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Posts Tagged ‘Kapitalismus’

Der Fall Donald Trump(s)

Wie Marx, Engels und Lenin es sehen würden
… warum es den Great Reset braucht …

Dagobert Duck badet im Geld – Foto: Netzfund

Ja, man darf Kapitalisten auch differenziert betrachten. Denn einzelne dieser Spezies sind noch lange nicht „das Kapital“. Marx umschrieb die Kapitalisten übrigens mit „Agenten und Charaktermasken des Kapitals“. Was sich höchst simpel begründet, da das Kapital von seiner Natur her eine Sammlung von zwingend zu befolgenden Handlungsanweisungen darstellt. Gegen diese zu verstoßen, führt unweigerlich zu unternehmerischem Mißerfolg.

Jene Handlungsanweisungen verändern sich im Gefolge von technologischen, insbesondere aber von fertigungstechnologischen Entwicklungen. Vor allem letztere führen zur Verringerung der Herstellkosten von Waren, was bei gesättigter Nachfrage infolge unternehmerischen Wettbewerbs zu – inflationsbereinigt gesehen – Warenpreissenkungen nötigt. Dies wiederum schmälert die Verkaufserlöse, was so auch den geldlichen Betrag des Profits vermindert. Zumal privat bereits angehäuft gewesenes Geld ja eben nicht weniger wird, nun aber immer weniger Gelegenheiten findet, in Warenproduktionen investiert zu werden und sich auf diese Weise zu rentieren. (Was alles Marx als „tendentieller Fall der Profitrate“ bezeichnet hat.)

Zur Abwehr dieses Nachteiles bildeten Unternehmer (seit etwa 1870) Monopolunternehmen oder Kartelle, welche überhöhte Warenpreise durchsetzen können. Welche es erlauben, deutlich über dem gesamtmarkträumlichen Durchschnitt liegende Profite einzufahren. Was zulasten der Profite aller Nichtmonopolisten geht, welche auf längere Sicht nun in betriebswirtschaftliche Schieflagen geraten (sogenannte Wirtschaftskrisen). Die Rede hier von Schieflagen aller Nichtmonopolisten WELTWEIT, welche ihre Rohstoffe nun zu überhöhten Preisen von den Monopolisten kaufen müssen. Die Rede aber auch von Schieflagen all derjenigen Monopole, welche Waren und Rohstoffe von anderen Monopolisten kaufen müssen.

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Zur Rolle uniformen Designs von Warenwelt und Städtebau

Skulptur auf dem Inselmuseum Hombroich – Transhumanismus?
Foto: Martin Bartonitz 2018

Das mit John Ruskin und den Präraphaeliten im 19. Jahrhundert neu aufkommende einheitliche britische (jugendstilartige) Design für Warenwelt, Architektur und Städtebau schuf erstmals ein weitgehend uniformes Aussehen der menschlichen Alltagswelten. Da künstlerisch bzw. künstlich geschaffen, kündet jenes sichtbar allesübergreifende Uniforme von einer gleichsam allesübergreifenden unsichtbaren, abstrakten bzw. nicht mehr persönlichen neuen Zentralgewalt. Deren Natur die Anonymität ist.

Papst, Kaiser, König, Fürst, Leibherr wurden von etwas Ungegenständlichem abgelöst. Welches sich annähernd als eine Art Rechenmaschine mit Namen «Das Kapital» vorstellt, deren Handlungsanweisungen von anonymen grauen Damen und Herren überbracht werden. Um so komischer der Ernst der Personenkulte um die dem Willen des globalistischen Großkapitals und seinen kriminellen Deepstate-Strukturen weitgehend machtlos gegenüberstehenden Politdarsteller auf den televisionären Showbühnen — siehe zuletzt Trump vs. Biden.

Es ließe sich sagen, die Gesellschaften insgesamt seien von dem im 19. Jahrhundert an die politische Macht gelangten industriekapitalistischen Bürgertum erstmals auf weitreichende Uniformität hin ausgerichtet worden. Ein solches rundherum sichtbares Gesellschafts-Design ist eigentlich ein «Great Reset». Dessen technisches Rückgrat wurde mit der Installation flächendeckender nationaler Staatsverwaltungen aufgerichtet. Was letzteres mit einem bis ins kleinste Detail uniformen nationalen Schulwesen begonnen hat. Untenstehender Link führt zu einem 12-teiligen deutschsprachigen Beitrag von Anne Querrien, welche das französische Schulwesen als innersten administrativen Kern nationalstaatlicher technokratischer Machtentfaltung aufweist
==> Elementare Untersuchung über die Grundschule

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„Wer eine Herde hinter sich sammeln will, muss Linie fahren …“

Februar 26, 2021 17 Kommentare

No_NWO hinterließ an anderer Stelle einen Kommentar mit seiner Motivation, die Welt in seiner Weise zu interpretieren. Ich fände es schade, wenn dieser Text so klanglos unterginge, auch wenn er für die meisten einige Passagen enthält, deren Aussagen sie so nicht sehen können, daher hier nochmals als eigenständiger Artikel auf den Weg gebracht:

Foto: Netzfund

Wer eine Herde hinter sich sammeln will, muß Linie fahren. Nicht mein Ding. Was passiert, passiert so oder so, ob mit oder ohne Herden. Ich will rationale Erklärungen finden bzw. das tun, was Militärs Lageaufklärung nennen, besser noch engl. „Reconnaissance“, nämlich auch die Motive, Interessen, Zwangslagen und die daraus hervorwachsen müssenden Zielsetzungen der beteiligten Konfliktparteien ableiten bzw. diese Parteien zunächst überhaupt definieren. Ausnahmslos jede aktuelle Äußerung öffentlicher Akteure bleibt so nun zunächst unberücksichtigt oder wird als taktisches Manöver aufgefaßt. Um so interessanter so nun in der Vergangenheit liegende Geschehnisse wie die allbekannten Pandemie-Fehlalarme, die mittlerweile eine gewisse Faktizität gefunden haben. Um so mehr sind aktuelle Statistiken mit PR-Vorsicht zu genießen. Wobei unbedingt von völliger Amoralität aller(!) Akteure ausgegangen werden MUSS — crazy world, crazy people!

MiDies letztere mit Blick auf die völlig verrückte/irrationale bzw. seit gut 120 Jahren schon allhin sichtbar widersinnige (da zumal brutalst imperialistische) gesellschaftliche Praxis eines in privaten Händen akkumulierenden und nun an sein historisch finales Ende gelangten Kapitals. Das Attest völliger Verrücktheit stellt unsere Gesellschaft sich übrigens selbst aus, indem sie stringent tabuisiert, ihr völlig verrücktes kapitalistisches Tun und Treiben geistig zu erfassen. Siehe meinen Beitrag «Wie aus Geld mehr Geld wird», der sich durchaus als vernichtende Kritik einer sich unter das große gesellschaftliche Tabu bzw. Verbot einer rationalen(!) Kapitalismus-Kritik beugenden gegenwärtigen „Wissenschaft“ insgesamt lesen läßt (ausdrücklich NICHT gemeint hier die SPD-, DGB- oder CIA-linke irrationale bis lächerliche Kapitalismus-Kritik, welche sich in ihrem sachinhaltlichen Kern nicht von jener der Rechten unterscheiden läßt). Tja, sowas kommt von sowas: Wer sich seine Schuhe nicht zubinden kann, sollte nicht auf Berge steigen. Wer die erschreckend simple Kritik des Kapitals nicht hinbekommt, sollte sich nicht „Wissenschaftler“ nennen. Denn er erweist sich so denn als nicht denkWILLIG.

Meine Zielsetzung überhaupt ist das Zurück zu freier gesellschaftlicher Debatte. Nein, die Erde ist NICHT flach.
Nein, diese Pandemie, so sie denn eine sei, ist NICHT natürlichen Ursprungs, sondern eine politische Waffe.

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Der Great Reset des 16. Jahrhunderts

Martin Luther, Begründer des protestantischen Glaubens in Deutschland, Bild: Wikipedia

Vorliegender Text versucht sich an der These, Luther bzw. die Reformation sei ein «Great Reset» gewesen, welcher der Moderne mit ihrem späterhin industriellen Kapital den Weg geebnet habe.

Beginnen wir mit der Gegenwart. Auch der aktuelle Great Reset nun stützt sich auf politische Kräfte mit quasi religiösem Charakter, welche vorgeben, die Welt von alten Lastern und Gebrechen befreien und in eine bessere neue Ära führen zu wollen. Jene Kräfte treten als fanatische COzwei-Religiöse und als COvid-Religiöse in Erscheinung.

Interessant ist die sehr geschickte PR-Strategie des aktuellen Great Reset. Es fällt auf, daß tunlichst vermieden wird, die zwei CO-Bösewichte von den selben Medienplattformen aus nebeneinander in den Krieg um die Köpfe zu schicken. Was es den irregeführten Parteigängern und Anhängern des aktuellen linken Postfaschismus erschwert, auf einen Blick hin zu erkennen, daß COzwei und COvid beide aus dem selben politischen Stall kommen. Entsprechend gibt es unter den großen postfaschistischen Propaganda-Outlets eine Arbeitsteilung. So bedient z.B. das Rubikon-Magazin die COzwei-Religiösen, aber gibt sich als Gegner der COvid-Lüge aus. US-Trotzkisten (wsws.org) und ihre deutschen Genossen hingegen bedienen die COvid-Religiösen, aber weisen die These vom bösen COzwei zurück. Widerstand gegen die postfaschistische «Great Reset»-Allianz aus SPD, DGB, CIA, Grünen und globalistischem Großkapital bleibt so nun bei der außerparlamentarischen demokratischen konservativen Rechten (ADKR) hängen. Welche sehr leicht als rechtsextrem denunziert werden kann. Denn leider versteht die ADKR es nicht, sich ideologisch brutal genug von Holocaust-Verharmlosern abzugrenzen. So rennt sie den von ihr verharmlosend als „linksversifft“ titulierten Postfaschisten immer wieder ins offene Messer namens Kontaktschuld mit Holocaust-Verharmlosern (siehe z.B. einen Mario Buchner, der in diese Falle läuft, weil er einen Sellner nicht entschlossen wegtritt). Wohin einer blickt, fast überall nur politisch naive Vollpfosten bei der ADKR! Und so können die hinter der faktischen Allianz aus COzwei- und COvid-Religiösen stehenden postfaschistischen PR-Strategen des Great Reset und der NWO sich zufrieden die Hände reiben.

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Was zu Ludwig Gartz‘ Abriss zur Befreiung der Menschheit zu bemerken ist …

Dezember 19, 2020 31 Kommentare

No_NWO hat einen Kommentar an einem Artikel hier auf dem Blog hinterlassen, deren Perspektive auf einen Teil der Geschichte rund um die Begriffe Kapitalismus und Kommunismus es Wert sind, als eigenständig hier ins Regal gestellt zu werden:

Danke für Direktlink zur soeben aufmerksam gelesenen pdf von Ludwig Gartz über „Die kurz bevorstehenden Durchbrüche zur Befreiung der Menschheit“ ==> ELITENKRIEG! Höchst interessante Überlegungen, die mir in dieser Pointiertheit und Ausarbeitung bisher unbekannt waren! Ja, da könnte etwas dran sein, sagt mir mein vom wahren Marx/Engels (politische Ökonomie des Kapitals) und vom wahren Lenin (politische Ökonomie des Imperialismus‘) unterfüttertes Verständnis der Weltvorgänge. Also größten Dank an deine Adresse, werter Axel!

Wie schon gesagt, sind Marx/Engels/Lenin, ganz so wie alle großen Geister in der Menschheitsgeschichte, von deren Gegenseite vereinnahmt worden. Und deswegen ist dem Ludwig Gantz vollauf zuzustimmen, dass das, was er – ganz landläufig – als „Marxismus“ auffasst, abzulehnen ist! Wo Gantz von „Weltkommunismus“ spricht, übersetze ich allerdings still und leise für mich als NWO — meint dasselbe, aber sagt es anders. Weiß ich doch, dass die UdSSR nie ein Sozialismus sein konnte und wollte, sondern eine nachholende Entwicklungsdiktatur war, für welche Marx/Engels nur als mythenbildendes Feigenblatt zu dienen hatten, als Opium fürs russische Volk (und für die Weltöffentlichkeit). Und selbstverständlich musste ein industrialisiertes Rußland späterhin dann den logischen Weg allen privatbesitzlichen industriellen Kapitals hin zur Ausbildung einer Finanzoligarchie gehen. Und dass Putin diese letztere als deren nach außen hin sichtbare Marionette repräsentiert, ist dann auch nur logisch. (Ganz so wie wohl alle anderen Regierungschefs bloß solche Marionetten fürs Volks-Kasperletheater sind.) Und dass sich die militärisch schwächeren solchen Oligarchien dann alle gemeinsam gegen die stärkste, die US-Elite, verbünden müssen, ist dann auch bloß nichts weiter als logisch. Und siehe da: Schon haben wir genau jenen Elitenkrieg vorliegen, von dem Ludwig Gantz erzählt: Das sich seit Mao auf China stützende Geldelitenbündnis gegen die sich seit 1913 (Gründung der FED) auf die USA stützende Fraktion der allemal weltparasitären globalen Geldelite.

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Marx für Dummies – die Elfte und Letzte

Oktober 20, 2020 10 Kommentare

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 12345678, 9 und 10:

Karl Marx in der typischen Pose
eines Freimaurers
Bild: Wikipedia

Im Überflug gesehen, wird ein enormer realer Reichtum an Waren und Gütern erzeugt, aber die Masse an abstraktem Reichtum, an Lohn und Profit, ohne welche sich der Warenreichtum nicht erwerben und konsumieren läßt, geht langsam aber fühlbar zurück. (Nachtrag 2020: Letzteres gilt unter der global gegebenen Bedingung einer von Monopolen mittels von deren überhöhten Preisen angetriebenen gesamtmarkträumlichen Preisinflation, welche zugleich dann ein Parasitieren des gesamtmarkträumlichen Profitvolumens zugunsten jener Monopole bewirkt.) Heute läßt sich die gesamtmarkträumliche *Kapitalrendite* effektiv vor allem noch durch Reduzierung von Einkommen und Sachaufwendungen außerhalb der Halle sichern.

Etwa hier scheint die weltweite kapitalistische Produktion nun angelangt zu sein. Nach der Krise von 2008 war der Preisauftrieb über Jahre hinweg überraschend niedrig, es war bereits von sinkenden Preisen und drohender Deflation die Rede, was ein Indikator für sehr verhaltene Investitionen in leistungsfähigere Maschinerie ist und auf lediglich Ersatz- oder Erhaltungsinvestitionen hinweist – mehr lohnt sich nicht, wenn in einer Profitkrise bzw. bei Investitionsnotstand die zahlungsfähige Nachfrage schwächelt.

Hält die rücksichtsvoll als Investitionsnotstand deklarierte Profitkrise länger an, versuchen Unternehmen, ihren mageren Profit durch Preiserhöhungen aufzubessern, was zu Inflation und bei zugleich stagnierenden Einkommen zur Senkung des Lebensstandards führt – als immer letztes Mittel soll eine Erhöhung der Mehrwertrate der niedrigen Profitrate aufhelfen.

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Marx für Dummies – die Zehnte

Oktober 15, 2020 5 Kommentare

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 1234567, 8 und 9:

Diskussion

Das eigentlich Wunderliche des Kapitals

Karl Marx in der typischen Freimaurerpose
Bild: Wikipedia

Das eigentlich Wunderliche der modernen Produktionsweisen findet sich in der Art und Weise, wie die Aneignung des Konkreten, nämlich der Waren, vermittelt ist – durch eine Abstraktion, durch den sich in Arbeitszeit pro Warenstück bemessenden Wert.

Daß dem so ist, verlangen aber nun einmal mit gutem Recht alle, die sich im Zuge des Kaufs oder Verkaufs von Waren als einander fremde, vereinzelte Individuen gegenübertreten und dann, um nicht übervorteilt zu werden, auf Tauschgerechtigkeit drängen.

Tauschgerechtigkeit läßt sich nur und allein unter Zuhilfenahme des Werts herstellen. Entsprechend heißt es über den Tauschwert unter Punkt 1.2): Wer auch möchte 200 gegen 100 Minuten hergeben, da er dann 100 Minuten für einen anderen gearbeitet hätte, ohne eine Gegenleistung zu erhalten.

Aus dem selben Grund ist auch das Kapital auf den Wert angewiesen. Auch Unternehmen treten auf dem Markt als einander fremde, vereinzelte „Individuen“ bzw. Wettbewerber in Erscheinung. Eben darum sind sie unablässig genötigt, die Herstellkosten zu senken, indem sie die in der Produktion eingesetzte Arbeitszeit verringern. Ungewollt verringern sie so zugleich das gesamtmarkträumliche Wertvolumen und mit diesem zugleich das zur Deckung von Altkapital und zur Realisierung von vorkalkulierten Altrenditen verfügbare Volumen an Zahlungsmitteln.

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Marx für Dummies – die Neunte

Oktober 12, 2020 5 Kommentare

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 1234567 und 8:

Karl Marx in der Pose eines Freimaurers
Bild: Wikipedia

Unternehmer wissen nichts von Marxscher politischer Ökonomie, nichts vom Mehrprodukt und von einem Mehrwert, dessen Volumen den gesamtmarkträumlichen Profit nach oben hin deckelt. So sucht und findet der Unternehmer allerhand Sündenböcke und Erklärungen für das Versiegen seines Profits – nur auf den tendentiellen Fall der Profitrate kommt er natürlich nicht. Er weiß nichts von solch einem Fall, der ihm seine Felle wegschwimmen läßt. Und selbst wenn ein Unternehmer bzw. ein „Agent“ oder eine „Charaktermaske“ des Kapitals, wie Marx es nicht polemisch, sondern durchaus im Bemühen um Sachlichkeit sagte, vom Fall der wegschwimmenden Felle wüßte, darf ihn dieser nicht kümmern – der Wettbewerb läßt ihm keine Wahl. Falls er zu den ersten gehört, welche verbesserte Maschinerie einsetzen, sind seine Herstellkosten immerhin so lange niedriger als die seiner Wettbewerber, wie diese sich noch mit unverbesserter Maschinerie begnügen. Während dieser Zeit kann er seinen Profit steigern, da sein Betrieb nun produktiver als der gesamtmarkträumliche Durchschnitt ist. Doch währt dieses Glück meist nicht lange und ändert nichts am mittel- bis langfristigen Schrumpfen des betrieblichen Profits und so auch des Gewinns.

Da die unbezahlte Arbeit, die Mehrarbeit, all jene Waren hervorbringt, die nicht in den Konsum der unmittelbar händisch in Warenproduktion und -transport Arbeitenden einfließen, liegt die Mehrwertrate enorm hoch. Mindestens 85 Prozent des Arbeitstags werden wohl der Mehrarbeit dienen. Aus dieser Sicht müßte der tendentielle Fall der Profitrate eigentlich galoppieren. Er wird aber durch Gegentendenzen so weit abgefangen, daß er, so konstatierte Marx zu seiner Zeit noch, eher „schleichend“ ist. Beim heute gegebenen Stand der organischen Zusammensetzung des Kapitals aber kann von einem Schleichen längst nicht mehr die Rede sein. Der tendentielle Fall der Profitrate marodiert.

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Marx für Dummies – die Achte

Oktober 11, 2020 1 Kommentar

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 123456 und 7:

Karl Marx in der Post eines Freimaurers
Bild: Wikipedia

4.) Tendentieller bzw. schleichender Fall der Profitrate

Carthaginem esse delendam – Karthago muß zerstört werden. Nein, nicht doch. Die große Stadt des Moloch zerstört sich selbst. Will dieser Text Panik verbreiten? Nein, nicht. Die Definition eines Problems ist der erste Schritt zu dessen Lösung.

Im Augenblick ihrer Geburt stieg Aphrodite in vollendeter Gestalt aus der Gischt des Meeres hervor, strahlend rein und betörend schön. Die modernen Produktionsweisen bzw. die modernen Gesellschaften bzw. die Industriegesellschaften kamen auf andere Weise zur Welt. Ihr Jahrhunderte währender blutiger Geburtsvorgang war erst abgeschlossen, als die große Mehrzahl der Konsumtions- und Produktionsmittel nicht mehr von ihren Konsumenten für sich selbst oder für kleine lokale Märkte, sondern in großer Stückzahl als Waren für den Verkauf auch auf den entferntesten Märkten hergestellt wurden. Moderne ist Warenproduktion für große öffentliche Markträume.

Alle guten Dinge haben etwas Lässiges
und liegen wie Kühe auf der Wiese.

wußte Nietzsche, Prophet des totalen Fiaskos der Moderne

Die wissenschaftlich-technischen bzw. modernen Produktionsweisen sind keine auf der Wiese liegende Kuh, sondern ein galoppierendes Pferd, welches mit jedem zurückgelegten Meter größer, schneller und stärker wird. Und infolge des tendentiellen Falls der Profitrate zugleich hungriger, wütender und verzweifelter. Mag die gesamtmarkträumlich durchschnittliche organische Zusammensetzung des Kapitals anfangs bei 1 zu 9 gelegen haben, sprich: 10 Prozent des Kapitals sind konstant, tote Arbeit, und 90 Prozent sind variabel, lebendige Arbeit, so liegt dieses Verhältnis heute – wer weiß das schon genau – bei vielleicht 10 zu 1; die organische Zusammensetzung des Kapitals wächst mit der Zeit. Immer weniger Menschen produzieren immer mehr und auch neuartige Waren, und es werden diese Waren – Ausnahmen gibt es leider mehr als genug – in der Regel billiger, leistungsfähiger und besser.

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Marx für Dummies – die Siebte

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 12345 und 6:

Karl Marx in der typischen
Pose der Freimaurer
Foto: Wikipedia

3.) Konstantes und variables Kapital sowie deren organische Zusammensetzung

Ein Produktionsprozeß verausgabt Kapital für zwei Kostenpositionen. Die eine, konstantes Kapital, dient dem Kauf von Produktionsmitteln; die andere, variables Kapital, dient dem Kauf von Arbeitskraft.

Kapital ist Zahlungsmittel für den Kauf der Waren Arbeitskraft und Produktionsmittel.

Nun ist der Preis der Ware Arbeitskraft gleich dem Wert der Waren, die der Arbeiter vermöge seines Lohnes konsumiert. Und auch Produktionsmittel sind Verbrauchsgüter, sind Waren.

Kapital ist Warenverbrauch.

Zu guter Letzt versteht Kapital es, nicht nur vorfindliche Waren und Arbeitskraft produktiv zu konsumieren, sondern auch neue Waren, die zudem einen höheren Wert als die verbrauchten enthalten, zu produzieren sowie den aus diesem Vorgang gewonnenen Mehrwert abzuschöpfen.

Kapital ist Warenerzeuger und Mehrwertabschöpfer.

Der Produktionsprozeß endet mit dem im Verkaufserlös enthaltenen Rückfluß des verbrauchten variablen und konstanten Kapitals sowie des Profits, und ein neuer Produktionsprozeß kann beginnen.

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Marx für Dummies – die Sechste

September 27, 2020 62 Kommentare

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 1234 und 5:

Hauptteil

Karl Marx in der typischen Pose
der Freimauerer
Foto: Wikipedia

Der Hauptteil stellt in geraffter Form den zum Zwecke der Aufdeckung des Mechanismus des Kapitals verwendeten begrifflichen Werkzeugkasten vor. Marxens Begriffe sind umstandslos aus den Warenströmen und einigen wenigen, allen wissenschaftlich-technischen Warenproduktionen gemeinsamen Bedingungen ableitbar. Da Pferde von vorn aufzuzäumen sind, folgt der Hauptteil dem zeitlichen Ablauf der Entstehungsgeschichte des Kapitals.

Die Berichte der geist-materie-dualistischen Religionen von der von der Schöpfung der Welt beginnen mit dem „Höheren“, mit dem «Logos» bzw. «Geist», was in der deutschen Bibel als „Wort“ übersetzt wurde.

<Im Anfang war das Wor.t>

Marx beginnt seinen Bericht von der Entstehung der Welt des Kapitals mit dem „Niederen“.

<Im Anfang war die Ware.>

Als erstes geht der Blick auf das, was eine Ware von all den vielen schönen Dingen im biblischen Paradies unterscheidet.

1.) Wert, Tauschwert, Gebrauchswert sowie Preis einer Ware

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Marx für Dummies – die Fünfte

September 23, 2020 23 Kommentare

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von 123 und 4:

Profit als Geldstrom zum Kauf des Mehrprodukts

Karl Marx in der typischen
Pose des Freimaurers
Foto: Wikipedia

Im Modell des imaginären, markträumlichen Gesamtbetriebs haben die vom Mehrprodukt repräsentierten Warenströme zweifelsfrei den selben wertlichen Betrag wie der Profit. Allerdings ist der Profit weder ein Waren-, noch ein Wertstrom, er ist ein Strom von Zahlungsmitteln, ein GELDSTROM. Wenn der Warenstrom des Mehrprodukts die imaginäre Gesamthalle mit angebbarem Wertbetrag verläßt und schließlich mit dem selben Wertbetrag, aber nun als Geldstrom wieder bei dem imaginären Gesamtunternehmen ankommt, eben an dem Ort, von dem er als Strom des Mehrprodukts seine Reise begonnen hat, muß die Unterscheidung von Mehrprodukt und Profit sinnlos erscheinen.

Beim Profit geht es nicht mehr um Ströme, sondern ums Stromern, und da vor allem um zwei große Momente. Der erste, die Wiederauferstehung des als *Kapital* in die Unternehmensgruft gelegten Geldes als Mehrprodukt; der zweite, die wenig später erfolgende Metamorphose des Mehrprodukts zum Profit und damit zugleich – profit is money! – die triumphale Himmelfahrt des – ach! – um den *Gewinn* vermehrten Geldes, das nun wieder stromern kann, wohin es nur möchte.

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Marx für Dummies – die Vierte

September 20, 2020 27 Kommentare

Dieser Artikel setzt die drei ersten Artikel 1, 2 und 3 fort:

Halle und Warenströme aus der Vogelperspektive

Karl Marx in der typischen
Pose eines Freimaurers
Foto: Wikipedia

Aus der Vogelperspektive auf die Halle geschaut, gehen dort Waren ein und aus. Im Marxschen Sinne Kapitalinvestition sind allein diejenigen Waren, die in die Halle eingehen, um dort (ab)genutzt oder verbraucht zu werden, nämlich Maschinen, Arbeitsmittel, Roh- und Hilfsstoffe plus die unmittelbar händisch warenproduzierenden Arbeitenden. Auch diese repräsentieren bei Marx Warenströme, nämlich die Ströme jener Waren, welche die Arbeitenden der Halle zur Aufrechterhaltung ihrer Arbeitskraft benötigen und von ihren Löhnen kaufen können. In der Person des Arbeitenden gehen quasi Waren in die Halle ein. Politisch-ökonomisch ist alles Warenstrom.

Der aus der Halle ausgehende Warenstrom verzweigt sich je nach Branche sehr verschieden. Konsumgüter gehen an Arbeiter, Angestellte, Unternehmer, Beamte, Freiberufler, Militärangehörige, Rentner, Arbeitslose, Privatiers, Kinder, kurz: an Alle, ob groß oder klein, jung oder alt. Investitionsgüter gehen an Staat und Unternehmen. Allen Warenströmen gemeinsam aber ist der Rückfluß von Geld vom Käufer an den Verkäufer. Mit diesem Rückfluß ist Konkretes zu Abstraktem geworden, Niederes zu Höherem, Materielles zu Geistigem. Aus Waren wurde Geld.

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Marx für Dummies – die Dritte

September 19, 2020 11 Kommentare

Dieser Artikel setzt die beiden ersten Artikel 1 und 2 fort:

Vor dem Kapital

Karl Marx in der typischen Freimaurerpose
Foto: Wikipedia

Die Schöpfungsgeschichten der drei großen Weltreligionen sind geist-materie-dualistisch. Gott schuf Himmel und Erde, das Höhere und das Niedere. Auch das Kapital kennt Höheres und Niederes, nämlich in den Gegensatzpaarungen Kapital <> Arbeit sowie Geld <> Ware. Die Parallelen von Religion und Kapital sind so wenig verblüffend, wie die von Religion und Kultur.

Ein Ding wird zur Ware, sobald es gegen ein anderes Ding oder Gut getauscht wird. Als es noch kein Geld gab, wurde Ware direkt gegen Ware getauscht. Später erst wurde Geld zum Tauschmittel für Waren. Wo Waren gegen Waren oder Geld getauscht werden, muß es ein Wertmaß geben, das zum Beispiel sagt, wie viele Paar Schuhe ein Faß wert ist. Ohne den Wert von Waren zu kennen, läßt sich nicht ohne Bauchgrimmen tauschen. Selbstredend handelt es sich bei dem gesuchten Maß für den Wert einer Ware um den zur Herstellung einer Ware durchschnittlich erforderlichen Gesamtaufwand an Arbeitszeit.

Alles war vor dem Kapital schon da: Wert bzw. Wertmaß, Ware und Geld. Und auch Ausbeutung und Unterdrückung gab es vor dem Kapital bereits, nämlich im Feudalismus. Doch der Feudalismus kannte so gut wie keine aufnahmefähigen großen Märkte. Da im Kapitalismus in großen Stückzahlen produziert wird, benötigt er eine entsprechend vielzählige Abnehmerschar. Diese bot zunächst nur der internationale Handel.

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Marx für Dummies – die Zweite

September 17, 2020 31 Kommentare

Dieser Artikel ist die erste Fortsetzung der Serie Marx kinderleicht. Hier geht es zum ersten Artikel, der Einleitung.

Eingangsbemerkung

Die drei Bände von <Das Kapital – Kritik der politischen Ökonomie> umfassen 2239 eng bedruckte Seiten. Trotz dieses geradezu biblisch anmutenden Umfangs läßt sich das wirtschaftswissenschaftliche Denken von Karl Marx sehr einfach darstellen und – falls keine Schulung in Marxismus-Leninismus vorausging – kinderleicht verstehen.

Politische Ökonomie = Lehre vom Wirtschaftsgeschehen
in großen öffentlichen Markträumen

Politisch ist Marx gescheitert, wissenschaftlich nicht. Auf seiner Werkbank liegt ein rätselvolles Ding, das den Willen in sich trägt, allem Geschehen in der modernen Welt den Takt anzugeben. Sein Name: Kapital. Marx zerlegt es, entdeckt einen Mechanismus und kommt dessen Funktionsweise und ihren Sonderbarkeiten auf die Spur. Und so zeigt er uns schließlich in nicht zu überbietender Klarheit, daß nicht das Böse die gewalttätige Welt des Kapitals, sondern das Kapital die gewalttätige Welt des Bösen hervorbringt. Seine Kernaussage: It’s the mechanism, stupid!

Die Teilnahme höchster Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an mörderischen satanistischen Kultveranstaltungen darf als gesichert gelten und soll hier nicht in Abrede gestellt werden. Von dem Historiker Wolfgang Eggert präsentiertes valides Quellenmaterial darf als Beweis gelten, daß Marx Kontakte zu Personen pflegte, die in dem Verdacht stehen, satanistischen Heilsideologien angehangen zu haben (siehe u.a. hier).

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