,  in seinem Buch Das System. Die Machenschaften der Macht vor Augen führt:

Jeder Deutsche hat die Freiheit, Gesetzen Weiterlesen …

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Beispiel einer funktionierenden Anarchie in der Kommune Niederkaufungen – solidarische Ökonomie

Ich habe ein schönes Beispiel funktionierender Anarchie gefunden, in der seit 1987 etwa 80 große und kleine Leute Erfahrungen gesammelt haben. Auf der Web-Site der Kommune Niederkaufungen, 10 Km von Kassel gelegen, lässt sich speziell zum wichtigen Konsensentscheiden Folgendes im Zusatz zum Grundsatzpapier finden:

„Das bedeutet bei uns: Alle können sich an der Entscheidungsfindung beteiligen; es gibt keineAbstimmungen; jedeR Einzelne hat ein Vetorecht.

Im Grundsatzpapier steht: „Wir wollen, dass Entscheidungen möglich sind, die jede Meinungberücksichtigen und somit von allen getragen werden können.“

Wir treffen uns alle einmal wöchentlich im Plenum. Die Teilnahme wird erwartet. Kinder könnenam Plenum teilnehmen und ihre Anliegen einbringen. Die Form der Entscheidungsfindung ist im Laufe der Zeit mehrfach weiterentwickelt worden. Anstatt im Gesamtplenum diskutieren Weiterlesen …

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Ein Plädoyer für die Verwendung des Begriffs „Matriarchat“

Januar 30, 2011 9 Kommentare

Der Begriff Matriarchat ist genauso wie der Begriff der Anarchie in unserer Gesellschaft völlig fehlverankert, wie noch gerade in den ZDF-20-Uhr-Nachrichten vom Sprecher selbst für den aktuell chaotischen, nicht ohne Gewalt ablaufenden Protest in Ägypten, fälschlich anstelle von Anomie verwendet. Warum dies so ist, kann ich noch nicht nachvollziehen. Da dem aber so ist, versuchen viele Forscher, dem Kind einen anderen Namen zu geben, um nicht selbst in einem negativen Rampenlicht zu stehen, da die Begriffe derzeit falsch beleuchtet werden.

Die 1986 gegründete, internationale Akademie HAGIA setzt sich für die Weiterverwendung des Begriffs Matriarchat ein, auch wenn er derzeit noch mit der Herrschaft der Frau verwechselt wird, da ähnlich dem Patriarchat ableitbar. Es wäre besser, den schon einmal verankerten Begriff weiterzuverwenden und ihn „nur“ umzudefinieren, nämlich stehend für eine mütterlich=sorgsam, im Gleichgewicht miteinander umgehende Gesellschaft. Weitere Details sind dem Artikel der Akademie zu entnehmen, deren Lektüre ich empfehle: Warum der Begriff Matriarchat?

Nachtrag vom 25.10.2011:

Jede Meinung hält sich so lange, wie neue Informationen das Bild ins Wanken bringen. Mit diesem Artikel wurde ich nun überzeugt, dass es besser ist, nicht für das kooperative Zusammenleben ohne Hierarchien den Begriff des Matriarchats zu verwenden. So schreibtGerhard Bott in seinem Artikel
Zum Wortstamm „arché“ im Begriff „Matriarchat“

Das Argument der deutschen „Matriarchatsforschung“ , dass „archy“ zwar immer Herrschaft bedeutet , nur bei matriarchyangeblich nicht, entbehrt jeder Logik.  Ein so unlogischer deutscher Sonderweg hat deshalb , auch seiner Provinzialität  wegen, keine Chancen , wissenschaftlich ernst genommen zu werden. Nichts hat dies ja deutlicher gemacht als die „Anti-Gimbutas-Kampagne“. (vgl. dazu meinen Essay in diesem Blog  ).  Dies ist auch der Grund, warum sich so bedeutende Wissenschaftlerinnnen wie Marija Gimbutas und Gerda Lerner ausdrücklich von dem  Begriff   „Matriarchat“  distanziert haben.

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