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Der ROSA ELEFANT mitten im Wohnzimmer — ein Grundkurs in Ökonomie und Wahnsinn

Okay, wenn ihr es nicht anders wollt☺️ — dann hier ein Grundkurs in politischer Ökonomie und kognitiver Dissonanz, folglich ein Grundkurs über den riesenhaften ROSA ELEFANTEN mitten im Wohnzimmer, an dem mit allergrößter Entschlossenheit seit Jahrzehnten und von Allen stur vorbeigeschaut wird!

Jener Elefant war großes Thema der Arbeiten von Marx: Nämlich der unauflösliche und sich zwangsläufig immer weiter verschärfen müssende Widerspruch zwischen fortlaufender technologischer Entwicklung auf der einen, und der Erzielung von Rendite aus warenproduzierendem Kapital auf der anderen Seite.

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Die Quelle jeglicher Rendite liegt in einer ganz bestimmten Rendite, nämlich in der aus Warenproduktionen. Renditen im Dienstleistungsbereich sind nicht etwa dort erzeugte Rendite, sondern lediglich Umlenkung bzw. Verteilung eines Mehrprodukts, das seinen Ursprung in der Warenproduktion hat. Geld kann man nicht essen. Zum Essen usw. braucht es Waren. Und so hat jegliche Rendite ihren Ursprung in den Warenproduktionen.

Noch deutlicher tritt der rosa Elefant vor Augen, wenn jener Widerspruch aus Technologie und Rendite in Form des Widerspruchs aus Technologie und Arbeitsplätzen betrachtet wird.

Die gesellschaftlichen Debatten IGNORIEREN diesen letzteren Widerspruch nicht nur. Vielmehr wird versucht, ihn mit der forschen Gegenbehauptung zu heilen, der Einsatz von Technologie würde die Renditen von Warenproduzenten steigern. Tatsächlich gibt es solche Renditesteigerung, jedoch nur kurzfristig.

Mittel- und langfristig aber sinken Renditen bei gesteigertem Technologieeinsatz.

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Eine einfache Überlegung mag dies verdeutlichen:

Drei warenproduzierende Unternehmen beschäftigen je 100 Arbeiter, produzieren exakt die gleichen Waren, haben gleich hohe Umsätze und gleich hohe Kapitalrenditen. Das eine Unternehmen aber will die Produktionskosten senken und kauft deshalb so viel Maschinerie ein, dass es 90 Arbeiter entlassen kann. Da die Kosten der Maschinerie unter denen der 90 Löhne liegen, produziert es nun zu geringeren Kosten als seine zwei Wettbewerber und fährt daraufhin mehr Gewinn ein. Im darauffolgenden Jahr aber tun jene zwei Wettbewerber dasselbe, kaufen beide Maschinerie ein und entlassen beide 90 Arbeiter. Nun haben auch die zwei Wettbewerber den höheren Gewinn.

Um aber seinen Marktanteil zu steigern, verzichtet eines der drei Unternehmen auf einen Teil seines Gewinns und bietet seine Waren billiger an. Woraufhin die beiden anderen es ihm gleichtun müssen, um ihren jeweiligen Marktanteil nicht zu verlieren. Denn bei gesättigter Nachfrage gibt es nichts Wichtigeres, als seine Marktanteile zu halten. Und schon ist der schöne anfängliche Mehrgewinn wieder dahin.

Nach einigen Jahren ist die eingekaufte Maschinerie verschlissen, und es muss neue gekauft werden.

Spätestens jetzt fällt den drei Unternehmern etwas auf. Brauchten sie zuvor, mit 100 Arbeitern, noch einen jährlichen Kapitaleinsatz von vielleicht 10 Millionen €, müssen sie alle Drei jetzt – ihre Produktionskosten haben sich durch den Maschineneinsatz ja vermindert – nur noch 9 Millionen € an Kapital aufwenden. Nein, das ist NICHT schön. Denn die gesamtmarktlich durchschnittliche Kapitalrendite ist gleichgeblieben. Sagen wir, sie läge bei 10%, werden die drei Jeder nun nur noch 10% von 9 Millionen € an Kapitalrendite haben, wohingegen sie zuvor 10% von 10 Millionen € an Kapitalrendite hatten. Die Rendite ist mit dem Einsatz von Technologie gesunken. Nichts da mit Steigerung!

Zudem wird sich die Steuer- und Abgabenlast der drei Unternehmen nun erhöhen, da die vielen Arbeitslosen ernährt werden müssen. Was den Gewinn der Drei weiter schmälert.

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Hat Marx sich eingehend mit der ökonomischen Seite des rosa Elefanten beschäftigt, tat Nietzsche dies mit den kognitionspsychologischen Folgen, die aus den hier dargestellten subtilen ökonomischen Sisyphus-Qualen hervorkommen. Nämlich mit der daraus unweigerlich entstehen müssenden kognitiven Dissonanz, mit Irrationalität und sogar Irrational-ISMUS. Sowie auch mit einer weiteren, nun aber seelischen Reaktionsbildung, welche er als «Dekadenz» bezeichnet hat. Was eine von der unausbleiblichen nervlichen Zerrüttung der immer frustrierteren gesellschaftlichen Akteure verursachte zwanghafte Lust an der Selbst- und Fremdzerstörung meint — bösartigkeit also, individuelle und kulturelle.

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Nun mal eine Ich-Botschaft von mir, bitte. Mich wundert nicht, daß viele Nichtfachleute sich mit diesem trockenen ökonomischen Stoff nicht befassen mögen. Es erschreckt mich aber, dass selbst die Fachwelt diese einfachen Zusammenhänge nicht durchschaut. Nicht einmal ein Ernst Wolff oder ein Prof. Christian Kreiß.

Und daß sie es nicht begriffen haben, darf als sicher gelten. Denn anderenfalls hätten sie es schon längst irgendwie vorgetragen. Doch leider nur Schweigen.

Ich bin kein studierter Ökonom und verstehe die beschriebenen Zusammenhänge doch. Gut, ich hab die drei Bände von Marxens Kapital ordentlich gelesen, und ja, Marx erklärt das alles hier noch viel analytischer und mehr in die Details gehend. Aber das braucht es nicht. Jeder kann den rosa Elefanten schnell entdecken. Es braucht dazu nichts, außer ein bisschen klares und logisches Denken. Eigentlich braucht es nur Hingucken. Ist ja doch riesenhaft, jener rosa Elefant.

Danke, dass ihr mir bis hierhin gefolgt seid!

Euer No-NWO

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Brechung der Zinsknechtschaft

November 4, 2017 14 Kommentare

Geiz und Wucher und Misstrauen müssen noch für eine Weile unsere Götter bleiben. Denn nur sie können uns aus dem Tunnel der ökonomischen Notwendigkeit ans Tageslicht leiten.
John Maynard Keynes, bekannter Ökonom des letzten Jahrhunderts

Profilbild von Marigny de Grilleau auf Facebook

Die NSDAP hatte in ihrem Parteiprogramm das Thema Brechung der Zinsknechtschaft (siehe Wikipedia). Laut dem Zeitzeugen Wilhelm Landig war es eins der Zugpferde für die junge Wählerschaft. Auch Jesus hatte etwas gegen den Wucher, und schmiss die Geldverleiher aus dem Tempel. Und weil die Zusammenhänge des Wuchers heute kein Thema mehr im Schulunterricht ist, weiß auch kaum ein Ökonom darüber. Wissen könnte man, wenn die Arbeiten von Silvio Gesell zur Freiwirtschaft studiert würden. Lincoln und Kennedy wussten darum, hatten auch schon an der Geldschöpfung zum Wohle der Allgemeinheit statt der Superreichen gedreht. Wie es ihnen anschließend ergangen ist, wissen wir (siehe).

Gerne möchte ich einen heutigen Kommentar  von  Marigny de Grilleau hier veröffentlichen, der das Thema Zinsgeld nochmals im Kontext unserer heutigen Parteien aufgreift und die Wichtigkeit klärt:

Vor Kurzem hatte ich eine Diskussion über das Geldsystem und wegen dieser meiner Ansicht, zu allererst am Geldsystem anzusetzen entgegen Marx, der an den Produktionsverhältnissen ansetzt. Erst nach Umbau des Geldsystems andere Regularien einzuflechten die eine humane Arbeitswelt ermöglichen – unter anderem auch der Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommen – hat man mich eben dieses Fanatismus der alleinigen Wahrheit predigend beschuldigt und kurzerhand gesperrt. Apologeten Ditfurths tun dies auf gleiche Art und Weise, da werden Geldsystemkritiker in der „NeurechteEsoterischeVerschwörungsecke“ verortet. Mich hat man dann letztendlich in ein Märchenbuch geschrieben, geschrieben auch deswegen – weil ich auch noch von einer zinsfreien Zeit die es im Mittelalter gab – bekannt mit der Begrifflichkeit „Goldenes Mittelalter“ berichtete, in dem über 300 Jahre Wohlstand und Wachstum ohne Arbeitsdruck und Geldsorgen herrschte (siehe einen meiner ersten Artikel: Mit fließendem Geld anstelle unseres statischen geht es auch mit unserer Gemeinschaft wieder richtig gut – von einer Fairconomy).

Um 1450, als das Zinsgeld wieder eingeführt wurde, beginnt das sog. „Finstere Mittelalter“ … Professor Dr. Dr. Berger vertritt dieselben historischen und gesicherten Ansichten – wie ich, bezüglich des zinsfreien „Goldenen Mittelalters, hier zu finden:

natürlich konterkariert das so manch einem seine Weiterlesen …

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Menschenrechte & Grundgesetz: War der Satan im Spiel? Deutung von Freiheit, Recht, Person und Kommunismus …

Deklaration der Menschenrechte 1789

Deklaration der Menschenrechte 1789

Eine Regierung ist nicht der Ausdruck des Volkswillens,
sondern der Ausdruck dessen, was ein Volk erträgt.
(Kurt Tucholsky)

Wir hatten das Thema Freiheit schon einige Male. So hatte Wolfgang das Fazit gezogen: „Lebe nicht auf Kosten Anderer, und lasse nicht auf Deine Kosten leben.“ Es geht also darum, Niemanden zu schaden, sprich Leid anzutun. Wer seinen Nächsten liebt, der wird damit in der Regel kein Problem haben.

Nun gibt es seit 1789 die Menschenrechte, die auch Basis bei der Schaffung des Grundgesetzes für die BRD waren. Ich habe mir dieses Wochenende ein Video angeschaut, das sich mit einer Reihe juristischer Aspekte um unsere persönliche Freiheit beschäftigt und das mal wieder viele Ahs und Ohs für mich bereit hielt, aber auch einige weniger erbauliche Interpretationen auf Lager hatte.

Insgesamt bestätigt sich mir durch die Fakten und die Argumentation, dass unser Rechtssystem so gestaltet ist, dass der Willkür das Tor weit geöffnet wurde und den „legalen“ Weg in eine Welt des 1984 geebnet hat, sollten die Rahmenbedingungen dafür gegeben sein. Und spätestens seit Beginn der Finanzkrise 2008, eigentlich aber schon seit 9/11, sehen wir mit steigender Frequenz, wie das bisschen gegebene Freiheit von Personen (Achtung: nicht Menschen) zunehmend eingeengt wird.

Zu dem  nachfolgenden Video ist noch dieser Text auf Youtube veröffentlicht:

Nach dem ideologischen Pflichtbekenntnis zu den Menschenrechten im Art.1 GG beginnen die eigentlichen „Grundrechte“ mit dem Recht auf Freiheit im Art. 2, der laut einem Kommentar zum GG „das Hauptfreiheitsrecht“ formuliert. Es lohnt sich also, diesen Artikel besonders sorgfältig zu untersuchen.
Tatsächlich stammt nämlich dieses „Recht auf Freiheit“ aus dem Schriftstück Weiterlesen …

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