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Posts Tagged ‘Gehorsam’

Schule soll die Liebe zur Arbeit fördern …

November 18, 2020 16 Kommentare
Anne QuerrienFoto: Screenshot aus einem Interview

Der folgende Text setzt den ersten Artikel zur Schrift „l’ensaignement – 1. l’école primaire (1. Grundschule)“ der Französin Anne Querrien fort, in der sie beschreibt, wie in ihr die Sicht auf die Schule als Maschinerie zur Formierung gehorsamer Arbeiter reifte. In diesem Teil zeigt sie die Perspektive der gesellschaftlichen Führungsschicht auf den ärmsten, den bildungsfernsten Teil der Bevölkerung auf.

Erziehung und Nachahmung

Obschon mir das vorstehende, erste Kapitel eine Vielzahl von Komplimenten eintrug – „sehr gut geschrieben“; „du solltest schreiben“ usw. – war ich selbst unzufrieden.

Die repressive Seite von Familie zu brandmarken, ohne die Mechanismen der innerfamilialen Repression bloßzulegen, mag angenehm sein, wohltuend sogar, führt jedoch zu keinerlei Veränderung. Ich bin nun selbst Mutter, stelle mir viele Fragen und experimentiere viel, um nicht in alte, ausgefahrene Gleise zu geraten. Ich suche das Gespräch mit meiner Mutter über das hier weiter vorn dargestellte Problem der Zensur meines Lesestoffs. Sie erwidert mir, so wie alle Welt, dass es Erziehung ohne ein Minimum an Repression nicht geben kann.

Bei mir war dies eine übrigens sehr sanfte Repression, der Rat, etwas zu unterlassen; Enttäuschung, falls ich es dennoch täte; nie Gewalt, nie brutale Verbote.

Trotz allem Repression, da es mir peinlich war, beschämend, und es mir Schuldgefühle verursachte. Warum? Ich denke heute, dass ich nicht ertragen konnte, wie argumentiert und wie die Enttäuschung begründet worden ist:

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Ist das aktuelle BUNT das neue BRAUN?

Egal, ob das nun Sozialismus, Kommunismus, Stalinismus oder religiöser Wahn heißt – das Modell funktioniert immer nach der gleichen Blaupause. Kann man alles in schlauen Büchern quer durch diverse Epochen der Menschheitsgeschichte nachlesen. Aber wen interessieren Bücher, wenn man von den Morlocks mit BGE gefüttert wird und beim Sirenenton brav aufsteht und in die Höhle marschiert, um sich fressen zu lassen. Zusammenhang klar? Nein? Schade eigentlich.

Was treibt euch wirklich um? Was liegt hinter dem auswendig gelernten Gephrase, den Politparolen und dem Spaltungsgeschrei? Wo ist die wilde, individuelle, freiheitsliebende Seele, mit der jeder Mensch auf die Welt kommt? Eingemauert zwischen Fake Smile Selfies, eingetrichterter Existenzangst und Medienmüll?

Dieses Zitat des folgenden Textes mag als Fazit des Artikels gelten, jedoch, es gibt am Ende noch einen doch recht positiv stimmenden Ausblick.

Ich möchte einen weiteren genialen Text anreichen, bei dem ich mein inzwischen grauweißes Haupt beuge. Karin Elfman schreibt in einer brillanten frechen Art und Weise auf den Punkt und das zu einem Thema, was es in sich hat: unsere aktuelle gesellschaftliche Situation der grassierenden Verurteilung von kritischen Stimmen . Sie hat mir erlaubt, aus ihrem Artikel Euer Uniformismus macht euch kaputt! zitieren zu dürfen. Die Auswahl fällt mir schwer, aber dann also bringe ich den ersten Teil sowie ihr positiv ausblickendes Ende:

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wer geht gerne in die Schule, wer (ging)….?

November 24, 2017 47 Kommentare

Bild: Boot an Land von MiA. Lassen wir es fahren und Neues erkunden ….

Inzwischen pfeifen es schon die Spatzen von den Dächern, dass mit unseren Schulen, die einer 200-Jahre alten Systematik der fabrikalen Produktion von Arbeitern (siehe unbedingt RSA Animate: Changing Education Paradigms) folgen, keine sittlich geistigen Menschen sondern gehorsame Personen (siehe Ulrich Mohr: die Fernsteuerung des zur Person reduzierten Menschen) geformt werden. Dass dies nur im Sinne Jener ist, die den Wert der Arbeit dieser Personen abschöpfen und nicht der Gemeinschaft der Menschen dient, wird immer offensichtlicher. Daher sind alle Aktivisten zu begrüßen, die Schule beginnen, anders zu gestalten, um eben den Menschen nicht von sich selbst zu entfremden (siehe Arno Gruen:  Wo bleibt der freie Wille, wenn wir uns selbst durch erfahrene Unterdrückung ein unbekannter Fremder sind?). Daher möchte ich dieses Projekt im Sinne es der goldenen Nuggets der zukünftigen wirklich freien Welt vorstellen:

wer geht gerne in die Schule, wer (ging)….? (Quelle)

Es geht um unsere Kinder und eine alternative Schule, die bereits aufgebaut wurde.

Der Zachhiesenhof
In Österreich, unweit der deutschen Grenze in der Nähe von Salzburg, wird von einer spirituellen und ökologischen Gemeinschaft eine öffentliche Schule betrieben, die ganz neue Wege geht.
In Zusammenarbeit mit Richard Kandlin, dem durch zahlreiche Vorträge und Seminare bekannten Absolventen der Schetinin-Schule in Russland,
wird dort ein neues ganzheitliches Lehr-/ Lernsystem „befreites Lernen“ umgesetzt, in dem Kinder selbstbestimmt, streßfrei und eigenmotiviert ihr volles eigenes Potential zur Entfaltung bringen können.

Freunde von mir haben sich diese Gemeinschaft am Zachhiesenhof in Seekirchen am Wallersee und ihre Schule, die Weinbergschule, genau angesehen und sie sind begeistert von dem, was dort bereits geschaffen wurde, und von dem Potential, das dort noch verwirklicht werden kann.

Da die Schule jetzt nach mehrjähriger erfolgreicher Vorbereitungs- und Entwicklungszeit dabei ist, sich zu vergrössern und ihr zukunftsweisendes pädagogisches System – die Weinbergpädagogik – auch anderen Schulen in Österreich, der Schweiz und auch in Deutschland zu vermitteln, sieht sie sich leider einer konzertierten Weiterlesen …

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Behindert „Gutmenschentum“ das Gedeihen zum eigenverantwortlichen Menschen?

November 23, 2017 13 Kommentare

Bild: MiA beschenkt uns mit diesem Bild mit wunder-volle Farben
der spitz-blättrigen Mahonie

In 2015 wurde der Begriff „Gutmensch“ zum Unwort des Jahres gekürt. Und ich bin ehrlich, ich habe meine Schwierigkeit damit, wenn ich als gut handelnder Menschen plötzlich als eigentlich böse-seiend dastehen sollte. Wer die voller Hass geführten Diskussionen zwischen den linken und rechen Lagern rund um die Verwendung dieses Begriffs beobachten, kann schon arg ins Grübeln kommen. Bernd Höcker hat gar ein Buch mit dem Titel Böse Gutmenschen: Wer uns heute mit schönen Worten in den Abgrund führt geschrieben und sieht es so:

Gutmenschen sind die neuen Blockwarte, die ihre Mitbürger bewachen und ihnen sagen, was sie zu denken und zu tun haben. Sie dulden es nicht, wenn jemand anders ist als sie. Wer von ihren Normen der politischen Korrektheit abweicht, ist für sie »rechts« und damit quasi vogelfrei.

Es scheint mir wie mit allen Dingen. Auch das Gutsein hat zwei Enden. Wer es damit übertreibt, wird wohl an seinem eigenen Ast sägen. Es gilt wie immer: in der Mitte liegt die Wahrheit. Ich hatte mir gestern mal wieder ein Video mit dem Arzt Ulrich Mohr angeschaut, dass diesem Gutmenschtum im Kontext unseres Recht-basierten Gesellschaftssystems auf den Grund geht und bringt damit Bedenkliches ans Tageslicht. Ich denke, es lohnt sich, mal ausgiebig darauf rumzukauen:

BGB, Handelsrecht und Erbsünde – die Fernsteuerung des zur Person reduzierten Menschen

Im folgenden Gespräch analysiert der Arzt Ulrich Mohr im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt die Steuerung des Menschen durch seine Reduktion zur Person durch Ethik, Moral und Humanismus. Seitens der Macher der Matrix wird wird uns zur Meinung gemacht, dass dies den Menschen zur Krone der Schöpfung mache und damit erhebend vom Tier unterscheide. Das Gespräch zeigt auf, dass es sich um einen tragischen Irrtum handelt, der unschwer an der geradezu perversen und überaus blutigen Menschheitsgeschichte der letzten Jahrhunderte zu erkennen ist.

Tatsächlich sind die genannten gesellschaftlichen Begriffe diffus, obwohl sie als Sozialkitt der Gesellschaft gelten. Herrschende Kreise hindert es jedoch nicht daran, sie von der Weiterlesen …

Ist die zunehmende Unterdrückung unserer Individualität die Ursache aller menschlichen Probleme?

November 18, 2017 43 Kommentare

Dr. Ulrich Mohr, Arzt und Philosoph

Wie weit wir uns von gelebter Individualität haben entfernen lassen, wie weit wir uns zur Personen haben reduzieren lassen, können wir daran festmachen, dass wir uns einen halben Kasten Bier reinschrauben müssen, um mal zwei, drei Tage auf Befehl rund um Fasching, ein bisschen bunter, eben individueller sein zu dürfen. Dass wir dafür sogar saufen müssen an Tagen, an denen es gestattet ist.
Ulrich Mohr, ‚Erfinder‘ der Simplonik

Laut Ulrich Mohr leben wir in einem Organismus, der hochgradig krank ist. Er wäre geführt von einem Kreis von Psychopathen, besser, von Personen, deren einziges Ziel es ist, in ihrer Selbstverlorenheit, in ihrer inneren Isolation nach außen hin die maximale Macht, die maximale Sicherheit, die maximale Kontrolle, und zwar ausschließlich für das eigene Leben sicherzustellen. Aber am Ende machten es auch alle nicht so mächtigen Personen (explizit nicht Mensch) in ihrer Isolation: es würden diese Weihnachten viele Überwachungskameras unter dem Weihnachtsbaum liegen. Und da wir uns zunehmend von unserem individuellen Wesen entfernen, in dem wir eine Rolle in dieser Gesellschaft spielen, führe es dazu, dass ‚wir‘ zunehmend das wollen, was uns kaputt macht. Es wird verstärkt, indem Kinder schon in aller ersten Jahren das kopieren (siehe Kita), was der Neoliberalismus im Arbeitsalltag fordert (siehe: ‚Förderung‘).

Eine absolute Weiterbildungsempfehlung, um wieder gesund zu werden, indem Mensch sich wieder über sein Rollenspiel bewusst wird:

Nun können wir uns fragen, wie es denn so gut gelingen kann, dass Menschen gleichgeschaltet werden. Dazu möchte ich auf einen aktuellen Artikel auf Rubikon hinweisen, der das am Beispiel von Wikipedia und dem Begriff ‚Esoteriker‘ aufzeigt. Darin lesen wir u.a.:

Was Sie hier erkennen, ist: Es gibt die guten, tüchtigen Unternehmer und die bösen Gauner. „Gauner“, also zum Beispiel „Esoteriker“ (wie wir ja alle brav gelernt haben), sind dabei auf der einen und „tüchtige Unternehmer“ auf der anderen Seite zu finden. So dienen sie als Vehikel für gut und böse (Freund und Feind) – und sind im Wandel der Zeit sogar austauschbar. Auf jeden Fall wurde der Begriff Esoteriker in unseren Köpfen mit etwas Negativem verknüpft. Diese Verknüpfung ist sehr stark und wird durch ständige Weiterführung des Prozesses auf uns aufrecht erhalten. Das, die Entlarvung von Esoterikern und Scharlatanen war ja auch Psirams primäre Aufgabe, als es noch unter EsoWatch firmierte.

Der dabei kaum beachtete hässliche Trick ist die Verknüpfung einer sehr wohl notwendigen Eigenschaft kollektiven Zusammenlebens: des bloßen anders Denkens (!) einerseits mit einer Fülle moralisch verurteilter Kategorien andererseits (so zum Beispiel Lügen, Betrügen, …).

„Es geht letztlich gar nicht um den konkreten Inhalt des anders Denkens, sondern darum, dass es ÜBERHAUPT anders ist; dass es schlicht von der Einheitsmeinung abweicht! Das schließt die vertretene Meinung gleichermaßen ein, wie den Prozess über den man zu dieser Meinung gelangte. Das Einzigartige wird so als fremd und Angst machend verstanden. Und damit können die entsprechenden Reaktionen der Menschen beliebig getriggert werden.“

Warum wird so etwas getan?

Es geht um Feindbilder, denn sie sind für Machterhalt unverzichtbar. Greifen können sie allerdings nur, wenn sie über einprägsame Namen (Marken) angewandt werden können. Damit sind wir in der Lage, wenn man es von unserem Unterbewusstsein abfordert, die Zuordnung von Menschen zu dieser Marke vorzunehmen und sie als Feinde zu betrachten. So sind wir infolge einer andauernden, sanften Manipulation auch geneigt, zum Beispiel Esoteriker als Feindbild zu akzeptieren.

Wozu nun jedoch das Gewese um eine Plattform, deren Wiki-Portalin einem halben Jahrzehnt insgesamt ein paar hunderttausend Zugriffe zu registrieren hatte? Mich interessiert, warum Wikipedia-Administratoren Psiram für relevant halten.
(Quelle: Selbst Psiram liebt den Rubikon)

„Unsere grösste Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein“

November 1, 2017 6 Kommentare

Lasen wir doch in dem Artikel Wie ist es möglich, dass Menschen täglich auf eine Entwicklung hinarbeiten, bei der sie ihr eigenes und das Leben ihrer Kinder und Enkel riskieren?“ darüber, dass unsere Gesellschaft so stark auf Gehorsam und Unterordnung aufgebaut ist, dass das Wegreden der persönlichen Verantwortung zum ganz normalen Verhalten geworden ist, und es an der Zeit sei, den Mut zu entwickeln und damit die umgreifende Angst zu bezwingen. Passend zum Thema fand ich gerade dieses hier:

Marianne Williamson

Unsere grösste Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Unsere grösste Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.

Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, ängstigt uns am meisten.

Wir fragen uns: wer bin ich denn, dass ich so brillant sein soll?
Aber wer bist du, es nicht zu sein? – Du bist ein Kind Gottes.

Es dient der Welt nicht, wenn du dich klein machst.
Sich kleinzumachen, nur damit sich andere um dich
herum nicht unsicher fühlen, hat nichts Erleuchtetes.

Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, der in uns ist, zu manifestieren. Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem Einzelnen.
Und wenn wir unser Licht scheinen lassen,
geben wir damit unbewusst anderen die Erlaubnis, es auch zu tun.
Wenn wir von unserer Angst befreit sind,
befreit unsere Gegenwart automatisch auch die anderen.

Ausschnitt aus dem Film: Coach Carter, der Marianne Williamson aus ihrem Buch Rückkehr zur Liebe: Harmonie, Lebenssinn und Glück durch „Ein Kurs in Wundern“ zitiert, so wie es Nelson Mandela in seiner Antrittsrede 1994 tat.

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Wie ist es möglich, dass Menschen täglich auf eine Entwicklung hinarbeiten, bei der sie ihr eigenes und das Leben ihrer Kinder und Enkel riskieren?“

Oktober 29, 2017 50 Kommentare

Wir können nicht einfach so Böses tun.
Erkenntnis aus der Milgram-Studie

Dieser Frage geht Katrin McClean  in dem folgen empfehlenswerten Artikel, der auf Rubikon das erste Mal veröffentlicht wurde, nach. Eines ihrer Fazits ist,  dass unsere Gesellschaft so stark auf Gehorsam und Unterordnung aufgebaut ist, dass das Wegreden der persönlichen Verantwortung zum ganz normalen Verhalten geworden ist. Da ist die Erkenntnis von Jiddu Krishnamurti, dass es kein Zeichen von Gesundheit sei, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein, doch gut zu verstehen. Die Autorin ruft zum zivilen Ungehorsam auf, ähnlich wie wir es schon von Matt Damon vorgetragen erhielten (siehe):

Nur Mut!Quelle

Was wir noch heute von Stanley Milgram lernen können. Ein Aufruf zum zivilen Ungehorsam.

Foto: Anatoliy Karlyuk /Shutterstock.com

Täglich arbeiten Millionen von Menschen in komplexen Zusammenhängen, die direkt oder mittelbar mit sozialen Ungerechtigkeiten einhergehen, zur Zerstörung unserer Umwelt beitragen oder in anderen Ländern Armut und Krieg herbeiführen. Dieselben Menschen sind ehrlich entsetzt über das Ausmaß der Umweltzerstörung, über weltweite Hungersnöte und die Brutalität von Kriegen, also über die Folgen ihres Handelns.

Wie ist es möglich, dass Menschen täglich auf eine Entwicklung hinarbeiten, bei der sie ihr eigenes und das Leben ihrer Kinder und Enkel riskieren? Und vor allem: Wie ließe sich das ändern? Durch einen politischen Massenaufstand mit starken politischen Führern? Aber lässt sich ein System, das (wie wir noch sehen werden) auf autoritäre Strukturen baut, dadurch ändern, dass man die Führung erneuert?

Mir scheint dringend geboten, die erste Frage genauer zu verfolgen: Wieso handeln Millionen von Menschen täglich gegen ihre eigenen Interessen und Wertvorstellungen?

Der alltägliche Gehorsam

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einer Bank und ihr Chef erwartet von Ihnen, dass Sie einem Rentner ein Finanzprodukt vorschlagen, mit dem dessen ganze Ersparnisse einem enorm hohen Risiko ausgesetzt sind. Sie melden Ihren Zweifel an, doch Ihr Chef entgegnet: „Ohne Risiko keine Gewinne, machen Sie gefälligst Ihren Job!“ Würden Sie das Produkt trotz persönlicher Bedenken verkaufen? Etwa 90 Prozent der Erwachsenen in unserer Gesellschaft würden es tun.

In unserer Gesellschaft ist es zur Normalität geworden, regelmäßig oder zumindest gelegentlich gegen das persönliche Empfinden zu handeln. Beamte von Asylbehörden unterschreiben Abschiebungsurteile, obwohl „sie persönlich“ den Betroffenen das Bleiben gewünscht hätten. Mitarbeiter von Job-Centern setzen Sanktionen bis zum völligen Geldentzug durch, obwohl „sie persönlich“ die Strafen als zu drastisch empfinden.

Ärzte verschreiben 85-jährigen Kranken quälende Chemotherapien, obwohl sie wissen, dass sie dem Patienten kaum noch Heilung, dafür aber zusätzliches Leid bringen, obwohl sie sogar Mitleid mit dem Patienten haben. Aber wenn der Chef sagt: „Sie arbeiten hier nicht im Hospiz, sondern im Krankenhaus. Machen Sie Ihren Job“, dann ziehen sie die Sache durch.

Überall finden wir diese Situationen von Gehorsam. Und wie erschreckend seine Ausbreitung ist, wissen wir spätestens seit 1973, als Stanley Milgram die Ergebnisse seines berühmten Experimentes in einem Buch vorstellte. (1)

Ein berühmtes und gleichzeitig unbekanntes Experiment

Das Milgram-Experiment ist auf der ganzen Welt für seinen skandalösen Befund berühmt: Sechzig Prozent aller Versuchspersonen waren in einem vermeintlichen Lernexperiment bereit, einen vermeintlich ungelehrigen Schüler für falsche Antworten zu bestrafen und ihn dabei mit Stromstößen zu Tode zu foltern. Etwa neunzig Prozent verabreichten ihm Weiterlesen …

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„Gehorsam ist der Boden, auf dem Herrschaft wächst und gedeiht.“

Zeichen der Anarchisten

Die Herrschenden werden aufhören zu herrschen, 
wenn die Kriechenden aufhören zu kriechen.
Friedrich Schiller

Ein sehr schönes Buch, das sich mit der Nicht-Gehorsamkeit befasst, ist das Buch von Planet des Ungehorsams schon einmal schrieb. Dass die heutige Gehorsamkeit das eigentliche unserer Probleme ist, das hat auch schon Matt Damon uns schon so schon vorgetragen (wer es noch nicht kennt: hier mit deutschen Untertitel: Ziviler Ungehorsam). Dass gerade die Deutschen sehr gehorsam sind, das zeigte auch schon Karl Friedrich von Weizsäcker auf, siehe dazu nochmals der Artikel Der Deutsche: absolut obrigkeitshörig, des Denkens entwöhnt, typischer Befehlsempfänger, ein Held vor dem Feind, aber ein totaler Mangel an Zivilcourage!. Das ist sicher keines der Kriterien der deutschen Kultur, auf die eines seiner Vertreter stolz sein kann. Immerhin macht es den Herrschenden viel Freude, treibt es doch die Arbeiter dazu an, Deutschland zum Exportweltmeister zu machen, und dabei aber selbst wenig abzubekommen. Gerade Rüdiger Lenz einen Kommentar zur Huldigung unserer Kanzlerin Merkel geschrieben, in dem er das Thema Gehorsamkeit nochmals griffig beleuchtet. Viel Freude beim Draufrumkauen:

Goldene Merkel: Kanzlerin legt Wow-Auftritt hin! – Ein Kommentar von Rüdiger Lenz

Ob Regen oder Sonnenschein: Goldene Kanzlerin legt Wow-Auftritt hin! Na wenn das mal keine Sonderberichterstattung in den Mainstream-Medien wert ist. Unsere Goldkanzlerin hat Glück, denn sie hat bekommen, was sie wollte. Sie wollte und will weiterhin Deutschland dienen und damit gedenkt sie auch in den nächsten vier Jahren nicht aufzuhören. Merkel dient aus freien Stücken, sie dient freiwillig. Achja? Wirklich?

Ehe der Hahn kräht, wirst Du Dich drei Mal selbst verleugnen.

Apropos freier Wille.
Der kann manchmal ganz schön unfreiwillig sein. Nehmen wir das Experiment von Solomon Ash, einem Sozialpsychologen, der herausgefunden hat, dass die meisten Menschen sich keine freie Meinung bilden. Setzt man Menschen einem Gruppenideal oder Gruppenzwang aus, dann fügt sich der Einzelne diesem „Zwang der Gruppe“ und dies, obwohl er weiß, dass das, was er gerade mit Wahrheit beflockt oder mit Handlungen versiegelt, völliger Irrsinn ist. Der Zwang der Gruppe ist für den Einzelnen so stark, weil niemand sich ausgegrenzt fühlen will.

Nehmen wir zwei weitere Wow-Auftritte und fragen uns, wieso der Wow-Effekt der Goldkanzlerin überhaupt möglich ist. Schauen wir uns also die andere Seite der Medaille noch ein bisschen genauer an.

Heinrich Heine Sklaven

Stanley Milgrim schockte die Welt, als er feststellen musste, dass es kein Nazi-Gen gibt sondern, dass fast alle Menschen zu unbedingtem Gehorsam neigen, wenn Weiterlesen …

Eltern wissen das nicht! – unsere Bildung betreffend

Januar 13, 2017 1 Kommentar

eltern-wissen-das-nicht

Autor: Dr. Antonio Quanto

Ich wollte die Tage noch eine Rezension zu einem kleinen Büchlein mit dem Titel ELTERN wissen das nicht! verfassen, das den Weg in meinen Briefkasten gefunden hatte. Nun ist mir heute eine hereingekommen, die mir schon recht passend ist, daher hier direkt vorgestellt. Bevor es aber los geht, möchte ich noch von meiner Assoziation und die meiner besseren Hälfte zur Gestaltung von Titel und Umschlag erzählen:

Hallo, ich bin ELTERN und warum werde ich hier über den Kamm geschoren? Woher weiß der Autor das? Das ist aber jetzt herablassend … Und dann auch noch die Nationalflagge, die uns vermutlich mit Absicht auf dem Kopf stehend verpasst wurde 😦

Wenn ich nicht auch einen netten Brief mit dem Buch bekommen hätte, wäre ich vermutlich nich so schnell ans Lesen gegangen. Und ich habe doch noch Einiges neue über unser Bildungssystem erfahren, obwohl es ja hier regelmäßig Artikel dazu gab (wobei mir der mit am Besten gefällt: Der heimliche Lehrplan die Schulpflicht betreffend). Genug der Vorrede, hier nun die Rezension

ANTONIO QUANTO <Eltern wissen das nicht> -Kundenrezension einer Mutter (bei amazon)-

Der Titel hat mich angesprochen. Ich wurde hineingenommen in ein leicht lesbares, fiktives Gespräch, zu dem der Bundeselternrat eingeladen hat. Zwischen dem Referenten Dr. Antonio Quanto und den interessierten Eltern entwickelt sich ein Dialog über den “blinden Fleck” im Bildungssystem, der auch anderen Eltern die Augen öffnen könnte, — und auch Lehrern und hoffentlich auch Bildungspolitikern.

Drei Aspekte sind für mich neu:

  1. Es sind dies die zwei Prinzipien, die Dr. Quanto in die Diskussion einführt.
    Er nennt sie das “maskuline Bildungsprinzip” und das “feminine Bildungsprinzip”. Mir wurde plötzlich klar, dass gerade der Leistungsdruck, unter dem unsere Schulkinder leiden, der aber auch uns Eltern – als sog. “Hilfslehrer der Nation” – manches Mal zur Verzweiflung bringt, die Folgen eines maskulin orientierten Schulsystems sind. Wenn das Schwergewicht in der Schule auf der Beurteilung der Leistungen liegt und die Schulbildung im Hinblick auf Sozialkompetenz und Selbstkompetenz jede Menge Defizite aufweist, – ist das auf ein maskulin orientiertes Wertesystem zurückzuführen.
  2. Der zweite – für mich neue Aspekt – zeigt mir zum ersten Mal, wie die PISA-Studie als Ausdruck des maskulinen Prinzips eine Schulbildung verhindert, in der unsere Kinder auch in ihrer Persönlichkeit ernstgenommen und gefördert werden.
  3. Als dritten Aspekt und Lösung bietet Dr. Quanto die Grundlage eines jeden Bildungsprozesses, nämlich die “Anatomie des Selbst” nach Sören Kierkegaard. Er stellt sie in anschaulicher Form und in einer Sprache dar, die alle verstehen können.

Dieses Buch regt auf neue Weise zum Nachdenken über unser Schulsystem an und geht m. E. über die bereits bekannte Kritik an unserer Schulbildung hinaus.
Die tieferen Ursachen und historisch begründeten Bildungsprinzipien sind mir als betroffene Mutter besonders deutlich geworden und ich stimme mit dem Autor darin überein, dass die Bildung der Zukunft als Synthese von maskulinem und femininem Prinzip ganzheitlich sein muss, also integral.

Ich hoffe sehr, dass die verantwortlichen Bildungsexperten sich von den Thesen des Autors ansprechen lassen, – mit wachem Bewusstsein und offenem Herzen. Ich vertraue darauf, dass der Quantensprung in der Schulbildung bevorsteht und die Vorschläge des Autors für eine Bildungsrevolution Eltern und Elternvertretungen aufrütteln. Ich bin überzeugt, dass die bisherigen Bemühungen, mit denen in freien Schulen experimentiert wird, ein Schritt in eine integrale Zukunft sind und den Erfordernissen des dritten Jahrtausends gerecht werden.

Etwas befremdlich wirkt in unseren Tagen des Genderismus die Unterscheidung von maskulin und feminin. Der Autor führt uns Anfangs in die Weiterlesen …

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Ausstieg aus der Megamaschine

Oktober 22, 2016 20 Kommentare

Daniel Scheidler - Autor und Dramaturg

Daniel Scheidler – Autor und Dramaturg

„Erziehung nach meinem Plan umgesetzt zu sehen, wird so erfolgreich sein, wie eine automatische Maschine zu betrachten.“, so  Johann Amos Comenius – Vater der modernen Pädagogik im 17. Jahrhundert – hatte dabei die Druckerpresse vor Augen, mit der man Schüler gerade zu mit [In-FORM-ation] bedrucken kann.

Eltern versuchen ihre Kinder schon im Vorschulalter für den globalen Wettbewerb zu positionieren, die Apple-Watch misst non-stop die Biodaten und übermittelt sie nach Kalifornien. Das Leben nimmt zusehends den Charakter eines Wettrennens gegen die Zeit, gegen die Konkurrenz, gegen den Rest der Welt an. Im Zeitalter des Neoliberalismus werden die klassischen Disziplinarinstitutionen – Militär, Schule, Lohnarbeit – durch den vorauseilenden Gehorsam einer verinnerlichten Selbstdressur ergänzt. Freudvoll, mühelos und authentisch soll es auch noch sein. So erleben wir eine umfassende Glücks- und Zufriedensheitssimulation bei gleichzeitiger innerer Implosion. Die besondere Tragik dabei: Die globale Megamaschine, für die sich Menschen zu optimieren versuchen, ist selbst dabei zu implodieren. Finanzcrashs, Klimachaos, zerfallende Staaten: Die Wohlstandsinseln schrumpfen und der Kampf intensiviert sich. Um aus dem Wahnsinn auszusteigen, müssen wir nicht nur uns selbst therapieren sondern auch das größere System, das uns verbindet. Es ist höchste Zeit für einen Ausstieg aus der Megamaschine.

Bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie in Frankfurt/M. hat Fabian Scheidler (auf Wikipedia) am 23.9.2016 einen mehr als hörenswerten Vortrag zum „Ausstieg aus der Megamaschine“ gehalten. Er bringt vorne weg einen geschichtlichen Abriss von 6.000 Jahren barbarischer Herrschaft, auf die Herrschaft über die Natur und die Tyrannei des linearen Denkens, auf das unsägliche Gehorsamtrimmen in unserer Schule ein (siehe auch Ausbildung 2.0), auf die Grenzen des Systems, und wie wir aus dieser Megamaschine (Buch: Das Ende der Megamaschine: Geschichte einer scheiternden Zivilisation) aussteigen können.

Dem Vortrag ist sehr angenehm zu folgen, Danke dafür:

 

Von unserer Aufzucht orientierungsloser Weisungsempfänger

September 2, 2015 82 Kommentare

Dr. Ulrich Mohr, Arzt und Philosoph

Dr. Ulrich Mohr, Arzt und Philosoph

Nicht Geld regiert die Welt.
Sondern Jene, die die Phantasie „befeuern“.
Dr. Ulrich Mohr

Wir haben hier das Thema Mind Control schon mehrfach angesprochen. Ulrich Mohr kommt in dem folgenden Interview mit Michael Vogt darauf zu sprechen, wie die Beeinflussung möglichst schon in den ersten sechs Jahren eines Kindes erfolgt, um best angepasste Weisungsempfänger für die Räder der Wirtschaft zu erhalten. Zum Video ist folgender Text eingestellt:

Die Aufzucht des orientierungslosen Weisungsempfängers

Der Mensch im Staat hat noch nie mehr als die Freiheit gehabt, zu konsumieren. Selbst die ältesten Überlieferungen von Rechtstexten kennen durchweg den Sklaven, Bürger, Weisungsempfänger. Die heutige Welt besteht aus tiefmittelalterlichen Glaubensgemeinschaften, die allerdings von den Wenigsten also solche erkannt werden.

Man glaubt an die Nachrichten, an die Inhalte der Zeitung, an den Inhalt der Schulbücher.Man glaubt an die Medizin und vertraut dem Therapeuten.Man glaubt dem Politiker und gibt seine Stimme an der Urne ab.Man glaubt an den Juristen und Richter, daß Recht gegeben werden möge.Man glaubt an die Obrigkeit und Rechtfertigung eines Staates.

Die entscheidende Frage ist, woraus dieses kritiklose Folgen in einer angeblich so aufgeklärten Zeit entsteht?Die Antwort liegt in der Kindheit des Menschen genauer in den ersten sechs bis zehn Lebensjahren. Schon die Jesuiten erkannten vor langer Zeit: Gib mir ein Kind die ersten sechs Lebensjahre und es gehört ein Leben lang der Kirche. Diesem Leitsatz sind sie konsequent gefolgt. Über Jahrhunderte bestimmten sie bis zum heutigen Tage das Bildungssystem in Europa, dem seit Menschengedenken aktiven Zentrum der Welt.

Gebildet zu sein, klingt wertvoll und wichtig. Doch es sind die Inhalte, die über den Wert entscheiden. Wertvoll wäre die Fähigkeit denken zu können, Zusammenhänge zu erkennen, das Leben zu verstehen, die innere und äußere Natur zu verstehen. Das findet wie anfänglich gesagt in der Bildung nicht statt. Das ist gewollt, denn das Bildungssystem verfolgt einen völlig anderen Zweck. Wenige Überlegungen genügen, das zu bestätigen: Weiterlesen …

Warum massenhaft Schafe jubelnd den Wölfen folgen …

Unserem Glück auszuweichen haben wir alles unternommen.
Vlado Kristl

Wir hatten hier auf dem Blog schon einmal das Thema der Selbstentfremdung (siehe z.B. Dem Leben entfremdet …). Auch diesen Faden möchte ich nochmals aufgreifen und einen Text von Götz Eisenberg bringen, in dem er der Frage nachgeht, wie man es sich erklären kann, dass Massen von Menschen politischen Kräften folgen, die ihnen Schaden zufügen. Die Dressur zum Gehorsam in der frühen Kindheit und die ein Leben lang wirksame „Identifikation mit dem Aggressor“ verhindere die Entwicklung der Fähigkeit zu Mitgefühl und Solidarität– mit uns und anderen:

Götz Eisenberg, Gefängnispsychologe

Götz Eisenberg, Gefängnispsychologe

Das „falsche Selbst“ und die Wendung gegen das (eigene und fremde) Glück – .

„Früh in der Kindheit“, berichtet Theodor W. Adorno in seinem Buch Minima Moralia, „sah ich die ersten Schneeschaufler in dünnen schäbigen Kleidern. Auf meine Frage wurde mir geantwortet, das seien Männer ohne Arbeit, denen man diese Beschäftigung gäbe, damit sie sich ihr Brot verdienten. Recht geschieht ihnen, dass sie Schnee schaufeln müssen, rief ich wütend aus, um sogleich fassungslos zu weinen.“

Der kleine Theodor reagiert zunächst ganz im Sinne der Erwachsenenwelt, deren Urteile und Vorurteile er sich zu eigen gemacht hat. Die Schneeschaufler trifft seine mitleidlose Wut. Dann aber kriegt er die Kurve und er beginnt zu weinen – aus Scham wegen seiner Anpassung und aus Mitleid mit den frierenden Menschen. Der kleine Junge schlägt sich auf die Seite der gequälten Männer, in deren Leiden er sich wiedererkennt.

Reif und erwachsen werden bedeutet für die meisten Kinder und Jugendlichen, sich die beschädigte Existenz des durchschnittlichen Erwachsenen zu eigen zu machen. Unter dem Druck elterlicher Strafandrohungen und Strafen identifiziert sich das Kind mit den Normen und Werten der Erwachsenen. Ein Kind kann ohne das Wohlwollen und die Zuwendung der Erwachsenen nicht existieren, zu groß ist seine Angst vor Liebesverlust und Verlassenheit. Arno Gruen beschreibt diesen Vorgang in seinem neuen Buch Wider den Gehorsam so:

Wenn ein Kind von demjenigen, der es schützen sollte, körperlich und/oder seelisch überwältigt wird und das Kind zu niemandem fliehen kann, wird es von Angst überwältigt. Eine Todesangst sucht das Kind heim. Es kann nicht damit leben, dass die Eltern sich von ihm zurückziehen. Ohne Echo für seine ihm eigene Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit kann ein Kind nicht überleben. Es übernimmt, um seine Verbindung aufrechtzuerhalten, die Erwartungen der Eltern. Auf diese Weise wird das seelische Sein eines Kindes in seiner autonomen Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit geradezu ausgelöscht.

Das Kind unterwirft sich den elterlichen Weiterlesen …

Heute starren Viele auf das Ende des Besatzungsstatuts …

Foto: H.D.Volz - pixelio.de

Foto: H.D.Volz – pixelio.de

Ich glaube, dass die Wahrheit unzerstörbar ist und die Eigenschaft einer Sprungfeder hat. – wer sie unterdrückt, erhöht ihre Energieladung – wird aber ein Träger der Wahrheit zerstört, geht die Energie auf die verbliebenen Träger über und erhöht deren Energie – wer dann nur einen Augenblick die Kontrolle über die Wahrheit verliert, der erlebt eine solche Energieentladung, dass die Lüge mit einem Streich vernichtet wird.
Jürgen Korthof

Zu den Hintergründen zum Titel siehe: Schlüsseldatum 15.04.2015? Besteht die Möglichkeit der Wiedervereinigung Deutschlands, eines Friedensvertrages sowie der Erhalt der Souveränität? Dazu fragte Jürgen Korthof heute:

Aber ist damit die Besatzung durch Autorität im Kopf nicht sogar bestätigt?

Er wies zur Motivation seiner Frage anschließend auf einen Text von Jeremy Locke aus seinem frisch ins Deutsche übersetzte Buch Das Ende des Bösen zum Thema Autorität hin:

Das Prinzip der Autorität beschreibt das Verhalten von Menschen, die unter der Herrschaft des Gesetzes leben. Das Autoritätsprinzip besagt, dass die Menschen Allem und Jedem gehorchen, von dem sie glauben, dass es sich um eine Autorität handelt. Obwohl das Wer, das Warum und das Was sich im Lauf der Geschichte geändert haben, ist das Verhalten der Menschen stets gleich geblieben; sie gehorchen.

Wenn Menschen beigebracht wird, dass Gehorsam ein Prinzip ist, gehorchen sie. Wenn ihnen beigebracht wird, dass die Quelle von Wert und Wissen in einer anderen Person zu finden ist, statt in sich selbst, gehorchen sie dieser. Dies ist der Rechtsstaat und er lehrt die Menschen, dass ihr Wille dem Willen des Gesetzes und denen, die Gesetze schaffen, untergeordnet ist.

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Ist die Schulpflicht wider unser Grundgesetz, das Selbstbestimmung sichern soll?

Dezember 13, 2014 10 Kommentare
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden. Artikel 2 des Grundgesetzes FÜR die Bundesrepublik Deutschland stehend für Selbstbestimmung?

Hinweis: aufgrund eines aktuellen Firefox-Problems werden die Links auf die Videos nicht sauber umgesetzt. Chrome und IE funktionieren einwandfrei …

Was nützt einem ein Grundgesetzt, das nach der Feststellung der unverletzlichen Freiheit sogleich seine Einschränkung vorausnimmt? Dass uns unsere Freiheit schon früh genommen wird, wird mir erst mit zunehmendem Alter immer klarer, spätestes nach dem Zuhören der Kritiken eines Vaters, der in dem folgenden Viodeo argumentiert, warum er seinen achtjährigen Soh Jakob nicht zur Schule schickt. Gefragt wird er anfangs:

Du schickst dein Kind nicht in die Schule? Aber was ist mit der Schulpflicht?

Ihm ist bewusst, dass es diese Schulpflicht gibt, sieht in ihr allerdings eine Verletzung des Grundgesetzes. Er stellt fest, dass sein Sohn die Schule nicht vermisst und er dennoch genauso gut lesen, schreiben und rechnen kann, wie seine Freude. Er lernt nicht angeleitet sondern völlig frei. Dabei ist er sehr motiviert, da er sich mit dem beschäftigen kann, was gerade in seinem Interesse liegt. Dagegen sieht er die Schule als eher demotivierend. Auch sei es nicht weit her mit den Möglichkeiten der Sozialisierung, denn Kommunikation ist gerade untersagt, wenn der überwiegend frontale Unterricht läuft. Und von dem öden Stoff ist das Meiste schon nach 2 Jahren wieder vergessen. Ich empfehle, mal selbst in das Video reinzuhören:

Inzwischen bin ich gegenüber unserem Schulsystem auch mehr als kritisch eingestellt, und kann auch die Feststellung des folgenen Videos unterstreichen, dass die Schule im Wesentlichen die Aufgabe hat, unseren Kindern die Kritikfähig Weiterlesen …

Planet des Ungehorsams – pure Anarchie

Zeichen der Anarchisten

Zeichen der Anarchisten

Die Herrschenden werden aufhören zu herrschen,
wenn die Kriechenden aufhören zu kriechen.
Friedrich Schiller

Ich habe heute das kleine, aber feine Buch Planet des Ungehorsams von Eric F Russell (Wikipedia: „… mit feinem Spott und Ironie unter die Lupe und zeigen positive und negative menschliche Beweggründe ohne den Leser zu belehren.“) ausgelesen. Es ist eine kleine Schmuzel-Science-Fiction, in der Menschen mit den gegensätzlichen Weltbildern, die wir hier schon zur Genüge diskutiert haben. Der Autor schrieb zur Zeit von George Orwell, einer Zeit vieler dystopischer Romane. Dieser Roman ist ein schöner Farbtupfer im Gegensatz zu den sehr düsteren Welten, die uns sonst in Aussicht gestellt wurden.

Es ist 300 Jahre nach der großen Explosion auf der Erde, nach der viele Menschen sich Kraft neuer Antriebe im Weltall auf über 1.000 Planeten verteilt haben. Auf der Erde ist weiterhin die hierarchische Disziplin von Befehl und Gehorsam gepflegt worden. Eine entsprechende Delegation von 1.600 Mann, Militärs und Verwaltungswasserkopf, wurde vom Heimathafen auf den Weg geschickt, die verstreuten Schäfchen wieder einzusammeln und „an die Kette zu legen“.

Auf dem Planeten gelandet, wunderte man sich, dass kein Mensch Interesse zeigte, das Raumschiff zu besuchen. Also werden zuerst zwei niedere Mannschaftsdienstgrade zu der in Sichtweite liegende Kleinstadt geschickt. Ihr Auftrag war, die Personen zu finden, die das Sagen in der Stadt haben und sie zu einem Geschäftsessen auf dem Raumschiff einzuladen.

Nur, es gab solche Personen nicht. Meiob = Meine Obligation = Wallenstein´s „leck mich …“ war häufiger zu hören, wenn das Gespräch eher schlecht verlief. Alle Menschen wären gleich, es gäbe keine Vorgesetzten. „Wir sind frei. Frei, NEIN zu sagen.“, war eine wichtige Botschaft. Und so stand an vielen Einrichtungen des gesellschaftlichen Lebens I.W.F, nicht zu verwechseln mit Weiterlesen …

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