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Postkapitalismus: kann uns eine Energie-Währung aus den Krisen führen?

November 1, 2016 33 Kommentare
Geld (Foto: common)

Geld (Foto: common)

Die Finanzkrisen haben mich spätestens seit der Eskalation in 2008 dazu gebracht, meine Weltbilder in Frage zu stellen. Das führte dazu, dass ich Ende 2010 diese Blog anfing, um mich mit vielen Systemfragen zu beschäftigen. Und so ist auch das Geldsystem reichlich beleuchtet worden, was in einen Übersichtsartikel mündete: Alles was wir über die Finanzkrise und das fehlerhafte Geldsystem wissen sollten und können …, dazu kam die Erkenntnis, dass sich Kennedy wohl zu weit gewagt hat (siehe den fünftmeistgelesenen Artikel des Blogs), und dass es den Römern auch nicht anders erging, als uns heute (siehe). Nun hat Manfred Gotthalmseder (Facebook-Profil) einen Vorschlag unterbreitet, wie sich Mensch wieder aus den Fängern dieser Systematik befreien kann. Ob das klappen kann? Aber schaut wie immer selbst:

Wie sich verschuldete Staaten durch eine Energie-Zweitwährung von der Macht des Finanzsektors freispielen und eine Kreislaufwirtschaft einleiten können – (Quelle)

Alle Währungs- und Wirtschaftscrashs haben eine gemeinsame Ursache: Die Gläubigeransprüche erweisen sich in Summe als unerfüllbar.

Eine kleine Fabel versinnbildlicht, wie es immer wieder dazu kommen kann: Stellen wir uns vor, Eichhörnchen würden unser Geldsystem einführen. Sie würden im Sommer jene, die weniger ertragreiche Territorien haben, durchfüttern und sich von ihnen Schuldscheine unterzeichnen lassen. Statt Nüsse zu vergraben, sparen sie jetzt diese Scheine. Im Winter, also in der Krise, treten sie nun mit diesen Scheinen an die Schuldner und fordern von ihnen Nüsse.

Auch in unserem Geldsystem sind die Vermögen der Einen die Schulden der Anderen. Aber muss das so sein? Die Eichhörnchen hätten die Nüsse auch in ein gemeinsam bewachtes Lager bringen können, und hätten Anteilscheine an diesem Lager erhalten. Diese Scheine wären für das Sparen brauchbar gewesen, denn sie wären durch einen realen Sparvorgang gedeckt gewesen und nicht bloß durch leere Versprechen.

In diesem Text soll gezeigt werden, dass sich unsere Form des Geldes zwar für Transaktionszwecke und Vorfinanzierungen, aber nicht für Sparvorgänge eignet. Sparer sind in dem System Gläubiger. Nehmen die Sparvermögen überhand, so steigen spiegelbildlich auch die Schulden, bis die Wirtschaft und der Staat an ihre Kreditwürdigkeitsgrenze geraten. Um die Wirtschaft wieder zu Investitionen zu befähigen, müssten die Schulden und somit auch die Gläubigeransprüche in Summe abnehmen. Aber das ist in diesem Wirtschaftssystem noch nie sinnvoll gelungen! Weiterlesen …

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