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Posts Tagged ‘solidarische Ökonomie’

solidarische Ökonomie versus soziale Marktwirtschaft

August 11, 2013 6 Kommentare

Stefan Meretz (Quelle: Google+ Profil)

Auf unserem Weg in eine bessere Welt, weg von der zerstörerischen Konkurrenzgesellschaft der vielen Verlierer hin zu einer kooperierenden Welt voller Gewinner braucht es neue Vor-bilder, neue Visionen und Konzepte, so dass auch Kevianer (sorry für den Insider) das Gefühl haben, dass das gehen kann. Ich habe gerade ein Interview mit Stefan Meretz anlässlich des im Februar 2013 stattgefundenen Kongresses Solidarische Ökonomie in Wien auf dem sehr empfehlenswerten Commons-Blog keimform.de gefunden, aus dem ich gerne einen Teil als Schau auf neue mögliche Weltbilder bringen möchte:

Wie unterscheidet sich solidarische Ökonomie zur sozialen Marktwirtschaft?

In der Marktwirtschaft sind Bedürfnisse und ihre Befriedigung kein Ziel, sondern nur ein Mittel für etwas Drittes: aus Geld mehr Geld machen. Die Bedürfnisbefriedigung ist nur »Nebeneffekt« der selbstzweckhaften Geldvermehrung. Wenn kein Geld mehr vermehrt werden kann, wenn Betriebe stillgelegt werden, dann werden auch keine Produkte mehr hergestellt, obwohl die Menschen sie brauchen. In krasser Form sehen wir das derzeit in Griechenland, wo Kinder vor Entkräftung in der Schule von den Stühlen fallen, weil sie kein Frühstück hatten.

Wir sind alle mit den Gesetzen der Marktwirtschaft groß geworden. Diese Gesetze beherrschen mittlerweile aber nicht nur Wirtschaft, sondern unser gesamtes soziales Gefüge. Ist ein Systemwechsel überhaupt möglich? Unter welchen Bedingungen?

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir es sind, die diese Bedingungen herstellen. Also können wir sie auch verändern. Das ist allerdings nicht leicht, denn das System Marktwirtschaft erscheint vielen als natürlich und alternativlos. Das ist aber Ideologie, die uns Weiterlesen …

Beispiel einer funktionierenden Anarchie in der Kommune Niederkaufungen – solidarische Ökonomie

Ich habe ein schönes Beispiel funktionierender Anarchie gefunden, in der seit 1987 etwa 80 große und kleine Leute Erfahrungen gesammelt haben. Auf der Web-Site der Kommune Niederkaufungen, 10 Km von Kassel gelegen, lässt sich speziell zum wichtigen Konsensentscheiden Folgendes im Zusatz zum Grundsatzpapier finden:

„Das bedeutet bei uns: Alle können sich an der Entscheidungsfindung beteiligen; es gibt keineAbstimmungen; jedeR Einzelne hat ein Vetorecht.

Im Grundsatzpapier steht: „Wir wollen, dass Entscheidungen möglich sind, die jede Meinungberücksichtigen und somit von allen getragen werden können.“

Wir treffen uns alle einmal wöchentlich im Plenum. Die Teilnahme wird erwartet. Kinder könnenam Plenum teilnehmen und ihre Anliegen einbringen. Die Form der Entscheidungsfindung ist im Laufe der Zeit mehrfach weiterentwickelt worden. Anstatt im Gesamtplenum diskutieren Weiterlesen …

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Folgen wir mit der Kapitalismusidee in den gesellschaftlichen Abgrund?

Ich hatte mit meinem Post Keine gute Kultur, sagt mir meine Intuition: konstante Arbeitslosenzahl, Zocken mit Geld, Hungern durch Fleisch, riskante Großprojekte … deutlich machen wollen, dass mir meine Intuition sagt, dass in unserer Kultur etwas ganz schief läuft. Und zwar wider unserer menschlichen Natur. Das klar wahrnehmbare, immer schneller Auseinanderdriften zwischen Reich und Arm einhergehend mit der Verrohung unserer Gesellschaft kann nur ins Chaos führen. Was, wenn wir keinem mehr vertrauen können, im Konkurrenzkampf jeder gegen jeden steht? Kann dann überhaupt noch etwas gelingen?

Ist es dann nicht besser, wenn wir wieder mehr kooperativ werden, wenn wir wieder wirtschaften, damit wir Güter für ein besseres Leben produzieren und nicht damit mehr Geld angehäufelt wird. Ich habe mal wieder einen interessanten Beitrag zum Umdenken gefunden. Es ist noch ein Entwurf, veröffentlicht im letzten Monat auf der Plattform einer solidarischen und lebensdienlichen WirtschaftEine andere Wirtschaft ist möglich – Entwurf einer Solidarischen Ökonomie“. Darin ist im Kapitel 3.2  mit entsprechenden Quellenangaben zu lesen, dass wir Menschen zwei Pole in uns haben, aber vorrangig zum Gesellschafts-bejahenden tendieren:

Der Mensch existiert von seiner Evolution her nicht als Einzelwesen, sondern als Gemeinschaftswesen. D.h., dass der Mensch weder als Individuum noch als Gattung isoliert ohne andere oder Weiterlesen …

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Wirtschaften für die Gemeinschaft – Alternativen zur Gewinnmaximierung

Januar 19, 2011 1 Kommentar

Gibt es aktive Initiativen, die sich um ein anderes Wirtschaften bemühen, eins, das nicht auf Gewinnmaximierung um jeden Preis aus ist? Dem ich mal nachgegangen und habe die folgenden Organisationen gefunden:

Stiftung triaswohnprojekte-portal.de

  • Fördert Initiativen , die Fragestellungen des Umganges mit Grund und Boden, ökologische Verhaltensweisen und neue Formen des Wohnens aufnehmen.
  • Wendet sich gegen die Spekulation mit Grund und Boden. Mit Hilfe des Erbbaurechtes will sie aktiv als Bodenträger auftreten. Über den Erbbauzins sollen Mittel angesammelt werden um junge Projekte unterstützen zu können. Weiterlesen …
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Es gibt sie doch in Deutschland: die solidarischen Ökonomie-Inseln im Kapitalismus

Januar 16, 2011 3 Kommentare

Ich hatte schon vor Kurzem auf das RealExperiment hingewiesen, das in Kürze startet und erproben will, wie eine Firma ohne hierarchische Strukturen (ohne Herrschaft) funktionieren kann. Heute wollte ich wissen, ob es ähnliches wie die Kooperativen in Argentinien nicht auch schon in Deutschland gibt. Und das 10 Jahre alte Wikipedia ist auch hier wieder eine gute Hilfe. In einer solidarische Ökonomie wird demnach Arbeit kollektiv, solidarisch und hierarchiefrei organisiert  (=Anarchie) und stellt eine Strategie zur Bekämpfung der sozialen Ausgrenzung dar. Weiter kann in der Frankfurter Rundschau online vom 7.7.2008 im Artikel Inseln im kapitalistischen Meer von Roland Bunzenthal gelesen werden:

In kooperativer Form werden lokale Potentiale mit lokalem Bedarf zu einem Netzwerk verknüpft. Für die Abgrenzung solcher Betriebe haben die Wissenschaftler Weiterlesen …

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