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Posts Tagged ‘Kapitalismus’

Sollte Reichtum begrenzt werden?

Der Kapitalismus ist keine Alternative zum Sozialismus und umgekehrt. Nicht nur weil keines von beiden in seiner reinen Form existiert, sondern weil beide Zwillinge sind, von denen jeder einen anderen Hut trägt.

Hannah Arendt

Moderne Kapitalisten sind freundliche Ausbeuter, moderne Sozialisten unfreundliche Austeiler.

Marcel Mart

Ich fand heute Morgen ein Denkanstoß für Bundestagswahl (siehe). Seit Jahren sehen wir, wie immer noch mehr gelt an die sehr reichen unter uns geht. Die aktuelle Corona-Panik-Zeit hat dies noch deutlicher werden lassen. Während sehr viele Kleinunternehmer vor dem Ruin ihres Lebenswerkes stehen, haben sich die Multimilliardären kurz mal ihr Vermögen verdoppelt. Dass dies ungesund für ein gemeinschaftliches Wirken ist, dürfte auch Grundschülern schon klar sein. Nur was tun. Die einen Sagen, lasst die Unternehmer frei wirken, so dass sie auch etwas unternehmen können. Es wird dann auch für den Rest was zusätzlich abfallen. Das das mit diesem Trickle-Down-Effekt nur sehr begrenzt funktioniert, konnten die Anderen gerade letzter Zeit immer wieder feststellen. Während die Wirtschaftszahlen nach oben wiesen, fielen die Löhne und die Mieten stiegen. Sogar Joe Biden hat nun eine Ansage gemacht, die oberen 1% zu belasten. Hier nun der Eingangs erwähnte Denkanstoß:

Der französischer Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty fordert eine Besteuerung von Milliardären von bis zu 90% und das nicht um den Staat zu finanzieren, sondern um die Demokratie zu retten. Hier ein paar Bundestagswahl-Argumente, warum Umverteilung mehr Freiheit und Demokratie bedeutet:

Von oben gesehen ein Haufen von Scheiße. Von unten lauter Arschlöcher.
Von oben gesehen ein Haufen von Scheiße. Von unten lauter Arschlöcher.
  • Ungleichheit verhindert soziale Mobilität. Das bedeutet, dass in Ländern, die weniger ungleich sind, seltener das Elternhaus darüber entscheidet, welche Möglichkeiten Kinder in ihrem Leben haben. Ungleichheit schränkt also die Freiheit der großen Masse massiv ein.
  • Das Versprechen der Politik von einer besseren Zukunft wird bei steigender Ungleichheit nicht eingehalten. Wenn sich soziale Absicherung und Arbeitsbedingungen verschlechtern, Wenige jedoch immer mehr besitzen, vermittelt das den Eindruck, dass Politik für Eliten gemacht wird.
  • Vermögensungleichheit ist auch das Ergebnis ungleich verteilter Macht. Vermögende und ihre Lobbyverbände haben einen größeren Einfluss auf die Politik und können so ihre Interessen leichter durchsetzen, als es viele ärmere Individuen können.
  • Der Ökonom Joseph Stiglitz schreibt dazu: „Die Parteipolitik ist das Schlachtfeld, auf dem um die Frage gerungen wird, wie der ökonomische Kuchen einer Nation aufgeteilt werden soll. Das oberste Prozent hat diese Schlacht gewonnen. So sollte es in einer Demokratie nicht sein.“
  • Das akkumulierte Geldvermögen bekommt jedoch einen deutlichen Machtgewinn, wenn linke Parteien ihre Investitionsvorhaben vom Zugriff auf die extremen Vermögen ABHÄNGIG machen. Superreiche versetzt das immer wieder in die Lage, die Vielen zu erpressen.
  • Ein Staat, der weiß, dass er die Staatsverschuldung nicht unter einer willkürlichen Grenze halten muss, wird unerpressbar. Mit einem neuen Verständnis über Staatsfinanzen, lässt sich also die Machtdivergenz zwischen Parlament und Großkapital beseitigen. Das reicht jedoch nicht.
  • Wenn wenige Konzerne immer mehr besitzen und kleine Unternehmen aufkaufen, wächst Macht in den Händen Weniger, die schließlich weiter vererbt wird. Das ist nicht nur schlecht für die Demokratie und die Freiheit der Vielen, sondern bremst auch Fortschritt und Innovation.
  • Wenn wir diese Entwicklung hin zu mehr Demokratie und Freiheit umkehren wollen, müssen wir nicht nur Vermögenskonzentration verhindert, sondern auch die Mitbestimmung von Beschäftigten ausbauen. Diese brauchen jedoch mehr als nur den Zugriff auf „ökonomisches Kapital“.
  • Wir müssen eine Entwicklung in Gang setzen, die unsere Gesellschaft sozial u. kulturell zusammenwachsen lässt. Mit einem Bildungssystem, das ausfinanziert auf die Unterschiedlichkeit der Individuen eingeht. Die Freiheit des Individuums, sich in sozialer Absicherung zu entfalten.
  • Was wir Superreichen nehmen, ist die Möglichkeit, über die Leben von vielen Ärmeren Macht auszuüben. Was wir alle dabei gewinnen, ist eine gesündere, gebildetere, tolerantere und handlungsfähigere Gesellschaft, in der auch Verantwortung besser verteilt werden kann.

Auch dieser Denkanstoß ist eine passende Fortsetzung zum vorgestrigen Artikel:
Eine etwas andere Sicht über die Vertreibung aus dem Paradies

***

Ich ging raus und trieb mich mit Jugendlichen in Los Angeles rum, bevor ich „denn sie wissen nicht, was sie tun„, drehte. Die tragen Lederjacken und suchen nach Leuten, die sie ein wenig in die Mangel nehmen können. Weißt du, das sind keine armen Kinder. Viele von denen haben Geld, und wenn sie groß sind, werden sie zu Stützen der Gesellschaft. Junge, die haben mir Angst eingejagt!

James Dean

Der Kapitalismus ist tot — es lebe die technotronische Sklaverei!

Kommen wir im folgenden den aktuellen Entwicklungen in Staat und Justiz auf die politisch-ökonomischen Schliche ==>

‚Nero im Circus‘ Nero, römischer Kaiser, 37-68 n.Chr. – ‚Nero im Circus‘. – (Todesurteil für einen unterlegenen Gladiator durch den nach unten gerichteten Daumen). Holzstich, um 1900, koloriert, nach Gemälde von Wilhelm Otto Peters (1851 – nach 1919).

Aus der Feder des 2017 verstorbenen Zbigniew Brzezinski, welcher sämtliche US-Präsidenten seit Kennedy in allen strategischen Fragen der Macht beraten hat, erschien anno 1970 «Zwischen zwei Zeitaltern — Amerikas Rolle in der technotronischen Ära.» Jene Ära schuf die technisch-wissenschaftlichen und politischen Voraussetzungen, um die kapitalistische Produktionsweise durch eine KI-gesteuerte Kommandowirtschaft zu ersetzen, durch eine technotronische Sklaverei.

Wir befinden uns aktuell in einer Übergangsphase. Der Kapitalismus ist nicht mehr, und die technotronische Sklaverei einer KI-gesteuerten Kommandowirtschaft ist noch nicht.

Das derzeitige politische Geschehen sowie das an den internationalen Märkten ist auf den ersten Blick hin undurchsichtig. Es erklärt sich jedoch aus der mit der ankommenden neuartigen Produktionsweise ebenfalls neuen Definition von Reichtum und Macht. Aus dieser Perspektive zunächst nun ein streiflichtartiger Blick auf das politische und marktliche Geschehen von heute an bis etwa zum Jahr 2025.

Sinken Preise, lohnt sich das Kaufen. Wie macht man etwas billig? Zunächst treibt man kleine und mittlere Unternehmen mithilfe einer medial aufgebauschten Pandemie bzw. mit Lockdowns in den Konkurs, was kleine und mittlere Vermögen enteignet und die Arbeitslosigkeit hochschnellen läßt. Sodann stachelt man die so entstehenden Verzweifelten zu „Klassenkampf“ oder „Widerstand“ auf bzw. dazu, zu brandschatzen und zu demolieren. Chaos! In der Folge sinken die Preise für hochwertige Immobilien drastisch.

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Wenn Menschen Menschen konsumieren — Wetiko und das Kristentum

Warnung vorweg: Ein gruseliges Thema! Da fällt mir passend zu ein aus der Arie des Rocco in «Fidelio» das „So hab denn Mut — mit kaltem Blut — bei fürchterlichen Dingen! — Dann wird’s dir auch gelingen.» Nun für Wahrheit, Freiheit und Brüderlichkeit ==>

Es war einmal jene lang schon zurückliegende und historisch wenig erforschte Zeit, in der die Herrschenden ein Verbot von freier Rede und freier geistiger Betätigung aussprachen. Mit jenem Verbot begann aus dem niedergehenden antiken Römischen Imperium das Papsttum hervorzuwachsen, welches bald schon daranging, ein neues, ein zweites Römisches Imperium zu erschaffen. Es wurden die Päpste zu geistlichen Patronen eines zeitweilig mit Weltmachtanspruch daherkommenden «Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation» ==> Die schöne neue Welt der Cancel Culture

Im dann vom Vatikan dirigierten Imperium Romanum 2.0 waren eins plus eins nicht mehr zwei. Rationalität war suspendiert, der Wahnsinn salonfähig geworden. Blutiger Wahnsinn, blutkultiger. In der Folge von Neuzeit und Reformation kam es schließlich zur Herausbildung des industriellen Kapitals, welches um ca. das Jahr 1900 herum imperialistisch wurde, zuletzt gar vampirialistisch, blutsaufend.

Die Algonquin und andere indigene Völker bezeichneten die Geisteskrankheit des neuzeitlichen weißen Mannes, der im 15. und 16. Jahrhundert in ihren Heimatländern ankam, als „Wetiko“. Wörtlich übersetzt bedeutet das Kannibalismus: Konsum eines anderen Lebens für den eigenen privaten Nutzen oder Profit (so Manfred Voss im Artikel Gaia in Trauma-Therapie

Wetiko – Menschen konsumieren – wurde zuletzt zum Leitstern einer atheistisch gewordenen Moderne, von der Nietzsche sagte, sie sei „die höchste Blüte des Christentums“. Wetiko ist ein politisches Thema. Als solches behandelt wird es in Verbindung mit Machtelite, Blutkulten und Adrenochrom von Prof. Hamamoto (USA). Anders heran ging Erich Neumann anno 1948 in «Ursprungsgeschichte des Bewußtseins». Neumann beschrieb Blutkulte, speziell Erdfruchtbarkeitskulte, als Ausdruck von menschheitsfrühen Kosmologien. Obschon solcherlei Kulte dem niedrigen materiellen gesellschaftlichen Entwicklungsstand früher bäuerlicher Kulturen angehören, sind sie nicht auch dessen notwendig zwingender kultureller Ausdruck. Neumann verwies auf nordamerikanische Indigene, die ethisch hochstehend, materiell aber unentwickelt sind. Wohingegen materiell bzw. technisch hoch entwickelte Kulturen in archaische Blutkulte verfallen können (Blut und Boden).

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Kirche des sehr heiligen Konsums

In Frankreich hat sich eine neue Kirche gegründet. Die «€glise de la Très Sainte Consommation», die Kirche des Sehr Heiligen Konsums.

Eine Kirche des Konsums! Das wurde ja auch Zeit, schließlich nimmt der Konsum eine nicht allein leiblich-materielle, sondern auch geist-seelische Rolle im Leben der Menschen ein.

Es soll hier nun eine Theologie vorgestellt werden. Eine von Arbeit und Konsum, welche das Konsumieren als kultisch-religiöses Mysterium zu erkennen gibt.

Eine solche Wissenschaft beginnt sinnvollerweise mit dem Mars-Riegel. Und beinahe könnte sie bei diesem auch schon wieder enden. Gab dieser kleine Riegel aus Schokolade und Karamell doch ein zentrales Geheimnis des Konsums geradezu übermütig preis: ENERGIE! Ehedem, in den 1960ern und 70ern, hieß es:

MARS BRINGT VERBRAUCHTE ENERGIE SOFORT ZURÜCK.

Welches war jene verbrauchte Energie? Und welche Energie floß zurück?

These: Als verbrauchte Energie aufgerufen war die im Produktionsprozeß des Riegels vom Arbeitenden verausgabte NIEDERE bzw. leibliche Energie, welche als HÖHERE bzw. geistige Energie zum Leib zurückfließt. Da veredelt, konnte diese Energie das Wunder vollbringen, die zuvor verbrauchte Energie -pling! – „sofort“ zurückzubringen.

Nun, als höhere Energie zurückfließen konnte jene in der Produktion verbrauchte Energie insoweit, als jener Riegel einen auch technischen Produktionsprozeß durchlaufen hat, welcher vom HÖHEREN GEISTE des Kapitals konzipiert worden ist. Was die der Materie innewohnende „niedere“ bzw. leiblich verausgabte Energie in „höhere“ bzw. geistige transformierte. In Pling-Energie.

Der Riegel selbst hat dabei eine kultische Wandlung durchlaufen. Aus seiner niederen Materie wurde höherer Geist. Im Kristentum entspricht dem das Sakrament der sogenannten Kommunion, der Transsubstantiation von Brot in den Leib Christi. Es wird niederes, ganz und gar materielles Brot durch die rituelle Aufnahme in die Hände eines Geistlichen und unter Zugabe magischer Worte, durch eine bestimmte Technik also, vergeistigt.

(Exkurs: Jene magischen Worte lauteten „Hic est corpus“ = Dies ist der Leib. Ketzer verspotteten diese Kulthandlung mit der Verballhornung zu „Hoc est porcus“ = Jenes ist das Schwein. Was auf den Priester zielte und woraus das Schimpfwort Schweinepriester wurde. Zudem entstand daraus der Begriff Hokuspokus.)

Weiter nun: Herstellung und Konsum einer Ware, welche einen von „Höheren“ verwalteten technischen Produktionsprozeß zu durchlaufen hat – verwaltet von „Agenten und Charaktermasken des Kapitals“, so Marx; oder auch von einer sozialistischen Nomenklatura – entspricht dem Tausch von niederer bzw. leiblicher Energie gegen höhere bzw. „geistige“ Energie.

Was für „niedere“ Menschen den Reiz innehat, sich mit dem Warenkonsum zu „vergeistigen“, zu „erhöhen“. Eben hierin, in diesem kultischen Hokuspokus liegt das kultisch-magische Element des Warenkonsums, sein Mysterium. Zumal der diesbezüglich Gläubige sich im Vorteil wähnt. Gibt er mit seiner Arbeit doch „niedere“ bzw. materielle Energie seines Leibes und erhält im Gegenzug „höhere“ bzw. geistige. Eine schöne Sklaverei ist das.

Es ließe sich so nun feststellen, Kapital und Lohnarbeit bildeten die zentrale Kulthandlung des Christentums ab. Woraus sich die über jede sachliche Kritik erhabene ideologische Anziehung der Lohnarbeit erklärt. Ist Lohn doch Geld, und steht so zugleich für die höchstmögliche Immaterialisierung von leiblicher Arbeit hin zu geistiger Reinheit. Im Geld zeigt sich „niedere“ bzw. leiblich-materielle Energie in einer höheren Form, als zu körperlos Abstraktem hin Ausdestilliertes. Der Schritt vom Bargeld hin zu digitalem Geld wäre so nun die Krönung dieser Immaterialisierung und Vergeistigung des Materiellen und Natürlichen.

Schlußgedanke: Kapitalismus läßt sich als eine in den Lebensalltag übergegangene permanente katholische Meßfeier auffassen. Mithin hat das Sakrale seinen angestammten Ort verlassen und den Platz des Profanen besetzt. Was zwei Fragen aufwirft:

Was füllt die so nun entstandene Leerstelle an den Orten des Sakralen? Antwort: Nichts, die Kirchen sind leer.

Die zweite Frage ist drängender: Ist der Ort des Profanen nun vom Sakralen besetzt worden, von der mit dem Lohn nun sakral gewordenen leiblichen Arbeit, wo hat das Profane sich dann hinbegeben? Wo ist sein Ort? Wo ist die Alltagskultur geblieben, das bunte Treiben auf Straßen und Plätzen, die zwanglosen Gespräche und Spiele, die kulturellen Veranstaltungen in den Straßen, Nachbarschaften und Vierteln? Sie sind zu Waren geworden, sie lassen sich kaufen. Und im Home Office konsumieren.

•••••

Zusammenfassung: Jemand gibt mit der Verfügung über seinen Leib zugleich seinen Eigenwillen (eigenen Geist) auf und erhält dafür Geld. Dieses Geld, so glaubt er, sei nicht nur Zahlungsmittel, sondern auch höheres Geistiges. Und so kann er sich nun vorstellen, er erhalte für den Geist, den er verkauft hat, mit dem Geld einen anderen zurück. Sogar einen, der besser ist, als der verkaufte, und welchen er sich über Warenkonsum zuführen könne. (Geld ist also das Gegenteil von Abführmittel, nämlich ein Zuführmittel.😁)

Am Ende dann alles wieder gut. Und sogar besser als gut, denn höherer Geist nun als zuvor. Tolle Sache, das Kapital und die Lohnarbeit. Auf Tollheit folgt bekanntlich Wahnsinn. Und genau den haben wir jetzt.

Euer No_NWO

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Der Fall Donald Trump(s)

Wie Marx, Engels und Lenin es sehen würden
… warum es den Great Reset braucht …

Dagobert Duck badet im Geld – Foto: Netzfund

Ja, man darf Kapitalisten auch differenziert betrachten. Denn einzelne dieser Spezies sind noch lange nicht „das Kapital“. Marx umschrieb die Kapitalisten übrigens mit „Agenten und Charaktermasken des Kapitals“. Was sich höchst simpel begründet, da das Kapital von seiner Natur her eine Sammlung von zwingend zu befolgenden Handlungsanweisungen darstellt. Gegen diese zu verstoßen, führt unweigerlich zu unternehmerischem Mißerfolg.

Jene Handlungsanweisungen verändern sich im Gefolge von technologischen, insbesondere aber von fertigungstechnologischen Entwicklungen. Vor allem letztere führen zur Verringerung der Herstellkosten von Waren, was bei gesättigter Nachfrage infolge unternehmerischen Wettbewerbs zu – inflationsbereinigt gesehen – Warenpreissenkungen nötigt. Dies wiederum schmälert die Verkaufserlöse, was so auch den geldlichen Betrag des Profits vermindert. Zumal privat bereits angehäuft gewesenes Geld ja eben nicht weniger wird, nun aber immer weniger Gelegenheiten findet, in Warenproduktionen investiert zu werden und sich auf diese Weise zu rentieren. (Was alles Marx als „tendentieller Fall der Profitrate“ bezeichnet hat.)

Zur Abwehr dieses Nachteiles bildeten Unternehmer (seit etwa 1870) Monopolunternehmen oder Kartelle, welche überhöhte Warenpreise durchsetzen können. Welche es erlauben, deutlich über dem gesamtmarkträumlichen Durchschnitt liegende Profite einzufahren. Was zulasten der Profite aller Nichtmonopolisten geht, welche auf längere Sicht nun in betriebswirtschaftliche Schieflagen geraten (sogenannte Wirtschaftskrisen). Die Rede hier von Schieflagen aller Nichtmonopolisten WELTWEIT, welche ihre Rohstoffe nun zu überhöhten Preisen von den Monopolisten kaufen müssen. Die Rede aber auch von Schieflagen all derjenigen Monopole, welche Waren und Rohstoffe von anderen Monopolisten kaufen müssen.

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Zur Rolle uniformen Designs von Warenwelt und Städtebau

Skulptur auf dem Inselmuseum Hombroich – Transhumanismus?
Foto: Martin Bartonitz 2018

Das mit John Ruskin und den Präraphaeliten im 19. Jahrhundert neu aufkommende einheitliche britische (jugendstilartige) Design für Warenwelt, Architektur und Städtebau schuf erstmals ein weitgehend uniformes Aussehen der menschlichen Alltagswelten. Da künstlerisch bzw. künstlich geschaffen, kündet jenes sichtbar allesübergreifende Uniforme von einer gleichsam allesübergreifenden unsichtbaren, abstrakten bzw. nicht mehr persönlichen neuen Zentralgewalt. Deren Natur die Anonymität ist.

Papst, Kaiser, König, Fürst, Leibherr wurden von etwas Ungegenständlichem abgelöst. Welches sich annähernd als eine Art Rechenmaschine mit Namen «Das Kapital» vorstellt, deren Handlungsanweisungen von anonymen grauen Damen und Herren überbracht werden. Um so komischer der Ernst der Personenkulte um die dem Willen des globalistischen Großkapitals und seinen kriminellen Deepstate-Strukturen weitgehend machtlos gegenüberstehenden Politdarsteller auf den televisionären Showbühnen — siehe zuletzt Trump vs. Biden.

Es ließe sich sagen, die Gesellschaften insgesamt seien von dem im 19. Jahrhundert an die politische Macht gelangten industriekapitalistischen Bürgertum erstmals auf weitreichende Uniformität hin ausgerichtet worden. Ein solches rundherum sichtbares Gesellschafts-Design ist eigentlich ein «Great Reset». Dessen technisches Rückgrat wurde mit der Installation flächendeckender nationaler Staatsverwaltungen aufgerichtet. Was letzteres mit einem bis ins kleinste Detail uniformen nationalen Schulwesen begonnen hat. Untenstehender Link führt zu einem 12-teiligen deutschsprachigen Beitrag von Anne Querrien, welche das französische Schulwesen als innersten administrativen Kern nationalstaatlicher technokratischer Machtentfaltung aufweist
==> Elementare Untersuchung über die Grundschule

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„Wer eine Herde hinter sich sammeln will, muss Linie fahren …“

Februar 26, 2021 17 Kommentare

No_NWO hinterließ an anderer Stelle einen Kommentar mit seiner Motivation, die Welt in seiner Weise zu interpretieren. Ich fände es schade, wenn dieser Text so klanglos unterginge, auch wenn er für die meisten einige Passagen enthält, deren Aussagen sie so nicht sehen können, daher hier nochmals als eigenständiger Artikel auf den Weg gebracht:

Foto: Netzfund

Wer eine Herde hinter sich sammeln will, muß Linie fahren. Nicht mein Ding. Was passiert, passiert so oder so, ob mit oder ohne Herden. Ich will rationale Erklärungen finden bzw. das tun, was Militärs Lageaufklärung nennen, besser noch engl. „Reconnaissance“, nämlich auch die Motive, Interessen, Zwangslagen und die daraus hervorwachsen müssenden Zielsetzungen der beteiligten Konfliktparteien ableiten bzw. diese Parteien zunächst überhaupt definieren. Ausnahmslos jede aktuelle Äußerung öffentlicher Akteure bleibt so nun zunächst unberücksichtigt oder wird als taktisches Manöver aufgefaßt. Um so interessanter so nun in der Vergangenheit liegende Geschehnisse wie die allbekannten Pandemie-Fehlalarme, die mittlerweile eine gewisse Faktizität gefunden haben. Um so mehr sind aktuelle Statistiken mit PR-Vorsicht zu genießen. Wobei unbedingt von völliger Amoralität aller(!) Akteure ausgegangen werden MUSS — crazy world, crazy people!

MiDies letztere mit Blick auf die völlig verrückte/irrationale bzw. seit gut 120 Jahren schon allhin sichtbar widersinnige (da zumal brutalst imperialistische) gesellschaftliche Praxis eines in privaten Händen akkumulierenden und nun an sein historisch finales Ende gelangten Kapitals. Das Attest völliger Verrücktheit stellt unsere Gesellschaft sich übrigens selbst aus, indem sie stringent tabuisiert, ihr völlig verrücktes kapitalistisches Tun und Treiben geistig zu erfassen. Siehe meinen Beitrag «Wie aus Geld mehr Geld wird», der sich durchaus als vernichtende Kritik einer sich unter das große gesellschaftliche Tabu bzw. Verbot einer rationalen(!) Kapitalismus-Kritik beugenden gegenwärtigen „Wissenschaft“ insgesamt lesen läßt (ausdrücklich NICHT gemeint hier die SPD-, DGB- oder CIA-linke irrationale bis lächerliche Kapitalismus-Kritik, welche sich in ihrem sachinhaltlichen Kern nicht von jener der Rechten unterscheiden läßt). Tja, sowas kommt von sowas: Wer sich seine Schuhe nicht zubinden kann, sollte nicht auf Berge steigen. Wer die erschreckend simple Kritik des Kapitals nicht hinbekommt, sollte sich nicht „Wissenschaftler“ nennen. Denn er erweist sich so denn als nicht denkWILLIG.

Meine Zielsetzung überhaupt ist das Zurück zu freier gesellschaftlicher Debatte. Nein, die Erde ist NICHT flach.
Nein, diese Pandemie, so sie denn eine sei, ist NICHT natürlichen Ursprungs, sondern eine politische Waffe.

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Der Great Reset des 16. Jahrhunderts

Martin Luther, Begründer des protestantischen Glaubens in Deutschland, Bild: Wikipedia

Vorliegender Text versucht sich an der These, Luther bzw. die Reformation sei ein «Great Reset» gewesen, welcher der Moderne mit ihrem späterhin industriellen Kapital den Weg geebnet habe.

Beginnen wir mit der Gegenwart. Auch der aktuelle Great Reset nun stützt sich auf politische Kräfte mit quasi religiösem Charakter, welche vorgeben, die Welt von alten Lastern und Gebrechen befreien und in eine bessere neue Ära führen zu wollen. Jene Kräfte treten als fanatische COzwei-Religiöse und als COvid-Religiöse in Erscheinung.

Interessant ist die sehr geschickte PR-Strategie des aktuellen Great Reset. Es fällt auf, daß tunlichst vermieden wird, die zwei CO-Bösewichte von den selben Medienplattformen aus nebeneinander in den Krieg um die Köpfe zu schicken. Was es den irregeführten Parteigängern und Anhängern des aktuellen linken Postfaschismus erschwert, auf einen Blick hin zu erkennen, daß COzwei und COvid beide aus dem selben politischen Stall kommen. Entsprechend gibt es unter den großen postfaschistischen Propaganda-Outlets eine Arbeitsteilung. So bedient z.B. das Rubikon-Magazin die COzwei-Religiösen, aber gibt sich als Gegner der COvid-Lüge aus. US-Trotzkisten (wsws.org) und ihre deutschen Genossen hingegen bedienen die COvid-Religiösen, aber weisen die These vom bösen COzwei zurück. Widerstand gegen die postfaschistische «Great Reset»-Allianz aus SPD, DGB, CIA, Grünen und globalistischem Großkapital bleibt so nun bei der außerparlamentarischen demokratischen konservativen Rechten (ADKR) hängen. Welche sehr leicht als rechtsextrem denunziert werden kann. Denn leider versteht die ADKR es nicht, sich ideologisch brutal genug von Holocaust-Verharmlosern abzugrenzen. So rennt sie den von ihr verharmlosend als „linksversifft“ titulierten Postfaschisten immer wieder ins offene Messer namens Kontaktschuld mit Holocaust-Verharmlosern (siehe z.B. einen Mario Buchner, der in diese Falle läuft, weil er einen Sellner nicht entschlossen wegtritt). Wohin einer blickt, fast überall nur politisch naive Vollpfosten bei der ADKR! Und so können die hinter der faktischen Allianz aus COzwei- und COvid-Religiösen stehenden postfaschistischen PR-Strategen des Great Reset und der NWO sich zufrieden die Hände reiben.

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Was zu Ludwig Gartz‘ Abriss zur Befreiung der Menschheit zu bemerken ist …

Dezember 19, 2020 31 Kommentare

No_NWO hat einen Kommentar an einem Artikel hier auf dem Blog hinterlassen, deren Perspektive auf einen Teil der Geschichte rund um die Begriffe Kapitalismus und Kommunismus es Wert sind, als eigenständig hier ins Regal gestellt zu werden:

Danke für Direktlink zur soeben aufmerksam gelesenen pdf von Ludwig Gartz über „Die kurz bevorstehenden Durchbrüche zur Befreiung der Menschheit“ ==> ELITENKRIEG! Höchst interessante Überlegungen, die mir in dieser Pointiertheit und Ausarbeitung bisher unbekannt waren! Ja, da könnte etwas dran sein, sagt mir mein vom wahren Marx/Engels (politische Ökonomie des Kapitals) und vom wahren Lenin (politische Ökonomie des Imperialismus‘) unterfüttertes Verständnis der Weltvorgänge. Also größten Dank an deine Adresse, werter Axel!

Wie schon gesagt, sind Marx/Engels/Lenin, ganz so wie alle großen Geister in der Menschheitsgeschichte, von deren Gegenseite vereinnahmt worden. Und deswegen ist dem Ludwig Gantz vollauf zuzustimmen, dass das, was er – ganz landläufig – als „Marxismus“ auffasst, abzulehnen ist! Wo Gantz von „Weltkommunismus“ spricht, übersetze ich allerdings still und leise für mich als NWO — meint dasselbe, aber sagt es anders. Weiß ich doch, dass die UdSSR nie ein Sozialismus sein konnte und wollte, sondern eine nachholende Entwicklungsdiktatur war, für welche Marx/Engels nur als mythenbildendes Feigenblatt zu dienen hatten, als Opium fürs russische Volk (und für die Weltöffentlichkeit). Und selbstverständlich musste ein industrialisiertes Rußland späterhin dann den logischen Weg allen privatbesitzlichen industriellen Kapitals hin zur Ausbildung einer Finanzoligarchie gehen. Und dass Putin diese letztere als deren nach außen hin sichtbare Marionette repräsentiert, ist dann auch nur logisch. (Ganz so wie wohl alle anderen Regierungschefs bloß solche Marionetten fürs Volks-Kasperletheater sind.) Und dass sich die militärisch schwächeren solchen Oligarchien dann alle gemeinsam gegen die stärkste, die US-Elite, verbünden müssen, ist dann auch bloß nichts weiter als logisch. Und siehe da: Schon haben wir genau jenen Elitenkrieg vorliegen, von dem Ludwig Gantz erzählt: Das sich seit Mao auf China stützende Geldelitenbündnis gegen die sich seit 1913 (Gründung der FED) auf die USA stützende Fraktion der allemal weltparasitären globalen Geldelite.

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Marx für Dummies – die Elfte und Letzte

Oktober 20, 2020 10 Kommentare

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 12345678, 9 und 10:

Karl Marx in der typischen Pose
eines Freimaurers
Bild: Wikipedia

Im Überflug gesehen, wird ein enormer realer Reichtum an Waren und Gütern erzeugt, aber die Masse an abstraktem Reichtum, an Lohn und Profit, ohne welche sich der Warenreichtum nicht erwerben und konsumieren läßt, geht langsam aber fühlbar zurück. (Nachtrag 2020: Letzteres gilt unter der global gegebenen Bedingung einer von Monopolen mittels von deren überhöhten Preisen angetriebenen gesamtmarkträumlichen Preisinflation, welche zugleich dann ein Parasitieren des gesamtmarkträumlichen Profitvolumens zugunsten jener Monopole bewirkt.) Heute läßt sich die gesamtmarkträumliche *Kapitalrendite* effektiv vor allem noch durch Reduzierung von Einkommen und Sachaufwendungen außerhalb der Halle sichern.

Etwa hier scheint die weltweite kapitalistische Produktion nun angelangt zu sein. Nach der Krise von 2008 war der Preisauftrieb über Jahre hinweg überraschend niedrig, es war bereits von sinkenden Preisen und drohender Deflation die Rede, was ein Indikator für sehr verhaltene Investitionen in leistungsfähigere Maschinerie ist und auf lediglich Ersatz- oder Erhaltungsinvestitionen hinweist – mehr lohnt sich nicht, wenn in einer Profitkrise bzw. bei Investitionsnotstand die zahlungsfähige Nachfrage schwächelt.

Hält die rücksichtsvoll als Investitionsnotstand deklarierte Profitkrise länger an, versuchen Unternehmen, ihren mageren Profit durch Preiserhöhungen aufzubessern, was zu Inflation und bei zugleich stagnierenden Einkommen zur Senkung des Lebensstandards führt – als immer letztes Mittel soll eine Erhöhung der Mehrwertrate der niedrigen Profitrate aufhelfen.

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Marx für Dummies – die Zehnte

Oktober 15, 2020 5 Kommentare

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 1234567, 8 und 9:

Diskussion

Das eigentlich Wunderliche des Kapitals

Karl Marx in der typischen Freimaurerpose
Bild: Wikipedia

Das eigentlich Wunderliche der modernen Produktionsweisen findet sich in der Art und Weise, wie die Aneignung des Konkreten, nämlich der Waren, vermittelt ist – durch eine Abstraktion, durch den sich in Arbeitszeit pro Warenstück bemessenden Wert.

Daß dem so ist, verlangen aber nun einmal mit gutem Recht alle, die sich im Zuge des Kaufs oder Verkaufs von Waren als einander fremde, vereinzelte Individuen gegenübertreten und dann, um nicht übervorteilt zu werden, auf Tauschgerechtigkeit drängen.

Tauschgerechtigkeit läßt sich nur und allein unter Zuhilfenahme des Werts herstellen. Entsprechend heißt es über den Tauschwert unter Punkt 1.2): Wer auch möchte 200 gegen 100 Minuten hergeben, da er dann 100 Minuten für einen anderen gearbeitet hätte, ohne eine Gegenleistung zu erhalten.

Aus dem selben Grund ist auch das Kapital auf den Wert angewiesen. Auch Unternehmen treten auf dem Markt als einander fremde, vereinzelte „Individuen“ bzw. Wettbewerber in Erscheinung. Eben darum sind sie unablässig genötigt, die Herstellkosten zu senken, indem sie die in der Produktion eingesetzte Arbeitszeit verringern. Ungewollt verringern sie so zugleich das gesamtmarkträumliche Wertvolumen und mit diesem zugleich das zur Deckung von Altkapital und zur Realisierung von vorkalkulierten Altrenditen verfügbare Volumen an Zahlungsmitteln.

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Marx für Dummies – die Neunte

Oktober 12, 2020 5 Kommentare

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 1234567 und 8:

Karl Marx in der Pose eines Freimaurers
Bild: Wikipedia

Unternehmer wissen nichts von Marxscher politischer Ökonomie, nichts vom Mehrprodukt und von einem Mehrwert, dessen Volumen den gesamtmarkträumlichen Profit nach oben hin deckelt. So sucht und findet der Unternehmer allerhand Sündenböcke und Erklärungen für das Versiegen seines Profits – nur auf den tendentiellen Fall der Profitrate kommt er natürlich nicht. Er weiß nichts von solch einem Fall, der ihm seine Felle wegschwimmen läßt. Und selbst wenn ein Unternehmer bzw. ein „Agent“ oder eine „Charaktermaske“ des Kapitals, wie Marx es nicht polemisch, sondern durchaus im Bemühen um Sachlichkeit sagte, vom Fall der wegschwimmenden Felle wüßte, darf ihn dieser nicht kümmern – der Wettbewerb läßt ihm keine Wahl. Falls er zu den ersten gehört, welche verbesserte Maschinerie einsetzen, sind seine Herstellkosten immerhin so lange niedriger als die seiner Wettbewerber, wie diese sich noch mit unverbesserter Maschinerie begnügen. Während dieser Zeit kann er seinen Profit steigern, da sein Betrieb nun produktiver als der gesamtmarkträumliche Durchschnitt ist. Doch währt dieses Glück meist nicht lange und ändert nichts am mittel- bis langfristigen Schrumpfen des betrieblichen Profits und so auch des Gewinns.

Da die unbezahlte Arbeit, die Mehrarbeit, all jene Waren hervorbringt, die nicht in den Konsum der unmittelbar händisch in Warenproduktion und -transport Arbeitenden einfließen, liegt die Mehrwertrate enorm hoch. Mindestens 85 Prozent des Arbeitstags werden wohl der Mehrarbeit dienen. Aus dieser Sicht müßte der tendentielle Fall der Profitrate eigentlich galoppieren. Er wird aber durch Gegentendenzen so weit abgefangen, daß er, so konstatierte Marx zu seiner Zeit noch, eher „schleichend“ ist. Beim heute gegebenen Stand der organischen Zusammensetzung des Kapitals aber kann von einem Schleichen längst nicht mehr die Rede sein. Der tendentielle Fall der Profitrate marodiert.

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Marx für Dummies – die Achte

Oktober 11, 2020 1 Kommentar

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 123456 und 7:

Karl Marx in der Post eines Freimaurers
Bild: Wikipedia

4.) Tendentieller bzw. schleichender Fall der Profitrate

Carthaginem esse delendam – Karthago muß zerstört werden. Nein, nicht doch. Die große Stadt des Moloch zerstört sich selbst. Will dieser Text Panik verbreiten? Nein, nicht. Die Definition eines Problems ist der erste Schritt zu dessen Lösung.

Im Augenblick ihrer Geburt stieg Aphrodite in vollendeter Gestalt aus der Gischt des Meeres hervor, strahlend rein und betörend schön. Die modernen Produktionsweisen bzw. die modernen Gesellschaften bzw. die Industriegesellschaften kamen auf andere Weise zur Welt. Ihr Jahrhunderte währender blutiger Geburtsvorgang war erst abgeschlossen, als die große Mehrzahl der Konsumtions- und Produktionsmittel nicht mehr von ihren Konsumenten für sich selbst oder für kleine lokale Märkte, sondern in großer Stückzahl als Waren für den Verkauf auch auf den entferntesten Märkten hergestellt wurden. Moderne ist Warenproduktion für große öffentliche Markträume.

Alle guten Dinge haben etwas Lässiges
und liegen wie Kühe auf der Wiese.

wußte Nietzsche, Prophet des totalen Fiaskos der Moderne

Die wissenschaftlich-technischen bzw. modernen Produktionsweisen sind keine auf der Wiese liegende Kuh, sondern ein galoppierendes Pferd, welches mit jedem zurückgelegten Meter größer, schneller und stärker wird. Und infolge des tendentiellen Falls der Profitrate zugleich hungriger, wütender und verzweifelter. Mag die gesamtmarkträumlich durchschnittliche organische Zusammensetzung des Kapitals anfangs bei 1 zu 9 gelegen haben, sprich: 10 Prozent des Kapitals sind konstant, tote Arbeit, und 90 Prozent sind variabel, lebendige Arbeit, so liegt dieses Verhältnis heute – wer weiß das schon genau – bei vielleicht 10 zu 1; die organische Zusammensetzung des Kapitals wächst mit der Zeit. Immer weniger Menschen produzieren immer mehr und auch neuartige Waren, und es werden diese Waren – Ausnahmen gibt es leider mehr als genug – in der Regel billiger, leistungsfähiger und besser.

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Marx für Dummies – die Siebte

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 12345 und 6:

Karl Marx in der typischen
Pose der Freimaurer
Foto: Wikipedia

3.) Konstantes und variables Kapital sowie deren organische Zusammensetzung

Ein Produktionsprozeß verausgabt Kapital für zwei Kostenpositionen. Die eine, konstantes Kapital, dient dem Kauf von Produktionsmitteln; die andere, variables Kapital, dient dem Kauf von Arbeitskraft.

Kapital ist Zahlungsmittel für den Kauf der Waren Arbeitskraft und Produktionsmittel.

Nun ist der Preis der Ware Arbeitskraft gleich dem Wert der Waren, die der Arbeiter vermöge seines Lohnes konsumiert. Und auch Produktionsmittel sind Verbrauchsgüter, sind Waren.

Kapital ist Warenverbrauch.

Zu guter Letzt versteht Kapital es, nicht nur vorfindliche Waren und Arbeitskraft produktiv zu konsumieren, sondern auch neue Waren, die zudem einen höheren Wert als die verbrauchten enthalten, zu produzieren sowie den aus diesem Vorgang gewonnenen Mehrwert abzuschöpfen.

Kapital ist Warenerzeuger und Mehrwertabschöpfer.

Der Produktionsprozeß endet mit dem im Verkaufserlös enthaltenen Rückfluß des verbrauchten variablen und konstanten Kapitals sowie des Profits, und ein neuer Produktionsprozeß kann beginnen.

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Marx für Dummies – die Sechste

September 27, 2020 62 Kommentare

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 1234 und 5:

Hauptteil

Karl Marx in der typischen Pose
der Freimauerer
Foto: Wikipedia

Der Hauptteil stellt in geraffter Form den zum Zwecke der Aufdeckung des Mechanismus des Kapitals verwendeten begrifflichen Werkzeugkasten vor. Marxens Begriffe sind umstandslos aus den Warenströmen und einigen wenigen, allen wissenschaftlich-technischen Warenproduktionen gemeinsamen Bedingungen ableitbar. Da Pferde von vorn aufzuzäumen sind, folgt der Hauptteil dem zeitlichen Ablauf der Entstehungsgeschichte des Kapitals.

Die Berichte der geist-materie-dualistischen Religionen von der von der Schöpfung der Welt beginnen mit dem „Höheren“, mit dem «Logos» bzw. «Geist», was in der deutschen Bibel als „Wort“ übersetzt wurde.

<Im Anfang war das Wor.t>

Marx beginnt seinen Bericht von der Entstehung der Welt des Kapitals mit dem „Niederen“.

<Im Anfang war die Ware.>

Als erstes geht der Blick auf das, was eine Ware von all den vielen schönen Dingen im biblischen Paradies unterscheidet.

1.) Wert, Tauschwert, Gebrauchswert sowie Preis einer Ware

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