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Posts Tagged ‘Normalität’

Über Normalität und Verrücktheit — oder wie kollektives Verrücktsein zum Adel der Normalität findet

Die Wörter Corona, Great Reset usw. sind in diesem Beitrag nicht enthalten. Stattdessen soll die Welt hier nun einmal aus größerer Höhe betrachtet werden. Es geht weit zurück zu den Anfängen, zu unseren frühen Vorfahren. Um von dort ausgehend, uns Heutige wiederzufinden. Wir beginnen darum mit: Es war einmal…

Wenn die Dunkelheit einsetzte und die ersten großen Raubtiere sich zur Jagd aufmachen würden, zogen die Menschen zur Zeit der Sammler und Jäger sich an sichere Orte zurück, von denen aus sie weit ins Land schauen konnten. Als erstes entzündeten sie ein kräftiges Feuer, das sie durch die Nacht begleiten würde. Es beschützte sie und half ihnen, sich zu entspannen, zu sammeln und zur Ruhe zu finden. Bevor die Damaligen sich zum Schlafen legten, waren allerhand kleine Geschichten zu erzählen, Berichte von den Tagesereignissen — lehrreiche, lustige oder traurige. Waren diese erzählt, kamen die großen Geschichten zum Vortrag, Geschichten über die Vorfahren und oft auch Geschichten von Göttern, Geistern und Dämonen. Und von der Welt überhaupt. Wie alles ist. Wie alles war und alles anfing — und daß alles Sinn macht. Daß es so, wie es ist, auch sein soll. Und es nicht anders sein kann. Daß es gut ist, wie es ist, und daß es immer so sein würde.

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Es ist Illusion zu meinen, nun alles zu durchschauen, nur weil das eine oder andere in Gesellschaft und Politik als Lüge und Betrug erkannt worden ist. Fakes gibt es viele. Kleine, größere und auch sehr große. Doch einer ist von besonderer Natur. Dieser eine ist der Vater überhaupt aller Fakes. Jener Fake aller Fakes heißt „gesellschaftliche Normalität“.

Was im Weiteren zu beweisen versucht werden soll: Es gibt keine gesellschaftliche Normalität, die nicht verrückt wäre. Es gab sie vielleicht nie, in der gesamten Geschichte der Menschheit nicht. Sogar nicht bei den Jägern und Sammlern. Ein Blick auf die Kulturgeschichte erzählt von unterschiedlichen und besonderen Formen von gesellschaftlichen Verrücktheiten, die alle einmal als gesellschaftliche Normalität gegolten haben. In all den zahllosen kleinen und großen Menschheitskulturen gab es allemal das Gefühl, alles sei ganz normal so, wie es ist. Und ganz gleich, wie grausam oder sonst wie verrückt manche Gesellschaften und Kulturen aus dem Blickwinkel anderer auch immer erscheinen mögen, fühlten jene verrückten Kulturen sich „von innen“ ganz normal an. Bei archaischen Kannibalen, friedlichen Urwaldvölkern, bei den Azteken bis hin zu uns modernen Menschen — in allen Kulturen gab es und gibt es jenes bestimmte Gefühl, normal zu sein.

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Das Unnormale des Normalen – oder wie man sich irren kann …

September 28, 2013 39 Kommentare

Man muß das Wahre immer wiederholen,
weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird.
Und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse.“
Johann Wolfgang von Goethe

Blume un-normal?

Blume un-normal?

Auf meinem Balkon ist der Vogel los. Normalerweise sitzen hier sechs Dompfaffkinder, und wenn sie hier nicht sitzen, sitzen sie normalerweise woanders oder fliegen herum, so, wie das ihre Art ist. Normalerweise kommen die Blaumeisen und Kohlmeisen im Trupp angeflogen, fünf oder zehn gleichzeitig. Sie setzen sich niemals auf den gleichen Platz, da ist ja nur für eine Meise Platz, und sie verhalten sich normalerweise sehr unterschiedlich, mal mehr spielerisch und mal mehr hungrig. Was für die kleinen Vögel üblich ist: sie sind sehr flexibel, hopsen mal hier und mal dort hin und essen mal von den gemahlenen Erdnusskernen, mal von den geschälten Sonnenblumenkernen, und mal haben sie auch Bock drauf, die ungeschälten Sonnenblumenkerne wie wild aufzuhacken. Normal für mich ist, das Treiben meiner Freunde zu genießen.

Im wirklichen Leben sieht das Treiben etwas anders aus. An unserem Teich stehen normalerweise etwa dreißig sehr schöne Bäume – standen, nu sind sie wech. Warum fragt normalerweise niemand, und normalerweise fragen auch die Männer mit der Säge nicht, warum das völlig unsinnige Absägen von Bäumen normal ist, so wie der in Reih und Glied marschierende Soldat auch nicht fragt, was er da macht. „Das WIRD gemacht, und gut ist’s“. In meinem Verständnis ist der Mensch im Allgemeinen Spielball fremder Weiterlesen …

Entfremdung, oder der verlorene Himmel

September 14, 2013 22 Kommentare

Foto: federleicht-leben

Foto: federleicht-leben

Stellen wir uns die Frage, ob das Streben nach Sicherheit etwas Natürliches, etwas natürlich, selbstbestimmt Gedachtes ist, oder ob eher der Wandertrieb, das Interesse an der Vielfalt der Optionen und Buntheit des Erschienenen dem „Wesen“ des Menschen entspricht. Was ist das für eine Stimme, die Menschen an das Alte, Bekannte, Gewohnte, Vertraute bindet oder aber sie in fremdländische Abenteuer, das Unbekannte und Geheimnisvolle zu schicken vermag? Und was ist mit denen, die, wie mein Berliner Freund einst resignierend konstatierte, er sei überall zu Hause, nur nicht dort, wo er gerade sei?

Schauen wir auf die Geburt eines Kindes, auf den Beginn eines Lebensweges. Das Geburtstrauma bewahrte es vor seinem vorzeitigen Tod, die lebensfeindlichen Erfahrungen informativ abgeschottet kann es eine Existenz wie neugeboren beginnen. Und ich meine sagen zu dürfen: Dieses Kind ist nicht entfremdet, ist trotz völliger Unkenntnis seiner Selbst eins mit sich, ist eins mit der Welt, auch wenn es sie nicht mal im Ansatz kennt. Spannend, gell. Wie kann das Unmögliche möglich sein? Doch fragen wir erst mal nach dem weiteren Kindeswerden.

Babys sanfte Blicke berühren die Erwachsenen, als würden sie an etwas erinnert. Was nicht sein darf, und schon beginnt das Zahnen im Innen und das Ausrichten auf die Realität durch äußere Eingebungen. Und Kleinkind fängt das Weiterlesen …

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