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Posts Tagged ‘Anne Querrien’

Geschichte der Grundschule – Die Geleise der Innovation

Der folgende Text setzt die neun ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte (siehe), und wie die Sicht der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ausfiel (siehe)und wie Aufstellung des Heers der Arbeit als Zufuhr gehorsamer Arbeiter durchgeführt wurde (siehe).  Der dritte Teil betrachtete mehrere Strategien der Lehre in Bezug auf ihre Effektivität. Dabei lernten wir die Vorteile des mutuellen Unterrichts kennenDer vierte Teil stellt dar, aus welchen Gründen am Ende der mutuelle Unterricht scheiterte und der Simultane den Vorzug bekam. Der fünfte Teil geht der Frage nach, warum die mutuelle Schule sich nicht gegen die Brüder durchsetzen konnte. Der sechste Teil zeigt auf, wie Schule in Frankreich überall angeglichen wurde. In der zweiten Hälfte spricht Anne über ihre emotionale Lage während der Erarbeitung der Studie mit einer Bewertung, die die Administration zu Innovationen steht. Diesen Teil empfinde ich als den deutlich spannenderen. Der siebte Teil betrachtet die über alle Maßen stattfindende Kontrolle. Einer Kontrolle der Lehrer über ihre Schüler, aber auch der Inspekteure über die Lehrer. Sehr gruselig, wie ich finde. Der achte Teil befasst sich mit der Vereinnahmung der Eltern als Zuführer ihrer Kinder in die allgemeine Schule sowie den Zweck der Architektur der Schulen. Der neunte Teil geht auf die Ideologie ein, die Kinder allein auf die Reproduktion neuer Arbeiter und Soldaten des Vaterlandes zu fokussieren, sprich auf das Funktionieren als Familie auszurichten, um den Kreis zu schließen. Der zehnte Teil geht auf die Komponente der Schulfabrik ein, die die Formierung der neuen Arbeitsdrohnen sicherstellt. Während bei mir in den vorherigen Kapiteln das Mitleid mit den Schülern anklang, tut es das nun auch mit den Lehrern. Der nun folgende Teil geht auf die größeren Optimierungen der anfänglichen Grundschulen ein.

Anne Querrien, Autorin des hier vorliegenden,
ins Deutsche übersetzten Texte

Die Geleise der Innovation

Die hier vorliegende Arbeit befindet sich aus Zeitmangel und der fehlenden Möglichkeit, Zugang zu den Dokumenten zu erhalten, die es erlaubt hätten, die Vielzahl der sich anbietenden und bisher kaum erforschten Recherchewege im Vorfeld auszuloten, in einem noch sehr frühen Stadium. Die Durchsetzung der französischen Sprache in der Schule ist ebensosehr wie die Durchsetzung der Arbeitsmoral ein Instrument der Veruntertanung, doch es fehlen in Paris die Angaben für eine Untersuchung, wie dies konkret vor sich gegangen und welche Widerstände es damals gegeben hat:

Auf die entsprechende Willenserklärung der Revolutionäre von 1789 hin mußte eine Institution ins Werk gesetzt werden, und es sind eben die Einzelheiten dieses Vorgangs, welche wir zutage zu fördern versucht haben, indem wir die exakte Gegenposition zu denen bezogen haben, welche die Geschichte des Bildungswesens in aller Regel meist bloß anhand von Absichtsbekundungen und Gesetzestexten zurückverfolgen. Die allgemeine Schulpflicht und die Kostenfreiheit des Schulbesuchs waren die zwei Bedingungen für die Machtnahme der städtischen Mittelschichtsfamilie über die Schule und mithin für die Orientierung der Ideologie der Schule auf die Familie und sind ein Produkt der Dritten Republik. Diese historische Periode ist hier aber beiseite gelassen worden; die Sammlung der Quellendokumente aus dieser Periode befindet sich {nicht öffentlich zugänglich} im Institut pédagogique national, wohingegen die Quellendokumente aus der Zeit davor in der Bibliothèque nationale vorliegen. Dem ist so, weil die Dritte Republik der Moment des Einschließens der Welt der Bildung bzw. der Welt des nun fertig aufgestellten Korps der Lehrerschaft in sich selbst ist; die Archive müssen sich von da an andernorts weiterfüllen, und es wurden ein spezielles Museum und eine Sonderbibliothek eingerichtet, welche ausnahmslos dem ruhmreichen Korps der Lehrerschaft bzw. den diesem Korps Angehörenden zugänglich sind.

Neben der Nennung der negativen Ursachen für die Grenzen dieser Arbeit, ist ihr positiver Aspekt hervorzuheben.

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Das Korps der Lehrerschaft

Februar 26, 2021 2 Kommentare


Der folgende Text setzt die neun ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte (siehe), und wie die Sicht der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ausfiel (siehe)und wie Aufstellung des Heers der Arbeit als Zufuhr gehorsamer Arbeiter durchgeführt wurde (siehe).  Der dritte Teil betrachtete mehrere Strategien der Lehre in Bezug auf ihre Effektivität. Dabei lernten wir die Vorteile des mutuellen Unterrichts kennenDer vierte Teil stellt dar, aus welchen Gründen am Ende der mutuelle Unterricht scheiterte und der Simultane den Vorzug bekam. Der fünfte Teil geht der Frage nach, warum die mutuelle Schule sich nicht gegen die Brüder durchsetzen konnte. Der sechste Teil zeigt auf, wie Schule in Frankreich überall angeglichen wurde. In der zweiten Hälfte spricht Anne über ihre emotionale Lage während der Erarbeitung der Studie mit einer Bewertung, die die Administration zu Innovationen steht. Diesen Teil empfinde ich als den deutlich spannenderen. Der siebte Teil betrachtet die über alle Maßen stattfindende Kontrolle. Einer Kontrolle der Lehrer über ihre Schüler, aber auch der Inspekteure über die Lehrer. Sehr gruselig, wie ich finde. Der achte Teil befasst sich mit der Vereinnahmung der Eltern als Zuführer ihrer Kinder in die allgemeine Schule sowie den Zweck der Architektur der Schulen. Der neunte Teil geht auf die Ideologie ein, die Kinder allein auf die Reproduktion neuer Arbeiter und Soldaten des Vaterlandes zu fokussieren, sprich auf das Funktionieren als Familie auszurichten, um den Kreis zu schließen. Der nun folgende Teil geht auf die Komponente der Schulfabrik ein, die die Formierung der neuen Arbeitsdrohnen sicherstellt. Während bei mir in den vorherigen Kapiteln das Mitleid mit den Schülern anklang, tut es das nun auch mit den Lehrern.

Das Korps der Lehrerschaft

Anne Querrien, Autorin des hier vorliegenden,
ins Deutsche übersetzten Texte

Das Korps der Kinder herzustellen, verlangt eine Prägematrize. Die für diese Matrize bezeichnenden Konturen, die dem Korps der Lehrerschaft zu verleihenden charakteristischen Züge, stehen so lange im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der verschiedenen, einander folgenden Reformer, bis das gesamte Staatsgebiet zu Beginn der Dritten Republik schließlich von Pädagogischen Hochschulen bedeckt ist. Die Herstellung der Matrize scheint nun abgeschlossen zu sein.

Bei genauerer Betrachtung finden das Genie von Jean Baptiste de la Salle sowie der Erfolg seiner Einrichtung in seiner Vorreiterrolle im Bereich Lehrerausbildung Erklärung . Die Gemeinschaft der Brüder von den christlichen Schulen, die sich die Erteilung von Grundschulunterricht zur Aufgabe macht, ist die erste Lehrgemeinschaft, die ausdrücklich das Postulat formuliert, daß Lehrkräfte sich Gesetzen zu unterwerfen haben, die sehr viel drakonischer sind als die, denen gewöhnliche Mitglieder der Gesellschaft unterstellt sind. Denn nur und allein derjenige wird die Aufgabe stemmen können, für ihre Unabhängigkeit und Nachlässigkeit bekannte Einwohnerschaften an ein normales Maß an Untertänigkeit und Unterwerfung unter das Gesetz zu gewöhnen, welcher sich selbst ein Mehr, einen Überschuß an untertäniger Ergebenheit und Unterwerfung unter
das Gesetz auferlegt.

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Serie zur Schule als Fabrik – Das Korps der Kinder

Februar 7, 2021 3 Kommentare

Der folgende Text setzt die acht ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte (siehe), und wie die Sicht der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ausfiel (siehe)und wie Aufstellung des Heers der Arbeit als Zufuhr gehorsamer Arbeiter durchgeführt wurde (siehe).  Der dritte Teil betrachtete mehrere Strategien der Lehre in Bezug auf ihre Effektivität. Dabei lernten wir die Vorteile des mutuellen Unterrichts kennenDer vierte Teil stellt dar, aus welchen Gründen am Ende der mutuelle Unterricht scheiterte und der Simultane den Vorzug bekam. Der fünfte Teil geht der Frage nach, warum die mutuelle Schule sich nicht gegen die Brüder durchsetzen konnte. Der sechste Teil zeigt auf, wie Schule in Frankreich überall angeglichen wurde. In der zweiten Hälfte spricht Anne über ihre emotionale Lage während der Erarbeitung der Studie mit einer Bewertung, die die Administration zu Innovationen steht. Diesen Teil empfinde ich als den deutlich spannenderen. Der siebte Teil betrachtet die über alle Maßen stattfindende Kontrolle. Einer Kontrolle der Lehrer über ihre Schüler, aber auch der Inspekteure über die Lehrer. Sehr gruselig, wie ich finde. Der achte Teil befasst sich mit der Vereinnahmung der Eltern als Zuführer ihrer Kinder in die allgemeine Schule sowie den Zweck der Architektur der Schulen. Der nun folgende Teil geht auf die Ideologie ein, die Kinder allein auf die Reproduktion neuer Arbeiter und Soldaten des Vaterlandes zu fokussieren, sprich auf das Funktionieren als Familie auszurichten, um den Kreis zu schließen.

Das Korps der Kinder

Anne Querrien, Autorin des hier vorliegenden,
ins Deutsche übersetzten Textes

Die Kinder zu einem Corps {frz. allgemein für: Körper, Leib, Hauptbestandteil, Körperschaft, Gesamtheit,
Berufsstand, Innung, Verband; milit. für: Korps} innerhalb des corps social, innerhalb der Gesamtgesellschaft zu machen und dieses Korps der Kinder weit mehr noch zum Kern der Gesamtgesellschaft werden zu lassen,
um den herum sich die Gesellschaft als große Familie versammelt, ist Aufgabe der Schule, ihre Mission. Angesichts der von außen drohenden Gefahren muss dieser Kern hart wie Lanzenstahl werden. Vermöge der sich unter der gesetzlichen Schreibschrift vereinheitlichenden Sprache und des Aufziehens des zukünftigen Soldatenkorps ist die Schule das bevorzugte Instrument zur Produktion und zum Schutz des Vaterlands. «Das bedeutendste Geheimnis hinter der militärischen Kraft eines Volkes liegt in der Vermehrung und Verbesserung der Rasse» (S. 3, Jules Simon, L’ouvrier de huit ans, Der Arbeiter von acht Jahren).

Als Jules Simon dies im Jahr 1867 niederschreibt, lässt die Qualität jener mit der Revolution entstandenen französischen Rasse – deren Geburtsstätte vielleicht oder vielleicht auch nicht die Schule war, die in jedem Falle aber durch die Musterungsstellen inspiziert wird – in einzigartigem Ausmaß zu wünschen übrig. Laut den von Jules Simon angegebenen Statistiken, sind von 325.000 Zwanzigjährigen 109.000 körperbehindert, missgestaltet und wehrdienstunfähig; im einzelnen sind dies 18.000 Kleingewachsene, 30.500 Schwächliche, 16.000 bei der Arbeit Verunfallte, 9.000 Bucklige, Hohl- oder Plattfüßige, 7.000 mit Sinneseinschränkungen, 1.000 Stotterer, 4.000 Zahnlose, 5.000 Straffällige, 2.500 Hautkranke, 5.000 mit Kropf und 8.200 mit verschiedenen anderen Einschränkungen. Es sind sicherlich nicht alle diese Anomalien zu verhindern. Doch sollten verringerte Arbeitszeiten der Kinder, bessere Ernährung, körperliche Ertüchtigung und bessere Hygiene die Zahl der Wehrdienstunfähigen zweifellos verringern können.

Die Gesundheit des Kinds ist das wichtigste Kapital.

Gérard de Brigode, L’architecture scolaire, Die Schularchitektur, Verlag: PUF 1966
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Serie zur Schule als Fabrik – Die Familienkinder

Der folgende Text setzt die sechs ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte (siehe), und wie die Sicht der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ausfiel (siehe)und wie Aufstellung des Heers der Arbeit als Zufuhr gehorsamer Arbeiter durchgeführt wurde (siehe).  Der dritte Teil betrachtete mehrere Strategien der Lehre in Bezug auf ihre Effektivität. Dabei lernten wir die Vorteile des mutuellen Unterrichts kennenDer vierte Teil stellt dar, aus welchen Gründen am Ende der mutuelle Unterricht scheiterte und der Simultane den Vorzug bekam. Der fünfte Teil geht der Frage nach, warum die mutuelle Schule sich nicht gegen die Brüder durchsetzen konnte. Der sechste Teil zeigt auf, wie Schule in Frankreich überall angeglichen wurde. In der zweiten Hälfte spricht Anne über ihre emotionale Lage während der Erarbeitung der Studie mit einer Bewertung, die die Administration zu Innovationen steht. Diesen Teil empfinde ich als den deutlich spannenderen. Der siebte Teil betrachtet die über alle Maßen stattfindende Kontrolle. Einer Kontrolle der Lehrer über ihre Schüler, aber auch der Inspekteure über die Lehrer. Sehr gruselig, wie ich finde. Der nun folgende Teil befasst sich mit der Vereinnahmung der Eltern als Zuführer ihrer Kinder in die allgemeine Schule sowie den Zweck der Architektur der Schulen.

Anne Querrien, Autorin des hier vorliegenden ins Deutsche übersetzten Textes

Die Familienkinder

Die französische Redewendung «Sohn von Familie» meint einen Knaben aus «gutem Hause», aus dem Bürgertum, dessen Zukunft und gesellschaftliche Einbindung kaum Probleme aufwerfen sollten
und dessen Jugendzeit daher dem Studium oder dem Müßiggang geweiht werden kann. Die Grundschulpflicht hat zur Folge gehabt, alle Kinder zu zwingen, sich dem Familiensohn-Verhaltensmuster
mit mehr oder weniger Glück und ohne Rücksicht auf die sich aus diesem Muster für die Eltern ergebenden wirtschaftlichen Konsequenzen anzupassen. „Mit mehr oder weniger Glück“ spielt auf die Rangstellung in der gesellschaftlichen Hierarchie an, die nun von der Zeitdauer abhängig wird, während derer die Kinder die
Position eines Kinds aus gutem Hause, eines studierenden Kinds, einnehmen werden.

Die Lehrzeit des Bürogehilfen oder Handwerksgesellen war zugleich ein Verlassen der kindheitlichen Lebensumgebung, es ging auf die Landstraßen oder mindestens weit fort, anderswohin. Die neue Schule ergreift vom Kind Besitz und macht es zu einer Art Hebel für die Produktion von Familie. Die von der Schule zum Kind unterhaltenen Beziehungen setzen die Familie als vorhanden voraus; sie erhält von der Schule Post zur Beantwortung der Frage nach den Fehlzeiten ihres Kinds, und sie ist es auch, die im Falle der Nichtbeantwortung dieser Post zu Hause besucht und in ihrer biologischen Funktion in Haftung genommen wird. Wenn die Familie zur Zeit der ersten Schulen auch noch nicht vorhanden ist, da Schule sich anfänglich vor allem der ins allgemeine Spital verbrachten Waisen- und Vagabundenkinder angenommen hatte, kommt der Ruf nach der Familie unausweichlich von eben jenen Kindern, die ihr Fehlen im Verlauf ihrer Erziehung immerwährend schmerzlich zu spüren bekamen. Der seitens der heutigen amtlichen Fürsorge auf die von ihr betreuten Kinder ausgeübte Druck ist zweifellos bezüglich seiner Formen, kaum aber bezüglich seiner Wirkungen und Zielsetzungen anders als damals. [146]

Die uneinsichtigen Eltern

Die christlichen oder städtischen Schulen für arme Kinder sind entschieden antifamilial. Richtiger ausgedrückt, sind sie Feinde der bedürftigen Familie, und die Mission der Schule lautet, die Reproduktion dieser Familien zu verhindern. Indem die Kinder armer Familien in eine Lehre gegeben werden und einen Beruf erlernen, entkommen sie dem Stand ihrer Eltern, dem der Bedürftigkeit. Entsprechend entschlossen ist die Opposition gegen das schädliche Verhalten jener Eltern, die sich kaum bemühen, ihre Kinder zur Schule zu schicken, und die keine Hemmungen haben, den Maître oder die Maîtresse zu beschimpfen, weswegen zum Beispiel der Generalpolizeileutnant von Paris häufig Geldstrafen verhängen muss (siehe: M. Fosseyeux, Les écoles de charité à Paris sous l’Ancien Régime, Die Wohltätigkeitsschulen in Paris unter dem Ancien régime, 1912, S. 38).

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Serie zur Schule als Fabrik – Die Wirkung tuenden Blicke

Der folgende Text setzt die sechs ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte (siehe), und wie die Sicht der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ausfiel (siehe)und wie Aufstellung des Heers der Arbeit als Zufuhr gehorsamer Arbeiter durchgeführt wurde (siehe).  Der dritte Teil betrachtete mehrere Strategien der Lehre in Bezug auf ihre Effektivität. Dabei lernten wir die Vorteile des mutuellen Unterrichts kennenDer vierte Teil stellt dar, aus welchen Gründen am Ende der mutuelle Unterricht scheiterte und der Simultane den Vorzug bekam. Der fünfte Teil geht der Frage nach, warum die mutuelle Schule sich nicht gegen die Brüder durchsetzen konnte. Der sechste Teil zeigt auf, wie Schule in Frankreich überall angeglichen wurde. In der zweiten Hälfte spricht Anne über ihre emotionale Lage während der Erarbeitung der Studie mit einer Bewertung, die die Administration zu Innovationen steht. Diesen Teil empfinde ich als den deutlich spannenderen. Der hier nun folgende siebte Teil betrachtet die über alle Maßen stattfindende Kontrolle. Einer Kontrolle der Lehrer über ihre Schüler, aber auch der Inspekteure über die Lehrer. Sehr gruselig, wie ich finde.

Die Wirkung tuenden Blicke

Anne Querrien, Autorin des hier vorliegenden ins Deutsche übersetzten Textes

Die dank geeigneter technischer Hilfsmittel omnipräsente Überwachung beseelt die Gesamtheit aller Kollektiv-Infrastrukturen, welche die Disziplinierung und Formung der Arbeitskraft zum Ziel haben (siehe: Michel Foucault, Surveiller et punir, Überwachen und strafen, Verlag: Gallimard, 1975). Doch jenseits von Überwachung sind es die Blicke selbst, die von der Machtmaschine eingefangen und ausgerichtet werden, um ihr zu dienen. Die im 17. Jahrhundert aufkommende Obergewalt, die sich nach der französischen Revolution fest einrichtet, zeigt sich ihren Untertanen nicht mehr direkt: Sie sieht die Untertanen, und während diese sich zu sehen geben, gibt sie ihnen etwas zu sehen und kanalisiert auf solche Weise ihre Blicke.

Der Blick als Machtvektor

Der unablässige Blick des Maître auf den Schüler, der im exemplarischen Fall der Kleinschulen von Port Royal über Tag und Nacht andauert, stellt den ersten Kennbuchstaben der modernen Pädagogik dar. Um diese Überwachung so weit als irgend möglich zu erleichtern, umfassen die Gruppen in Port Royal nicht mehr als fünf oder sechs Kinder. «Körperliche Züchtigungen galten als verschlimmernd und waren selten. Ein kurzer Blick des Maître machte mehr Eindruck als die strengsten Strafmaßnahmen» (siehe: René Taveneaux, La vie quotidienne des Jansénistes, Das Alltagsleben der Jansenisten).

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Serie zur Schule als Fabrik – Die landesweite Normalisation

Dezember 31, 2020 8 Kommentare

Der folgende Text setzt die vier ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte (siehe), und wie die Sicht der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ausfiel (siehe)und wie Aufstellung des Heers der Arbeit als Zufuhr gehorsamer Arbeiter durchgeführt wurde (siehe).  Der dritte Teil betrachtete mehrere Strategien der Lehre in Bezug auf ihre Effektivität. Dabei lernten wir die Vorteile des mutuellen Unterrichts kennenDer vierte Teil stellt dar, aus welchen Gründen am Ende der mutuelle Unterricht scheiterte und der Simultane den Vorzug bekam. Der fünfte Teil geht der Frage nach, warum die mutuelle Schule sich nicht gegen die Brüder durchsetzen konnte. Der nun folgende Teil zeigt auf, wie Schule in Frankreich überall angeglichen wurde. In der zweiten Hälfte spricht Anne über ihre emotionale Lage während der Erarbeitung der Studie mit einer Bewertung, die die Administration zu Innovationen steht. Diesen Teil empfinde ich als den deutlich spannenderen.

Die landesweite Normalisation

Anne Querrien, Autorin des hier vorliegenden ins Deutsche übersetzten Textes

Die landesweite Normalisation «Das Bildungsministerium ist wahrhaft zu einer Fabrik geworden, in der Schulen produziert werden.» Es schafft «durchschnittlich drei Schulen oder Klassen am Tag. Wir machen Schulen in der gleichen Geschwindigkeit, in der ein Bäcker Brote backt» (Jules Ferry, Rede am 2. Juli 1882 vor der association philotechnique, der philotechnischen Vereinigung; zitiert nach: Maurice Gontard, L’œuvre scolaire de la Troisième République, Das schulische Vollbringen der Dritten Republik, Verlag: éditions du CRDP de Toulouse).

Brötchenschule und Bäckereiministerium. Nach zwei Jahrhunderten ist die von Jean Baptiste de la Salle ehemals den Kleinschulen gegebene Anempfehlung endlich umgesetzt: «Die Schule sollte auf eine Weise beschaffen sein, dass die Bücher, Maître, Lektionen und Korrekturen alle gleich und allen gleich dienlich seien» Doch hätte Jean Baptiste de la Salle ganz sicher nicht geahnt, dass die Technologie des Verwaltens eines Tages fähig sein würde, diese Schule eine staatliche Einrichtung werden zu lassen, die sich aus eben so vielen lokalen Zellen zusammensetzen würde, wie es Kommunen gibt; und dass die audiovisuelle Technologie jene Basiszelle eines Tages weit genug miniaturisieren könnte, um sie mitten hinein in die Familien zu bringen. Woraus ist jene Verwaltungstechnologie gemacht?

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Serie zur Schule als Fabrik – Weswegen haben die Brüder gewonnen?

Dezember 27, 2020 10 Kommentare


Die Dressierbarkeit der Menschen ist in diesem demokratischen Europa sehr groß geworden; Menschen, welche leicht lernen, leicht sich fügen, sind die Regel. Das Herdentier, sogar höchst intelligent, ist präpariert.

Friedrich Nietzsche

Der folgende Text setzt die vier ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte (siehe), und wie die Sicht der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ausfiel (siehe)und wie Aufstellung des Heers der Arbeit als Zufuhr gehorsamer Arbeiter durchgeführt wurde (siehe).  Der dritte Teil betrachtete mehrere Strategien der Lehre in Bezug auf ihre Effektivität. Dabei lernten wir die Vorteile des mutuellen Unterrichts kennen. Der vierte Teil stellt dar, aus welchen Gründen am Ende der mutuelle Unterricht scheiterte und der Simultane den Vorzug bekam.

Weswegen haben die Brüder gewonnen?

Anne Querrien, Autorin des hier vorliegenden ins Deutsche übersetzten Textes

Eine erste Antwort findet sich bereits in dem Porträt einer Klassenschule, welche die Kinder im Kollektiv zusammenführt, um sie das Lesen, Schreiben und Rechnen als etwas erobern zu lassen, das zum Repertoire der durch körperliche Gewöhnung erworbenen Fähigkeiten des guten händischen Arbeiters zu gehören hat. Ein Echo dieser Antwort findet sich in der Arbeit einer anderen Gruppe des CERFI zum Thema der crèche, der Kinderkrippe. Die Kinderkrippen sind zeitgleich mit den mutuellen Schulen aufgekommen und hatten weitgehend die selben Initiatoren. Wie die mutuelle Schule, wurden auch die Krippen abgewürgt, allerdings nicht so restlos erfolgreich; im Jahr 1975 gab es lediglich noch 32.000 Krippenplätze. Dem Ausbau der Krippe – Ort des Kollektivkorps der Kinder – ist der Ausbau der école maternelle bzw. der Vorschule – Ort der Lehrerin-Kind-Beziehung – vorgezogen worden (siehe: Garde d’enfants et famille conjugale, Kinderverwahrung und eheliche Familie, CERFI, 1975).

Zuträgliches und Unzuträgliches der Methode der Brüder

Als die Brüder am Ende der Julimonarchie ihren Sieg feiern, sind die Charakteristiken der mutuellen und der simultanen Methode weitgehend aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit und, schlimmer, auch aus dem der Lehrkräfte verschwunden. Davon zeugt LouisArsène Meunier, treibende Kraft von L’écho des instituteurs, Das Echo des Lehrers, einem der ersten engagierten und von Januar 1845 bis Juni 1850 erschienenen Journale der Lehrerschaft. «Diese allgemeine Arbeitsweise, die das eine Mal mutuell und das andere Mal simultan genannt wird…» (S. 42 von Lutte du principe clérical et du principe laïc, Kampf zwischen dem klerikalen und dem laizistischen Prinzip, im Jahre 1861 in Paris erschienene Wiederauflage seiner Beiträge)

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Zusammenführung der Kinder im Kollektiv

Dezember 15, 2020 13 Kommentare

Der folgende Text setzt die drei ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte (siehe), und wie die Sicht der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ausfiel (siehe), und wie Aufstellung des Heers der Arbeit als Zufuhr gehorsamer Arbeiter durchgeführt wurde (siehe).  Der folgende Teil betrachtet mehrere Strategien der Lehre in Bezug auf ihre Effektivität. Dabei lernen wir die Vorteile des mutuellen Unterrichts kennen:

Anne Querrien, Autorin des hier vorliegenden ins Deutsche übersetzten Textes

Um den Unterricht auf alle Kinder ausdehnen zu können, bedurfte es einer Methode, die es mit nur einer einzigen Lehrkraft ermöglicht, eine vergleichsweise große Zahl von Kindern erfolgreich zu unterrichten. Die traditionellen Erziehungsmethoden basierten auf der individuellen Beziehung von Lehrer und Schüler; und insofern, als diese Methoden die liebevolle Unterwerfung des Schülers unter den Lehrer vorsahen, was im antiken Griechenland sogar homosexuelle Form annahm, stand ein Unterricht lediglich jener Minderheit offen, deren Hauptbeweggrund für das Lernen war, dem Lehrer so nahe wie möglich zu sein. Sobald aber beschlossen ist, die Armen zu unterrichten, steht diese Homosozialität zwangsläufig nicht mehr zur Wahl – es muss die gesellschaftliche Distanz aufrechterhalten werden, damit der Unterricht nicht auf den gefährlichen Abweg führt, die gesellschaftliche Ordnung in Frage zu stellen. Der Lehrer von Kindern der Armen muss seine Handvoll Schülerlein nicht etwa liebhaben, sondern eine kleine Truppe dirigieren, die gezwungen ist, ständig nachzurekrutieren, da der Unterricht zur Aufnahme einer Arbeit führen soll und mit diesem Schlussakt beendet ist.

Eine militärische Disziplin

Wie einen Trupp von Schülern unterrichten, wie ihn führen? Das militärische Modell ist zunächst das einzig verfügbare. In seinem L’école paroissiale ou la manière de bien instruire les enfants dans les petites écoles, (Die Pfarrgemeindeschule oder über die Art und Weise, die Kinder in den Kleinschulen gut zu unterrichten, 1654), beschreibt Démia, Gründer der Schulen der Wohltätigkeit der Stadt Lyon, sehr detailliert, auf welche Weise der Lehrer Gerechtigkeit (Hauptaufgabe des Regierens in seiner Epoche) zu üben hat und wie die schulischen Räumlichkeiten beschaffen sein sollen, in denen einem jeden sein Platz zuzuweisen ist; die Armen werden wegen ihres Drecks und ihrer Parasiten abgesondert und bleiben unter Ihres-gleichen. [54] Es ist bemerkenswert, dass die ersten Fachbegriffe zur näheren Bezeichnung von Unterrichtsräumen denen gleichen, die bis heute hin für Gerichtssäle gebräuchlich sind: «Das Parkett mit den kleinen, wohlangeordneten Schülerbänken» (siehe: Ph. Aries, L’Enfant et la Vie familiale sous l’Ancien Régime, Kind und Familienleben unter dem Ancien régime). Die Schülerschaft ist mittels allgemeiner Aufgabenverteilung organisiert; die bereits disziplinierteren unter den Kindern sind beauftragt, über die Disziplin der anderen zu wachen. Aufstellungsappelle und abteilungsweises Marschieren sollen zur Disziplinierung beitragen, dies insbesondere anlässlich der Teilnahme an kirchlichen Prozessionen.

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Die Aufstellung der Armee der Arbeit

November 23, 2020 12 Kommentare

Der folgende Text setzt die beiden ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte (siehe), und wie die Sicht der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung im 19. Jahrhundert ausfiel (siehe). Der folgende Teil beschreibt sehr erhellend die Genese zur allgemeinen Schulpflicht in Frankreich:

Die Aufstellung der Armee der Arbeit

Anne Querrien

Im Jahr 1816 ist die kollektive Zusammenführung der Kinder zum Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens eine pädagogische Methode, welche zunächst an Hilfebedürftigen und Waisen den – zweifellos an potentiell allen Kindern wiederholbaren – Beweis angetreten hat, Kinder zu guten Arbeitern machen zu können; in der Pädagogik ist diese Methode bereits die Regel, in der Realität ist sie dies noch nicht; die meisten Landschulen werkeln mit nicht mehr als Bordwerkzeug. Ihre Lehrkräfte sind nicht ausgebildet und häufig Männer, die sich nicht für andere Tätigkeiten eignen. Landschullehrer werden so schlecht bezahlt, dass dieser Beruf damals die letzte Wahl war und meistenfalls eher kurzzeitig ausgeübt wurde.

Die Industriellen und Spitzenbeamten, die zwei neu entstandenen gesellschaftlichen Schichten, setzen sich an die Spitze der Bewegung für eine Beschulung der Kinder und gründen im Jahr 1815 die Société pour l’Amélioration de l’Instruction élémentaire, die Gesellschaft zur Verbesserung des Grundschulunterrichts. Diese kämpft für die Anwendung einer pädagogischen Methode, die sich schon seit 20 Jahren in einigen Grundschulen Englands bewährt hat; es ist dies die mutuelle Methode, die in Frankreich bis dahin allerdings ausschließlich im enseignement supérieur, im Hochschulbereich, zum Einsatz gekommen ist, insbesondere an der in diesem Bereich führenden, im Jahr 1747 gegründeten Ecole nationale des Ponts et Chaussées, an der Nationalen Schule der Verwaltung für Straßen und Brückenbau.

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Schule soll die Liebe zur Arbeit fördern …

November 18, 2020 17 Kommentare
Anne QuerrienFoto: Screenshot aus einem Interview

Der folgende Text setzt den ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte. In diesem Teil zeigt sie die Perspektive der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung auf.

Erziehung und Nachahmung

Obschon mir das vorstehende, erste Kapitel eine Vielzahl von Komplimenten eintrug – „sehr gut geschrieben“; „du solltest schreiben“ usw. – war ich selbst unzufrieden.

Die repressive Seite von Familie zu brandmarken, ohne die Mechanismen der innerfamilialen Repression bloßzulegen, mag angenehm sein, wohltuend sogar, führt jedoch zu keinerlei Veränderung. Ich bin nun selbst Mutter, stelle mir viele Fragen und experimentiere viel, um nicht in alte, ausgefahrene Gleise zu geraten. Ich suche das Gespräch mit meiner Mutter über das hier weiter vorn dargestellte Problem der Zensur meines Lesestoffs. Sie erwidert mir, so wie alle Welt, dass es Erziehung ohne ein Minimum an Repression nicht geben kann.

Bei mir war dies eine übrigens sehr sanfte Repression, der Rat, etwas zu unterlassen; Enttäuschung, falls ich es dennoch täte; nie Gewalt, nie brutale Verbote.

Trotz allem Repression, da es mir peinlich war, beschämend, und es mir Schuldgefühle verursachte. Warum? Ich denke heute, dass ich nicht ertragen konnte, wie argumentiert und wie die Enttäuschung begründet worden ist:

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