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Posts Tagged ‘Compliance’

Versteigerung eines toten Esels

Eselwechsel

Chuck hat von einem Farmer einen Esel gekauft, der aber sogleich stirbt.

„Macht nichts, ich verlose ihn.“

“Verlosen? Einen toten Esel?”

“Ich verrate den Leuten nicht, dass er tot ist.” sagt Chuck zu dem Farmer.

Nach ein paar Wochen treffen sich die Beiden wieder. Was aus dem Esel geworden ist?

“Na, ich habe ihn verlost, das Los für zwei Dollar, 500 Lose verkauft, macht 1.000 Dollar”

“Hat sich Niemand beschwert?”

“Nur der Kerl, der den Esel gewonnen hat. Dem habe ich die zwei Dollar zurückgegeben.”

Diese kleine Geschichte geht seit dem Zusammenbruch von Enron und den vielen folgenden Firmenaffären des “neuen Marktes” um und vermittelt ein ungutes Bauchgefühl. Prof. Günther Ortmann nimmt diese Geschichte als Aufhänger zur Diskussion, um über die Geschäftsmoral und das Dilemma immer neuer Regelwerke in seinem Artikel Weiterlesen …

Kategorien:Ökonomie, Ethik, Gesellschaft, Politik Schlagwörter: , ,

An die Stelle einer sozialmoralischen Selbststeuerung tritt die soziale Fremdsteuerung durch Vermehrung von Vorschriften und Gesetzen

Februar 1, 2013 4 Kommentare

Ich hatte auf dem SAPERION-Blog Mitte 2010 den folgenden, noch immer aktuellen Artikel geschrieben, den ich der Vollständigkeit-halber hier auch nochmals bringen möchte:

Seit meinem ersten Post zum Thema Compliance, Warum man sich um die Einhaltung von Regeln kümmern sollte und nicht wegschauen, entwickelte sich in mir mehr und mehr das Gefühl, dass da frei nach Shakespeares Hamlet “was faul im Staate <irgendeinstaatsname> ist” (O-Ton: “something is rotten in the state of denmark”).

Schon bei meinen Kindern hatte ich festgestellt, dass bei zu strikten und zu vielen Regeln, die sie einhalten sollten, sie weniger kreativ waren, d.h. weniger ausprobierten. Heute morgen bin ich über den Artikel G20: Regulierungs-Chaos nach der Weltfinanzkrise von Prof. Uhlig im online Handelsblatt gestolpert, dessen Inhalt mich den ganzen Tag (heute ist Sonnntag) über gefangen hielt. Er stellt die These auf, dass erst die zuvor festgelegten Regularien die aktuelle Finanzkrise verursachte. Und seine abschließende These ist, dass aufgrund der immensen, komplexen Zusammenhänge ein Regularium nie eine weitere Krisen verhindern können wird.

Quergedacht

Stellt sich mir die Frage, warum wir dann überhaupt nach jeder Krise nach noch mehr Regeln und Steuerung rufen, wenn die nächste Krise doch sowie nicht abzuwenden ist?  Sollten wir nicht die Krise als Teil unseres Lebens begreifen und den Mut haben, aus dieser kreativ und gestärkt wieder hervor zugehen? Wenn wir auf die Überregulierungen verzichten würden, wären sämtliche Weiterlesen …

War die religiöse Drohkulisse der Hölle stärker als unsere heutige Gesetzgebung?

September 1, 2012 1 Kommentar
Wilhelm von Humboldt

Wilhelm von Humboldt

Das Bild der Hölle hatte vor der 2. Aufkärung noch die Mächtigen in Schach gehalten, sprich sie angehalten, „anständig“ zu sein. Heute soll das unsere Gesetzgebung inkl. Strafandrohung gewährleisten. Da aber jedes Gesetz wieder ein Schlupfloch hat, sehen wir in unserer auf Konkurrenz aufgebauten Gesellschaft regelmäßig neue Übertretungen (u.a. Korruption). Dann den Schrei nach weiterer Regulierung. Und am Ende eine Überregulierung, wo an die Stelle einer sozialmoralischen Selbststeuerung die soziale Fremdsteuerung durch Vermehrung von Vorschriften und Gesetzen tritt.

Quergedacht (vor 2 Jahren erstmals hier)

Der Jurist Wieland Kurzka weist in seiner Abhandlung zur Überregulierung in Deutschland darauf hin, dass allein der Büger 80.000 Bestimmungen beachten muss. Kannest Du das? Ich nicht. Dass er von einer “gesetzgeberischen Inkontinenz“ spricht, scheint mir doch sehr einleuchtend. Der Rezensor Michael v. Prollius fasst zum Buch entsprechend zusammen:

Auf jeden Fall gilt es gegen die Sozialingenieure eine Selbststeuerung in einer offenen Gesellschaft durchzusetzen (213f.) und den zur Beute der Interessengruppen gewordenen Staat, so umzubauen, dass das „Netz der Gesetzesregulierung [nicht länger, MvP] .. die Freiheit des Bürgers [tötet]“

Prof. Pompey erkennt in seiner oben schon erwähnten Schrift den Beginn des Werteverfalls wie folgt: Weiterlesen …

Sei kein Frosch – Du kannst auch etwas zum Besseren tun

Januar 23, 2011 1 Kommentar
Zertifikat der Rainforest Alliance

Zertifikat der Rainforest Alliance

Ich habe mich vor einigen Wochen umgeschaut, wo mit der Einhaltung von Regeln (=Compliance) in den Discounter-Flyern, die wir am Wochenende ohne Ende in unseren Briefkästen vorfinden, geworben wird. Ich dachte mir, dass sich hier vielleicht ein Maß an Durchdringung von Regeleinhaltungen erkennen lässt. Und ich habe gestaunt. Es hat sich mittlerweile doch ziemlich viel Gutes getan.

Das mir neueste Zertifikat ist das der Rainforest Alliance. Durch die Zertifizierung (rund 100 Kriterien) wird gewährleistet, dass auch die forstwirtschaftliche Nutzung nachhaltig ausgerichtet ist und somit zum Erhalt der Artenvielfalt beiträgt und natürliche Ressourcen bestmöglich schützt sowie den örtlichen Gemeinden ein Auskommen sichert. Verbraucher unterstützen durch den Einkauf von Produkten mit diesen Siegeln den Umweltschutz und fördern eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Erzeugung.

Gefunden hatte ich das Zertifikat im Prospekt von Kaiser´s für Chiquitas Bananen. Beim Googeln habe ich noch entdeckt, dass auch McDonald´s inzwischen nur noch Kaffee von entsprechend zertifizierten Produzenten verwendet. Aber auch die Plantagen-relevanten Produkte von Tchibo, Kraft Foods und Nestlé sind danach zertifiziert. Weiterlesen …

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Was uns eine Geschichte vom Versteigern eines toten Esels über unser ethisches Wirtschaften lehrt …

Januar 11, 2011 2 Kommentare
Eselwechsel

Eselwechsel

Chuck hat von einem Farmer einen Esel gekauft, der aber sogleich stirbt. Er verlost ihn.
„Verlosen? Einen toten Esel?“
„Ich verrate den Leuten nicht, dass er tot ist.“ sagt Chuck zu dem Farmer.
Nach ein paar Wochen treffen sich die Beiden wieder. Was aus dem Esel geworden ist?
„Na, ich habe ihn verlost, das Los für zwei Dollar, 500 Lose verkauft, macht 1.000 Dollar“
„Hat sich Niemand beschwert?“
„Nur der Kerl, der den Esel gewonnen hat. Dem habe ich die zwei Dollar zurückgegeben.“

Aus gegebenem Lebensmittelskandal: Diese kleine Geschichte geht seit dem Zusammenbruch von Enron und den vielen Weiterlesen …

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Überall auf der Welt haben sich grundlegende Werte ausgebildet – Hoffnung für eine bessere Zukunft?

Dezember 23, 2010 2 Kommentare
Älteste bekannte Darstellung von Augustinus in der Tradition des Autorbildes (Lateranbasilika, 6. Jahrhundert)

Älteste bekannte Darstellung von Augustinus in der Tradition des Autorbildes (Lateranbasilika, 6. Jahrhundert)

Ich hatte in dem Post Wenn unser Gewissen bei einer Regelverletzung anschlägt hilft Whistleblowing! über erste Inhalte aus dem Buch Das Gewissen, was es ist – wie es wirkt – wie weit es bindet, von Peter Fonk geschrieben. Auf Seite 87 fand ich eine schöne Zusammenfassung empirischer Forschungen, die in den unterschiedlichsten Erdteilen zum Thema Grundregelen, Normen und Wertorientierungen gemacht wurden. Da diese Ergebnisse darauf hindeuten, dass es in der Natur der Menschen liegt, ein soziales Miteinander zum Besseren auszubilden, wollte ich diese im Kontext des Compliance Management nicht vorenthalten.

In der vergleichenden Kulturanthropologie werden die so genannten moralischen Universialien in 4 Gruppen differenziert.

1. Universalien, die sich auf die Verpflichtung innerhalb der Verwandtschaft beziehen

– Vermeidung inzestuöser Beziehungen
– Ablehnung des Ehebruchs (Anmerkung: wird zum Glück in unseren Landen nicht mehr bestraft, schon gar nicht mit Steinigung)
– Gebot der Heirat außerhalb der eigenen Familie
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