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Posts Tagged ‘sterben’

Abschied nehmen … nur wie?

Ich möchte ein kleine persönliche Geschichte hier einstellen. Es ist mir ein Anliegen in diesen für mich extrem wirren Corona-Zeiten!

Mein Schwager ist vor ein Paar Wochen gestorben. Er war in meinem Alter und wir haben viel Spaß miteinander gehabt. Der Krebs hat ihn regelrecht gefressen. Chemo war ihm ein letztes Mittel. Mehr ist nicht zu sagen. Er war am Ende im Hospiz. Corona-Regel war, dass nur Frau und Kinder eine Stunde am Tag besuchen durften. Für mich hatten sie noch eine letzte Ausnahme gemacht, da ich eine längere Anreise hatte. Ich war über eine Stunde bei ihm und wir haben nochmals über die alten Zeiten in jungen Jahren, d.h. Studienzeiten gesprochen … PUH. Er sah schon so alt wie mein Vater, der nun 90 Jahre ist, aus. Aber wir waren uns dennoch sehr nahe …

Ich hatte ihm einen Text meiner ältesten Tochter für ihn mitgebracht. Ich konnte ihn vor lauter Tränen (die mir gerade wieder fließen) nicht vorlesen, und so reichte ich ihm mein Handy mit dem Text. Und so liefen auch ihm die Tränen über die Wangen. Nun, ich habe diese Bilder von ihr vor Augen und die Gefühle, die wir hatten, und es mag für den geneigten Leser wohl schwierig sein, diese selbst zu sehen. Aber die empathischen unter Euch mögen das schaffen. Und für Euch mag ich ihre Zeilen an ihren Onkel gerne hier ins Regal stellen:

Lieber Onkel,
räumliche Distanz und unterschiedliche Lebenswege haben dazu geführt, dass wir uns in den letzten Jahren leider nicht mehr oft gesehen haben. Und obwohl in diesem Gedanken Bedauern mitschwingt, erinnere ich mich doch vor allem an das Positive.
Wenn ich an dich denke, so denke ich an die Familienfeste meiner Kindheit bei Oma und Opa. An Weihnachten, Ostern, die großen Geburtstage. Oftmals wurde es schon dunkel draußen, wenn die Gespräche am Tisch auf lebhafte und leidenschaftliche Weise laut wurden, unterbrochen nur von noch lauterem Gelächter und dem klirrenden Geschirr aus der Küche. Ich erinnere mich an diese Geräuschkulisse, als wären diese Erinnerungen nicht schon Jahrzehnte alt, sondern erst wenige Wochen.
Wenn ich an diese Abende denke, assoziiere ich damit vor allem Familie, Wärme, Fröhlichkeit. Du warst die treibende Kraft hinter diese Atmosphäre. Das werde ich sehr vermissen.
Deine Nichte

Er wurde inzwischen eingeäschert. Aufgrund der Corona-Situation hat meine Schwester noch mit der Beerdigung gewartet. Sie wird noch in diesem Monat stattfinden. Im kleineren, Corona-bedingten Kreis. Sein Wunsch war es, in einem Friedwald beigesetzt zu werden. Wir mögen in bunten Kleidern kommen, denn er mochte sein Leben sehr, und wir sollen ihn so in Erinnerung halten. Ich bin gespannt auf seine Rede, die er im Sommer letzten Jahren geschrieben hatte, als im klar wurde, dass sein Ende nicht mehr lange auf sich warten wird.

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Was ist Leben wirklich?

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Ständig streben wir nach dem nächsten Ziel. Wenn wir es erreicht haben, sind wir zufrieden. Nicht, weil wir es erreicht haben, sondern weil das Streben für kurze Zeit ein Ende hat.

Wenn nichts mehr geht, nimmt man halt Erleuchtung als Ziel. Damit kann man bis zum Tode streben und lässt dieses überflüssige Ankommen einfach weg.
Ein Weg, der kein Ende kennt.

Ziellos zu leben erscheint vielen Menschen sinnlos und langweilig. Meistens sind das Menschen, die das nie versucht haben.

Welches Ziel auch immer du hast, es ist nicht deins, sondern erlernt. Jemand hat dir gesagt, dass es erstrebenswert sei, das zu erreichen.
Seien es die Eltern, die dich zu Erfolg und Geld getrieben haben oder der Priester, der dich zu endgültiger Vergebung animiert, oder doch der spirituelle Lehrer, der dich zu Selbstliebe oder Erleuchtung animiert hat.

Die Art des Spiels bleibt die gleiche, auch wenn die Ziele ausgetauscht werden.

Alles, was dir am Ende bleibt, ist das kleine bisschen Zeit zwischen Leben und Tod. Ankommen kannst du nur im Grab. Was du mit der Zeit dazwischen machst, liegt bei dir.

Fundstelle: https://www.facebook.com/isfies

Manchen lässt es zornig werden, dass kaum einer hinterfragt, wie es um diese Matrix bestellt ist, und unbewusst mitmachen: Weiterlesen …

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